Freitags-Füller 47/2017

1. Ich könnte mal wieder was schönes zu Essen machen. Diese Woche war geprägt von auswärts und Liefer-Essen. Ich werde wohl mal in den diversen Kochsammlungen stöbern um mir Ideen zu holen.

2. Diese Woche war anstrengend. Stressig, voll, chaotisch und irgendwie hektisch. Alles ging drüber und drunter.

3. Bloß nicht zu viel ans Essen denken, sonst krieg ich jetzt schon Hunger. Und ausgerechnet heute hab ich nichts dabei. Hungrig einkaufen gehen ist nachher keine so gute Idee. Dann wandert wieder viel zu viel in den Einkaufskorb.

4. Unsere Weihnachtsfeier ist dieses Jahr ziemlich früh, nämlich schon nächsten Mittwoch. Das bedeutet, ich gehe dieses Jahr schon im November das erste mal auf den Weihnachtsmarkt.

5. An meiner Tür hängt nichts. Ich bin nicht der Typ, der da jahreszeitenabhängig Kränze oder sowas an die Tür hängt. Ich hatte früher sowas im Fenster, aber nachdem die Frühlingsdeko dann zu Weihnachten durch einen Stern ersetzt wurde, und der Leuchtestern im anderen Fenster nie durch irgendwas ersetzt wurde, hab ich sowas auch gelassen.

6. Irgendwie muss ich mir Zeit frei schaufeln zum nähen. Ich habe so viele Sachen im Kopf, es kribbelt mir in den Fingerspitzen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen chilligen Abend auf der Couch vor der neuen Wand, die übrigens tatsächlich petrol geworden ist. Ich hoffe, dass der Namenlose den Farbkontrast zu den Bildern jetzt blöd findet und diese „Kunst“ selbst da nicht mehr hängen haben will 😀 Ich hoffe doch, dass nachher alles wieder angeschlossen und zumindest soweit zurück gestellt ist, dass wir auf die Couch können. Es muss ja nicht alles eingeräumt und hingestellt sein, das können wir auch am Wochenende machen, aber zumindest Fernseher und Couch wär schön, morgen habe ich geplant, die Schränke mal auszumisten. Der Namenlose war erst nicht so begeistert, hat aber gestern von sich aus gesagt, dass wir das doch mal machen sollten und Sonntag möchte ich eigentlich mal gern in die Therme gehen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freunde-Werdegang

Im Moment analysiere ich mich mehr oder weniger selbst. Ich denke ne ganze Menge über mich nach, vor allem darüber, warum ich so bin, wie ich bin, und warum ich mich so verhalte, wie ich es tue. Und ob ich etwas daran ändern kann.
Ich hab schon immer Schwierigkeiten gehabt, Freunde zu finden. Aktuell fällt mir das im Bilanzbuchhalterlehrgang wieder auf. Und da hab ich mal versucht meine Freunde-Laufbahn zu rekonstruieren.
Achtung, das ist sehr sehr lang geworden. Muss ich auch keiner antun 😉

Ich hab zu einer einzigen Schulfreundin Kontakt. Mehr oder weniger. Früher haben wir regelmäßig telefoniert, das ganze ist aber inzwischen doch sehr eingeschlafen. Aber egal, ich habe zu sonst niemandem Kontakt. Dabei wäre es so ein Leichtes heutzutage über Facebook die Leute zu finden. Manchmal mach ich mir ja die Mühe und finde einige. Und über deren Freundeslisten dann die nächsten… Aber ich sende niemandem eine Freundschaftsanfrage.
Ich trau mich nicht, denke, die wollen eh nichts mit mir zu tun haben, erinnern sich vielleicht nicht mal an mich… vielleicht war ich ja so unwichtig…
Ich mein, mal ehrlich, es ist ja nicht so, dass man automatisch eine Freundschaft hat, nur weil man bei Facebook verbunden ist. Aber warum soll ich mit Leuten dort verbunden sein, die ich seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen habe.
Wenn ich bei FB so durchstöbere, was ich manchmal tue und dann wehmütig werde, dann bin ich doch überrascht, wie wenig die sich teilweise verändert haben. Oder ich bin erschrocken, wie fertig manche aussehen. Im Grunde würde es mir erstmal nur darum gehen, meine Neugier zu befriedigen. Was ist aus allen geworden. Aber gleichzeitig denke ich mir, wozu interessiert mich das noch? Es ist doch völlig egal.

Ich habe zu meinen Grundschulklassenkameraden nie wieder Kontakt gehabt, das war allein durch die weiterführende Schule bedingt. Und nach dem Abi hab ich auch nur zu ganz wenigen aus dem Gymnasium Kontakt gehalten.
Ich weiß gar nicht wieso nicht. Weil sich halt alles verstreut hatte. Ich bin weggezogen, hatte noch dazu einen total dämlichen Freund wegen dem ich dann auch an der Uni keine Freunde hatte… Ich war halt jedes zweite Wochenende bei ihm, das andere WE dazwischen immer bei meinen Eltern, aber an diesen Wochenenden habe ich nur meine Vereinsfreundschaften gepflegt und keine Schulfreundschaften. Eigentlich hatte ich damals auch kaum noch Schulfreunde…

Ich war in der Schule eigentlich immer ein Außenseiter. Ich war schlau (das klingt jetzt nach Eigenlob… aber ist halt so), meine Eltern hatten wenig Geld, daher hatte ich nie die neusten Klamotten oder so. Ich habe mich auch nie für Klamotten oder Schminke interessiert. Aber das hat auch meine Mutter nicht, ich habs also nie von ihr gelernt, oder dieses Verhalten übernehmen können. Ich hatte auch keine Freundin, die da Ambitionen hatte und von der ich was hätte lernen können. Daher war ich natürlich bei den Mädchen raus und für die Jungs uninteressant weil ich so ein Spätzünder war. Dabei war ich so doll in Steffen verknallt… hach 😉
Ja, also ein richtiges Kind war ich. Ich hab mir mit 16 oder 17 das erste mal die Beine rasiert, hab mir dann heimlich einen Rasierer gekauft und den in meinem Schreibtisch versteckt. Meine Mutter hat das selbst auch nie gemacht, wieder etwas, das ich nicht von ihr übernehme und ich dachte wohl, sie würde böse werden, wenn sie das mitbekäme.
Meine Freundin, die einzige, die ich damals hatte, hat es dann auch erst gemacht, nachdem ich es mal gemacht hatte. Ihre Mutter war da ähnlich wie meine. Eher einfach, praktisch, ohne Schminke, ohne viel Chichi. Beine rasieren? Pf… die Natur wird schon wissen, wozu die da dran sind. Ist mir außerdem viel zu umständlich und hat man früher ja auch nicht gemacht.

Meine einzige Freundin die ich damals hatte, das war eigentlich Zufall mit ihr. Wir waren in der Grundschule in Parallelklassen, aber am Gymnasium waren wir dann in einer Klasse und wir haben um die Ecke gewohnt. Sind jeden Tag zur Schule und zurück gelaufen. In unserem ersten Sommer haben wir immer auf einer Bank gesessen, bevor sich unsere Wege getrennt haben, haben eeeewig gequatscht, irgendwann Hausaufgaben gemacht. Als es kälter wurde, bin ich jeden Tag mit zur ihr gegangen und erst zum Abendbrot nach Hause. Das blieb dann auch im nächsten Sommer so. Statt der Bank saßen wir dann bei ihr zu Hause auf dem Balkon.
Irgendwann haben wir Mädchenzeitschriften gelesen, über Jungs gesprochen… das typische eben. Nur geschminkt oder eingekauft, das haben wir nie. Wir haben uns beide nicht so richtig dafür interessiert.
Wir waren uns so ähnlich… beide so graue Mäuse, Brillenschlangen, ein bisschen hässlich, naja oder halt hässliche Entlein. Keine hat also so richtig von der anderen profitiert. Klamottenstil? Oh Gott, hatten wir nicht. Turnschuhe, Jeans und halt irgendein Pullover. Ich am besten noch mit nem Pferd drauf 😉 Wir haben unsere Pubertät zusammen verbracht, waren zusammen in England auf Sprachreise in der gleichen Gastfamilie. Eigentlich waren wir jahrelang unzertrennlich und mit ihr hab ich echt über alles gesprochen… Nur nicht über die Trennung meiner Eltern. Das war etwas das ich mit mir selbst ausgemacht hab, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr. Ich glaube ich hab nie mit ihr darüber gesprochen. Aber hat sie nicht gefragt? Ich hätte doch bestimmt erzählt, wenn sie gefragt hätte? Bzw. sie hat vielleicht gefragt, wie es mir geht und ich hab gesagt gut, und damit war das erledigt. Aber sie hat nie gebohrt, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr…

Wir sind nach England gefahren. 2 Wochen auf Sprachreise und drei Tage vorher hat mein Vater sich getrennt. Ich weiß nicht mehr, ob wir darüber gesprochen haben, als wir in England waren. Von England weiß ich eh nicht mehr viel. Nur dass ich tausende Pferdefotos gemacht hab, von den Koppeln die in der Nähe unserer Gastfamile waren, dass das Essen immer zu Brei gekocht war und dass ich in London einen Polizisten fragen musste, wo wir lang müssen, weil die anderen sich nicht getraut haben.
Ich hatte meinen Vater unter Tränen gebeten, dass er noch da ist, wenn ich zurück komme. Ich hab ihm einen Flaschenöffner mit Union Jack drauf mitgebracht. Als meine Mutter mich vom Bus abgeholt hat, hab ich einen Schock bekommen. Sie war abgemagert und sah scheiße aus… Mein Vater war weg…

Kleiner Exkurs… Mit meiner besten Freundin ging es auseinander, als sie ihren ersten richtigen Freund hatte. Da müssen wir so um die 16 gewesen sein. Das war ein richtiger Idiot. Ich hab ihn gehasst. Zum einen, weil sie keine Zeit mehr für mich hatte… sie war ja Wochenende immer bei ihm und unter der Woche hat sie von ihm erzählt, worauf ich keine Lust hatte. Zum anderen fand ich ihn hässlich und dumm. Wie zu erwarten war, ging das auch irgendwann auseinander, aber unsere Freundschaft war auch kaputt und ich hab sie seit dem Abi nicht mehr gesehen.
Vor ein paar Jahren hat meine Mutter sie mal getroffen, da schob sie einen Kinderwagen. Sie hat ihr meine Nummer gegeben und wir haben 2 SMS hin und her geschrieben. Ich hatte ihr nichts mehr zu sagen. Vielleicht hätte ich die Chance nutzen sollen, mich zu entschuldigen, aber hätte hätte…

Als sie ihren Freund hatte, das war auch ungefähr zu der Zeit, in der ich dem Verein damals beigetreten bin. Und auch die Zeit, in der wir mit meiner Mutter zu ihrem neuen Mann aufs Dorf gezogen sind. Da war ich wohl so 16/17.
Ich hab mich dann also auf meine Vereinsfreunde konzentriert. Das war eine größere Gruppe und dort hatte ich auch ein paar Freunde.
Die Mädels da waren so anders. Die haben sich geschminkt, sind shoppen gegangen, hatten tolle Klamotten. Das war beeindruckend für mich. Ich hab mich angefreundet mit denen, ich weiß gar nicht, ob ich auch zu der Zeit angefangen hab, zumindest mal Wimperntusche zu benutzen. Zu den Mädels hab ich aber immer aufgeschaut, obwohl sie jünger waren als ich. Sie wirkten so viel erwachsener als ich. Ich eine plumpe Trulla… die waren halt Mädchen, nach denen sich die Jungs umgedreht haben… Auf eine war ich sehr neidisch, weil sie so hübsch war, so ein Puppengesicht hatte, so eine unfassbare Unbeschwertheit hatte, die mir so völlig abging. Ich war irgendwie noch nie so unbeschwert. Ich mache mir schon immer um Sachen Gedanken, über die andere nicht nachdenken. Was andere Leute zB. von mir denken… Das hab ich von meiner Mutter. Denn die hat immer zu mir gesagt, ich soll mich immer und überall benehmen, es könnte ja sein, dass mich einer sieht, der mich kennt. Wenn ich mich also falsch verhalte, kommt das bestimmt bei ihr an.
Was sie damit bezwecken wollte war, dass ich mich halt benehme. Was es aber tatsächlich bezweckt hat, war eine gewisse Paranoia beobachtet zu werden. Dadurch war ich immer total gehemmt mal aus mir raus zu gehen. Anwandlungen dazu hab ich auch heute noch immer mal wieder…

Mit einigen von den Mädels war ich dann enger befreundet, aber über alles hab ich mit denen auch nicht gesprochen. So wie ich schon die Trennung meiner Eltern mit mir selbst ausgemacht hab, hab ich auch später vieles nur mit mir selbst ausgemacht. Ich hab auch nie mit jemandem darüber gesprochen, dass mir meine beste Freundin gefehlt hat…
Ich kann mich erinnern, dass das Puppengesicht immer mal wieder vor sich hingekichert hat, weil sie Kopfkino hatte oder weil ihr was Lustiges eingefallen ist. Ich hab darauf immer reagiert und gefragt was los ist. Sie hat nie geantwortet, sondern immer nur gesagt „nichts“. Ich habe mich dann selbst darauf konditioniert nicht mehr auf ein Kichern zu reagieren, um mir diese Abfuhr zu ersparen. Diesem Impuls „Wasn?“ zu fragen zu widerstehen. Und das ist noch heute so. Ich reagiere einfach nicht, wenn jemand kichert. Wenn der Namenlose, oder egal wer… wenn jemand was liest und lacht, oder auch einen überraschten Laut ausstößt, oder seufzt oder wie auch immer reagiert, ich reagiere nicht. Weil ich gelernt habe, dass ich sowieso eine Abfuhr bekomme.
Achtet mal drauf. Ihr fragt bestimmt ganz automatisch „Was?“ wenn euer Partner lacht oder irgendwie auf etwas reagiert, bevor ihr darüber nachgedacht habt, ob ihr fragen wollt.
Ok, also danke für diese Erkenntnis, ich schätze, ich wirke dadurch manchmal ignorant. Memo an mich: Wieder „Was?“ fragen!

Joa das mit den Vereinsfreunden ging aber auch auseinander, nachdem ich zum Studium weggezogen bin und meinen ersten Idiotenfreund hatte. Aber nachdem ich den endlich los war, hab ich mich dem Verein wieder angenähert, auch, weil ich in der Unistadt ja keine Freunde hatte.
Und so richtig ging es dann auseinander, nachdem ich mit einem von denen zusammen war und wir uns getrennt hatten und mit dem Puppengesicht, zu der ich ja trotzdem so aufgeschaut hab und mit der ich trotzdem ganz gut befreundet war, kurz zusammen gewohnt hatte, dabei aber festgestellt habe, dass wir überhaupt nicht zusammen wohnen können. Denn nicht nur auf „Wasn?“ hab ich ne Abfuhr bekommen, sie hat viel ihr Ding gemacht, hat gegessen, wenn sie Hunger hatte aber hat nicht gefragt, ob ich mitessen will… sowas halt. Noch dazu war sie am WE zu Hause im alten Vereinsfreundeskreis, zu dem ich aber seit der Trennung von dem Vereins-Ex nicht mehr richtig dazugehört habe. Und ich war wieder alleine.

Also habe ich versucht mir einen Unifreundeskreis aufzubauen und bin ins Wohnheim umgezogen. Das Puppengesicht fand das natürlich kacke und seit dem hab ich sie auch nicht mehr gesehen.
Ich hatte ja noch keine Unifreunde, weil ich den Idiotenfreund hatte. Ich war am Wochenende entweder bei ihm oder bei meinen Eltern und war deshalb beim ganzen Kennenlernprozess nicht dabei.
Manchmal frage ich mich, was passiert wäre, wenn das anders gelaufen wäre… Da gab es damals den Hans, der echt ganz süß war und der fand mich auch gut. Das hab ich gemerkt. Aber dem hab ich vor den Kopf gestoßen mit meiner Äußerung über meinen Idiotenfreund. Wenn ich den verleugnet hätte, dann wär vielleicht alles ganz anders gekommen 😉
Aber gut, der Versuch Freunde im Wohnheim zu finden, hat ja funktioniert. Aber dann habe ich „ihn“ kennen gelernt, bin zu ihm gezogen, mit ihm dann zusammen weit weg und ich hatte wieder keine Freunde. Die Entfernung haben auch die paar wenigen Unifreund- und -bekanntschaften einschlafen lassen und ich stand wieder da.

Eine von den Unifreundinnen hätte tatsächlich das Potential zu einer neuen besten Freundin gehabt. Mit der hab ich wirklich über so viele Sachen gesprochen. Neulich hab ich mal wieder kurz mit ihr geschrieben, aber ich denke unsere Zeit ist einfach auch vorbei. Da lag jetzt zu viel kontaktlose Zeit dazwischen.
Als mein Studium den Bach runter ging und ich in Depressionen und Burn-Out gefangen war, hab ich auch nicht mit ihr drüber gesprochen. Ich hätte es wahrscheinlich machen können, aber ich konnte nicht. Was wohl eher damit zusammenhing, dass ich mir selbst noch nicht eingestehen konnte, wie schlecht es um mich steht. Dass damit Zukunftsängste zusammen hängen. Was sollte denn bloß aus mir werden? Ich wusste ja nicht mal was ich wollte… Was wollte ich werden? Noch mal studieren und Gefahr laufen noch mal zu scheitern? Wie soll ich eine Ausbildung anfangen, wo soll ich denn wohnen? In dem Studentenwohnheim hätte ich ja schlecht bleiben können… Wovon sollte ich denn eine Wohnung bezahlen? Mein Leben bisher hatte ich durch Kindergeld und Bafög finanziert. Zum Geburtstag und Weihnachten gabs Finanzspritzen von Omi. Als das Bafög nach 4 Semestern wegen nicht abgelegter Zwischenprüfung gestrichen war, hat mich das übers Jahr gebracht. Außerdem hatte ich genug Bafög bekommen, und davon noch so viel gespart, dass ich weiterhin nicht arbeiten musste… Ich hab mich zeitweise von Toast mit Ketchup ernährt, was ich nicht mal schlimm fand. Ich war es gewohnt immer wenig zu haben und sehr sparsam zu sein.

Tja, das Studium… Ich habe Zeit verplempert, in der ich hätte studieren sollen, aber ich hab einfach gemerkt, dass das nichts für mich ist. Ich war nicht vorbereitet auf das. Ich war komplett überfordert damit, so selbstorganisiert leben zu müssen. Lernen zu müssen. In der Schule musste ich nie lernen! Und ich hatte einfach niemanden, mit dem ich darüber reden konnte.
Mein erster Freund, den ich kurz vor dem Studium kennen gelernt hatte, der war eh viel zu blöd dazu. Der hatte nur kiffen und von Stütze leben im Kopf. Aber zu Anfang war es ja auch noch nicht so schlimm. Ich dachte noch, das schaff ich schon irgendwie. Als ich von dem endlich getrennt war, hatte ich keinen, mit dem ich drüber reden konnte. Mit meinem Vereins-Ex hab ich das nicht besprochen. Mit Puppengesicht auch nicht. Ich hatte gedacht, durch den Umzug ins Wohnheim und Freunde aus meinem Studiengang, da wird das schon. Aber es wurde nicht und mit meiner Unifreundin hab ich auch nicht drüber gesprochen, weil ich mir nicht eingestehen wollte, zu blöd zum studieren zu sein, den falschen Weg gewählt zu haben, versagt zu haben…

Als ich mit „ihm“ dann weggezogen war, war das der Moment für den Neuanfang.
Das Studium hatte ich geschmissen und nicht versucht hier zu beenden, hab die Ausbildung angefangen und hatte da versucht ein paar Freunde zu finden. Das hat ja auch einigermaßen geklappt, mit 3 anderen Mädels hab ich mich auch noch ein paar mal danach getroffen, aber die hatten immer nie Zeit und irgendwann hab ich es aufgegeben.
Tja, dann stand ich wieder alleine da…

Alle Versuche scheitern irgendwie…
Die Weiber aus meinem Ort, von denen hab ich ja schon oft genug erzählt. Ich hab es nie geschafft mich richtig in diese Gruppe zu integrieren. Einen richtigen Bezug zu ihnen aufzubauen. Sie auch an mich heran zu lassen.
Eine von denen wohnt noch in dieser Stadt. Alle anderen sind auch in die Umgebung gezogen. Haus gekauft, neuen Job woanders, Partner mit Haus kennen gelernt… Ich bin ja auch nicht mehr da.
Also hab ich es in meiner Arbeitsstadt versucht. Von Kunstgeschichte hatte ich ja mal erzählt, allerdings hat die mich öfter versetzt, als dass wir uns getroffen haben. Noch dazu zieht sie jetzt aber auch weiter weg, arbeitet zwar trotzdem hier, aber ich schätze auf Dauer wird sie sich dort was neues suchen…

So. Also steh ich am Anfang. Es ist ein Teufelskreis, wenn ich es nicht langsam schaffe, aus meinen Verhaltensmustern auszubrechen. Wenn ich es nicht schaffe, mich anderen zu öffnen und einfach mal auch einen Schritt auf die anderen zuzugehen.

Sonntag?

Wo bist du hin? Irgendwie war der Sonntag gestern so schnell rum und scheinbar auch unbefriedigend genug, dass ich heute früh im Halbschlaf fest davon überzeugt war, heute wäre erst Sonntag.
Der Lichtwecker ging an, ich wurde wach und hab mich geärgert, dass der Wecker angegangen ist, obwohl ich den Namenlosen doch gestern Abend noch gefragt hatte, ob er aus ist… Ich steh also auf, tapse rüber zu seinem Nachttisch, mach den Wecker aus. Tapse zurück ins Bett. Der Namenlose wird wach. Ich: „Schlaf weiter“, und dachte, dass der Hund das hoffentlich nicht mitbekommen hat, sonst steht die hier gleich auf der Matte. Das kann ich ja gar nicht brauchen. Da kann ich einmal in der Woche ausschlafen, und dann sowas…
Moment. Ich hab doch gestern ausgeschlafen. Egal. Ich kuschle mich wieder ein und mach die Augen zu. Schlaaaafen.
Aber gestern Abend lief doch „Grill den Profi“. Das läuft doch sonntags. Aber heute ist doch Sonntag? Wie geht das? Ich gucke auf mein Handy. Kacke, es ist Montag. Oh nein. Aber eben war doch noch Samstag?! Egal, ich schlaf einfach weiter. Aber dann klingelt mein Handy und dann werde ich wieder mitm Schreck wach. Maaaaaan… scheiße!
Ich steh wieder auf, geh rum und mach das Licht und Radio wieder an. Damit wir nicht verschlafen. Der Namenlose wird wieder wach. „Was ist?“ Ich: „Heute ist Montag. Kacke. Ich dachte es ist Sonntag…“

Da fängt die Woche doch super an. Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch, habe grad ein überbackenes Käsebrötchen verdrückt, schlürfe meinen Tee, der mir heute reichlich sauer vorkommt und muss mit der Müdigkeit kämpfen.

Noch 8 Tage arbeiten, dann hab ich ein verlängertes Wochenende. Dann 9 Tage arbeiten, dann hab ich Urlaub. In der Woche hab ich dann auch schon keine Schule mehr, obwohl noch keine Weihnachtsferien sind, das passt mir hervorragend! In der Woche muss ich dann ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen. Dann 3 Tage arbeiten und dann ist das Jahr rum. Und hoffentlich läuft der Jahresabschluss dann so glatt, wie jeder bisherige Monatsabschluss, den ich mitgemacht hab… Kollege Doppelname ist jetzt nämlich weg und wenn jetzt irgendwas schief läuft, ist hier niemand mehr, der weiß, was man tun muss. Wobei er es auch nicht wirklich weiß. Er macht dann halt einfach irgendwas. Ob das immer so korrekt ist, weiß ich nicht. Aber zumindest beseitigt es das Problem für den Moment.
Diese ganze Übergabe war ein Witz. Schlecht Überhaupt nicht geplant und vorbereitet und im Endeffekt musste ich mir alles Wissen, das ich bis jetzt hab, selbst erarbeiten. Es läuft ja, aber es darf auch nichts Unvorhergesehenes und/oder Außergewöhnliches passieren, sonst bin ich aufgeschmissen. Weil der mir nur Schema F zeigen konnte, aber mir nie so wirklich Hintergründe erklärt hat. Es war aber auch einfach viel zu wenig Zeit für die Übergabe… Jetzt muss ich irgendwie zusehen. Trial & Error. Wie immer halt.
Ehrlich gesagt hätte ich mal wieder Lust, mir was neues zu suchen. Irgendwie würde ich gern irgendwo von vorne anfangen, wo man nicht so reingeworfen wird und dann dasteht und zusehen muss, wie man klar kommt, sondern wo einer einem alles von der Pike auf erklärt und wo ich dann genau weiß, was ich wie zu tun hab… So richtig ist mir das hier nämlich noch nicht bei allem was ich tue klar.

Aber was mir klar ist: ich bin müde und würde gern noch mal Sonntag haben…

Freitags-Füller 46/2017

1. Der Geruch von Wochenende liegt in der Luft. Ich kanns kaum erwarten, besonders weil ich jetzt gerade Kopfschmerzen bekomme. Und dabei wollte ich noch zur Yoga-Gruppe, die ich hier gefunden hab.

2. Ach was soll ich hier schreiben? Ich mach alles wann ich will. Und (der Satz ergibt jetzt keinen Sinn…) wenn nicht mehr jetzt, dann aber bitte erst im nächsten Jahr.

3. Nein, wir werden nicht jetzt schon Weihnachtssüßigkeiten kaufen! Auf der Arbeit liegen in der Süßigkeitenecke schon welche rum, ich konnte bei den gefüllten Lebkuchenherzen auch nicht widerstehen, aber ich selbst kaufe noch keine!

4. In letzter Zeit bin ich doch einigermaßen gelassen, dafür bin ich dankbar.

5. Gestern habe ich keine Liegestütze gemacht. Verdammt!.

6. Ich muss mich ein bisschen bewegen und dachte ich fang mal mit Liegestützen an. Aber ich schaffe grad mal 1,5. Das ist doch echt lächerlich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf stricken und Hörbuch hören, morgen habe ich geplant, schicki essen zu gehen und Sonntag möchte ich nicht so verfaulen wie letzten Sonntag!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 45/2017

1. Im November freue ich mich am meisten auf nichts? November ist eigentlich ein ziemlich langweiliger Monat in den nichts los ist.

2. Ein Blick auf die „Quengelware“ im Fressnapf und ich bin schwach geworden und hab dem Hund einen Adventskalender gekauft 😀.

3. Es ist genau hier, in dem … na sag schon… Ich komm nicht drauf.. .

4. Stricken und Hörbuch hörenberuhigt mich.

5. Wasser kaufe ich nicht. Das trinke ich aus dem Hahn.

6. So wie meine Großmutter nie werden wollte wie meine Uromi, so will meine Mutter nicht werden wie meine Omi, so will ich nicht werden wie meine Mutter. Und trotzdem kann man oft nicht aus seiner Haut und kann nun man seine Erziehung und Herkunft nicht leugnen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett, ich bin einfach hundemüde, morgen habe ich geplant, mal wieder zur Schule zu gehen und danach zu chillen und Sonntag möchte ich mich nicht rühren!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 44/2017

1. Heute bin ich irgendwie zufrieden. Meine Arbeit nervt mich nicht, meine nervigen Kollegen stören mich nicht… Ich bin entspannt.

2. So wichtig ist meine Position hier im Job nicht, deshalb brauche und habe ich keine Visitenkarten.

3. St. Martin sagt mir zwar was, kenn ich aber nicht. Das gabs bei uns nicht, möchte ich behaupten.

4. Ist es ein Zeichen von Bequemlichkeit oder von „es steht mir doch zu“, wenn man sich über einen unstrukturierten Dozenten beschwert? Da gab es nämlich gerade eine etwas ausufernde Diskussion in meiner Lehrgangs-Whatsapp-Gruppe. Ich sehe das als Faulheit und Bequemlichkeit an, wenn man vom Dozenten einfach nur konsumieren will und sich darüber aufregt, dass halt nicht immer ein roter Faden erkennbar ist. Die wollen den am liebsten direkt absägen und sich bei der IHK beschweren – das hat der Lehrgang aus dem Vorjahr ja auch so gemacht. Ihr Argument ist, dass sie einen Haufen Kohle für den Lehrgang bezahlen und deshalb erwarten können, dass sie einen geeigneten Dozenten bekommen. Nur bedenken sie nicht, dass er sehr geeignet ist, weil er fachlich äußerst kompetent ist. Nur ist er halt leider etwas unstrukturiert, was mich jetzt aber nicht so sehr stört.

5. In 4 Wochen haben mein kleiner Neffe und meine Schwester Geburtstag und es steht wieder die 500-km-Tour an… Das Beamen müsste mal jemand erfinden.

6. Im Übrigen ist es gar nicht mal so cool, wenn ein Auto einen Haufen Technikkram verbaut hat 😉 Seit Montag zeigt mir mein Auto an, dass meine Vorderreifen zu wenig Luftdruck haben und das liegt sicher nur an den kalten Temperaturen, da hat sich die Luft da drin zusammengezogen und vermutlich habe ich jetzt 0,1 Bar zu wenig drauf… Jedes Mal wenn ich den Motor starte, leuchtet eine Anzeige, die mein Auto von oben zeigt, und die beiden Vorderräder an der Anzeige blinken. Am Wochenende fahr ich dann endlich mal zur Tanke und pump da etwas nach. Vermutlich bin ich die letzten 7 Jahre immer mit zu wenig Luftdruck im Winter gefahren, weil ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich den noch niemals in meinem Leben erhöht, geschweige denn überhaupt überprüft habe!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Stoffresteverwertung, morgen habe ich geplant, fleißig zur Schule zu gehen und kein schlechtes Gewissen wegen meiner doch ziemlich direkten Äußerungen gegenüber der anderen Mitschüler zu haben und Sonntag möchte ich mit dem Namenlosen zur Tankstelle fahren und einen Kurs in Sachen Luftdruck überprüfen belegen 😉!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.