Hallo Zukunft!

Gerade habe ich mich in mein Spam-Spam-Postfach eingeloggt, weil ich eigentlich gucken wollte, ob ich darüber SMS empfangen kann (ich brauch eine Nummer für eine Bestätigung, aber ich will meine Handynummer nicht hingeben) und da sehe ich im Spam-Ordner eine Mail, die ich vor zwei Wochen erhalten habe. Ein Brief von vor zwei Jahren, von mir an mich.
Vor zwei Jahren und zwei Wochen hab ich nämlich überlegt, ob ich mich zum Bilanzbuchhalter anmelden soll oder nicht.

Dear FutureMe,

ich hoffe, du hast dich mit deinem Freund unterhalten und dich für die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter entschieden. Was sind schon zwei Jahre? Wie schnell ist 2017 schon wieder rum? Es ist August! Zwei Jahre, die hart sind, ja, aber du solltest bedenken, dass du deinen Sesselpupser-Job nicht ewig behalten wirst. Jaaa, ich male den Teufel an die Wand. Sicher… Aber du weißt wie es läuft. Überall wird gespart, „outgesourct“ und Personal abgebaut. Deine Firma ist da schon lange gut dabei. Hast ja bei den neuen Kollegen aus [***] gesehen wie das läuft. Standort zu, Job bleibt 100km weiter weg erhalten. Und wenn du nicht fahren willst, ja dann bist du eben raus. Ganz einfach. Und du musst dir Chancen eröffnen!

Tja, langes Geschwafel für die wichtige Frage: Wo stehst du heute? Kurz vor der Prüfung? Ich hoffe es.
Und wenn ja, dann hoffe ich, dass du stolz auf dich bist, was du geschafft hast. Nebenbei. Mach es dir bewusst und trage es nach außen. Rasseln gehört zum Handwerk, wie dein A*loch-Chef immer gesagt hat. Ist er noch dein Chef?

Und wenn du es geschafft hast, dann mach dich weiter auf den Weg und nutze das Gelernte. Keep going… Each step may get harder but don’t stop! The view is beautiful at the top!

Wenn du es nicht gemacht hast, dann wirst du deine Gründe dafür gehabt haben. Oder wenn du es noch nicht geschafft hast, dann hoffe ich, dass du dich heute nicht ärgerst. Ärgere dich nicht! Es ist schon alles richtig wie es kommt.

So, wie läuft es privat? Was macht dein Freundeskreis? Ich weiß wie schleppend es heute ist… wie schwer du dich tust, Kontakte zu halten. Aber du bist auch irgendwie selbst Schuld gewesen. Du hast sie zu wenig gepflegt. Ja ich weiß… Das muss sich auch bessern. Ist natürlich auch nicht so leicht, wenn ich jetzt noch über die zwei Jahre hinweg mich weiterbilden will.
Hauptsache du hast dich nicht zu sehr auf deinen Freund fixiert.

Bald feiert ihr Kleinneffis 3. Geburtstag. Der von Großneffi ist ja jetzt noch gar nicht so lang her. Ein guter Zeitpunkt, das Leben in die Hand zu nehmen!

Alles Liebe
Dein PastMe

Ich wusste gar nicht mehr, dass ich mir geschrieben hatte. Aber ich hab mich grad echt gefreut! Damals dachte ich, dass diese Mail nie ankommen wird, weil man sich nach dem Senden eigentlich noch irgendwie registrieren sollte oder so… weiß nicht mehr genau… jedenfalls hatte ich das dann nicht gemacht und daher war ich noch enttäuscht, weil ich dachte, dass mein Brief mich wohl nicht erreichen wird… Aber siehe da 🙂
Falls ihr auch mal wollt: https://www.futureme.org/

Ja, ich bin stolz auf mich, dass ich zwei Jahre durchgezogen hab. So eben nebenbei. Mit Vollzeit-Arbeit. Die letzte Hürde schaffe ich auch noch!
Und wirklich, wie schnell ist die Zeit vergangen?! Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich noch 2018 schreibe, wenn ich irgendwo ein Datum notiere. Weil die letzten zwei Jahre irgendwie eine Suppe waren. Die Zeit ging so schnell rum, es war so durchgetaktet und eigentlich monoton… 2019 ist auch bald rum. Unglaublich!
Mal schauen, ob ich zu Kleinneffis 3. Geburtstag fahren kann, ansonsten zu Großneffis 6. im Januar! Und Ende September besuche ich sie ja auch mal wieder.
Und mein Freundeskreis hat sich trotz begrenzter Zeit sogar vergrößert, weil ich im Lehrgang so viele Leute kennen gelernt hab, mit denen man ganz automatisch verbunden ist. Der Kontakt wird sich sicher nicht mit allen halten, aber ich hoffe, dass mir ein paar davon erhalten bleiben.

To do – Bibu-Update VII

Unterrichtsstunden 918/920
Im Grunde hab ich es geschafft. Unglaublich! Aber trotzdem haben wir noch 3x Schule. Morgen, Samstag und nächsten Dienstag.

Die letzte Woche war hammerhart. Eigentlich war es die letzte Sommerferienwoche, aber da die IHK sich ein wenig mit den Unterrichtsstunden verplant hatte, und wir die 920 nicht ganz voll bekommen hätten (was nachher für einige ein Anlass hätte sein können, gegen das Prüfungsergebnis Widerspruch einzulegen), haben sie uns letzte Woche eine „Repetitoriumswoche“ angesetzt. Mo-Do Unterricht, jeweils schon eine dreiviertel Stunde früher als üblich. Also war ich letzte Woche 21 Stunden in der IHK, zusätzlich zu meinen 38 Stunden Arbeit. Die Wäsche ist liegen geblieben, war ich nicht einkaufen, ich bin eigentlich nur morgens aufgestanden, abends zurück gekommen und wieder ins Bett gegangen.
Aber die Woche war schon sehr gut, das muss ich sagen. Der KÖ-Dozent, bei dem ich die ganze Zeit daran gezweifelt hab, dass er imstande ist, etwas simpel und kompakt zu erklären, hat sich von einer ganz anderen Seite gezeigt. Hätte er seinen Unterricht die ganze Zeit so gemacht, wie letzte Woche – ich hätte nie daran gezweifelt, dass KÖ eigentlich nicht so schwer ist!

Diese Woche ist ganz normal Unterricht, Dienstag noch mal ein zusätzlicher Tag, weil der Dozent ein paar mal eine Stunde früher Schluss machen musste und uns aber die Stunden nicht vorenthalten will. Ich finds gut, ich geh da auch hin. Das ist die letzte Gelegenheit noch mal Fragen zu stellen, er wiederholt sicher noch mal einiges und man nimmt immer was dabei mit!

Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zur Prüfung… Ich schwanke stündlich zwischen Hoffnung, Zuversicht und Pessimismus.
In den nächsten 30 Tagen hab ich noch einiges zu tun…

Ich muss meine Gesetze neu präparieren.
In Abgabenordnung bin ich auf ein anderes Buch umgestiegen. Ich muss also meine Querverweise überarbeiten und auch die Post-its an den Seiten. Allerdings sind das so viele, dass ich eigentlich nicht genug Platz dafür habe. Da muss ich mir noch was überlegen.
In Einkommensteuer war ich zu faul meine tausenden Markierungen, Querverweise und Post-its in die Ausgabe von 2018 zu übertragen… Ich hab gedacht, ich arbeite einfach mit der aus 2017, ich hab geschaut, so viel hat sich tatsächlich nicht geändert. Jetzt bin ich aber doch unsicher, dass ich was übersehen haben könnte und überlege, ob ich doch noch mal alles übertrage. Aber das ist ne Sauarbeit!
In Umsatzsteuer hatte ich ja richtig doll Probleme, aber das hat sich inzwischen zu einem Großteil gegeben. Für USt hab ich mir jetzt ein neues Gesetz gekauft, weil ich die Markierungen neu machen will. Farbliche Unterscheidung nach verschiedenen Sachverhalten, damit man schneller findet, was man sucht.

Ich muss die Prüfungsaufgaben durchgehen.
Ich habe die Prüfungen der letzten zwei Jahre ausgedruckt und weil es in dieser Übergangszeit 2 Prüfungsverordnungen gab, hab ich also doppelt so viele Prüfungen zum lernen. Mit den Prüfungen zu lernen hat den Vorteil, dass man sich an die Art der Fragestellung der IHK gewöhnt und ein Gefühl dafür bekommt, was und wieviel die als Antwort hören wollen.
Außerdem schreibe ich nach Fächern und Themen sortiert alles auf, was mir dabei auffällt, worauf man achten muss. Das ist nachher ein guter kompakter Leitfaden zum Kurzzeitwiederholen zwei Tage vor der Prüfung. Schade, dass ich auf die Idee nicht schon vor einem halben Jahr gekommen bin.
Ich muss mir vor allem angewöhnen, meine Fragen nicht mehr auf Klebezettel zu schreiben, sondern am besten im Handy zu notieren. Klebezettel verschwinden nämlich ständig! Aber ich notier mir die Fragen ja nicht umsonst, ich will das mit meinen Lernmädels besprechen… Nächsten Freitag treffen wir uns wieder zum lernen. Dann sinds nur noch 3 Wochen. Oh man, ich hätts schon so gern hinter mir!

Ich muss mir die Kennzahlen und Formeln in den Kopf prügeln. Noch dazu, was sie bedeuten und wie man sie interpretiert.
Ich muss das Thema meiner mündlichen Prüfung anmelden. Dazu muss ich es ein bisschen ausformulieren und rechtzeitig bei der IHK abgeben.
Die erste Prüfung schreiben wir nicht im IHK-Gebäude. Ich muss gucken, wie ich da hin komme und wo ich da parken kann.
Ich muss nebenbei noch ein Geburtstagsgeschenk für den Namenlosen besorgen, und ein bisschen was zur Partyvorbereitung beitragen.
Ich muss meinen neuen Personalausweis beantragen und abholen.
Ich muss eine Packliste für Dublin machen. Ich muss ein Zugticket zu meinen Eltern buchen. Ich muss einen Rückflug aus Dublin buchen – dazu muss ich mit dem Namenlosen abklären, ob er am Freitag kommt und mich „abholt“ und ob wir dann noch bis Montag bleiben.
Und: Ich muss noch einen Stift suchen, mit dem ich die Prüfung schreiben kann. Die Kulis, die ich hab, sind entweder schon so alt, dass ich Angst habe, dass sie zwischendurch alle werden, oder sie liegen blöd in der Handy. Ich muss schließlich 4 Stunden lang damit schreiben…

Shortcut

Kurze Meldung, weil ich mich sonst in zehn Jahren ärgere, dass ich in dieser stressigen Zeit nichts geschrieben hab und somit nichts über mich weiß. Und mit nichts meine ich nichts. Ich weiß heute nicht mal mehr, was ich gestern für Klamotten an hatte!

1. ich bin maximal genervt
Der Monatsabschluss steht bevor und geht jetzt in die heiße Phase. Gestern saßen wir zusammen und haben die Kontensalden überprüft, damit genug Zeit ist, eventuell Korrekturbuchungen zu machen. Auf dem Bürgschaftskonto war ne Differenz… also haben wir gesucht, wo die her kommt und wer war Schuld? Natürlich Zeittotschläger, der dumme Idiot. Weil er einfach mal so gemacht hat, wie er in seinem dummen Kopf gedacht hat. Aber es kam ihm schon komisch vor, weil sowas hatte er ja noch nicht… Da frag ich mich, wieso er dann sein verdammtes Maul nicht aufkriegt und mal fragt! Nee, da bucht er wild drauf los…
Es hat sich herausgestellt, dass es keine Bürgschaft sondern eine Kaution war, die er buchen sollte. Irgendwie auch idiotisch bei einer Kundenzahlung von Bürgschaft zu reden. Vollidiot!

2. ich bin dauermüde
Variante 1: Ich gehe abends in Bett, schlafe ein, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt und dann bewege ich mich die ganze Nacht nicht. Ich liege wie ein Stein und schlafe aber ich habe morgens trotzdem nicht das Gefühl, dass ich ausgeschlafen und erholt bin.
Variante 2: Ich gehe abends ins Bett, liege bis halb 2 wach und wälze mich hin und her. Immer wieder dämmere ich kurz weg, aber schrecke dann wieder auf, weil ich Mist träume oder weil da eine Mücke ist, oder vielleicht auch einfach nur, weil mein Körper meint, kurz aufschrecken zu müssen.
Wie auch immmer die Nacht ist, ich bin morgens nicht ausgeschlafen, nicht erholt, fühle mich nicht frisch. Das verstärkt leider auch die maximale Genervtheit.

3. ich fresse wie eine siebenköpfige Raupe
Ich esse nicht, weil ich Hunger habe, sondern aus Langeweile. Um einen Grund zu haben, mich vor dem Lernen zu drücken. Das ist mir die letzten Tage aufgefallen. Man siehts auch schon. Hintern ist breiter geworden, die Oberschenkel reiben noch etwas mehr aneinander… Vor allem hab ich auch nur Scheiß gefuttert. Jetzt versuche ich mich also zusammenzureißen, mich mal etwas länger am Stück zu konzentrieren und nur zu essen, wenn ich Hunger oder wirklich Lust hab und nicht nur aus Langeweile und Ablenkung.

4. ich habe vielleicht ein Alkoholproblem
Gestern und vorgestern habe ich mal nichts getrunken. Aber ich glaube die letzten vier Wochen jeden Tag… Ich bin nach Hause gekommen und hab mir erstmal einen Äppler gegönnt. Jeden Tag. Oder ein Bierchen. Blöd, dass wir überhaupt Alkohol im Haus haben, normalerweise ist höchstens mal ne Flasche Wein da, wenn wir Risotto oder Gulasch kochen. Aber irgendwie ist das eingerissen, dass jetzt immer Äppler oder Bier/Radler da ist.
Also diese Selbstverständlichkeit, mit der ich zu Hause direkt zum Kühlschrank gehe und erstmal was trinke, hat mich doch ein bisschen… erschrocken ist übertrieben, ich kann auch sofort aufhören, aber es ist wohl eine Stresshandlung. Also bleib ich die Woche erstmal abstinent.
Spielt übrigens auch in die Gewichtszunahme mit rein.

5. ich habe ein Aufmerksamkeitsdefizit
Ich setze mich hin, arbeite eine Prüfung durch und nach kurzer Zeit MUSS ich mich ablenken. Ich habe das Gefühl, dass ich sonst platze. Ich MUSS auf mein Handy gucken, oder was essen oder oder oder. 11 Minuten ist meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich hab nämlich mal auf die Uhr geschaut, weil es mir noch kürzer vorkam. Vielleicht sollte ich mir mal Ritalin besorgen. 😉

6. ich werde bestehen
Am Samstag waren wir bei Mittelpunkt zum grillen. Ihr Freund macht auch gerade den Bibu-Kurs. Er hat ein Jahr nach mit angefangen und macht nächstes Frühjahr seine Prüfung. Es hat echt so gut getan ein bisschen mit ihm darüber zu quatschen, ein bisschen übers Pensum, ein bisschen sich über Arbeitsweisen auszutauschen. Ich weiß nicht, ob wir uns vor der Prüfung noch mal sehen, aber zumindest hat er mir schon mal viel Erfolg gewünscht und alle sind ein sein Mantra „Du wirst bestehen“ eingefallen. Das war schon motivierend und lässt die Hoffnung neu aufkeimen.

7. ich fahre nach Dublin
Weil der Großteil meines Urlaubs zum lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf geht, hab ich gedacht, ich brauch mehr Urlaub dieses Jahr. Jetzt hätte ich ja einfach gelben Urlaub machen können, aber das mach ich ja sowieso nicht, also hab ich letztes Jahr schon in weiser Voraussicht meinen Bildungsurlaub von 2018 nach 2019 übertragen und mache nach der Prüfung zwei Wochen Bildungsurlaub in Dublin.
Gebucht und bestätigt ist es. Einen Flug hab ich noch nicht. Ursprünglich wollte ich mit dem Namenlosen schon ein paar Tage eher hin, aber daraus wird nichts. Er kann nicht weg, weil sein Vater nicht da ist. Somit kann keiner auf den Hund aufpassen, bzw. den würden wir schon unterkriegen, aber dann ist auch niemand in der Firma, das geht mal einen Tag, wenn man ein verlängertes WE macht, aber nicht ne knappe Woche… na ja. Aber es geht auch von meiner Seite nicht, ich muss nämlich mal wieder zu meinen Eltern. Also fahr ich nach der Prüfung zu denen und fliege dann von dort nach Dublin.

Ende.

Freitags-Füller 28/2019

1. Das Geräusch… welches Geräusch? Heute genieße ich die Stille – fast zumindest. Ich mache heute nämlich Home Office. Ich höre Flugzeuge, Tauben, andere Vögel, die Straße. Vielleicht auch den Hund, aber da es gerade anfängt zu gewittern, wird die nicht durch den Garten rennen und bellen..

2. Der Geschmack von Süßigkeiten bleibt mir heute erspart. Zu Hause hab ich nämlich nix.

3. Der Geruch Regen muss erstmal draußen bleiben. Es regnet noch zu doll, um das Fenster aufzumachen.

4. Der Anblick von meinen Lernunterlagen neben mir ist vorwurfsvoll. Aber jetzt muss ich erstmal arbeiten. Nachher setze ich mich da wieder ran..

5. Die Lust zu lernen hält sich in Grenzen.

6. Das Gefühl von Müdigkeit macht sich breit. Auch wenn ich durchschlafe habe ich in letzter Zeit nicht das Gefühl, ausgeschlafen zu haben. Auch nicht am Wochenende, wenn der Wecker aus ist und ich tatsächlich mal bis 8 geschlafen habe.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf nichts spezielles. Vielleicht darauf, um halb 9 auf der Couch wegzudösen, morgen habe ich geplant, endlich bei Herrn und Frau Burger das Hochzeitsgeschenk einzuweihen und Sonntag möchte ich die restlichen IHK-Skripte einscannen, damit ich bei Leerlauf im Büro was zu tun hab!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Nervenbündel – Bibu-Update VI

Nur noch 9 Wochen.
Unterrichtsstunden: 888/920
Der Countdown läuft. Er läuft ja schon lange, ich zähl ja schon ewig die Tage runter… jetzt sind es also nur noch 9 Wochen. Und das hier wird ein richtiger Jammer-Eintrag.

Mir geht echt die Flatter. Ich bin innerlich so unruhig. Mir rennt die Zeit davon. Ich habe das Gefühl, dass ich so viel noch nicht weiß. Und dass ich vieles nur so ein bisschen kann!
Ich habe das Gefühl, dass ich keine richtigen Lernunterlagen hab. Ich hab tausend Sachen angefangen zusammenzufassen und kompakt zu schreiben, aber nix fertig. Das eine auf Karteikarten, das andere am PC, das dritte per Hand auf normalen Blättern… Weil ich nicht weiß, wie ich es anpacken soll. Ich finde alle drei Möglichkeiten blöd. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es sonst will.

Ich frage mich, ob ich mir noch ein Buch kaufen soll. Aber wie viele Unterlagen will ich denn noch?? Ich hab Skripte von der IHK und Skripte von den Dozenten, ich habe Skripte von Endriss und massenhaft alte Prüfungen. Was will ich denn noch alles lesen, wenn ich doch das vorhandene noch nicht mal alles durch hab? Das geht doch nicht! Das schaffe ich auch zeitlich gar nicht mehr!

Ich schwanke momentan zwischen heulen und hysterisch lachen. Am liebsten würd ich mich einbuddeln. Ich kann mich auch so schlecht konzentrieren im Moment. Ich lese was, und verstehe nix. Dann lese ich noch mal, schreibe drei Stichpunkte und hab keine Lust mehr. Ich bin innerlich so angespannt und möchte manchmal aufspringen und schreien, um irgendwie den Druck loszuwerden! Ich hab Rückenschmerzen vom ständigen sitzen. Ich bin erschöpft und hab keine Lust was anderes zu machen. Gleichzeitig denke ich mir, dass ich mir gar keine Zeit nehmen darf, um was anderes zu machen. Aber dann bin ich frustriert, wenn ich nichts anderes gemacht hab. Und ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich weder gelernt, noch was anderes gemacht hab…

In 6,5 Wochen hab ich Urlaub. Ich weiß nicht, ob und wie ich das aushalten soll bis dahin. Aber selbst wenn ich jetzt schon zu Hause wär… ich weiß nicht, wie viel ich zu Hause schaffen würde. Ich lasse mich ständig ablenken. Handy, Hunger, Klo, Handy, Vogel im Garten, Handy, Hund im Garten, Namenloser im Garten… So schön ich meinen Schreibtisch direkt am Fenster finde… sobald sich draußen was bewegt bin ich raus aus der Konzentration. Inzwischen sitze ich oft am Esstisch, mit dem Rücken zum Fenster. Und wenn ich mein Handy außer Reichweite hab, dann renn ich eben schon wieder aufs Klo oder an den Kühlschrank. Und wenn ich den Laptop an hab und was google, dann bleib ich garantiert bei irgendwas hängen und zack ist schon wieder ne viertel Stunde um.

Selbst auf der Arbeit fahr ich grad alles runter und mach hier nur das allerallernötigste… Schande auf mich… aber eigentlich passe ich mich da bloß an die allgemeine Arbeitseinstellung hier an… Ich hab mir ein paar IHK-Skripte eingescannt und schreibe hier Zusammenfassungen, aber auch hier gehts mir so, dass ich drei Stichpunkte schreibe und dann nicht mehr kann. Ich muss mich richtig doll zwingen, dass ich mal 15 Minuten am Stück konzentriert was mache… Aber dann ist doch wieder was anderes. Dann schreib ich ne Bewerbung zum Beispiel (drückt mir die Daumen) und aktualisiere nach dem dritten Stichpunkten schon wieder mein Postfach. Oder ich starre hier aus dem Fenster. Oder ich renn zum Tisch mit den Süßigkeiten. Und ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Das macht mir zusätzlich Druck und Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.
Die verdammte Zeit rennt. Die letzten Wochen sind einfach so schnell vergangen. Selbst Kacktage wie Montage, die sich sonst wie Kaugummi ziehen, vergehen wie im Flug. Und ich komme nicht voran…

Montag war echt ein richtig beschissener Scheißtag. Ich hab mich vielleicht auch ein bisschen reingesteigert, aber ich schätze ich bin jetzt an einer Grenze angekommen.
Am Montag hab ich mich fürs heulen entschieden. Schon auf dem Heimweg im Auto. Dann musste ich zum Arzt ein Rezept holen. Ich hab extra angerufen vorher, damit sie das fertig machen, und musste trotzdem 25 Minuten warten. Das hat mich so genervt, weil ich nur daran gedacht hab, was ich in den 25 Minuten zu Hause hätte durcharbeiten können. Auch wenn ich mich bestimmt auch wieder ablenken lassen hätte, sodass ich sowieso effektiv nur 10 Minuten was gelesen hätte.
In der Apotheke hatten sie das Medikament dann nicht vorrätig, also musste ich am Dienstag noch mal da hin. Aber es hätte auch nichts gebracht, in eine andere Apotheke zu fahren, denn erfahrungsgemäß hat das nie eine da…
Dann musste ich noch zum Aldi, weil kein Brot mehr da war. Ich fress nämlich auch in letzter Zeit nur Scheißdreck. Einen Haufen Süßkram, der im Büro immer vorrätig ist, weil ich nie ein Brot dabei hab… Also wollte ich Brot holen. Und dann stand ich mit drei Sachen da und es war eine Kasse auf und gefühlt 100 Leute in der Schlange.
Ich hab kurz überlegt, ob ich einfach alles auf den Boden schmeiße, mich direkt dazu werfe und einen Heulkrampf kriege… Hab mich dann aber doch zusammen gerissen. Und Aldi war gnädig und hat zwei weitere Kassen aufgemacht.

Am Dienstag war ich dann trotzdem ohne Brot auf der Arbeit und hab mich von Hanuta, Oblaten und einem Apfel ernährt… Abends gabs dann Lasagne und ich hab mir auch gleich Brote für die Arbeit am Mittwoch gemacht.

Alles in allem war das ne Scheißwoche, daran wird auch heute und morgen nix mehr ändern, und ich mach mir ein paar Sorgen, dass das die nächsten 9 Wochen so weitergeht…

Freitags-Füller 26/2019

1. Mir gefällt meine neue Einstellung zu mir selbst. Ich frage mich aber, wieso es mir plötzlich so selbstverständlich vorkommt, mich gut zu finden. Und wieso ich es früher so selbstverständlich fand, mich wegen jeder Kleinigkeit zu kritisieren.

2. Nächsten Samstag sind wir bei Herrn und Frau Burger, die jetzt endlich offiziell Herr und Frau Burger sind, eingeladen. Dann weihen wir unser Hochzeitsgeschenk ein (eine Fackel für den Garten) und es gibt ein paar Leckere Sachen vom Grill.

3. Die Auswahl an Getränken ist einfach momentan: Wasser, Wasser, Wasser.

4. Im März hab ich ja meine Weisheitszähne raus bekommen. Eigentlich hätte ich zwei Tage später einen Termin bei einem normalen Zahnarzt gehabt, aber den hab ich dann natürlich abgesagt und natürlich keinen neuen vereinbart… Jetzt schiebe ich das wieder vor mir her. Sie wollte eine Füllung ersetzen… hach… allein der Gedanke… vielleicht warte ich noch mit dem Termin beim Zahnarzt.

5. Die Sommerferien sind fast da. Nur noch morgen Schule und dann hab ich 5 Wochen meine Ruhe! Fast. Lernen muss ich ja trotzdem und ich hoffe, dass ich mich oft genug abends zum lernen hinsetze. Aber das sollte kein Problem werden, denn ich habe in letzter Zeit so einige kleinere und mittelgrößere Erfolgserlebnisse bei Übungsaufgaben gehabt. Speziell bei den Steuerfächern. Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren.

6. Der Gedanke an die Prüfung bereitet mir trotzdem ein flaues Gefühl im Magen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Rest Eiswein, der noch im Kühlschrank steht, morgen habe ich geplant, hochkonzentriert an der Steuer-Probeklausur zu arbeiten und Sonntag möchte ich ein bisschen lernen, ein bisschen rumgammeln, ein bisschen Eis essen und mich ein bisschen über die nahende Freiheit freuen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Das Sommerkleid

Ich habe heute ein Kleid an! Im Büro! Das hab ich im Leben noch nicht gemacht. Zumindest nicht im Sommer. Im Winter, wenn ich Stiefel anziehen konnte, die meine Waden versteckt haben, dann hab ich das schon ab und zu gemacht. Aber eigentlich kann ich es an einer Hand abzählen.

Die letzten Tage war es unglaublich warm. Im Büro ja eher nicht, da ist es klimatisiert und es zieht mir eigentlich eher. Aber wenn ich Schule hab, dann muss ich halt auch noch in der IHK ein paar Stunden aushalten… Und da sind lange Ärmel und geschlossene Schuhe nicht so angebracht.
Bisher gabs also das Zwiebelprinzip und ich hatte Wechselschuhe im Auto. Letzte Woche hab ich mich irgendwann getraut und ein neues (selbstgenähtes) Kleid zur IHK angezogen. Ich hab mich im Auto umgezogen, weil ich mich nicht getraut habe, das Kleid gleich morgens schon zur Arbeit anzuziehen. Außerdem hatte ich Angst, dass ich sonst im Büro friere. Das hab ich am Dienstag auch wieder gemacht. Also 2x in kürzester Zeit mit Sommerkleid im Alltag. Absolute Premiere für mich!

Gestern sollten es 39 Grad werden (und verdammt, mein Auto hat das auch tatsächlich angezeigt!!) und da hab ich schon kurz überlegt, ob ich das nun auch mal im Büro ein Kleid tragen soll… hab mich aber nicht getraut. Zumindest hatte ich aber mal Sandaletten an und gar nicht so schlimm kalte Füße gehabt, wie befürchtet. Zur Not geh ich halt mal raus und wärme mich wieder auf, hab ich mir gedacht 😉 Und zur allergrößten Not hätte ich Ballerinas im Auto gehabt.

Heute hab ich wieder Schule und ich stand vor dem Kleiderschrank und hab überlegt, was ich heute für den Nachmittag einpacke. ich muss ja schon sagen, dass ich sogar recht viele Kleider hab, die ich aber kaum trage. Ich hab ein paar Sommerkleider, die ich im Urlaub an hatte, aber ich hab sogar auch drei bürotaugliche Kleider, eins mit kurzen, zwei mit längeren Ärmeln, die ich aber bisher nur an hatte, wenn wir zum Jahrestag essen gegangen sind…
Heute morgen dachte ich mir dann „scheiß drauf“ es ist Sommer, es ist warm, ich will auch mal ein Kleid anziehen! Ein paar Kolleginnen haben auch immer ein Kleid an in letzter Zeit… Und die frieren ja auch nicht… Und wie gesagt, zur Not geh ich kurz vor die Tür. Aber wie ich heute früh schon gemerkt hab, reicht es, wenn ich ein Stockwerk die Treppen hoch steige, um in Schweiß auszubrechen…

Ich trage also heute ein Kleid!
Und niemand hat einen dummen Spruch gemacht.
🙂

Neunundneunzig – Bibu-Update V

99 nicht Luftballons… sondern Tage übrig bis zur Prüfung. Ich kann es immer noch nicht fassen, wie schnell die Zeit rumgegangen ist. Es sind noch 3 Monate. Oder 14 Wochen. Oder eben 99 Tage. Und nur noch 18x zur Schule. Achtzehn! Ich fass es nicht!

Unterrichtsstunden: 840/920

Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Im Grunde sind wir durch. In manchen Fächern sind wir durch mit dem Stoff. In Jahresabschluss national und international machen wir schon länger nur noch Übungen. Dabei besprechen wir dann alte Prüfungsaufgaben und gehen auf die Besonderheiten und Unterschiede dabei ein. Und man stößt irgendwie immer auf ein Thema, das man noch nie besprochen hat. Das macht mir auch für die Prüfung dann ein bisschen Sorgen, dass doch irgendwas dran kommt, was man noch nie besprochen hat.
Mit Kosten- und Leistungsrechnung sind wir auch durch. Ich weiß noch, wie ich nach der ersten Unterrichtsstunde geschockt von der Dozentin war und noch dachte, wir werden nie Freunde 😀 Aber inzwischen ist KLR eins meiner Lieblingsfächer. Ach… eigentlich ist es mein Lieblingsfach! Es liegt mir einfach. In diesen Prüfungsteil lege ich auch echt große Hoffnungen, denn der wird zusammen mit Steuern geschrieben. Und da sind meine Hoffnungen nicht ganz so groß :-/

Ich hab immer noch große Lücken in Umsatzsteuer, da muss ich mich noch mal richtig auf den Arsch setzen. Das hab ich bisher immer ein bisschen vor mir hergeschoben… Aber jetzt muss das sein. Internationale Besteuerung hab ich komplett aufgegeben, aber das kann eigentlich nicht so kompliziert sein. Da muss ich mich auch noch mal reinknien.
Abgabenordnung und Einkommensteuer waren die Fächer, in denen wir zum Jahresanfang einen Dozentenwechsel hatten. Der neue Dozent zieht sehr systematisch noch mal alles durch und hat mit dem Stoff bei null angefangen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Inzwischen habe ich da einen ganz gute Einblick, aber ich weiß, dass wir noch bis zum Ende also in noch 6 Unterrichtseinheiten, Stoff Stoff Stoff machen werden. Es wird nicht allzuviel Zeit zum Wiederholen bleiben. Das müssen wir allein machen.
Der letzte Unterricht in Körperschaftsteuer liegt jetzt drei Monate zurück, wir haben im August noch mal einen Block als Repetitorium. Ich glaube ich hab alles schon wieder vergessen… Ich hatte ja da eh meine Probleme, aber wir haben oft samstags nach dem Unterricht gesessen und die KÖ-Hausaufgaben gemacht. Das hat mir mehr gebracht als der Unterricht und eigentlich hatte ich es dann ganz gut begriffen. Da muss ich also auffrischen.
Gewerbesteuer liegt jetzt auch schon lange zurück, das muss ich vor dem nächsten Unterricht noch mal wiederholen. Das war eigentlich wirklich nicht schwer. Grundsteuer besprechen wir dann auch noch. Das scheint nicht viel zu sein, daher reicht ein kurzer Unterrichtsblock.

Nächste Woche haben wir die letzte Stunde Finanzwirtschaftliches Management, da muss ich dringend am Wochenende noch mal meine Unterlagen durchgehen, um den Dozenten noch mal nach dem ein oder anderen zu fragen. Da haben wir nämlich auch kein Repetitorium, das muss ich dann so auf die Kette kriegen.
In Berichterstattung sind wir eigentlich auch mit dem Stoff durch. Eigentlich heißt das Fach „Jahreabschlüsse aufbereiten und auswerten“, aber ich kann jetzt trotzdem keinen Jahresabschluss analysieren… Die Dozentin hat selbst keine Ahnung, das merkt man immer daran, wie sie ins Schwimmen und Stottern kommt, wenn mal einer genauer nachfragt… Wir haben sämtliche Kennzahlen durchgekaut, aber mehr so „Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital. Die Kennzahl setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital.“ Toll. Danke. Und was genau sagt das nun aus?! Das hat sie uns dann nicht erklärt. Diese ganzen Interpretationen muss ich mir also selbst noch irgendwo herholen.

In den restlichen Laberfächern Führung, Kommunikation & Zusammenarbeit, Internes Kontrollsystem und Berufsausbildung planen sind durch, in Kommunikation und Führung haben wir noch mal je eine Stunde. Das sind so Fächer, wo ich mir echt keine Sorgen mache. In allen drei Prüfungsteilen können Fragen aus diesen Themen dran kommen. Aber das sind Sachen, die man auch mit gesundem Menschenverstand lösen kann. Sowas wie „Wie sollte ein gutes Mitarbeitergespräch vorbereitet und strukturiert sein?“ Da muss man sich eigentlich nur mal an sein eigenes MA-Gespräch erinnern und darüber nachdenken, was gut war und was nicht.

Mit den beiden Mädels aus dem Kurs, mit denen ich im April feiern war, hat sich jetzt auch eine kleine Gruppe herauskristallisiert. Wir sind in den nächsten Wochen zum Lernen verabredet. Ich glaube wir ergänzen uns ganz gut. Die eine hat einfach echt ein breites Wissen und kann zu allem was beitragen. Ich wette, sie würde die Prüfung jetzt schon bestehen, wenn sie schreiben müsste. Sie hat auch ihre Lücken, besonders auch in den Steuerfächern, aber mit ihr über die einzelnen Themen zu reden ist immer sehr effektiv und gewinnbringend. Die andere ist Steuerfachangestellte und hat uns schon bei den KÖ-Sachen viel geholfen. Ich hab durch ihre Erklärungen mehr verstanden, als durch den Unterricht. Mit ihr hoffe ich auch, dass ich Umsatzsteuer und internationale Besteuerung noch soweit checke, dass ich wenigstens den Großteil der Punkte holen kann.
Sie hat so ihre Schwierigkeiten mit KLR. Da können wir anderen zwei ihr dann im Gegenzug gut helfen.

Ich bin ganz froh um das kleine Grüppchen. Wenn wir nach dem Unterricht in so einer großen Runde zusammen gesessen hatten, war das nur effektiv, wenn wir einen Plan hatten. Aber niemand hat sich so richtig dafür verantwortlich gefühlt. Es waren auch immer die gleichen, die gefragt haben, ob wir nach dem Unterricht noch die Hausaufgaben machen wollen. Ich zum Beispiel, oder die zwei aus meinem Grüppchen. Der Rest hat sich halt dran gehängt und profitiert, aber selbst nichts beigetragen.
Einmal wollten wir nur Lernen, ohne Hausaufgaben. Das war dann ziemlich chaotisch, wir wussten nicht, wo wir anfangen sollen, jeder hatte ein anderes Problem. Das waren einfach zu viele Leute.

Jetzt ist tatsächlich der Punkt da, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Es gibt viele, die kaum oder gar nicht mehr zum Unterricht kommen. Es gibt einige, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie riesige Lücken haben. Es gibt auch ein paar, die schon gesagt haben, sie melden sich im Herbst nicht zur Prüfung an.
Von anfangs 22 Leuten ist einer schon ziemlich schnell gegangen, dann kam eine aus dem Vorgängerkurs dazu. Die hat uns aber auch wieder verlassen. Bleiben 21. Von zweien weiß ich ganz sicher, dass sie die Prüfung nicht im Herbst schreiben. 19. Fünf weitere kommen immer mal zum Unterricht, dann wieder nicht. Ich hab nicht drauf geachtet, ob das nur bestimmte Fächer betrifft… Wie machen die das? Arbeiten die das zu Hause alleine auf? Ich würde das nicht schaffen… Ich brauche diesen Kurs. Wenn ich jetzt nicht mehr hingehen würde, zu den letzten 18 Unterrichtsblöcken, ich würde zu Hause auch nichts machen! Ich bin in letzter Zeit relativ faul zu Hause. Wenigstens sitze ich vor dem Unterricht in der IHK und lerne da. Und dann freue ich mich auf die Lerntreffen und ich hoffe, dass wir das in den Sommerferien öfter machen. Ich brauch das wirklich. Ich will Weizen sein! 😉

Leseliste April/Mai 2019

Die ewigen Toten von Simon Beckett

Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das stillgelegte Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren verlassen und heruntergekommen, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche aufgefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Leiche, das sieht Dr. David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert. Als der forensische Anthropologe sie näher untersucht, stellt er fest, dass es sich um eine Frau handelt. Eine schwangere Frau. Beim Versuch, die Tote zu bergen, entdeckt die Polizei ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…

Tjahaaa… nahtlos weiter 😉 Und gewohnt gut. So, wie ich die anderen auch in Erinnerung hatte. Ich hab das Buch im Flugzeug angefangen zu lesen, weil ich leider einen Gangplatz hatte und somit meine Zeit nicht mit aus dem Fenster schauen rumgekriegt habe. Nach 6 oder 7 Tagen war ich damit durch!
Mir war zwar irgendwann klar, wer der Täter ist, aber nicht die ganzen Abgründe, die sich dann auftaten.

Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Bastian Balthasar Bux entdeckt in einer Buchhandlung ein geheimnisvolles Buch, „Die unendliche Geschichte“. Begeistert liest er von den Abenteuern des Helden Atréju und seinem gefährlichen Auftrag: Phantásien und seine Herrscherin, die Kindliche Kaiserin, zu retten. Zunächst nur Zuschauer, findet er sich unversehens selbst in Phantásien wieder. TU WAS DU WILLST lautet die Inschrift auf dem Symbol der unumschränkten Herrschaftsgewalt. Doch was dieser Satz in Wirklichkeit bedeutet, erfährt Bastian erst nach einer langen Suche. Denn seine wahre Aufgabe ist es nicht, Phantásien zu beherrschen, sondern wieder herauszufinden. Wie aber verlässt man ein Reich, das keine Grenzen hat?

Hach, wie ich mir als Kind immer gewünscht hab, dass ich in der Geschichte dabei sein könnte… 🙂 Ich hätte Phantásien auch retten können 😉 Rückblickend schon schade, dass ich das Buch nicht schon als Kind gelesen hab.
Obwohl es schon von 1979 hat es nicht nicht viel an Aktualität verloren: Bastian wird gehänselt und gemobbt, er fühlt sich nicht gut genug und eifert einem Ideal nach um anerkannt zu sein und um sich wehren zu können, als er die Möglichkeit dazu hat. Aber am Ende merkt er, dass das nicht alles ist, und dass ihm Stärke und Mut nichts nützen, ohne Liebe.

Cottage mit Kater von Hermien Stellmacher

Schwere Zeiten für die Krimiautorin Nora: die Mutter gestorben, der Lebensgefährte auf und davon. Da kommt ihr die Einladung in ein Cottage an der Küste Cornwalls gerade recht. Endlich alles hinter sich lassen, Spaziergänge durch leuchtend bunte Blumenwiesen, Sonnenuntergänge am Strand und in Ruhe schreiben – wunderbare Aussichten!
Doch wieder einmal macht das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kleiner Kater, den sie von einer Klippe rettet, weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Immer wieder schmuggelt er sich heimlich ins Haus und wirbelt ihren Alltag durcheinander. Mit dem neuen Manuskript geht es auch nicht wie erhofft voran. Es ist zum Verzweifeln!
Aber da ist noch Phil, der nette, gut aussehende Nachbar, der immer wieder seine Hilfe anbietet.

Über das Buch bin ich im Hugendubel-Newsletter gestolpert, und ja, ich habe es eigentlich nur gekauft, weil auf dem Cover eine Katze über den Titel läuft 😀
Ich glaube, ich bin nicht ganz die Zielgruppe für den Roman, ich konnte mich jedenfalls nicht so richtig mit Nora identifizieren. Dafür konnte ich mir das kleine Örtchen in Cornwall umso besser vorstellen, in dem sie gelandet ist. Sehr idyllisch und am liebsten wäre ich da jetzt auch und hätte dann natürlich auch gern so einen kleinen Kater 😉

Das Erbe der Insel: Isle of Wight Teil 1 von Wendy K. Harris

Die Schriftstellerin Jane erbt ein altes Cottage auf der Isle of Wight – von Lilly, der stets totgeschwiegenen Schwester ihrer Mutter. Auf der Suche nach Antworten fährt Jane auf die Insel und lernt Lillys Familie und Freunde kennen: den schweigsamen Fischer Neptun, die kauzige, aber warmherzige Emmeline und Marguerite, Lillys verträumte Tochter. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sich Jane willkommen und geliebt. Begeistert lauscht sie Emmelines Erzählungen von der wilden Zeit vor vierzig Jahren – doch die drängendsten Fragen bleiben unbeantwortet: Warum haben Janes Eltern die Insel damals Hals über Kopf verlassen? Und warum hüllen sich alle darüber in Schweigen? Bald wird Jane klar, dass die Antworten ihr Leben für immer verändern werden.

Dieses Buch ist 2005 schon mal unter dem Titel „Die fremde Schwester“ erschienen und ich finde ihn etwas passender. Der aktuelle Titel impliziert, dass es noch Folgebände gibt, aber die anderen Bücher von ihr, die auf der Isle of Wight spielen, handeln von völlig unabhängigen Sachen.
Das Buch hat mir rückblickend wirklich gut gefallen. Es war sehr bildlich. Ich sehe es alles vor Augen, das Cottage, die Personen… Als ich etwa ein Viertel gelesen hatte, dachte ich allerdings zu wissen, wie das Buch ausgeht und war erst etwas enttäuscht, weil ich dachte, es wäre so vorhersehbar. Das war aber nur ein Vorgeschmack auf das Drama, das nach und nach aufgedeckt wird.

Sturm von Uwe Laub

Weltweit häufen sich scheinbar unerklärliche Wetterphänomene. Australien: Extreme Wasserverdampfung bringt Ökosysteme zum Einsturz. Sibirien: Nach einem signifikanten Temperaturanstieg taut der Permafrostboden. Gebäude sacken zusammen, Straßen und Städte werden zerstört. Deutschland: Das Olympiastadion in Berlin wird von einem Tornado verwüstet, in weiten Teilen Hannovers wüten Hagelstürme. Zahllose Tote und Verletzte werden geborgen, die Nation ist im Schockzustand. Es beginnt der Kampf gegen einen Feind, der uns alle umgibt …

Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt, ob es diese ganzen Behörden und Institute wirklich gibt, von denen im Buch berichtet wird. Organisationen, die das Wetter beeinflussen. Oder zumindest damit experimentieren. Und wenn es nicht so spannend gewesen wär, hätte ich mehr zwischendurch gegooglet. Tatsächlich hat China 2008 vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking Wolken geimpft, damit es regnet und zur Eröffnungsfeier schönes Wetter ist. Im Nachwort wird gesagt, dass es die ganzen Institute wirklich gibt und was von den genannten Wetterkatastrophen Realtität war und was er sich ausgedacht hat.
Vom Wolkenimpfen an sich hatte ich schon mal gehört, das ist echt so abgefahren! Und natürlich hat alles eine Auswirkung, wenn man in die Natur eingreift. Im Buch wird das Schreckensszenario dargestellt, was passieren könnte, wenn man die Natur kontrollieren will.
Sehr spannend und gut zu lesen, auch wenn es mir zum Ende hin etwas zu hollywoodmäßig wurde.

Intuitiv abnehmen von Elyse Resch und Evelyn Tribole

Schluss mit dem Diätwahn und zurück zu einem natürlichen Körpergefühl und Essgenuss ohne schlechtes Gewissen – diese Botschaft vermitteln die beiden Autorinnen in ihrem Buch „Intuitiv Abnehmen“. Denn wer bewusst und ohne Schuldgefühle isst und auf seinen Körper hört, der wird lernen seinen Körper zu akzeptieren. So fällt es ganz leicht, stressfrei und auf natürliche Weise abzunehmen.

Bellona hat drüber geschrieben, Sternenkratzer dann auch. Da bin ich neugierig geworden.
Ich hab ein Vierteljahr lang Intervallfasten 16/8 ausprobiert. Ich hab sogar drei oder vier Zentimenter Umfang am Hintern verloren, aber so richtig hat es trotzdem nicht funktioniert. Ich hab es zwar hinbekommen, vor 12 Uhr nichts zu essen, aber es ist mir sehr schwer gefallen, nach 20 Uhr nichts mehr zu essen. Das 8 Stunden Essens-Intervall war mir zu kurz. Ich hatte abends manchmal richtige Heißhungerattacken, besonders dienstags und donnerstags nach der Schule und auch vormittags habe ich irgendwann immer richtig Hunger bekommen. Das ging dann zwar auch wieder weg und bis 12 Uhr oder sogar länger durchzuhalten war kein Problem, aber ich bin schon immer der Meinung, dass man auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl achten muss aber dass man das erstmal wieder lernen muss, überhaupt wahrzunehmen. Nichts anderes beschreibt das Buch.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Ein großer Schritt zur Selbstliebe

Gestern habe ich beschlossen, dass es mir egal ist, was andere Leute denken. Gestern habe ich einfach eine kurze Hose angezogen, als wir wählen gegangen sind. Weil ich das wollte. Weil es warm war. Weil ich mich wohl gefühlt hab. Mit mir und in meinem Körper. In kurzen Hosen und flachen Schuhen. Und zum ersten Mal habe ich nicht darüber nachgedacht, ob jemand hinter mir läuft und über meine Waden lästert. Weil es da nichts zu lästern gibt.
Ich saß im Auto, meine weichen Oberschenkel haben aus der kurzen Hose rausgeguckt uns sahen im sitzen so richtig breit aus. Gestern habe ich zum ersten Mal nicht abfällig darüber gedacht. Meine Hand lag auf den Oberschenkeln und zum ersten Mal habe ich nicht reingekniffen um die Dicke der Speckschicht abzuwägen. Sondern ich habe drüber gestreichelt und einfach nur die Haut wahrgenommen. Meine Oberschenkel sind eben so. Ja, ich könnte sie trainieren, aber wenn ich es nicht mache, weil ich dafür gerade nicht so viel Zeit habe und mir die Zeit auch nicht nehme, dann ist es auch nicht schlimm. Im Gegenteil. Ich akzeptiere meine Oberschenkel.
Gestern habe ich mich zum ersten mal wohlwollend im Spiegel angesehen. Liebevoll. So habe ich mich noch nie angeschaut. Ich habe mein Spiegelbild mit „Na, Hübsche!“ bedacht. Unwillkürlich. Nicht, um mich selbst zu manipulieren. Nicht wie ein „Du bist schön, glaub an dich“-Mantra, das irgendwann in Fleisch und Blut übergehen soll sodass man irgendwann anfängt es zu glauben, sondern einfach ganz unbewusst.
Gestern hatte ich auch zum ersten mal das Bedürfnis, mir etwas gutes zu tun. Mich einzucremen nach dem duschen. Nicht einfach nur, weil meine Haut trocken ist und sonst juckt, sondern um mich damit zu verwöhnen. Ich hab darüber nachgedacht, mir die Nägel zu lackieren, aber dazu möchte ich erstmal die angeknibbelten Nagelbetten heilen lassen. Ich habe zum ersten mal drüber nachgedacht mir ein Kleid zu kaufen, um es im Alltag zu tragen. Nicht nur im Urlaub, wo mich keiner kennt. Oder in der Freizeit, wenns einfach nicht anders geht, weils so heiß ist.

Dieses Gefühl, das sich seit gestern in mir breit macht ist einfach schön. Es ist schwer zu beschreiben und irgendwie so pathetisch, aber zum ersten Mal fühle ich mich genügend. Ich fühle mich größer, aufrechter. Strahlend. Ich mag mich auf einmal, ich empfinde Zuneigung für mich. Ich akzeptiere und mag meinen Körper so wie er gerade ist. Und es tut mir wirklich leid, dass ich so lange so nachlässig mit ihm war und so lange so bösartig und gemein zu mir selbst war. Ich möchte mich selbst in den Arm nehmen und mich entschuldigen! Niemand hat verdient, dass man so mit ihm umgeht. Erst recht nicht man selbst.

Man mag mich nicht mehr oder weniger, wenn ich superdünn und austrainiert bin. Man mag mich, weil ich bin, wie ich bin. Weil ich tue, was ich tue. Weil ich für andere da bin. Weil ich ehrlich bin. Und das ist die schönste Eigenschaft, die man haben kann. Das ist es, was einen Menschen schön macht. Empathiefähigkeit, Selbstlosigkeit, sich für andere aufrichtig freuen können. Das ist es, was mich ausmacht, das ist es, was mich von innen schön macht. Meine Waden sind vielleicht unproportional zum Rest. Na und? Meine Oberschenkel sind weich. Na und? Ich habe ständig blaue Flecken an den käseweißen Beinen, weil ich mich ständig irgendwo stoße. Na und? Und das meine ich so, wie ich es sage. Mein Körper ist, wie er ist. Aber das ist es nicht, was mich als Mensch ausmacht. Und wenn andere mich darauf reduzieren… na ja… dann ist es mir egal. Dann sollen sie das oberflächlicherweise tun. Diese Menschen gehören nicht in mein Leben. In mein Leben gehören die anderen, die mich so akzeptieren und lieben, wie ich bin.

Ich wünsche mir, dass ich mir dieses Gefühl bewahren kann, dass ich diese Einstellung zu mir behalten kann. Ich fühle mich so gut seit gestern, einfach so innerlich zufrieden und glücklich. So habe ich mich noch nie gefühlt und ich möchte mich nie wieder anders fühlen. Ich habe kapiert, dass ich einfach liebenswert bin. So wie ich bin. Weil ich so bin, wie ich bin. Und dass ich mich so auch mögen darf und muss. Ich möchte daran arbeiten, dass es so bleibt und irgendwann mehr als nur ein mögen ist.

Freitags-Füller 20/2019

1. Wenn ich an die mündliche Prüfung denke, wird mir schlecht. Gestern saß ich vor dem Unterricht wieder in der Cafeteria, wo wir uns vor dem Unterricht immer treffen und quatschen, und dann kam eine, die zur mündlichen Prüfung in den Raum gerufen wurde. Und prompt wurde mir richtig schlecht. Es ist total bescheuert, weil ich ja zuerst überhaupt mal die schriftliche schaffen muss. Sagt mir mein Unterbewusstsein etwa, dass ich mir darum keine Sorgen machen soll? 😉 Man muss ja alles positiv sehen...

2. In Kartoffelsalat muss auf jeden Fall genug Flüssigkeit sein. Wenn man fast daran erstickt, weil zu wenig Mayo oder Essig/Öl, dann ist das einfach kein guter Kartoffelsalat. Ich mag beide Varianten ganz gern. Aber Gürkchen sollten schon mit drin sein!

3. Es ist hart mit anzusehen wenn Leute zwei Räume nicht unterscheiden können… Wir haben zwei kleine Besprechungsräume, die haben wir in Raum 1 und Raum 2 benannt und es gibt für jeden einen eigenen Kalender um ihn zu blocken. Wenn jetzt jemand Raum 2 gebucht hat, seine Besprechung dann aber in Raum 1 abhält, dann triggert mich das! Kann das so schwer sein? Wenn der andere Raum leer ist, ist das ja eeeeeigentlich kein Problem (außer für meine nerdige Psyche), aber grad wenn im anderen Raum jemand ist, und danach wieder jemand und sich das überschneidet, dann verschiebt sich alles und dann sitzt man am Ende im falschen Raum und muss dann raus, weil ein anderer rein will, weil er gebucht hat… klingt kompliziert? Ich hab nie gesagt, dass ich ein einfacher Mensch bin 😉.

4. Ich hab ja früher auch schon immer gesagt, dass die Zeit rennt, aber momentan ist das richtig schlimm. Durch die Schule ist die Woche so getaktet und plötzlich war man schon 2x in der Schule und dann ist auf einmal Freitag. Und vom Wochenende hat man auch irgendwie nicht so viel. Und dann geht die Woche an einem vorbei und irgendwie sind alle Wochen gleich, alles ist ein Einheitsbrei, weil ich ja auch nicht viel was anderes mache… Der Schnee schmilzt, die Bäume werden grün, abends nach der Schule ist es noch hell, wenn ich nach Haue fahre und zack ist auf einmal fast Juni.

5. Ich wette heute bleibt wieder die halbe Belegschaft im sogenannten „Home Office“. Chef ist nämlich nicht da. Aber abgesehen davon mach ich das nächste Woche auch mal. Mein Auto muss zur Inspektion und zum TÜV und ich hab keinen Bock mich in den Bus zu setzen (ich weiß nicht mal, wie ich mit den Öffentlichen zur Arbeit komme) oder mich vom Namenlosen bringen und abholen zu lassen. Und was mache ich an dem Tag? Na klar, Wäsche waschen, essen kochen, auf der Couch rumlümmeln 😉 arbeiten natürlich. Ein bisschen. Und lernen.

6. Der Wind in den Bäumen,
der Regen auf meinem Gesicht,
bin momentan mehr in Räumen,
darum merke ich das nicht
.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein hoffentlich gutes Essen in so einem blöden Hip-Restaurant, wo es natürlich nur nachhaltiges, und natürlich auch veganes Essen gibt und Öko-Brause mit wiederverwertbaren Strohhälmen. Hoffentlich ist das auch alles laktosefrei, glutenfrei und mindestens doppelbio, damit sich der doppelte Preis auch richtig lohnt. Ach ja, aber Hauptsache ne essreife Flugavocado dabei… die ist ja auch so richtig nachhaltig und umweltschonend. Aber ok, meine Freundin will da mal hin. Es gibt auch drei Fleischgerichte, ich werde also nicht verhungern 😉 Das würde mir ja grundsätzlich an Aktivität fürs Wochenende ausreichen, aber dieses WE ist richtig voll, morgen habe ich geplant, nach der Schule den Junggesellinnenabschied meiner Freundin zu feiern. Und ich hoffe, dass es nicht regnet (drückt mir die Daumen!), eigentlich wollten wir nämlich vorher picknicken. Die Prognose ist nicht berauschend. Nach dem Essen machen wir eine Comedytour in einem Sightseeingbus, da kanns von mir aus auch regnen, aber wenn wir dann noch ein wenig durch die Kneipen ziehen, dann wärs schön, wenns trocken wär. Aber ob das was wird? Schließlich sind da auch wieder Muttis dabei, die „eine kleine Maus“ zu Hause haben… Warum haben alle Mäuse zu Hause?? Als ob da nicht auch mal der Vater aufpassen könnte. Das sind keine Säuglinge mehr… So, und Sonntag möchte ich dann eigentlich nichts machen, aber wir sind mit dem Vater und dem Halbbruder des Namenlosen verabredet. Erfahrungsgemäß wird das sehr lustig, aber ich hab trotzdem schon jetzt keinen Bock drauf. Danach hab ich eigentlich Urlaub nötig. Ist mir alles etwas viel auf einmal grad!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 19/2019

1. Ich persönlich glaube, heute mal wieder, dass ich meine Prüfung schaffe. Wie das morgen aussieht, weiß ich nicht. Es schwankt immer mal wieder zwischen

  • Zuversicht: Das wird schon. 50+!
  • Hoffnung: Hoffentlich schaff ich das…
  • Angst: Oh man, nur noch 126 Tage!
  • Panik: Ach du scheiße, nur noch 126 Tage, wie soll ich das alles in meinen Kopf kriegen? Ich weiß gaaaar nix!!!
  • Arroganz: Wenn ich mir angucke, wer das vor mir schon geschafft hat…
  • Niedrigstapeln: 50%, du musst nur für 50% schaffen, das schaffst du, du kannst zu allem ein bisschen sagen.
  • Realismus: Sei mal ehrlich zu dir, klar kannst du nicht alles, aber es sind auch noch 4 Monate und den Rest kriegst du bis dahin drauf. Natürlich schaffst du die Prüfung!

Das Problem ist, dass für mich ein Durchfallen überhaupt nicht in Frage kommt. Diesen Gedanken habe ich bisher einfach nicht zugelassen. Auch wenn mich Panik ergriffen hat, der Gedanke war immer „Natürlich schaffst du das, durchfallen ist keine Option!“ Aber je näher die Prüfung kommt, desto hartnäckiger kratzt der Gedanke „Und wenn du doch durchfällst?“ an meinem Bewusstsein. Und ich stelle fest, dass mich dieser Gedanke komplett überfordert, weil ich nicht weiß, wie ich dann damit umgehen soll. Ich habe keinen Plan B. Klar, dann steht ein halbes Jahr später der Zweitversuch an, aber ich wär erstmal richtig niedergeschmettert.

2. Aber den Gedanken schüttle ich jetzt schnell wieder ab. Denn es überwiegt immer noch die Zuversicht, dass ich die Prüfung schon schaffe. und mich mit was anderem verrückt zu machen ist totaler Quatsch.

3. Meine Nachbarn haben sich eine schwarze Katze gekauft, die immer am Fenster sitzt und rausguckt. Ich schätze, das wird eine reine Wohnungskatze bleiben. Wenn ich mir nämlich vorstelle, die stromert durch unseren Garten und trifft auf den Hund… eieiei… Und die anderen Nachbarn sind ein Paar. Das klingt erstmal nicht ungewöhnlich, aber sie wohnen nicht zusammen. Der eine Nachbar wohnt über uns, der andere unter uns.

4. Neulich hab ich Schuhe gekauft, das hatte ich im letzten Freitagsfüller schon erwähnt… Seit dem hatte ich die Schuhe kein einziges mal an und davor auch nur höchstens drei mal… Eigentlich hab ich das im Laden schon gewusst, ich war nicht so richtig von ihnen überzeugt, obwohl sie total bequem und weich sind… Aber das war ein Fehlkauf.

5. Wenn ich frische Blumen kaufe, sind das jetzt am liebsten Gerberer. Die Tulpensaison ist ja vorbei, jetzt gibt es überall Gerberer zu kaufen. Die letzten haben sogar richtig lange gehalten.

6. Gestern hatte ich Schule und als ich zurück kam, hatte mir der Namenlose die Reste von vorgestern warm gemacht: Tortellini Bolognese mit Käse überbacken hatte ich gestern zum Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend zu zweit, morgen habe ich geplant, zur Schule zu gehen und gut aufzupassen und Sonntag möchte ich nicht schon wieder im Garten ackern, aber vermutlich komme ich da nicht drum rum 😉 Schließlich will ich ja auch, dass er schön ist!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Stürmischer Abschied – 19.04.2019

Heute gings in die nordöstliche Ecke. Der Namenlose wollte uuuuuunbedingt nach Cala Millor an der blöden Faneteria von den Büchners vorbei schauen. Ich kam mir vor wie ein blöder Gaffer 😒 Aber ok. Kurz einen Blick geworfen… Irgendwie ist das schon komisch, wenn man Orte, die man nur aus dem Fernsehen kennt, plötzlich real sieht. Irgendwie sieht es genauso aus, aber irgendwie doch ganz anders.
In Cala Millor wars extrem windig am Freitag. Eigentlich schon richtig stürmisch. Die Wellen waren sehr hoch, der Strand war teilweise komplett bis zur Promenade mit Wasser überspült. Gischt spritzte rum, sodass meine Brille nach kürzester Zeit schon total von Salz überzogen war und die Lippen salzig geschmeckt haben. Ein Kite-Surfer fand aber die optimalen Bedingungen und flog ziemlich hoch durch die Luft.

Ich persönlich fand schon beim letzten Mal und jetzt auch dieses Mal Cala Millor nicht schön, daher fand ich den Ausflug dahin auch eher langweilig. Wir tranken in der Fußgängerzogen dann eine heiße Schokolade und fuhren Weiter nach Cala Ratjada. Eeeeeigentlich hätte ich da gern diesen einen speziellen Cache gemacht, für den wir ja grad erst ein paar Wochen vorher einen Testlauf bei uns zu Hause um die Ecke gemacht haben, aber der Namenlose hatte keine Lust. Der hätte auch etwas länger gedauert und es war auch in Cala Ratjada sehr stürmisch und kalt im Wind.
Also so richtig viel gesehen von Cala Ratjada haben wir nicht, wir sind da nur ein kleines Stückchen am Strand entlang spaziert, aber dann weiter gefahren nach Capdepera, weil wir Hunger bekommen hatten. Dort gab es aber nur schmale Straßen, keine freie Parkmöglichkeit und überhaupt war der Ort irgendwie total ausgestorben, also sind wir immer der Nase nach gefahren und landeten in Provensals, wo zufällig noch ein Cache lag und sich eine interessante Steinformation und wegen des stürmischen Wetters ein tolles Naturschauspiel bot!
Die Wellen klatschen gegen die Felsen und spritzten hoch in die Luft, das sah richtig toll aus.

Da wir nun aber immer noch Hunger hatten, aber sich dort am Arsch der Welt nichts fand, fuhren wir zurück in Richtung Hotel und beschlossen in Manacor noch mal zu suchen und wurden nicht enttäuscht. Mit Händen und Füßen, drei Wörtern Spanisch von uns und 3 Wörtern Englisch und Deutsch von der Bedienung, bekamen wir viel und lecker zu essen und waren am Ende satt und glücklich. Ich hatte Baguettes mit Ibericoschinken und der Namenlose hatte irgendwas fischiges. Wir haben dann den Kellner gefragt, was das für Fisch ist, er wusste es halt nicht auf Englisch, also hab ich ihm mein Handy zum googlen gegeben. Gato meinte er, aber da spuckte Google nur Katzenbilder aus 😀 Das war der Lacher des Tages. „What? Cat? Is it a cattail?“, fragte der Namenlose empört 😀 Der Kellner war kurz nervös, aber dann hat er gemerkt, dass er gegrinst hat und nicht wirklich geglaubt hat, dass das Katze war. Am Ende fand er auch ein passendes Bild bei Google und sokamen wir drauf, dass es Katzenwels oder sowas in die Richtung gewesen sein muss.

Zum Abschluss des Urlaubs gingen wir noch mal in den Bierkönig, wir ertranken uns noch ein T-Shirt (man braucht ja mal eins zum Wechseln ;)) und flogen am nächsten Tag wieder zurück nach Hause. Dieses mal nebeneinander und am Fenster 🙂 Bei mir aber dann leider mit beginnender Erkältung… ich hatte mich beim Namenlosen angesteckt. Der Hund hat sich auch gefreut, dass wir wieder da waren und ich hab dann über die restlichen Ostertage meine Erkältung auskuriert und frierend auf der Couch vor mir hin vegetiert, obwohl das Wetter ja so toll war. Tja, so ist das manchmal.

Unter dem Meer – 18.04.2019

Gesund wird man am besten, wenn man schläft. Also ließ ich den Namenlosen schlafen, bis er alleine wach wurde. Nach einem verhältnismäßig späten Frühstück sind wir dann zum Aquarium Palma gelaufen, das nicht weit von unserem Hotel weg war. Da es ihm nicht soo gut ging, haben wir mal was ohne viel Action gemacht.
Vor dem Aquarium stellten wir fest, dass es das Doppelpack-Ticket nur online gab. Zwei Erwachsene konnten so beim Eintritt 10% sparen. Die Schlange war eh unendlich lang, also kauften wir vor der Tür online das Doppelticket und konnten uns dann an der kurzen Online-Schlange anstellen. Ein Hoch auf das mobile Internet und die Abschaffung der Roaming-Gebühren 😉

Am Donnerstag war das Wetter nicht so berauschend. Es war bewölkt, windig und frisch, so dass viele Leute die gleiche Idee hatten wie wir… Oh man… Was ist denn da bloß im Sommer erst los?! Es war voll und laut, man schob sich von einem Aquarienfenster zum nächsten… Und es waren nicht die Kinder, die genervt haben! Sondern da waren einige Erwachsene, die scheinbar keine gute Kinderstube genossen haben. Da gabs welche, die sich echt schonungslos nach vorne gedrängt haben, dann ihr riesiges Tablet hochgehalten haben und minutenlang gefilmt haben, wie die kleinen bunten Fische da rumschwimmen…
Neben den vielen kleinen Becken mit Fischen aus den verschiedensten Regionen der Erde gab es noch eine „Jungle-Area“, mit einem angelegten Wasserfall, Schildkröten und Bananenpflanzen in ziemlich feuchtwarmer Umgebung. Beim Rausgehen standen zwei Mitarbeiter mit einem bunten Papagei, mit dem man sich fotografieren lassen konnte. Natürlich nicht mit der eigenen Kamera.
Am Ausgang konnte man die Bilder dann käuflich erwerben. Genauso wie die Fotos, die direkt am Eingang vor einer bunten Pappwand mit aufgemalten Korallen geschossen wurde.

Um halb 2 sollten die Haie im großen Becken gefüttert werden und natüüüüürlich strömte Himmel und Menschen dort hin um zuzusehen. Man kam kaum noch durch. Das Haibecken ist das tiefste Becken in Europa erstreckte sich über zwei Etagen in dem Gebäude. Wir liefen also erstmal an der Menschentraube vorbei, da hätten wir ja eh nichts mehr gesehen und gingen nach unten, wo Sitzkissen auf dem Boden vor dem Becken lagen und man dort sehr gemütlich das Treiben im Becken beobachten konnte. Wir konnten zwar die Fütterung von dort nicht sehen, aber das war jetzt auch nicht so schlimm.
Wir saßen da sehr gemütlich auf den Kissen direkt vor der Scheibe. Das blaue Licht war beruhigend, immer mal wieder schwommen Haie, Rochen und andere Fische an uns vorbei und eigentlich war das der perfekte Platz um zu beobachten. Und zack! war bestimmt ne Stunde vorbei.

Am Ausgang wird man noch durch einen Souvenir-Shop geführt, wo man alles mögliche kaufen konnte. Schmuck, Plüschtiere… So eine Plüsch-Muräne ist doch super 😀 In dem Shop wurden wir auf die „Mallorca-Perlen“ aufmerksam. Wir hatten die Tage vorher auch schon neben der Autobahn Werbung für die Perlen gesehen und ich dachte bloß, dass ich noch nie von Mallorca-Perlen gehört hab. Ihr??
Google erklärte uns dann, dass das künstlich hergestellte Perlen sind, die nicht mal aus Perlmutt bestehen. Interessant… ist uns nicht aufgefallen, als wir das letzte mal dort waren.

Abends waren wir wieder im Bierkönig, denn wir hatten gesehen, dass Tim Toupet auftreten sollte. Also hat sich der Namenlose mit Medikamenten gedopet und wir sind hin. Wo wir doch schon Mickie Krause verpasst hatten!! 😉 Wir hatten ja gelernt und waren pünktlich da und ich hatte noch tagelang einen Ohrwurm von… ah ja… also… wenn man nüchtern und im seriösen Alltag drüber nachdenkt, ist es schon ein bisschen assi 😉 Aber im Bierkönig war es lustig 😉
Wir sind dann auch mal auf die Idee gekommen zu fragen, ob man für 1 Liter Sangria auch ein T-Shirt bekommt, weil ich schon gern eins haben wollte 😀 hätten wir ja schon mal eher fragen können, aber wir dachten halt, das gilt nur bei Longdrinks, so wie es auf allen Schildern stand. Aber es galt eben auch für Sangria und so konnte ich mir doch ein T-Shirt holen, das ich auch gleich ganz stolz angezogen hab 😀

Mandarinen pflücken – 17.04.2019

Für heute war auch gar nicht so viel geplant. Dem Namenlosen ging es nicht so richtig gut, der hatte sich scheinbar irgendwo eine Erkältung eingefangen. Vermutlich im Flieger, es war nämlich wirklich richtig kalt auf dem Hinflug. Oder als wir in Canyamel am Strand einen Kaffee getrunken haben, da war es nämlich auch ganz schön windig und frisch im Schatten und er hatte keine Jacke an… Tztztz…

Wie auch immer. Wir fuhren einfach mal drauf los. Auf der Liste standen Caches an einer Bucht, an einer ehemalige Schule und an einer ehemaligen Ferienanlage.
Los gings Richtung Bucht in Cala Pi. Weil der Namenlose wieder ohne Navi fahren wollte, sind wir erstmal durch El Arenal gefahren. Eieiei… Hat mich ein bisschen an Los Christianos auf Teneriffa erinnert. Enge Straßen, hohe Häuser, unten Geschäfte oder Cafés oben Balkons. Irgendwann kamen wir raus aus dem Ort und es ging weiter. Immer mal wieder sind wir in einen der kleinen Küstenorte abgebogen um zu gucken. Überall wird da gebaut und wahrscheinlich werden das auch alles mal Ferienfinkas oder Hotelanlagen.

In Puigderrós haben wir uns auf einem noch unbebauten Grundstück an die Steilküste gesetzt und die warme Sonne genossen bevor wir dann weiter gefahren sind nach Cala Pi, wo ein Cache versprach, dass wir dort einen der schönsten Ankerplätze auf ganz Mallorca finden sollen. Und es sah auch wirklich ganz hübsch aus da. Wir ließen uns ein bisschen im Sand nieder und hörten zu, wie das Wasser sacht ans Ufer plätscherte. Wir beobachteten Leute, wie sie versucht haben möglichst perfekte Fotos zu machen. Aus den unmöglichsten Winkeln und in den unentspanntestens Posen. Wir haben ihnen mal einen Instagram-Account unterstellt, der noch ein paar Likes braucht 😉 Ach schlimm unsere Lästereien… Ich will ja schließlich auch schöne Fotos und keine schiefen und unscharfen Schnappschüsse 😉
Weiter gings danach Richtung Campos zu einer ehemaligen Schule, die später in ein Restaurant umgebaut wurde, aber jetzt leer steht. Apropos Restaurant, wir bekamen Hunger! Da wir schon mal in der Nähe waren, fuhren wir nach Ses Salines, wo wir vor drei Jahren schon mal gut gegessen hatten. Und was soll ich sagen?! Da standen Orangenbäume an den Straßen!!
Zuerst wollten wir dort in das gleiche Restaurant wie vor drei Jahren, dann haben wir aber überlegt, dass wir doch auch mal was neues probieren könnten und setzten uns in eine andere kleine Tapas Bar. Da aber niemand kam, um zu fragen, was wir essen wollen (wir waren uns auch nicht sicher, ob das überhaupt offen war. Drinnen war niemand zu sehen) sind wir dann doch wieder in das Restaurant von vor drei Jahren gegangen.
Dem Namenlosen gings dann richtig kacke und so sind wir anschließend wieder zurück zum Hotel gefahren, nicht ohne vorher zwei Früchte vom Baum zu pflücken. Es waren zwar keine Orangen, sondern Mandarinen, aber die waren sooooooowas von sauer… kein Wunder, dass die da einfach so rumstanden und nicht abgeerntet waren. 😀
Statt das saure Vitamin C zu essen ist der Namenlose dann lieber in die Apotheke gegangen, weil ich in meiner Reiseapotheke mal wieder alles hatte, außer das, was er brauchte bzw. wollte: Ibu oder Aspirin Complex. Tja… so ist es doch immer. Den restlichen Tag habe ich lesend, der Namenlose schlafend, verbracht. War auch mal ganz schön und das Buch war ohnehin sehr spannend.

Touristenfrust – 16.04.2019

Ein etwas verkorkster Tag war das…
Zuerst wollten wir zu den Quellen Ses Fonts Ufanes in Campanet. Was uns aber nicht bewusst war, war der Fakt, dass es sich nicht um „normale“ Quellen handelt, sondern um intermittierende Quellen, aus denen nur Wasser sprudelt, wenn es viel geregnet hat. Wir haben also nur das trockene Flussbett vorgefunden.
Dann sind wir auf einer ganz schmalen Straße weiter gefahren Richtung Pollença. Vorbei an vielen Finkas und Landgütern. Da fragt man sich doch immer, wieso man da wohnt… Oder ob man da überhaupt wohnt oder ob das nur an Urlauber vermietet wird. Man hat halt völlig seine Ruhe, aber es ist echt richtig am Arsch der Welt. Wenn man da mal einen Notarzt braucht… puh…

In Pollença war dann gleich mal wieder richtig viel los. Menschenansammlungen… alle wollten zur Carrer del Calvari, einer Treppe, die hoch zu einer Calvari-Kirche führt. Es sind 365 Stufen, für jeden Tag eine. Man soll beim Hochgehen das vergangene Jahr reflektieren und beim Runtergehen Ziele fürs neue Jahr setzen.
Ziemlich schlecht getimed waren wir genau zur Mittagszeit da und ausgerechnet der Dienstag war der wärmste Tag der Woche. Nicht, dass das bei 23 Grad viel ausgemacht hätte, aber in Pollença ging kein Lüftchen und es zeigte sich kaum ein Wölkchen am Himmel.
Wir sind also zwischen den anderen 4893 Touristen in der Sonne die Treppe hochgedappelt. Bis Stufe 100. Dann sind wir wieder umgekehrt 😉 Weg von der Plaça dels Seglars, wo die Treppe und somit das touristische Zentrum mit all den Schnickschnack-Läden beginnt, waren wir dann im Schatten der Gässchen auf der Suche nach was zu futtern. So richtig fanden wir nichts, also tranken wir bloß einen café con leche und fuhren nach Port de Sóller, um dort etwas zu essen.

Bei Kitchen Impossible war der Mälzer mal in Port de Sóller zum kochen und der Namenlose fand, dass das lecker aussah und wollte da essen.
Dort angekommen stellten wir aber fest, dass dieses Restaurant erst abends auf machte. Toll… hätten wir bloß vorher gegooglet. Also spazierten wir nur eine Runde durch den Ort, hatten aber auch hier keine Lust auf die überfüllten Restaurants. Hungrig fuhren wir nach Sóller, das war nicht so touristisch, aber leider gab es in der Bar, die wir uns ausgesucht hatten, nichts zu essen, weil die Bedienung an dem Tag alleine war. Neeeeeeeein!!!

Im Supermarkt um die Ecke holten wir uns ein Frust-Eis, verdrückten noch ein plattgedrücktes Schokobrötchen aus dem Rucksack und fuhren zurück nach Hause und warteten darauf, dass das Abendessen losging.

So ein Theater! – 15.04.2019

Der Montag war zweigeteilt. Am Vormittag fuhren wir nach Santa Maria del Camí. Eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, hier am Sonntag hinzufahren, denn sonntags findet dort ein Markt statt.
Wir haben darüber zufällig vor ein paar Wochen einen Bericht gesehen und der Markt wurde als traditionell und schön beschrieben. Mit frischen Oliven, Wurst und und und. Und überall an den Ständen dürfte man probieren.
Warum wir trotzdem montags in das Städtchen gefahren sind? Weil sonntags der Stoffladen geschlossen hat 🤷🏼‍♀️😁

Als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab zu nähen, hab ich diverse Nähseiten und Nähblogs durchstöbert und eine hat vom mallorquinischen Zungenstoff berichtet. Da hab ich noch gedacht, wie schade, dass ich noch nicht vorher schon genäht habe, sonst hätte ich mir im Jahr davor Stoff als Mitbringsel kaufen können.
Dieses Jahr bot sich also die Chance!
Vorab hatte ich Geschäfte gegoogelt, in denen man die bekommt und mich wegen der Preise fast auf den A…llerwertesten gesetzt… Aber die sind wirklich aufwendig herzustellen und es ist alles Handarbeit.
In dem Laden in Santa Maria del Camí wo wir jetzt waren, konnte man sich die alten Webstühle anschauen, auf denen die Stoffe gewebt werden. Die sind um die 100 Jahre alt und tun noch fleißig, aber sehr laut ihren Dienst. Was die Stoffe aber so teuer macht, ist nicht das Weben, das ist schnell gemacht. Es ist das Färben vorher und das Auslegen auf dem Webstuhl. Das ist natürlich ein Firmengeheimnis, das haben sie nicht gezeigt.
Fakt ist, dass die Fäden in unterschiedlichen Abständen eingefärbt werden und diese Färbung ergibt dann nachher beim spannen auf dem Webstuhl das Muster. Echt abgefahren! Also, nicht die fertige Stoffbahn wird bedruckt, sondern das Muster steht schon vor dem Weben fest!
Der Laden wo wir waren hatte nur kleine Webstühle, sodass es auch nur 70cm breiten Stoff zu kaufen gab. In den anderen Geschäften (ich glaube eins war in Pollença, das andere weiß ich nicht mehr), hatten sie die „Standardbreite“ 1,5m im Angebot. Aber so viel brauchte ich ja gar nicht.
Nach ein wenig rumstöbern und fasziniertem zuschauen, hielt ich also meine Tüte mit Stoff für eine Tasche in der Hand 😊

Weiter gings nach Norden Richtung Alcúdia. Als wir vor drei Jahren dort entlang gekommen sind, haben wir von der Straße aus ein riesiges Gebäude gesehen, das durch die Grafittis außen und das verwilderte Gelände von uns direkt als Lost Place identifiziert war. Auch damals wusste ich schon, dass dort ein Cache ist, aber irgendwie hatte ich den nicht eingeplant. Ziemlich blöd von mir 😄 Denn dieses Gebäude war richtig cool!
Das ehemalige Revue-Theater Es Fogueró Palace in Alcúdia wurde 1989 eröffnet und 1992 wieder geschlossen, weil es sich nicht gelohnt hat. Zur damaligen Zeit gab es nicht genügend Besucher, der Tourismus war in dieser Ecke von Mallorca scheinbar noch nicht so ausgeprägt… Das mag man heute kaum glauben 😉 Also wurde der Laden dicht gemacht und verfällt seit dem leider. Die Leute haben alles, was nicht niet- und nagelfest ist geklaut und entfernt, sodass dort tatsächlich nur noch der Rohbau steht. Aber was für einer!
Unten in den Kellerräumen war offenbar mal eine Küche und auch Garderobe für die Schauspieler. Vom Keller aus kam man nämlich auch auf und hinter die Bühne.
Für den Cache haben wir im gesamten Gebäude, auf den Tribünen und der Terrasse nach versteckten Zeichen gesucht, um die Finalkoordinaten für die eigentliche Dose zu ermitteln, was uns am Ende auch gelungen ist.

Hungrig fuhren wir nach Alcúdia aber da gab’s nix zu essen für uns. Der Strand war unglaublich weiß und schön, aber es war super windig und bereits vor Ostern total voll. Also fuhren wir nach Sa Puebla, einem „Wohndorf“ und suchten uns da eine Tapas Bar.
Ich hatte dieses Mal leider total daneben gegriffen, denn ich wusste nicht, dass die für den „mallorquinischen Eintopf“ Innereien verwenden. Also hab ich nur die Kartoffeln und Paprika rausgepickt und die Niere dem Namenlosen überlassen 🤢 ich habs mich dann abends am Buffet satt gegessen.

Weil es immer noch einigermaßen früh am Nachmittag war, sind wir noch ein bisschen durchs „Hinterland“ gefahren und haben die schöne Landschaft genossen. Wir waren auch immer noch auf der Suche nach einem Orangenbaum, aber alle waren nur hinter Zäunen und ich bin natürlich nicht aufs Grundstück gegangen, um eine zu pflücken.

Abends wollten wir es doch noch mal im Megapark versuchen. Dieses Mal war keine große Schlange davor und wir sind direkt rein gegangen. Es war laut und voll da drin, es waren massenhaft Tische aufgereiht, an denen massenhaft Leute standen mit 1-Liter-Biergläsern und Ballermannstrohhälmen… Ich war etwas erschlagen von den Eindrücken und bin erstmal reingelaufen, um mich zu orientieren. Ich war außerdem auf der Suche nach der Bar und vor allem einer Karte mit der Getränkeauswahl und den Preisen. Der Namenlose kam gar nicht hinterher, weil ein Typ ihn am Arm gepackt hatte und an einen Tisch dirigieren wollte. Aber das wollten wir gar nicht, bzw. wir wollten den Tisch selbst aussuchen und überhaupt einfach erstmal gucken. Ich hatte gar nicht kapiert, was der Namenlose mit dem Typen da zu schaffen hatte, er hat es mir erst draußen erzählt. Wir sind nämlich nach zwei Minuten wieder raus, weil der Typ so aufdringlich wurde und ihn an den Tisch zerren wollte und gesagt hat, dass wir gehen sollen, wenn wir nichts trinken wollen.
Total unverschämt. Wir hätten ja was getrunken, aber wir lassen uns doch nicht so rumschubsen! Vor allem wissen wir gar nicht, was das für einer war. Erst dachte ich, ein Türsteher, aber im Nachhinein denke ich, es war ein Kellner, der da auf Provisonsbasis arbeitet. Deshalb wollte der uns an diese bestimmten Tisch zerren und am Tisch besteht Konsumpflicht.

Also haben wir den Abend wieder im Bierkönig ausklingen lassen. Da gibt es nämlich auch Kellner, die dich beim reinkommen schon fragen, was man trinken will, weil die scheinbar ne Provision dafür bekommen, aber die lassen einen in Ruhe, wenn man sagt, dass man es noch nicht weiß.

Militärzone – 14.04.2019

Carpe diem! Ja, das machen wir, und so war es erst kurz nach 8, als ich schon lesend auf dem Balkon gesessen hab, dick eingemummelt, weil es recht frisch war, und gewartet hab, dass der Namenlose wach wird.

Wir sind heute wieder Richtung Santa Ponça gefahren. Von El Toro kommt man zu einer ehemaligen Militärzone auf diesem Landzipfel, die als Naherholungsgebiet genutzt wird und dort sind noch Bunkeranlagen vorhanden. Dort liegt gleich eine ganze Cache-Serie und zwei davon wollten wir uns anschauen.
Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Trekking-Hosen, Taschenlampen, Wasser, Sonnencreme und ein paar Keksen, sind wir losgelaufen. Auf dem Schotterweg waren wir ganz froh, dass wir so festes Schuhwerk hatten.
Zuerst suchten wir den Zugang zu der Bunkeranlage. Ich hatte ein paar wenige Fotos vorher gesehen und war mir nicht sicher, ob ich da runterklettern möchte. Nicht die Dunkelheit hat mich nervös gemacht, sondern die Angst, dass da Spinnen sein könnten 😉
Als wir oben am Schacht standen, hörten wir unten schon Leute da drin. Das Runterklettern erwies sich mit den Wanderschuhen als eher schwierig, denn man hatte durch die dicke Sohle nicht so viel Gefühl. Aber es ging schon. Ich war zwar am zittern, weil mir plötzlich eine nicht gekannte Höhenangst bewusst wurde, aber ich kam heile unten an. Ich hoffte nur, dass wir da nicht wieder hoch mussten 😉 Der Zugangsschacht war doch relativ schmal, und zur Höhenangst kam auch eine leichte Beklemmung deswegen, aber unten im Tunnel wars dann ziemlich geräumig. Der Tunnel war recht hoch und breit. Und ein Luftzug wehte auch, also alles gut 🙂

Der Cache-Beschreibung folgend kletterten wir dann allerdings durch eine Gittertür in einen schmalen Stollengang. Da war dann doch gleich wieder ein leichtes Beklemmungsgefühl da. Aber wir fanden den Cache und gingen zurück. Dann stromerten wir durch die gesamte Tunnelanlage. Früher wurden da offenbar Granaten gelagert. Es gab Aufzugsvorrichtungen, an denen man die wieder zur Oberfläche befördern konnte. In anderen Räumen standen früher wohl mal Generatoren oder so. Es roch teilweise nach Öl. Ansonsten war da unten außer Grafitti nichts zur finden.
Nachdem wir alle Gänge abgelaufen waren, fanden wir einen bequemen Ausgang mit Treppe.
Wir zogen weiter auf dem Gelände und schauten uns noch einige Ruinen an, die da rumstanden. Alles Gebäude aus der Zeit des Militärs. Wir suchten den zweiten Cache, fanden auch den Zugang, der uns auch wieder in den Tunnel führte, aber den zweiten Cache haben wir nicht gefunden. Also sind wir wieder raus. Inzwischen hatten wir nämlich auch Hunger bekommen.

Wir fuhren nach Santa Ponça und suchten etwas zu Essen, aber dort standen nur Villen. Scheint auch eine eher noble Gegend zu sein. Sogar die Villa Colani haben wir zufällig entdeckt. (Goodbye Deutschland-Gucker kennen den Fürst von Sayn-Wittgenstein 😉)
Wir fuhren weiter, Richtung Strand und fanden auf der Suche nach einem Parkplatz auch ein Restaurant nach unserem Geschmack. Und wir wurden wieder nicht enttäuscht. Es war sehr lecker und günstig. Keine Touristenpreise, wie direkt an der Strandpromenade.

Dort haben wir aber trotzdem einen Kaffee getrunken bevor wir weiter gefahren sind nach Peguera, wo wir einen kurzen Blick auf Krümels Stadl und das Schwarzwald-Café geworfen haben 😄 kurz den medialen Voyeurismus befriedigen 😉

An diesem Abend waren wir mal nicht im Bierkönig, sondern sind in die andere Richtung gegangen, denn da gab’s ein Pub. Da haben wir einen Abend der Schottland-Tradition mit Bier und Cider gefröhnt 😊

Höhlen und Knochen – 13.04.2019

Bevor wir am Samstag zum Frühstück gegangen sind, gab es unseren traditionellen morgendlichen Balkon-mit-Meerblick-Urlaubskaffee 😊 Der Hängekorbsessel war echt perfekt dafür. In den hab ich mich verliebt, den will ich hier auch 😍

Der Plan für heute sah eine Tropfsteinhöhle und einen Lost Place, ein verlassenes kleines Häuschen, vor.
Wir fuhren gemütlich gen Norden und die Spanier haben ja teilweise Kreisel auf der Autobahn statt Auf- und Abfahrten. Und weil das Navi schon 5x gesagt hatte „Im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen“ haben wir auch kurz vor Manacor die zweite Ausfahrt genommen, und das war versehentlich eine zu früh. Aber das war natürlich Absicht, denn so sind wir ein bisschen durch Manacor gekurvt und im Vorbeifahren hab ich eine Trabrennbahn entdeckt, an der wir dann kurz gehalten und ein bisschen zugeschaut haben, wie sie ein noch recht junges Pferd trainieren.

Weiter gings vorbei an Mandelbaumplantagen, die in den letzten Zügen der Blüte waren. Das sieht bestimmt wirklich schön aus, wenn das alles rosa ist!

Beim letzten Mal Malle mussten wir uns von gewissen Leuten belächeln lassen, weil wir uns ja nur die Touristenecken angeschaut haben. Palma, Es Trenc, Cap Formentor, Ballermann… Eben nur die Küste. Und überhaupt, Ballermann ist ja auch eine Zumutung. Man müsste doch auch mal durchs Hinterland fahren. Das Hinterland wär doch viel schöner.
Ach ja…
Also haben wir das dieses Mal gemacht. Von Manacor ging es durch kleine schmale Straßen, die durch halbhohe Steinmauern gesäumt waren. Es hat mich fast ein bisschen an Schottland erinnert. Auch die Schafe, die immer mal wieder zu sehen waren. Wir fuhren an unzähligen Orangen- und Zitronenplantagen vorbei und haben immer darauf gehofft, dass mal ein Baum so dicht am Zaun steht, dass man Orangen pflücken könnte, wenn sie über den Zaun hängen.
Wenn es keine Orangenbäume waren, dann Olivenbäume oder einfach nur weitläufige Wiesen, auf denen sattgelbe und hellgelbe Blumen blühten. Und das beste: es begegnete uns kaum eine Menschenseele.

Am Ende kamen wir an unserem Zielort an: die Coves d’Artà in der Nähe von Canyamel. Das ist eine große und imposante Tropfsteinhöhle. Aber natürlich wollten wir nicht in diese Tropfsteinhöhle. Wir sind Geocacher und ein Cache führte uns ca. 200m entfernt in eine kleine, versteckte Tropfsteinhöhle. Eine, die nicht touristisch erschlossen ist. Eine, für die man keinen Eintritt zahlt. Und eine, von der, abgesehen von Geocachern und wohl dem ein oder anderen Anwohner, vermutlich kaum einer weiß 😊
Vor dem Eingang hingen zwei große Spinnennetze, man kam aber daran vorbei in die Höhle, ohne sie kaputt zu machen.
Zuerst kam man in einen Vorraum der Höhle in der uns aber schon Tropfsteinformationen in rötlich und grünlichen Färbungen begrüßte. In dem Bereich war Tageslicht, denn es gab vom Eingang und von oben Lücken im Gestein.
Wie sahen uns um und fanden einen Zugang in den hinteren Teil der Höhle und da war es wirklich stockfinster! Wie gut, dass wir vorher extra zwei Taschenlampen gekauft hatten. Einmal haben wir die Lampen ausgemacht, weil wir kaum glauben konnten, dass hier einfach kein Licht vordringt, aber es war echt einfach nur dunkel! Weil ich immer wieder an „The descent – Abgrund des Grauens“ denken musste, haben wir die Lampen schnell wieder angemacht 😄
Wir standen also in einem großen, hohen Raum und und waren umringt von Stalagmiten, Stalagtiten und Stalagnaten. Ehrlich, mir ist fast die Luft weggeblieben. Es sah einfach so schön aus, welche Formen auch dabei entstehen. Manche Säulen waren fast glatt, wie Eiszapfen, andere sahen aus, als wären sie aus einzelnen Elementen gestapelt.
Sicher ist das in der Höhle von Artà noch mal spektakulärer, weil die noch größer ist, aber diese kleine Höhle war schon der Hammer. Und wir waren da allein! Wenn man leise war, konnte man es überall tropfen hören. Ich hätte tausende Fotos machen können, aber im Schein der Taschenlampe kommt das alles gar nicht so raus!

Ziemlich beeindruckt haben wir uns irgendwann von dem Anblick losgerissen und haben in Canyamel am Strand einen Kaffee getrunken. In dem Wissen, dass wir gerade wieder ein kleines Abenteuer erlebt hatten 😉 aber für heute stand uns noch eines bevor, nämlich ein verlassenes Häuschen in der Nähe.
Davon gibt es echt viele auf Mallorca. Da stehen Rohbauten jahrelang leer, oder ganze Häuser verfallen über die Jahre und niemand kümmert sich. Ich frag mich dann, ob das niemandem mehr gehört… Auf jeden Fall ist dieses Häuschen schon so lange verlassen, dass sogar ein Schaf (?), das da gestorben ist bis auf die Knochen verwest war 😕 Armes Schafi… Naja. Wir haben Fliesen und Fenstergitter gezählt und am Ende den Cache auch gefunden.

Nach so viel Abenteuer hatten wir Hunger und sind nach Son Servera in die nächste Seitenstraße gefahren, wo eine kleine Kneipe war und wir uns einen wirklich kleinen Snack gegönnt haben. Ganz simpel Baguette mit Schinken oder Hähnchen, dazu Oliven. Das war echt lecker!
Eigentlich wollten wir dann nach Hause fahren aber der Abzweig nach Costa des Pins klang schön und entspannt. Also sind wir da noch hin. Ein ziemlich nobles Wohnörtchen. Große Villen mit sehr hohen und blickdichten Zäunen. Da will keiner zeigen was er hat 😉 Und überall große Pinien. Es war wirklich ganz ruhig und entspannt da. Am Ende des Ortes ist an der Steilküste ein Aussichtspunkt aufs Meer. An einem Zaun hängen unzählige Liebesschlösser. Ein bestimmtes haben wir gesucht, weil man mit den Daten die Koordinaten zu einem Cache ermitteln konnte, aber den Cache haben wir dann nicht gefunden. Aber egal. Schön wars da trotzdem.

Abends im Bierkönig haben wir uns dann darüber gewundert, wieso der Grundpreis von einem kleinen Sangria günstiger ist, als bei einem großen. Ja… Typisch ich halt 😄

Zurück an der Playa – 12.04.2019

Alle saßen pünktlich um 4:30 Uhr im Flieger, wir beide hintereinander am Gang wohlgemerkt, bereit zu starten. Eigentlich sollte es um 4:45 Uhr losgehen, worüber wir uns schon gewundert hatten, denn eigentlich ist bis 5 Uhr Nachtflugverbot. Und so war es auch, der Pilot hat dann durchgesagt, dass wir bis 5 Uhr warten müssen. Was sich aber noch länger verzögert hat. Ich glaube wir sind letztlich erst kurz vor halb 6 gestartet. Ich frage mich, wo morgens um 5 bei den ersten Flugzeugen schon eine Verspätung herkommen kann, aber gut, man nimmt es hin.

Irgendwann sind wir dann gelandet und als wir auf unsere Koffer gewartet haben, wär ich am liebsten schon wieder nach Hause umgedreht, weil ich mein Handy vergessen hatte. Ich wollte eigentlich offline sein im Urlaub. Zumindest bei Whatsapp. Aber Whatsapp kann man ja nicht ausschalten. Also hatte ich mein Diensthandy soweit vorbereitet und wollte das mitnehmen. Das hat ja auch sone tolle Kamera und ich wollte schließlich ein paar „schöne“ Fotos machen. Ich hatte alle Apps drauf geladen, die wir brauchen, alle Caches in Offline-Listen gespeichert und wäre somit nicht mal aufs Hotel-Wlan angewiesen gewesen. Auf dem Handy war kein Whatsapp, ich hätte also einfach meine Sim-Karte da reingesteckt und wäre offline gewesen, aber hätte auch online gehen können, ohne dass Whatsapp-Benachrichtigungen eingehen. Weil man guckt ja dann doch und liest es. Und antwortet dann doch…
Aber das Handy war nicht da. Toll. Ich hätt echt kotzen können! Mich hat das so aufgeregt, vor allem, weil ich extra noch dran gedacht hatte, das andere Ladekabel einzustecken. Und dann lass ich das Scheißhandy zu Hause liegen… Oh man… Super Start in die Woche also.
Dann haben wir den Pick-up-Point für den Shuttle zur Mietwagen-Station fast nicht gefunden, was mich dazu bringt, nächstes mal lieber wieder ein Auto direkt am Flughafen zu holen… Auch wenns teurer ist. Und in der Station gabs dann ein Auto mit ungefähr 60% vollem Tank, das wir auch ungefähr 60% voll wieder zurückgeben sollten.
What?? Entschuldigung, wir haben „voll zu voll“ gebucht, wir hätten das auch gern so… Wir sind schließlich überkorrekte Deutsche. Wir wollen das so, wie gebucht! 😉 Tja… is nich. Dem Vormieter haben sie wahrscheinlich noch ne Pauschale aufgedrückt, als er ihn nicht voll zurück gegeben hat, aber haben sich die Pauschale eingesteckt und verkaufen uns das Ding dann 60 zu 60, statt an der Tanke direkt nebenan (!) vollzutanken.
Oh man… Und noch dazu gabs einen Nissan Micra und ich dachte erst, das ist nicht wahr! Ich komme mir grad sowas von urdeutsch vor, wenn ich das so schreibe 😀 Aber dann hätten wir ja doch die Miniklasse buchen können und hätten knapp 100 Euro weniger für die Woche bezahlt. Aber es war ein neuerer Nissan Micra, der war nicht so nuckelpinnig, wie wir das beim Namen erst befürchtet hatten. Er hatte zumindest 5 Türen, so haben wir die Koffer besser reingekriegt.

Gegen halb 10 im Hotel angekommen, hieß es dann, dass wir um halb 11 ins Zimmer könnten, also haben wir die Koffer abgestellt und sind ein bisschen an der Promenade entlang und haben da in einer Bar einen Kaffee getrunken.
Zurück im Hotel wurden wir vertröstet, es würde noch etwas dauern. Ja… ist ja nicht schlimm. Aber wir hatten gleich gesagt, dass wir sonst auch einfach was unternehmen und sie müssen sich mit dem Zimmer nicht beeilen. „Nein, nein, um halb 11 ist es fertig!“ Ja, das wurde dann nix. Also haben wir in der Lobby rumgesessen, wurden allmählich richtig müde. Und aus der „halben Stunde“ wurde eine ganze und dann noch mal 20 Minuten und wir haben uns eigentlich ein bisschen geärgert, dass wir nicht direkt doch gesagt haben, dass wir nachmittags zurück kommen und dann unser Zimmer beziehen…

Na ja, aber im Zimmer war dann alles gut, es war sehr schön, ganz oben mit schönem Blick und geräumig, weil wir uns eine Juniorsuite gegönnt haben 😉 Weil wir jetzt genug rumgegammelt hatten, sind wir losgefahren Richtung Santa Ponça. Da waren wir nämlich beim letzten mal gar nicht, in der Ecke. Unterwegs sind wir durch ein „Wohndorf“ gekommen. So haben wir Orte genannt, in denen es (fast) keinen Tourismus gibt, weil man kein Meer sehen kann 😉 Son Ferrer hieß der Ort. Es war ganz nett da, aber da war auch echt nix weiter. Da wohnt man einfach nur. Und zwar wohnen da die Einheimischen. Zu wenig bling bling für die Touris. Genau richtig also für uns. Im Restaurant El Capricho konnte der Besitzer fast kein Englisch, Deutsch auch nicht und wir ja nur mehr schlecht als recht Spanisch 😉
Zur Siesta ist es da wohl ziemlich üblich, dass es in den Restaurants dann ein Menü gibt. Sowas wie den Mittagstisch. Man kann für zwei Gänge und ein Dessert aus jeweils drei oder vier Möglichkeiten auswählen. Da ich ja mein „richtiges“ Handy dabei hatte, konnte ich ja den Google Übersetzer benutzen. Das hat ganz gut funktioniert, wir hatten am Ende was leckeres zu essen und waren hinterher satt und zufrieden.
Anschließend waren wir noch schnell im Supermarkt und haben Wasser und Milch gekauft und sind dann zurück gefahren ins Hotel, wo wir erstmal einen Kaffee (mit Milch) auf dem Balkon getrunken haben, denn wir hatten eine Nespresso auf dem Zimmer und ich war schlau genug, unsere alte Packung Kapseln mitzunehmen, die zu Hause rumlag, seit wir unsere Nespresso ausgemustert haben.

Dieses Mal hatten wir im Hotel Halbpension gebucht, weil wir 1. nicht jeden Abend suchen wollten, wo wir was essen gehen und es 2. an der Playa jetzt auch nicht so die megaguten Sachen gibt 😉 Currywurst und Pommes oder Pizza ist ja mal nett, aber wenn man ne Woche weg ist, wärs ja auch schön, mal was vernünftiges zu essen.
Also haben wir ein bisschen Schlaf nachgeholt, sind dann relativ spät was essen gegangen, weil das Essen in Son Ferrer doch mehr und später war, als wir eigentlich geplant hatten, und wollten uns dann auf den Weg in den Megapark machen, denn zuuuuuuufällig hatten Mickie Krause da heute einen Auftritt! Um halb 9. Uiuiuiuiui 😀 Also wenn man schon mal da ist, kann man das ja ruhig mal mitnehmen. Ist bestimmt ganz witzig. Und halb 9… pf… als ober um halb 9 anfängt mit seiner Show!

Joa. Hat er aber. Es war schon ca. 21:15 Uhr als wir am Megapark ankamen, da war ne Riesenschlange davor und wir überlegten, ob wir uns da jetzt anstellen… Dann kam eine Mitarbeiterin und hat die Plakate vor der Tür gewechselt, für das Programm am nächsten Tag, die hab ich dann gefragt, ob Mickie Krause schon spielt. „Ja, der ist gleich fertig. Viertelstunde vielleicht noch.“ Und auf meine entsetzte Nachfrage, wieso der schon so früh angefangen hat, meinte sie nur „Bei uns immer pünktlich.“
Also Leute merkt euch das 😉 Wenn 20:30 Uhr auf dem Plakat steht, dann heißt das auch 20:30 😉

Also sind wir in den Bierkönig gegangen, haben da einen Sangria getrunken, oder vielleicht auch zwei, und waren schon um 23 Uhr zurück im Hotel und waren einfach geschafft von dem Tag.
Wir sind langsam zu alt, um morgens um 2 aufzustehen und dann den ganzen Tag durchzuhalten 😉