Ostern auf Malle reloaded

Vor drei Jahren haben wir einen Malle-kompakt-Trip gemacht, als wir über Ostern 4 Tage dort waren. Damals haben wir, ganz entgegen unseres normalen Verhaltens, schon 2 Monate vor dem Reisetermin gebucht.
Dieses Jahr habe ich auch die Woche vor Ostern frei. Wegen der Schule geht es halt auch nicht anders, aber ich nehme nie wieder in den Ferien Urlaub 😉
Dieses mal haben wir das mit dem Urlaub buchen wie immer gemacht: 3-4 Wochen vorher. Sonntag haben wir also endlich Urlaub gebucht. Nachdem ich den Namenlosen fast dazu gezwungen hab!

Ich wollte jetzt endlich was buchen. Ich hatte mir auch eigentlich schon was rausgesucht, weil er es ja nicht geschafft hatte, sich zu äußern, wo er überhaupt hin will.
Erst war Ibiza im Raum. Dann Griechenland. Dann Kroation, Schottland und wieder Ibiza. Ich hatte dann was auf Gran Canaria rausgesucht, aber er wollte das nicht. Wie eigentlich immer, wenn ich was rausgesucht hab. Wozu mach ich mir die Mühe also? Kostet mich nur Nerven!
Sonntag hab ich ihn also nach dem Frühstück an den Schreibtisch gezwungen, weil wir sonst dieses Wochenende wieder nichts gebucht hätten. „Wir können auch drei Tage vorher last minute buchen.“ Jaaaa… können wir. Dann müssen wir aber nehmen was wir kriegen und vor allem wird es sicher nicht günstiger! So drei Tage vorher last minute können wir nächstes Jahr machen, wenn ich nicht auf Ferientermine angewiesen bin. Und außerdem wollte ich jetzt mal langsam einen Lichtblick haben.

Wir saßen also, haben ungefähr 3 Stunden lang gegooglet, gesucht, verglichen… ich hab mich aufgeregt, geärgert, rumgemotzt. Immer mal wieder fiel, dass das Hotel auf Malle doch so schön war und dass wir doch da noch mal hin könnten. Mir war es am Ende mal wieder herzlich egal, wo es hingeht. Ich wollte einfach nur wissen, DASS es irgendwo hingeht. Es wurde immer später, der Namenlose hat sich regelrecht in Trance gegooglet, ich war angepisst, dem Hund war langweilig, weil die das natürlich doof findet, wenn wir sie so lange ignorieren.
Letztendlich haben wir also das gleiche Hotel wie vor drei Jahren gebucht. Das war schön. Wir wissen, was wir kriegen. Malle war auch schön und wir haben ja in den 4 vollgepackten Tagen längst nicht alles gesehen. Im Megapark waren wir auch nicht, den Cache in Palma haben wir nicht gefunden. Es gibt noch ein paar Lost Places, die wir besuchen können, ein paar Höhlen. Und das Hotel hat jetzt einen Infinity Pool auf dem Dach 😀
Ich freu mich jedenfalls. Noch 24 Tage! (Und ich schwänze dafür den Samstag die Schule, weil es einfach mal 400 Euro teurer gewesen wäre, wenn wir erst Sonntag geflogen wären…)

Freitags-Füller 10/2019

1. Weil ich heute ein bisschen Langeweile habe, und das bloggen vermisse, dachte ich, ich fülle doch mal wieder einen Freitagsfüller aus. Ist jetzt schon fast ein Jahr her, dass ich den letzten gemacht habe… Wie die Zeit vergeht. Da ich aber kaum noch blogge, und mich eigentlich ärgere, dass ich so gut wie gar nichts von mir festhalte, dachte ich heute, es ist eben mal wieder an der Zeit. Den FF hab ich auch letztes Jahr eigentlich immer genutzt, um eine kleine Wochenzusammenfassung zu geben. Die Lücken werden also auch heute wieder sehr großzügig befüllt 🙂.

2. Vorgestern hatte ich mein Beurteilungsgespräch mit meinem Chef. Meine Beurteilung ist (ehrlich gesagt erwartungsgemäß) sehr sehr gut ausgefallen. Aber einen Kritikpunkt hatte er, und das hat er mir schon mal gesagt: Ich muss meinen Gesichtsausdruck unter Kontrolle kriegen. Ja, ich weiß, dass man mich lesen kann, wie ein offenes Buch. Und ich weiß, dass ich manches einfach hinnehmen soll und keine deutliche Ablehnung zeigen soll. Aber das fällt mir sehr schwer. Ich bin ein grundehrlicher Mensch und ich hasse es, wenn Leute mich anlächeln und hintenrum Arschloch denken. Wenn ich Menschen für ein Arschloch halte, oder wenn ich finde, dass ein Seminar kompletter Bullshit ist, dann will ich eigentlich auch, dass sie das merken. Ich bin halt ein emotionaler Mensch und ich kriege mich da schwer unter Kontrolle. Ich könnts vielleicht ändern, wenn ich sagen könnte, das ist der Auslöser, der hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin.

3. Jede Woche fliegt an mir vorbei… Und ich verbringe immer weniger Zeit mit sozialer Interaktion. Meine Hamburgfreundin hat vor fast einem Jahr ein Kind bekommen. Ich glaube wir haben seither 2x telefoniert und auch nicht viel öfter per Whatsapp geschrieben… Meine Hochzeitsfreundin hat vor drei Wochen ihr zweites Kind bekommen und ich glaube wir haben auch noch 2x geschrieben. Ich war auch noch nicht mal da. Wobei ich auch ganz ehrlich gestehen muss, dass ich eigentlich keine Lust habe. Es ist so gemein, aber das erste Kind wird jetzt 3 und langsam hatte ich gehofft, dass wir wieder anfangen können normale Gespräche zu führen. Und dann sagt sie mir, dass sie zum zweiten Mal schwanger ist und plötzlich dreht sich wieder alles nur um Ultraschall, Schwangerschaftsdiabetes, die doofen Ärzte, die sie verrückt machen und und und… Ich fühl mich echt schlecht gerade, aber was soll ich machen?.

4. Ich bin froh, wenn dieses Jahr rum ist, dann können wir nächstes Jahr endlich wieder außerhalb der Ferientermine Urlaub machen. Ich hab jetzt vor Ostern eine Woche Urlaub und ich würde gern wegfahren, weil ich es einfach nötig habe, aber ehrlich, die Preise, nur weil Ferien sind und weil leider Gottes auch noch Ostern ist, gehen mir gegen den Strich.

5. Das Beste am Tag ist der Moment, wenn ich ins Bett gehe. Das mit der Müdigkeit hatte sich zwischenzeitlich mal wieder gegeben, aber jetzt ist es wieder so, dass ich einfach nur kaputt bin. Ich schlafe um halb 10 auf der Couch ein und freue mich immer aufs Bett! Da lese ich noch mal zwei, drei Seiten und schlafe meistens relativ schnell ein.

6. Im Moment habe ich oft Kopfschmerzen und das nervt mich total!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein Treffen mit der nächsten JGA-Gang. Ich habe mal wieder die Ehre, Trauzeugin zu sein. Der Junggesellinnenabschied ist soweit organisiert und heute Abend treffen wir uns in der Hochzeitslocation, essen da und gucken, wie die Räumlichkeiten so sind. Ich hab zwar keine Lust irgendwas aufzuführen, aber wenn alle wollen, dann mach ich halt mit… Ich hoffe der Abend wird nicht zuuuuu lang, denn morgen habe ich geplant, frisch und munter in der Schule zu sitzen, mich mit Kennzahlen berieseln zu lassen und anschließend bleiben noch ein paar Leute da und lernen und Sonntag möchte ich einfach nur meine Ruhe haben, auf der Couch liegen, vielleicht einen Käsekuchen backen, für den die Zutaten nämlich schon seit zwei Wochen im Kühlschrank stehen… Aber nix dickes. Sonntag wird entspannt!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr hier.

Kahlschlag – Großraumbüro-Wahnsinn #18

Ja, der Wahnsinn geht weiter! Und mal wieder fährt der Grippezug 😉 Ich könnte den Eintrag vom letzten Jahr im Grunde genommen 1:1 hier übernehmen, denn mal wieder war letzte Woche Betriebsversammlung und mal wieder sind genau die Leute hingefahren, die immer hinfahren. Und einer der Kollegen, für den brauche ich mal einen Namen… IT-Spezi vielleicht… also der IT-Spezi (nicht, weil er das wirklich ist, sondern weil ihn alle dafür halten, wieso auch immer…), der ist normalerweise der erste, der sich krank schreiben lässt, sobald ein winziges Lüftchen von Erkältung weht. Er hat nen guten Arzt, der schreibt ihn immer gleich ein oder zwei Wochen krank.
Jedenfalls war letzte Woche Betriebsversammlung, und IT-Spezi kam am Dienstag morgen hier hustend, rotzend und röchelnd ins Büro geschleppelt… eieiei, da haben schon alle geschrien und gemeckert! „Du steckst uns alle an! Geh doch nach Hause!“ Ja und in dem Fall wäre es auch wirklich besser gewesen. Aber es war ja Betriebsversammlung! Wenn die nicht gewesen wäre, wäre er niemals in dem Zustand ins Büro gekommen, sondern hätte sich gleich zwei Wochen gelben Urlaub gegönnt. So hat er aber alle vier anderen Kollegen, die mitgefahren sind, angesteckt und noch dazu die Hälfte der Leute hier im Großraumbüro.

Auch mich.

Ich habs am Freitag schon gemerkt und Samstag gings dann richtig los. Sonntag gings mir zwar nicht gut, aber auch nicht sooo scheiße und Montag hab ich die gleiche Überlegung wie immer angestellt: Krank melden oder nicht?
Dieses mal hab ich mich dafür entschieden, bin zwei Tage zu Hause geblieben und das war auch gut so. Es motzen sowieso alle rum. Wenn ich komme, weils mir ja nicht sooo schlecht geht, dann meckern sie, dass ich alle anstecke. Wenn ich nicht komme, dann lästern sie, dass ich auf den Grippezug aufspringe. Man hat ja schließlich Freitag noch gar nichts gemerkt. Auf einmal ist sie krank? Ja klar… wohl zu viel gefeiert am Wochenende. Denn ausgerechnet hatte ich auch noch Geburtstag. So ein Zufall. Ein Schelm…
Tja… ausnahmsweise war es mir mal herzlich egal. Es ist eh verkehrt, egal wie man es macht, also mach ich es so, dass ich noch was davon hab.

Heute bin ich wieder da, schließlich steht der Monatsabschluss vor der Tür und der IT-Spezi ist diese Woche krank geschrieben. Zwei von den Mitfahrern sind krank geschrieben, einer hat sogar ne Lungenentzündung. Die zwei anderen Mitfahrer sind wieder da, lagen aber auch übers Wochenende flach. Meine Scheidungskollegin, die sich ja auch regelmäßig (und mir gegenüber meistens sogar mit Ankündigung) gelben Urlaub gönnt, war auch nicht da. Eine andere Kollegin hat nach einem Sturz geprellte Rippen und jetzt auch noch ne Erkältung und fällt schon seit einer Woche und mindestens noch eine Woche aus… Hier ist echt Kahlschlag im Büro. Dann könnte man ja doch mal Desk-Sharing einführen 😉

Bibu-Update IV

Noch 7 Monate bis zur Prüfung. Noch 7 Monate, bis ich wieder frei bin.
So langsam kann ich es kaum erwarten, dass es zu Ende geht.

Unterrichtsstunden: 648/920
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Die letzten zwei Fächer sind nun auch endlich dazu gekommen.
Internes Kontrollsystem ist genau so ein Laberfach, wie Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit. Da kann man sich zur Not immer was aus den Fingern saugen, wenn man einfach mit logischem Menschenverstand nachdenkt. Der Dozent ist ganz okay, der ist ganz neu bei uns in der IHK. Aber er arbeitet schon als Dozent an einer Uni.
Ich frag mich immer, wie die Dozenten das machen… die haben alle einen Hauptjob, machen irgendwas noch nebenbei und sind noch Dozent. Haben die kein Leben?? Der von IKS ist bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angestellt, hat nebenbei noch eine Anwaltskanzlei, dann doziert er noch an einer Uni und nun auch noch bei uns. Die Dozentin von Kommunikation und Zusammenarbeit ist nebenbei auch noch in einem Verein tätig, dann noch freiwillig beim DRK und doziert bei uns… echt, ich frag mich wie die das machen. Ich werde einfach nur froh sein, wenn ich am Ende wieder Zeit für mich habe 😉

In Jahresabschluss haben wir letzten Samstag eine Übungsprüfung geschrieben. Unangekündigt. Und der Dozent hat sie sogar eingesammelt und will sie zum nächsten Unterricht zurückgeben und mit uns besprechen. Ich bin ja gespannt. Ich habe eigentlich kein schlechtes Gefühl und ganz ehrlich: Es würde mich wundern, wenn ich nicht mindestens 50 Punkte habe. Ich hoffe, ich überschätze mich da nicht, aber es würde mich echt erschrecken und in leichte Panik versetzen, wenn ich weniger als 50 Punkte hab.

Wir schreiben am Ende drei Prüfungen über jeweils 4 Stunden. In jeder kann man 100 Punkte erreichen und insgesamt muss man mindestens 150 Punkte haben, um den schriftlichen Teil bestanden zu haben. Natürlich ist mein Ziel nachher mehr als 150 Punkte zu haben, aber ich will mich mal nicht allzu stark unter Druck setzen 😉 50+ lautet die Devise 😉
Zeitlich bin ich zumindest ganz gut hingekommen. Zwischendurch wusste ich mal nicht weiter und hab gefühlt ne halbe Stunde was im Gesetz gesucht und gelesen, und trotzdem war ich noch 40 Minuten vor der Zeit fertig. In der echten Prüfung hätte ich dann noch mal alles gelesen, das hab ich jetzt nicht gemacht.
Aber ich fands wirklich gut. Ich sehe, wo ich stehe, der Dozent merkt auch, dass er das eine Thema unbedingt noch mal mit uns besprechen sollte 😉

Die Steuerfächer sind gewohnt schwierig… In Abgabenordnung und Einkommensteuer haben wir zumindest einen neuen Dozenten. Der holt jetzt nach, was das blöde Dozenten-Duo vorher nicht gemacht hat. Ich glaube das macht es uns auch in den anderen Steuerfächern so schwer… Weil uns einfach Grundlagen aus AO und ESt fehlen, verstehen wir das ein oder andere in Körperschaftsteuer nicht.
Internationale Besteuerung baut am Ende auch auf alles auf… Der Dozent war etwas erschrocken, als wir ihm gesagt haben, was für Lücken wir noch haben, aber er hat dann halt das ein oder andere einfach erklärt. Im Gegensatz zu anderen, die erstmal 10 Minuten diskutiert hätten, wieso wir das nicht wissen und dann noch mal 5 Minuten sich aufregen, dass sie nicht den Unterricht anderer machen können…
Es wird hoffentlich. Ich bin mit dem neuen Dozenten doch ziemlich zuversichtlich. Und in Körperschaftsteuer sind wir jetzt öfter samstags nach dem Unterricht noch im Raum sitzen geblieben, haben die Hausaufgaben gemacht und so einiges dabei durchgesprochen. Wir haben eine Steuerfachangestellte dabei, die hat uns das alles ganz gut erklärt. Die Prüfungsfragen sind auch einfacher und weniger komplex, als die Hausaufgaben, die wir von ihm immer kriegen.

Unsere Dozentin in Berichterstattung hat im letzten Jahr immer mit allen Teilnehmern über die mündliche Prüfung gesprochen. Aus diesem Fach muss ja die Präsentation für die Prüfung sein und sie hat mit den Leuten eben über das Präsentationsthema gesprochen und ihnen Hilfestellung gegeben, was zu wenig Stoff wäre usw. Uns hat sie nun mitgeteilt, dass sie das bei uns nicht machen wird, weil sie nämlich im Prüfungsausschuss sitzt.
Toll… Logisch, dass sie uns dann nicht zur mündlichen Prüfung beraten kann. Da kommt sie ja in einen Rollenkonflikt. Aber komisch, das hätte sie doch letztes Jahr schon merken müssen. Da war sie nämlich auch schon im Prüfungsausschuss… Wir haben also niemanden, der uns sagt, ob wir mit der Themenwahl gut oder daneben liegen…
Noch dazu haben wir erfahren, dass auch der Dozent aus Finanzwirtschaftliches Management im Prüfungsausschuss sitzt. Also, auch wenn ich den gut leiden mag, aber ich weiß nicht, ob ich mir von dem meine Prüfung abnehmen lassen möchte. Ich versteh das auch nicht, dass die das dürfen. Ich würde niemandem, den ich unterrichtet hab, eine Prüfung abnehmen wollen. Da bin ich doch beeinflusst. Wenn ich den mag, stell ich ihm ganz leichte Fragen und bin bei der Beurteilung nicht so streng. Oder erst recht streng… hm… wie auch immer. Bis dahin ist es noch wirklich viel Zeit.

Alles in allem weiß ich nicht genau, ob ich schon panisch werden muss/soll oder nicht 😉 Ich habe eigentlich ständig ein leichtes Flattern in der Magengegend. Ich schwanke ständig zwischen Angst und Zuversicht. Ich stelle immer wieder fest, wie viel ich noch nicht kann, wie viel mir im Unterricht zu schnell geht und irgendwie komme ich mit nacharbeiten nicht hinterher. Ich muss aufpassen, dass ich nicht das Gefühl bekomme, ein unüberwindbarer Berg würde vor mir liegen. Diese Gefühl kenne ich nämlich nur zu gut, da neige ich dazu dicht zu machen… Ich muss mich in so einem Anflug immer wieder runterholen und darf nicht daran denken, was noch fehlt, sondern ich muss es einfach Stück für Stück abbauen. Und mir vor allem auch bewusst machen, wie viel ich auch schon kann! Ich hoffe, dass mir diese Übungsprüfung da ein Stück Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zurück gibt und es nicht noch weiter einreißt…

Tja… also noch 7 Monate. 30 Wochen. 211 Tage.

Leseliste Januar 2019

Die Opfer die man bringt von Hjorth & Rosenfeldt
Ich spare mir an der Stelle den Klappentext, denn er steht ja schon hier. Ich war ratzfatz damit durch und frage mich nun:
Wann kommt der nächste Band raus????
Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich bis nachts um halb 3 gelesen habe, weil ich es einfach nicht aushalten konnte, wegen der letzten 100 Seiten noch zu warten und den Lesefluss durch sowas unnötiges wie schlafen zu unterbrechen! Und das Ende… Oh! Mein! Gott! Das Ende ist wieder der absolute Knaller!
Mir ist es vorher nie aufgefallen, aber ich finde, dass es dieses mal spürbar war, dass zwei Autoren an diesem Buch geschrieben haben. Vielleicht haben sie auch nur einfach was neues ausprobiert. An einer Stelle gab es so einen richtigen Bruch im Schreibstil. Plötzlich erfuhr man als Leser etwas, was der Figur noch gar nicht passiert ist. Statt „Er bog um die Ecke und erlitt den Schock seines Lebens, als er die Leiche sah“ verwendeten sie „Er wusste nicht, dass er gleich den Schock seines Lebens erleiden würde, wenn er die Leiche fand, die um die Ecke lag.“ Ich weiß wie gesagt nicht, ob sowas in den vorherigen Büchern auch schon vorkam… Tat dem Buch jetzt auch keinen Abbruch. Ich bin nur drüber gestolpert.

Wenn du mich siehst von Nicholas Sparks

Erkenne die Liebe. Erkenne die Gefahr. Mitten auf einer einsamen nächtlichen Landstraße bleibt Marias Auto liegen. Ein Wagen hält, ein bedrohlich aussehender, muskelbepackter Mann steigt aus – und wechselt ihr freundlich den Reifen. Colin Hancock hat schon viele dumme Entscheidungen in seinem Leben getroffen und bitter dafür büßen müssen, eine Beziehung ist das Letzte, was er sucht. Doch so wenig Maria und Colin zusammenzupassen scheinen und so sehr sie sich auch dagegen wehren: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Aber ihnen droht größte Gefahr, denn ein finsteres Kapitel aus ihrer Vergangenheit holt Maria ein und lässt sie um ihr Leben fürchten. Werden die alten Dämonen alles zerstören, oder kann ihre Liebe Colin und Maria in der dunkelsten Stunde retten?

Ich hab mir für zwischendurch ein paar Bücher von Nicholas Sparks ausgeliehen, weil ich irgendwie dachte, das wär ganz nett. Die Verfilmungen sind ja schon ganz nett. So zur Abwechslung.
Aber das hier… Also man kann sich ja denken, wie die Bücher der männlichen Rosamunde Pilcher enden… Das Buch ist voller Klischees und entwickelt sich unpassenderweise von einem Kitschroman zu einem Thriller und zurück zu einem Kitschroman.

Ohne ein einziges Wort von Rosie Walsh

Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sieben Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.

Eins der wenigen Bücher, bei dem ich tatsächlich nach dem Lesen noch mal durchgeblättert und reingelesen habe, weil mir einiges unlogisch erschien. Ich muss auch sagen, dass mich dieses Buch beim Lesen geärgert und frustriert hat. Im Buch wechseln sich Erzählungen über Sarah in der Gegenwart mit Erzählungen aus der Woche mit Eddie ab. Dazu kommen zwischendurch Briefe, die an eine nicht benannte Person geschrieben werden. Die Briefe sind auch nicht mit Namen unterschrieben. Also weiß man eigentlich nicht von wem und an wen sie sind.
Ich möchte nichts spoilern… nur so viel: man macht sich beim Lesen natürlich Gedanken darüber, wer den Brief schreibt, und man reimt sich aufgrund dessen Hintergründe zu der Geschichte zusammen. Wenn dann aber ungefähr auf Seite 200 von 350 rauskommt, dass die Briefe von und an jemand anderen sind, als die ganze Zeit gedacht und somit die gesamte Geschichte, die man im Kopf hatte, komplett einstürzt und sich um 180 Grad dreht, dann finde ich das echt frustrierend.

Ich glaub, ich lese einfach noch mal Harry Potter. Da muss ich mich nicht ägern 😉

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Ich hab Fernweh…

Die Zeit rennt. Ich glaube, ich wiederhole mich da.

Die erste Januarhälfte war noch entspannt, weil ich nur am 2. und 3. Januar arbeiten war und dann noch eine Woche Urlaub hatte. Ich bin morgens mit dem Namenlosen aufgestanden, habe gelernt, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mehr hätte machen können. Der Druck war wohl noch nicht groß genug?!
Es sind nur noch knapp 8 Monate bis zur Prüfung… Bald fange ich an, die Tage zu zählen… Ok… bald ist gelogen. Es sind noch 228 Tage.

Momentan ist es definitiv zu kalt, um eine Bluse ins Büro anzuziehen! Selbst mit Merino-Unterhemden, die ich mir inzwischen gekauft habe. Ja, es gibt Momente, in denen denke ich, dass mir sonst kälter war, aber ob mir damit wirklich wärmer ist… ich weiß nicht.
Die Merino-Socken haben jedenfalls keinen großen Effekt… Schade.

Den Blutmond habe ich den einen Morgen gesehen. Wurde nicht aber im Sommer letztes Jahr gesagt, dass so ein Spektakel erst wieder gefühlt in 75 Jahren stattfindet??
Auf jeden Fall war der Mond die Nächte vorher extrem hell. Als wir Sonntagabend noch mal mit dem Hund kurz Gassi waren, war es so hell, dass wir das Gefühl hatten, da wären Laternen aufgestellt worden. Man konnte den Hund richtig gut sehen. Die ist ja schwarz. Und manchmal ist es so dunkel, dass sie sich kaum vom Untergrund abhebt und man sie gar nicht sieht.
An diesem hellen Sonntagabend kam uns jedenfalls ein Radfahrer um die Kurve entgegen. Ich hab den gesehen und die Leine vom Hund festgehalten, damit sie ihm nicht vors Fahrrad läuft. Allerdings war sie eh beschäftigt auf dem Grasstreifen rumzuschnüffeln und den besten Pipiplatz zu finden. Und der Radfahrer? Hat nichts besseres zu tun, als uns anzupflaumen, dass doch Licht nicht schlecht wäre. Joa, sorry, der Hund hat immer so Probleme die Taschenlampe festzuhalten… Der Spruch ist mir leider wieder erst später eingefallen…

Am Samstag nach der Schule haben wir jetzt vereinbart, dass wir immer noch sitzen bleiben und was lernen. Letzten Samstag haben wir Körperschaftsteuer-Hausaufgaben gemacht und das war echt unglaublich produktiv! Wir waren bestimmt 14 Leute und ich hatte ein bisschen Angst, dass es in Gequatsche ausartet, aber ist es nicht. Richtig toll! Und unsere Steuerfachangestellte im Kurs konnte alles so einfach und einleuchtend erklären, dass wir mal wieder gedacht habe, wie krass der Dozent die Sachen verkompliziert… Unnötig verkompliziert!
Er wird begeistert sein, wenn wir beim nächsten mal alle, bzw. ein großer Teil, die Hausaufgaben 1. gemacht hat und 2. vermutlich richtig hat 😉

Ganz nebenbei habe ich grad so richtig schlimmes Fernweh und möchte am liebsten Urlaub buchen! Ich muss ganz dringend klären, ob der Vater vom Namenlosen die Woche vor Ostern da ist und den Hund nehmen könnte. Ich würd so gern in die Sonne fahren. Auch wenn ich den Urlaub besser zum Lernen nutzen sollte. Aber ich würd gern noch mal nach Teneriffa. Ich war da noch nicht fertig! Ich will noch auf den Vulkan und ich würd dem Namenlosen einfach gern, zb. die Tapas Bars zeigen, wo ich so lecker gegessen hab!
Und wenn er nicht nach Teneriffa will, dann würde ich einfach auch noch mal nach Malle fliegen. Ich würd gern noch mal durch Palma stromern und noch mal versuchen, den Cache zu finden 😀 und im Megapark waren wir ja auch nicht, weil wir abends nach unseren Inseltouren immer zu müde waren 😉
Außerdem finde ich den Mädelstrip, den Bellona gemacht hat und nächstes Jahr direkt wieder gebucht hat, soooo ne tolle Idee. Das würde ich auch gern machen, aber das klappt auch erst nächstes Jahr. Dieses Jahr ist einfach schon irgendwie voll… Lernen, Schule…

Ich schleppe mich also durch den Januar und träume mich ans Meer… Vielleicht wird es auch einfach nur Zeit, dass es langsam wieder heller draußen wird…

Neues Jahr…

… neues Glück. … altes Ich? … neues Ich? 365 neue Chancen 😉

Ich weiß gar nicht, ob ich mir großartig Vorsätze machen möchte. Für dieses Jahr gibt es eigentlich nur einen einzigen Vorsatz: Die Prüfung zu bestehen!

Aber ein paar Kleinigkeiten möchte ich dennoch im neuen Jahr umsetzen. Es sind keine so richtigen Vorsätze, einfach ein paar alltägliche Dinge.
Ich möchte zum Beispiel genug trinken, um mal was ganz banales zu nennen. Bisher schaffe ich das immer ganz gut, auf der Arbeit trinke ich mindestens 1,5 Kannen Tee, zu Hause oder in der Schule trinke ich auch noch mal ganz gut und so komme ich unter der Woche eigentlich immer auf mindestens 2 Liter. Am Wochenende fällt mir das schwerer und das macht sich öfter im Laufe des Sonntags als Kopfschmerzen bemerkbar.
Ich möchte jeden Tag lesen. Abends, direkt vor dem Schlafen, hab ich die Angewohnheit, noch mal am Handy rumzuspielen. Dann scrolle ich durch Instagram oder spiele Candy Crush. Das lasse ich weg und lese stattdessen jeden Abend vor dem Schlafen noch mal ein bisschen. Und wenns nur eine Seite ist.
Dann habe ich mir vorgenommen, netter zu mir selbst zu sein. Mich nicht mehr, (bzw. für den Anfang erstmal weniger) zu kritisieren. Mich im Spiegel anzuschauen, ohne etwas Abfälliges zu denken.
Ich hab da noch ein paar mehr Sachen. Ich möchte zB mal Intervallfasten ausprobieren, ich möchte gern jeden Tag spätestens um halb 8 im Büro sein, dazu muss ich morgens etwas eher aufstehen. Ich möchte öfter eine Bluse und/oder einen Blazer ins Büro anziehen, ich möchte am Wochenende größere Runden mit dem Hund laufen, ich möchte (meiner Haut zuliebe) nicht mehr so heiß und so lange duschen… Um das umsetzen zu können, habe ich mir eine Gewohnheits-App runtergeladen. Und immer, wenn ich zB. gelesen habe, oder nur kurz geduscht habe, oder wenn ich um spätestens halb 8 im Büro war, dann kann ich die Sache darin abhaken. Und das ist ein kleines psychologisches Phänomen, denn ich WILL diesen Haken machen können 😉 Gestern und heute war ich zB um 5 nach halb 8 im Büro und finds dann doof, dass ich den Haken nicht kriege 😉 Ganz simples Belohnungssystem also, das irgendwie bei mir zu funktionieren scheint.
Wenn ich nach dem Bilanzbuchhalter wieder Zeit habe, versuche ich das mit Sport 😉

Ansonsten überlege ich ja schon länger, dass ich nach der Prüfung gerne wegfahren möchte. Das würde ich natürlich gern mit dem Namenlosen zusammen machen, aber ich kenn uns ja… er plant nicht so langfristig, was mir normalerweise egal ist, aber ich möchte zwischen Prüfung und wegfahren nicht viel Zeit verstreichen lassen, sonst muss ich ja wieder arbeiten gehen 😉 Außerdem könnte es sein, dass sein Vater grad auch weg ist und also keiner den Hund nehmen kann. Das muss ich einfach mal klären.
Als Alternative hatte ich dann schon überlegt, ob ich nach der Prüfung Bildungsurlaub mache, eine Sprachreise irgendwohin. Am liebsten nach Schottland oder Irland 😉 Das muss ich mit ihm mal besprechen, weil sowas muss man ja rechtzeitig beantragen usw. Das könnte ich mir jedenfalls auch gut vorstellen. Dann könnten wir beide einfach im Januar wegfahren. Das ist erfahrungsgemäß eine ruhige Zeit bei ihm und solange ich keine anderen als die aktuellen Aufgaben habe, ist das auch für mich eine ganz gute Zeit zum wegfahren.

Jahresrückblick-Stöckchen 2018

Auch für 2018 gibt es den alljährlichen Jahresrückblick.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2019! Lasst das alte Jahr Revue passieren und kommt zur Ruhe. Es ist wie es ist, mit allen positiven und negativen Erfahrungen,die euch zu dem Menschen machen, der ihr seid. Und wenn euch etwas nicht gefällt, dann ist das neue Jahr ein guter Zeitpunkt, um Veränderungen anzugehen. Macht, was euch gut tut und haltet euch fern von dem, was euch nicht weiter bringt. Klingt so einfach. Ist es aber nicht, ich weiß. In diesem Sinne: wir strengen uns an 😉

Zugenommen oder abgenommen?
Ich glaube, auch wenn mir alle meine Klamotten noch passen, habe ich ganz schön zugenommen. Insgesamt ernähren wir uns zwar schon gesund. Essen Obst und Gemüse, kochen mindestens 5x die Woche frisch, würde ich sagen. Aber natürlich kochen wir nicht nur kalorien-/fettarm. Im Sommer essen wir viel Salat, dazu Pute oder Hähnchen, aber es gibt eben auch Nudeln, Soßen mit Sahne und auch deftiges Essen und klar gibts auch mal Döner, Pizza, Chips und Co 😉 Es fehlt definitiv die Bewegung um die Kalorienzufuhr irgendwie auszugleichen. Die Jeans sind enger als letztes Jahr, auch Oberteile kaufe ich manchmal doch lieber eine Nummer größer… Aber zumindest war ich jetzt im Dezember 3 Kilo leichter als im Mai. Meine Schwester hat nämlich ne Waage 😉

Mehr Geld oder weniger?
Es ist mehr. Ich hab ja auch keine Zeit viel auszugeben 😉 Wobei ich in den letzten zwei Monaten doch ganz schön auf dem Shoppingtrip war. Ein kleiner Anfall von „Ich hab nix zum anziehen!“ und Kleidungsstiländerung um irgendwie an meiner Ausstrahlung zu arbeiten.

Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht war es ein bisschen hirnrissig alleine in den Urlaub zu fahren. Als ich angekommen war, hab ich jedenfalls ziemlich schnell nach Rückflügen gegoogelt, aber im Nachhinein war es doch ganz schön und gar nicht so hirnrissig.

Schlimmstes Ereignis?
Mit Udo liegen zu bleiben. Ich muss gestehen, dass das mein Vertrauen in das Auto etwas erschüttert hat… Auch wenn ich weiß, dass das jetzt repariert ist, hab ich immer noch ein leicht unwohles Gefühl, besonders dann, wenn er irgendwelche Geräusche macht, die mir neu sind. Also… das wird keine große Liebe mehr zwischen uns…

Schönstes Ereignis?
– meine langjährige Freundin zum ersten mal zu treffen
Paragliden in Südtirol

Die gefährlichste Unternehmung?
Autofahren auf Teneriffa
– Paragliden in Südtirol

Der beste Sex?
immer 😉

Die teuerste Anschaffung?
Meine Urlaube, wenn man das als Anschaffung betrachten möchte. Aber das war mir egal. Ich bin sonst so sparsam!

Das leckerste Essen?
Die rote Mojo in San Antonio war einfach der Hammer und die Schlutzkrapfen und Strauben in Südtirol waren auch soooooo lecker!

Das beeindruckendste Buch?
Ich hab auch dieses Jahr meine Leselisten weiter geführt. Die Geschichte der Bienen war tatsächlich beeindruckend. Nicht weil das Buch irgendwie wahnsinnig herausragend wäre, aber das muss man sich mal überlegen: In China werden Obstbäume per Hand bestäubt, weil es keine Bienen mehr gibt…

Die meiste Zeit verbracht mit?
– dem Namenlosen
– aber gefühlt mit dem dem Bibu-Kurs

Die schönste Zeit verbracht mit?
– auch mit dem Namenlosen
– aber auch mit dem Bibu-Kurs 😉

Die größte Veränderung des Jahres?
Ich glaube ich habe mich dieses Jahr gar nicht so verändert. Zumindest nicht optisch offensichtlich. Und innerlich… na ich hoffe, dass die Veränderung noch kommt. Dass ich mich vielleicht selbst besser akzeptieren kann. Dass ich selbstbewusster auftreten kann…

2018 zum ersten Mal getan?
– alleine im Urlaub gewesen und das auch noch auf Teneriffa, wo ich vorher auch noch nicht war und da bin ich auch noch zum ersten mal im Ausland Auto gefahren
– in Südtirol gewesen
– Paragliding

2018 nach langer Zeit wieder getan?
2018 bin ich mal wieder auf die hirnrissige (das hätte vielleicht auch gut oben hingepasst) Idee gekommen meine Gitarre rauszukramen. Irgendwie war ich der Meinung, ich bräuchte einen Ausgleich zum Bibu-Lernen 😉 Aber ich hab das nach kurzer Zeit direkt wieder aufgegeben, weil ich mich nicht traue zu spielen, wenn mich jemand hören könnte 😉

2018 leider gar nicht getan?
Den Job gewechselt. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe, dass es nun erstmal zu spät ist. Mit dem Lernpensum, das ich noch habe, wollte ich mir irgendwann nicht mehr zumuten, mich in einen neuen Job und ein neues Team einzufinden. Also akzeptiere ich die Situation wie sie ist und nutze die Zeit, in der ich sonst aus dem Fenster schauen würde, zum lernen.

Wort des Jahres?
Immer noch und noch mehr als 2017: Bilanzbuchhalter. Dieser Lehrgang bestimmt derzeit tatsächlich mein Leben. Meinen Urlaub, meine Familienbesuche und meine sozialen Kontakte richte ich komplett danach aus. Wer damit nicht umgehen kann… tja… ehrlich gesagt, für den tut es mir leid, aber der Lehrgang ist absolut Prio 1. Alles andere steht erstmal hinten an.
Es gibt ein paar Leute, die das verstehen können. Meine Hochzeitsfreundin sagt auch immer, dass sie das versteht, aber ich glaube sie ist eigentlich beleidigt. Immer kommen so kleine Spitzen. Jetzt ist sie ja das zweite mal schwanger und ja, es war bestimmt schon 6 Wochen her, dass wir uns das letzte mal gesehen hatten… aber wir haben uns vorher auch nicht ständig getroffen. Als wir jetzt eine Verabredung zum Brunch nach Weihnachten ausgemacht hatten, kam direkt ein „Schade, dass es nicht früher klappt“ und „du erkennst mich bestimmt gar nicht wieder“ zurück.

Erkenntnis des Jahres?
Dass ich mich mögen muss… Und dass meine Mutter genauso wenig gewollt war, wie ich.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Streit mit dem dynamischen Dozenten-Duo in unserem Lehrgang
– die Lautstärke im Büro
– vorgeschobene Gründe um nicht mit uns Silvester zu feiern. So wirkt es zumindest…

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich einen Vertreter brauche. Und das habe ich geschafft. Auf einmal ging das… 2019 bin ich zu zwei Abschlüssen definitiv nicht da. Und ich wäre auch gern mal zu noch mehr Abschlüssen nicht da, weil ich gern auch mal meinen Urlaub so ausrichten würde, wie es mir passt… Und vielleicht wär ich dann irgendwann gern auch gar nicht mehr da 😉

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich glaube die Westernhagen-Konzertkarten sind super angekommen 🙂

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich habe mir selbst Ed-Sheeran-Karten für 2019 geschenkt 😉

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Keine Ahnung… Es war schön, von der IHK-Tante bestätigt zu bekommen, dass alle Dozenten uns super finden, und dass wir eine tolle Lehrgangsgemeinschaft sind. Und es war schön von fast allen Dozenten zu hören, dass wir die Prüfung schon schaffen werden.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ach Gott, ich hab so viel gesagt…

2018 war mit einem Wort?
Lernreich

Leseliste 4. Quartal 2018

Unterleuten von Juli Zeh

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Mein erster Gedanke war, was bildet sich diese Trulla aus Bonn eigentlich ein, über Brandenburger zu schreiben? Denn immer wenn es um das Ost-West-Thema geht, fühle ich mich schnell angegriffen und stigamtisiert. Und was zu meinem Stigma-Gefühl hinzu kommt: Ich bin nicht nur aus dem Osten, ich bin aus Brandenburg. Ja, ich kenne das Lied „Brandenburg“. Jeder Brandenburger kennt es, glaubt mir. Und jeder Brandenburger ist es leid, dass das das einzige ist, was man zu hören bekommt, wenn man sagt, dass man aus Brandenburg ist…
So, also ich dachte, was bildet die sich ein, über Brandenburger zu schreiben? Bis ich dann herausgefunden habe, dass Juli Zeh in Brandenburg lebt. Ok. Gut. Dann zieht sie sich ja nicht alles aus den Fingern. Es soll also ein Gesellschaftsroman 20 Jahre nach dem Mauerfall sein. Es geht um Wessis, die im Osten wohnen, um Ossis, die mit den neuen Dorfmitbewohnern aus dem Westen auskommen müssen… ich verstehe, dass Brandenburg sich da anbietet, weil nun mal Berlin mittendrin liegt.

Also, um aber mal zum Buch zu kommen… es hatte ja ziemlich gute Kritiken überall, wurde doch ganz schön gehypt, Spiegel Bestseller… ich hatte schon mit Leere Herzen so meine Probleme und ich fand auch Unterleuten jetzt nicht so den Brüller. Vielleicht, weil ich mich permanent als dummer Brandenburger Ossi dargestellt fühle, der noch der guten alten Kommunistenzeit hinterher trauert.
Ich weiß, dass das im Grunde einfach mein Problem ist, dass ich mich bei sowas so schnell persönlich angegriffen fühle, aber ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun soll. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich einige Leute kenne, die genau in das Klischee vom „Früher war alles besser!“-Ossi, der sich nicht davon lösen kann, passen.
Aber auch so: Ich bin kein Fan von Juli Zeh. Ich mag ihre nüchterne Art zu schreiben nicht. Ich hatte bei Leere Herzen immer nur graue und wenig ausgeformte Bilder im Kopf. Und auch hier, obwohl ich bei Unterleuten in Farbe gedacht habe, waren es doch erstaunlich wenig Bilder, die sich beim Lesen formiert haben und das finde ich eigentlich schade. Das ist ja das, was Lesen für mich ausmacht.

Zeit im Wind von Nicholas Sparks

Es ist das letzte Highschool-Jahr für den draufgängerischen, überall beliebten Landon, als er sich beim Schulball notgedrungen mit der Außenseiterin Jamie arrangieren muss. Vollkommen überraschend aber wandelt sich Landons anfängliche Herablassung Jamie gegenüber, sobald er sie näher kennenlernt, und eine zarte erste Liebe erwächst. Allzu schnell ziehen Schatten über dem jungen Glück auf, als Jamie Landon ihr lang gehütetes erschütterndes Geheimnis preisgibt. Er wehrt sich mit allen Mitteln gegen das scheinbar Unabwendbare: Er ist bereit, alles für seine große Liebe zu tun.

Was ne Schnulze 😉 Aber ganz ok für zwischendurch. Ganz ok, wenn man einschlafen will, nachdem man sich aufgeregt hat und sich nachts um halb 2 immer noch die Gedanken im Kopf überschlagen.

The girl before von JP Delaney

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches. Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

Auch wenn jedes Kapitel mit „damals“ oder „heute“ überschrieben war, fiel es mir doch schwer zu unterscheiden, bei welcher Person ich mich gerade befinde. Aber so sollte es wohl auch sein. Die Grundstory war ganz interessant, die Geschichte baut sich gut auf und löst sich nach und nach auf. Das Ende war überraschend und mal wieder hab ich vorher nichts gemerkt 😉 Ein ganz guter Krimi für zwischendurch.

Die Opfer die man bringt von Hjorth & Rosenfeldt

Sebastian Bergman. Kriminalpsychologe. Er ist hochintelligent. Steht vor seiner schwersten Entscheidung. Aber wird er auch das Richtige tun? Kriminalpsychologe Sebastian Bergman hat sich damit abgefunden, dass er Kommissar Höglunds Team bei der Reichsmordkommission verlassen musste. Er widmet sich seinem Buchprojekt und hält Vorträge, einzig zu Tatortanalytikerin Ursula hat er noch Kontakt. Seine Tochter Vanja will ihn weder sehen noch sprechen. Vanja arbeitet inzwischen bei der Polizei in Uppsala, sie ermittelt in einer perfiden Vergewaltigungsserie. Als die Reichsmordkommission eingeschaltet und auch Sebastian Bergman hinzugezogen wird, trifft das Team von einst wieder zusammen: Alte Konflikte drohen zu eskalieren. Und der brutale Vergewaltiger schlägt weiter zu. Bei der Suche nach ihm verdichten sich die Hinweise, dass er seine Opfer nicht zufällig auswählt. Doch gleich mehrere Personen scheinen verhindern zu wollen, dass die Verbindung zwischen den Frauen ans Licht kommt und der Täter gefasst wird.

Mein Lieblingsarschloch Sebastian Bergmann!! Ich hab zwar nach dem letzten Band gesagt, dass es eigentlich reicht, aber als ich wusste, dass es doch einen weiteren Band geben wird, habe ich doch drauf hingefiebert. Über ein Jahr musste ich auf die Fortsetzung warten und normalerweise hätte ich das Buch jetzt auch noch gar nicht, weil ich eigentlich zu geizig für Hardcover bin 😉 Ich hätte mir das Buch eigentlich, wie die anderen alle, als Taschenbuch für 3 oder 4 Euro auf ebay geschossen… aber der Weihnachtsmann kam mir zuvor 😀
Ich weiß nicht, ob ich es dieses Jahr noch schaffe, aber ich strenge mich an.
Im vorherigen Band haben sich ja die Einzelschicksale des Teams zugespitzt und jetzt bin ich einfach gespannt, wie es weiter geht!

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Zusätzlich zu diesem recht schwachen Lesequartal habe ich Blinkist entdeckt. Blinkist ist eine App (bzw. es geht auch am PC), in der Sachbücher so zusammengefasst sind, dass man sie in durchschnittlich 15 Minuten lesen kann. Oftmals ist es ja so, dass Sachbücher ellenlange Ausführungen beinhalten, die sich tatsächlich auf wenige Kernaussagen runterbrechen lassen.
In der kostenlosen Basismitgliedschaft kann man jeden Tag ein zufälliges Blink (so heißen die zusammengefassten Bücher) lesen. Wenn man sich anmeldet, hat man zu Beginn 24h lang einen kostenlosen Premium-Zugriff und man hat in der Zeit Zugriff auf alle Bücher und kann so viel lesen, wie man in 24h schafft 😉 Der Premium-Testzugang läuft dann ab, man ist danach Basis-Mitglied und es entstehen keine Kosten, man hat kein Abo an der Backe oder so. Man muss nicht mal seine E-Mail-Adresse verifizieren, wenn man nicht will. Die App funktioniert trotzdem.
Ich finds echt gut, es ist alles gut leserlich und kurz und knackig zusammengefasst. Aufgrund meiner persönlichen Situation habe ich direkt mal ein paar Bücher gelesen, in denen es um Selbstfindung und so geht Sowas wie „Am Arsch vorbei führt auch ein Weg“ und sowas 😉 Falls ihr das interessant findet, und wenn ihr euch über den Link da oben registriert bekomme ich übrigens 7 Tage kostenlosen Premiumtarif 😉 Vielen Dank 😉

Das mit dem „sich selbst lieben“

Das ist etwas, das ich wohl noch nie getan habe. Ich mag mich nicht mal selbst so wirklich. Eben hab ich meine alten privaten Einträge durchforstet und es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben… traurig…

2009:
ich hab mich noch nie auffällig gekleidet. immer graue maus. nie auffallen. immer in der masse verstecken. wieso? wieso hab ich zb ein problem damit, wenn andere leute mich anschauen? einen rock zu tragen finde ich noch heute in fast jeder situation unpassend. an mir jedenfalls. ich komme mir immer gleich überzogen aufgetakelt vor. an anderen frauen sieht es immer gut aus. und passend. stilvoll. schick. wieso an mir nicht?

2010:
wieso bin cih so eine graue maus? wieso bin cih manchmal sogar unsichtbar? wieso bin cih keine elegante frau? wieso fühle ich mich nicht als frau? wieso sehen die tollen klamotten von anderen an mir scheiße aus? wieso kann ich nicht wie jemand anders sein? wieso kann ich nicht jemand anders sein?
wieso kann ich nicht einfach zufrieden mit mir sein???

2015:
Ich renn halt auch iiiiiimmer gleich rum. Jeans und ein Pulli. Jeans und ein Shirt und Strickjacke. Immer gleich. Ich find mich ja selbst langweilig. Und ich brauch mich nicht wundern, dass man mich jünger schätzt. Ich finds nicht schlimm, jünger geschätzt zu werden. aber damit einher geht auch, dass man mich unterschätzt und mir weniger zutraut.

Der A-Figurtyp
Das liest sich für mich so:
– Ihr Oberkörper ist zart, aber Ihr Unterkörper ist völlig unproportional massig
– Ihre Schultern sind schmal, aber Ihre Hüften sind fett
– Ihre Taille ist schlank und deutlich ausgeprägt, weil Ihr Arsch riesig ist
– Ihr Po ist fett und schwabbelig
– Ihre gesamten Beine sind fett, sogar Ihre Knie und Fesseln!!
– Sie haben kurze Stummelbeine
Ach man, es ist echt eine Katastrophe. So denk ich oft über mich… Wie soll man da Spaß am Shoppen haben, wenn diese Gedanken immer im Kopf sind, wenn man was anprobiert…

2016:
Ich mache mich selbst fertig, indem ich vor dem Spiegel stehe und mich kritisiere. Indem ich mir selbst sage, wie schwabbelig mein Arsch ist. Indem ich mich einfach nicht akzeptiere.
Irgendwie muss ich es mal schaffen, dass ich nett zu mir bin.

2017:
Wieso kritisiere ich mich ständig selbst?
Wieso bin ich laufend unzufrieden mit mir?
Wieso fühle ich mich so oft ungenügend?

Ich bilde mir ein, dass alles besser wird, wenn ich mit meinem Körper zufrieden wäre. Aber selbst wenn die Speckfalten am Bauch weg sind, dann ist da immer noch der schwabbelige, große Hintern. Und die weichen, wabbeligen Oberschenkel. Und die fetten Waden mit den Stumpenfesseln, die in fast keine Stiefel oder Boots passen.
Aber auch wenn das alles weg wär… na ja, dann wärs halt was anderes.
Ich bin nicht sehr nett zu mir. Wenn ich mit anderen so reden würde, wie mit mir ihn meinem Kopf, dann würde niemand mehr was mit mir zu tun haben wollen… Und wenn andere was nettes zu mir sagen, dann ist es nicht so, dass ich das nicht glauben will. Ich würde es gern glauben, aber ich kann irgendwie nicht. Ich erlaube es mir nicht, das zu glauben…
Manchmal habe ich auch kurze Momente, in denen ich dann zu mir sage, dass ich gar nicht so fett bin, oder dass ich gar nicht so hässlich bin, oder sowas… Aber ich formuliere es immer so rum.

Der Namenlose und ich hatten zB vor einer Woche Jahrestag und sind essen gegangen. Und natürlich hab ich mich da auch mal mehr zurecht gemacht. Mit Lidstrich und Lippenstift. Und der Namenlose war richtig geplättet, als ich aus dem Bad kam… Aber der Kommentar, den ich für mich übrig hatte, war „Siehst schon gar nicht so scheiße aus, wenn du dich mal zurecht machst“ und nicht „Du siehst hübsch aus!“ Das fällt mir sogar schwer über mich zu schreiben. Ich sah hübsch aus an dem Abend. In dem Moment, wo ich das schreibe, zuckt meine Augenbraue nach oben.
Manchmal, wenn ich hier auf der Arbeit aufs Klo gehe, dann sehe ich mich im Augenwinkel von der Seite im Spiegel. Und manchmal gucke ich mich dann an und dann denke ich manchmal, dass ich ja gar nicht so fett bin. Nicht „Du hast eine gute Figur“ (und wieder fällt mir das Schreiben total schwer), sondern „Du bist gar nicht sooo fett.“ Aber ich stelle auch fest, dass diese Wirkung viel mit der Kleidung zusammen hängt. In manchen Klamotten wirke ich schmaler als in anderen. Das hängt davon ab, wo die Oberteile enden. Logisch. Aber trotzdem erstaunlich, wie viel mal so rein optisch beeinflussen kann.
Wenn ich mich dann allerdings nach dem duschen nackt im Spiegel sehe, da kann nix mehr kaschiert werden… Früher habe ich mich dann echt fertig gemacht. Hab in die Bauchspeckfalte gekniffen und bemängelt, wie viel ich da zwischen den Fingern hab, oder den Hintern angeschwabbelt und angewidert die Augen verdreht… heute mache ich das seltener. Nicht, weil ich mich nicht selbst runter machen will, sondern weil ich mich einfach ignoriere.
Ich schaue mich kaum im Spiegel an. Ich gucke mir nicht ins Gesicht, außer morgens zum Augenbrauen nachziehen und Wimpern tuschen. Ich gucke mich auch nicht nackt an. Mir fällt meine Speckfalte auf, meine weichen Oberschenkel, die innen komplett aneinander reiben, meine dicken Arschbacken, die Cellulite haben… Aber ich seh das nur im äußeren Blickfeld. Ich versuche einfach gar nicht hinzugucken.
Ich mag meinen Körper nicht. Ich widme ihm dadurch auch nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte (und der Namenlose somit auch…) Ich habe auf den großen Zehnägeln noch Nagellackreste vom Sommer… Und der Nagellack war im Sommer auch nur drauf, weil ich sonst nicht mit offenen Schuhen gelaufen wäre. Meine Beine rasiere ich alle paar Wochen mal. Ich mache nie Gesichtsmasken oder Haarkuren. Zum Jahrestag hab ich mir seit Moooooooonaten mal wieder die Augenbrauen gezupft und gefärbt, weil es halt mal einen Anlass gab. Gott sei Dank sind die sonst blond, sonst hätte ich schlimmer ausgesehen als Bert aus der Sesamstraße. Meine Fingernägel sind jetzt auch mal ok und ich bemühe mich seit einer Woche, nicht mehr so viel an den Nagelbetten rumzuknibbeln… Es sieht allmählich besser aus. Nur noch drei entzündete Stellen.

Aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll, wie ich anfangen soll, mich zu mögen. Mir ist klar, warum ich mich mögen sollte, aber ich weiß nicht, was ich an mir mögen soll… und wie… Ich bin wie ein Fremder für mich, mit dem man einfach nichts zu tun hat, zu dem man kein Verhältnis hat. Obwohl das stimmt ja so auch nicht. Ich habe ein Verhältnis zu mir, ein gestörtes, ein schlechtes. Aber da ich mich zB so wenig wie nötig im Spiegel angucke, mich so wenig wie nötig mit mir beschäftige, gehe ich fast dazu über, gar kein Verhältnis mehr zu mir zu haben. Harte Worte… Aber so ist das.

Gibt es irgendwas, was ich an mir mag?
Nachdem ich jetzt 8 Minuten darüber nachgedacht hab, ist mir trotzdem nichts eingefallen, außer „Ich mag meine Brille“. Aber immerhin. Als Kind/Teenie mochte ich meine Brille überhaupt nicht, hab dann über 10 Jahre nur Kontaktlinsen getragen und bin vor 4 oder 5 Jahren wieder zur Brille zurückgekehrt.
Vielleicht mag ich noch, dass ich doch irgendwie zielstrebig bin und mir selbst schon ein paar mal bewiesen habe, dass ich Sachen durchziehen kann. Und vielleicht mag ich auch noch, dass ich manchmal ganz witzig bin (und gleich hab ich das Bedürfnis, das wieder zunichte zu machen, indem ich sage „Ich wünschte ich wäre viel öfter so witzig und schlagfertig“…)
Ich hab da wohl einen ziemlich langen Weg vor mir.

Bibu-Update III

Unterrichtsstunden: 536/920
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berufsausbildung planen, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards

Ich habe mich tatsächlich zu einem richtigen Streber entwickelt. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel gelernt wie jetzt. Weder fürs Abi, noch für die Ausbildung. Im Studium auch nicht. Mangelndes Interesse, wie ich mir eingestehen muss und somit fehlende Motivation. Deshalb hab ich das ja auch gegen die Wand gefahren. Aber selbst für den Wirtschaftsfachwirt hab ich nicht so viel gelernt. Rückblickend muss ich echt sagen, dass ich den ganz schön auf die leichte Schulter genommen hab, und das meiste nicht mit der Ernsthaftigkeit durchgearbeitet hab, die ich jetzt habe, die aber auch damals schon nötig gewesen wär und mir heute sicher auch ein bisschen was einfacher machen würde 😉 Für die Wirtschaftsfachwirtprüfung hab ich eine Woche vorher Bulimielernen betrieben. Aber das ist etwas, das beim Bilanzbuchhalter nicht funktioniert. Man muss es verstanden haben, man muss die Zusammenhänge herstellen und den Überblick haben.
Und was soll ich sagen? Vorhin hatte ich eine Hammererleuchtung 😀
An dieser Stelle könnt ihr überspringen, wenn es euch nicht interessiert 😉

Aber mir ist was völlig Banales klar geworden: Wenn ich die Körperschaftsteuer ermitteln will, muss ich das zu versteuernde Einkommen ermitteln. Und das geht alles vom Gewinn in der Handelsbilanz aus. Aber der muss korrigiert werden um verschiedene Sachen. Und manche Gewerbetreibenden müssen zusätzlich zur Handelsbilanz eine Steuerbilanz aufstellen. Und genau das ist der erste Teil der Korrekturen. Und wenn man dann weitere Korrekturen durchführt, erhält man den Gewinn aus Gewerbebetrieb, mit dem man weiterrechnen kann, um die Gewerbesteuer zu ermitteln. Gleichzeitig ist er die nächste Stufe, wenn man das zu versteuernde Einkommen einer Körperschaft ermitteln will. Im dritten Schritt werden nun noch die letzten Korrekturen durchgeführt und dann kann man die Köperschaftsteuer berechnen…
Ich sag ja, völlig banal.

Ab hier könnt ihr weiterlesen 😀
Wieso mir da jetzt erst ein Licht aufgegangen ist? Wieso das nicht gleich klar war? Keine Ahnung… frag ich mich jetzt auch. Der Gesamtzusammenhang hat halt irgendwie gefehlt. Vier unterschiedliche Dozenten für handels- und steuerrechtliche Abschlüsse, Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer…
Aber diese Erleuchtungen und Momente, in denen ich richtig hören kann, wie der Groschen fällt, die sind so schön! Und die geben mir die Motivation zurück, die mir vor ein paar Monaten anfing zu fehlen. Ich muss es an der Stelle mal sagen: Ich hab doch echt mein Ding gefunden! 🙂 Ich bin glücklich mit der Weiterbildung, es macht mir inzwischen richtig Spaß und daher sitze ich freiwillig jeden Tag nach der Arbeit und sogar am Wochenende am Schreibtisch und lerne. Ich gehe den Stoff durch, schreibe Sachen noch mal neu und ordentlich auf, mache Übungen… Und es zeigt Wirkung. Ich habe nicht mehr das Gefühl, nichts zu wissen, weil sich immer mehr Zusammenhänge erschließen und nach jetzigem Stand und Gefühlslage habe ich keine Angst mehr vor der Prüfung.
Dafür vernachlässige ich aber weiterhin soziale Kontakte, Familie, Wäsche und Hobbys. Ich nähe nicht mehr, ich stricke nicht mehr. Das kostet zu viel Zeit. Aber ich lese abends immer mal oder whatsappe auch mal, aber ich versuche mich gerade zu erinnern, wann ich zB meine Hochzeitsfreundin zuletzt getroffen hab. Oder die Burgerfreunde. Das ist alles schon wieder länger her…

Was den Unterricht angeht haben wir gerade einen ziemlichen Disput mit den Dozenten, die Abgabenordnung und Einkommensteuer unterrichten. Ich hatte ja schon im letzten Update berichtet, dass die beiden schwierig sind, aber es ist halt noch schlimmer geworden.
Letzten Samstag haben wir dann um ein Gespräch gebeten, weil ich gehofft hatte, dass man das irgendwie klären kann, aber die sind überhaupt nicht auf unsere Argumente eingegangen, die wollten das Problem überhaupt nicht einsehen und sind nur wieder darauf rumgeritten, dass wir zu dumm für den Lehrgang sind, weil uns ja die 3-jährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten fehlt. Tja… das ist nicht sonderlich motivierend. Inzwischen wissen wir, dass der Dozent in Gewerbesteuer auch für Einkommensteuer einspringen würde und deshalb haben wir jetzt angeleiert, die beiden Dozenten abzusetzen. Nach diesem ergebnislosen und unbefriedigenden Gespräch haben wir alle keine Lust mehr auf die. Und die auf uns ja offenbar auch nicht. Sie betonen ja immer wieder, dass wir der letzte Kurs sind, den sie unterrichten und dass sie keine Lust mehr haben, weil das Niveau ja so gesunken ist… Im Gespräch haben sie dann gedroht, dass sie sich bis Weihnachten überlegen, ob sie den Unterricht im Januar überhaupt noch weiter führen wollen.

Mit keinem anderen Dozenten haben wir so ein Problem und ich verstehe nicht, warum sich die Fronten mit denen so verhärtet haben. Selbst mit der KLR-Dozentin, die in der ersten Stunde auch ziemlich herablassend war, kommen wir inzwischen sehr gut zurecht. Sie hat einfach einen Plan in ihrem Unterricht. Sie geht strukturiert vor, zu jedem Thema macht sie eine einfache Übungsaufgabe mit uns zusammen, um das System zu erläutern und danach machen wir zwei schwierigere Aufgaben allein.

In Umsatzsteuer und Gewerbesteuer läuft es genauso: Wir gehen das Gesetz Paragraph für Paragraph durch und zu jedem wird eine Übung gemacht um zu verstehen, was der meint. Am Ende setzt man das Puzzle zusammen.

Körperschaftsteuer ist weiterhin etwas schwieriger, weil der Dozent nicht ganz so strukturiert vorgeht. Aber bei dem haben wir zumindest ein dickes Skript, in dem alles (und noch viel mehr) drin steht und damit kann man sich das trotzdem irgendwie erarbeiten. Aber happig ist es trotzdem. Seine Übungsaufgaben sind auch immer noch sinnlos, weil sie so schwer sind und direkt so komplex, dass es schwer ist, alleine damit zurecht zu kommen. Da muss ich also trotzdem noch einiges nacharbeiten, aber wie gesagt, vorhin gabs ja eine Erleuchtung und ich gebe die Hoffnung für KÖ noch nicht auf 😉

Jahresabschlüsse nach internationalen Standards ist neu dazu gekommen… Ich finde das ein bisschen ätzend und das wird wohl das einzige sein, bei dem ich eher Mut zur Lücke beweise… nach der Prüfungsverordnung von 2015 wird das Fach auch nicht mehr so stark gewichtet. Nach der alten Verordnung hat man für dieses Fach eine eigene 90-minütige (? oder sogar länger??) Klausur geschrieben, in der es 100 Punkte zu erreichen gab und man musste mindestens 50 Punkte holen. Bei mir ist das nachher anders: Wenn ich Glück habe, so wie die Prüflinge jetzt im Herbst, dann wird zu dem Thema gar nichts abgefragt. Wenn ich „Pech“ habe, gibts ein paar Teilfragen, mit hoffentlich höchstens 10 Punkten.
Wen das interessiert, der kann ja nämlich noch den Abschluss Bilanzbuchhalter international machen.

Und alle anderen Fächer laufen auch ganz gut. Wir haben, wie gesagt, mit keinem anderen Dozenten so ein Problem, wir kommen mit allen gut aus, was für eine entspannte Unterrichtsatmosphäre sorgt. Alle Kursteilnehmer kommen gut miteinander aus und dass der Kurs so einen Zusammenhalt hat, das gab es wohl seit Jahren nicht bei der IHK 🙂
Meine Unterlagen sind total ordentlich, ich hab alles abgeheftet, keine Zettelwirtschaft! Vielleicht sind die Mitschriften nicht immer in Schönschrift 😉 Aber zumindest das, was ich zu Hause lerne und nacharbeite, ist sehr übersichtlich und ordentlich.
Und ich glaube ich habe auch irgendwie doch langsam meinen Platz in der Gruppe gefunden. Ich bin da sehr akzeptiert, stelle ich fest und das freut mich riesig 🙂 Das schweißt doch ganz schön zusammen und ich hoffe, der ein oder andere Kontakt bleibt danach bestehen.

Projekt: Ausstrahlung

Ich weiß nicht, obs das Wetter ist, oder ob ich grad mal wieder „Hormone“ hab, aber gestern hat mich die Kleidung einer Kollegin ganz schön angefressen. Es ist die alte Leier: Ich bin eine unscheinbare graue Maus.

Manchmal frage ich mich, ob ich verrückt werde, denn ich möchte zB im Einkaufszentrum an einer Menschentraube vorbei und sag „Entschuldigung, darf ich mal durch?“ und keiner reagiert. Sowas erlebe ich öfter mal und dann frage ich mich, ob ich zu leise bin. Also sag ich das bewusst lauter, als ich es normalerweise sagen würde, und trotzdem reagiert keiner. Manchmal ärgert mich das nur, manchmal frage ich mich aber, ob ich was gesagt hab, oder ob ich mir das nur eingebildet hab… Fast schon schizophren 😉
Aber vielleicht bin ich nur einfach die kleine, graue Maus, die in der Masse untergeht und eben einfach übersehen wird.

Und das hat mich gestern wieder angefressen, weil meine Kollegin immer hübsch angezogen ist und ich einfach neidisch bin, dass sie so eine Ausstrahlung hat und ich nicht. Dass dieses Kleid gestern an ihr einfach hübsch und normal aussieht, und ich mir gleich verkleidet und overdressed vorkäme.
Ich will mich nicht verkleiden, ich will keine Rolle spielen, für die die schickimicki Klamotten dann ein Kostüm sind. Ich will nicht steif und unnahbar wirken. Ich bin nur irgendwie neidisch auf die, die einen Raum betreten und plötzlich ist dieser hell und voll.

Wenn ich auch im Lehrgang die anderen Mädels sehe, die sind fast alle gut angezogen. Angemessen für die Arbeit. Ich komm mir da manchmal vor, wie ein Trampel der sich seit der Schulzeit nicht weiter entwickelt hat.
Aber natürlich ist ein Kapuzenpulli viel bequemer als ein Blazer, aber mit einem Blazer strahlt man eben gleich was anderes aus. Oder wenn man Pumps statt Turnschuhen trägt. Selbst wenn man bei der legeren Jeans bleibt: Mit Pumps und einem Blazer ist man eben gleich „angezogen“. Oder wenn man ein schlichtes Oberteil an hat (und mein Schrank besteht eigentlich nur aus schlichten und unscheinbaren Oberteilen), dann reicht vielleicht schon eine Kette, als Hingucker…

Also hab ich mit der Sturmtochter (menno… ich kann mich an den Namen nicht gewöhnen…) einen Plan ausgearbeitet:

1. Blazer kaufen
Ich habe einen Blazer in beige, der mir eigentlich nicht so steht, glaube ich. Den habe ich auch nie angehabt, außer auf den beiden letzten Bewerbungsfotos, die ich gemacht habe. Und dann habe ich einen grauen Blazer, der zu einem Hosenanzug gehört und mir inzwischen bestimmt zu eng ist.
Ich kann mich erinnern, dass ich den Blazer-Versuch schon mal gestartet hab, vor ein paar Jahren. Aber ich hab nichts passendes gefunden und daher alles wieder zurück geschickt. Nicht jede Länge und nicht jede Kragenform steht mir…

2. Ketten bzw. Accessoires kaufen
Ich habe zwei Ketten, die ich nie trage. Eine ist schwarz angelaufen, weil sie unecht ist. Und außerdem schlagen sie genau auf den Schreibtisch auf, wenn ich dran sitze. Deshalb trage ich auch keine Armbänder oder Armreifen. Wobei bei Armreifen zusätzlich das Problem besteht, dass die mir meistens zu groß sind und von der Hand rutschen.
Aber Schmuck ist dazu da, sich zu schmücken. Also kann ich meine unscheinbaren Oberteile weiter tragen und fühle mich vielleicht nicht mehr ganz so grau.

3. Schuhe kaufen
Das versuche ich schon länger. Aber es gibt nichts was mir gefällt. Oder was mir passt. Ich hätte zum Beispiel auch gern mal neue Stiefel für den Winter, aber ich krieg sie über meine fetten Waden einfach nicht zu. Schon mal gar nicht mit Hose drin. Ok… damit muss ich mich wohl abfinden. Aber ich muss zumindest mal ein paar neue knöchelhohe Schuhe finden. Mit ein bisschen Absatz. Bürotauglich. Aber es gibt im Moment einfach nur hässliche Schuhe!!

Und wenn dann einer im Büro sagt „uuuuuh so schick heute“, dann muss ich da drüber stehen, es eine Woche aushalten und dann ist hoffentlich jemand anderes Gesprächsthema Nummer 1.

Bei dieser ganzen Aktion geht es mir darum, dass ich anders wahrgenommen werden möchte. Ich bin fast 35 und hab so oft das Gefühl, dass man mich nicht ernst nimmt und mich oft übergeht. Grad auf der Arbeit.
Dass ich nicht wahrgenommen werde und in der Masse untergehe, das war früher als Teenie bewusst mein Ziel. Ich hab mich in weiten, großen Schlabberpullis versteckt, ich wollte nicht auffallen. Hab keine engen Jeans oder kurzen Röcke getragen. Ich bin einmal angegrabscht worden und irgendwie hab ich gedacht, dass ich keine Angriffsfläche mehr bieten darf, also darf ich möglichst nicht auffallen und darf schon gar nicht auch nur ansatzweise aufreizend sein. Deshalb hab ich mich auch nie geschminkt. Es war Fluch und Segen zugleich: Niemand hat mich mehr angegrabscht, aber für meine erste große Liebe war ich eben auch nur die hässliche Brillenschlange.

Ich kann halt auch schlecht damit umgehen, wenn Männer glotzen. Und es gibt immer die zwei, drei Exemplare, die das tun. Und das ist einfach so ekelhaft. Deshalb ziehe ich mich auch heute noch möglichst unscheinbar an um dieses ekelhafte Glotzen zu vermeiden… Ich kann mir auch nicht sagen „Lass sie doch glotzen, sollen sie doch“. Ich finds eklig, ich fühle mich dann direkt unwohl und verunsichert. Ich falle dann irgendwie in diese Grabsch-Situation zurück, in der ich wirklich Angst hatte. Und ich habe, wenn einer so eklig glotzt, Angst, dass der gleich aufsteht, zu mir kommt und mich auch angrabscht, weil er denkt, ich hätte ihn mit meinem Aufzug dazu aufgefordert.
Puh… tiefschürftende Erkenntnisse, die mir teilweise während des Schreibens jetzt erst kamen…

Na ja, ich will jedenfalls keine graue Maus mehr sein, was ja nicht automatisch bedeuten muss, dass ich in Etuikleidern zur Arbeit gehe. Aber ich brauch ein bisschen mehr Farbe. Im übertragenen Sinne.

Albträume

Heute stehe ich irgendwie neben mir.
Ja, Zähne hab ich geputzt, aber ich hab mir die Haare nicht gekämmt. Ich sehe aus wie… na ja, grad aufgestanden. Wenigstens hab ich eine Hose an und bin unfallfrei im Büro angekommen.

Ich habe mal wieder geträumt. Und ich kann mich erinnern:
Ich hab geträumt, ich schreibe meine Prüfung. Wir saßen draußen in einem Innenhof. Es war nicht überdacht, aber da waren so Holzstreben quer drüber, an denen Efeu oder Wein oder irgendwas gewachsen ist. Die Ranken hingen stellenweise runter. Jeder hatte einen eigenen Tisch und wir bekamen unsere Prüfung. Ich kann mich nicht an die Aufgabe erinnern, aber ich konnte sie nur mehr schlecht als recht beantworten. Die zweite Frage ging mir total ab.
Ich saß da und hab vor mich hingedacht. Hab versucht die Antwort in meinem Kopf zu finden, statt einfach mit der nächsten Frage weiterzumachen. Alle anderen haben geschrieben wie wild.

Dann fing es an zu nieseln und wir sollten reingehen. Drinnen saßen wir bei grellem, künstlichen Licht. Es war unruhig, einige haben getuschelt. Ich hab mich nicht getraut mit jemandem zu reden, weil ich nicht durchfallen wollte.
Dann saß plötzlich jemand mit an meinem Tisch. Scheinbar waren drinnen nicht genügend Tische. Mit den tausend dicken Gesetzesbüchern, den Prüfungsfragen, Lösungs- und Schmierpapier war es dann doch ganz schön eng auf dem Tisch. Als mir das bewusst wurde, hab ich nach rechts geschaut. Es war ein Mädchen aus meiner Schulklasse, die mich da angestrahlt hat.
Ich konnte die zweite Frage immer noch nicht beantworten.

Dann war irgendwie Mittagspause. Es gab ein Buffett mit indischen Gerichten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die das jetzt überprüfen wollen, dass sich niemand über die Prüfung unterhält und sich gegenseitig hilft. Ich hab mit niemandem gesprochen, ich wollte nicht wegen Betrugsversuch durchfallen. Ich wollte was essen, hab aber keinen Teller gefunden. Irgendwann hatte ich einen ganz alten, der war schon gesprungen und sah schmutzig aus und ein Stück war abgeplatzt. Dann hab ich mir etwas zu essen drauf getan, aber irgendwie gar nicht gegessen.
Ich hab einen der Dozenten, der das Prüfungsfach unterrichtet, sagen hören, dass er doch hofft, dass wir gut zurecht kommen und ihm keine Schande bereiten.

Plötzlich war ich in einem Hausflur, der mich jetzt im Nachhinein an das Wohnheim erinnert, wo ich während des Studiums gewohnt habe. Ich bin mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren, mit mir war noch ein Rollstuhlfahrer und seine Pflegerin. Ich war unter Zeitdruck, weil ich zur Prüfung zurück musste, aber wir mussten dann wegen der anderen beiden auf dem 3. Stockwerk noch anhalten.
Endlich unten angekommen hatte ich keine Schuhe an, ich hatte nur schnell meine Filzhausschuhe beim rausgehen gegriffen. Das alte Paar, mit dem Loch in der Sohle. Die hab ich dann angezogen und bin losgerannt zurück zur Prüfung.
Weil ich schnell vorangekommen bin, dachte ihc noch, das kann kein Traum sein, das muss echt sein, weil ich normalerweise in Träumen nicht vorankomme, wenn ich renne. Dann klebe ich immer auf der Stelle. Dann war da wieder der Dozent, der gerufen hat, ich solle mich doch mal beeilen. Und dann kam ich wieder nur wie Kaugummi vorwärts.

Als ich wieder im Prüfungsraum saß, fiel mir auf, dass ich nicht mal eine Hose an hatte…

Oh man… also das sind so viele worst case Szenarien in einem, dass ich es gar nicht fassen kann! Und wenn das jetzt schon losgeht, dass ich sowas träume, na dann herzlichen Glückwunsch. Sind ja nur noch 11 Monate bis zur Prüfung… Und eigentlich hatte ich in den letzten Tagen eher ein ziemlich zufriedenes Gefühl, weil sich mir so langsam die ganzen komplexen Zusammenhänge erschließen, weil ich sogar Steuerkram auf Anhieb verstehe und Fragen dazu richtig beantworte. Eigentlich gibt es also keinen Grund, in so eine Panik zu verfallen.
Ich hoffe, das legt sich wieder.

Zumindest haben wir gestern die Weihnachtsplanung auf die Reihe gekriegt. Der Namenlose hat keine Lust hinzufahren, aber er kommt mit, weil er ja auch einsieht, dass es halt mal wieder für ihn dran ist 😉
Wir buchen die Ferienwohnung. Ich hoffe meine Schwester ist mir da nicht böse, aber andersrum ist es für sie vermutlich auch eher erleichternd, wenn nicht zwei Leute da sind, die sich zwischen den Kindern auch noch ins Bad drücken und deren Betten und Koffer da rumstehen, und man eigentlich nicht mehr treten kann. Das Haus ist einfach nicht ausgelegt für 4 Erwachsene und zwei Kinder. Sie sollte darüber nachdenken, die Garage auszubauen 😀
Meine Mutter wird wahrscheinlich höchst beleidigt sein, dass wir nicht bei ihnen schlafen, wenn wir nicht bei meiner Schwester schlafen… die haben nämlich ein relativ großes Gästezimmer, aber ich will das nicht. Außerdem müssten wir dann immer fahren, weil die nämlich im Nachbardorf wohnen und nicht fußläufig erreichbar. Und so würden wir das Gästezimmer auch nicht blockieren, denn bestimmt will meine Omi da übernachten ;D (Worauf meine Mutter bestimmt tierisch Bock hat. Nicht. Also soll sie sich mal nicht so anstellen, wenn ich keinen Bock hab, bei ihr zu übernachten.)

Dem Namenlosen hab ich versprochen, dass ich mich stark zusammenreiße an Weihnachten. Ein Albtraum, aber ich muss mich da irgendwie unter Kontrolle kriegen. Bisher war das immer so, dass ich schon Tage vorher komplett genervt war, wenn ich wusste, ich muss ihr begegnen.
Ich hab da in letzter Zeit auch wirklich viel drüber nachgedacht, wieso das so ist. Ich weiß nicht wieso ich plötzlich darüber nachdenke. Vielleicht weil ich wusste, dass Weihnachten ansteht, und weil ich selbst auch will, dass das Problem endlich mal gelöst wird. Dabei kann ich es gar nicht benennen.

Ich kann meine Gefühle meiner Mutter gegenüber schwer definieren. Ich hasse sie jetzt nicht, so schlimm ist es nicht. Aber ich mag sie auch nicht. Es ist aber auch nicht neutral. Eher negativ. Ich kann ihr nicht sagen, dass ich sie lieb habe. Eigentlich kann ich das niemandem sagen. Aber ihr schon mal gar nicht, weil es gelogen wäre. Das ist der Hauptknackpunkt.
Ich dachte immer, ich kann meiner Mutter nicht sagen, dass ich sie lieb habe, weil sie es mir nie gesagt hat. Aber ich kann es ihr nicht sagen, weil es einfach nicht so ist. Anderen kann ich es nicht sagen, weil ich es nie gehört hab. So wird ein Schuh draus.
Das löst und benennt aber trotzdem noch nicht das eigentliche Problem.

Ich hab sogar überlegt, ob ich mal in eine Therapie gehe, um herauszufinden, was ich eigentlich wirklich für ein Problem hab, denn ich komme einfach nicht selbst drauf.
Ein kleines Aha-Erlebnis hatte ich neulich, als ich mal mit meiner Schwester telefoniert hatte, und genau das Thema auf den Tisch kam. Dass halt jeder merkt, wie genervt ich bin. Alle sind dann angespannt… Also, ich hatte immer angenommen, dass ich mich gut zurückhalte – offenbar hab ich mich da vollkommen fehleingeschätzt…
Meine Schwester und meine Mutter hatten da schon mal drüber gesprochen und meine Mutter hat wohl zu ihr gesagt, dass ich mich so wenig melde, dass sie gar nichts mehr über mich weiß, dass es ihr vorkommt, als hätte sie nur noch eine Tochter. Und da schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Dann hat sie doch, was sie immer wollte.

Und jetzt frage ich mich, ob das die simple Lösung sein soll. Aber das verstehe ich nicht, denn dass sie mich nicht wollte, ist mir nicht erst in dem Telefonat mit meiner Schwester bewusst geworden. Dass sie mich nicht wollte… tja, das weiß ich eigentlich schon immer. Zuerst wusste ich nur, dass ich nicht geplant war. Aber irgendwie war mir schon mit 9 Jahren aufgrund ihres Tonfalls und der Art, wie sie das gesagt hat, bewusst, dass ich dieser Unfall klein Glücksfall war… später hat sie es im Streit auch deutlicher gesagt. Spätestens da wären alle Hoffnungen darauf, dass ich kein schlimmer Unfall war, vernichtet gewesen.
Aber wie gesagt, dieses Wissen hab ich schon so lange, dass das doch jetzt nicht der Auslöser für meinen Unwillen sein kann, mich auch nur 5 Minuten mit ihr auseinander zu setzen?! Vor allem ist das auch erst jetzt in den letzten paar Jahren so schlimm geworden. Es gab Zeiten, da haben wir wöchentlich stundenlang telefoniert. Hab ich zu dieser Zeit dieses Wissen einfach ausgeblendet? Und was war der Auslöser dafür, dass es dann jetzt so präsent ist, dass es sich so stark auf mein Verhalten auswirkt? Und werde ich jetzt, wo ich vermute, dass dieses Wissen der Auslöser sein könnte, entspannter sein?

Nur noch zwei Monate

Um an einen der letzten Einträge anzuknüpfen: Ich blogge zu wenig, ich muss/will mehr für mich festhalten.
Letztens habe ich ganz ganz alte Einträge von mir gelesen, von vor 10-12 Jahren, als ich mit dem Bloggen angefangen habe… eieiei 😀 da glaubt man, man wäre erwachsen und reif 😉 Vermutlich denke ich in weiteren 12 Jahren das gleiche über mein jetziges Ich.
Aber ich konnte nicht nur schmunzeln über mich… Ich hatte vor 11 Jahren eine Beziehung und als ich das gelesen habe, da konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich will die Beziehung jetzt nicht einfach nur schlecht reden, wir hatten unsere schönen Zeiten. Gerade unser Anfang hat sich gelesen wie ein Kitschroman. An vieles konnte ich mich nicht mal mehr erinnern.
Fakt ist, es war schön, so detailliert nachlesen zu können, was mich bewegt hat, welche Gedanken ich mir gemacht habe, auch wenn ich mich aus heutiger Sicht gern in die Vergangenheit schicken würde, um mich zu schütteln 😉
Aber gut, ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn ich diese Beziehung nicht geführt hätte.

Aber um auf den Punkt zu kommen: mehr für mich festhalten.

Gerade sind wir dabei, bzw. ich bin dabei, die Weihnachtsplanung für dieses Jahr zu machen. Was alleine irgendwie sinnlos ist, aber der Namenlose äußert sich nicht dazu.
Vor dem Urlaub hab ich das schon angesprochen und er meinte dann, dass wir ja (im Urlaub) dann 6 Tage Zeit hätten, das zu diskutieren. Ich frage mich, was man da diskutieren muss, aber ok… Ich habs dann im Urlaub selbst vergessen, auf der Rückfahrt ist es mir eingefallen.
Und dann sag ich: „Jetzt haben wir gar nicht über die Weihnachtsplanung gesprochen!“
Und dann sagt er: „Stimmt.“
Schweigen.

Es nervt mich echt total. Meine Schwester hat mir jetzt am Montag ihren finalen Dienstplan geschickt, sodass wir jetzt doch langsam mal festmachen könnten, wie wir das dieses Jahr machen wollen. Aber als ich das am Montag angesprochen hab, hat er auch wieder nichts dazu gesagt. Was ist denn daran so schwer? Wenn er nicht hin will, soll er es sagen. Die Brücke hab ich ihm sogar gebaut, weil ich weiß, dass er keine Lust hat. Ich hab auch keine Lust. Aber ich will meine Neffen noch mal sehen, ich hab die dieses Jahr erst ein mal gesehen! Also hab ich gesagt, dass ich sonst auch alleine fahre, wenn er nicht weg will. „Ja, das ist ja dann auch blöd“, sagt er. Klar… aber wäre dann nicht zu ändern!

Ich muss halt leider am 27./28.12. arbeiten und würde deshalb gern am 1. Feiertag wieder nach Hause fahren, damit ich noch einen Tag meine Ruhe hab und runterkommen kann, bevor ich arbeiten muss.
Meine Schwester hat ab dem 20.12. frei.
Der Namenlose muss aber noch bis zum 21.12. arbeiten, weil er nun mal selbstständig ist und gerade das Weihnachtsgeschäft sicher bis kurz vor knapp läuft. Es gibt halt immer Leute, die noch am Freitag was bestellen und dann hoffen, dass es noch Heiligabend ankommt.
Also hab ich gedacht, ich fahr schon am 20. mit dem Zug hin, er kommt Samstag in Ruhe nach und wir fahren dann Dienstag wieder zurück. Und weil die Schlafsituation bei meiner Schwester leider echt kacke ist, hab ich sogar gedacht, wir buchen eine Ferienwohnung, die da sogar fußläufig in der Nähe ist. Wir hätten morgens unsere Ruhe, könnten abends was trinken, müssten halt nicht mehr fahren. Wir hätten auch genug Platz und ein ordentliches Bett.

Aber er äußert sich einfach nicht! Und das kotzt mich echt an. Ich werde nachher einen weiteren Versuch starten, ihm ne Meinung dazu aus der Nase zu ziehen.
Also, ich weiß, dass er keine Lust hat da hin zu fahren. Ich weiß, dass ihm das alles zu stressig ist. Ich weiß, dass ihn diese durchgetakteten Tagesabläufe nerven. Und ich weiß, dass ihn die Kinder nerven. Und ich kann das alles verstehen. Deshalb hab ich die Ferienwohnung vorgeschlagen. Außerdem waren wir die letzten zwei Jahre zu Weihnachten nicht da und deshalb möchte ich dieses Jahr mal wieder hin. Gerade auch, weil Weihnachten dieses Jahr eigentlich so günstig liegt.
Ich weiß auch, dass ich ihn die Tage nerven werde, weil mich dieser ganze Familienstress schon nervt, wenn ich nur daran denke! Und weil meine Mutter mich sowieso nervt. Und gerade muss ich mir das lachen verkneifen, weil ich mich vor drei Jahren, als wir nämlich das letzte mal zu Weihnachten da waren, in einem Eintrag über den Stress ausgelassen hab, und darüber nachgedacht habe, mich auf dem Klo einzuschließen 😀

Ach man… ich hasse Weihnachten!

Outdoor-Profis – 08.10.2018

Ja, für heute stand die Wandertour um die Drei Zinnen an. Nachdem wir uns ja nun fast eine Woche lang an die höhere Lage gewöhnen konnten und uns etwas akklimatisiert hatten, und nachdem wir uns auch ein bisschen an das viele laufen gewöhnt hatten, sind wir an diesem Morgen sehr früh aufgebrochen, damit wir auf jeden Fall genug Zeit haben, um diese Tour zu schaffen. An der Rezeption wurde uns mitgeteilt, dass man wohl 4 Stunden dafür rechnen muss. Um den See rum haben wir auch schon etwas länger gebraucht, als auf dem Schild stand, also haben wir mal lieber 4,5 Stunden geplant.
Durch unsere Schottland-Outdoorklamotten waren wir bestens ausgestattet, an der Rezeption im Hotel hatten wir uns Wanderstöcke geliehen und obwohl ich mir anfangs ziemlich bescheuert damit vorkam, war ich dann echt froh, sie zu haben!
Wir sahen also aus wie erfahrene Wanderer, als würden wir reeeeegelmäßig in den Bergen wandern gehen 😀

An der Auronzohütte ist mit dem Auto über eine Mautstraße erreichbar (überall muss man bezahlen, nur weil man da hinfahren will…) und hat einen ziemlich großen Parkplatz. Wir waren um halb 10 da und da standen doch schon einige Autos.
Wir haben uns also unsere Wanderschuhe angezogen, ein paar Kekse und Wasser eingepackt und sind losgestakst. Es war sonnig, aber es wehte ein ganz schönes Lüftchen, sodass ich zum einen froh war, dass ich meine Mütze dabei hatte, sonst hätte ich ganz schnell Ohrenschmerzen bekommen, und zum anderen war die Sonne so erträglich. Aber ich hatte echt Angst, dass ich mir volle Kanne das Gesicht verbrenne, weil wir die Hälfte der Zeit die Sonne immer auf der rechten Seite hatten…
Nach 25 Minuten war der erste „Wegpunkt“, eine kleine Kapelle erreicht, die man schon vom Startpunkt aus gesehen hatte. Uns gings noch gut, der Weg war breit und ziemlich eben, es ging nicht steil bergauf oder bergab. So könnte man die 4 Stunden auf jeden Fall durchhalten.
Eine Halbe Stunde später sind wir an der Ostseite der Drei Zinnen angekommen. Und endlich konnte man sie dann auch mal sehen. Auf der Südseite, die wir bisher gegangen waren, hingen nämlich dicke Wolken davor. Wir habens ja immer so mit Wolken und Bergen 😉 An der Stelle haben wir eine kleine Pause gemacht, ein paar Kekse gefuttert und sind dann weiter, entlang der Nordseite und da gab es irgendwie keinen richtigen Weg mehr. Ich bin mir auch im Nachhinein nicht sicher, ob das der offizielle Weg war… Aber wir sind wie die Lemminge einfach ein paar anderen Wanderern hinterher gelaufen.
Das Stück über Stock und Stein (im wahrsten Sinne!!) dauerte über eine Stunde, bis wir an der nächsten Schutzhütte angekommen waren, wo wir uns noch mal 10 Minuten ausgeruht haben, bevor wir das letzte Stück zurück zum Parkplatz gelaufen sind.
Nach 3 Stunden und 20 Minuten waren wir rum! 😀 Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass wir vermutlich eher eine Abkürzung genommen haben 😉

Mit einem wirklich zufriedenen Gefühl sind wir nach Toblach zurück gefahren, haben uns da noch mal eine supergeile Pizza gegönnt (also ich muss schon sagen, Pizza können die Italiener halt :D) und dann haben wir auch diesen Tag in der Sauna ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Hause. Ich hab leider auf der Autofahrt bemerkt, wie eine Erkältung sich einnistet… :-/ Ich war dann froh, dass ich den Rest der Woche noch frei hatte und mich auskurieren konnte. Der Namenlose hat sich natürlich angesteckt und hatte dann diese Woche damit zu kämpfen… :-/

 

Fly high – 07.10.2018

Der Berg, der sich direkt vor unserem Balkon befindet, ist der Kronplatz. Er ist 2.275 Meter hoch und im Winter ein sehr beliebtes Skigebiet. Aber auch ohne Schnee ist es schön da oben. Es gibt von allen Seiten Seilbahnen, mit denen man hoch fahren kann, natürlich könnte man aber auch hoch wandern 😉

Wir haben natürlich die Seilbahn genommen – zumindest hoch.
Oben sind wir eine kleine Runde um das Gipfelplateu gelaufen, haben Paraglidern beim starten zugesehen, einen Cache gefunden und um 12 der Friedensglocke, der Concordia 2000, zugehört. Die läutet immer um 12 Uhr und ich sag euch, das ist ziemlich laut, wenn man daneben steht 😉 und sie läutet immer dann, wenn irgendwo auf der Welt die Todesstrafe abgeschafft wurde, ein Verurteilter begnadigt wurde oder wenn ein Krieg beendet wird.
Außerdem gibt es da oben noch eins von 6 Reinhold-Messner-Museen, in dem man sich die Geschichte der Bergsteigerei anschauen kann. Wir waren aber nicht drin, denn wir hatten um halb ein einen Termin. Zum Paragliden 😀

Es war so cool! Ich war vorher echt nervös, wir beide. In der Stunde, die wir schon vorher oben auf dem Berg waren, sind wir bestimmt 5x aufs Klo gerannt 😉
Dann haben wir am Treffpunkt gewartet und da kamen einige Paraglider hoch. Und bei jedem der aus der Seilbahn ausstieg dachten wir ganz aufgeregt, es wäre einer für uns… Unsere beiden Piloten kamen dann endlich und haben uns direkt in ein Gespräch verwickelt, sodass eigentlich keine Zeit blieb, um noch viel nervös zu sein.
Dann hieß es Schirm auspacken, Helm aufsetzen (wobei der mir auch nix bringt, wenn der Schirm umklappt und wir abstürzen 😉 ), Geschirr anziehen, festschnallen, GoPro in Stellung bringen und dann ein paar Schritte mitlaufen, bis man abhebt 🙂
Es war echt so schön! Ich liebe ja fliegen, ich klebe ja auch 4 Stunden am Fenster im Flugzeug, obwohl man nur Wasser sieht. Und sobald wir in der Luft waren, war alle Aufregung weg und ich hab es einfach nur genossen 🙂 Eine halbe Stunde lang sind wir durch die Luft gesegelt, haben unterwegs den Namenlosen mal umkreist und dann leider kurz vor der Landung noch ein paar enge Kreise gezogen… das ist mir ganz schön auf den Magen geschlagen, die Kräfte die da auf einen wirken sind echt richtig krass! Das drückt mehr, als in der Achterbahn 😉
Dann wars auch leider viel zu schnell wieder vorbei… bei der Landung musste ich wieder ein paar Schritte mitlaufen. Dank der unfassbaren neuen Technik konnten die Fotos direkt von der GoPro auf mein Handy übertragen werden. Ich wusste gar nicht, dass das so direkt geht 😉

Wieder festen Boden unter den Füßen sind wir dann erstmal nach Bruneck gefahren, die nächst größere Stadt, und haben eine supergeile leckere Pizza verdrückt, bevor wir zurück ins Hotel gefahren sind und uns den Nachmittag in der Sauna entspannt haben.

Gassltörggelen – 06.10.2018

Der Samstag war ein ganz besonderer Tag. Ich blogge ja inzwischen seit 12 Jahren. Und auf meinem allerersten Blog hatte ich eine Blogfreundin aus Südtirol. Bei blog.de hieß das damals nicht Follower, sondern das waren Blogfreunde und das hatte seine Berechtigung, denn die Community da war viel verbundener als hier.

Jedenfalls, als ich meinen neuen Blog eröffnet hatte, hab ich auch was meine Blogfreunde angeht, bei null angefangen. Zu dieser speziellen Blogfreundin habe ich aber zwei Jahre später wieder Kontakt aufgenommen, weil uns ein spezielles Erlebnis verbindet.
Nachdem sie eine Familie gegründet hat und immer weniger gebloggt hat und als blog.de zugemacht hat und alle hier her gekommen sind, haben wir den Kontakt auf Facebook weiter gehalten und als ich mich da abgemeldet habe, sind wir dann doch endlich mal auf die Idee gekommen, Handynummern auszutauschen und halten seitdem Kontakt über Whatsapp.
Und schon lange haben wir gesagt, dass wir uns mal treffen müssen und jetzt, wo wir in Südtirol waren, war es dann soweit!

In Klausen, das ist ein kleinerer Ort in der Nähe von Bozen, war Gassltörggelen. Quasi ein Street-Food-Festival auf südtirolerisch 😉 Törggelen ist eigentlich die Verkostung des neuen Weins und zu den Mahlzeiten gab es dann geröstete Kastanien zum Beispiel. Aber inzwischen isst man auch sehr deftig dazu.
Wir sind also mittags nach Klausen gefahren, mit der Bahn, damit wir auch ein oder zwei oder drei Gläser Wein trinken können 😉
Damit haben wir auch direkt mittags schon angefangen als wir auf meine Freundin gewartet haben, und dann haben wir den Nachmittag essend, trinkend und vor allem quatschend miteinander verbracht und ich fand es unglaublich schön, sie mal persönlich zu treffen, nachdem wir uns ja eigentlich schon so lange kennen 🙂

Lamas & Alpakas – 05.10.2018

Bevor wir nach Südtirol gefahren sind, haben wir uns die Sendung „Wunderschön – Südtirol im Herbst“ gesehen. Ein Bekannter hatte uns davon erzählt. Wie passend!
Unter anderem war die Moderatorin auf dem Kaserhof in Oberbozen, wo man mit Lamas und Alpakas wandern kann. Ich fand das ja super süß 😀 aber wir haben so eine Wanderung nicht mitgemacht, der Namenlose fand es unsinnig, ein Lama am Strick neben sich herzuführen. Ich hab zwar gesagt, dass Gassigehen mit unserem Hund ja nix anderes ist 😉 aber ich denke das ist trotzdem eher so eine Kinderattraktion, außerdem sollte so eine Wanderung auch schon früh losgehen.

Wir sind trotzdem zu dem Hof gefahren. Der Weg dahin war ziemlich abenteuerlich. Es ging schmale Serpentinenstraßen hinauf. Und wenn ich schmal sage, dann meine ich schmal. Der Traktor, der vor uns fuhr hat gerade so durch gepasst. Ich frage mich, was da passiert, wenn ein Bus entgegen kommt. Wer fährt denn dann da zurück?? Und ja, dass da Busse fahren haben wir gesehen. Nicht nur an den Bushaltestellen. Es kam uns wirklich einer entgegen… Puh…

Aber dann waren wir angekommen. Links und rechts waren Weiden auf denen die Tiere in der Sonne lagen 😀 Wir haben uns da erstmal hingesetzt und einen Kaffee getrunken und sind dann losgewandert. Einfach blind drauf los. Wir mussten schließlich ein bisschen für die Drei Zinnen üben 😉
Durch den Wald, über Stock und Stein, an einem Bächlein vorbei… und immer wieder hatten wir Blick auf eine Felsformation, die aussah wie ein liegender Mann. Die hatten wir auch schon im Fernsehen gesehen. Nach 2 Stunden kamen wir wieder am Kaserhof an und waren zwar etwas geschafft, aber nicht so kaputt, dass wir nicht noch weiter hätten laufen können. Den Weg um die Drei Zinnen würden wir schon schaffen!
Am Kaserhof hat uns dann ein Alpaka am Zaun begrüßt, leider kam es nicht noch dichter ran. Ich hätts ja gern gestreichelt. 🙂
Die Alpakas sind natürlich nicht nur zum Wandern da, die verkaufen auch deren Wolle. Eigentlich hätt ich auch gern welche gekauft, aber ein Knäuel sollte 16 Euro kosten und eins wär für eine Mütze sicher zu wenig gewesen… mir war das dann doch eeeeetwas zu teuer und habs gelassen. Auch wenns eine schöne Erinnerung gewesen wär. Aber ich hab auch zu Hause drei oder vier Mützen… das wird wohl reichen für den Winter.

Bevor wir dann wieder zurück ins Hotel gefahren sind, haben wir da noch Schlutzkrapfen gegessen. Gefüllte Teigtaschen. Oh man waren die lecker, ich hätt mich reinsetzen können! Und vor lauter Gier und Hunger nach der kleinen Wanderung, hab ich mal wieder kein Foto vom Essen gemacht…

Der Weg zurück war straßenmäßig viel besser, die Straßen waren immer zweispurig 😉 Euch darf gern auch mal schlecht werden:

Auf dem Seeweg – 04.10.2018

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich spät wach geworden. Normalerweise werden wir auch am Wochenende spätestens gegen 8 Uhr wach. Wir müssen schon ganz schön tot sein, um wirklich länger zu schlafen. Wie jetzt am Wochenende, als ich krank war und bis halb 10 geschlafen hab! 😉

Unserer Tradition entsprechend hat der Namenlose erstmal Kaffee besorgt, den wir auf dem Balkon unter strahlend blauem Himmel getrunken haben. Da musste man schon fast aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt! Sonnencreme hatte ich natürlich nicht dabei. Es ist nicht so, dass wir nicht 15 Flaschen zu Hause hätten, aber für die Berge stand das einfach nicht auf meiner Packliste… Schön blöd!
Wir sind nach dem Frühstück erstmal zum Supermarkt und wollten Wasser und Sonnencreme kaufen, aber 16 Euro für ein kleines Fläschchen… pf… da verbrenn ich mir lieber das Gesicht 😉

Das Frühstück war super. Es gab alles, was man sich vorstellen kann und wir haben gut zugeschlagen. Auf dem Tisch (wir saßen die ganze Woche immer am selben Tisch) lag die „Morgenpost“, ein A4-Blatt mit Wetterinfos, Ausflugstipps und sie haben immer 2 Mitarbeiter vorgestellt.
Insgesamt war das wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre im Hotel.

Nach dem Frühstück standen wir dann an der Rezeption und haben gefragt, was wir hier so machen können. Wir hatten natürlich mal wieder keine Ahnung und keinen Plan 😉 Sie meinte, man müsste die Drei Zinnen gesehen haben, wenn man schon dort ist. Das wäre eine mittelschwere 4-stündige Wanderung. Aber da es schon halb 11 war, wäre es schon viel zu spät, noch zu starten.
Ok, vielleicht ist eine 4-Stunden-Wanderung eh nicht die beste Wahl für uns Anfänger aus dem Flachland 😉 Also sind wir zum Pragser Wildsee gefahren und haben den umrundet. Das war schon anstrengend genug, denn es war ziemlich warm und es ging an der einen Seite ganz schön bergauf!
Für den Rundweg stand auf dem Schild, dass er ungefähr eine Stunde dauert… wir haben auch fast eine Stunde gebraucht 😉

Danach sind wir ein bisschen rumgefahren. Eigentlich wollten wir noch zur Plätzwiese, einem Hochplateau, aber an einem Parkplatz war Schluss, man durfte nur zu gewissen Uhrzeiten weiter fahren. Es war leider auch niemand zu sehen, also sind wir umgedreht und nach Sankt Magdalena gefahren. Sankt Magdalena ist der letzte Ort im Tal von dort aus gehen nur noch Wanderwege in alle Richtungen. Wir sind also bis zum Ende der Straße gefahren und haben dort einen Apfelstrudel und Kaiserschmarrn gefuttert bevor es zurück ging ins Hotel.

Das Abendessen war wieder richtig gut. Die restliche Woche gab es immer ein 3-Gänge-Wahlmenü, das am Vorabend immer auf dem Tisch lag. Wir konnten dann immer ankreuzen, was wir wollen. Vorweg gab es immer ein Salatbuffett und noch zwei Suppen zur Auswahl.
Aber bei so viel frischer Luft war es kein Problem, das alles zu verputzen 😉 Und bei so viel frischer Luft und so viel leckerem Essen, kommt die Müdigkeit schneller als man denkt… wir waren eigentlich fast jeden Abend spätestens um 10 im Bett 😀 so kamen wir eigentlich immer auf 8 oder sogar 9 Stunden Schlaf und waren dann die anderen Tage trotzdem einigermaßen pünktlich unterwegs 🙂

Hier noch ein paar Impressionen vom 2. Urlaubstag:

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – 03.10.18

Es ist mal wieder super früh, als der Tag beginnt. Vor uns liegt eine mehrstündige Autofahrt nach Südtirol. Genauer: ins Pustertal.
Nur eine gute Woche vorher hatten wir mal wieder ziemlich spontan gebucht, nachdem der Namenlose sich entschieden hatte, dass wir doch noch mal gemeinsam wegfahren 🙂 Zwar hatten wir wieder eine Woche ungefähr rumgemacht und überlegt, wo genau wir hinfahren, aber letztlich fiel die Buchung dann ganz spontan auf das Hotel in Percha. Grundsätzlich war es auch egal, welches Hotel wir gebucht hätten, denn alle hatten wirklich gute Bewertungen. Ich denke man hätte nirgends was falsch gemacht!

Also, Mittwoch, halb 8 morgens. Keschu und der Namenlose sind on the road und überqueren die Grenze nach Österreich.
Weil wir dachten, wir wären schlauer als das Navi, sind wir nicht um München rumgefahren um dann über Innsbruck zum Brenner zu kommen, sondern wir sind über Kempten gefahren und dann über eine österreichische Bundesstraße. Aber so hatten wir wenigstens Blick auf die Zugspitze. Vermutlich. Sicher sind wir uns nicht 😉 Und als wir uns hätten sicher sein können, war sie in Wolken verhüllt. Na danke 😉

Ok, also weiter. In Innsbruck haben wir noch mal getankt, weil der Sprit in Italien unfassbar teuer ist!
Dann ab über den Brenner für zehn Euro… kommt man eigentlich auch anders nach Italien?? Na ja. Um halb 12 haben wir in Sterzing einen Stopp eingelegt, schön gefrühstückt und unseren ersten Cache in Italien geholt und sind dann weiter zum Hotel.
Viel haben wir da nicht mehr gemacht. Da wir so früh losgefahren sind, waren wir doch ganz schön kaputt. Also haben wir uns nach einem kurzen Mittagsschläfchen in den Spa-Bereich begeben und wollten da lesen. Aber wir haben dann da noch mal geschlafen 😉

Abends gab es dann ein Überraschungsdinner im Hotel (wir hatten Halbpension gebucht) mit Sektempfang vorab, Bruschetta (oh mein Gott waren die lecker!!) und anschließendem 5-Gänge-Menü (Salat, Suppe, Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise) und leider hab ich vergessen, was es alles gab und ich hatte kein Handy für Fotos dabei, aber es war unglaublich lecker!