Leseliste Oktober 2016

Die Toten, die niemand vermisst von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt
Tiefschwarze Melodie von Catherine Shepherd
Girl on the Train – Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. von Paula Hawkins
Der letzte seiner Art von Andreas Eschbach
Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Die Toten, die niemand vermisst von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt

Sebastian Bergman, Kriminalpsychologe
Ganz nah am Abgrund.
Beruflich und privat.

In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet.
Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie.
Als Höglund und Bergmann endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein…

Sebastian Bergmans dritter Fall

Das ist bereits das dritte Buch um Sebastian Bergmann von dem Autoren-Duo, das ich gelesen habe und ich fand es ein wenig enttäuschend. Es waren dieses mal doch ziemlich viele Handlungsstränge die parallel liefen, der eigentliche Mordfall rückte dabei in den Hintergrund und schien mir irgendwie selbst nur eine Nebenhandlung zu sein.
Die ersten beiden Bücher mochte ich sehr. Sebastian Bergmann ist so ein richtiges Arschloch, irgendwie war mir das sympatisch 😉 Persönlich würde ich ihn sicher einfach nur ätzend finden, aber als Buchcharakter mag ich ihn sehr, gerade weil er so sehr aneckt.
Ich will gar nicht zu viel von seiner Vorgeschichte verraten, aber er hat sich im vorhergehenden Band in eine Sachen hinein manövriert, die nur nach hinten losgehen kann. Ich denke im nächsten Band wird das ganze ans Tageslicht kommen und eskalieren.
Die Kriminalgeschichte, in der im dritten Band ermittelt wurde, war mir insgesamt dann doch ein wenig konstruiert, es kamen mir viel zu viele Personen vor, zu denen ich als Leser keinen Bezug hatte und deren Namen ich deshalb durcheinander gebracht habe, aber am Ende hat sich der Fall aufgeklärt und damit war ich dann zufrieden 😉
Man kann die Bücher natürlich unabhängig voneinander lesen, aber ich denke es macht mehr Spaß, wenn man Sebastian von Anfang an kennen lernt.
Und ich werde es wohl riskieren und auch das vierte Buch lesen, in der Hoffnung, dass es wieder besser wird.

Tiefschwarze Melodie von Catherine Shepherd

Zons 1497: Eine junge Novizin wird gekreuzigt in der Kirche aufgefunden. Stadtsoldat Bastian Mühlenberg entdeckt eine Rose ohne Blütenblätter bei der Leiche des Mädchens. Noch bevor er ihrem Mörder auf die Spur kommt, muss eine weitere Frau ihr Leben lassen. Wieder schmückt ein Pflanzensymbol den Körper der Toten. Bastian steht vor einem Rätsel. Bei seiner Jagd nach dem raffinierten Frauenmörder stößt er auf ein grausames Geheimnis, das von einer tiefschwarzen Melodie wachgerufen wird …

Gegenwart: Oliver Bergmann ermittelt in einem neuen Fall. Eine Frau wurde ans Bett gefesselt und brutal erstochen. In der Hand hält sie einen Notenzettel mit einer mittelalterlichen Melodie und zwei beunruhigenden Worten: »Fortsetzung folgt«. Der Kölner Musikprofessor Engelbert findet heraus, dass der Notenzettel nur ein kleines Stück der gesamten Komposition beinhaltet. Doch bevor die Ermittlungen richtig anlaufen, wird bereits eine zweite Frau ermordet – und wenn der Professor recht behält, war das noch lange nicht das letzte Opfer. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Diese E-Book hab ich von Hugendubel kostenlos bekommen, als Dankeschön, weil ich mir die Tolino-App installiert habe 😉
Ja im Nachhinein bin ich auch froh, dass ich dafür kein Geld bezahlt hab… Es ist der 5. Band der Autorin, die eigentlich Katrin Schäfer heißt, sich aber den internationalisierten Künstlernamen Catherine Shepherd gegeben hat.
Die Bücher kann man auch alle unabhängig von einander lesen, aber „Kennste eins, kennste alle“, würde ich behaupten. denn alle sind gleich aufgebaut. Ich hab mir die restlichen Klappentexte durchgelesen und war beim zweiten schon gelangweilt.
Die Story ist ja irgendwie ganz nett, so im ersten Moment. Es auf 5 (und keine Ahnung wie viele noch folgen…) Bände aufzubauschen ist einfach sinnlos. Weil man als Leser dann beim zweiten Mal einfach weiß, wie der Hase läuft.
Auch ohne dass ich die anderen Bücher kannte, war Tiefschwarze Melodie furchtbar vorhersehbar für mich. Ich fands langweilig und bestätigt wieder mein Vorurteil, dass Frauen keine Krimis/Thriller schreiben können. Die Geschichte hatte für mich außerdem Lücken, da waren Zeitsprünge drin, die für mich nicht immer nachvollziehbar waren. Außerdem waren Handlungspassagen drin, die meiner Meinung nach völlig überflüssig waren und die Geschichte null vorangetrieben haben und die meiner Meinung nach nur dazu da waren, um die Seitenzahl zu erhöhen.

Girl on the Train – Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. von Paula Hawkins

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

Noch so ein Beispiel dafür, dass Frauenphantasie nicht krank genug für Thriller ist… Rachel beobachtet etwas Schockierendes. Ja da dachte ich, dass sie beobachtet, wie die Frau abgestochen oder erwürgt wird, oder was weiß ich. Aber es ist viel Banaler…
Tja, also von den 450 Seiten waren 300 ziemlich schleppend. Es ist nicht wirklich was passiert, man hat viel Vorgeschichte erfahren, und die Geschichte, die nach dem Ereignis, das Rachel gesehen hat, hat sich echt langsam aufgebaut.
Aber ab dann ist es etwas besser geworden und die letzten 100 Seiten waren dann doch noch ganz spannend. Die Geschichte löst sich auf, man erfährt, was mit „Jess“ passiert ist.
Warum das ein Platz-1-Spiegel-Bestseller ist, ist mir trotzdem ein Rätsel.

Das Buch wurde auch verfilmt und läuft aktuell im Kino. Wir sind in Edinburgh darauf aufmerksam geworden, die Werbung dafür war überall an den Bussen. Ich wollte aber erst das Buch lesen, bevor ich den Film sehe und wenn der Namenlose es gelesen hat, dann werden wir uns den Film ausleihen. (Laut Mittelpunkt war der übrigens auch im Kino sehr schleppend und erst in der letzten halben Stunde spannend)

Der letzte seiner Art von Andreas Eschbach

Eine Verbindung von Mensch und Maschine: ein perfekter Soldat? Oder ein schwacher Invalide?

In einem kleinen irischen Fischerdorf lebt ein Mann, der ein Geheimnis hütet. Nein, mehr als das, er ist das Geheimnis …

Sie hatten ihm übermenschliche Kräfte versprochen. Stattdessen wurde er zum Invaliden. Er hatte gehofft, ein Held zu werden. Stattdessen muss er sich vor aller Welt verbergen. Denn Duane Fitzgerald ist das Ergebnis eines geheimen militärischen Experiments, eines Versuchs, der auf tragische Weise fehlgeschlagen ist. Für seinen Opfermut erhielt er die Freiheit, den Rest seines Lebens dort zu verbringen, wo er es sich wünschte. Im Gegenzug musste er sich verpflichten zu schweigen.

Doch es gibt da jemanden, der sein Geheimnis kennt – und er ist ihm bereits auf der Spur.

Mit seinem Roman Der Letzte seiner Art hat Bestsellerautor Andreas Eschbach eine Mischung aus Science Fiction- und Wissenschaftsthriller geschrieben, der bis zur letzten Minute fesselt!

Auch von diesem Buch war ich ein wenig enttäuscht. Im Grunde ist überhaupt nicht viel passiert. Ich habe auch das Gefühl, dass das Buch gar nicht fertig war. Mensch und Maschine? Ja, darauf wird sehr viel eingegangen, wie er zu dem geworden ist, das er ist. Und auch ein bisschen, was er damit ausrichten kann. Aber jemand kennt sein Geheimnis… wie ist er darauf gekommen? Das wird nur kurz angerissen. Was verspricht er sich davon, wenn er es aufdeckt? Auch das wird nur kurz behandelt.
Er bleibt nicht der einzige, der das Geheimnis kennt, was passiert mit den anderen Mitwissern? Wozu waren die überhaupt da? Ich hab denen viel mehr Bedeutung beigemessen und immer gedacht, dass da jetzt noch irgendwas wichtiges mit denen passiert. Aber nö…
Irgendwie war das Ende äußerst frustrierend, aber vielleicht ist das Eschbachs Art? Ich war auch vom Ende von „Eine Billion Dollar“ frustriert.
Vielleicht muss ich noch ein Buch von Eschbach lesen, aber ehrlich gesagt finde ich nach den zwei Erfahrungen, dass er überbewertet wird.

Freitags-Füller 43/2016

1. Kürbisschnitzen habe ich letztes Jahr zum ersten Mal gemacht. Es war ganz schön aufwendig und deshalb lass ich das dieses Jahr lieber gleich sein.

2. Einen in der Öffentlichkeit tragbaren Pullover zu stricken, das möchte ich unbedingt mal ausprobieren.

3. Kann man eigentlich ohne Facebook leben? In letzter Zeit frage ich mich das immer öfter. Ich poste da sowieso so gut wie nichts. Neuerdings kriege ich die Neuigkeiten von Leuten angezeigt, die zwar in meiner Liste sind, aber mit denen ich sonst seit 100 Jahren nichts mehr zu tun hatte… Eigentlich ist es reine Zeitverschwendung und sinnlos. Oder?

4. Dass wir am Wochenende schon wieder die Uhr umstellen müssen, finde ich lächerlich.

5. Halloween finde ich ehrlich gesagt überflüssig.

6. Ich habe flexible und gleitende Arbeitszeiten, die mir erlauben an so ruhigen Freitagen wie heute, superpünktlich die Biege zu machen, dafür bin ich dankbar.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Mozzarellasticks und House of Cards, morgen habe ich häkeln, häkeln, häkeln geplant und Sonntag möchte ich durchs Herbstlaub rascheln!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Freitags-Füller 42/2016

1. Muss man eigentlich immer der Arsch sein? Oh man… ich bin jetzt wieder die, die einen Fehler gemacht hat. Toll… andere machen laufend Fehler aber wenn ich dann mal einen mache, fällts direkt auf und ist dann gleich ein Drama… *Augenroll* mein Fehler hätte ganz leicht behoben werden können, wenn da nicht noch 5 andere Leute reingemischt hätten. Ich hasse das.

2. Es war alles so einfach als ich jung war.

3. Der Geruch von Herbst liegt in der Luft. Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, heute ist es grau und nass draußen. Der Boden ist matschig, das Laub da drauf fängt an zu modern. Der typische feuchte, erdige Herbstgerucht liegt in der Luft.

4. Es sind Herbstferien und einige Kollegen sind weg. Das halbe Büro ist leer. Als mein Chef dann neulich morgens witzig sein wollte und mich gefragt hat, was ich damit zu tun habe, hab ich das dämliche Spiel mitgespielt und gesagt, dass ich alle gemobbt hab und sie deshalb weg sind. Aber innerlich habe ich gedacht: was soll das?

5. Meine Mutter sagte einmal im Streit zu mir, dass ich genauso aussähe wie mein Vater. Tja… also da kann ich natürlich am allerwenigsten für… Ich glaube das war der Punkt, an dem sich unser Verhältnis abgekühlt hat und davon hat es sich auch nie wieder erholt. Ich beneide manchmal die, die ein so gutes Verhältnis zu ihrer Mutter haben, dass sie mit ihr über alles reden können. Ich kann das nicht. Ich will es auch nicht. Ich kann ihr nicht mal sagen, dass ich sie lieb hab.

6. Die Arbeitsmoral meiner Kollegen regt mich auf. Die Faulheit nervt, die Dummheit ist anstrengend… Ich bin wieder mal soweit, dass ich Bewerbungen schreibe. Eine Absage hab ich direkt kassiert… da bin ich wohl ganz massiv durchs Raster gefallen… Es ist frustrierend, aber ich hoffe, es wird vorbeigehen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Heimweg von der „Intelektuellenveranstaltung“ zu der wir heute eingeladen sind, wo wieder jeder sich wichtig nimmt und geschwollen rumschwafelt, morgen habe ich noch nichts geplant und Sonntag möchte ich eine neue Decke anfangen. Ich hab neue Wolle gekauft. Ich weiß noch nicht, was ich mit der alten Wolle mache, aber das ist erstmal egal!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Selbstwarnehmung und Fremdwahrnehmung

Guten Tag, darf ich mich vorstellen? Keschu mein Name und ich bin jetzt offiziell alt.

Gestern waren im Geschäft vom Namenlosen ein paar Studenten. Ich hatte schon Feierabend und war auch da und man kam so ein bisschen ins Gespräch… Ich hab die halt geduzt. Weil… ja… Studenten, die nehmens doch einfach locker. und sooo viel älter als die bin ich ja nicht. vielleicht 5 Jahre. Na ja oder 7. Oder vielleicht doch eher 10? Na ja, dann kann ich sie ja erst recht duzen, die Kiddies ;D
Der Hammer: die haben mich gesiezt!

Ich weiß noch, wie ich mich vor 7 Jahren aufgeregt hab, dass mich Leute einfach geduzt haben. Damals dachte ich, dass ich keine 12 mehr bin und daher auch entsprechend behandelt werden möchte. Noch dazu kam, dass ich bei Plus an der Kasse gearbeitet hab, und man mich nicht auf der Straße nach dem Weg gefragt hat, sondern ich stand ja in dem Moment in einer geschäftlichen Beziehung zu den Leuten.
Die Frau, die mich damals geduzt hat, war vielleicht auch Anfang/Mitte 30. Für mich war sie damals alt 😀 ich hab sie natürlich gesiezt und sie hat wahrscheinlich gedacht, dass sie ja gar nicht sooo viel älter ist als ich. Vielleicht waren es auch nur 5 Jahre, vielleicht aber auch 10.

Ja, und heute steh ich selbst da. Ich fühle mich noch nicht wie 32. Ich kanns manchmal gar nicht glauben, dass ich 32 bin. Meine Selbstwahrnehmung liegt da eher bei ca. Mitte 20 😉 Deshalb duze ich auch Leute, von denen ich glaube, dass sie im „gleichen“ Alter sind. Bzw. wo ich mich im gleichen Alter fühle.
Das sehen die Leute dann aber ganz anders. Die merken, dass ich nicht im gleichen Alter bin und verhalten sich entsprechend…

Der Namenlose hatte eine ähnliche Erkenntnis, als er mit seinem Freund in der Sauna war. Da haben sich eben keine 20-Jährigen nach ihnen umgedreht. 😀 Ja, natürlich nicht. Die beiden sind einfach alte Knacker! Die sind 37 bzw. 38 Jahre alt! Die haben schon graue Haare 😉 Mit 20 oder Anfang 20 hab ich mich auch nicht nach so alten Kerlen umgedreht.
Muss man sich halt mal überlegen… das sind 17 Jahre. und selbst wenns nur 15 sind, ist das unglaublich viel!

Also, ja, man ist so alt, wie man sich fühlt. Aber man ist auch so alt, wie andere Leute einen wahrnehmen… Und daran lässt sich nichts rütteln.

Freitags-Füller 41/2016

1. Was macht eigentlich das Zusammenziehen von Keschu und ihrem Namenlosen, fragt ihr euch? Tja… also ich bin soooo kurz davor das Thema doch endlich mal anzusprechen 😉 Aber es dauert noch. Ich weiß nicht, wieso es mir so schwer fällt. Ich bin mir immer sicherer, dass er schon nicht nein sagen wird. Ich finde, dass unsere Beziehung immer enger wird, immer vertrauter. Es würde mich sehr wundern, wenn er nein sagt, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen würde… Das ist wohl die größte Hürde, die ich nehmen muss. Diesen Gedanken einfach abschalten und fragen. Ich komme dem Ziel immer näher 😉.

2. So langsam möchte ich mich doch von meinem Peterle trennen… 😥 Aber wat mutt… ne? nächsten Sommer wird er 10 und so allmählich quietscht, klappert und knarzt er an allen Ecken. Ich befürchte, dass dann so einige Reparaturen auf mich zukommen. Aber ich will nichts überstürzen, den Autokauf und -verkauf verschiebe ich einfach noch.

3. Bei Snickers werde ich schwach.

4. Ich habe gelesen, was andere Leute in Schottland angeguckt und erlebt haben 🙂 in meiner Reader-Liste hab ich mir das Schlagwort „Schottland“ eingerichtet und kann mir dort sämtliche Reiseberichte von anderen Bloggern durchlesen 🙂 Ach, das ist schön, wenn man einiges aus den Erzählungen wiedererkennt.

5. Da es ja abends schon relativ früh dunkel wird, haben wir die letzten Tage immer ein paar Kerzen angemacht. Das war so richtig gemütlich .

6. Gestern bin ich schon gegen halb 10 auf der Couch eingeschlafen. Ich war so hundemüde. Wir sind dann ins Bett gegangen und dabei bin ich natürlich wieder fit geworden. So hab ich aber wenigstens noch drei Kapitel lesen können.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf irgendwas schönes zu essen, das ich noch aussuchen muss, weil der Namenlose immer sagt, dass er nicht weiß was er essen will oder dass es ihm egal ist, morgen habe ich einen Messebesuch geplant und Sonntag möchte ich nicht vergessen meine Schwimmsachen zu packen, damit ich Montag direkt nach der Arbeit zur Verabredung mit Kunstgeschichte fahren kann!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Edinburgh – 21.-23.09.2016

Also das mit der zweiten Chance für Edinburgh war nicht so einfach…
Edinburgh war wirklich nett zu mir. Hat mich mit einem super schönen Sonnenaufgang begrüßt. Noch dazu hab ich eine kleine Jakobsmuschel am Strand gefunden. Trotzdem war meine Stimmung im Keller, wenn ich nur daran dachte, dass jetzt gleich die Fahrerei wieder los ging…
Wir mussten tanken (waren schon wieder auf Reserve), wir mussten frühstücken, ich wollte dringend duschen und die Haare waschen. Aber mit nur viertelvollem Wassertank kann man das vergessen. Die Haare hätte ich mir eigentlich gern schon am Vortag gewaschen, entsprechend hab ich mich dann schon gefühlt…
schlimm. Es gibt nichts schlimmeres für mich, als fettige Haare. Ich fühle mich dann so eklig und finde, dass ich ungepflegt wirke…

Die damaligen Vermieter des Namenlosen, haben in Edinburgh ein kleines B&B und er wollte natürlich mal vorbei schauen.
Wir sind dann hingefahren, durch den dicken Verkehr… *Augenroll*
An der Straße haben wir dann auch einen Parkplatz gefunden, aber so ein WoMo ist eben breiter als ein Auto. Wir haben uns trotzdem hingestellt und während der Namenlose draußen eine geraucht hat, hab ich mich drinnen ein bisschen fertig gemacht. So notdürftig wie das eben ging… Hab mir das Gesicht gewaschen, mich geschminkt und draußen sind die Autos und Busse an uns vorbei gerauscht und jedes Mal hat der dicke Lewis gewackelt, als würde die Erde beben. Als ich mir dann die Haare gekämmt hab, hab ich angefangen zu heulen. Das war alles zu viel für mich. Edingburgh war scheiße. Die vielen Autos, der laute Verkehr, die vielen Menschen, kein Wasser, meine fettigen Haare… und nun wollten wir also die Vermieter besuchen gehen… na da mach ich ja gleich den allerbesten Eindruck. Verheult, ungepflegt, mies gelaunt…
Ich habe mich sehr zusammengerissen, aber als der Namenlose dann ein Foto von mir an dem Frühstückstisch in diesem furchtbar kitschigen Frühstücksraum, mit dem furchtbar kitschigen Porzellan machen wollte (die beiden haben uns zum Frühstück eingeladen), da brach es ein wenig aus mir heraus.
Er war ziemlich schockiert darüber, wie sehr mir das an die Nieren ging und hat dann zugestimmt, dass wir auf einen Campingplatz fahren. Ich wollte einfach nicht noch mal abends zwei Stunden durch die Stadt gurken, um einen mehr schlechten als rechten Übernachtungsplatz zu suchen und dann immer noch kein Wasser im Tank zu haben.

Wir sind dann nach dem Frühstück direkt zum Campingplatz gefahren. Da war es still, ruhig, entspannt… oh man hat mir das gut getan!!

Am Vortag waren wir ja mit den Rädern unterwegs, aber bei dem vielen Verkehr und fehlenden Radwegen war mir das einfach zu gefährlich. Dann noch Linksverkehr. Und vom Campingplatz war es eh zu weit um mit dem Rad zu fahren.
Wir sind zur Bushaltestelle gelaufen und mit dem Bus in die Stadt gefahren. Im Doppelstockbus war oben die ersten Reihe frei und wir hatten eine gute Sicht auf alles. Mit dem Bus zu fahren war sehr entspannend, auch für den Namenlosen war es gut, so konnte er nämlich auch ein bisschen gucken und entspannen.

Wir sind bis ins Zentrum gefahren und dann erstmal bis zum Schloss hoch gelaufen. Auf dem Platz vor dem Schloss waren gerade noch Abbauarbeiten von Tribünen zu sehen. Dort fand nämlich das Royal Edinburgh Military Tattoo (ein Musikfestival) statt.
Ins Schloss sind wir nicht reingegangen. Mir persönlich reicht es, wenn ich es von außen sehe.
Wir sind dann die Royal Mile, die vom Schloss bis zum Holyrood Palace (der offiziellen Residenz der Queen, den ich leider gar nicht fotografiert hab…) führt, entlanggelaufen und haben immer mal links und rechts in die Gässchen geguckt. Die Royal Mile an sich ist ja gespickt mit Touristenläden, wo man zB. Schottenmützen mit roten Haaren dran kaufen kann *Augenroll*
In der ehemaligen Highland Tolbooth Church, die jetzt „The Hub“ heißt, ist jetzt die Festivalzentrale drin. Ursprünglich war das mal eine Kirche. Sieht von außen auch noch so aus, aber innen ist das Gebäude komplett umgebaut worden. Da ist jetzt ein Café drin, Veranstlatungsräume… Irgendwie seltsam. Wir haben irgendwo auch ein for sale Schild an einer Kirche gesehen… also, wer mal eine Kirche kaufen will, kann das in Schottland durchaus tun 😉

Von der Royal Mile gings auf direktem Weg über die North Bridge zum Regent’s Garden, wo wir vom Calton Hill einen super Blick auf Arthur’s Seat um den wir ja am Vortag halb rumgelaufen sind.

Zurück in der Innenstadt hatte sich vor der Nationalgalerie eine Straßenband hingestellt. Mit Schlagzeug, Bass und Dudelsack haben sie eine recht große Menschentraube unterhalten. Auch die Ansagen zwischendurch waren witzig. Immer wieder haben sie ihre CD angepriesen 😉

Wir sind dann durch den Princes Street Garden und bekamen langsam ein bisschen Hunger und sind ins Standing Order, einem früheren Bankgebäude, gegangen. Das Standing Order ist auch aus dem Bankenhintergrund so benannt worden, auf Deutsch heißt das nämlich Dauerauftrag. Da haben wir uns einen ziemlich geilen Burger gegönnt und sind danach, vollgefressen und mit Magenschmerzen, mit irgendeinem Bus bis zur Endstation gefahren und mit einem anderen von dort wieder in die Stadt rein.
Das war ganz nett, weil wir vom Bus aus noch die königliche Yacht Britannia gesehen haben, die man im Hafen von Leith besichtigen kann. Leider wars schon dunkel und ich habs zu spät gesehen, deshalb gibts kein Foto.
Überhaupt hatte es leider angefangen zu regnen und die Scheibe im Bus ist immer wieder beschlagen.

Wieder im Zentrum sind wir dann noch zum Grassmarket gegangen, wo bis ins späte 18. Jahrhundert Leute öffentlich hingerichtet wurden.
Daran erinnern noch dunkle Pflastersteine in Form eines Galgens. Am Grassmarket sind wir wieder in einen Pub gegangen und haben einen gepichelt, bevor wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz gefahren sind, wo ich trotz des Pegels und trotz der späten Stunde noch eine ziemlich lange heiße Dusche genommen hab!
Oh man war das geil! ohne sich Ellenbogen und Knie irgendwo zu stoßen und ohne dass das Wasser nach ein paar Minuten kühl wurde 😉

Am Donnerstag sind wir nach einem Frühstück dann mit dem Rad zur Bushaltestelle gefahren. Wozu hatten wir denn die Räder?! und zum Bus war es schon ein ganzes Stück…
Im Gegensatz zum Mittwoch, wo es ein bisschen grau und regnerisch war, war heute super geiles Wetter. Blauer Himme und Sonnenschein. beim dem Wetter wollte ich noch mal ein besseres Bild von der Royal Mile machen. Gestern wars viel zu dunkel in den Straßen.
Direkt oben am Schloss war auch die Camera Obscura & World of Illusions. Das hatte ich im Vorfeld schon im Internet gesehen und dachte, das bietet sich an, wenn schlechtes Wetter ist. Hatten wir nun nicht, aber wir sind trotzdem rein gegangen. Wir hatten Glück, denn nur 15 Minuten später fing direkt eine Vorstellung an.
Ich wusste eigentlich gar nicht, was mich erwartet, denn ich wusste gar nicht, was eine Camera Obscura überhaupt ist… Und zwar ist das nämlich ein dunkler Raum, in den das Licht durch ein kleines Loch fällt und das Bild von außen dann dort an die Wand projiziert. In Edinburgh hatten sie im Dach des Gebäudes einen Spiegel, der das Bild von außen durch Linsen auf einen Tisch projiziert hat. Der Spiegel war einmal komplett rundrum schwenkbar und das Bild auf dem Tisch war ein gestochen scharfes Bild. Echt abgefahren. Und wieder Glück gehabt, dass wir so gutes Wetter hatten, so konnten wir nämlich echt viel sehen, bei dieser kleinen virtuellen Stadtführung 🙂

Wir sind anschließend erstmal wieder rausgegangen, weil wir das Wetter noch nutzen wollten. Es kann ja doch schnell mal umschlagen. Mit einem Stempel auf der Hand, wie in der Disco, konnten wir später wieder in diese Ausstellung reingehen. Sehr praktisch!
In der „Stadtführung“ haben wir ein paar nette Dinge erfahren, nämlich wo der Pub ist, in dem Rowling Harry Potter geschrieben hat… Huuuui, eigentlich wollte ich da gern einen Kaffee trinken 😉 aber als ich gesehen hab, wie sehr das ganze touristisch ausgeschlachtet wird, hatte ich keine Lust mehr auf Kaffee… Auf der Scheibe klebt ganz groß „Birthplace of Harry Potter“ und die Leute haben sich durch den Laden geschoben.
Um die Ecke lag der Greyfriars Kirkyard, der Kirchhof rund um die Greyfriars Church. Dort liegt ein gewisser Thomas Riddell begraben, der Rowling angeblich zur Figur von Voldemort inspiriert haben soll. Auf diesem riesigen Friedhof haben wir uns einige Gräber angeguckt, aber das von Riddell nicht gefunden. Wie auch, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll zu suchen.
Hinter dem Friedhof liegt eine Schule, die sie zu Hogwarts inspiriert haben soll.

Zum Greyfriars Kirkyard gibts auch noch eine traurige Geschichte: Dort ist der Polizist John Gray beerdigt worden, dessen Hund Bobby noch 14 Jahre lang immer an sein Grab gegangen ist. Weil der Hund so treu war, ist für „Greyfriars Bobby“ ein Denkmal errichtet worden und es bringt Glück, wenn man seine Nase berührt.
Fotografiert hab ich die Statue nicht, sie war umringt von anderen Touristen, aber ich hab mich kurz durchgedrängelt und einmal über die Nase gerieben 😉

Nach so viel Potty haben wir uns bei Subway ein kleines Sandwich geholt und in der Sonne im Princes Street Garden gegessen. Die Straßenband vom Vortag stand wieder am gleichen Ort. Wir haben wieder in bisschen zugehört, bevor wir in die Nationalgalerie gegangen sind um uns einen kleinen Kulturkick zu geben. Impressionismus, van Gogh, Monet und keine Ahnung wer noch alles 😉 Ich muss ja gestehen, dass ich so mit Kunst nicht viel anfangen kann… ich kenn mich da auch zu wenig aus. Aber es war trotzdem ganz nett.

Danach sind wir dann durch die Ausstellung der World of Illusion gegangen und haben uns letztlich ungefähr zwei Stunden darin aufgehalten, bevor wir dann noch ein bisschen durch die Sonne und wieder in einen Pub gelaufen sind. Ein kurzer Trinkzwischenstopp. Außerdem taten uns die Füße langsam weh…
Auch an diesem Tag sind wir wieder im Standing Order essen gegangen bevor wir dann ganz schön kaputt in den Bus nach Hause eingestiegen sind. Yay, wir müssen nicht mehr laufen, wenn wir haben ja die Räder an der Bushaltestelle abgestellt. Und es geht alles nur noch bergab!! 🙂

Tja. denkste.

Die Räder haben sie uns nämlich geklaut. Ja, im Ernst. Das Schloss lag durchgeknipst auf der Straße, die Räder waren weg.
Wir sind noch ungefähr eine Stunde durch die Gegend gelaufen, weil wir gehofft haben, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hatte und die Räder an die nächste Bushaltestelle gestellt hatte… Wir dachten noch, dass es vielleicht verboten war, Räder dort anzuschließen…
Es half nix, wir fanden sie nicht und mussten zu Fuß zum Campingplatz zurück laufen.

Am Freitag haben wir morgens alles gepackt, das WoMo sauber gemacht, alles entleert, noch mal getankt, Gas aufgefüllt und haben es dann fast pünktlich um halb 12 zurück gebracht.
Nachdem wir den Diebstahl erklärt, Ort und Zeit festgehalten hatten, und geklärt hatten, inwiefern das jetzt unsere Verantwortung war und wir dafür aufkommen müssen, haben wir die Übergabe gemacht und uns vom dicken Lewis verabschiedet 😦
Das Taxi hat uns zum Flughafen gebracht, wo wir noch ein paar Stunden warten mussten. Aber das war ok. Wir hatten Bücher, Chips und Äpfel dabei und haben unsere restlichen 13,78 Pfund für zwei warme Gerichte am Flughafen ausgegeben.
Zu Hause angekommen waren wir dann ganz schön überwältigt davon, wie viel Platz wir doch in der Wohnung hatten 😉

Tja… das wars… Schade, schon vorbei mit erzählen…
Wenn der Namenlose mir endlich seine Fotos schickt und die Videos, dann kann ich noch mal was nachtragen 😉

Kulturschock – 20.09.2016

Tja, wenn man schon gegen halb 12 schläft, dann ist es kein Wunder, dass man morgens um 7 schon aufwacht. Der Vorteil dabei ist, dass man richtig viel vom Tag hat und dass man die Chance auf einen Sonnenaufgang hat.

St. Andrews liegt an der Ostküste und der ganze Strandabschnitt guckt nach Osten, wo die Sonne an diesem Morgen wunderschön in allen Farben aufging!
Als wir das gesehen haben, als wir einen Blick nach draußen geworfen haben, da war ich aber ganz schnell angezogen und der Kaffee war auch erstmal zweitrangig 😉

Als es hell war haben wir uns die Räder genommen und sind noch mal nach St. Andrews reingefahren. Am Vortag hatten wir ja eigentlich nichts gesehen. Wir sind am Golfplatz vorbei gefahren, durch kleine Gässchen. Vorbei an der Uni, der Schlossruine bis zur Ruine der St. Andrews Cathedral. Meine Güte war das mal eine riesige Kathedrale!
Dann sind wir weiter zum kleinen Hafen, weiter durch die Gassen bis in die Stadt zurück.
Bei einem Kaffee haben wir rumgesponnen, dass wir dort hin ziehen und an die Golftouristen geile Fotodrucke verkaufen 😉 ich würde an der Uni arbeiten, weil ich natürlich wirtschaftlich unabhängig von ihm sein will.
jaja 😉 Ich habe nicht schnell genug geschaltet, um das als Aufhänger zu nehmen und das Zusammenzieh-Thema anzusprechen. Aber egal, das rennt ja nicht weg *Augenroll*

In einem Laden hab ich dann noch eine Postkarte für meinen ARsch-Chef gekauft, hab schnell was nettes draufgekritzelt und eingesteckt. Die Karte kam letzten Dienstag schon an und er hat sich wirklich sehr darüber gefreut.
Ich hoffe er merkt sich das 😉

Nachdem wir im WoMo noch was ordentliches gegessen hatten, sind wir losgefahren Richtung Edinburgh.
Ich hatte gehofft, dass wir unterwegs noch mal einen Service Point finden, wo wir Wasser nachfüllen können, denn der Tank war inzwischen nur noch viertel voll. Aber wir haben keinen gesehen.
Na gut… in Edinburgh gibts bestimmt was.

Der Namenlose ist mit dem dicken Lewis da in die Stadt reingefahren, ganz ohne Navi… Dass er ein halbes Jahr da gewohnt hat, war aber inzwischen 13 Jahre her… trotzdem kannte er sich noch erstaunlich gut aus!
Ich hatte derweil die ganze Zeit Angst um den linken Außenspiegel, um die parkenden Autos, um die Reifen… denn der Namenlose ist ziemlich weit links gefahren. Er hat jeden Gullydeckel mitgenommen und ich hab uns schon die Bordsteine schleifen sehen.
Oh man es war so voll in Edinburgh.
Nach ner halben Stunde Verkehrschaos war ich ehrlich gesagt am Limit. Ich war angespannt, genervt, ich wollte aus dem WoMo aussteigen…
Wir haben dann in der Nähe wo der Namenlose damals gewohnt hat dann einen Parkplatz gefunden und sind erstmal zu der alten Wohnung. Anschließend dann mit den Rädern in den Holyrood Park, denn dort gab es einen Multi-Cache.
Das ganze erwies sich als megaanstrengend, weil es einfach extrem bergig dort war. Und die Räder waren ziemlich schrottig. Die Gangschaltung ging nicht… Die Sonne schien und es war ziemlich warm. Wenn Wind aufkam, war es jedoch gleich wieder frisch.
Ich war komplett genervt… Alles war falsch. Zu warm, Jacke aus, zu kalt, Jacke wieder an. Durst, zu bergig… er wollte mit mir auf Arthur’s Seat klettern, dem Berg in Edinburgh. Aber ich hatte keine Lust. Ich hatte auch keine Lust die Aussicht von dort über die Stadt zu genießen. Ich fand die Stadt doof. Sie war laut, voll, bergig und anstrengend. Ich hatte richtig Stress, so dass ich das körperlich gespürt hab. Und das tat mir gleichzeitig total leid, weil ich gern wollte, dass mir Edinburgh gefällt. Weil er mir seine Stadt zeigen wollte.

Nach ewigem hin und her, nach Gezicke meinerseits, nach Geheule, weil ich den Stress nicht kompensieren konnte, haben wir wenigstens den blöden Cache gefunden.
Wir sind dann zum WoMo zurück und wollten einen Schlafplatz für die Nacht suchen, damit wir die Sorge aus den Rippen haben.
Nach bestimmt zwei Stunden sinnlosestem Rumgegurke durch Edinburgh, haben wir uns dann doch in Portobello an den Strand gestellt. Es war am Arsch der Welt, aber das war mir inzwischen egal, ich wollte nur irgendwo ankommen. Wir sind an dem Tag nicht mehr in die Stadt gefahren, sondern in der Spelunke von Pub hängen geblieben. Ich hab mir gleichen einen großen Cider bestellt und ihn schnell ausgetrunken. Dass wir kein Wasser mehr gefunden hatten, war mir dann auch egal. Ich wollte nur noch, dass dieser Tag zu Ende ist. Morgen würde Edinburgh eine zweite Chance von mir bekommen.

Und jetzt? – 19.09.2016

An diesem morgen sind wir wieder ziemlich früh aufgewacht. Wir haben uns einen Kaffee gemacht und uns mit der Tasse und ein paar Cookies an die Promenade gesetzt, wo ein paar Hundebesitzer, aber hauptsächlich Möwen beobachten konnten.
Inverness liegt ja an der Mündung des Flusses Ness, der aus dem Loch Ness kommt und ein Teil des Caledonian Canal ist, den wir schon an Neptune’s Staircase gesehen haben. Der Kanal verbindet Nordsee und Atlantik.

Gegen halb 8 sind wir schon losgefahren, aus Inverness raus, Richtung Süden am Loch Ness entlang und zum Urquhart-Castle.
Bis dort hin war es viel dichter, als gedacht und wir waren schon gegen halb 9 dort. Die Parkplätze waren noch total leer, es standen nur zwei andere Autos da.
Für die Ruine der Burg musste man natürlich wieder Eintritt zahlen und der war mit 16,50 Pfund ganz schön happig. Außerdem hat das Besucherzentrum, durch das man durch musste um zur Burg zu gelangen, erst um halb 10 aufgemacht.
Gerade da kam ein Mitarbeiter, der mit seinem kleinen Trecker da durchs Tor gefahren ist, wir haben den einfach angesprochen, aber er meinte, er könnte uns leider nicht einfach mit rein nehmen, weil das Auto seines Chefs schon da stand. 😉 Überhaupt konnte er nicht verstehen, wieso die Touristen sich „den Haufen Steine“ angucken wollten 😀 er hat uns lieber zurück geschickt, und den Weg in eine schöne Ecke zum Wandern erklärt, wo man auch wieder Adler beobachten könnte.
Echt alles am Loch Ness ist auf Nessie ausgerichtet. Es gibt ein Loch Ness Exhibition Center, einen Nessie Shop, Bed and Breakfasts heißen Nessie Lodge… und es gibt Nessieland… „Please, don’t go to Nessiland“ hat der Mitarbeiter gesagt und ich hab ihm angesehen, wie er beschämt am liebsten noch den Kopf geschüttelt und die Hand vors Gesicht geschlagen hätte 😉

Na ja, aber wandern wollten wir auch nicht, also haben wir von der Mauer nur ein Foto gemacht (das der Namenlose mir immer noch nicht geschickt hat!!!) und sind dann weiter gefahren, Richtung Fort Augustus, was am anderen Ende von Loch Ness liegt.
Dort haben wir gefrühstückt, sind an den See gegangen und haben die Weite bestaunt. Der See ist 37 km lang… so weit kann man gar nicht gucken.
Am Südende des Loch Ness fährt man dann mit dem Boot in den Caledonian Canal, wo wieder ein Schleusensystem den Höhenunterschied zum Loch Oich überwindet. Dort steht auch der kleinste Leuchtturm in UK, damit man die Einfahrt nicht verpasst 😉

Im Grunde hatten wir alles mögliche angeguckt und abgehakt. Auch wenn die Tour ganz anders gelaufen war, als geplant. Wir haben Burgen und Schlösser gesehen, wir waren in Pubs, in er Einsamkeit, wir haben hunderte Schafe und eine handvoll Kühe gesehen, wir sind bis ans Ende der Welt gefahren, über schmale Straßen im Regen, bei Sonnenschein und Nebel… Das nächste große Ziel war Edinburgh, aber bis dahin waren es noch 250 km. Und außerdem war ja erst Montag.
Wir fuhren also erstmal östlich des Loch Ness nach Norden bis zum Loch Ruthven, wo ein Vogelschutzgebiet war. Dort haben wir in einem Unterstand am See ein paar Fasane beobachtet und dann noch was gefuttert, bevor wir weiter gefahren sind.
Irgendwann haben wir uns dann überlegt, dass es sinnlos ist, noch weiter nach Norden zu fahren. Weil wir das gar nicht schaffen, noch um den Rest an der Ostküste rumzufahren. Dann hätten wir nämlich nicht mehr viel Zeit für Edinburgh…
So ein richtiges Ziel hatten wir nun eigentlich gar nicht, Aberdeen wär noch schön gewesen, ich wär gern ins Katzencafé gegangen 🙂 Aber das hatte ich dann in den ersten Tagen wieder fallen lassen. Hatte auch vorher nichts gebucht, weil ich nicht wusste, ob wir es überhaupt schaffen und das Risiko, dass wir dann davor stehen und nicht rein können, war mir zu groß.
Also entschieden wir uns, dass wir nach St. Andrews weiter fahren, bzw. dass wir mal schauen, wie weit wir noch kommen, aber wir haben es bis nach St. Andrews geschafft und haben uns dort an den Strand gestellt. Fast 😉
Hinter dem Strand verliefen Dünen, dann kam eine Straße und dahinter war dann ein Wiesenstreifen direkt am Golfplatz. Dort haben wir uns hingestellt, haben die Räder genommen und sind nach St. Andrews reingefahren um, natürlich, wieder in einen Pub zu gehen 😉
Der erste war so ein schicki-micki Golfertreff. Da war es gerammelt voll, wir haben ein Bier/Cider getrunken und sind dann weiter gezogen. Es war nämlich einfach nur voll, aber hatte keine so richtig schöne Atmosphäre.
Wir sind ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben einen anderen Pub gefunden, wo es echt nett war. Da gabs dann noch zwei Cider und Bier und zwei Whiskey und um 11 Uhr lagen wir wieder im Bett, waren fix und alle und haben geschlafen wie Steine.

After Shock in Inverness – 18.09.2016

An der Nordküste entlang, bis hoch zum Ende der Welt. Es war der schönste Sonnenschein und wir hatten super gute Sicht. In Thurso haben wir die Fähre gerade ablegen sehen, die zu den Orkney-Inseln fährt. Wir waren so froh, endlich einen Lidl gefunden zu haben… da konnten wir uns ein wenig besser eindecken, als in den winzigen Sparmärkten, die es sonst in den kleinen Orten in den Highlands nur gibt. Der Lidl dort sieht ganz genauso aus wie bei uns. Selbst die Durchsage, wenn eine Kasse öffnet oder schließt, klingt genauso 😉
Wir haben uns also erstmal ein paar Apfeltaschen und Schoko-Croissants zum Frühstück geholt und haben 5 Parkplätze blockiert, als wir das erstmal aufgefuttert haben.
Dann gings weiter bis ans Ende der Welt. Man beachte die Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Navi anzeigt. Man durfte dort 60mph fahren, was knapp 100 km/h sind. und wir sind 26 (ca. 40 km/h) gefahren. Mehr hat die Straßensituation nicht erlaubt…

Am nördlichsten Punkt von Großbritannien konnten wir superweit gucken. Wir konnten zurück nach Thurso gucken und wir konnten die Orkney-Inseln sehen. Panoramas haben wir auch gemacht, weil wir auch grad die Sonne im Rücken hatten.
Auf dem Hügel um Dunnet Head standen noch ein paar Bunker, die zu Kriegszeiten errichtet worden sind. Die Armee hat natürlich die Küsten überwacht um Angriffen von der See aus direkt begegnen zu können.
Vom Dunnet Head gings weiter zum Duncansby Head, dem nordöstlichsten Punkt der Insel. Von dem Ort John o’Groats, der da liegt, aus gibt es bis nach Land’s End, dem südwestlichsten Zipfel von Großbritannien, die längste Straßenverbindung über die Insel.
Auf dem Weg zum Aussichtspunkt hoch, haben wir schon eine „Parkplatz“ gesehen, wor wir dann auf dem Rückweg angehalten haben. Es war eigentlich nur eine Wiese. Ich hatte ein bisschen Schiss, dass wir uns festfahren, aber der Boden war trocken und fest. Man konnte von dort schon Strandsand sehen, dahinter musste eine Bucht sein. Wir wollten einfach mal gucken und wurden mit einer total einsamen Bucht überrascht, in der Robben ziemlich dicht am Ufer schwammen.

An der Ostküste ging es weiter nach Süden. Irgendwie war die Fahrt ziemlich ernüchternd, weil wir so tolle Landschaften gesehen hatten und hier sah nun alles irgendwie… na ja… nicht so spektakulär aus. Die Gegend war viel dichter besiedelt, als wir das bisher gewohnt waren, links und rechts waren Felder, die beackert wurden…
Wir hielten nach einem Platz Ausschau, wo wir Pause machen konnten, aber die Parkbuchten an den vielbefahrenen Straßen waren alles andere als schön, es gab auch nicht so oft welche, wie an der Westküste und deshalb sind wir nach Lybster abgebogen und bis an den Hafen gefahren.
Da ich nicht direkt an der Kaimauer stehen wollte und mir ein Ei braten wollte, haben wir uns auf die Wiese gestellt, wo auch Picknicktische standen.

Lecker gefuttert, dann wollten wir weiter… ja scheiße… diese Wiese war nicht trocken und fest… Wir steckten richtig tief im Matsch, nachdem die Reifen zig mal durchgedreht waren…
Ich also ans Steuer, hab versucht den dicken Lewis da rauszuschaukeln, der Namenlose hat von hinten geschoben. Aber das konnte man voll vergessen. Wir waren einfach zu schwer und steckten zu tief drin…
Gott sei Dank kamen grad ein paar Leute vorbei. Die haben netterweise mit angeschoben und dann haben wir es geschafft…
Wir haben dann erstmal an der nächstbesten Tanke angehalten, um den Matsch abzukärchern. Soo wollten wir das WoMo dann doch nicht zurück geben, sonst hätten wir das erklären müssen 😉

Unser nächstes Ziel war das Dunrobin Castle. Es war schon später Nachmittag, das Schloss hatte natürlich schon geschlossen… aber wir konnten trotzdem rumlaufen und uns den Garten angucken. Da war sogar ein Crocket-Platz und den Spaß haben wir uns auch nicht nehmen lassen 😀 das letzte mal hab ich das als Kind bei uns im Garten gespielt…

Unser Tagesziel war Inverness. Gegen halb 8 kamen wir auch dort an und haben einen Platz zum übernachten gesucht. Wir wollten natürlich nicht zu weit am Arsch der Welt stehen, wir wollten schließlich noch ein bisschen was von der Stadt sehen und noch in einen Pub gehen 😉
Wir haben uns dann auf den Parkplatz einer Kathedrale gestellt – trotz offiziellem Verbotsschild. Da stand schon ein anderes WoMo, wir dachten, wir fragen die Leute einfach mal, was die denken. Aber das waren Franzosen, die kein einziges Wort Englisch konnten. Kein Wunder, dass die um halb 8 mit zugezogenen Jalousien in ihrem WoMo saßen. Die hätten sich ja nicht mal ein Bier im Pub bestellen können!
Ich hab denen also in meinem gebrochenen Schulfranzösisch versucht zu erklären, dass es eigentlich verboten ist, dort zu übernachten. Aber die haben einfach gar nichts verstanden. Wir haben also beschlossen, es genauso zu machen, wie die Franzosen: Wenn einer kommt, verstehen wir einfach kein Wort 😉
Dann haben wir die Räder genommen, sind noch ne Stunde durch die Stadt gefahren, bevor wir vor einem Pub standen, aus dem laute Musik drang. Einer hat aus dem Fenster geguckt, hat uns stehen sehen und uns reingewunken, wie alte Bekannte 🙂
Nach einem Drink sind wir weiter gezogen, noch in einen zweiten Pub, da ist dem Namenlosen eingefallen, dass er damals in Schottland After Shock getrunken hat. Ein Cassis-Likör, der beim Abgang ganz schön brennt. After shock eben 😉 die hatten da auch welchen, aber nicht den Cassis. Die anderen beiden Sorten Zimt und Zitrone waren jedenfalls richtig ekelhaft 😉
Wieder mal leicht angeschleudert sind wir zurück gefahren, haben uns noch eine 5-Minuten-Terrine gemacht (Alkohol auf nüchternen Magen wirkt sich auch immer besonders gut aus…) und haben uns nicht mehr drum geschert, dass der Council of Inverness oder was das war, das overnight parking dort verbietet 😉

Kastanienbewegung 2016/2017

Die Kastanienbewegung geht in die 10. Runde. Ich nehme das als Anlass, um ganz offiziell mal mitzumachen. So halb mach ich da schon immer mit. Jeden Herbst, fällt mein Blick auf eine Kastanie, die ich dann aufhebe und in meine Tasche stecke.
Ich glaube, ich hab das schon als Kind gemacht. Wir waren immer Eicheln und Kastanien sammeln und eine „Tatani“ ist immer in meine Jackentasche gewandert. Entweder, weil sie besonders groß oder besonders rund oder einfach besonders schön war.
Tja, so halb mach ich also schon immer mit und deshalb wollte mich die liebe Bellona schon immer dazu animieren, bei Theobrominas Kastanienbewegung mitzumachen.
Aber die andere Hälfte, nämlich die Kastanie im Frühjahr weg zu werfen und den Winter zu verabschieden, das hab ich bisher nie gemacht. Zwei Kastanien liegen noch in meinem Auto, als Ganzjahresbegleiter, und ich vermute, dass sich in diversen Taschen, Rucksäcken und Jackentaschen auch noch ein paar finden 😉

Aber gut, dieses Jahr mache ich mal mit und werde mich schweren Herzens von einer Kastanie verabschieden. Ich hab nämlich zwei.
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Die kleinere ist tatsächlich die erste Kastanie, die ich dieses Jahr gefunden habe.
Ich war mit meiner Hamburgfreundin unterwegs. Sie war vor zwei Wochen übers Wochenende hier und am Sonntag sind wir beim 26 Grad durch die Stadt gelaufen, haben uns mit einem superleckeren Eis erfrischt und ich hab ihr ein bisschen die Stadt gezeigt, in der ich seit über zwei Jahren arbeite und fast wohne. Dabei liefen wir unter einer Kastanie durch und ich bin fast über eine der wunderschönen rotbraunen Kugeln gestolpert. Ich musste natürlich sofort an die Kastanienbewegung denken und hab sie eingesteckt, auch wenn ich noch der Meinung war, dass ich dieses Jahr wieder nicht mitmache. Aber als ich dann bei Theobromina gelesen habe, dass sie das nun das zehnte Jahr macht, das hab ich es mir anders überlegt.

Den Eintrag schiebe ich nun schon ein paar Tage vor mir her… Als hätte ich gewusst, dass ich noch eine finde, die mich ebenfalls im Winter begleiten wird. 🙂
Gerade waren wir mit dem Hund Gassi, da ist mir noch die dicke Kastanie ins Auge gefallen und musste natürlich auch mit. Aber ich glaube, die behalte ich im Frühjahr 😉

Freitags-Füller 40/2016

1. Auf einmal ist es schon wieder Freitag. Schon wieder Herbst. Schon wieder Oktober. Ich bin immer wieder erschrocken, wie schnell die Zeit vergeht. Bald kommt mein zweiter Neffe und von der Decke hab ich erst 20cm gehäkelt… ich hatte noch so lange Zeit und auf einmal ist schon Oktober… in 4 Wochen will ich noch mal hinfahren, bevor das Baby kommt und ich hätt die Decke gern mitgenommen. Aber ich weiß nicht, ob ich sie fertig kriege. Sie gefällt mir inzwischen nicht mehr… 😦

2. Es ist kalt geworden und weil es das ganze Jahr irgendwie nur ein paar Tage wirklich warm war, und weil ich eh immer schnell kalte Füße kriege und im Büro sowieso, hab ich meine Schuhe, die ich letzten Herbst gekauft hab, fast das ganze Jahr getragen. Entsprechend sehen sie aus. Außerdem hab ich im Frühjahr keine schönen Halbschuhe gefunden, gegen die ich die Boots hätte ersetzen können. Aber jetzt gibts auch keine mehr, jetzt gibts ja schon wieder Winterschuhe. Ich müsste mal gucken gehen, was es gibt, denn nach einem Jahr die gleichen Schuhe, brauche ich neue Schuhe an meinen Füßen.

3. Meinen Chef möchte ich gerne mal fragen, ob er denkt, dass ich für die Stelle geeignet wär, die er gerade ausgeschrieben hat. Die Zeitarbeits-Azubine ist weg, jetzt hat er genehmigt bekommen, dass er jemand neues einstellen darf… und was ist? Die Stelle ist mir 4 Gehaltsstufen höher als meine jetzige besetzt. Aha… Also den Job, der da zu machen ist, den kann ich auch machen. Aber vermutlich wird er mir dann antworten, dass ich mich nicht auf 4 Gehaltsstufen höher bewerben kann… aber das könnte den Anstoß dazu geben, dass er mich wenigstens mal in die nächste oder übernächste einstufen soll.

4. Herbstferien sind für mich irrelevant. Ich weiß nie wann überhaupt Ferien sind, ich merke es nur daran, dass die Straßen leerer sind.

5. Nach den vielen missglückten letzten Versuchen, werde ich besser nie wieder backen.

6. Ich habe den Eindruck, dass mein Chef mich nicht ernst nimmt. Außerdem ist er ein Arsch, der immer raushängen lässt, wer am längeren Hebel sitzt. Das hat zur Folge, dass mein Selbstbewusstsein ihm gegenüber immer total schnell einknickt und ich mich klein und unfähig fühle… deshalb hadere ich seit 20 Minuten, ob ich ihn jetzt auf die Stellenausschreibung anspreche...

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf … keine Ahnung, der Namenlose arbeitet morgen, ich hab ein Erkältungsgefühl im Hals und überlege, ob ich heute mal zu mir fahre, dann kann ich morgen wenigstens Ausschlafen. Das täte mir vielleicht gut, morgen habe ich auch noch den Besuch einer Ausstellung, die Kunstgeschichte (ihr erinnert euch an sie?) organisiert hat, geplant und Sonntag möchte ich mir überlege, ob ich eine neue Decke mache, oder die, die mir nicht so gefällt, durchziehe!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Highland-Games – 17.09.2016

Am heutigen Tag sollten die letzten Highland-Games des Jahres stattfinden. Ich hatte das ja in meiner ursprünglichen Planung berücksichtigt, und die Route wie eine 8 geplant, damit wir die Spiele nicht verpassen, aber auch nicht extra einen Umweg fahren müssen und trotzdem alles sehen, was wir sehen wollten.
Als wir die Planung in den Wind geschossen haben, hatte ich die Spiele für mich dann schon abgeschrieben.

Die letzten Tage aber sind wir doch viel weiter gekommen, als wir gedacht haben, und von Lochinver nach Bonar Bridge, wo die Spiele stattfanden, war es dann nicht mehr sooo weit. Knapp 80 Kilometer.
Und man muss ja nicht gleich schon um halb 10, wenns losgeht, da sein. Der Plan war hinzufahren und zu gucken, und wenn wir dann genug haben, dann wollten wir weiter fahren.

Unterwegs sind wir am Ardvreck Castle vorbei gekommen. Eins der vielen vielen Schlösser, die da überall stehen. Wir hätten mal dichter ran gehen sollen, denn im Grunde sehen alle Burgen und Schlösser so aus. Aber bei einigen Ruinen muss man Eintritt zahlen. Aber wir hatten ja ein Ziel 😉 also sind wir nach einem kurzen Fotostopp weiter gefahren.

Das Wetter wurde immer besser und als wir in Bonar Bridge ankamen, hat die Sonne so geschienen, dass uns in den Jacken fast zu warm war. Auf den Bildern sieht man das leider gar nicht so richtig.

Für die Highland-Games ist ein großer Acker gemäht worden. Man hat, wie in einem Stadion, eine ovale Bahn gemäht, auf denen dann Laufwettbewerbe und Radrennen stattgefunden haben. Auf dem Stoppelacker 😉 in der Mitte der Bahn wurden dann die klassischen Highland-Games-Wettbewerbe durchgeführt: Hammerwerfen, Kugelstoßen, Gewicht-Hochwurf, Tauziehen und Baumstammwerfen.
Links und rechts der „Arena“ waren noch Podeste, auf denen Wettbewerbe im Tanzen und im Dudelsackspielen durchgeführt wurden 🙂
Natürlich gab es auch Fress- und Souvenier-Zelte, wo es Burger, Süßigkeiten, keltischen Schmuck, Strick- und Tweed-Sachen gab, aber es waren höchstens 10 solcher Zelte/Stände und es war erfrischen unkommerziell und fast untouristisch.
Klar waren einige Touristen da, aber es wird nicht der Touristen wegen veranstaltet. Sondern der Tradition wegen.

Ja, das ganze hat echt Spaß gemacht. Wir haben unsere Campingstühle ausgepackt und haben uns da an den Rand gesetzt und zugeguckt, wie die Parade vorbei zieht und die Hühnen Gewichte über eine Stange werfen. Der Moderator der Spiele, der auch immer angesagt hat, wann was stattfindet und wer sich wo einfinden muss, das war ein in Kilt gekleideter älterer Herr, der sehr langsam gesprochen hat, so dass ich ihn trotz des schottisches Akzents sehr gut verstanden hab. Beim Gewicht über die Stange werfen meinte er dann, man soll sich vorstellen man würde ein siebenjähriges Kind über einen Doppeldeckerbus werfen.

Als es Mittag wurde, haben wir uns einen Angus-Cheese-Burger und danach weiter in der Sonne gehockt, sodass ich am Ende des TAges sogar einen Sonnenbrand hatte!
Aber wir mussten bis zum Schluss bleiben, weil ich gern das Baumstammwerfen sehen wollte 😉 Und das kam leider erst als letzte Disziplin dran.

Nach diesem entspannenden Tag sind wir total ungeplant nach Norden gefahren. Wenn man gute Straßen hat, dann schafft man doch mehr, als wir zu Anfang dachten. Also wollten wir noch zum nördlichsten Punkt der Insel.
Wir sind wieder über weitläufige Ebenen gefahren, die Sonne stand schon tief, es sah einfach unglaublich schön aus. Wir hätten wieder an jeder Ecke ein Foto machen können. Der Namenlose hat immer Panoramafotos gemacht. Wir haben überlegt, dass wir den Eltern und Großeltern zu Weihnachten einen Kalender mit Panoramabildern machen.
Einmal hielt ein Auto an, als wir grad in so einer Ausweichbucht standen um zu fotografieren. Wir dachten, wir kriegen jetzt einen Anschiss, weil man da ja nicht parken soll… Aber der Typ meinte, wir sollen weiter fahren, da würds noch viel schöner werden 😉

Als es dann dunkel wurde, waren wir kurz vor Bettyhill und wir haben entschieden dort noch hin zu fahren. Auf der Karte sah es groß genug aus, dass es dort einen Pub geben könnte 😉 Und so war es auch.
Als wir dann angeschleudert zurück gekommen sind, bin ich fast sofort eingeschlafen, der Namenlose hat noch gelesen. Nach ner halben Stunde oder so bin ich dann wieder wach geworden. Keine Ahnung wieso, aber der Namenlose meinte zu mir, dass da draußen jemand oder etwas wär. Wir standen auf einem Schotterparkplatz. Auf einer Seite waren Büsche, auf der anderen eine Straße mit Wohnhäusern. In einigen Fenstern war noch Licht. Der Mond schien total hell und eine Laterne war da auch.
Ich hab gelauscht… ja… es hat gescharrt draußen. Wie wenn jemand durch Schotter läuft.

Ich, müde und alkoholisiert, hab die totale Panik geschoben und hab mich gar nicht getraut die Jalousien hoch zu machen und raus zu gucken. Total bescheuert, aber ich dachte, wenn ich die Jalousie hoch mache, steht direkt vor dem Fenster ein fieser Clown mit ner Axt in der Hand oder so 😀
Der Namenlose wollte rausgehen und gucken, aber ich hatte so Schiss, dass ich ihm das verboten hab 😉

Wir sind dann auf einen anderen, zentraler gelegenen Parkplatz gefahren, wo auch ein Klohäuschen war. Hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen gleich mal Wasser auffüllen, Abwasser ablassen und das Klo ausleeren konnten.

Wie sich herausgestellt hat, war da draußen aber nix. Wir hatten nur die Dachluke offen und die Jalousie zugezogen. Der Wind hat dann die Jalousie bewegt und das hat so geraschelt, als würde draußen jemand über Schotter laufen 😉

Highland-Highlight – 16.09.2016

Natürlich war eigentlich der Viadukt mein Urlaubs-Highlight. Aber ich wollte unbedingt Highland-Rinder sehen. Eine Kuh hatten wir ja schon gesehen, aber die war hinterm Zaun. Und die war nicht so schön rot 😉 Mein Klischeebild einer Highland-Kuh ist rothaarig, zottelig, gemächlich mit riesigen Hörnern 😉
Das hab ich bekommen!

Wir sind in Applecross sehr früh wach geworden. Nachdem wir jetzt alle möglichen Schlafvarianten ausprobiert hatten, haben wir die auf dem Bett unten, was man jeden Tag bauen muss, als die beste Variante empfunden. Und um es vorweg zu nehmen, ich hab den restlichen Urlaub gut geschlafen. Meistens, weil ich von so viel frischer Luft, so viel Aktivität und einem oder zwei Cidern am Abend einfach so knülle war, dass ich auch auf einem Holzbrett hätte schlafen können 😉

Also morgens in Applecross haben wir Kaffee gemacht, die Stühle rausgeholt und draußen am Meer den Kaffee getrunken. Es war so ruhig und schön, total windstill, sodass es kaum Geräusche vom Wasser gab. Leider optimale Bedingungen für Mücken… Aber mit Autan ging das schon.
Unser Nachbar in dieser Nacht war auch schon früh auf den Beinen. Ein Rentner, der zusammen mit seiner Frau und Hund Holly WoMo-Urlaub macht. Er hat uns ein Gespräch aufgedrückt, aber ich hab ihn mehr schlecht als recht verstanden. Alter hatte der einen Akzent! Und er hat nicht mal ansatzweise versucht, deutlicher zu sprechen, nachdem wir bei jedem zweiten Satz nachfragen mussten 😉

Wir haben uns dann verabschiedet und sind losgefahren. Weiter die Küste hoch nach Norden. Es war noch kein Mensch unterwegs, nur ein paar Schafe. Das Wetter war super. Man hatte klare Sicht nach Raasay, einer Insel zwischen dem Festland und Skye. Die Sonne ging grad auf und auf einem Parkplatz haben wir angehalten und versucht, das Licht einzufangen. Was uns natürlich nicht gelungen ist, aber wir haben es trotzdem versucht 😉
Als wir dann über die nächste Bergkuppe gefahren sind, waren sie da: die Rinder! Die Sonne stand noch so tief, dass sie total warm und orange-gelb geleuchtet hat, wir hatten die Sonne im Rücken und es war echt der perfekte Moment! Das Fell der Kühe hat gestrahlt in dem schönen Licht. Ein Auto kam hinter uns, aber die haben nur zwei, drei Fotos gemacht und sind dann weiter gefahren. Ich hätte meine ganze Speicherkarte voll knipsen können, so begeistert war ich von den Tieren und dem Licht.
Es war so toll! Die Kühe sind am Straßenrand entlang gelaufen, haben gefressen und sich überhaupt nicht von uns stören lassen. Bevor wir ausgestiegen sind, kam eine ans WoMo rangelaufen und hat neugierig geguckt, was das ist 😀 Wir hatten ein wenig Angst um unseren Spiegel und den Lack. Die Hörner sind doch echt gewaltig und respekteinflößend. Überhaupt sind die einfach sehr groß, wenn die vor einem stehen. Und massig. Also wenn die losrennen und einen anrempeln… puh… Da sie auch Kälbchen hatten, hab ich mich zuerst auch nicht so dicht rangetraut. Ich bin in der Hocke auf sie zugegangen, weil ich nicht wollte, dass sie mich als Bedrohung empfinden. Aber die waren sehr ruhig und sanftmütig. Wahrscheinlich dachten sie, ich wär ihre Schwester 😀

Schweren Herzens hab ich mich dann losgerissen und wir sind an der Küste weiter gefahren. Wir haben kaum ein Auto getroffen, es war ja immer noch früh am Tag.
Wir hätten alle paar Meter anhalten können, um Fotos zu machen, es sah einfach so schön aus! In Kinlochewe haben wir dann wieder getankt und anschließend Pause gemacht, bevor wir weiter gefahren sind in Richtung Ullapool.

Ullapool – ultracool 😉 Wir wollten da hin, weil es da die besten Fish&Chips der Welt gibt 😉 Der Namenlose war in seiner Schottland-Zeit damals einmal kurz in Ullapool hatte welche gegessen und er wollte da unbedingt noch mal hin.
Unterwegs haben wir ein paar super schöne Buchten gesehen. Bei Ebbe ist das ziemlich faszinierend, weil das Wasser sooo weit zurück geht…
In Ullapool mussten wir feststellen, dass der beste Fish&Chips-Laden geschlossen hatte… na toll! Ausgerechnet! Wir haben dann in einem anderen „award winning“ Imbiss Fish&Chips geholt. Das muss ja mindestens der zweitbeste gewesen sein 😉
Im Tesco haben wir anschließend noch unsere Vorräte aufgefüllt, bevor wir immer weiter nach Norden gefahren sind. An einer Straße stand dann wieder dran, dass sie nicht für Wohnmobile geeignet ist… das hat den Namenlosen aber wieder nicht gestört. Ich hab an den super engen Stellen und Kurven einfach die Augen zu gemacht…

In Inverkirkaig, am Arsch der Welt, haben ungefähr 5 Leute gewohnt, dafür ungefähr 100 Schafe 😉 Es gab eine Telefonzelle und einen Briefkasten und ich hab beschlossen, die Pause zu nutzen um noch ein paar Karten zu schreiben, die ich in Ullapool nachgekauft hatte.

Ach, als ich am Freitag übrigens erzählt hab, dass die Karten immer noch nicht da sind, haben mich dann doch noch ein paar Nachrichten erreicht, dass sie nun doch angekommen waren. Wenn man vom Teufel spricht also 🙂 Deshalb werde ich jetzt auch gleich darüber wettern, dass die vier Karten, die ich dort eingesteckt hab, auch immer noch nicht angekommen sind!! Und ich hoffe, dass sich das damit heute von selbst erledigt 😉
Selbst die Karte an meinen Chef-Arsch ist gestern angekommen, obwohl ich sie noch 5 Tage später abgeschickt habe…

Von Inverkirkaig gings dann das letzte Stück nach Lochinver, wir die Nacht am Hafen verbracht haben. Nicht ohne vorher in den Campingstühlen den Sonnenuntergang anzuschauen und dabei ein Dosenbier/-cider zu trinken und anschließend noch im Hafenpub ein frisch gezapftes Bier und Cider 😉

Durch die Wolken – 15.09.2016

Nach einer getrennt geschlafenen Nacht (ich oben allein im Alkoven, der Namenlose wollte unbedingt in dem Doppelstockbett im hinteren Teil des WoMos schlafen) sind wir auf der Suche nach Frühstück durch Portree auf Skye gelaufen. Es war noch ziemlich früh (wir sind immer ziemlich früh aufgewacht) und die Stadt war noch ziemlich ausgestorben. Die Läden hatten alle noch zu und Touristen waren noch nicht unterwegs. Die saßen in ihren Frühstücksräumen und haben gefuttert. wir haben es draußen gerochen 😉
Weil es noch nirgendswo Frühstück gab, nicht mal einen Kaffee, sind wir aus der Stadt raus gefahren, haben uns irgendwo hingestellt und erstmal gefrühstückt und dann geduscht. Das waren irgendwie Sachen, die wir nicht auf dem Parkplatz in Portree machen wollten 😉

Anschließend sind wir weiter gefahren nach Armadale. Das ist der Ort, wo die Fähre von Mallaig ankommt, die wir zwei Tage vorher eigentlich nehmen wollten. In Armadale war ein Cache, der versprach, dass man dort Robben sehen könnte. Eigentlich sind wir nur deshalb hingefahren 😉 Aber die Straße war sehr gut, das ging dann echt ganz fix.
Vor Ort haben wir einen perfekten Parkplatz bekommen, weil grad einer mit seinem Bulli weggefahren ist 🙂
Dann sind wir losspaziert, haben endlich unseren ersten Schottland-Cache gefunden!! Yaaay 🙂 Und Robben haben wir auch gesehen. Wir sind dann noch ein wenig nach draußen auf die Felsen geklettert um sie noch etwas besser sehen zu können. Es war grad Ebbe, daher konnte man da gut rausgehen.
Der Namenlose kam dann auf die Idee den „Seeweg“ zurück zum Camper zu nehmen… „Wir müssen nur da um die Ecke, da in der nächsten Bucht stehen wir schon“, hat er gesagt. Und meine Unfähigkeit zur Orientierung ausgenutzt!! 😉
Es war dann doch weiter als gedacht, aber hatten ja gute Schuhe und Kleidung an. Wieder einmal waren wir echt froh darüber, dass wir noch im Globetrotter shoppen waren!

Wir hatten uns am Vorabend überlegt, dass wir unsere Route nach Applecross ausdehnen, das sollte laut unserem Vermieter sehr schön dort sein. Wir hatten von ihm einige Infos über verschiedene Routen in Schottland bekommen. Es gibt zB. eine Whiskey-Route, die einen an allen möglichen Destillen vorbei führt. die Coastal Route führt dann, wie der Namen sagt, an der Küste lang. Die sind wir gefahren.
Ich hatte ein bisschen Schiss vor der Fahrt, weil ich inzwischen geglaubt habe, das Straßensystem verstanden zu haben… und weiße Straßen waren schmal und nicht sooo toll. Und weiße Straßen mit einer Pfeilspitze waren steil! Aber gut, wir hatten ja jetzt keinen Winter… trotzdem war mir mulmig und ich sollte Recht behalten!! An der Passstraße stand noch ein Schild, dass diese nicht für Wohnmobile geeignet ist, aber das hat der Namenlose geflissentlich igoniert. Außerdem hatte ich gesehen, was da für ne fette Wolke am Berg hing.
Leute… ich wär fast gestorben! Es war echt schlimm für mich. Ich bin grundsätzlich kein schlechter Beifahrer, aber auf diesem Stück war so angespannt und hab laufend sowas wie „Pass auf!“ oder so gesagt… Die Wolke… wir waren so hoch… Wir konnten kaum 20m weit gucken, entgegen kommende Autos hat man erst gesehen, als sie schon direkt vor einem waren… und dann musste man auf dieser schmalen Straße im Zweifel rückwärts zur letzten Ausweichbucht fahren… Das war echt die Hölle für mich. Wir, und auch alle anderen, sind mit Warnblinker gefahren, weil wir uns eingebildet haben, dass man das durch den dichten Nebel besser und schneller sieht. Aber Pustekuchen! Und es waren echt einige Autos auf dieser Passstraße unterwegs. Oben auf dem Berg war ein Parkplatz und wir haben kurz angehalten. Normalerweise hat man da bestimmt eine unglaublich schöne Sicht. Was wir gesehen haben, war eine Wolke! Meine Haare waren nass als ich wieder eingestiegen bin.
Ich weiß auch, warum sie die Straße nicht für WoMos geeignet war… es gab ein paar Haarnadelkurven, wo man ganz schön ausholen musste. Da in den Kurven auch immer Ausweichbuchten waren, hätte man genug Platz gehabt, sofern dort nicht grad einer stand, der den Gegenverkehr durchlassen wollte… Wir konnten froh sein, dass unser Lewis nur sehr dick, aber nicht extrem lang war. Es ging alles. Aber das Paar, das wir am Vortag getroffen haben, die meinten, es war eine Katastrophe mit deren Riesending von Wohnmobil…
Ja, so Hinweisschilder können schon mal irgendwie sinnvoll sein…

Als wir dann endlich durch die Wolke durch waren, war ich echt fix und fertig. es war wieder hell, wir konnten wieder weit gucken… man das war erholsam für meine Nerven.
In Applecross angekommen haben wir im Applecross Inn eine Kleinigkeit gegessen und getrunken (Ich hab Haggis probiert, aber das ist nicht meins) und sind anschließend, obwohl es noch relativ früh war, dort an der Bucht stehen geblieben und haben da übernachtet. Es hat leider geregnet, so dass wir im WoMo saßen und gelesen haben. Aber später sind wir dann doch noch rausgegangen und sind da rumspaziert. Wir hätten gern den Hirsch gesehen, der da angeblich jeden Abend/Nacht an die Bucht kommt und Seegras frisst, aber der hatte im Regen wohl keine Lust dazu 😉

Dort die Nacht zu verbringen und nicht weiter zu fahren und irgendwo zu stehen, sollte sich am nächsten Tag als die beste Entscheidung überhaupt herausstellen! 🙂

Leseliste September 2016

Drei Bücher im September. Trotz Urlaub. Normalerweise schaffe ich allein im Urlaub schon drei Bücher, aber dieses Jahr war das alles ein bisschen anders. Abends war ich meistens viel zu kaputt um noch was zu lesen 😉

Sie sehen mit dem Herzen, Mylord! von Sophia James
Der Sommer der Sternschnuppen von Ava Jordan
Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Sie sehen mit dem Herzen, Mylord! von Sophia James

Ein Kutschenunfall in einer eiskalten Winternacht beschert Beatrice ein unvergessliches Erlebnis: Sie und ihr Mitreisender Lord Taris Wellingham müssen in einer abgelegenen Scheune Unterschlupf suchen, wo sie sich überraschend schnell näher kommen. In seinen starken Armen, unter seinen zärtlichen Berührungen erwacht in ihr eine nie gekannte Leidenschaft. Doch als der Morgen graut, blickt Taris ihr nicht in die Augen. Voller Scham glaubt Beatrice, dass der Lord sie für zu unscheinbar hält und die Liebesnacht bereut. Sie ahnt nichts von seinem düsteren Geheimnis …

Lord Wellingham… allein schon der Name ist furchtbar schnulzig 😉 Das Buch war Schnulze pur, aber ich fand es trotzdem schön zu lesen. Es war doch sehr gewählt ausgedrückt, das war mal was anderes zu lesen! Als Leser ist einem natürlich klar, was passiert und wie es ausgeht, aber es war sehr entspannend zu lesen und ein bisschen in der Romantik zu schwelgen.

Der Sommer der Sternschnuppen von Ava Jordan

Ella ist auf der Flucht vor ihrem alten Leben. Sie verlässt überstürzt New York und fährt nach New Harbor, den Ort ihrer Jugend. Dort trifft sie nicht nur ihre Jugendfreundin Tara wieder, sondern lernt auch den Schriftsteller David kennen. Aber das mit David ist kompliziert. Mindestens genauso kompliziert wie mit ihrem Ehemann Tom. Und was soll sie mit Mo tun, die viel zu früh Verantwortung für ein eigenes Kind übernehmen muss? Ein Roman übers Erwachsenwerden, übers Elternwerden und darüber, wie viel das Leben uns abverlangt. Nämlich immer grad so viel, wie wir aushalten können, auch wenn wir das nicht glauben. Auftakt zu einer neuen Reihe. Die einzelnen Bände können unabhängig voneinander gelesen werden. Der Sommer der Sternschnuppen Ein Regenbogen im Winter (folgt im Herbst 2016) Teil 3 – N.N. (folgt im Frühjahr 2017)

Ich hab den Klappentext vorher nicht gelesen. Ich dachte, es wär auch so eine seichte Lektüre, perfekt für den Urlaub. Ja, leicht war es auch, aber eigentlich überhaupt nicht mein Thema. Es ging ums Kinderkriegen, den Kinderwunsch an sich … na ja. Es war ok um die Zeit im Flieger und anschließend zwei, drei Abende vorm Schlafengehen zu füllen. Aber die Folgebände werde ich nicht lesen.

Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt …

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.

Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …

Dieses Buch haben wir am Flughafen noch gekauft und der Namenlose hat es ziemlich schnell weggelesen. Als er jetzt fertig war, hab ich es mir geschnappt und hab es ebenfalls ziemlich schnell weggelesen.
Es war mein erstes Buch von Fitzek. Ich weiß nicht, warum ich bisher immer einen Bogen um ihn gemacht hab… bei Thrillern war ich bisher immer sehr auf die skandinavischen Autoren eingeschossen, wahrscheinlich deshalb.
Aber es war sehr spannend, irgendwie auch mal schön, vertraute Städtenamen und Personennamen zu lesen.
Am Schluss gabs eine Wendung, die ich anfangs kurz in Betracht gezogen hab, von der Fitzek mich aber schnell wieder abgelenkt hat. Umso überraschter war ich, dass es dann am Ende doch so war und wie einfach ich mich davon abbringen lassen hab. Ganz schön naiv von mir 😉
Also… ich hatte kurz überlegt, ob wir eine Kreuzfahrt machen sollen im nächsten Urlaub… aaaber… hm… nach diesem Buch vielleicht lieber nicht 😀
Also insgesamt wirklich gutes Buch. Sehr fesselnd geschrieben und weglegen war eigentlich keine Option, weswegen ich es auch nach vier Tagen durch hatte.