Freitags-Füller 39/2020

Freitag, 25. September 2020
Tag 112 im Home Office

1. Ich bin stolz, dass ich nach 6 Monaten Home Office immer noch einen geregelten Alltag habe. Ich bin jeden Morgen pünktlich am Rechner und habe trotz all der optischen Gammelei, die inzwischen eingezogen ist, meine Arbeit im Griff. Sicherlich trägt einiges dazu bei, dass der Namenlose einen ganz normalen Alltag hat und jeden Tag ganz regulär zur Arbeit geht. Aber ich will mal glauben, dass ich das auch alleine wohnend auf die Reihe gekriegt hätte.

2. Allerdings hätte ich in meiner alten Wohnung am Esstisch sitzen müssen und das ist ist definitiv nicht der richtige Platz für Home Office. Wahrscheinlich wäre ich dann nach ner Woche auf die Couch umgezogen, weil die Essecke einfach auf Dauer unbequem gewesen wäre. Aber auf der Couch wär das auf Dauer auch nix gewesen. So wie es ist, ist es schon gut.

3. Um den Hals trage ich eher selten Schmuck. Früher hab ich immer eine Kette getragen, die hab ich auch nie abgenommen, aber irgendwann hab ich mich ja wohl doch davon getrennt und seit dem ist mein Hals nackt. Zu manchen Anlässen erinnere ich mich, dass ich Ketten habe, dann trag ich vielleicht mal eine, aber meistens stört mich das Gebamsel nur.

4. Als ich beim letzten Familienbesuch „gebeichtet“ hatte, dass ich meinen Papa besuche, hat meiner Mutter ganz schön sparsam geguckt. Aber statt ihr Problem gleich anzusprechen, zieht sie ein Gesicht für den restlichen Abend und fängt in der Sekunde der Verabschiedung an zu diskutieren, dass sie sich ja auch gern mal mit ihm unterhalten hätte. Ja, dann hätte sie ihn doch zur Einschulung ansprechen können. Nee, sie hat ja erwartet dass er auf sie zugeht… Man man man… das war mir echt schon wieder zuviel Drama.

5. Gestern Abend habe ich wieder gelesen. Ich lese jeden Abend noch ein paar Seiten, das hilft beim abschalten und einschlafen.

6. Eigentlich finde ich Blumen auf dem Tisch immer ganz nett, aber trotzdem haben wir selten welche. Im Frühling gibts mal Tulpen, im Sommer hatte ich mal Lilien gekauft, neulich standen Sonnenblumen auf dem Tisch. Da wir aber so selten welche haben, bin ich gar nicht wirklich in der Lage, sie einer Jahreszeit zuzuordnen. Momentan haben wir einen Strauß Gerberer, den unsere Nachbarn uns geschenkt haben, weil sie jetzt wegen der Arbeit eine Woche weg mussten. Wenn ich aber so an die verschiedenen Blumensträuße in Geschäften denke, dann gibts Gerberer das ganze Jahr und sind auch keine wirklichen Herbstblumen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf leckeres Essen das erste Mal seit Corona in einem Restaurant, morgen habe ich geplant, fluffige Brötchen zu backen und Sonntag möchte ich mich eigentlich nur mit dicken Socken und Kakao auf der Couch in eine Decke einmummeln!

Und als kleines Goodie mal wieder ein Blick in die Vergangenheit:
Freitags-Füller 39/2017

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Immer mal was neues

Ich mags ja nicht, wenn so Änderungen vonstatten gehen. Jetzt gibt es hier einen neuen doofen Editor. Ich will aber einfach meinen alten zurück. Nervt mich ja grad, weil ich hier noch nicht herraus gefunden habe, wie ich ganz einfach Links einfüge… Im alten Editor gabs da Buttons. Und ich bin echt nicht gut in HTML, deshalb kann ich die leider nicht frei Hand hier eintippen… Dabei wollte ich doch mal wieder ein kleines Zwischenupdate geben und mich nur mal als noch lebendig melden 😉

Also ich lebe noch.
Ich mache immer noch Sport.
Und ich bin immer noch im Home Office.
Außer heute.
Heute bin ich im Büro. Nicht im Großraumbüro, aber zumindest im Bürogebäude. Wieso? Weil ich bei diesem Talenteding aufgenommen wurde. Zuerst musste ich ja so ein Bewerbungsformular ausfüllen (hab doch gefunden, wie das mit den Links geht), danach habe ich an dem Interview teilgenommen und das war tatsächlich erfolgreich für mich gewesen und jetzt sitze ich hier im virtuellen Einführungsmeeting. Grad ist Mittagspause und ich habe das Netzwerken ganz eindeutig nicht verstanden, denn statt mit den anderen die hier mit mir vor Ort sind in die Kantine zu gehen, bin ich alleine hier im Raum geblieben, hab mein Brot ausgepackt und muss jetzt noch etwas Zeit überbrücken, bis es weiter geht 😉
Ganz ehrlich: Ich würde ja netzwerken. Aber lieber mit anderen Leuten. Die beiden hier sind mir einfach … na ja… unsympathisch. Die sind beide so affektiert… Und ich fang auch schon an. Das ist mir schon öfter aufgefallen, dass ich sowas mache, wenn ich jemanden nicht mag. Dann rede ich denen zum Mund und vermeide alles was Konfliktpotenzial bieten würde. So entgehe ich Gesprächen, die über Smalltalk hinausgehen und vermeide Diskussionen, die ich mit Leuten, die ich nicht mag eh nicht führen will, weil es für mich verschwendete Zeit ist.
Aus den anderen Standorten sind aber ganz nette Leute dabei, zumindest ist das mein Eindruck, den ich virtuell gewinnen konnte. Echt schade, dass das Meeting nicht in echt stattfindet.

Das Brot, das ich gerade esse, habe ich übrigens selbst gebacken! Waaaaaas? Ja 🙂 So richtig selbst. Nicht mit ner Backmischung sondern so richtig richtig selbst, sogar mit Sauerteig und es ist sehr lecker. Es ist mein zweites Brot, beide sind ganz gut gelungen.
Das Rezept ist aus dem Buch „Der Brotdoc“, der auch ein ganz ähnliches Rezept in seinem Blog veröffentlicht hat.20200915_133349

Brötchen haben am Wochenende nicht funktioniert, irgendwas hab ich falsch gemacht. Es waren schwere Steine und keine fluffigen Brötchen. Bloß gut, dass ich noch Aufbackbrötchen als Backup hatte.
Aber die Pizza letzte Woche war grandios! Die kam tatsächlich ganz gut an unseren Lieblingsitaliener ran. Und auch die Hefezöpfe sind ganz gut geworden.
Tja… Alle Welt hat im März schon Mehl und Hefe gekauft. Ich bin da halt mal wieder spät dran. Allerdings hätte ich das wohl nicht versucht, wenn ich nicht Sauerteig-Anstellgut bekommen hätte. Bis man sich nämlich ein gutes Anstellgut gezüchtet hat, vergeht doch eine ganze Weile.

Das Anstellgut habe ich von meinem Papa bekommen 🙂 Jahaaaaa ich war nämlich vorletzte Woche bei ihm.
Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub und ich bin schon wieder zu meiner Schwester gefahren, weil wir nicht wegfahren konnten und wollten und ich nicht die vollen zwei Wochen nur zu Hause rumgammeln wollte. Die letzte Woche, in der ich jetzt wirklich nur zu Hause war, hat sich schon gezogen… So lang kam mir Urlaub noch nie vor!!
Tja, also selbst mein großer Neffe hat gefragt, wieso ich denn schon wieder komme. Es ist jetzt das dritte mal in 4 Monaten gewesen. So oft war ich vermutlich noch nie da 😉
Jedenfalls haben wir an dem Samstag auch meinen Papa besucht 🙂 Das war echt schön. Total entspannt und irgendwie so richtig normal, als hätte ich schon immer dort hin gehört und nicht als wäre das der erste Besuch nach 22 Jahren Funkstille. Ich bin da wirklich froh drüber. Wir sind uns beide einig, dass wir den Kontakt jetzt halten wollen, er möchte mich gern öfter sehen und ich ihn auch. Und auch seine Frau…
Es ist ein komisches Gefühl, weil ich immer dachte, sie wollte mich nicht da haben. Dieses Gefühl willkommen zu sein, kriege ich noch nicht ganz mit diesem Gedanken überein. Ganz seltsam, wenn man nach 22 Jahren plötzlich weiß, dass es nie so war, wie man immer gedacht hat…
Wir haben nicht darüber gesprochen, wieso alles so gekommen ist. Es hat sich nicht ergeben. Das ist auch nicht so schlimm, das läuft uns nicht weg. Es hat einen kurzen Moment gegeben, wo es gepasst hätte, aber ich wollte dann auch nicht die Stimmung runterziehen. Es ist zu früh dafür. Ich bin mir sicher, irgendwann werden wir es besprechen, auch wenn es eigentlich ein bisschen egal geworden ist. Denn wir können es eh nicht mehr ändern.
Auch mit seinem Sohn verstehe ich mich ganz gut. Er ist ein Harry-Potter-Nerd wie ich und wir haben noch so einige Gemeinsamkeiten festgestellt, was lustig ist, weil wir nicht verwandt sind. Sein Papa ist zwar auch mein Papa, aber er ist eben nicht mein biologischer Vater.

Meine Mutter hat die Info, dass ich zu ihm fahre irgendwie nicht ganz so gut aufgefasst. Das war ja zu erwarten. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich brauche dazu nicht ihre Erlaubnis oder ihr Zugeständnis. Sie wird damit klar kommen müssen.
Ich fange halt nur jetzt schon wieder an mir Gedanken zu machen, wie ich das zukünftig dann mal machen will… Klar, ich könnte immer einen Tag auch dort hin fahren. Das wäre dann immer ein weiterer „Termin“ in den eh schon vollgepackten Wochenenden bzw. Besuchen dort.
Auf der anderen Seite hat er mir auch schon angeboten, dass der Namenlose und ich auch gern dort übernachten können. Ehrlich, wenn ich mir das vorstelle… Ich fahre zu ihm, meine Schwester und die Jungs kommen dann vielleicht dort hin… Meine Mutter sehe ich dann nicht? Oder soll ich von dort aus meine Schwester besuchen, und meine Mutter kommt da dazu? Der nächste Grund zum beleidigt sein ist dann, dass ich bei ihm übernachte und bei ihr nicht. Oh man… ja ok, das sind wieder ungelegte Eier und wie gesagt, sie wird damit klar kommen müssen. Es ist nicht mein Problem, wenn sie damit nicht klar kommt. Das muss ich mir wohl einfach immer wieder sagen.

If I could turn back time

Montag, 17. August 2020
Tag 96 im Home Office

Seit Tagen versuche ich diesen Eintrag zu schreiben und weiß nicht, wo und wie ich anfangen soll. Es ist so viel… Und ich müsste so weit ausholen. Ich bin überwältigt und überfordert.

Ich habe meinen Papa wieder getroffen. Nach 22 Jahren. Mir treibt es nach über einer Woche immer noch Freudentränen in die Augen, wenn ich daran denke.
Und gleichzeitig könnte ich heulen vor Wut, wenn ich mir bewusst mache, dass wir diese Zeit umsonst verloren haben.

Ich habe wieder Kontakt mit ihm, wir schreiben bei WhatsApp. Es ist noch etwas hölzern, wir wissen beide noch nicht so richtig, was wir sagen sollen. Wir tasten uns vorsichtig wieder aneinander. Ich wüsste gern, wieso unser Kontakt abgebrochen ist. Aber das ist kein Thema für die ersten Gespräche nach 22 Jahren. Das ist außerdem ein Thema, das ich lieber persönlich besprechen möchte. Ich möchte nicht, dass per WhatsApp wieder Missverständnisse aufkommen, weil ein geschriebener Satz falsch interpretiert wird. Und am Telefon… Ich weiß nicht. Nein, das hat Zeit, auch wenn es mir wirklich unter den Nägeln brennt.

Ich hab in der vergangenen Woche meine ganz alten Tagebücher durchgelesen, die noch so richtig oldschool per Hand geschrieben waren. Das war wie eine Zeitreise! Eigentlich wollte ich nur wissen, was ich über die Trennung meiner Eltern geschrieben hab, aber ich hab dann doch alles gelesen 😀 Ich musste teilweise ja wirklich lachen. An so vieles konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern! Wirklich gar nicht! Aber über das wichtigste, die Trennung meiner Eltern und speziell das Verhältnis zu meinem Papa habe ich nichts geschrieben. Gar nichts! Nur von der Trennung an sich, das hab ich aufgeschrieben und später, dass er seine neue Freundin heiratet und einmal in einem Nebensatz, dass er mich angerufen hat. Daran kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Ich dachte bis letzte Woche, er hätte mich nur noch einmal zu meinem Geburtstag angerufen, aber offenbar nicht.
Ich weiß nicht, ob er regelmäßig angerufen hat. Ich kann mich nicht erinnern und ganz offensichtlich ist meine Erinnerung inzwischen auch verfälscht. Ich hab scheinbar so vieles verdrängt, weil ich es nicht fühlen wollte. Und aufgeschrieben habe ich es auch nicht, weil ich mich damit nicht auseinandersetzen wollte… Und deshalb hab ich scheinbar noch so lange daran zu knabbern gehabt. Ich habe die Trennung eigentlich nie richtig verarbeitet.
Ich weiß nichts darüber, wie es mir damals ging, was abgelaufen ist, was ich gedacht, gefühlt und gesagt habe. Ich weiß nichts darüber, wie es dazu kam, dass ich ihn nicht mehr gesehen habe. Wieso oder überhaupt wann sich der Gedanke manifestiert hat, dass er mich nicht mehr sehen will. Oder dass seine Frau mich vielleicht nicht bei sich haben will. Ich weiß nicht, ob vielleicht doch ich gesagt habe, dass ich ihn nicht sehen will, wobei ich mir das wirklich nicht vorstellen kann. Ich habe ihn geliebt. Ich wollte ihn zurück haben. Unbedingt! Die neue Frau wollte ich damals sicherlich nicht sehen. Aber ihn. Ich wollte ihn so gern zurück haben, das weiß ich! Deshalb bin ich mir eigentlich sicher, dass ich sowas nie gesagt haben kann. Aber wer weiß, was man durch die Verletzung doch so sagt…

Nach dem, was ich aber jetzt erfahren und gefühlt habe, hat er mich nie fallen lassen. Er muss gedacht haben, ich will ihn nicht mehr sehen. Später habe ich sogar seinen Namen abgegeben und den Mädchennamen meiner Mutter angenommen, weil ich immer noch so verletzt war. Das wiederum hat ihn sehr verletzt und getroffen, sodass er wahrscheinlich deshalb dann gar nicht mehr versucht hat, wieder Kontakt aufzunehmen. Das war deutlich, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Was grundsätzlich stimmte, denn ich wollte das Thema für mich endlich abschließen können. Mich schützen, weil es mich immer noch so tief getroffen hat.

Als er auf der Einschulungsfeier ankam, waren wir alle im Garten. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten soll. Mir war so bewusst, dass meine Mutter da auch steht und mich hunderprozentig beobachtet. Ich war völlig überfordert und bin ins Haus gegangen, weil mir die Tränen gekommen sind. Vor Freude. Vor Überforderung. Auch ein bisschen vor Schmerz. Ich wollte auch nicht, dass es jemand mitbekommt, keine Szene in der Runde machen, deshalb bin ich rein gegangen.
Keine zwei Minuten später kam er hinterher. Wir standen uns kurz gegenüber, haben uns kurz angeguckt und dann kam er auf mich zugelaufen und ich bin auch auf ihn zugegangen und dann haben wir uns gedrückt und ich war einfach glücklich. Es war mir auch egal, dass ich geschwitzt war, obwohl ich dann ja immer nicht so auf Körperkontakt abfahre 😉 Ich wollte ihn nur festhalten und eigentlich gar nicht mehr loslassen und hab mir eine längere Umarmung eingefordert. Er wollte dann die Umarmung lösen, aber ich hab festgehalten und dann hat auch er mich noch mal fest gedrückt.

Ich weiß nicht mehr so richtig, was wir dann geredet haben. Es war so oberflächlich, irgendwie auch nur, um die Spannung zu lösen. Es hat gefragt, ob ich einen Freund habe, ob wir verheiratet sind, wieso nicht, wieso er nicht da ist… Eigentlich hat er mich gar nicht richtig antworten lassen, sondern gleich die nächste Frage gestellt. Er wollte irgendwie alles gleichzeitig wissen. Und ich stand da und musste die ganze Zeit vor Glück heulen.
Ich stand einfach nur da und hab nur reagiert, nicht selbst agiert. Ich kam mir vor, wie wieder 14. Als wäre die Zeit stehen geblieben und wir hätten da angeknüpft, wo wir aufgehört hatten. Das war ein ganz seltsames Gefühl. Ich bin erwachsen aber habe mich gleichzeitig klein, verletzlich und wie ein Kind gefühlt.
Als ich den ersten Schock überwunden und mich ein wenig beruhigt hatte, hat er mich an die Hand genommen und raus gebracht und mich seinem Sohn und seiner (inzwischen ja nicht mehr ganz so neuen) Frau vorgestellt. Das war seltsam. Echt. Die Frau, von der ich bis dahin dachte, sie wäre schuld an allem… Weil ich nicht glauben konnte und wollte, dass er oder ich schuld an allem sein sollen.

Meine Mutter saß derweil den ganzen Abend wie festgewachsen auf ihrem Platz und ich war mir ihrer Augen sehr bewusst. Deshalb hab ich mich viel zu wenig getraut, seine Nähe zu suchen. Aber ich hab ihm Gelegenheit gegeben, meine Nähe zu suchen. Als die Kinder zB. grad nicht im Planschbecken waren, bin ich da durchgewatet und hab die Abkühlung genossen und dann kam er zu mir und wir haben geredet. Ich weiß gar nicht mehr was… Ich weiß nur noch, dass ich ihn eigentlich die ganze Zeit nur anschauen wollte und mich eben wieder wie ein Kind gefühlt habe.

Meine Omi hat sich derweil länger mit seiner Frau unterhalten. Ein paar Dinge hat sie mir hinterher erzählt: Als sie ihn kennen gelernt hat, hat er zu ihr gesagt, dass sie sich darüber bewusst sein muss, dass er zwei Kinder hat. Zwei. Das schließt mich mit ein.
Das heißt sie hat nie zu ihm gesagt „Dein leibliches Kind kann gern her kommen, das andere nicht.“
Und er hat nie gesagt, dass er mich nicht mehr sehen will.

Trotzdem habe ich das gedacht. Und ich weiß nicht, wie ich darauf gekommen bin.

Diese Erkenntnis lässt also nur den Schluss zu, dass er gedacht haben muss, dass ich ihn nicht mehr sehen will. Und das muss ich herausfinden, ob ich das jemals gesagt haben. Auch wenn ich mich an kaum etwas aus der Zeit erinnern kann und man im Streit oder aus einer Verletzung heraus Sachen sagt, die man hinterher bereut, das kann ich mir wirklich nur schwer vorstellen!

Was ich mir aber inzwischen vorstellen kann, ist,dass meine Mutter das zu ihm gesagt hat. Ich habe im Gespräch mit meiner Omi noch einiges über sie erfahren und ich hab auch mit meiner Schwester gesprochen… Es würde zu ihr passen. Er hat sie verlassen und durch eine jüngere ersetzt. Sie war in ihrem Stolz verletzt. Und das einzige, womit sie ihn dann richtig verletzen konnte, war mich ihm vorzuenthalten, weil sie wusste, dass er mich geliebt hat und wie gut unser Verhältnis war. Entweder hat sie ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen will, oder dass er sich von mir fernhalten soll.
Der Gedanke kam mir erst am Wochenende und ich traue es ihr zu. Meine Omi traut es ihr zu. Meine Schwester traut es ihr zu. Alle beiden sagen unabhängig von einander, das es zu ihr passen würde.
Irgendwann finde ich es raus.
Jetzt bin ich erstmal glücklich, dass mein Papa wieder da ist.

Freitags-Füller 31/2020

Freitag, 31. Juli 2020
Tag 89 im Home Office

1. Ich fühle mich wohl, in meinen Jogginghosen, barfuß am Schreibtisch und mit einem Hogwarts-T-Shirt. Natürlich könnte ich so niemals ins Büro gehen, aber das muss ich ja auch nicht.

2. Da wollte ich endlich mal wieder einen Freitagsfüller machen und mal wieder ein Lebenszeichen von mir abgeben, und dann fällt mir heute irgendwie nix ein… Das war dann wohl nix mit kreativ austoben.

3. Alle Bilder auf meinem Handy nehmen 5,7 GB Speicher ein. So viel Speicherkapazität hatte mein erster Laptop nicht mal im Ansatz! Und ehrlicherweise sind wahrscheinlich 99% davon Bilder, die man sich eh nie wieder anschaut.

4. Ich hab schmerzempfindliche Zähne und kriege außerdem Schluckauf, wenn ich kalte Getränke trinke, deshalb mag ich nur Eisam liebsten eiskalt.

5. Viel zu schnell ist aufgegessen, was man aufwändig gekocht hat. Das wird mir gerade wieder bewusst, wo ich mir überlege, was ich nachher fürs Wochenende einkaufen soll.

6. Am Herd ist außerdem viel zu warm, daher bleibt die Küche vielleicht mal kalt. Gurkensalat wär mal wieder schön.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Harry Potter und häkeln, morgen habe ich geplant, mit der neuen Sport-Challenge anzufangen nd Sonntag möchte ich nicht am Muskelkater zugrunde gehen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

The longest time

Dienstag, 14. Juli 2020
Tag 76 im Home Office

So schnell legt man also eine Gewohnheit wieder ab… Da schreib ich hier wochenlang täglich, finde scheinbar immer was zu erzählen, und dann auf einmal gehts aber auch wochenlang ohne…

Kurzer Abriss der vergangenen Wochen:
– Ich bin immer noch im Home Office und will hier nie nie nie wieder weg!

– Ich mache immer noch regelmäßig Sport, auch wenn ich nicht mehr streng nach Plan vorgehe. Manchmal lege ich einfach zwei Trainingstage zusammen oder lasse einen ausfallen.

– Ich treffe mich wenig mit Leuten und gehe an sich wenig raus. Das kommt meinem introvertierten Eigenbrödler-Ich sehr entgegen. Ich finde es zwar schön, mich ab und zu mit Leuten zu treffen, aber wie mir ganz deutlich bewusst wurde, gibt es Menschen in meinem Umfeld, mit denen ein Treffen eher energiezehrend als bereichernd ist.

– Ich lese viel. Ich lese jeden Abend vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten und die faulenzigen Wochenenden verbringe ich auch lesend. Wir könnten auch was unternehmen, aber da haben wir beide keine Lust zu, also lese ich.

– Ich häkle wieder und höre dabei mal wieder Harry Potter.

– Ich hab seit Wochen nicht genäht, ach was, seit Monaten. Dabei hab ich so viel Stoff und eigentlich so viele Pläne… Aber ich hab keine Lust. Aber auch das kommt wieder.

– Ich hab das Interview für den Talent-Pool hinter mich gebracht, und es lief ganz gut. Ich hatte ein ziemlich gutes Gefühl hinterher und Neu-Chefin hat sich scheinbar über drei Ecken bei den Beteiligten erkundigt und mein Gefühl trügt scheinbar nicht. Ob ich da nun aber reinkomme, ist trotzdem nicht gewiss. Kommt drauf an, wie gut die ganzen anderen Bewerber sind. Ich kann mich ja nur mit denen vergleichen, die in meiner Bewerberrunde dabei waren.

– In ein paar Wochen wird mein großer Neffe eingeschult und ich werde tatsächlich meinen „Papa“ wieder sehen. Zumindest ist er eingeladen und hat zugesagt. Aber wer weiß, ob er nicht doch kurzfristig absagt. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es aber so aus, als würde ich ihn tatsächlich wiedersehen.
Nachdem ich jetzt ein paar Mal geheult hab deswegen, weil diese Vorstellung einfach irgendwie überwältigend ist, gehts mir gut mit dem Gedanken und ich freu mich. Ich weiß nicht, ob wir uns irgendwas zu sagen haben werden, ich weiß auch nicht, wie ich ihm gegenüber treten soll. Soll ich ihn umarmen? Ihm die Hand geben? Meine Mutter wird erwarten, dass ich ihn ignoriere, schätze ich…
Das macht mich grad ein bisschen fertig, dass sie erwarten wird, dass ich ihn mit dem Arsch nicht angucke. Nur weil sie immer noch in ihrem Stolz verletzt ist, sich nicht reflektieren kann und damit nicht abschließen kann. Sie hat immer noch so einen Groll auf ihn und ich befürchte, dass sie das auch von mir erwartet. Dass ich auf ihrer Seite stehe…
Das nervt mich ziemlich, dass ich mir darum Gedanken mache!
Na ja, ich lass es auf mich zukommen. Wenn ich da beim letzten Besuch bei meiner Schwester schon mal drüber nachgedacht hätte, dann hätte man vielleicht schon mal vorab ein Treffen organisieren können…
Hätte hätte. Ich muss es jetzt einfach auf mich zukommen lassen.

Ansonsten passiert bei mir echt nix aufregendes, nix neues. Es wechseln sich Lethargie-Phasen in denen ich fast ein bisschen depressiv bin mit Phasen ab, in denen ich gut drauf und motiviert bin. Es gibt Momente, in denen ich so viel in Frage stelle… Ich weiß nicht, ob das ausgeprägter ist, als früher, wenn ja, ob das durch Corona so ist oder ob ich einfach langsam eine Midlife-Crisis bekomme…

Sommer-Body-Challenge

Mittwoch, 10. Juni 2020
Tag 54 im Home Office

28 Tage, 21 Trainigs. Ich hab es durchgehalten. Ich bin schon so ein bisschen stolz auf mich. Man sieht es ein kleines bisschen, aber ich hatte mir irgendwie mehr erhofft… Ja, das ist vermutlich naiv. Und ich bin halt wieder so blöd, dass ich mich von vorher-nachher-Bildern auf Instagram blenden lasse, die beschönigt sind. Wenn ich nämlich meinen Bauch anspanne und so, dann sieht es auch ganz anders aus und ist ein großer Unterschied zu vorher. Aber ich stand vorher auf meinem Foto entspannt da und hab den Bauch nicht eingezogen, also mach ich das auch auf dem nachher-Bild nicht.

Da ich mich vorher nicht wiegen konnte, weil die Batterien unserer Waage leer sind, weiß ich nicht, ob sich mein Gewicht verändert hat. Aber vermutlich nicht, oder eher nach oben. Ich habe spürbar Muskeln am Bauch und an den Armen bekommen. An den Beinen kann ich es nicht so sagen, aber an den Armen fällt es auf und am Bauch merke ich es, wenn ich ihn anspanne.
Da ich mich also nicht wiegen konnte, hab ich ja Umfänge gemessen, weil ich dachte, dass das wohl die sicherste Variante ist, um einen Fortschritt festzustellen. Tatsächlich sind aber die Veränderungen aber absolut nicht nennenswert und liegen im Bereich zwischen +/- 0,5 bis 1 cm. Das könnte aber auch an Messfehlern liegen, weil ich vielleicht nicht exakt die gleiche Stelle gemessen hab oder das Maßband vielleicht etwas enger oder lockerer gehalten hab. Nur am Bauch hab ich tatsächlich 5cm verloren. Im direkten Fotovergleich ist es ein deutlicher Unterschied, aber da ich nie enge Klamotten trage, fällt das Außenstehenden wahrscheinlich gar nicht auf.
Wie gesagt, es ist naiv von mir gewesen, mich mit diesen Bildern vergleichen zu wollen… Immerhin ist ein Anfang gemacht.

Tja, also das Hochgefühl am Ende des Trainings fehlt aber noch immer. Ich weiß nicht, ob das jemals kommt. Ich weiß nicht, ob ich das jemals hatte. Doch, vermutlich schon. Es gab ja mal Zeiten, wo ich viel Sport gemacht hab, als meine Hamburgfreundin noch hier gewohnt hat, bin ich ja auch regelmäßig mit ihr ins Fitnessstudio gegangen. Da hab ich mich hinterher schon gut gefühlt. Sie ist an allem Schuld, weil sie weggezogen ist, hab ich damals aufgehört Sport zu machen 😉 Alleine hatte ich einfach keine Lust hinzugehen. Dann hatte ich mir mal ein andres Fitti gesucht war da auch ab und zu, aber ich hab auch viel zu lange für nix bezahlt…

Also ich bin stolz auf mich, dass ich das durchgezogen hab. Die vier Wochen waren doch jetzt viel schneller rum, als ich anfangs gedacht hätte. Das Pensum war und ist hart, aber ich habe mich verbessert. Am Anfang konnte ich keine Übung in der schweren Variante ausführen, inzwischen schaffe ich einige. Aber trotzdem ist es immer noch so, dass ich keines der Trainings einfach runterreißen kann. Es kommt immer der Punkt, an dem ich die Übung nicht mehr halten kann und wo ich absetzen muss oder zur leichten Variante schwenken muss. Aber wie gesagt, es ist besser geworden!
Das Home Office hat viel dazu beigetragen, dass ich das durchgezogen hab. An 5 Tagen die Woche zu trainieren ist zeitlich schon aufwendig. Die Trainings dauerten zwischen 40 und knapp 80 Minuten (insgesamt, also mit Warm up und Cool down) und so wie ich mich kenne, hätte ich mich oft nicht mehr dazu aufgerafft, wenn ich erst um halb 5 oder so zu Hause gewesen wäre. So habe ich eigentlich immer unmittelbar nach Feierabend angefangen. Manchmal habe ich sogar die Mittagspause genutzt (und überzogen). Am Wochenende hab ich dann immer vormittags gleich trainiert, weil ich nachmittags keine Lust dazu gehabt hätte.

Meine Haltung hat sich sehr verbessert. Auf dem vorher-Foto von hinten ist es mir so richtig aufgefallen, wie schlecht meine Haltung ist und wie krumm ich dastehe. Das ist viel besser geworden. Und auch meine Rückenschmerzen, die ich vom vielen Sitzen doch oft mal hatte, sind viel besser geworden.
Morgen fahre ich jetzt erstmal zu meiner Schwester und mache den Rest der Woche nichts (außer vermutlich mit meinen Neffen Fangen spielen und Trampolin springen). Aber am Montag will ich wieder anfangen und weiter machen. Ich weiß noch nicht womit. Ob ich einfach die gleiche Challenge noch mal mache, oder eine andere… Das weiß ich nicht. Aber ich habe mir Sportleggings gekauft (und eigentlich auch Schuhe, aber die waren erst gefühlt zu klein, aber die Nummer größer war auch nicht viel bequemer, also bin ich noch auf der Suche…) und die sollen ja jetzt nicht umsonst gewesen sein. In den Outfits komme ich mir gleich supermegasportlich vor… Und wenn ich darin so an mir runtergeschaue, dann finde ich schon, dass man die 4 Wochen sehen kann. Wenn ich dann aber nach dem Duschen nackt vor dem Spiegel stehe… na ja… dann empfinde ich das nicht so. Mein Fokus liegt mehr am Po und Oberschenkeln und da hat sich eben noch nichts getan, am Bauch sieht man es wie gesagt schon.

Freitags-Füller 23/2020

Freitag, 5. Juni 2020
Tag 51 im Home Office

1. Bei Rhabarber fällt mir als erstes der Geschmack von eingekochtem Rhabarberkompott mit Vanillesoße ein. Oh man, das ist so eine richtige Kindheitserinnerung. Meine Oma hatte immer Rhabarber im Garten. Ich hab den aber auch oft roh gegessen, in Zucker eingetaucht, weil er einfach so sauer war. Die Zähne sind immer ganz stumpf davon geworden. Dass da irgendeine giftige Säure drin ist, hat wohl damals niemanden interessiert 😉.

2. Was ich nie für möglich gehalten hätte ist eingetreten: Das Home Office hat negative Seiten. Waaaaaaas? Ja… Ich will trotzdem nicht zurück ins Büro, aber dieses ewige rumtelefoniere mit Leuten, die einem dann ständig ins Wort fallen (weil die Verbindung verzögert ist??), oder die mit der Technik nicht zurecht kommen und dadurch alles verzögern, oder die nicht raffen, dass man das Mikrofon auch stumm schalten kann und die dann wie Darth Vader hinein atmen… das neeeeervt. Und meine Zündschnur ist sehr kurz im Moment. Keine Ahnung wieso, was genau es auslöst. Ich könnte nämlich eigentlich rundum zufrieden sein. Bin ich etwa einfach eine unzufriedene Meckertante, die immer ein Haar in der Suppe suchen muss?? Schluss damit! Ich muss und will zu der Gelassenheit zurück, die ich in den ersten Tagen hatte. Denn ich will ja gar nicht zurück ins Büro!
Dieses Jahr war ich bisher übrigens öfter am heimisches Schreibtisch, als im Büro. In Anbetracht der Tatsache, dass Home Office bei uns bisher immer ziemlich verpönt war, finde ich diese Quote
spektakulär.

3. Ich verstehe nicht wie man Spaß an Gartenarbeit finden kann. Ich hasse Gartenarbeit. Ich hab es als Kind schon gehasst, wenn ich Unkraut zupfen musste, oder wenn ich zB Erdbeeren pflücken sollte. Ich hab immer Ausschlag an den Händen/Armen davon bekommen. Außerdem sind da immer Spinnen und Käfer rumgekrochen – ekelhaft! Jedenfalls wollte ich nie einen Garten haben, weil ich weiß, dass ich keine Lust habe, mich darum zu kümmern. Und was hab ich gemacht? Hab mir einen Mann angelacht, der einen Garten hat… Toll… Ich mein, wir beschränken die Gartenarbeit ja schon auf ein absolutes Minimum, aber selbst darauf hab ich schon nicht so Lust. Am Wochenende müssten wir mal wieder ein bisschen was tun...

4. Obwohl ich jeden Tag meine Pille nehme (und deshalb wissen müsste, welcher Wochentag ist) und obwohl ich jeden Tag am Computer sitze, wo das Datum bei jeder Mail und unten rechts in der Ecke ständig eingeblendet ist, weiß ich nie welcher Tag heute ist. Letztens dachte ich, es wäre Wochenende, obwohl ich an dem Tag gearbeitet hatte… Vermutlich liegts am Home Office, daran, dass ich nur noch 1x die Woche zum einkaufen gehe und sonst alle Tage einfach genau gleich sein, dass ich nie weiß „wann“ ich bin. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Uhr (mit Datumsanzeige) zulegen, denn offensichtlich bin ich momentan völlig zeitlos.

5. Das Gefühl von Stolz ist in letzter Zeit etwas in mir aufgekeimt, weil ich immer noch die Sommer-Body-Challenge durchhalte.

6. Sport ist aber nach wie vor Mord 😉 Mir fehlt immer noch das Hochgefühl am Ende, daher kann ich nicht sagen, das wäre wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Königsberger Klopse, morgen habe ich geplant, Brokkoli-Honig-Hähnchen zu kochen und Sonntag möchte ich Risotto mit Tomaten und Rucola machen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Krebsvorsorge-Reform

Montag, 25. Mai 2020
Tag 43 im Home Office

Jetzt wollte ich nicht mehr täglich schreiben, aber das hier ist wichtig. Da die Medien voll sind von Corona, wird über andere Sachen kaum berichtet. Aber es gibt eine ganz schön gravierende Änderung bei der Krebsvorsorge beim Frauenarzt. Da war ich nämlich gerade. Hat mich zwei Stunden gekostet… Ehrlich, wenn der Arzt nicht so toll wäre, würde ich mir einen, mit einem besseren Zeitmanagement suchen…

Also, bisher war es ja so, dass man bei der regulären Untersuchung 1x im Jahr auch einen Abstrich bekommen hat, der auf Gebärmutterhalskrebs untersucht wurde. Diesen Abstrich hat die Krankenkasse bezahlt.
Seit dem 1. Januar 2020 ist das nicht mehr so. Seit dem werden Frauen in zwei Gruppen eingeteilt: Bis 35 und 35+. Frauen aus der ersten Gruppe bekommen weiterhin jährlich diesen Abstrich. Frauen ab 35 Jahre bekommen einen Abstrich und dieser wird auf das HPV-Virus untersucht. Ist man HPV-positiv, also trägt man das Virus in sich, bekommt man weiterhin jährlich diesen Abstrich. Ist man HPV-negativ, bekommt man ihn nur noch alle drei Jahre.

Diese Novellierung beruht auf der Annahme, dass Gebärmutterhalskrebs allein durch das HPV-Virus ausgelöst wird. Das stimmt aber nicht. Vor einigen Jahren dachte man das. Heute weiß man aber, dass das falsch ist und dass man auch Gebärmutterhalskrebs bekommen kann, ohne dass man dieses Virus in sich trägt.
Das ist die Krux an der Sache. Ist man HPV-negativ kann man also trotzdem Gebärmutterhalskrebs kriegen, und im schlimmsten Fall bleibt es 3 Jahre unbemerkt, weil man ja keinen Abstrich mehr bekommt…

Der andere Fall ist, dass viele Frauen laut Aussage meines Frauenarztes mit der Diagnose HPV-positiv überhaupt nicht zurecht kommen und regelrecht in Angstzustände verfallen. Dabei bekommen 95% der Frauen trotz Virus kein Gebärmutterhalskrebs.

Eine idiotische Änderung der Krebsvorsorge. Der Frauenärzte-Verband hat auch entsprechend reagiert, aber ob da überhaupt was wieder geändert wird… und wenn ja, dann dauert das ja sicher auch ewig.
Ansonsten kostet der Abstrich um die 20 Euro, was eine gute Investition ist.
Also Mädels, wisst ihr Bescheid 😉 Alle die noch unter 35 sind: Geht vorher unbedingt noch mal 😉

All good things (come to an end)

Mittwoch, 20. Mai 2020
Tag 42 im Home Office

42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.
Ist Home Office die Antwort auf alles?
Ich möchte kurz betonen, dass nach zwei Monaten Home Office meine Neurodermitis vollständig weg ist. Und dass ich mega entspannt und gelassen bin.

Das mit dem Home Office wird bei uns noch eine Weile so bleiben und ich werde nicht eine der ersten sein, die zurück muss. Meine Befürchtung war, dass ich wieder dort hin muss, weil ich keine Kinder habe und nicht in der Risikogruppe bin.
Aber die Rückkehr ins Büro findet auf freiwilliger Ebene statt. Es werden vorerst auch nur maximal 5 Leute gleichzeitig im Büro sein dürfen. Aber nicht vor dem 2. Juni. Bis dahin gelten noch die alten Maßnahmen.
Mein Arbeitgeber wollte den Mitarbeitern Masken zur Verfügung stellen, bisher sind die aber noch nicht da. Das ist scheinbar einer der Gründe, wieso wir noch immer von zu Hause arbeiten sollen.
Im Büro wurden Laufwege in Treppenhäusern gekennzeichnet, Abstandslinien vor den Aufzügen aufgeklebt und überall hängen Schilder, die an die Abstandsregeln erinnern. Noch dazu wurden vom Gebäudedienst Arbeitsplätze abgesperrt und diese Absperrung ist streng zu befolgen. Daran darf auch nichts eigenmächtig geändert werden.
Mein Arbeitsplatz ist (leider leider 😉) einer der abgesperrten Arbeitsplätze. Somit müsste ich mir auf jeden Fall einen anderen Tisch zum arbeiten suchen, wenn ich ins Büro gehe. Aber da die Rückkehr nachher sowieso auf maximal 5 Leute beschränkt ist und freiwillig ist, wird sich für mich hier vorerst nichts ändern. Ich bleibe so lange zu Hause, wie es geht. Meine Arbeit ist dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ich bin dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ganz im Gegenteil!

Und damit beende ich mein tägliches Home-Office-Update. So langsam wusste ich nämlich schon gar nicht mehr, was ich noch so erzählen soll 😉

Urlaubsplanung

Dienstag, 19. Mai 2020
Tag 41 im Home Office

Ich hab mal wieder Luxusprobleme. Ich muss noch diese Woche meinen Urlaub für den Rest des Jahres verplanen. Jetzt hab ich noch 6 Tage übrig, und weiß nicht, wo ich sie hinstecken soll… immer hat schon jemand Urlaub. Im Juni der eine, im Juli die andere, im August wieder der eine. Im September hab ich dann, im Oktober erst die andere, dann wieder der eine. So, dann könnte ich im November noch ne Woche nehmen…
Ich muss das nachher mal mit dem Namenlosen besprechen. Wobei es ihm wahrscheinlich auch egal ist. Solange jemand da ist, der den Hund nehmen kann. Sofern man dann überhaupt wegfahren könnte. Und selbst wenn, würden wir es machen?! Vielleicht eine Ferienwohnung, als Selbstversorger-Urlaub irgendwo, wo man mit dem Auto hinkommt. Das lassen wir einfach auf uns zukommen.

Aber das ist halt ein bisschen das nervige daran. Wenn ich Urlaub hab, weil ich ihn ja nun mal nehmen muss, und wir nicht wegfahren, dann ist das ein bisschen ätzend für mich, weil der Namenlose trotzdem aufsteht, weil er dann nicht frei nimmt. Und dann werde ich jeden Morgen wach und kann nicht ausschlafen und mich so richtig erholen. Noch mal weiterschlafen, wenn er aus dem Haus gegangen ist, ist alles andere als wirklich erholsam. Das hab ich oft genug durch. Vielleicht frag ich mal meine Schwester, wie es bei ihr aussieht. Sie hat ja auch irgendwann Urlaub und wegfahren ist ja vielleicht eher schlecht. Dann könnte ich vielleicht dort hin fahren. Obwohl das natürlich auch alles andere als erholsam wäre 😉

Powernapping in der Mittagspause

Montag, 18. Mai 2020
Tag 40 im Home Office

Eine kurze Woche steht bevor, weil ich mir den Brückentag am Freitag freigenommen habe. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich so ein langes Wochenende ja mal nutzen könnte, um meine Neffen zu besuchen, oder mit dem Namenlosen mal einen kurzen Trip zu machen. Tja… ist wohl alles nix. Wobei ich ja jetzt zu meinen Neffen fahren könnte… Aber das ist wohl jetzt etwas kurzfristig.
Na ja, dann komm ich wenigstens nicht in die Versuchung, mein Sportprogramm auszusetzen.

Am Samstag war ein Pausentag und ich hatte befürchtet, dass ich kaum kriechen könnte, aber es war eigentlich ok. Hat ein bisschen hier und da gezogen, aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Aber müde bin ich. Scheißmüde. Auch gerade hab ich ein richtiges Tief und würde mich am liebsten hinlegen… Am besten ich mach jetzt Mittagspause und döse mal 20 Minuten.

Ein kleines Futter-Update gibt es auch und wieder der Hinweis auf die Sammlung meiner Lieblingsrezepte und Standard-Mahlzeiten.
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
– Strammer Max
Würstchengulasch
Ofenhähnchen
– Schlemmerfilet
– Hähnchen mit Linsensalat mit roter Bete

Love yourself

Freitag, 15. Mai 2020
Tag 39 im Home Office

Mal wieder was zum Thema Selbstliebe. Damit hab ichs ja nicht so, obwohl ich mir Mühe gebe und auch bereits Fortschritte erzielt habe. Es ist fast ein Jahr her, dass ich beschlossen habe, nichts mehr auf die Meinung anderer zu geben. Aber dieses Gefühl, das sich damals in mir breit gemacht hat, ist auch mit der Zeit wieder schwächer geworden. Dazu kam eine Unzufriedenheit mit meiner körperlichen Verfassung.
Ich habe zugenommen. Ich bin selbst bei zwei Stockwerken völlig außer Atem. Ich schaffe 25 Hampelmänner, und dann kollabiere ich fast. Mein Zustand ist definitiv nicht gesund und ich gefalle mir so auch nicht. Aber wie soll ich mich akzeptieren und sogar lieben, wenn ich mir nicht gefalle? Ich muss also was ändern.

Ich muss.

Das war wohl bisher so der Knackpunkt. Ich wusste immer, dass ich was ändern muss, aber ehrlich gesagt war ich zu faul dazu. Ich hatte keine Lust auf Sport. Immer hatte ich eine Ausrede. Zwei, drei mal hab ich mir ein Aerobic-Video rausgesucht und das gemacht und war nach 20 Minuten derartig am Arsch und am pumpen, dass erst recht keine Lust hatte, weiter zu machen.
Ich hatte auch keine Lust weniger zu essen. Wobei man sagen muss, dass es nicht an der Menge liegt, sondern an den Zutaten. Aber wenn ich Sahne an meine Soße machen will, dann will ich da Sahne dran machen. Und wenn ich Bock auf einen Döner habe, dann will ich einen essen. Ich will auch mal ein Stück Kuchen oder ein Eis essen. Fakt ist: Ich will mich nicht kasteien. Deshalb hab ich die Zuckerverzicht-Sache auch nach drei Tagen wieder aufgegeben.
Als ich gestern einkaufen war, hab ich nämlich mal auf die Zutatenlisten geachtet. In so gut wie jedem Lebensmittel ist Zucker drin. In jeder Wurst ist Zucker drin. Was soll ich denn dann noch essen? Ich will nicht nur Käse essen, der ist nämlich ohne Zucker. Und ich will auch nicht nur Obst und Gemüse essen. Es gibt auch so viel, was ich nicht mag und irgendwie bleibt da gefühlt nichts mehr übrig.
Also, wenn da jetzt 2g Zucker auf 100g in dieser Wurst sind… ja, drauf geschissen!

Außerdem hilft mir die Ernährung nicht, die Treppe ohne zu kollabieren hoch zu laufen.
Also bleibt wieder nur die alte Leier: Sport. Ich muss Sport machen. Und irgendwie will ich es jetzt auch mal. Ich hab auf Youtube so eine 4 Wochen Sommer-Body Challenge gefunden und ich will das jetzt mal durchziehen. Ich muss nicht, aber ich will.
Drei Tage hab ich schon geschafft und ich habe Muskelkater ohne Ende und zwar überall. Ich laufe wie gehbehindert die Treppe runter, ich kann mich nur unter ächzen auf die Couch setzen, wobei das eher ein fallen lassen als ein setzen ist und die letzten beiden Nächte bin ich wach geworden, weil ich beim Umdrehen meinen Muskelkater gespürt habe. So unfit bin ich und so wenig Muskeln habe ich, dass mich 15 Squats und Sit-ups so fertig machen!
Ich schaffe es nicht immer, alle Übungen durchzuhalten und ich musste bisher immer die einfache Variante einer Übung machen, weil ich es körperlich einfach nicht anders geschafft habe, aber ich will das jetzt mal die 4 Wochen durchziehen. Deshalb erzähle ich auch davon. Das baut mehr Druck auf 😉 (Ja ich komme mir blöd wegen der superkurzen Zuckerverzichts-Sache vor. Noch blöder komme ich mir vor, wenn ich das Sport-Ding jetzt nicht durchziehe!) Ich hab sogar Vorher-Fotos gemacht, die ich dann doch etwas erschreckend fand und deshalb hier nicht zeige 😉
Ich werde berichten. Tag 1, 2 und 3 von 28 sind geschafft. Morgen ist Pause und Sonntag geht es weiter. Drückt mir die Daumen!

Ich liebe es…

Donnerstag, 14. Mai 2020
Tag 38 im Home Office

…wenn ein Plan funktioniert! Ich habe ein Schlupfloch gefunden 😀
Ich hab bestimmt schon mal vom „Firmen-Skype“ erzählt?! Das ist unser firmeninternes Chat-Programm, mit dem wir telefonieren und Web-Meetings machen. Die Software dazu ist jetzt neu und man kann den Status nicht mehr ändern. Nach 10 Minuten Inaktivität schaltet der automatisch auf „Seit 10 Minuten inaktiv“ um. Ich kann nicht mehr selbst den Status eingeben. Bei der alten Software hab ich zB. „Mittagspause“ eingegeben, wenn ich Mittag gemacht hab. Dann wusste jeder, ich bin grad nicht da. Das geht jetzt nicht mehr. Erst nach 5 oder 10 Minuten kann der andere sehen, dass ich inaktiv bin. Das finde ich zum einen blöd und zum anderen finde ich das auch irgendwie Stasi-mäßig, wenn das dann im 5-Minutentakt hochzählt. Seit 15 Minuten inaktiv. Seit 55 Minuten inaktiv.

Super nervig. Ich war schon früher bei ICQ immer nur inkognito unterwegs, weil ich eigentlich überhaupt nicht wollte, dass jemand sieht, ob ich online bin oder nicht. Aus dem gleichen Grund hab ich auch die blauen Haken und den „zuletzt online-Zeitstempel“ bei Whatsapp ausgeschaltet. Ist mir zu viel „Überwachung“. Wenn ich jetzt also während der Arbeitszeit mal 10 Minuten am Handy rumdaddel oder so, dann fällt das gleich auf. Manchmal gibt es aber eben auch so Tage, da häng ich dann auch mal länger am Handy, weil dann einfach nichts zu tun ist, oder wenn ich auf Rückmeldung warten muss oder so… Ich fühle mich dadurch jedenfalls überwacht.
Also hab ich gegooglet und ein Skript gefunden, mit dem jede Minute eine Mausbewegung simuliert wird, solange es ausgeführt wird. 😉 Das funktioniert und somit ist mein Status dauerhaft aktiv 😁

10 Jahre

Mittwoch, 13. Mai 2020
Tag 37 im Home Office

Heute vor 10 Jahren ist meine Katze gestorben. Es war Himmelfahrt und ich hab ausgeschlafen. Irgendwann spät wurde ich wach und bin als erstes ins Bad gegangen. Dort lag meine Katze auf dem Duschvorleger. Ich dachte, sie würde schlafen und wollte nicht, dass sie sich erschreckt, wenn ich über sie drüber steige, um aufs Klo zu gehen. Also hab ich sie leise angesprochen und ihr vorsichtig über den Kopf gestreichelt. Normalerweise hat sie sich dann sofort geregt, aber dieses Mal nicht. Ich dachte erst, so tief kann sie doch nicht schlafen, also hab ich lauter gesprochen, aber irgendwie wusste ich gleich, dass sie nicht schläft. Ich wurde leicht panisch, ich hab sie angestupst, fast geschüttelt, und ihren Namen gerufen. Ich hab mich erinnert, dass ich irgendwann früher am Morgen wach wurde, weil ich Geräusche gehört hatte. Ich dachte im Halbschlaf, die Katze hustet oder hat gekotzt und hab mich umgedreht und weiter geschlafen. Mir wurde in dem Moment bewusst, dass ich ihre letzten Atemzüge gehört hatte. Ich hatte Angst, dass sie erstickt war, ich hatte Angst, dass sie, keine Ahnung, eine Tüte gefressen hat (warum auch immer sie das hätte tun sollen und woher auch immer sie die hätte haben sollen), also hab ich in ihr Maul geguckt, ob da was drin steckt. Jeden Moment hab ich damit gerechnet, dass ich eine von ihr gewischt kriege, weil ich es wage in ihr Maul zu gucken… Aber sie hat nicht mehr reagiert… Man, das war ein richtig schlimmer Scheißtag…

Pläne sind dazu da…

Dienstag, 12. Mai 2020
Tag 36 im Home Office

…um über den Haufen geworfen zu werden.
Eigentlich wollte ich heute einkaufen. Jetzt hock ich aber immer noch vor dem PC. Na dann geh ich morgen. Für heute ist noch was zu essen da, also kein Problem.

Für die Geschäftsführung müssen wir momentan Auswertungen zum Zahlverhalten der kunden machen. Die wollen daraus Risiken ableiten jetzt in der Corona-Krise. Es gibt sicher bei einigen Kunden früher oder später Zahlungsschwierigkeiten.
Jetzt sollen wir also jeden Tag melden, wie hoch die Zahlungseingänge waren und wie der Stand der offenen Posten, gerastert nach Fälligkeit ist.
Aussagekraft hat das ganze meiner Meinung nach nicht. Natürlich sind die Zahlen morgen anders als heute. Aber nur weil im Raster 1-30 Tage Fälligkeit die Zahlen sinken, heißt das nicht, dass das auch alles bezahlt ist.
Vielleicht sind sie in der Fälligkeit einfach ins Raster 30-60 Tage gerutscht. Ja, müsste man ja sehen, weil das dann ansteigt. Ok, aber wenn aus dem Raster 30-60 Forderungen bezahlt wurden? Dann bleibt das auf einem Niveau. Oder von da sind Forderungen nach >60 gerutscht…
Es könnte auch einfach sein, dass Gutschriften überfällig geworden sind. Wenn Kunden schlecht zahlen, halten wir Gutschriften manchmal zurück. Es könnte auch sein, dass sich nachträglich Zahlungen geklärt haben und die offenen Posten ausgeglichen wurden.
Es gibt einfach zu viele Faktoren, die dort reinspielen.

Und vor hin kam dann eine Mail, weil unsere Zahlen angeblich nicht stimmen und jetzt hab ich da ne Stunde rumgemacht, weil ich natürlich wieder mal als erstes dachte, wir hätten was falsch gemacht.
Weil wir gestern nur super wenig Zahlungseingang hatten, gab es einen Hinweis, dass das Forderungsmanagement aufpassen soll. Totaler Schwachsinn, das kann doch ein einmaliger Ausreißer gewesen sein! Wenn wir jetzt tagelang kaum Geld kriegen, dann kann man mal beim Forderungsmanagement anklopfen.
Jedenfalls ist in dem Zuge aufgefallen, dass unsere Auswertung und deren Auswertung nicht übereinstimmen, weil wir eine unterschiedliche Basis betrachten. Wir betrachten sämtliche Forderungen. Das Forderungsmanagement natürlich nur die einbringlichen… Tja, es wäre gut gewesen, wenn wir alle die gleiche Basis betrachten bzw. wenn man uns gesagt hätte, welche wir nehmen sollen. Aber dass wir diese Auswertung machen sollen war auch so übers Knie gebrochen. Wir brauchen die offenen Posten. Sortiert nach Fälligkeit. In Raster eingeteilt… Corona ist da, uiuiui, wir müssen das Zahlverhalten monitoren. Bei uns wird alles gemonitort…
Zumindest scheint durch die verschiedenen Betrachtungsgrundlagen das ganze noch weniger Aussagekraft zu haben.

Ich hab jetzt mal ausführlich dargelegt, was wir eigentlich genau auswerten. Jetzt ist Neu-Chefin (jetzt übrigens doch endlich mal offiziell) am Zug und soll mal klären, welche Basis wir verwenden sollen und ich mach Feierabend.

Keschu’s got talent

Montag, 11. Mai 2020
Tag 35 im Home Office

Ähm ja… Nachdem ich mir den blöden Haken für Entwicklungsmöglichkeiten in meinem Mitarbeitergespräch „erkämpft“ habe, gab es heute einen Info-Call zu weiteren Schritten.
Nur mit dem Haken ist man nicht automatisch in einem Talent-Pool. Wär ja wohl zu einfach. Nein, man muss sich darum bewerben. Toll… Man muss ein Bewerbungsformular ausfüllen und ein Interview machen und dann werden maximal 25 Leute in den Talent-Pool aufgenommen. Dann gibt es eine Veranstaltung, wo Workshops und Trainings stattfinden und wo man dann netzwerken kann (darauf freu ich mich ja schon am meisten *hust*) und dann arbeitet man 9 Monate lang an einem Projekt, das dann in ca. einem Jahr präsentiert wird und wo man noch mal die Chance zum Netzwerken hat.
In dem Info-Call heute waren 21 Leute, es gibt nächste Woche noch einen zweiten. Da schau ich auch noch mal rein, damit ich weiß, wie groß die Konkurrenz überhaupt ist 😉 Bis dahin überleg ich mir schon mal, welches Bullshit-Bingo sie am ehesten in dem Bewerbungsformular sehen wollen…

Mein Wochenende war wieder etwas faul… Mein Stoffpaket kam Samstag noch an, ich hab die Stoffe gewaschen und gebügelt und zwei neue Masken genäht. Der Stoff ist viel besser! Ich muss sie mal länger als 5 Minuten tragen, aber beim atmen hat sich der Stoff zumindest nicht ans Gesicht gesaugt!
Im Garten haben wir natürlich nichts gemacht, wir faulen Schweine! Aber zumindest waren wir mit dem Hund draußen. Die wird langsam echt alt… so eine Runde ums Feld macht sie inzwischen schon etwas fertig 😉 Es war aber auch super warm am Sonntag.

Und dann noch ein Futter-Update:
Neben Resten, weil ich zu viel gekocht hatte, gabs letzte Woche folgendes zu essen:
– Fleisch und grüner Salat
– Käse-Lauch-Suppe
– Nudelsalat und Fleisch
– Schweinefilet mit Rahmgemüse und Kartoffelrösti

Und weil ich echt speckig geworden bin, hab ich mir vor ein paar Tagen mal wieder eine Kalorienzähl-App runter geladen. Ich stelle wieder fest, dass ich eigentlich gar nicht zu viel esse. Aber ein bisschen das falsche, zu fettig… Und natürlich fehlt mir die Bewegung.
Ich will jetzt die nächsten Wochen wirklich mal versuchen auf zugesetzten Zucker zu verzichten. Obst und Gemüse gibts natürlich trotzdem, aber ich schau mir mal die Zutaten auf Verpackungen an und Süßigkeiten gibts dann jetzt erstmal auch nicht mehr. Das hat nämlich in den letzten Wochen auch zugenommen. Vielleicht geht meine Neurodermitis dann auch mal richtig weg. Sie ist jetzt schon lange nicht mehr so schlimm, und ich hab immer längere Ruhephasen, aber die Stellen flammen doch immer mal wieder auf. Vielleicht bringt der Zuckerverzicht was, ich versuche es mal. Und dann muss ich mich mal irgendwie zum Sport aufraffen… es gibt ja genug Kanäle auf Youtube, die Workouts anbieten, man muss ja also nicht mal was dafür bezahlen. Denn ein Fitnessstudio wäre bei mir wohl wieder bloß rausgeschmissenes Geld…

Who let the dogs out?

Freitag, 8. Mai 2020
Tag 34 im Home Office

Gestern wurde doch noch ein wenig spektakulär – leider. Hundipups hat sich beim Gassi gehen verletzt und wir mussten abends um 8 noch mal zum Tierarzt. Dieser Mann ist auch echt zu gut für diese Welt. Die Alternative wäre gewesen, in die Tierklinik zu fahren. Aber das ist uns erspart geblieben. Dort hätten wir bestimmt, wie in der Notaufnahme, erstmal ewig warten müssen. Aber wir konnten um 8 kurz zum Tierarzt hinfahren, er hat die abgeknickte Daumenkralle gezogen und dann waren wir nach 3 Minuten fertig.
Und weil wir grad da waren hat er sich auch das Humpelproblem vom Humpelhund angeschaut. In letzter Zeit war es besser geworden. Sie hat nicht mehr nach jedem Aufstehen gehumpelt und wenn, dann auch nicht mehr so doll. Man hat es eigentlich fast gar nicht mehr gesehen, daher dachte ich, es wäre besser geworden. Hundi hatte leider verstopfte Analdrüsen, die leider auch schon angefangen haben sich zu entzünden. Nicht so appetitlich 😉 Der Tierarzt meinte, es könnte davon sein. Nächste Woche müssen wir noch mal hin, dann drückt er sie noch mal aus und dann sehen wir weiter. Wenn es nicht davon kam, dann kann es langsam wohl auch einfach altersbedingt sein. Ich bin gespannt.

Der Abend war für den Hund gestern natürlich gelaufen. Sie wollte auch nicht mehr bei uns liegen, sondern hat sich relativ schnell ins Arbeitszimmer verzogen, wo sie immer schläft. Normalerweise geht sie dann irgendwann nachts oder früh morgens wieder zurück in ihr Körbchen im Wohnzimmer. Heute früh lag sie immer noch im Arbeitszimmer und ist erst nach Aufforderung aufgestanden.
Das war dann wohl hoffentlich genug Aufregung für die nächsten Monate!

Heute ist es bisher ansonsten so unspektakulär wie gestern. Laut Ankündigung sollte mein Stoffpaket heute kommen, dann hätte ich noch ein paar Masken nähen können. Ist ja nicht so, dass ich im Moment täglich eine bräuchte, aber ich will welche zum Wechseln haben. Und vor allem will ich schöne Masken haben 😉
Aber DHL war heute nicht in der Lage das Paket zuzustellen. Gründe: kein Zugang zum Gebäude, kein Schild an der Klingel oder Empfänger verzogen. Pf… stimmt alles nicht. Außerdem war ja vorgestern grad einer da und hat das Burgerfreundepaket zugestellt! Joa… danke dann…
Also nix mit nähen, dann können wir ja, je nach Wetter, mal einen Garteneinsatz machen… Wir müssen da dringend mal das ein oder andere Unkraut entfernen. Ich hasse Gartenarbeit…

Games people play

Mittwoch, 6. Mai 2020
Tag 32 im Home Office

Es gibt einen neuen „Kettenbrief“ im Social Media. Jetzt gehts ums trinken. Man filmt sich dabei, wie man erst etwas „Hartes“ zur „Desinfektion“ trinkt, danach ein Bier und zum Abschluss noch einen Schnaps. Und dann schickt man dieses Video an 5 Freunde, mit denen man mal wieder gern zusammen trinken möchte und nominiert sie damit, ebenfalls so ein Video zu machen. Und wenn man es nicht macht, schuldet man demjenigen einen Kasten Bier.

Oh man… so ein Blödsinn. Das ist ja so auch kein „zusammen trinken“, wenn man es allein vor der Kamera macht. Und überhaupt, ich möchte doch nicht zwei Schnäpse und ein Bier exen. Denn darauf läuft es hinaus, wie lang soll denn sonst das Video werden?? Ich kann auch kein Bier exen, dann krieg ich Schluckauf und außerdem möchte ich es genießen.
Jetzt bin ich also der Spielverderber, der bei sowas wieder nicht mitmacht. Na ja, dann ist es halt so. Wäre nicht das erste mal. Kettenbriefe werden eigentlich immer von mir unterbrochen.
Ich fand es als Kind schon blöd. „Schicke diesen Brief an 10 Freunde…“ so viele hatte ich gar nicht. Und außerdem war ich immer eine der letzten, die so einen Brief bekommen hat und dann waren ja auch keine 10 mehr übrig, die diesen Brief noch nicht hatten. Ein zweites Mal wollte keiner diesen Brief.
Na ja und heute… Ehrlich gesagt würden mir da jetzt auch keine 5 Freunde einfallen, denen ich diesen Video-Kettenbrief schicken würde 😉
Höchstens die Burgerfreunde.

Von denen haben wir gestern ein Care-Paket bekommen, damit wir sie nicht vergessen. Wie könnten wir denn?!? 😀 In dem Paket war für alle was dabei: Leckerli fürs Hundi, Pechkekse, Gummibärchen-Hamburger und verschiedene Süßigkeiten für uns, ein Mini-Vodak und Energy, Konfettibomben (die wir auf jeden Fall mit zu denen nach Hause nehmen, wenn wir mal wieder hin dürfen!!!!) und das „Beste“: Groschenromane 😀 für den Namenlosen ein Wild-West-Roman mit Cowboys und für mich natürlich eine Liebesschnulze, die tausendmal schlimmer ist als Rosamunde Pilcher und Nicholas Sparks zusammen 😀
Also wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde mehr 😉 Für mich waren in dem Paket noch schreckliche Labels mit Einhörnern und Regenbogen drauf und „handmade with love“ und so, die man sich an seine Klamotten nähen kann… Frau Burger bekommt also von mir noch eine Maske, wo sämtliche dieser Labels darauf genäht werden. Sie hat es nicht anders gewollt 😀
Irgendwas werden wir uns für die beiden noch überlegen 😉

Itsy bitsy spider

Dienstag, 5. Mai 2020
Tag 31 im Home Office

Woher kommen eigentlich Spinnen im Haus?? Wenn jetzt im Badezimmer, in der Badewanne eine Spinne sitzt, dann frage ich mich, wo die herkam.
Im Schlafzimmer ist Fliegengitter dran. Da kann sie eigentlich nicht her sein. Im Arbeitszimmer ist das Fenster eigentlich nie auf. Vielleicht mal zwei Minuten, aber das reicht nicht, um reinzukommen. Außerdem scanne ich den Fensterrahmen immer ab, wenn das Fenster auf ist, um eben zu vermeiden, dass so ein Vieh rein kommt! Das Fenster wäre schneller als Lichtgeschwindigkeit wieder zu!!
Also muss sie ja durchs Wohnzimmerfenster kommen. Also durch die Balkontür. Wenn der Namenlose rauchen geht, ist die Tür auf. Dann könnte die rein.
Das bedeutet aber auch, dass das Vieh durch die halbe Wohnung läuft, ohne bemerkt zu werden. Wieso sieht man sie nicht laufen? Läuft die nur nachts? Und wo war die denn noch überall? War sie auch im Schlafzimmer? Hat sie nachts oben in der Ecke gesessen und runtergeschaut? Ist sie auch schon übers Bett gekrochen? Wie ekelhaft diese Vorstellung ist!!
Und wieso geht sie dann ins Bad?
Oder kommt sie durch die Lüftung? Geht das? Wir haben im Bad so einen Lüfter. Wenn es draußen windig ist, klappert das Ding manchmal. Hat das also einen Ausgang nach draußen? Ich dachte, das wäre einfach nur ein… keine Ahnung wie das funktioniert! Gehen die Dinger nach draußen? Aber wie denn? 10 Meter durch die Decke oder wie? Dann kommt sie vielleicht auch von dort rein… Und dann krabbelt sie in die Badewanne um dort leider einen unschönen Tod durch Haarspray zu finden.

Es tut mir leid, Spinne. Aber du hättest einfach nicht in meine Wohnung kommen sollen!