ABC im September 2018

A wie Ausnahmezustand
Unsere Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Mein Koffer aus dem Urlaub liegt noch immer im Schlafzimmer und ist noch nicht vollständig wieder ausgeräumt… In der Küche stapelt sich das Geschirr, weil wir die Spüma noch nicht wieder ausgeräumt haben. Wenigstens haben wir eine Putzfrau… Die hält das Chaos einigermaßen in Grenzen. Auch wenn ich mit ihrer eigentlichen Putzleistung nicht so zufrieden bin, zumindest räumt sie auf und das ist diese Woche echt ganz bitter nötig.
Irgendwie muss ich mein desaströses Zeitmanagement besser in den Griff kriegen… Einkaufen, Wäsche machen, aufräumen, lernen… ich frage mich immer noch, wie die Mütter das in meinem Kurs hinkriegen. Ich schaff das irgendwie nicht gleichzeitig.

B wie Bücherausgabe
Die IHK macht für uns Sammelbestellungen, wenn wir neue Gesetzesbücher brauchen. Hat nur leider den Nachteil, dass ich manches jetzt doppelt habe… Wir haben solche Gesetzessammlungen bekommen, wo alles wichtige drin ist. Aber Dozent X will lieber mit der Beck-Ausgabe arbeiten und Dozent Y lieber mit der BMF-Ausgabe… jetzt hab ich zB das Einkommenssteuergesetz drei mal und das Umsatzsteuergesetz zwei mal. Besser wärs gewesen, vorher eine Liste zu kriegt, welche Gesetze wir alle brauchen und nicht welche Bücher die Dozenten haben wollen. Na ja, hinterher ist man immer schlauer.

C wie Teil C
Teil C ist die mündliche Prüfung. Die ist noch soooo lange hin… Denn auch wenn immer davon geredet wird, dass der Lehrgang zwei Jahre geht, und dass die Prüfung im Herbst 2019 geschrieben wird – damit bin ich noch lange keine Bilanzbuchhalterin im Herbst 2019. Wenn ich Glück habe, bekomme ich die Prüfungsergebnisse aus dem schriftlichen Teil noch vor Weihnachten. Wenn ich dann noch mehr Glück habe, dann ist die mündliche Prüfung schon im Januar direkt… Ansonsten zieht sich das noch länger hin

D wie dauermüde
Mir reicht der Schlaf momentan wirklich nicht aus. Wenn wir um 10 ins Bett gehen, kann ich ewig nicht einschlafen, wenn wir um halb 12 gehen, schlafe ich sofort. Aber es reicht mir morgens einfach nicht. Und sonntags werde ich auch um halb 8 wach… das kann man ja wohl wirklich nicht ausschlafen nennen! :-/

E wie Eremit
Ich kapsel mich immer mehr von allen ab. Ich hab ja bisher wenigstens über Whatsapp einige Kontakte gehalten. Zumindest auch mal zu meiner Familie. Die haben wenigstens über die Whatsapp-Familiengruppe mal was von mir gehört. Inzwischen gebe ich da allerhöchstens einen Kommentar ab, wenn meine Schwester Neffi-Fotos schickt.
Und auch Freunde müssen gerade ganz schön zurückstecken. Meine Hochzeitsfreundin hat vor fast zwei Wochen das letzte mal was von mir gehört. Nachdem sie gefragt hat, wies mir geht. Davor lagen bestimmt vier Wochen zwischen dem letzten Lebenszeichen… Aber ich hab auch keine Lust… ich hab keine Lust zu reden oder zu schreiben. Ich will einfach nur in die Luft starren, wenn ich abends Ruhe hab.

F wie Freunde finden
Das leidige Thema… Ja, im Kurs mögen die Leute mich. Und ich mag sie auch. Und trotzdem mache ich Übungsaufgaben allein, weil links von mir zwei sitzen, die zusammenarbeiten und rechts von mir genauso… Ich hock also wie immer dazwischen, gehöre nirgends so richtig dazu und mach mein Ding mal wieder alleine…

G wie Gewohnheit
Dass ich dienstags und donnerstags nach der Arbeit zur IHK fahre ist tatsächlich so richtig zur Gewohnheit geworden. Ich stelle es auch überhaupt nicht in Frage, ich fahre einfach hin. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe, denn mich zwingt ja niemand. Nicht mal zum Sport hab ich damals so eine Gewohnheit gehabt und da hat mich auch niemand gezwungen.

H wie Halbzeit!!!
Fast genau vor einem Jahr bin ich zu meiner ersten Unterrichtstunde gegangen. Wie schnell die Zeit vergangen ist!! Und ja, ich merke, wie mir das Pensum in den Knochen steckt. Gerade jetzt, wo so lange Sommerferienpause war und wo jetzt wieder die dunkle Jahreszeit kommt. Wenn ich jetzt abends nach Hause fahre, dann ist es stockdunkel und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist es auch morgens noch dunkel, wenn ich samstags zum Unterricht muss.

I wie innere Unruhe
Ich weiß nicht so richtig, wohin mit mir. Ich bin unruhig, fühle mich rastlos und bin irgendwie voller Tatendrang, aber kann mich gleichzeitig schlecht konzentrieren. Ich schreibe hier einen halben Satz und schweife mit den Gedanken ab.

J wie Jahresabschlussanalyse
Aus diesem Fach muss mein Thema für die mündliche Prüfung sein. Und auch wenns noch so lange hin ist, fang ich natürlich schon an, mir Gedanken zu machen. Ich kann mir ehrlich gesagt noch nicht vorstellen, was ich da machen soll. Die Dozentin meinte, zB eine Eigenkapitalquote berechnen. Ok… das dauert 20 Sekunden. Ich finde nicht, dass das genug hergibt, um eine 15-minütige Präsentation zu halten. Vielleicht denke ich aber auch nur schon wieder zu kompliziert und mach es mir selbst schwer.

K wie Kopfschmerzen
Sind neuerdings mein ständiger Begleiter… :-/

L wie Lernplan
Mo, Mi, Fr, Sa. Jeweils 1-2h. Das ist der Plan. Aber Pläne sind bekanntlich da, um nicht eingehalten zu werden. Aber letzte Woche hat es ganz gut geklappt, deshalb sie aber die Wohnung auch aus wie Sau (siehe Punkt A)

M wie Motivation
Wie kann man nur so zweigeteilt sein: Für die Weiterbildung ist die Motivation gleichbleibend hoch. Ich bin etwas überrascht darüber, geb ich zu, aber ich freu mich auch. Für die Arbeit ist die Motivation allerdings total am Boden. Ich hab keine Lust mir für irgendwen hier den Arsch aufzureißen. Ich mach was ich muss und kein Stück mehr.

N wie Nervennahrung
Snickers, Yes, M&Ms… Kaffee mit Karamellsirup… Kakao… also ich war selten so ein Süßmaul wie in letzter Zeit. Der Arsch dankt!

O wie Ohropax
Sollte ich dringend mal ausprobieren. Auch in Hinblick auf die Prüfung. Ich habs gern still um mich herum.

P wie Prüfungsaufgaben
In fast jedem Unterricht kriegen wir Prüfungsaufgaben zum üben. Und auch wenn ich mich anstrenge, irgendwie schaffe ich es meistens nicht, die Ernsthaftigkeit dazu an den Tag zu legen, die ich in der echten Prüfung nachher an den Tag legen würde. Deshalb schneide ich bei den Übungen immer nur eher mittelmäßig ab, was mich auf Dauer frustriert.

Q wie q
q = 1+i. Und q kommt in vielen Formeln vor: Abzinsungsfaktor, Aufzinsungsfaktor, Annuitätenfaktor, Diskontierungsfaktor, Kapitalwertfaktor, Rentenbarwertfaktor, Endwertfaktor… ein paar Begriffe davon bezeichnen dasselbe. Ich seh aber nicht mehr durch und kriege auch die Kurve nicht, wann ich welchen Faktor einsetzen muss. Und das ganze dann noch in den Taschenrechner zu tippen ist Herausforderung Nummer drei, nachdem man die zweite Hürde, nämlich ob man mal oder geteilt rechnen muss, gemeistert hat… aaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

R wie Rente mit 50
Neulich haben wir eine Reportage gesehen, über Leute, die mit Anfang 40 in den Ruhestand gegangen sind. Weil sie viel gespart haben, weil sie passive Einkünfte haben und weil sie einen gemäßigten Lebensstandard haben. Es gibt ja die Typen, die 80h die Woche arbeiten und Kohle anhäufen und sich dann drei Autos, ein Boot und eine Villa kaufen. Und dann gibt es die, denen diese Statussymbole nicht wichtig sind. Die arbeiten normal bis vielleicht etwas mehr und sparen, weil sie einfach ein normales Leben führen, ohne viel Luxus. Und dann zehren sie von den Ersparnissen.
So viel Geld zu sparen, dass ich mit Anfang 40 mich zur Ruhe setzen kann, das schaff ich nicht 😉 Aber Rente mit 50 wär der Hammer! Und wenn dann die ersten schlimmen Zipperlein kommen, dann ist das Geld vermutlich aufgebraucht, dann geht man in die Schweiz und trinkt einen Cocktail und niemand muss mir den Sabber aus dem Mundwinkel wischen. Guter Plan, finde ich. Jetzt muss ich noch rausfinden, wie ich mein Geld bis dahin noch am gewinnbringendsten vermehren kann 😉

S wie Stille
Stille gibt es hier niemals. Weder im Büro, noch zu Hause. Ich höre ständig irgendwas. Uhrenticken, Lüfterrauschen, Flüstern, Kauen, Schmatzen, Schniefen, Nasepfeifen, Handyvibration, Gemurmel, Gerede, Fingertrommeln, Stöhnen, Seufzen, Klicken, Mausrad scrollen, Tastaturenklappern. Das sind die Hauptgeräusche im Büro. Wenn ich in der Teeküche bin, rauschen da zwei Kühlschränke, der Wasserkocher und/oder die Spüma ist garantiert grad an und die Kaffeemaschine reinigt sich selbst. Außerdem ist man da niemals auch nur 10 Minuten am Stück alleine. Und niemand schafft es, einfach mal nichts zu sagen.
Selbst auf dem Klo höre ich die Kollegen wenn sie in der Teeküche johlen… Wenn ich dann zu Hause bin, höre ich Flugzeuge, die Bahn, die Straße. Wenn der Wind andersrum steht, die Autobahn. Die Musik der Nachbarn. Die Kinder der Nachbarn. Den Hund, der die Leute hinterm Zaun anbellt.
Fenster zumachen dämpft es nur, aber es ist trotzdem nie still. So wie in Schottland. Da war das einzige, das ich gehört habe, mein Tinnitus.

T wie Taschenrechner
Mein Schultaschenrechner gibt allmählich den Geist auf. Bzw. er hat schon zum Wirtschaftsfachwirt langsam seinen Geist aufgegeben. Damals hab ich exakt das gleiche Modell noch mal gekauft, damit ich durch die Prüfung komme. Dieser neuere ist aber kaputt und der alte gibt noch immer seinen Geist auf. Also hab ich mir einen neuen gekauft, voll super was der alles kann. zB Gleichungen mit zwei Unbekannten auflösen. Toll! Brauch ich vermutlich für die Prüfung nicht. Aber egal. Plus und Minus kann er auch 😉 Leider hab ich noch nicht herausgefunden, wie die Speicherfunktion an dem Ding funktioniert, denn die würde ich wirklich oft benutzen…

U wie urlaubsreif
In drei Wochen hab ich wieder Urlaub, und ich weiß, dass ich ihn brauche, ich merke es. Aber am liebsten würde ich ihn verschieben, weil der Namenlose keinen Urlaub hat, wir wieder nicht gemeinsam wegfahren und ich also nicht ausschlafen werde, weil er morgens aufsteht und arbeiten geht… Vielleicht fahr ich doch zu meiner Schwester. Obwohl das auch nicht erholsam ist… außerdem hab ich keine Lust auf den Stress in den das alles wieder ausartet!

V wie Verlust
Einen haben wir wohl aus unserem Lehrgang verloren. Er hat schon vor dem Sommer wochenlang gefehlt und kam auch nach den Sommerferien nicht zurück… Irgendwie hatte ich gehofft, dass wir alle durchziehen.

W wie Wunschkonzert
Wenns nach mir ginge, würden wir in den Herbstferien wegfahren. Oder in den Weihnachtsferien. Wenn ich den Rente-mit-50-Plan über Board werfe vielleicht auch in beiden Ferien 😉 Aber so läuft das nicht. Ich muss arbeiten. Am 1. und 2. Oktober. Und zwischen Weihnachten und Neujahr, an Silvester und am 2. und 3. Januar auch… Warum bloß hab ich mir den verkackten Abschlussjob aufzwängen lassen??

X wie X-AG
Wird oft als beispielhafte Firma benutzt. Wenn nicht X dann auch gern A.

Y wie Y-GmbH
Ist immer der Geschäftspartner der X-GmbH. Wenn nicht Y, dann gern auch B 😉

Z wie Zottelhund
Ich weiß jetzt, wieso der Hund so fett geworden ist, dass ihr das Halsband zu eng wurde: Ich hab letztes mal blöderweise Seniorfutter gekauft. Allerdings ist sie noch so agil, dass sie keine zusätzlichen Nährstoffe braucht 😉 Mal gucken, ob sie das wieder runter kriegt, oder jetzt so speckig bleibt 😀