Freitags-Füller 16/2018

Lustig, dass ich gerade heute geschaut habe, wann ich meinen ersten Freitagsfüller ausgefüllt habe. Und siehe da:

1. Anrufbeantworter bespreche ich nur wenn ich meine Eltern anrufe und nicht erreiche.

2. Der beste Erdbeerkuchen ist mir letztes Jahr sowas von misslungen, dass ich ihn dieses Jahr noch mal versuchen muss.

3. Es ist noch Tee von gestern übrig.

4. Wenn ich nachher Feierabend mache, gönne ich mir ein Eis.

5. Bei der Post hing ich echt mal 45 Minuten in der Warteschleife.

6. In unserem Land denken immer mehr Leute nur noch an ihren Vorteil.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Namenlosen (der mir aber gerade mitgeteilt hat, dass wir Besuch kriegen), morgen habe ich hoffentlich viel Spaß beim Junggesellinnenabschied meiner Freundin (geplant) und Sonntag möchte ich mich davon erholen!

Der Text fürs Wochenende stimmt natürlich nicht mehr… aber egal. Ich hatte heute keine Lust auf den FF. Und eigentlich auch letzte Woche schon nicht. Überhaupt hab ich im Moment wenig Lust zu bloggen. Ich wüsste nicht worüber. Solche Phasen hab ich immer mal wieder und deshalb binde ich mir auch den Freitagsfüller nicht mehr ans Bein. Wenn ich Lust hab, mach ich ihn, sonst nicht.

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 15/2018

1. So langsam wird es draußen Frühling. Letzten Sonntag waren wir frühstücken und haben draußen gesessen. Natürlich habe ich mir gleich ein kleines bisschen das Gesicht verbrannt und auch gestern hat die gute halbe Stunde Sonne ausgereicht, um mir eine leichte Röte ins Gesicht zu bringen. Gerade regnet es aber in Strömen, es ist grau und ganz schön kalt. Sieht eher nach Herbst als nach Frühling aus.

2. Morgens ist es schon so hell, dass ich sonntags auch immer um 7 wach werde, weil die Sonnenstrahlen durch jede Ritze durch leuchten. Auch Abends ist es so langsam länger hell und genau deshalb mag ich den Sommer. Mehr Licht!.

3. Mein Gefühl sagt mir, dass ich meine Kopfhörer rausholen sollte, und mich in Musik versenken sollte. Oder ich lasse im Hintergrund Youtube-Videos zu betrieblicher Steuerlehre an...

4. Ich mag grün.

5. Ich habe eine Schwäche für alle Grün-, Blau- und Petroltöne.

6. Ich will nach Hause, ich bin hier genervt heute. Es ist wieder total unruhig gibt von allen Seiten von jedem zu allem nur blöde Kommentare.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Stoffpaket, das dann erstmal in der Waschmaschine landet, morgen habe ich geplant, eine Testnähung zu machen und Sonntag möchte ich meine Ruhe haben!

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Freitags-Füller 14/2018

1. Heute wird hier der Yoga-Kurs geschwänzt. Oder nicht? Oder doch? Ich weiß nicht… ich bin müde und faul und hab keine Lust heute...

2. Ich hätte gern immer was zu lachen.

3. Es sieht nicht gut aus, mit meinen Augen, würde ich sagen. Ich finde es extrem anstrengend, auf den Bildschirm zu schauen. Ich sollte mal wieder zum Optiker gehen, ich schätze es wird Zeit für eine neue Brille.

4. Es wird mal wieder Zeit für soziale Kontakte. Wir haben lange niemanden zu uns eingeladen.

5. Ich kann verstehen was hier geredet wird. Jedes einzelne Wort.

6. Entweder echter Zucker, oder nix. Vielleicht mal noch Honig, aber nur im Tee. Aber lieber nix, als was anderes statt Zucker.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Ich bin im Moment einfach müde und schlapp und k.o. und hab keinen Bock auf den Scheiß hier, morgen habe ich geplant, im Steuer-Crahskurs aufzupassen und Sonntag möchte ich vielleicht frühstücken gehen!

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Leseliste 1. Quartal 2018

Jeder von Thomas Seidl

John Down, ein heruntergekommener Privatdetektiv, wird zu einem Auftrag ins beschauliche Dörfchen Steakbeaver in der Nähe von London gerufen, wo die Tochter der einflussreichen Familie Sterling seit zwei Monaten verschwunden ist. Die Polizei glaubt nicht an ein Verbrechen, denn Susan hinterließ einen Abschiedsbrief. Je tiefer aber John Down in den Fall eindringt, desto mehr wird ihm bewusst, dass es hier um mehr geht, denn in diesem Dorf werden mehrere junge Mädchen vermisst, und anscheinend hat hier JEDER seine Geheimnisse. Ein spannender Krimi, der unter die Haut geht, und den man nicht einfach beiseitelegt. Verschachtelt, gewieft und verzwickt. Ein wendungsreicher Krimi mit vielen Thrillerelementen. Sie werden ihn verschlingen und sich immer wieder dabei ertappen, wie Sie versuchen, die Geschichte zu entwirren. Wer hat hier welche Geheimnisse, und wie wird das alles enden? Warum wurden die Frauen entführt? Oder sind es keine Entführungen? Welche Geheimnisse hat die Familie Sterling? Warum wurde ausgerechnet ein heruntergekommener Privatdetektiv engagiert? Was macht diese alte, kauzige Dame in diesem Dörfchen? Und wo steckt Susan Sterling? Oder ist sie schon lange tot? Viele dieser Fragen werden Sie sich während des Lesens stellen, und ich warne Sie vor, denn Sie werden mitfiebern und es nicht erwarten können, die ganze schreckliche Wahrheit zu kennen.

Also im Ernst, das Buch war so schlecht, dass ich dazu eigentlich nichts sagen möchte. Der Krimit ist in einem Doppelband „Bis sie alle schweigen“, aber das zweite Buch da drin hab ich nicht mehr gelesen.
Es war sprachlich nicht so der Knaller, ich bin immer wieder über eine Redensart gestolpert, die ich schon wieder vergessen habe, die aber gefühlt auf jeder zweiten Seite vorkam und die sich für mich umgangssprachlich angehört hat.
Außerdem war diese ganze Story so emotionslos und hölzern geschrieben… da findet der eine gefolterte, vergewaltigte Frau und der entstehenden Dialog ist eher so „Oh, ich habe dich gefunden. Du lebst ja noch. Alle dachten du wärst schon tot. Keine Angst! Ich hole dich hier raus!“ Und dann sie: „Oh, ich hoffe du holst mich hier raus! Ich kann langsam nicht mehr. Er foltert und vergewaltigt mich!“ Und dann wieder er: „Keine Sorge Katy, ich hole dich hier raus!“ Furchtbar. Es kommt null rüber, wie zerstört sie emotional nach so einer langen Zeit wär.
Und dieser heruntergekommene Detektiv, der noch dazu Down heißt, ist natürlich auch wieder so ein Typ, der ne psychische Störung hat…
Es war ein Versuch. Nicht jeder kann schreiben. Und nicht jeder kann Krimis schreiben.

Oliver Twist von Charles Dickens in Die beliebtesten Klassiker der Kinderliteratur in einem Band: Romane, Bildergeschichten, Märchen und Sagen

Als ich meinen Tolino gekauft habe, hab ich mir auch diesen Sammelband gekauft, weil ich so viele Kinderbücher gar nicht kenne. Nach und nach hole ich das dann mal nach 😉
Oliver Twist kannte ich gar nicht und ich hab es jetzt auch nicht fertig gelesen, sondern mir den Artikel bei Wikipedia durchgelesen. Ehrlich, Oliver Twist fand ich total schrecklich und ich bezweifle stark, dass man das in die Kinderliteratur einordnen kann! Laut Wikipedia ist es ein Gesellschaftsroman.

Oliver Twist wird als Findelkind in einem Waisenhaus abgegeben und wächst später, als er zu alt fürs Waisenhaus wird, in einem Armenhaus auf. Die Umstände sind katastrophal, es gibt nicht genug zu essen, schon gar keine menschliche Nähe und Zuneigung. Er wird, weil er nach mehr essen fragt, an einen ortsansässigen Leichenbestatter verkauft und flieht nach Schlägen und Demütigung mit nichts nach London. Dort wird er von einem Hehler aufgegabelt, der ihn als Taschendieb „ausbilden“ will…

Ja, das geht dann so weiter, er rutscht irgendwie von einem Missverständnis ins nächste, keiner hört ihm zu, egal was er sagt, man glaubt ihm nicht, man glaubt immer dem anderen. Also so ein richtig armer Junge, der halt schon im zarten Alter von 9 Jahren die Ungerechtigkeiten des Lebens mitmachen muss.
Abgesehen davon, dass es vom Schreibstil sehr anstrengend zu lesen war, hab ich eben was ganz anderes erwartet. Ich wusste ja, dass Oliver ein Waisenjunge war, aber dass die Geschichte so krass ist, und eigentlich eine Anprangerung der damaligen Lebensumstände war, wusste ich nicht. Deshalb finde ich das Buch in einer Kinderbuchsammlung deplatziert.

Heidi von Johanna Spyri in Die beliebtesten Klassiker der Kinderliteratur in einem Band: Romane, Bildergeschichten, Märchen und Sagen

Ich weiß nicht, ob jeder von euch Heidi kennt. Ich kannte es nicht. Meine Oma hat es mir mal zum 9. oder 10. Geburtstag geschenkt, und ich wusste, dass es um das Mädchen beim Almöhi ging, aber ich hab das Buch nie auch nur angerührt. Heidi… da musste ich automatisch an das Musikantenstadl denken 😉
Heute lese ich es also und finds ganz heimelig. Inzwischen wirkt es sprachlich altmodisch, aber grundsätzlich hat die Geschichte an nichts verloren.

AchtNacht von Sebastian Fitzek Oder: Ich lerne nicht aus meinen Fehlern 😉

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

Der neue Blockbuster von Sebastian Fitzek, dem „Meister des Wahns“ – exklusiv im Taschenbuch.

Blockbuster… wenn ich das schon lese. Ja, ich weiß nicht, was mich geritten hat, das Buch zu lesen, wo ich Fitzek so abgeneigt bin!! Ziemlich bescheuert von mir… Schon auf den ersten Seiten geht es genauso so los wie immer: Es gibt zwei Zeitschienen. Einen Monat danach und einen Monat davor. Einen Monat danach gibt es wieder einen Psychiater (ich glaube es ist auch der gleiche, wie schon in anderen Büchern und langsam komme ich mir vor wie bei GZSZ, wo auch immer die gleichen Charaktere in ihrem Mikrokosmos handeln), der mit einer Patientin spricht. Und einen Monat davor beginnt, wieder mal mit Ultimatumsanzeige über den Kapiteln, die Rückblende und die Geschichte wird erzählt.
Also, es ist mal wieder so, dass ich ja nicht sagen kann, es wäre nicht spannend. Aber am Ende kamen die Fitzektypischen unerwarteten Wendungen… und immer diese Rosamunde-Pilcher-Happy-Ends… ich wollte nie wieder was von Fitzek lesen, ich weiß nicht, wieso ich mich nicht einfach dran gehalten hab.

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. >Was man von hier aus sehen kann< ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Das Buch ist auch eins, das ich aus den Buchvorstellungen von Lesen in vollen Zügen habe. Da ich ja mal von den ganzen Krimis weg wollte, hab ich mir da die ein oder andere Inspiration geholt.
Mit diesem Buch hab ich mich am Anfang ein wenig schwer getan. Ich hab mich schwer getan daran, dass Fülle durch Banalitäten erzeugt wurde. Dass also tausend mal gesagt wurde, wie seltsam ein Okapi ist oder dass ihnen nie aufgefallen ist, dass Selma aussieht wie Rudi Carell. Obwohl man das doch sieht. Jeder sieht das doch sofort, jetzt kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie man das nicht vorher schon bemerken konnte. Es ist doch so offensichtlich. Ähm ja. Dann habe ich mich schwer daran getan, dass die Autorin immer wieder die gleichen Motive aufgreift. Etwas ist so schwer, wie das Herz eines Blauwals. Oder so groß wie die Zunge eines Blauwals. Und immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, dass Haare angeklatscht sind, bis auf eine Haarsträhne. Und diese Wiederholungen beziehen sich nicht nur auf Motive, sondern auf ganze Sätze, die genau so mehrfach im Buch wiederholt werden.
»Warum bist du so ruhig?« – »Ich bin so ruhig weil du nervös bist.«
oder
»Möchtest du mit uns zurückfahren, Marlies?«
»So weit kommt das noch«, sagte sie, schulterte ihr Paket und ging.
»Könnten Sie mir die Anschrift von Ihrem Buddhisten geben?«, fragte Doktor Maschke.
»So weit kommt das noch«, sagte ich, und dann rannte ich mit meinem Brief über die Straße, hin zum Optiker, und fiel ihm in die Arme.
oder
Alaska erhob sich. Es dauerte, bis etwas so Großes, etwas so Steinaltes sich fertig erhoben hatte.
Ich bin da immer wieder drüber gestolpert und habe erst im Verlauf des Buchs kapiert, wie damit die Verbundenheit betont werden soll. Kitschig? Vielleicht ein bisschen, aber eigentlich auch nicht, weil es nicht so pathetisch ist, sondern eigentlich eher banal. Eigentlich ist es fast kunstvoll, wie inszeniert das alles ist. Einer steht an einer bestimmten Stelle im Haus und die Erzählerin hält Rückschau, wie jeder genau dort gestanden hat und sein Erlebnis an genau diese Stelle hat.
Doch… schönes Buch. Ich muss nur gestehen, dass ich nicht weiß, was der Titel zu bedeuten hat. Und dass ich gern gewusst hätte, was mit Marlies los ist.

Der Vorleser von Bernhard Schlink

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

Viel mehr will ich fast gar nicht sagen, ohne zu spoilern, falls irgendwer das noch nicht gelesen hat. Bei meiner Schwester stand es in Deutsch auf dem Lehrplan, ich habs nicht in der Schule gelesen und wusste auch überhaupt nicht worum es geht.
Anfangs dachte ich, es ist eine Erzählung. Dann dachte ich, es ist eine Autobiographie. Tja, bis zum Schluss weiß ich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Irgendwie fand ichs blöd. Vielleicht hab ich es nicht verstanden. Vielleicht hab ich mir mehr Roman und weniger eine Abhandlung über juristische und ethische Fragen in Bezug auf Schuld und Täterschaft im Nationalsozialismus erwartet. Überhaupt ist das Buch streckenweise ziemlich nüchtern. Personen sind namenlos und für mich gesichtslos. Es wird kaum auf Empfindungen eingegangen, weil die Geschichte einzig aus der Sicht von der Hauptperson erzählt wird. Deshalb hat es für mich auch einen Autobiographie-Charakter. Zum Ende hin nimmt es wieder mehr den Roman-Charakter an, aber das Mittelstück war echt zäh. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht, finde ich.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.