Auf dem Seeweg – 04.10.2018

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich spät wach geworden. Normalerweise werden wir auch am Wochenende spätestens gegen 8 Uhr wach. Wir müssen schon ganz schön tot sein, um wirklich länger zu schlafen. Wie jetzt am Wochenende, als ich krank war und bis halb 10 geschlafen hab! 😉

Unserer Tradition entsprechend hat der Namenlose erstmal Kaffee besorgt, den wir auf dem Balkon unter strahlend blauem Himmel getrunken haben. Da musste man schon fast aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt! Sonnencreme hatte ich natürlich nicht dabei. Es ist nicht so, dass wir nicht 15 Flaschen zu Hause hätten, aber für die Berge stand das einfach nicht auf meiner Packliste… Schön blöd!
Wir sind nach dem Frühstück erstmal zum Supermarkt und wollten Wasser und Sonnencreme kaufen, aber 16 Euro für ein kleines Fläschchen… pf… da verbrenn ich mir lieber das Gesicht 😉

Das Frühstück war super. Es gab alles, was man sich vorstellen kann und wir haben gut zugeschlagen. Auf dem Tisch (wir saßen die ganze Woche immer am selben Tisch) lag die „Morgenpost“, ein A4-Blatt mit Wetterinfos, Ausflugstipps und sie haben immer 2 Mitarbeiter vorgestellt.
Insgesamt war das wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre im Hotel.

Nach dem Frühstück standen wir dann an der Rezeption und haben gefragt, was wir hier so machen können. Wir hatten natürlich mal wieder keine Ahnung und keinen Plan 😉 Sie meinte, man müsste die Drei Zinnen gesehen haben, wenn man schon dort ist. Das wäre eine mittelschwere 4-stündige Wanderung. Aber da es schon halb 11 war, wäre es schon viel zu spät, noch zu starten.
Ok, vielleicht ist eine 4-Stunden-Wanderung eh nicht die beste Wahl für uns Anfänger aus dem Flachland 😉 Also sind wir zum Pragser Wildsee gefahren und haben den umrundet. Das war schon anstrengend genug, denn es war ziemlich warm und es ging an der einen Seite ganz schön bergauf!
Für den Rundweg stand auf dem Schild, dass er ungefähr eine Stunde dauert… wir haben auch fast eine Stunde gebraucht 😉

Danach sind wir ein bisschen rumgefahren. Eigentlich wollten wir noch zur Plätzwiese, einem Hochplateau, aber an einem Parkplatz war Schluss, man durfte nur zu gewissen Uhrzeiten weiter fahren. Es war leider auch niemand zu sehen, also sind wir umgedreht und nach Sankt Magdalena gefahren. Sankt Magdalena ist der letzte Ort im Tal von dort aus gehen nur noch Wanderwege in alle Richtungen. Wir sind also bis zum Ende der Straße gefahren und haben dort einen Apfelstrudel und Kaiserschmarrn gefuttert bevor es zurück ging ins Hotel.

Das Abendessen war wieder richtig gut. Die restliche Woche gab es immer ein 3-Gänge-Wahlmenü, das am Vorabend immer auf dem Tisch lag. Wir konnten dann immer ankreuzen, was wir wollen. Vorweg gab es immer ein Salatbuffett und noch zwei Suppen zur Auswahl.
Aber bei so viel frischer Luft war es kein Problem, das alles zu verputzen 😉 Und bei so viel frischer Luft und so viel leckerem Essen, kommt die Müdigkeit schneller als man denkt… wir waren eigentlich fast jeden Abend spätestens um 10 im Bett 😀 so kamen wir eigentlich immer auf 8 oder sogar 9 Stunden Schlaf und waren dann die anderen Tage trotzdem einigermaßen pünktlich unterwegs 🙂

Hier noch ein paar Impressionen vom 2. Urlaubstag:

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – 03.10.18

Es ist mal wieder super früh, als der Tag beginnt. Vor uns liegt eine mehrstündige Autofahrt nach Südtirol. Genauer: ins Pustertal.
Nur eine gute Woche vorher hatten wir mal wieder ziemlich spontan gebucht, nachdem der Namenlose sich entschieden hatte, dass wir doch noch mal gemeinsam wegfahren 🙂 Zwar hatten wir wieder eine Woche ungefähr rumgemacht und überlegt, wo genau wir hinfahren, aber letztlich fiel die Buchung dann ganz spontan auf das Hotel in Percha. Grundsätzlich war es auch egal, welches Hotel wir gebucht hätten, denn alle hatten wirklich gute Bewertungen. Ich denke man hätte nirgends was falsch gemacht!

Also, Mittwoch, halb 8 morgens. Keschu und der Namenlose sind on the road und überqueren die Grenze nach Österreich.
Weil wir dachten, wir wären schlauer als das Navi, sind wir nicht um München rumgefahren um dann über Innsbruck zum Brenner zu kommen, sondern wir sind über Kempten gefahren und dann über eine österreichische Bundesstraße. Aber so hatten wir wenigstens Blick auf die Zugspitze. Vermutlich. Sicher sind wir uns nicht 😉 Und als wir uns hätten sicher sein können, war sie in Wolken verhüllt. Na danke 😉

Ok, also weiter. In Innsbruck haben wir noch mal getankt, weil der Sprit in Italien unfassbar teuer ist!
Dann ab über den Brenner für zehn Euro… kommt man eigentlich auch anders nach Italien?? Na ja. Um halb 12 haben wir in Sterzing einen Stopp eingelegt, schön gefrühstückt und unseren ersten Cache in Italien geholt und sind dann weiter zum Hotel.
Viel haben wir da nicht mehr gemacht. Da wir so früh losgefahren sind, waren wir doch ganz schön kaputt. Also haben wir uns nach einem kurzen Mittagsschläfchen in den Spa-Bereich begeben und wollten da lesen. Aber wir haben dann da noch mal geschlafen 😉

Abends gab es dann ein Überraschungsdinner im Hotel (wir hatten Halbpension gebucht) mit Sektempfang vorab, Bruschetta (oh mein Gott waren die lecker!!) und anschließendem 5-Gänge-Menü (Salat, Suppe, Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise) und leider hab ich vergessen, was es alles gab und ich hatte kein Handy für Fotos dabei, aber es war unglaublich lecker!

Leseliste 3. Quartal 2018

Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes

Einmal angenommen …

… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?

Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Das war jetzt das vierte Buch von Jojo Moyes und ich muss sagen, ich mag sie. Beim Lesen hab ich ganz starke Bilder vor Augen, wie ein Film. So mag ich Bücher. Und so plastisch schafft das nicht jeder Autor.
Die Geschichte ist gar nicht so besonders. Sie ist nett. Glaub ans Gute und tu Gutes und dir passiert Gutes. Eigentlich passiert gar nicht so viel, die Geschichte spielt sich in einem kurzen Zeitrahmen ab, es sind einfach die Charaktere und ihre Erzählweise, die es so sympathisch machen. Und die mich wirklich packen. Ich war total geschockt und musste fast heulen, als… ich verrate nix 😉
Es ist definitiv was leichtes für zwischendurch, wenn man mal abschalten will und sich in eine heile Welt flüchten will.

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Für den Müßiggänger Dorian Gray wird der ewige Menschheitstraum wahr: Er kann nicht altern. Stattdessen altert sein gemaltes Porträt. Sein Aussehen ebnet ihm den gesellschaftlichen Erfolg, Jahr ums Jahr zieht ins Land, aber Dorian Gray bleibt der begehrenswerte, blendend aussehende Jüngling. Während er immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres jung und makellos schön. Nur der Maler seines Bildes schöpft Verdacht, zu wunderlich scheint ihm Grays‘ Alterslosigkeit. Das Geheimnis droht entdeckt zu werden.

Puh, also die Grundidee von Dorian Gray kannte ich, aber es war sehr anstrengend zu lesen. Es zieht sich wie Kaugummi hin, wenn er sich mit Lord Henry unterhält, wenn er bei irgendwelchen Damen zum Tee hockt… Es ist teilweise sehr ausschweifend, aber langweilig ausschweifend. Ich habe vieles nur überflogen, weil es einfach unwichtig für die Story war.
Letztlich ist die Geschichte ziemlich dünn: Das Bild altert an seiner Stelle und jegliche Züge, die sich ins Gesicht graben, was aus schlimmen Erfahrungen her rührt, zeichnen sich ebenfalls nur im Bild und nicht auf seinem echten Gesicht ab. Dadurch wird er kalt und grausam und am Ende… tja… das wird nicht gespoilert.

The Chemist – Die Spezialistin von Stephenie Meyer

[…] der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.
Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.
Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Ich möchte dazu echt nichts sagen. Ich bin froh, dass ich für so einen Scheiß kein Geld ausgegeben habe…

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Die Geschichte der Bienen stand seit diesem Review auf meiner Leseliste, weil ich ja mal auf der Suche nach „was anderem“ war. Und dieses Buch ist wirklich mal was anderes. Ich hatte es in drei Tagen durchgelesen, weil ich einfach mit jeder der drei Figuren mitgefiebert habe und wissen wollte, welches Ende es nimmt.
Einiges habe ich zwischendurch gegooglet, weil ich wissen wollte, ob die Autorin sich das jetzt ausgedacht hat, oder ob es Fakten sind, einfach, weil ich kaum etwas über Bienen wusste. Und es ist Fakt, dass in China Obstbäume per Hand bestäubt werden. Jetzt schon, weil es keine Bienen mehr gibt. Und es ist auch Fakt, dass 2007 ein rätselhaftes Bienenverschwinden in den USA stattgefunden hat.
Wie wichtig Bienen sind, das ist einem gar nicht so bewusst. Es ist so selbstverständlich, dass an den Maispflanzen Kolben wachsen und dass Obstbäume Früchte tragen. Aber nur wegen der Bienen! Es ist wirklich ein sehr interessantes Buch und es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen!

Leere Herzen von Juli Zeh

Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet – und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben.
Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Was genau hinter der Firma steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als ihre Firma unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma, sondern auch ihr Leben in Gefahr…
„Leere Herzen“ ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Und es ist zugleich ein verstörender Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

Auch das sollte mal „was anderes“ werden und auch das hatte ich vom Bücher-Inspirationsblog 😉 Ich hab es dem Namenlosen letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt, auch in der Absicht, es selbst zu lesen 😉
Also was anderes war es auf jeden Fall. Es spielt in naher Zukunft und ich bin überrascht, fast etwas erschrocken, wie realistisch dieses dystopisch angehauchte Szenario doch ist. Aber irgendwie war ich dann nicht so begeistert wie alle anderen. Mich hat das nicht so geflasht, oder verstört. Und das Ende hab ich auch nicht verstanden… Eigentlich passiert kaum was, aber man liest es trotzdem recht schnell weg. Es plätschert so ein bisschen lang hin. Vielleicht hab ich dabei was verpasst, dass ich das Ende nicht verstehe…
Wie auch immer. War nicht schlecht, Knaller aber auch nicht.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

ABC im September 2018

A wie Ausnahmezustand
Unsere Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Mein Koffer aus dem Urlaub liegt noch immer im Schlafzimmer und ist noch nicht vollständig wieder ausgeräumt… In der Küche stapelt sich das Geschirr, weil wir die Spüma noch nicht wieder ausgeräumt haben. Wenigstens haben wir eine Putzfrau… Die hält das Chaos einigermaßen in Grenzen. Auch wenn ich mit ihrer eigentlichen Putzleistung nicht so zufrieden bin, zumindest räumt sie auf und das ist diese Woche echt ganz bitter nötig.
Irgendwie muss ich mein desaströses Zeitmanagement besser in den Griff kriegen… Einkaufen, Wäsche machen, aufräumen, lernen… ich frage mich immer noch, wie die Mütter das in meinem Kurs hinkriegen. Ich schaff das irgendwie nicht gleichzeitig.

B wie Bücherausgabe
Die IHK macht für uns Sammelbestellungen, wenn wir neue Gesetzesbücher brauchen. Hat nur leider den Nachteil, dass ich manches jetzt doppelt habe… Wir haben solche Gesetzessammlungen bekommen, wo alles wichtige drin ist. Aber Dozent X will lieber mit der Beck-Ausgabe arbeiten und Dozent Y lieber mit der BMF-Ausgabe… jetzt hab ich zB das Einkommenssteuergesetz drei mal und das Umsatzsteuergesetz zwei mal. Besser wärs gewesen, vorher eine Liste zu kriegt, welche Gesetze wir alle brauchen und nicht welche Bücher die Dozenten haben wollen. Na ja, hinterher ist man immer schlauer.

C wie Teil C
Teil C ist die mündliche Prüfung. Die ist noch soooo lange hin… Denn auch wenn immer davon geredet wird, dass der Lehrgang zwei Jahre geht, und dass die Prüfung im Herbst 2019 geschrieben wird – damit bin ich noch lange keine Bilanzbuchhalterin im Herbst 2019. Wenn ich Glück habe, bekomme ich die Prüfungsergebnisse aus dem schriftlichen Teil noch vor Weihnachten. Wenn ich dann noch mehr Glück habe, dann ist die mündliche Prüfung schon im Januar direkt… Ansonsten zieht sich das noch länger hin

D wie dauermüde
Mir reicht der Schlaf momentan wirklich nicht aus. Wenn wir um 10 ins Bett gehen, kann ich ewig nicht einschlafen, wenn wir um halb 12 gehen, schlafe ich sofort. Aber es reicht mir morgens einfach nicht. Und sonntags werde ich auch um halb 8 wach… das kann man ja wohl wirklich nicht ausschlafen nennen! :-/

E wie Eremit
Ich kapsel mich immer mehr von allen ab. Ich hab ja bisher wenigstens über Whatsapp einige Kontakte gehalten. Zumindest auch mal zu meiner Familie. Die haben wenigstens über die Whatsapp-Familiengruppe mal was von mir gehört. Inzwischen gebe ich da allerhöchstens einen Kommentar ab, wenn meine Schwester Neffi-Fotos schickt.
Und auch Freunde müssen gerade ganz schön zurückstecken. Meine Hochzeitsfreundin hat vor fast zwei Wochen das letzte mal was von mir gehört. Nachdem sie gefragt hat, wies mir geht. Davor lagen bestimmt vier Wochen zwischen dem letzten Lebenszeichen… Aber ich hab auch keine Lust… ich hab keine Lust zu reden oder zu schreiben. Ich will einfach nur in die Luft starren, wenn ich abends Ruhe hab.

F wie Freunde finden
Das leidige Thema… Ja, im Kurs mögen die Leute mich. Und ich mag sie auch. Und trotzdem mache ich Übungsaufgaben allein, weil links von mir zwei sitzen, die zusammenarbeiten und rechts von mir genauso… Ich hock also wie immer dazwischen, gehöre nirgends so richtig dazu und mach mein Ding mal wieder alleine…

G wie Gewohnheit
Dass ich dienstags und donnerstags nach der Arbeit zur IHK fahre ist tatsächlich so richtig zur Gewohnheit geworden. Ich stelle es auch überhaupt nicht in Frage, ich fahre einfach hin. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe, denn mich zwingt ja niemand. Nicht mal zum Sport hab ich damals so eine Gewohnheit gehabt und da hat mich auch niemand gezwungen.

H wie Halbzeit!!!
Fast genau vor einem Jahr bin ich zu meiner ersten Unterrichtstunde gegangen. Wie schnell die Zeit vergangen ist!! Und ja, ich merke, wie mir das Pensum in den Knochen steckt. Gerade jetzt, wo so lange Sommerferienpause war und wo jetzt wieder die dunkle Jahreszeit kommt. Wenn ich jetzt abends nach Hause fahre, dann ist es stockdunkel und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist es auch morgens noch dunkel, wenn ich samstags zum Unterricht muss.

I wie innere Unruhe
Ich weiß nicht so richtig, wohin mit mir. Ich bin unruhig, fühle mich rastlos und bin irgendwie voller Tatendrang, aber kann mich gleichzeitig schlecht konzentrieren. Ich schreibe hier einen halben Satz und schweife mit den Gedanken ab.

J wie Jahresabschlussanalyse
Aus diesem Fach muss mein Thema für die mündliche Prüfung sein. Und auch wenns noch so lange hin ist, fang ich natürlich schon an, mir Gedanken zu machen. Ich kann mir ehrlich gesagt noch nicht vorstellen, was ich da machen soll. Die Dozentin meinte, zB eine Eigenkapitalquote berechnen. Ok… das dauert 20 Sekunden. Ich finde nicht, dass das genug hergibt, um eine 15-minütige Präsentation zu halten. Vielleicht denke ich aber auch nur schon wieder zu kompliziert und mach es mir selbst schwer.

K wie Kopfschmerzen
Sind neuerdings mein ständiger Begleiter… :-/

L wie Lernplan
Mo, Mi, Fr, Sa. Jeweils 1-2h. Das ist der Plan. Aber Pläne sind bekanntlich da, um nicht eingehalten zu werden. Aber letzte Woche hat es ganz gut geklappt, deshalb sie aber die Wohnung auch aus wie Sau (siehe Punkt A)

M wie Motivation
Wie kann man nur so zweigeteilt sein: Für die Weiterbildung ist die Motivation gleichbleibend hoch. Ich bin etwas überrascht darüber, geb ich zu, aber ich freu mich auch. Für die Arbeit ist die Motivation allerdings total am Boden. Ich hab keine Lust mir für irgendwen hier den Arsch aufzureißen. Ich mach was ich muss und kein Stück mehr.

N wie Nervennahrung
Snickers, Yes, M&Ms… Kaffee mit Karamellsirup… Kakao… also ich war selten so ein Süßmaul wie in letzter Zeit. Der Arsch dankt!

O wie Ohropax
Sollte ich dringend mal ausprobieren. Auch in Hinblick auf die Prüfung. Ich habs gern still um mich herum.

P wie Prüfungsaufgaben
In fast jedem Unterricht kriegen wir Prüfungsaufgaben zum üben. Und auch wenn ich mich anstrenge, irgendwie schaffe ich es meistens nicht, die Ernsthaftigkeit dazu an den Tag zu legen, die ich in der echten Prüfung nachher an den Tag legen würde. Deshalb schneide ich bei den Übungen immer nur eher mittelmäßig ab, was mich auf Dauer frustriert.

Q wie q
q = 1+i. Und q kommt in vielen Formeln vor: Abzinsungsfaktor, Aufzinsungsfaktor, Annuitätenfaktor, Diskontierungsfaktor, Kapitalwertfaktor, Rentenbarwertfaktor, Endwertfaktor… ein paar Begriffe davon bezeichnen dasselbe. Ich seh aber nicht mehr durch und kriege auch die Kurve nicht, wann ich welchen Faktor einsetzen muss. Und das ganze dann noch in den Taschenrechner zu tippen ist Herausforderung Nummer drei, nachdem man die zweite Hürde, nämlich ob man mal oder geteilt rechnen muss, gemeistert hat… aaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

R wie Rente mit 50
Neulich haben wir eine Reportage gesehen, über Leute, die mit Anfang 40 in den Ruhestand gegangen sind. Weil sie viel gespart haben, weil sie passive Einkünfte haben und weil sie einen gemäßigten Lebensstandard haben. Es gibt ja die Typen, die 80h die Woche arbeiten und Kohle anhäufen und sich dann drei Autos, ein Boot und eine Villa kaufen. Und dann gibt es die, denen diese Statussymbole nicht wichtig sind. Die arbeiten normal bis vielleicht etwas mehr und sparen, weil sie einfach ein normales Leben führen, ohne viel Luxus. Und dann zehren sie von den Ersparnissen.
So viel Geld zu sparen, dass ich mit Anfang 40 mich zur Ruhe setzen kann, das schaff ich nicht 😉 Aber Rente mit 50 wär der Hammer! Und wenn dann die ersten schlimmen Zipperlein kommen, dann ist das Geld vermutlich aufgebraucht, dann geht man in die Schweiz und trinkt einen Cocktail und niemand muss mir den Sabber aus dem Mundwinkel wischen. Guter Plan, finde ich. Jetzt muss ich noch rausfinden, wie ich mein Geld bis dahin noch am gewinnbringendsten vermehren kann 😉

S wie Stille
Stille gibt es hier niemals. Weder im Büro, noch zu Hause. Ich höre ständig irgendwas. Uhrenticken, Lüfterrauschen, Flüstern, Kauen, Schmatzen, Schniefen, Nasepfeifen, Handyvibration, Gemurmel, Gerede, Fingertrommeln, Stöhnen, Seufzen, Klicken, Mausrad scrollen, Tastaturenklappern. Das sind die Hauptgeräusche im Büro. Wenn ich in der Teeküche bin, rauschen da zwei Kühlschränke, der Wasserkocher und/oder die Spüma ist garantiert grad an und die Kaffeemaschine reinigt sich selbst. Außerdem ist man da niemals auch nur 10 Minuten am Stück alleine. Und niemand schafft es, einfach mal nichts zu sagen.
Selbst auf dem Klo höre ich die Kollegen wenn sie in der Teeküche johlen… Wenn ich dann zu Hause bin, höre ich Flugzeuge, die Bahn, die Straße. Wenn der Wind andersrum steht, die Autobahn. Die Musik der Nachbarn. Die Kinder der Nachbarn. Den Hund, der die Leute hinterm Zaun anbellt.
Fenster zumachen dämpft es nur, aber es ist trotzdem nie still. So wie in Schottland. Da war das einzige, das ich gehört habe, mein Tinnitus.

T wie Taschenrechner
Mein Schultaschenrechner gibt allmählich den Geist auf. Bzw. er hat schon zum Wirtschaftsfachwirt langsam seinen Geist aufgegeben. Damals hab ich exakt das gleiche Modell noch mal gekauft, damit ich durch die Prüfung komme. Dieser neuere ist aber kaputt und der alte gibt noch immer seinen Geist auf. Also hab ich mir einen neuen gekauft, voll super was der alles kann. zB Gleichungen mit zwei Unbekannten auflösen. Toll! Brauch ich vermutlich für die Prüfung nicht. Aber egal. Plus und Minus kann er auch 😉 Leider hab ich noch nicht herausgefunden, wie die Speicherfunktion an dem Ding funktioniert, denn die würde ich wirklich oft benutzen…

U wie urlaubsreif
In drei Wochen hab ich wieder Urlaub, und ich weiß, dass ich ihn brauche, ich merke es. Aber am liebsten würde ich ihn verschieben, weil der Namenlose keinen Urlaub hat, wir wieder nicht gemeinsam wegfahren und ich also nicht ausschlafen werde, weil er morgens aufsteht und arbeiten geht… Vielleicht fahr ich doch zu meiner Schwester. Obwohl das auch nicht erholsam ist… außerdem hab ich keine Lust auf den Stress in den das alles wieder ausartet!

V wie Verlust
Einen haben wir wohl aus unserem Lehrgang verloren. Er hat schon vor dem Sommer wochenlang gefehlt und kam auch nach den Sommerferien nicht zurück… Irgendwie hatte ich gehofft, dass wir alle durchziehen.

W wie Wunschkonzert
Wenns nach mir ginge, würden wir in den Herbstferien wegfahren. Oder in den Weihnachtsferien. Wenn ich den Rente-mit-50-Plan über Board werfe vielleicht auch in beiden Ferien 😉 Aber so läuft das nicht. Ich muss arbeiten. Am 1. und 2. Oktober. Und zwischen Weihnachten und Neujahr, an Silvester und am 2. und 3. Januar auch… Warum bloß hab ich mir den verkackten Abschlussjob aufzwängen lassen??

X wie X-AG
Wird oft als beispielhafte Firma benutzt. Wenn nicht X dann auch gern A.

Y wie Y-GmbH
Ist immer der Geschäftspartner der X-GmbH. Wenn nicht Y, dann gern auch B 😉

Z wie Zottelhund
Ich weiß jetzt, wieso der Hund so fett geworden ist, dass ihr das Halsband zu eng wurde: Ich hab letztes mal blöderweise Seniorfutter gekauft. Allerdings ist sie noch so agil, dass sie keine zusätzlichen Nährstoffe braucht 😉 Mal gucken, ob sie das wieder runter kriegt, oder jetzt so speckig bleibt 😀

Frei heraus

Tja, nun sitze ich hier und weiß nicht, was ich schreiben soll. Die Tage dachte ich, dass ich viel zu wenig blogge, viel zu wenig für mich festhalte. Also dachte ich, vielleicht könnte ich wenigstens ab und zu mal eine kleinere Zusammenfassung geben…
Also versuche ich es mal. Das ist wie kreatives Schreiben, eigentlich geht es nicht darum was man schreibt, sondern dass man erstmal schreibt. Um in eine Art Flow zu kommen. Dann ergibt sich schon das, was man erzählt.

Eigentlich gibt es nämlich bei mir nichts neues. Und nur Jammern will ich eigentlich auch nicht… :-/
Aber die Bürosituation ist langsam wirklich unerträglich für mich. In meinem Kopf spielen sich wilde Szenen ab, wie ich die Störenfriede zur Ruhe bringe… Ich ärgere mich immer wieder darüber, dass wir hier so faule Säcke rumsitzen haben und muss mir gleichzeitig an die eigene Nase fassen. Ich habe derzeit echt nur sehr sehr wenig zu tun. Was damit zusammenhängt, dass ich mein ursprüngliches Tätigkeitsgebiet tatsächlich losgelassen habe. Ab und zu gibt es Situationen, wo sich mir die Fußnägel bei den Gesprächen hochrollen, und wenn es ganz ganz gravierend ist, dann greife ich ein, aber ich lasse alle machen. Ich mische mich fast gar nicht ein, ich korrigiere nichts, ich helfe nicht aus der Patsche, solange ich nicht darum gebeten werde. Denn das ist nicht meine Aufgabe.
Meine Aufgabe beschränkt sich derzeit auf das, was Kollege Doppelname früher gemacht hat. Und genau wie er, sitze ich dabei viel sinnlos rum. Ich warte darauf, dass der Zeittotschläger endlich mal alles geschnallt hat und diese Aufgaben übernehmen kann, damit ich endlich Zeit habe, mich in wieder andere Sachen einzuarbeiten. Bisher geht das nicht, weil das zeitlich miteinander kollidiert. Mein Ziel wäre ohnehin das von Doppelname komplett abzutreten und das vom Schwäbischschwätzer zu übernehmen. Der geht nämlich auch bald in den Ruhestand und das was er macht, hat viel eher was mit Bilanzbuchhaltertätigkeiten zu tun.

Aber gerade hält sich die Motivation dafür dann doch eher in Grenzen, weil ich diese Geräuschkulisse hier absolut nicht mehr ertragen kann. Mein Chef ist jetzt in Urlaub, vielleicht gehe ich danach zu ihm und bitte ihn, mich woanders unterzubringen. Er hat Kontakte, er könnte das.

Aber hilft es mir? Das Gras ist immer auf der anderen Seite grüner. Und grad in meiner Firma gibt es nur noch und überall Großraumbüros. Und auch extern bei immer mehr anderen Firmen ist das so.
Eine aus meinem Lehrgang hat gestern erzählt, dass bei ihnen auch Wände herausgerissen werden und eine „offene Bürowelt“ geschaffen wird. Ich könnt schon kotzen, wenn ich dieses Wort nur höre.

Vielleicht müssen wir doch auswandern! 😉 Nach Schottland. Wir machen einfach eine Schafzucht auf und verkaufen Wolle und selbst gestricktes an Touristen 😉
Hach… aber im Ernst, dieser Drang auszubrechen, dieses Hamsterrad zu verlassen ist einfach gerade wieder sehr groß.

So… ansonsten… keine Ahnung…
Ich hab mir letzte Woche Wolle gekauft… Ist ja nicht so, dass ich keine mehr zu Hause hätte. Aber ich hatte einen Gutschein für Dawanda und die Seite ist ja nun dicht gemacht worden… Also musste irgendwas her, am Besten etwas nicht sinnloses… Aber da es nun auch wieder kalt wird, kann ich wieder anfangen zu stricken 🙂 Das entspannt mich auch ein bisschen. Man kann sich nicht nur mit Arbeit und Schule beschäftigen, der Kopf braucht auch mal was anderes.

Gestern im Unterricht hab ich in einer Prüfungsaufgabe richtig gut abgeschnitten, ich hätte 18 von 20 Punkten gehabt. Das hat mich doch ein bisschen stolz gemacht und gibt mir Hoffnung 😉 Nur die Steuerfächer sind irgendwie noch ein Buch mit 7 Siegeln für mich… Da muss ich mich noch ganz schön durchbeißen. Wenigstens ist die Dozentin in Umsatzsteuer wirklich gut, die fängt echt bei null mit uns an und baut es ganz systematisch auf. Das hätte ich mir für Körperschaftsteuer auch gewünscht. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert.

Sonstige Lehrgangs-News: einer kommt wohl nicht mehr, zwei sind schwanger.

Neulich hab ich übrigens versucht, mir Schuhe zu kaufen, weil ich meine schon ewig habe. Die hatte ich schon, als ich mit den Weibern im Urlaub war, und das war 2015! Jedenfalls sind sie langsam doch ein wenig abgewetzt und sehen nicht mehr ganz so frisch aus. Aber es gibt ja nix!
Also… die 90er sind wieder da. Es gibt Plateauschuhe. So Buffalo-mäßig. Es gibt weiße, spitze Stiefel, und ansonsten gibt es nur Schuhe, die aussehen, als wären es orthopädische Schuhe. Oder sie sehen aus, als wären sie aus dem Sofabezug von Ludwig XIV. persönlich! Also laufe ich noch ein bisschen in meinen alten Schuhen. Mir macht das nichts, sie sind bequem.

Tja… aber sonst gibts wirklich nichts neues.

Zurück im Trott

Das mit der senilen Bettflucht hat sich so schnell wieder erledigt, wie es gekommen ist… Die dritte Woche nach den Sommerferien ist um und ich bin müde wie vorher. Es schlaucht wirklich. Und jetzt war es noch nicht mal hart, weil wir am ersten Samstag schon um 12 Schluss gemacht haben, letzte Woche nur dienstags Unterricht hatten und diese und nächste Woche Samstag frei haben… Aber alles ist wieder beim alten: Ich komme morgens nicht aus dem Bett, weil ich gar nicht richtig wach werde. So kenne ich mich.

Trotz allem, trotzdem das anstrengend ist, und obwohl die Prüfung weder rum, noch überhaupt in greifbarer Nähe ist, träume ich schon davon, wie es weiter geht… Ich war nie im Ausland. Eigentlich möchte ich noch gern ins Ausland. Wieso also nicht im Ausland noch einen Master machen? hach…
Und weg will ich hier auch schon mal wieder.

Wir kriegen im Oktober einen neuen Studenten. Bin ja gespannt, ob das auch so ein hochintelligenter Kosmopolit ist ;D Chef hält ja jetzt schon wieder sehr hohe Stücke auf ihn… „Der studiert, der soll hier alles lernen was ihr macht und als Springer einsetzbar sein. Und wenn ihn das geistig nicht auslastet, dann schicken wir ihn noch ins Prozessmanagement.“
Aha.
Also: 1. Glaubt er ernsthaft, das Prozessmanagement wäre anspruchsvoller als das was wir machen?
2. Warum sollte ihn das geistig nicht auslasten? Nur weil er Student ist? Ist er damit automatisch gleich Einstein?
Und am wichtigsten: 3. Er könnte also zu intelligent für den lahmen Scheiß sein, den wir hier stupiderweise machen und uns fragt niemand, ob uns das auslastet? Sind wir offenbar dumm genug um das zu machen??

Ja… offenbar bin ich dumm genug, dass ich hier immer noch sitze.
Letzte Woche habe ich überstürzt meinen Lebenslauf auf eine Stellenanzeige von Robert Half geschickt. Das ist ein Personaldienstleister/-vermittler. Ist ja erstmal nix bei, solche Firmen wachsen wie Pilze aus dem Boden. Ich hab ja schon mal mit Page Personnel meine Erfahrungen gemacht (die ich nicht wiederholen muss…)
2 Tage später rief mich einer von denen an, er würde mich ja sehr gern kennen lernen, wann wir denn mal einen Kaffee trinken gehen… Termin war ausgemacht, er schickte mir dann noch eine Mail, mit Unterlagen, die er vorab wollte. Inzwischen war ich von Carrie vorgewarnt, dass das eigentlich nur Datensammler sind. (Carrie, wenn du nicht möchtest, dass das verlinkt ist, sag mir bitte bescheid ;))
Und tatsächlich: Sie wollten, dass ich ihnen vorab meinen Lebenslauf als Worddokument zur Verfügung stelle, wo ich mich frage, wozu die den als Word brauchen. Die haben den ja schon als PDF vorliegen. Vorab wollten sie dann auch noch eine Profilvorlage ausgefüllt haben, die eigentlich nur die Sachen aus meinen Lebenslauf aufgreift: Berufserfahrung von wann bis wann war ich wo und was hab ich da gemacht, welche Sprach- und EDV-Kenntnisse hab ich. Ebenfalls als Worddokument.
Zum Termin sollte ich dann ein Skillsheet mitbringen, auf dem angekreuzt ist, welche Fähigkeiten ich habe. Eigentlich auch noch mal das, was schon im Lebenslauf und in der Profilvorlage steht: Sprachkenntnisse, Fachbereiche Buchhaltung, Controlling, Steuern usw., Branchenerfahrung, Studium vorhanden, Führungserfahrung vorhanden, IT-Kenntnisse…
Im Registrierungsformular, das ich ebenfalls zum Termin mitbringen sollte, sollte ich natürlich sämtliche persönlichen Informationen eintragen und noch mal Sprachkenntnisse und Schulbildung/Ausbildung. Außerdem sollte ich darauf eine Aussage treffen, ob ein Straf- oder Ermittlungsverfahren wegen zB. Diebstahl oder Unterschlagung gegen mich anhängig ist.
Der Knaller, den sie aber von mir wollten, waren (Achtung Zitat!) „zwei persönliche Referenzen vorzubereiten (bitte nur Firma und Kontaktdaten der Personen benennen). Dies können (auch ehemalige) Vorgesetzte, Kollegen oder Mitarbeiter sein, die Zusammenarbeit sollte nicht länger als 5 Jahre zurückliegen.“ Natürlich würden sie diese nicht ohne Rücksprache mit mir kontaktieren…

Im Registrierungsformular steht dann noch was zum Datensammeln, warum sie was erheben. Lebenslauf, Gehaltsabrechnung, Kontaktperson für Notfälle (was bitte für Notfälle? Muss ich eine Stelle innerhalb von 2 Minuten zusagen??), Personalausweisnummer, Informationen über Gesundheit und/oder Strafregister (natürlich im gesetzlich zulässigen Rahmen). Diese Daten können aber auch auf einem Server in den USA übertragen werden.

Puh… also das fand ich alles schon irgendwie heftig und ich hatte kein gutes Bauchgefühl bei der Sache, vor allem, weil der mir am Telefon auch nichts, aber auch gar nichts über die Stelle gesagt hat, auf die ich meinen Lebenslauf geschickt hatte. Wahrscheinlich weil es diese Stelle gar nicht gibt! Sondern weil die nur ein Lockangebot ist, um an die Daten zu kommen. Schön naiv war ich da…
Ich hab den Termin dann abgesagt, als Grund hab ich vorgeschoben, dass meine spontane Bewerbung mir Bauchschmerzen bereitet, weil ich mich nicht auf die Weiterbildung und eine Einarbeitung gleichzeitig konzentrieren will. Er wollte mich erst überzeugen, trotzdem einen Termin zu machen, um zu besprechen, wann wir dann mit einer Vermittlung starten wollen und was ich mir so vorstelle, aber das konnte ich abwimmeln.

Also… das wirkte alles auf mich sehr… na ja irgedwie unseriös. Klar, ich hätte fragen können (und vielleicht sollen), wieso die meinen Lebenslauf als Word haben wollen, wieso die überhaupt alles doppelt und dreifach wollen, aber mich hat das echt so abgeschreckt, dass ich aus der Nummer nur raus wollte.
Na ja, war mal wieder eine Erfahrung… Eine, die ich auch nicht wiederholen muss!

Senile Bettflucht

Seit einer Woche werde ich morgens 5 Minuten vor dem Wecker wach. Und dann bin ich so gut wie wach. Nix mehr mit noch ne halbe Stunde umdrehen und snoozen. Nix mehr mit noch mal richtig tief und fest einschlafen.
Es könnte daran liegen, dass wir seit einer Woche mit offener Balkontür schlafen. Morgens nehmen dann doch die Geräusche zu, allerdings kommen die ersten Flugzeuge ja schon gegen 5. Und dann müsste ich eigentlich um 5 schon wach werden. Hell wird es ja auch schon eher…
Ich glaube es hängt eher mit einem entspannten Zustand zusammen. Ich bin nämlich abends auch nicht mehr so müde. Sonst bin ich immer um halb 10 auf der Couch eingeschlafen und jetzt bin ich um halb 11 immer noch fit und werde erst gegen halb 12 müde…

Sechs Wochen Sommerferien sind offenbar doch lang! Auch wenn ich fand, dass sie super schnell rum waren 😉 Viel zu schnell natürlich!

Heute geht der Unterricht also wieder los und bis Weihnachten sind alle Unterrichtstage voll, bis auf zwei oder drei Samstage… Klingt viel, sind aber nur 8 Wochen bis zu den Herbstferien. Und dann noch mal 9 Wochen bis zur Weihnachtspause, die auch wieder vier Wochen lang ist. (Eine Woche mehr als die regulären Weihnachtsferien)

Dann kommen 13 lange Wochen ohne irgendwelche Feiertage bis zu den Osterferien, das zieht sich bestimmt. Dann 9 Wochen bis zu den nächsten Sommerferien, gespickt mit Donnerstags-Feiertagen und vermutlich dann auch freien Samstagen, damit man die Chance auf ein langes Wochenende hat.
Laut Orga-Plan haben wir dann nach den Sommerferien noch eine Woche Unterricht und dann sind es 3 Wochen und 4 Tage bis zum ersten Prüfungsteil.

Wenn ich das so aufliste, kommt mir das unfassbar wenig vor und ich muss aufpassen, dass ich nicht in eine Unruhe verfalle und mir Gedanken machen, ob ich das schaffe, ob ich bis dahin alles kann… Es ist noch über ein Jahr Zeit! Noch genau 1 Jahr, 5 Wochen und 2 Tage. Also: Keine! Panik!! Ich möchte mir gerne meinen entspannten Zustand noch ein bisschen erhalten!

Geschafft! – 16.07.2018

Es ist Montag 7 Uhr, als der Wecker klingelt. Alles ist gepackt, die Klamotten sind schon rausgelegt. Schnell Zähne putzen, Kaffee und ab zum Flughafen!

Mein Flug ging um 11 Uhr und dieses mal war ich schon eingecheckt, denn mir war ein Fensterplatz zugewiesen worden. Yaaay! 😉 Und ich hatte noch Juan und musste nicht um 8 Uhr mit dem Transferbus losfahren. Yaaay! 😉 obwohl ich das zeitlich fast geschafft hätte. Ich war pünktlich um halb 8 beim Frühstück, hab mir noch ein Toast für später gemacht und war um 8 zurück auf dem Zimmer. Jetzt hatte ich irgendwie noch so viel Zeit… Die Fahrt zum Flughafen würde nur 20 Minuten dauern. Ich hab also noch mal alle Schränke kontrolliert, dass ich ja nix vergesse, ausgecheckt hatte ich schon vor dem Frühstück, weil da grad niemand an der Rezeption stand.
Tja, also bin ich losgefahren. Ob ich nun im Hotel blöd rumsitze oder am Flughafen ist auch egal. Das Auto zurück zu geben war noch ein bisschen abenteuerlich: Die hatten keine eigene Station dort, sondern einen Briefkasten, wo der Schlüssel rein sollte. Den musste ich erstmal suchen. Bloß gut war ich nicht unter Zeitdruck! Und bloß gut hatte ich schon getankt, das hätte ich sonst vergessen 😀

Am Flughafen ging es recht flott durch den baggage drop-off. Dann hab ich meine eine Wasserflasche noch leer getrunken und hab die zweite durch die Sicherheitskontrolle geschmuggelt 😉
Bei den ganzen Souvenirshops fiel mir dann auf, dass ich dem Namenlosen gar nichts mitgebracht hatte!! Also hab ich die Zeit genutzt und alles angeschaut. Aber das war alles nur richtiger Scheiß, also hab ich ein Gläschen rote und grüne Mojo-Soße gekauft.
Und dann gings zurück. Der Rückflug hat sich irgendwie gezogen, aber wenigstens konnte ich aus dem Fenster gucken und dann, endlich, konnte ich den Namenlosen wieder in meine Arme schließen!

Fazit: ich bin kein Alleinreisetyp. Ich möchte mich immer gleich mitteilen, wenn ich mich über irgendwas freue. Ich möchte mich unterhalten, ich möchte einfach alles direkt teilen! Ich glaube nicht, dass ich noch mal alleine wegfahre, aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung. Gut, schlecht? Gemischt.
Ich hab doch einiges über ich gelernt: Ich brauch nicht immer so schissig sein. Ich kann aufhören mir tausend Gedanken zu machen. Ich kann ruhig selbstbewusster davon ausgehen, dass ich Dinge schaffe. Ich muss einfach viel mehr Selbstvertrauen haben. Und ich darf mich nicht so im Selbstmitleid suhlen. Das hat mich eigentlich am meisten runter gezogen. Klar ist es schade, wenn man Erlebnisse nicht direkt teilen kann, und alleine zu essen ist echt kacke, aber so ist es. So hatte ich es mir ausgesucht.
Ich finde im Nachhinein, dass ich eigentlich zu wenig aus der Woche gemacht habe. Mit dem Namenlosen zusammen hätte ich mehr als doppelt so viel erlebt! Aber: Ich habe so viel daraus gemacht, wie ich konnte. Ich bin für meine Verhältnisse sehr über meinen Schatten gesprungen, sehr aus meiner Komfortzone herausgetreten und habe mich allen möglichen Ängsten gestellt. Ich empfinde ein bisschen Stolz, dass ich alles alleine gemeistert habe, auch wenn das jetzt wirklich pathetisch klingt und das natürlich keine Raketenforschung war, sondern bloß ein Urlaub. In einem europäischen Land. Mit lateinischer Schrift 😉
Ich möchte auf jeden Fall noch mal mit dem Namenlosen hin. Zum einen gibts da auch einige Lost Places, die ich mich natürlich nicht alleine getraut hab aufzusuchen. Aber wenn ich da zu dem verlassenen Staudamm laufe und knicke um, oder rutsche einen Abhang runter oder was weiß ich, dann ist da eben niemand, der Hilfe holen kann. Zum anderen möchte ich dem Namenlosen das Pub und die Tapas Bars zeigen 😉 Ach ja und auf den Vulkan will ich ja auch noch hoch! Und ich denke zu zweit wird der Urlaub dann richtig toll!

Entspannung – 15.07.2018

Mein Plan für Sonntag sah genau so viel vor:
Richtig. Nichts. Außer der Massage. Ich hab also auch wirklich nichts weiter gemacht, als auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. Ich hatte auch keine Lust an den Pool zu gehen. Es war sowieso kein Platz mehr im Schatten frei. Mittags bin ich noch mal ans Meer und hab noch mal bei schönem Wetter Fotos gemacht. Der Wind war nicht so viel besser geworden, perfekt für die Surfschule, die in der Nähe war. Außerdem ist mir aufgefallen, wie kurz die Schatten über die Mittagszeit sind 🙂
Zurück auf dem Balkon hab ich Besuch von Taubi bekommen. Hab mich voll erschrocken, als die da auf einmal auf dem Geländer lang lief und auf jedem Balkon geschaut hat, ob sie was zu fressen findet 😀
Als die Sonne rum kam, bin ich wieder rein und habe meinen Koffer schon mal gepackt. Das hatte ich echt noch nie! Niemals vorher war es so, dass ich wieder nach Hause wollte! Aber an diesem Sonntag war ich irgendwie doch froh, dass ich es fast geschafft hatte.
Am späten Nachmittag hab ich mich dann noch im Spa verwöhnen lassen. Das war echt richtig schön! Peeling und Massage… ich krieg jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke 😉
Abends war ich wieder im Pub. Wieder alleine. Wieder ohne bestellen zu müssen. Die Musik war wieder toll, ich hab nach dem großen noch einen kleinen Cider bestellt, den der Keller mir nicht abkassiert hat 😉

 

Boot auf dem Trockenen – 14.07.2018

Da war er nun dahin, der Plan, den ich mir gemacht hatte… Ursprünglich war der Plan, freitags auf den Teide zu fahren und samstags dann nach La Orotava. Nun war ich Freitag schon in La Orotava und wollte da heute nicht noch mal hingurken. Irgendwie war der ganze Samstag total vergammelt. Obwohl ich am Vortag festgestellt hatte, dass Autofahren üüüüberhaupt nicht schlimm ist, konnte ich mich nicht aufraffen, am Samstag noch mal loszufahren. Ich saß nach dem Frühstück auf dem Balkon, hab gelesen, Postkarten geschrieben und festgestellt, dass die Kalima so viel besser geworden ist, dass man sogar La Gomera sehen konnte!. Aber die ganze Zeit hab ich gedacht, dass ich meine Zeit besser nutzen müsste… Zu Fahren bereitete mir trotzdem ein Flattern im Magen. Was ist, wenn ich dann keinen Parkplatz finde… Wirklich dämlich.

Um 15 Uhr, als die Sonne voll auf meinen Balkon geknallt hat und ich nicht mehr draußen sitzen konnte, hab ich mich einfach zusammen gerissen, mich mit Juan im Partnerlook angezogen und bin noch mal losgefahren. Und als ich dann am Fahren war, war es auch wieder überhaupt nicht schlimm. Völlig selbstverständlich irgendwie. Ich bin noch mal nach Costa Adeje gefahren, da war ein Boot an der Straße. Daneben eine ganz winzige, alte Kirche. Den Cache, der da in der Nähe war (natürlich, sonst hätte ich das Boot wohl nie gefunden ;)), hab ich allerdings nicht gefunden.

Zufrieden mit mir, dass ich doch noch mal aus meiner Komfortzone rausgekommen bin, bin ich wieder zurück gefahren.
Auf dem Rückweg hab bin ich noch zu einer Tankstelle gefahren. Ich hatte Juan 3/4-voll bekommen und sollte ihn auch 3/4-voll zurück geben. Um mir also den Stress mit dem Tanken am Montag auf dem Weg zum Flughafen zu ersparen, wollte ich das gleich erledigen. Sehr clever von mir, fand ich 😉 Nicht so clever war allerdings, dass ich mir nicht hatte zeigen lassen, wo der Tankdeckel auf geht. Ich stand also vor der Zapfsäule (bloß gut auf der richtigen Seite!! :D) und hab auf der Fahrerseite nach einem Knopf gesucht, um den zu öffnen… hab keinen gefunden. Dann dachte ich, vielleicht geht der Deckel ja so auf und muss dann mit dem Schlüssel aufgeschlossen werden.
So war es auch. Die Klappe ging auf, nur war da kein Schlüssel, sondern direkt die Öffnung zum tanken, die allerdings irgendwie versperrt aussah. Also ich hab geguckt, wie ein Schwein ins Uhrwerk und hab auch nur gedacht, wie blöd, dass ich mir das nicht erklären lassen hab! Dabei hatten wir noch übers tanken gesprochen, weil ich noch 2x nachgefragt hatte, was ich tanken muss und wie das auf Spanisch heißt…
Ich hab dann einfach mal den Tankrüssel genommen und reingesteckt, diese Verschlussklappe ging dann auch zur Seite (ich hatte mit dem Finger gedrück, da hat die sich keinen Millimeter bewegt), aber tanken ging dann nicht. Hab gedrückt, aber da kam nix… Ich kam mir wirklich langsam vor, wie der erste Mensch. Wenigstens war niemand hinter mir, der sieht, wie blöd ich mich anstelle! 😉 Heute denke ich mir, wenn einer hinter mir gewesen wäre, hätte der mir helfen können. Auf einmal piepte dieser Tankrüssel 3x, dann fing die Zapfsäule an zu rauschen, als wär sie aktiviert worden und dann ging das auch mit dem Tanken.
Ganz seltsame Technik haben die da in Spanien! 😀

Zufrieden, dass ich auch dieser Hürde gemeister hatte, bin ich zum Hotel gefahren und hab einen noch viel besseren Parkplatz gefunden. Puh! Ich hatte irgendwie einen Lauf 😉 Das Essen abends war auch wieder sehr lecker, der Sonnenuntergang war richtig schön, nur fürs Pub hatte sich niemand gemeldet. Da bin ich halt alleine gegangen und kaum saß ich an der Bar, hatte ich meinen Cider vor mir. Der Kellner vom Vortag war da und wusste, was ich trinke 😉

Nuckelpinne – 13.07.2018

Der Tag der Tage! Autofahren im Ausland. Warum mich das vor so eine Herausforderung gestellt hat… ich weiß es nicht. Ich hab es mir halt einfach nicht zugetraut.
Ich bin zu der Tiefgarage gebracht worden, wo die Vermietung die Autos stehen hatte und bin da noch mal eingewiesen worden. Ich war sowas von aufgeregt, dass ich sehr froh war, dass die Mitarbeiterin eine Deutsche war! Ich kann gut Englisch, aber ich glaube ich hätte die Hälfte nicht verstanden.
Ich bin also mit dem Fiat Panda (ich hab ihn liebevoll Juan genannt) aus der Tiefgarage rausgefahren und wollte zum Pico del Teide und stand dann irgendwie mitten in Los Cristianos an einem vollen, zweispurigen Kreisel. Aber statt dass dieser Moment Panik in mir ausgelöst hätte, bin ich da einfach rein und rausgefahren, als hätte ich nie was anderes gemacht. Ich mein… es ist ja auch nicht anders als hier. Die Verkehrsregeln sind die gleichen, die Schilder sind ziemlich die gleichen… Es war einfach nur eine fremde, neue Situation, die mir (wie üblich) Angst gemacht hat.

Am Vortag hatte ich eine E-Mail bekommen, dass meine Seilbahnfahrt auf den Teide storniert wurde, weil die Wetterbedingungen zu schlecht waren. Es war zu windig, da fährt die Seilbahn nicht. Ich bin trotzdem hingefahren, weil ich dachte, vielleicht entscheiden sie sich spontan anders…
Der Teide war ausgeschildert und es gibt ja im Grunde auch nur fünf Straßen auf Teneriffa 😉 deshalb bin ich ohne Navi gefahren, weil ich mir meinen Akku für eine Rücknavigation aufsparen wollte. Ich hatte nämlich kein Kfz-Kabel dabei und Fotos wollte ich ja auch noch machen… Das war auch wirklich kein Problem, denn als ich erstmal auf der Straße zum Vulkan war, gabs keine Möglichkeit mehr sich zu verfahren.

Natürlich war die Seilbahn trotzdem geschlossen. Das war echt schade. Laut Vorhersage auf der Homepage sollte am Sonntag wieder geöffnet sein, aber alle Zeitslots, für die man Karten vorab kaufen konnten, waren bis 16 Uhr ausgebucht… Das ging natürlich nicht, weil ich am Sonntag um 16 Uhr meine Massage hatte.
Sehr schade. Also bin ich da „nur“ im Nationalpark ein bisschen rumspaziert, hab einen Cache gefunden und bin dann weiter Richtung Norden. Ich wollte nach La Orotava, weil das wohl ein hübsches Städtchen wär und da gabs auch einen Sightseeing-Cache.
Ich war inzwischen auf der Nordseite des Berges/der Insel angekommen. Dort hingen die Wolken fest und plötzlich war durch die Feuchtigkeit dort auch alles grün bewachsen. Ich musste durch die Wolkendecke fahren und kam mir kurz vor wie in Schottland, als wir durch die Wolke über den Gebirgspass gefahren sind 😉

Auch nach La Orotava konnte man sich nicht verfahren, denn vom Teide aus führte genau eine Straße dorthin. Im Ort wollte ich dann irgendwo parken, ich bin da also durch die Straßen gefahren, war dann mitten in der Altstadt mit ihren schmalen Gässchen und wirklich hübschen Häusern, aber es gab nirgends einen Parkplatz und die Straßen waren teilweise so schmal, dass genau ein Auto durchgepasst hat. Also auch nix mit anhalten und googlen, wo man parken kann, weil dann niemand hinter mir mehr durch kommt. Irgendwann war ich am Ortsausgang und dachte, ich fahr einfach zum nächsten Kreisel und dreh da um und guck noch mal. Aber wie es dann so ist: es kam kein Kreisel. Erst ewig später, da waren auch freie Parkplätze, also hab ich mich kurz da hingestellt um zu gucken, wo ich überhaupt bin und wie weit es jetzt zu dem Cache ist. Ich hätte ja vielleicht laufen können.
Inzwischen war es 14 Uhr, bis zum Cache waren es zwei, drei Kilometer und ich hatte irgendwie keinen Bock mehr. Ich war in San Antonio, was scheinbar ein Ortsteil von La Orotava ist, aber etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt. Ich bin da etwas rumgelaufen, hab direkt um die Ecke von dem Parkplatz eine Tapas Bar gefunden und erstmal was gegessen. Die Kellner konnten so gut wie kein Englisch, ich ja kein Spanisch, aber irgendwie haben wir es trotzdem hingekriegt, dass ich Essen auf dem Tisch hatte 😉 Und die rote Mojo-Soße war unfassbar lecker!

Als ich dann um 3 fertig war mit essen, hatte ich die Wahl, noch mal nach Orotava oder nach Hause? Laut Google Maps brauchte ich noch 1,5h zurück zum Hotel. Auf der Nordseite der Insel war es zwar kühler aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Ich war klitschenass, kaputt und hatte eigentlich keine Lust mehr, also bin ich zurück gefahren. Den weiteren, aber sicher komfortableren Weg um die Nordspitze rum und über die einzige Autobahn zurück an die Südecke von Teneriffa. Da hab ich dann doch das Navi angemacht und hab tatsächlich 1,5h gebraucht. Die Autobahn war sogar teilweise 4-spurig, da hab ich mich doch gleich gefühlt wie zu Hause 😀 Mit einem Parkplatz hatte ich dann auch Glück (das war nämlich meine andere Sorge!)

Der Tag war der einzige, an dem es abends mal nicht geschmeckt hat, und das wo das der kanarische Abend war! 😉 Abends hab ich mich noch mal mit dem Paar vorm Vorabend im Pub getroffen, aber dieses mal gings nicht so lange.

Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag nichts sinnvolles gemacht habe. Ich bin eigentlich ziemlich sinnlos einmal quer über die Insel gefahren, hab so zwar viel gesehen, aber ich hatte halt nichts von dem gemacht, was eigentlich der Plan war… trotzdem war das ein ziemlich guter Tag, weil ich mal ganz deutlich festgestellt hab, dass ich mir nicht immer so einen Kopf machen muss. Dass ich mir ruhig viel mehr zutrauen kann. Irgendwie, dass ich doch alles schaffen kann, was ich will.

 

Laufen laufen laufen – 12.07.2018

Am Donnerstag war die andere Richtung von der Strandpromenade dran. Auch da war ein Multi-Cache, der mich mehrere Stationen führen sollte. Als ich los wollte, hab ich mir spontan überlegt, das Rad für den Tag stehen zu lassen. Das war mir ein wenig nervig am Vortag, es die ganze Zeit zu schieben. Und grad bei einem Multi-Cache, wo man sich an jeder Station Notizen machen muss… nee… da lauf ich lieber. Eigentlich lauf ich sowieso lieber, als dass ich das Rad nehme.
Ich bin also losgelaufen und hab mich schon nach ein paar Metern gefreut, zu Fuß zu sein, weil man einfach auch viel besser aufs Meer gucken konnte. Ganz dicht am Hotel war ein Kieselstrand und ich fands einfach total beruhigend, wie die Wellen gerauscht haben. Und ich war auch ein bisschen fasziniert davon, wie sehr das Meer doch den Untergrund bewegt 😉 Ich hab auch noch an anderen Stellen Videos gemacht, weil ich so das Gefühl hatte, dem Namenlosen besser zeigen zu können, was ich sehe. Also eigentlich ist es total unspektakulär, aber ich hätte da echt sitzen bleiben und zuhören können 😉

Ich bin dann zur ersten Station von meinem Cache gekommen und gescheitert, weil ich die benötigte Information da nicht gefunden habe. Na gut, dann mach ich den nicht. Egal.
Ich bin trotzdem weiter gelaufen und es war ganz schön windig und das Meer hat ganz schön gegen das Ufer gepeitscht.
In Puerto Colon, wo die Katamarantour losging, bin ich auch auf der Mole bis zum Leuchtturm gelaufen. Der war genauso unspektakulär, wie der in Los Cristianos, nur war der grün 😉 Irgendwo da war auch ein Cache, allerdings konnte ich den alleine nicht bergen, weil er scheinbar in 2m Höhe in einem Rohr gesteckt hat. Es kam auch niemand, der nach Cacher aussah, den ich hätte fragen können 😉

Weiter gings, immer schön in der Sonne… aber ich hatte mich ja ordentlich mit meiner 50+ Sonnencreme eingeschmiert 😉 Ziel des Tages war ein Aussichtspunkt in Costa Adeje, wo das Meer wie eine Fontäne durch ein Loch im Felsvorsprung spritzt. Bloß gut, dass es heute so windig war! 🙂 Das war echt schön da. Ich hab da bestimmt ne halbe Stunde gestanden und zugeguckt, wie das Wasser da immer wieder hochschießt.
Aber auch da hab ich mich ein wenig verloren gefühlt. Ich hab mich gefreut wie ein Keks, wenn das Wasser da raus geschossen kam, und ich hätte so gern jemanden (am liebsten den Namenlosen) neben mir gehabt, den ich ständig hätte anstoßen können und dem ich immer hätte sagen können „Uuuiii guck mal guck mal!!“
Dank Internet konnte ich dem Namenlosen zwar direkt eine Whatsapp schicken, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Und außerdem musste er ja auch arbeiten und ich wollte ihn nicht ständig stören.

Langsam bekam ich Hunger, mein Tagesziel hatte ich erreicht, also ging ich wieder zurück und wollte mir etwas zu essen suchen. An der Strandpromenade lag natürlich ein Restaurant am anderen, aber sowas wollte ich nicht. Ich bin vom Strand weggelaufen, ortseinwärts, weil ich dachte, hier muss es irgendwo sowas geben, wie in Lanzarote. Das war nämlich wie in Playa Blanca, wo wir dann in einer Bar an einem Taxistand hervorragend gegessen haben. Nur befindet sich Costa Adeje genau im touristischen Zentrum von Teneriffa. Da war ein Hotel am anderen. Ein Souvenirshop nebem dem nächsten. Ich lief und lief, immer bergauf und fand nichts zu essen. Nur Tücher, Magneten, Hotels.
Dann kam ich an eine größere Straße, vorbei an einem Einkaufszentrum und dann sah ich plötzlich Sonnenschirme, billige Plastikstühle und -tische, ein Kabuff ohne Fenster, mit Theke und da saßen ganz viele Leute. Normale Leute. Bauarbeiter, Security-Uniformierte, Spanier. Genau sowas hab ich gesucht! Ich hab erstmal gar keinen freien Tisch gesehen und bin etwas schüchtern da auf die Terasse. Ich hätt lieber am Rand gesessen, aber es war nur ein Tisch mittendrin in dem Trubel frei.
Etwas schüchtern hab ich dann ein Wasser bestellt und nach Tapas gefragt, weil auf der Karte auch nur Burger und sowas standen, aber auch ein Hinweis auf Tapas. Da haben sie vermutlich jeden Tag ein paar andere. Die waren in der Theke, ich bin also gucken gegangen und hab mir Hackfleischbällchen und ein Stück Kartoffelomelett bestellt. Und weil ich von den vorherigen Urlauben wusste, dass kleine Portionen vollkommen ausreichend sind, hab ich mir also auch nur kleine Portionen bestellt. Trotzdem war das Stück Kartoffelomelette echt viel und die Bedienung meinte eigentlich, dass eine kleine Portion Hackfleischbällchen nur 4 Stück wären und das hätte auch völlig ausgereicht. Aber vielleicht sah ich halb verhungert aus 😉

Es hat wirklich gut geschmeckt, ich war pappensatt hinterher und hätte auch diesen Moment gern mit dem Namenlosen geteilt. Hätte ihn gern gegenüber gehabt. Hätte mich gern mit ihm zusammen darüber gefreut, dass wir das hier gefunden hatten und nicht ne Tapasplatte für 25 Euro an der Strandpromenade gegessen haben… Ich war auch hier wieder ein bisschen stolz auf mich, dass ich weiter gesucht hab, dass ich mich da alleine reingesetzt hab… irgendwie komm ich mir grad blöd vor, das so zu sagen, auf so eine Kleinigkeit stolz zu sein, aber noch vor ein paar Jahren, hätte ich mich da niemals alleine reingetraut. Keine Ahnung wieso…
Nach dem essen hab ich mir noch einen Condensado, einen Kaffee mit süßer Kondensmilch bestellt und habe insgesamt nur 6,50 bezahlt! Unfassbar wie günstig das war!

Dann hab ich mich auf den Rückweg gemacht, habe mein obligatorisches Füße-im-Wasser-Urlaubsbild gemacht und trotz hohem Wellengang, der eine Strandbar komplett überflutet hat, ist meine Hose dabei dieses Mal trocken geblieben 😀 Zufälligerweise hatte ich die gleiche Hose an, wie auf Lanzarote 😉

Dieser Tag hat mir irgendwie trotz alleinsein-Gefühl einen ganz schönen Selbstbewusstseinsschub gegeben. Ich hab mich zum Abendessen richtig hübsch zurecht gemacht, und das macht echt was fürs Befinden aus… Dann hab ich in dieser App geschrieben, dass ich ab halb 10 im Pub bin und dass ich nichts gegen Gesellschaft habe und bin dann alleine dorthin gegangen. Hab ein Cider bestellt, hab der Live-Musik zugehört, die wirklich gut war und hatte einen schönen Abend. Ich hab immer mal wieder in die App reingeschaut und dann hatte sich tatsächlich noch ein Paar gemeldet, die auch tatsächlich gekommen sind und wir haben bis halb 2 da gesessen und gequatscht, da haben die uns von der Bar schon fast rausgeschmissen!

Fahrrad schieben – 11.07.2018

Am Mittwoch hab ich mich einfach gar nicht stressen lassen. Ich wollte ausschlafen, aber um halb 8 war ich wach. Wenigstens wär das in Deutschland schon halb 9 gewesen, also ist es doch irgendwie wie ausschlafen gewesen. Dann hab ich gefrühstückt und bin zum Fahrradverleih gelaufen. Für die nächsten zwei Tage wollte ich mir ein Rad mieten und einmal links und einmal rechts an der Strandpromenade lang fahren.
In der Vermietung hat eine Deutsche gearbeitet, mit der ich mich auch ein bisschen unterhalten habe. Auch übers Autofahren auf der Insel, worüber ich mir irgendwie am meisten Gedanken gemacht hab… Sie hat mir ein bisschen die Angst genommen, aber entschieden, ob ich noch ein Auto miete, hatte ich mich noch nicht.
Erstmal zwei Tage Fahrrad. Schlechte Idee! Die Strandpromenade war total voll und ich wollte die Leute nicht ständig zur Seite klingeln. Offiziell ist radfahren an der Strandpromenade auch verboten, aber es kümmert wohl niemanden. Da ich aber nach Schottland ein gebranntes Kind bin, habe ich es auch nicht einfach angeschlossen irgendwo stehen lassen, sondern die ganze Zeit geschoben.

Ich bin nach Los Cristianos gefahlaufen und habe da einen Stadtrundgangs-Cache gemacht. Das war ganz nett. An dem Tag war es sehr warm und meine lange Hose (weil ich mich ja nicht eincremen wollte) klebte wie Hölle an mir… Mein Rücken war vom Rucksack auch ganz schnell durchgeschwitzt, aber was solls… Stinke ich halt 😉

Ich bin also durch die kleinen Gässchen geschläppelt, war irgendwann etwas mehr am Ortsrand, wo man auch wieder hätte fahren können, wenns nicht so bergig gewesen wäre! Bevor ich zum Cache-Finale gefahren bin, hab ich mich in ein kleines Cafe gesetzt und sehr souverän einen cafe con leche bestellt.
Dass ich beim Kaffeeschlürfen nicht mit jemandem reden konnte… tja… das war dann so. Diese Tatsache verursachte wieder ein Gefühl von verloren sein in mir. Aber gleichzeitig dachte ich mir, dass ich ein kleines bisschen stolz sein kann, dass ich mich nicht im Hotelzimmer verkrochen hab, sondern dass ich mir trotzdem einen erlebnisreichen Tag bereite.
Danach hab ich den Cache gehoben und bin dann bis zum Leuchtturm auf der Hafenmole spaziert. Der war jetzt keine besondere Schönheit, aber irgendwie ein Ziel. Auf dem Rückweg zum Fahrrad hab ich dann bemerkt, dass auf den Steinen an der Mole überall Krebse sitzen und sich sonnen. Ich weiß nicht, ob man das auf dem einen Bild erkennen kann. Der schwarzer Fleck auf dem Stein 😉

Das Wetter am Mittwoch war besser als am Vortag, es war viel sonniger, das Wasser sah richtig türkis aus und irgendwie wirkte alles gleich viel freundlicher und auch stimmungsaufhellender.

Auf dem Rückweg in mein Hotel bekam ich Hunger. Ich googlete nach Restaurants in der Umgebung und Google schlägt ja zB auch vor „wo Einheimische hingehen“. Ja, ich wollte gern so eine kleine unscheinbare Einheimischen-Tapas-Bar, wie der Namenlose und ich das immer machen. Also hab ich mir von den Google-Vorschlägen eins rausgesucht. Ich hätte mich gar nicht erst hinsetzen sollen… das war mir von außen schon klar, dass das nicht das war, was ich gesucht hatte, aber ich hatte so Hunger, dass ich keine Lust hatte, mehr weiter zu suchen. Ich hab dann ein Omelette mit Käse bestellt, das unfassbar fettig war… Dazu gab es Pommes (komische Mischung…), aber die waren alles andere als fettig, eher zu trocken, also hab ich mich eher darauf beschränkt.
Alleine essen ist scheiße. Noch dazu wenn man eigentlich was ganz anderes wollte. Ich saß da also, der Appetit war mir etwas vergangen, ich musste schon wieder meine Tränen zurück halten und bin dann zurück ins Hotel gefahren.

Zurück im Hotel hab ich dann gedacht, dass ich die Woche jetzt so durchziehe, wie geplant. So schlimm wie im ersten Moment war das Zimmer überhaupt nicht! Ich weiß nicht, was ich da im ersten Moment erwartet hatte… Tisch, Stuhl, Fernseher, Bett, Schrank. Alles da. Das Bett war bequem, der Balkon mit direktem Meerblick war schön. So laut wie am Anreisetag war es am Pool dann nicht mehr…
Ich bin dann runter zu der Autovermietung, hab gefragt, was ein Auto von Freitag bis Montag kostet, hab gebucht, hab mir dann ein Seilbahnticket für den Pico del Teide, den Vulkan, online gekauft und für Sonntag eine Massage im Spa gebucht. Man gönnt sich ja sonst nix 😉 Damit war auch klar, dass ich nicht früher als geplant abreisen kann.
Zum Abendessen hab ich dann auch wieder ein paar leckere Sachen gefunden. Das muss man echt sagen. Nur an einem Tag hats mir nicht so geschmeckt, da hab ich mir dann Nudeln vom „Notfall-Buffett“ geholt, aber sonst war es immer wirklich gut. Der Sonnenuntergang an dem Abend hat gezeigt, dass die Kalima doch noch stärker war, als tagsüber angenommen.

Für den Abend hatte ich noch mal versucht mich über diese App zu verabreden. Das Paar vom Vorabend wollte sich eigentlich mit mir treffen, aber dann kam erst gegen 10 eine Info, dass sie schon die ganze Zeit in der Nähe sind und nur auf einen Treffpunkt warten… also das war mir dann auch zu blöd. Die hätten doch mal eher was sagen können!
Ich hab mich dann auch über mich geärgert, dass ich mich so abhängig von anderen gemacht hab und nicht einfach allein was trinken gegangen bin… Aber egal, das war auch der Tag, als England im Halbfinale rausgeflogen ist… betrunkenen Fußballfans wollte ich nicht unbedingt allein begegnen.

Touritour – 10.07.2018

Heute stand also die Katamarantour an, auf die ich mich eigentlich auch gefreut hatte. Wale und Delfine gucken, auf dem Meer umschippern… ich sollte um 8:15 abgeholt werden, ab 7:30 gabs Frühstück. Ich hatte alles vorbereitet, Tasche gepackt, Wasser, Sonnencreme, Klamotten rausgesucht. Könnte frisch sein auf dem Meer, außerdem will ich ja nicht verbrennen. Ich hab also eine lange Hose und einen 3/4-ärmeligen Pulli angezogen. Alles was rausgeguckt hat, habe ich eingecremt, auch wenn ich das total ekelhaft fand!

Typisch deutsch war ich um 8:05 am vereinbarten Abholpunkt und habe gewartet. Und ich war nicht die einzige. Das schien eine beliebte Abholstelle zu sein.
Es wurde 8:15. Es wurde 8:20. Mein Bus kam nicht. 8:25. Es kamen tausende Busse, die die Leute zum Loro Park und zur Siam-Mall und weiß ich nicht alles abgeholt haben. Aber mein Bus kam nicht. 8:30. Ich hatte eine Telefonnummer von dem, der mir den Abholtreff- und -zeitpunkt mitgeteilt hat. Ich hab also versucht den anzurufen. Ging keiner dran… oh man… hatte ich meinen Bus jetzt verpasst? Bei den vielen Bussen die da inzwischen Touristen eingesammelt hatten… Inzwischen hatte ich sogar überlegt, mir ein Taxi zu nehmen. 8:40 Ich hatte immer noch niemanden unter der Telefonnummer erreicht, da hab ich ein paar andere Deutsche irgendwas von Royal Dolphin sagen hören. So hieß mein Katamaran. Ich hab die also angesprochen und die meinten dann, es wären ja noch 5 Minuten bis zum Treffpunkt. WAS? Ja, 8:45 hätte die Tui-Tante, über die sie gebucht hatten, zu ihnen gesagt. Toll… danke für nichts! Ich hätte mir denken können, dass der Veranstalter, bei dem ich nämlich direkt gebucht hatte, da einen zu-spät-komm-Puffer eingebaut hatte!
Na ja, zumindest kam dann der Bus und hat uns alle da hin gekarrt.

Beim Einsteigen waren da Fotografen, die jeden fotografieren wollten. Da hatte ich ja mal gar keinen Bock drauf! Das Paar vor mir auch nicht,sie wurden aber ziemlich unfreundlich darauf hin gewiesen, dass die Leute da bloß ihren Job machen. Ich konnte mich vor dem Foto drücken 😉
Dann gings los, entlang der Küste. Es hat ganz schön geschaukelt und es war aufgrund von Kalima recht diesig, sodass man nicht so viel gesehen hat.
Kalima, wie ich später gegooglet habe, ist ein Wetterphänomen auf den Kanaren. Von der Sahara weht Sand/Staub rüber und alles ist diesig und nebelig. Wie Smog. Das hat man besonders deutlich abends gesehen, wenn die Sonne untergegangen ist. Es hatte auch einen Vorteil: Die Sonne hat nicht so erbarmungslos geknallt, sodass die Sonnenbrandgefahr nicht so hoch war.

Die Reiseleiterin hat auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Holländisch erzählt, was wir sehen: Ein 5-Sterne-Hotel, noch ein 5-Sterne-Hotel, dahinten ist noch ein 5-Sterne-Hotel, und ein Hard Rock Hotel, ach ja und wenn man um die Landzunge rumkommt, ist da noch ein 5-Sterne-Hotel… Ich kam mir vor wie auf einer Verkaufsveranstaltung.
Dann haben wir den ersten Stopp gemacht, wo wir ein paar Delfine gesehen haben. Leider waren die irgendwie noch müde oder träge oder so, die sind immer nur kurz aufgetaucht und haben Luft geholt. Also nix mit rumspringen oder so, wie man sich das vorher ausmalt… und wie es einem auch durch diverse Fotos suggeriert wird. Nach nur 10 Minuten gings auch schon weiter. Viel zu kurz, finde ich!

Dann sind wir weiter gefahren zu den Felsen von Los Gigantes, was halt bis zu 450m hohe Steilklippen sind. Na ja… ja, ist hoch, aber irgendwie auch unspektakulär. Dort haben wir eine dreiviertel Stunde Pause gemacht, zum baden und essen. Mir war inzwischen ganz schön schlecht, weil es so geschaukelt hat auf dem Boot, aber ich hab trotzdem was gegessen, weil ich zum Frühstück schon nicht viel reinbekommen hatte. Und das Essen war wenigstens nicht schlecht! Ins Wasser bin ich nicht gegangen, da waren mir zu viele kleine Fische 😉
Danach gings dann weiter zu einer Stelle, an der man Wale beobachten konnte. Aber wie bei den Delfinen, sind die nur super kurz aufgetaucht um Luft zu holen. Von oben hat man eigentlich nix weiter gesehen. Und auch hier haben wir nur kurze 10 Minuten gehalten.

Danach gings zurück zum Ausgangshafen, was aber auch noch mal fast ne Stunde gedauert hat. Mir war inzwischen echt richtig schlecht und ich hab unter Deck soweit es ging mittig gesessen, damit ich das schaukeln nicht so stark merke und hab Cola getrunken, um meinen Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Unterwegs kamen noch die Fotografen an Board und haben den Leuten ihre Fotos vertitscht. Und echt, jeder hat die gekauft!
Mit dem Bus gings dann zurück zum Hotel. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und bin dann noch ein bisschen durch die Gegend gelaufen, wo die ganzen Restaurants und Kneipen sind. Im Hellen hab ich gesehen, dass da auch eine Europcar-Station war und ich hab mal gefragt, was ein Auto kostet. Aber ich konnte mich nicht entschließen, ein Auto zu mieten. Ich hatte doch zu viel Schiss dort zu fahren und es war jetzt auch nicht gerade günstig…
Zurück im Hotel hab ich dann ein bisschen gedöst und noch mal nach Flügen gegooglet. Es gab auf jeden Fall noch freie Plätze, aber ganz so schnell wollte ich nicht aufgeben. Also hab ich mir einen Plan für die nächsten drei Tage gemacht und mir vorgenommen, dass ich erstmal weiter schaue und vielleicht dann am Samstag oder Sonntag statt Montag schon zurück fliege.

Über eine App hatte ich mich für diesen Abend mit ein paar Leuten im Pub verabredet. Ich wollte da nicht wieder alleine hin, aber ich wollte auch nicht auf dem Zimmer hocken und in Grübeleien und Heulerei versinken.
Einer kam auch tatsächlich zum Treffen, das hatte mich wirklich gefreut und wir saßen da doch recht lange, haben uns wirklich nett unterhalten. Er war Schweizer und auch allein im Urlaub. Das andere Paar aus der App kam nicht mehr, aber das war dann nicht schlimm, ich war in guter Gesellschaft und hab für einen Moment auch mein Selbstmitleid vergessen! 😉

Was machst du da eigentlich? – 09.07.2018

Es ist Montag 4:30, als der Wecker klingelt. Alles ist gepackt, die Klamotten sind schon rausgelegt. Schnell Zähne putzen, Kaffee und ab zum Flughafen. Ich bin noch nicht eingecheckt, weil ich die Hoffnung auf einen Fensterplatz noch nicht aufgegeben habe… Als ich online einchecken wollte, hatte ich gesehen, dass mir ein Gangplatz vor den Klos zugewiesen wurde…

Der Abschied am Flughafen fällt mir schwer, mir kommen die Tränen. Was mache ich da eigentlich? Alleine in den Urlaub fliegen, bist du eigentlich total bescheuert? Das wird wie damals im Ferienlager, als du keine Freunde gefunden hast und die ganze Zeit Heimweh hattest…
Beim Check-in heißt es auf meine Frage, ob ich am Fenster sitzen kann „Nee, is voll.“ Na super. Ich sitze also, wie geplant auf 38D und hoffe, dass die Klos nicht stinken.

Am Gate sehe ich, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Na toll… dann hätten wir auch später losfahren können… Es ist noch nicht mal jemand wach, mit dem ich whatsappen kann… alleine da zu warten ist komisch. Irgendwie fühle ich mich, als hätte ich ein Leuchtsignal auf dem Kopf „Achtung Alleinreisende! Sie hat niemanden, der mit ihr in den Urlaub fährt!“ Was ja so nicht stimmt, nur konnte eben jetzt zu dem Zeitpunkt leider niemand.

Im Flieger sitzt ein Paar neben mir. Er, riesig, am Fenster… ich traue mich nicht zu fragen, ob wir tauschen. Und dann guckt der nicht mal raus, als wir starten! Man!
Als die Anschnallzeichen erlöschen, bildet sich schlagartig eine Schlange zum Klo. Alle Leute stehen neben mir und halten sich an meinem Sitz fest, der also die ganze Zeit ruckelt. Der Typ vor mir klappt seinen Sitz auch noch zurück, sodass ich gefühlt 20cm Luft habe. Dafür ramme ich ihm immer wieder und unerbittlich meine Knie in den Rücken.
Lesen funktioniert nicht richtig, ich werde laufend müde dabei. Schlafen geht aber nicht, weil laufend mein Sitz ruckelt. Ich kriege Durst und kaufe mir für 2,50 ein Wasser, das für den Wucherpreis hoffentlich wirklich mit Gold versetzt ist!

Als ich meinen Transferbus suche, ärgere ich mich das erste mal, dass ich kein Auto gemietet habe, ich doofer Schisser! Als ich im Transferbus sitze und ewig rumgurken muss, weil er x Hotels anfährt, ärgere ich mich das nächste mal, dass ich kein Auto gemietet hab, ich olle Schisserkuh! Als wir an meinem Hotel ankommen, sind sämtliche Parkplätze, die ich sehen kann, belegt und ich denke mir, wie gut es ist, dass ich kein Auto gemietet habe!
Auf dem Zimmer beschallt mich lautstark Musik vom Pool. Ich fange an zu heulen und frage mich, was ich hier mache! Ich bin müde, das Zimmer ist winzig und karg, am Pool ist Party und die Fenster halten überhaupt keinen Schall ab! Es ist gerade alles irgendwie ein bisschen viel. Zu viele Eindrücke, zu viel neues und das allein. Ich will schlafen, aber das kann ich ja wohl mal knicken. Meine Balkontür schließt nicht und die Nachbarbalkons sind nur durch Blumenkübel abgetrennt, sodass man rüber klettern kann. Bei offener Tür schlafen und das Meeresrauschen hören kann ich also auch knicken. Ich schmeiße mich aufs Bett und suhle mich kurz im Selbstmitleid. Heule, vermisse den Namenlosen und will eigentlich sofort wieder nach Hause. Ich google nach Rückflügen und sogar nach einem anderen Hotel! Was kostet die Welt? Mir egal!

Irgendwann reiße ich mich zusammen. Ich ziehe mich um und gehe zum Supermarkt um die Ecke, um Wasser zu kaufen. Und Kaugummis. Dann suche ich den Fahrradverleih auf, aber der hat noch zu. Dann sage ich an der Rezeption bescheid, dass meine Balkontür nicht richtig schließt. Sofort kommt jemand und repariert es. Ok, wenigstens kommt jetzt keiner von außen rein. Wer auch immer da reinkommen sollte. Aber wenn es jemand vor hätte…

Ich fange schon wieder an zu heulen, reiße mich aber schnell zusammen und gehe noch mal ein bisschen raus. Ein paar Meter an der Strandpromenade lang. Meer gucken. Vielleicht die Füße ins Wasser halten. Vor meinem Hotel sind allerdings nur steinige Strände. Ich tappe über einen drüber und versuche das Rauschen zu genießen. Ich mache zwei, drei Selfies, aber ein Lächeln will mir einfach nicht gelingen. Stattdessen muss ich schon wieder heulen und komme mir langsam echt bescheuert vor. Nicht, weil ich als erwachsene Frau da in der Öffentlichkeit rumflenne, sondern weil ich irgendwie glauben konnte, dass alleine Urlaub machen super wär.
Ok, für Dienstag habe ich eine Katamarantour gebucht, die ich jetzt nicht mehr stornieren kann. Die mach ich noch und dann kann ich immer noch nach Hause fahren.

Beim Abendessen ist das Hotelpersonal mehr als nur überrascht, als ich einen Tisch für eine Person anfordere. Wie blöd, dass sie das zweite Gedeck abräumen, so wird es erst recht für jeden ersichtlich, dass ich alleine bin. Auch beim Essen kommen mir laufend die Tränen und wieder habe ich das Gefühl, dass ich die Warnleuchte auf dem Kopf hab und jeder denkt „Oh nein die Aaaarme, die ist alleine hier!“ Vermutlich fällt es aber niemandem auf.
Nach dem Essen hadere ich noch eine Weile mit mir, ob ich ins Pub um die Ecke gehe, oder nicht. Da es mir aber reicht, dass ich mich selbst als Schisser bezeichne, und nicht vom Namenlose so bezeichnet werden will, gehe ich schließlich, trinke einen Cider, der mich an all unsere Urlaube erinnert und schicke ihm, nicht ohne ein bisschen Stolz, ein Foto vom Glas. Ich finde, ich habe genug Mut bewiesen für heute, trinke zügig aus und gehe zurück ins Hotel, wo leider noch die Show läuft, die mich erstmal vom Einschlafen abhält.