Albträume

Heute stehe ich irgendwie neben mir.
Ja, Zähne hab ich geputzt, aber ich hab mir die Haare nicht gekämmt. Ich sehe aus wie… na ja, grad aufgestanden. Wenigstens hab ich eine Hose an und bin unfallfrei im Büro angekommen.

Ich habe mal wieder geträumt. Und ich kann mich erinnern:
Ich hab geträumt, ich schreibe meine Prüfung. Wir saßen draußen in einem Innenhof. Es war nicht überdacht, aber da waren so Holzstreben quer drüber, an denen Efeu oder Wein oder irgendwas gewachsen ist. Die Ranken hingen stellenweise runter. Jeder hatte einen eigenen Tisch und wir bekamen unsere Prüfung. Ich kann mich nicht an die Aufgabe erinnern, aber ich konnte sie nur mehr schlecht als recht beantworten. Die zweite Frage ging mir total ab.
Ich saß da und hab vor mich hingedacht. Hab versucht die Antwort in meinem Kopf zu finden, statt einfach mit der nächsten Frage weiterzumachen. Alle anderen haben geschrieben wie wild.

Dann fing es an zu nieseln und wir sollten reingehen. Drinnen saßen wir bei grellem, künstlichen Licht. Es war unruhig, einige haben getuschelt. Ich hab mich nicht getraut mit jemandem zu reden, weil ich nicht durchfallen wollte.
Dann saß plötzlich jemand mit an meinem Tisch. Scheinbar waren drinnen nicht genügend Tische. Mit den tausend dicken Gesetzesbüchern, den Prüfungsfragen, Lösungs- und Schmierpapier war es dann doch ganz schön eng auf dem Tisch. Als mir das bewusst wurde, hab ich nach rechts geschaut. Es war ein Mädchen aus meiner Schulklasse, die mich da angestrahlt hat.
Ich konnte die zweite Frage immer noch nicht beantworten.

Dann war irgendwie Mittagspause. Es gab ein Buffett mit indischen Gerichten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die das jetzt überprüfen wollen, dass sich niemand über die Prüfung unterhält und sich gegenseitig hilft. Ich hab mit niemandem gesprochen, ich wollte nicht wegen Betrugsversuch durchfallen. Ich wollte was essen, hab aber keinen Teller gefunden. Irgendwann hatte ich einen ganz alten, der war schon gesprungen und sah schmutzig aus und ein Stück war abgeplatzt. Dann hab ich mir etwas zu essen drauf getan, aber irgendwie gar nicht gegessen.
Ich hab einen der Dozenten, der das Prüfungsfach unterrichtet, sagen hören, dass er doch hofft, dass wir gut zurecht kommen und ihm keine Schande bereiten.

Plötzlich war ich in einem Hausflur, der mich jetzt im Nachhinein an das Wohnheim erinnert, wo ich während des Studiums gewohnt habe. Ich bin mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren, mit mir war noch ein Rollstuhlfahrer und seine Pflegerin. Ich war unter Zeitdruck, weil ich zur Prüfung zurück musste, aber wir mussten dann wegen der anderen beiden auf dem 3. Stockwerk noch anhalten.
Endlich unten angekommen hatte ich keine Schuhe an, ich hatte nur schnell meine Filzhausschuhe beim rausgehen gegriffen. Das alte Paar, mit dem Loch in der Sohle. Die hab ich dann angezogen und bin losgerannt zurück zur Prüfung.
Weil ich schnell vorangekommen bin, dachte ihc noch, das kann kein Traum sein, das muss echt sein, weil ich normalerweise in Träumen nicht vorankomme, wenn ich renne. Dann klebe ich immer auf der Stelle. Dann war da wieder der Dozent, der gerufen hat, ich solle mich doch mal beeilen. Und dann kam ich wieder nur wie Kaugummi vorwärts.

Als ich wieder im Prüfungsraum saß, fiel mir auf, dass ich nicht mal eine Hose an hatte…

Oh man… also das sind so viele worst case Szenarien in einem, dass ich es gar nicht fassen kann! Und wenn das jetzt schon losgeht, dass ich sowas träume, na dann herzlichen Glückwunsch. Sind ja nur noch 11 Monate bis zur Prüfung… Und eigentlich hatte ich in den letzten Tagen eher ein ziemlich zufriedenes Gefühl, weil sich mir so langsam die ganzen komplexen Zusammenhänge erschließen, weil ich sogar Steuerkram auf Anhieb verstehe und Fragen dazu richtig beantworte. Eigentlich gibt es also keinen Grund, in so eine Panik zu verfallen.
Ich hoffe, das legt sich wieder.

Zumindest haben wir gestern die Weihnachtsplanung auf die Reihe gekriegt. Der Namenlose hat keine Lust hinzufahren, aber er kommt mit, weil er ja auch einsieht, dass es halt mal wieder für ihn dran ist 😉
Wir buchen die Ferienwohnung. Ich hoffe meine Schwester ist mir da nicht böse, aber andersrum ist es für sie vermutlich auch eher erleichternd, wenn nicht zwei Leute da sind, die sich zwischen den Kindern auch noch ins Bad drücken und deren Betten und Koffer da rumstehen, und man eigentlich nicht mehr treten kann. Das Haus ist einfach nicht ausgelegt für 4 Erwachsene und zwei Kinder. Sie sollte darüber nachdenken, die Garage auszubauen 😀
Meine Mutter wird wahrscheinlich höchst beleidigt sein, dass wir nicht bei ihnen schlafen, wenn wir nicht bei meiner Schwester schlafen… die haben nämlich ein relativ großes Gästezimmer, aber ich will das nicht. Außerdem müssten wir dann immer fahren, weil die nämlich im Nachbardorf wohnen und nicht fußläufig erreichbar. Und so würden wir das Gästezimmer auch nicht blockieren, denn bestimmt will meine Omi da übernachten ;D (Worauf meine Mutter bestimmt tierisch Bock hat. Nicht. Also soll sie sich mal nicht so anstellen, wenn ich keinen Bock hab, bei ihr zu übernachten.)

Dem Namenlosen hab ich versprochen, dass ich mich stark zusammenreiße an Weihnachten. Ein Albtraum, aber ich muss mich da irgendwie unter Kontrolle kriegen. Bisher war das immer so, dass ich schon Tage vorher komplett genervt war, wenn ich wusste, ich muss ihr begegnen.
Ich hab da in letzter Zeit auch wirklich viel drüber nachgedacht, wieso das so ist. Ich weiß nicht wieso ich plötzlich darüber nachdenke. Vielleicht weil ich wusste, dass Weihnachten ansteht, und weil ich selbst auch will, dass das Problem endlich mal gelöst wird. Dabei kann ich es gar nicht benennen.

Ich kann meine Gefühle meiner Mutter gegenüber schwer definieren. Ich hasse sie jetzt nicht, so schlimm ist es nicht. Aber ich mag sie auch nicht. Es ist aber auch nicht neutral. Eher negativ. Ich kann ihr nicht sagen, dass ich sie lieb habe. Eigentlich kann ich das niemandem sagen. Aber ihr schon mal gar nicht, weil es gelogen wäre. Das ist der Hauptknackpunkt.
Ich dachte immer, ich kann meiner Mutter nicht sagen, dass ich sie lieb habe, weil sie es mir nie gesagt hat. Aber ich kann es ihr nicht sagen, weil es einfach nicht so ist. Anderen kann ich es nicht sagen, weil ich es nie gehört hab. So wird ein Schuh draus.
Das löst und benennt aber trotzdem noch nicht das eigentliche Problem.

Ich hab sogar überlegt, ob ich mal in eine Therapie gehe, um herauszufinden, was ich eigentlich wirklich für ein Problem hab, denn ich komme einfach nicht selbst drauf.
Ein kleines Aha-Erlebnis hatte ich neulich, als ich mal mit meiner Schwester telefoniert hatte, und genau das Thema auf den Tisch kam. Dass halt jeder merkt, wie genervt ich bin. Alle sind dann angespannt… Also, ich hatte immer angenommen, dass ich mich gut zurückhalte – offenbar hab ich mich da vollkommen fehleingeschätzt…
Meine Schwester und meine Mutter hatten da schon mal drüber gesprochen und meine Mutter hat wohl zu ihr gesagt, dass ich mich so wenig melde, dass sie gar nichts mehr über mich weiß, dass es ihr vorkommt, als hätte sie nur noch eine Tochter. Und da schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Dann hat sie doch, was sie immer wollte.

Und jetzt frage ich mich, ob das die simple Lösung sein soll. Aber das verstehe ich nicht, denn dass sie mich nicht wollte, ist mir nicht erst in dem Telefonat mit meiner Schwester bewusst geworden. Dass sie mich nicht wollte… tja, das weiß ich eigentlich schon immer. Zuerst wusste ich nur, dass ich nicht geplant war. Aber irgendwie war mir schon mit 9 Jahren aufgrund ihres Tonfalls und der Art, wie sie das gesagt hat, bewusst, dass ich dieser Unfall klein Glücksfall war… später hat sie es im Streit auch deutlicher gesagt. Spätestens da wären alle Hoffnungen darauf, dass ich kein schlimmer Unfall war, vernichtet gewesen.
Aber wie gesagt, dieses Wissen hab ich schon so lange, dass das doch jetzt nicht der Auslöser für meinen Unwillen sein kann, mich auch nur 5 Minuten mit ihr auseinander zu setzen?! Vor allem ist das auch erst jetzt in den letzten paar Jahren so schlimm geworden. Es gab Zeiten, da haben wir wöchentlich stundenlang telefoniert. Hab ich zu dieser Zeit dieses Wissen einfach ausgeblendet? Und was war der Auslöser dafür, dass es dann jetzt so präsent ist, dass es sich so stark auf mein Verhalten auswirkt? Und werde ich jetzt, wo ich vermute, dass dieses Wissen der Auslöser sein könnte, entspannter sein?

Nur noch zwei Monate

Um an einen der letzten Einträge anzuknüpfen: Ich blogge zu wenig, ich muss/will mehr für mich festhalten.
Letztens habe ich ganz ganz alte Einträge von mir gelesen, von vor 10-12 Jahren, als ich mit dem Bloggen angefangen habe… eieiei 😀 da glaubt man, man wäre erwachsen und reif 😉 Vermutlich denke ich in weiteren 12 Jahren das gleiche über mein jetziges Ich.
Aber ich konnte nicht nur schmunzeln über mich… Ich hatte vor 11 Jahren eine Beziehung und als ich das gelesen habe, da konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich will die Beziehung jetzt nicht einfach nur schlecht reden, wir hatten unsere schönen Zeiten. Gerade unser Anfang hat sich gelesen wie ein Kitschroman. An vieles konnte ich mich nicht mal mehr erinnern.
Fakt ist, es war schön, so detailliert nachlesen zu können, was mich bewegt hat, welche Gedanken ich mir gemacht habe, auch wenn ich mich aus heutiger Sicht gern in die Vergangenheit schicken würde, um mich zu schütteln 😉
Aber gut, ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn ich diese Beziehung nicht geführt hätte.

Aber um auf den Punkt zu kommen: mehr für mich festhalten.

Gerade sind wir dabei, bzw. ich bin dabei, die Weihnachtsplanung für dieses Jahr zu machen. Was alleine irgendwie sinnlos ist, aber der Namenlose äußert sich nicht dazu.
Vor dem Urlaub hab ich das schon angesprochen und er meinte dann, dass wir ja (im Urlaub) dann 6 Tage Zeit hätten, das zu diskutieren. Ich frage mich, was man da diskutieren muss, aber ok… Ich habs dann im Urlaub selbst vergessen, auf der Rückfahrt ist es mir eingefallen.
Und dann sag ich: „Jetzt haben wir gar nicht über die Weihnachtsplanung gesprochen!“
Und dann sagt er: „Stimmt.“
Schweigen.

Es nervt mich echt total. Meine Schwester hat mir jetzt am Montag ihren finalen Dienstplan geschickt, sodass wir jetzt doch langsam mal festmachen könnten, wie wir das dieses Jahr machen wollen. Aber als ich das am Montag angesprochen hab, hat er auch wieder nichts dazu gesagt. Was ist denn daran so schwer? Wenn er nicht hin will, soll er es sagen. Die Brücke hab ich ihm sogar gebaut, weil ich weiß, dass er keine Lust hat. Ich hab auch keine Lust. Aber ich will meine Neffen noch mal sehen, ich hab die dieses Jahr erst ein mal gesehen! Also hab ich gesagt, dass ich sonst auch alleine fahre, wenn er nicht weg will. „Ja, das ist ja dann auch blöd“, sagt er. Klar… aber wäre dann nicht zu ändern!

Ich muss halt leider am 27./28.12. arbeiten und würde deshalb gern am 1. Feiertag wieder nach Hause fahren, damit ich noch einen Tag meine Ruhe hab und runterkommen kann, bevor ich arbeiten muss.
Meine Schwester hat ab dem 20.12. frei.
Der Namenlose muss aber noch bis zum 21.12. arbeiten, weil er nun mal selbstständig ist und gerade das Weihnachtsgeschäft sicher bis kurz vor knapp läuft. Es gibt halt immer Leute, die noch am Freitag was bestellen und dann hoffen, dass es noch Heiligabend ankommt.
Also hab ich gedacht, ich fahr schon am 20. mit dem Zug hin, er kommt Samstag in Ruhe nach und wir fahren dann Dienstag wieder zurück. Und weil die Schlafsituation bei meiner Schwester leider echt kacke ist, hab ich sogar gedacht, wir buchen eine Ferienwohnung, die da sogar fußläufig in der Nähe ist. Wir hätten morgens unsere Ruhe, könnten abends was trinken, müssten halt nicht mehr fahren. Wir hätten auch genug Platz und ein ordentliches Bett.

Aber er äußert sich einfach nicht! Und das kotzt mich echt an. Ich werde nachher einen weiteren Versuch starten, ihm ne Meinung dazu aus der Nase zu ziehen.
Also, ich weiß, dass er keine Lust hat da hin zu fahren. Ich weiß, dass ihm das alles zu stressig ist. Ich weiß, dass ihn diese durchgetakteten Tagesabläufe nerven. Und ich weiß, dass ihn die Kinder nerven. Und ich kann das alles verstehen. Deshalb hab ich die Ferienwohnung vorgeschlagen. Außerdem waren wir die letzten zwei Jahre zu Weihnachten nicht da und deshalb möchte ich dieses Jahr mal wieder hin. Gerade auch, weil Weihnachten dieses Jahr eigentlich so günstig liegt.
Ich weiß auch, dass ich ihn die Tage nerven werde, weil mich dieser ganze Familienstress schon nervt, wenn ich nur daran denke! Und weil meine Mutter mich sowieso nervt. Und gerade muss ich mir das lachen verkneifen, weil ich mich vor drei Jahren, als wir nämlich das letzte mal zu Weihnachten da waren, in einem Eintrag über den Stress ausgelassen hab, und darüber nachgedacht habe, mich auf dem Klo einzuschließen 😀

Ach man… ich hasse Weihnachten!

Outdoor-Profis – 08.10.2018

Ja, für heute stand die Wandertour um die Drei Zinnen an. Nachdem wir uns ja nun fast eine Woche lang an die höhere Lage gewöhnen konnten und uns etwas akklimatisiert hatten, und nachdem wir uns auch ein bisschen an das viele laufen gewöhnt hatten, sind wir an diesem Morgen sehr früh aufgebrochen, damit wir auf jeden Fall genug Zeit haben, um diese Tour zu schaffen. An der Rezeption wurde uns mitgeteilt, dass man wohl 4 Stunden dafür rechnen muss. Um den See rum haben wir auch schon etwas länger gebraucht, als auf dem Schild stand, also haben wir mal lieber 4,5 Stunden geplant.
Durch unsere Schottland-Outdoorklamotten waren wir bestens ausgestattet, an der Rezeption im Hotel hatten wir uns Wanderstöcke geliehen und obwohl ich mir anfangs ziemlich bescheuert damit vorkam, war ich dann echt froh, sie zu haben!
Wir sahen also aus wie erfahrene Wanderer, als würden wir reeeeegelmäßig in den Bergen wandern gehen 😀

An der Auronzohütte ist mit dem Auto über eine Mautstraße erreichbar (überall muss man bezahlen, nur weil man da hinfahren will…) und hat einen ziemlich großen Parkplatz. Wir waren um halb 10 da und da standen doch schon einige Autos.
Wir haben uns also unsere Wanderschuhe angezogen, ein paar Kekse und Wasser eingepackt und sind losgestakst. Es war sonnig, aber es wehte ein ganz schönes Lüftchen, sodass ich zum einen froh war, dass ich meine Mütze dabei hatte, sonst hätte ich ganz schnell Ohrenschmerzen bekommen, und zum anderen war die Sonne so erträglich. Aber ich hatte echt Angst, dass ich mir volle Kanne das Gesicht verbrenne, weil wir die Hälfte der Zeit die Sonne immer auf der rechten Seite hatten…
Nach 25 Minuten war der erste „Wegpunkt“, eine kleine Kapelle erreicht, die man schon vom Startpunkt aus gesehen hatte. Uns gings noch gut, der Weg war breit und ziemlich eben, es ging nicht steil bergauf oder bergab. So könnte man die 4 Stunden auf jeden Fall durchhalten.
Eine Halbe Stunde später sind wir an der Ostseite der Drei Zinnen angekommen. Und endlich konnte man sie dann auch mal sehen. Auf der Südseite, die wir bisher gegangen waren, hingen nämlich dicke Wolken davor. Wir habens ja immer so mit Wolken und Bergen 😉 An der Stelle haben wir eine kleine Pause gemacht, ein paar Kekse gefuttert und sind dann weiter, entlang der Nordseite und da gab es irgendwie keinen richtigen Weg mehr. Ich bin mir auch im Nachhinein nicht sicher, ob das der offizielle Weg war… Aber wir sind wie die Lemminge einfach ein paar anderen Wanderern hinterher gelaufen.
Das Stück über Stock und Stein (im wahrsten Sinne!!) dauerte über eine Stunde, bis wir an der nächsten Schutzhütte angekommen waren, wo wir uns noch mal 10 Minuten ausgeruht haben, bevor wir das letzte Stück zurück zum Parkplatz gelaufen sind.
Nach 3 Stunden und 20 Minuten waren wir rum! 😀 Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass wir vermutlich eher eine Abkürzung genommen haben 😉

Mit einem wirklich zufriedenen Gefühl sind wir nach Toblach zurück gefahren, haben uns da noch mal eine supergeile Pizza gegönnt (also ich muss schon sagen, Pizza können die Italiener halt :D) und dann haben wir auch diesen Tag in der Sauna ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Hause. Ich hab leider auf der Autofahrt bemerkt, wie eine Erkältung sich einnistet… :-/ Ich war dann froh, dass ich den Rest der Woche noch frei hatte und mich auskurieren konnte. Der Namenlose hat sich natürlich angesteckt und hatte dann diese Woche damit zu kämpfen… :-/

 

Fly high – 07.10.2018

Der Berg, der sich direkt vor unserem Balkon befindet, ist der Kronplatz. Er ist 2.275 Meter hoch und im Winter ein sehr beliebtes Skigebiet. Aber auch ohne Schnee ist es schön da oben. Es gibt von allen Seiten Seilbahnen, mit denen man hoch fahren kann, natürlich könnte man aber auch hoch wandern 😉

Wir haben natürlich die Seilbahn genommen – zumindest hoch.
Oben sind wir eine kleine Runde um das Gipfelplateau gelaufen, haben Paraglidern beim starten zugesehen, einen Cache gefunden und um 12 der Friedensglocke, der Concordia 2000, zugehört. Die läutet immer um 12 Uhr und ich sag euch, das ist ziemlich laut, wenn man daneben steht 😉 und sie läutet immer dann, wenn irgendwo auf der Welt die Todesstrafe abgeschafft wurde, ein Verurteilter begnadigt wurde oder wenn ein Krieg beendet wird.
Außerdem gibt es da oben noch eins von 6 Reinhold-Messner-Museen, in dem man sich die Geschichte der Bergsteigerei anschauen kann. Wir waren aber nicht drin, denn wir hatten um halb eins einen Termin. Zum Paragliden 😀

Es war so cool! Ich war vorher echt nervös, wir beide. In der Stunde, die wir schon vorher oben auf dem Berg waren, sind wir bestimmt 5x aufs Klo gerannt 😉
Dann haben wir am Treffpunkt gewartet und da kamen einige Paraglider hoch. Und bei jedem der aus der Seilbahn ausstieg dachten wir ganz aufgeregt, es wäre einer für uns… Unsere beiden Piloten kamen dann endlich und haben uns direkt in ein Gespräch verwickelt, sodass eigentlich keine Zeit blieb, um noch viel nervös zu sein.
Dann hieß es Schirm auspacken, Helm aufsetzen (wobei der mir auch nix bringt, wenn der Schirm umklappt und wir abstürzen 😉 ), Geschirr anziehen, festschnallen, GoPro in Stellung bringen und dann ein paar Schritte mitlaufen, bis man abhebt 🙂
Es war echt so schön! Ich liebe ja fliegen, ich klebe ja auch 4 Stunden am Fenster im Flugzeug, obwohl man nur Wasser sieht. Und sobald wir in der Luft waren, war alle Aufregung weg und ich hab es einfach nur genossen 🙂 Eine halbe Stunde lang sind wir durch die Luft gesegelt, haben unterwegs den Namenlosen mal umkreist und dann leider kurz vor der Landung noch ein paar enge Kreise gezogen… das ist mir ganz schön auf den Magen geschlagen, die Kräfte die da auf einen wirken sind echt richtig krass! Das drückt mehr, als in der Achterbahn 😉
Dann wars auch leider viel zu schnell wieder vorbei… bei der Landung musste ich wieder ein paar Schritte mitlaufen. Dank der unfassbaren neuen Technik konnten die Fotos direkt von der GoPro auf mein Handy übertragen werden. Ich wusste gar nicht, dass das so direkt geht 😉

Wieder festen Boden unter den Füßen sind wir dann erstmal nach Bruneck gefahren, die nächst größere Stadt, und haben eine supergeile leckere Pizza verdrückt, bevor wir zurück ins Hotel gefahren sind und uns den Nachmittag in der Sauna entspannt haben.

Gassltörggelen – 06.10.2018

Der Samstag war ein ganz besonderer Tag. Ich blogge ja inzwischen seit 12 Jahren. Und auf meinem allerersten Blog hatte ich eine Blogfreundin aus Südtirol. Bei blog.de hieß das damals nicht Follower, sondern das waren Blogfreunde und das hatte seine Berechtigung, denn die Community da war viel verbundener als hier.

Jedenfalls, als ich meinen neuen Blog eröffnet hatte, hab ich auch was meine Blogfreunde angeht, bei null angefangen. Zu dieser speziellen Blogfreundin habe ich aber zwei Jahre später wieder Kontakt aufgenommen, weil uns ein spezielles Erlebnis verbindet.
Nachdem sie eine Familie gegründet hat und immer weniger gebloggt hat und als blog.de zugemacht hat und alle hier her gekommen sind, haben wir den Kontakt auf Facebook weiter gehalten und als ich mich da abgemeldet habe, sind wir dann doch endlich mal auf die Idee gekommen, Handynummern auszutauschen und halten seitdem Kontakt über Whatsapp.
Und schon lange haben wir gesagt, dass wir uns mal treffen müssen und jetzt, wo wir in Südtirol waren, war es dann soweit!

In Klausen, das ist ein kleinerer Ort in der Nähe von Bozen, war Gassltörggelen. Quasi ein Street-Food-Festival auf südtirolerisch 😉 Törggelen ist eigentlich die Verkostung des neuen Weins und zu den Mahlzeiten gab es dann geröstete Kastanien zum Beispiel. Aber inzwischen isst man auch sehr deftig dazu.
Wir sind also mittags nach Klausen gefahren, mit der Bahn, damit wir auch ein oder zwei oder drei Gläser Wein trinken können 😉
Damit haben wir auch direkt mittags schon angefangen als wir auf meine Freundin gewartet haben, und dann haben wir den Nachmittag essend, trinkend und vor allem quatschend miteinander verbracht und ich fand es unglaublich schön, sie mal persönlich zu treffen, nachdem wir uns ja eigentlich schon so lange kennen 🙂

Lamas & Alpakas – 05.10.2018

Bevor wir nach Südtirol gefahren sind, haben wir uns die Sendung „Wunderschön – Südtirol im Herbst“ gesehen. Ein Bekannter hatte uns davon erzählt. Wie passend!
Unter anderem war die Moderatorin auf dem Kaserhof in Oberbozen, wo man mit Lamas und Alpakas wandern kann. Ich fand das ja super süß 😀 aber wir haben so eine Wanderung nicht mitgemacht, der Namenlose fand es unsinnig, ein Lama am Strick neben sich herzuführen. Ich hab zwar gesagt, dass Gassigehen mit unserem Hund ja nix anderes ist 😉 aber ich denke das ist trotzdem eher so eine Kinderattraktion, außerdem sollte so eine Wanderung auch schon früh losgehen.

Wir sind trotzdem zu dem Hof gefahren. Der Weg dahin war ziemlich abenteuerlich. Es ging schmale Serpentinenstraßen hinauf. Und wenn ich schmal sage, dann meine ich schmal. Der Traktor, der vor uns fuhr hat gerade so durch gepasst. Ich frage mich, was da passiert, wenn ein Bus entgegen kommt. Wer fährt denn dann da zurück?? Und ja, dass da Busse fahren haben wir gesehen. Nicht nur an den Bushaltestellen. Es kam uns wirklich einer entgegen… Puh…

Aber dann waren wir angekommen. Links und rechts waren Weiden auf denen die Tiere in der Sonne lagen 😀 Wir haben uns da erstmal hingesetzt und einen Kaffee getrunken und sind dann losgewandert. Einfach blind drauf los. Wir mussten schließlich ein bisschen für die Drei Zinnen üben 😉
Durch den Wald, über Stock und Stein, an einem Bächlein vorbei… und immer wieder hatten wir Blick auf eine Felsformation, die aussah wie ein liegender Mann. Die hatten wir auch schon im Fernsehen gesehen. Nach 2 Stunden kamen wir wieder am Kaserhof an und waren zwar etwas geschafft, aber nicht so kaputt, dass wir nicht noch weiter hätten laufen können. Den Weg um die Drei Zinnen würden wir schon schaffen!
Am Kaserhof hat uns dann ein Alpaka am Zaun begrüßt, leider kam es nicht noch dichter ran. Ich hätts ja gern gestreichelt. 🙂
Die Alpakas sind natürlich nicht nur zum Wandern da, die verkaufen auch deren Wolle. Eigentlich hätt ich auch gern welche gekauft, aber ein Knäuel sollte 16 Euro kosten und eins wär für eine Mütze sicher zu wenig gewesen… mir war das dann doch eeeeetwas zu teuer und habs gelassen. Auch wenns eine schöne Erinnerung gewesen wär. Aber ich hab auch zu Hause drei oder vier Mützen… das wird wohl reichen für den Winter.

Bevor wir dann wieder zurück ins Hotel gefahren sind, haben wir da noch Schlutzkrapfen gegessen. Gefüllte Teigtaschen. Oh man waren die lecker, ich hätt mich reinsetzen können! Und vor lauter Gier und Hunger nach der kleinen Wanderung, hab ich mal wieder kein Foto vom Essen gemacht…

Der Weg zurück war straßenmäßig viel besser, die Straßen waren immer zweispurig 😉 Euch darf gern auch mal schlecht werden:

Auf dem Seeweg – 04.10.2018

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich spät wach geworden. Normalerweise werden wir auch am Wochenende spätestens gegen 8 Uhr wach. Wir müssen schon ganz schön tot sein, um wirklich länger zu schlafen. Wie jetzt am Wochenende, als ich krank war und bis halb 10 geschlafen hab! 😉

Unserer Tradition entsprechend hat der Namenlose erstmal Kaffee besorgt, den wir auf dem Balkon unter strahlend blauem Himmel getrunken haben. Da musste man schon fast aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt! Sonnencreme hatte ich natürlich nicht dabei. Es ist nicht so, dass wir nicht 15 Flaschen zu Hause hätten, aber für die Berge stand das einfach nicht auf meiner Packliste… Schön blöd!
Wir sind nach dem Frühstück erstmal zum Supermarkt und wollten Wasser und Sonnencreme kaufen, aber 16 Euro für ein kleines Fläschchen… pf… da verbrenn ich mir lieber das Gesicht 😉

Das Frühstück war super. Es gab alles, was man sich vorstellen kann und wir haben gut zugeschlagen. Auf dem Tisch (wir saßen die ganze Woche immer am selben Tisch) lag die „Morgenpost“, ein A4-Blatt mit Wetterinfos, Ausflugstipps und sie haben immer 2 Mitarbeiter vorgestellt.
Insgesamt war das wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre im Hotel.

Nach dem Frühstück standen wir dann an der Rezeption und haben gefragt, was wir hier so machen können. Wir hatten natürlich mal wieder keine Ahnung und keinen Plan 😉 Sie meinte, man müsste die Drei Zinnen gesehen haben, wenn man schon dort ist. Das wäre eine mittelschwere 4-stündige Wanderung. Aber da es schon halb 11 war, wäre es schon viel zu spät, noch zu starten.
Ok, vielleicht ist eine 4-Stunden-Wanderung eh nicht die beste Wahl für uns Anfänger aus dem Flachland 😉 Also sind wir zum Pragser Wildsee gefahren und haben den umrundet. Das war schon anstrengend genug, denn es war ziemlich warm und es ging an der einen Seite ganz schön bergauf!
Für den Rundweg stand auf dem Schild, dass er ungefähr eine Stunde dauert… wir haben auch fast eine Stunde gebraucht 😉

Danach sind wir ein bisschen rumgefahren. Eigentlich wollten wir noch zur Plätzwiese, einem Hochplateau, aber an einem Parkplatz war Schluss, man durfte nur zu gewissen Uhrzeiten weiter fahren. Es war leider auch niemand zu sehen, also sind wir umgedreht und nach Sankt Magdalena gefahren. Sankt Magdalena ist der letzte Ort im Tal von dort aus gehen nur noch Wanderwege in alle Richtungen. Wir sind also bis zum Ende der Straße gefahren und haben dort einen Apfelstrudel und Kaiserschmarrn gefuttert bevor es zurück ging ins Hotel.

Das Abendessen war wieder richtig gut. Die restliche Woche gab es immer ein 3-Gänge-Wahlmenü, das am Vorabend immer auf dem Tisch lag. Wir konnten dann immer ankreuzen, was wir wollen. Vorweg gab es immer ein Salatbuffett und noch zwei Suppen zur Auswahl.
Aber bei so viel frischer Luft war es kein Problem, das alles zu verputzen 😉 Und bei so viel frischer Luft und so viel leckerem Essen, kommt die Müdigkeit schneller als man denkt… wir waren eigentlich fast jeden Abend spätestens um 10 im Bett 😀 so kamen wir eigentlich immer auf 8 oder sogar 9 Stunden Schlaf und waren dann die anderen Tage trotzdem einigermaßen pünktlich unterwegs 🙂

Hier noch ein paar Impressionen vom 2. Urlaubstag:

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – 03.10.18

Es ist mal wieder super früh, als der Tag beginnt. Vor uns liegt eine mehrstündige Autofahrt nach Südtirol. Genauer: ins Pustertal.
Nur eine gute Woche vorher hatten wir mal wieder ziemlich spontan gebucht, nachdem der Namenlose sich entschieden hatte, dass wir doch noch mal gemeinsam wegfahren 🙂 Zwar hatten wir wieder eine Woche ungefähr rumgemacht und überlegt, wo genau wir hinfahren, aber letztlich fiel die Buchung dann ganz spontan auf das Hotel in Percha. Grundsätzlich war es auch egal, welches Hotel wir gebucht hätten, denn alle hatten wirklich gute Bewertungen. Ich denke man hätte nirgends was falsch gemacht!

Also, Mittwoch, halb 8 morgens. Keschu und der Namenlose sind on the road und überqueren die Grenze nach Österreich.
Weil wir dachten, wir wären schlauer als das Navi, sind wir nicht um München rumgefahren um dann über Innsbruck zum Brenner zu kommen, sondern wir sind über Kempten gefahren und dann über eine österreichische Bundesstraße. Aber so hatten wir wenigstens Blick auf die Zugspitze. Vermutlich. Sicher sind wir uns nicht 😉 Und als wir uns hätten sicher sein können, war sie in Wolken verhüllt. Na danke 😉

Ok, also weiter. In Innsbruck haben wir noch mal getankt, weil der Sprit in Italien unfassbar teuer ist!
Dann ab über den Brenner für zehn Euro… kommt man eigentlich auch anders nach Italien?? Na ja. Um halb 12 haben wir in Sterzing einen Stopp eingelegt, schön gefrühstückt und unseren ersten Cache in Italien geholt und sind dann weiter zum Hotel.
Viel haben wir da nicht mehr gemacht. Da wir so früh losgefahren sind, waren wir doch ganz schön kaputt. Also haben wir uns nach einem kurzen Mittagsschläfchen in den Spa-Bereich begeben und wollten da lesen. Aber wir haben dann da noch mal geschlafen 😉

Abends gab es dann ein Überraschungsdinner im Hotel (wir hatten Halbpension gebucht) mit Sektempfang vorab, Bruschetta (oh mein Gott waren die lecker!!) und anschließendem 5-Gänge-Menü (Salat, Suppe, Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise) und leider hab ich vergessen, was es alles gab und ich hatte kein Handy für Fotos dabei, aber es war unglaublich lecker!

Leseliste 3. Quartal 2018

Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes

Einmal angenommen …

… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?

Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Das war jetzt das vierte Buch von Jojo Moyes und ich muss sagen, ich mag sie. Beim Lesen hab ich ganz starke Bilder vor Augen, wie ein Film. So mag ich Bücher. Und so plastisch schafft das nicht jeder Autor.
Die Geschichte ist gar nicht so besonders. Sie ist nett. Glaub ans Gute und tu Gutes und dir passiert Gutes. Eigentlich passiert gar nicht so viel, die Geschichte spielt sich in einem kurzen Zeitrahmen ab, es sind einfach die Charaktere und ihre Erzählweise, die es so sympathisch machen. Und die mich wirklich packen. Ich war total geschockt und musste fast heulen, als… ich verrate nix 😉
Es ist definitiv was leichtes für zwischendurch, wenn man mal abschalten will und sich in eine heile Welt flüchten will.

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Für den Müßiggänger Dorian Gray wird der ewige Menschheitstraum wahr: Er kann nicht altern. Stattdessen altert sein gemaltes Porträt. Sein Aussehen ebnet ihm den gesellschaftlichen Erfolg, Jahr ums Jahr zieht ins Land, aber Dorian Gray bleibt der begehrenswerte, blendend aussehende Jüngling. Während er immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres jung und makellos schön. Nur der Maler seines Bildes schöpft Verdacht, zu wunderlich scheint ihm Grays‘ Alterslosigkeit. Das Geheimnis droht entdeckt zu werden.

Puh, also die Grundidee von Dorian Gray kannte ich, aber es war sehr anstrengend zu lesen. Es zieht sich wie Kaugummi hin, wenn er sich mit Lord Henry unterhält, wenn er bei irgendwelchen Damen zum Tee hockt… Es ist teilweise sehr ausschweifend, aber langweilig ausschweifend. Ich habe vieles nur überflogen, weil es einfach unwichtig für die Story war.
Letztlich ist die Geschichte ziemlich dünn: Das Bild altert an seiner Stelle und jegliche Züge, die sich ins Gesicht graben, was aus schlimmen Erfahrungen her rührt, zeichnen sich ebenfalls nur im Bild und nicht auf seinem echten Gesicht ab. Dadurch wird er kalt und grausam und am Ende… tja… das wird nicht gespoilert.

The Chemist – Die Spezialistin von Stephenie Meyer

[…] der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.
Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.
Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Ich möchte dazu echt nichts sagen. Ich bin froh, dass ich für so einen Scheiß kein Geld ausgegeben habe…

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Die Geschichte der Bienen stand seit diesem Review auf meiner Leseliste, weil ich ja mal auf der Suche nach „was anderem“ war. Und dieses Buch ist wirklich mal was anderes. Ich hatte es in drei Tagen durchgelesen, weil ich einfach mit jeder der drei Figuren mitgefiebert habe und wissen wollte, welches Ende es nimmt.
Einiges habe ich zwischendurch gegooglet, weil ich wissen wollte, ob die Autorin sich das jetzt ausgedacht hat, oder ob es Fakten sind, einfach, weil ich kaum etwas über Bienen wusste. Und es ist Fakt, dass in China Obstbäume per Hand bestäubt werden. Jetzt schon, weil es keine Bienen mehr gibt. Und es ist auch Fakt, dass 2007 ein rätselhaftes Bienenverschwinden in den USA stattgefunden hat.
Wie wichtig Bienen sind, das ist einem gar nicht so bewusst. Es ist so selbstverständlich, dass an den Maispflanzen Kolben wachsen und dass Obstbäume Früchte tragen. Aber nur wegen der Bienen! Es ist wirklich ein sehr interessantes Buch und es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen!

Leere Herzen von Juli Zeh

Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet – und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben.
Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Was genau hinter der Firma steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als ihre Firma unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma, sondern auch ihr Leben in Gefahr…
„Leere Herzen“ ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Und es ist zugleich ein verstörender Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

Auch das sollte mal „was anderes“ werden und auch das hatte ich vom Bücher-Inspirationsblog 😉 Ich hab es dem Namenlosen letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt, auch in der Absicht, es selbst zu lesen 😉
Also was anderes war es auf jeden Fall. Es spielt in naher Zukunft und ich bin überrascht, fast etwas erschrocken, wie realistisch dieses dystopisch angehauchte Szenario doch ist. Aber irgendwie war ich dann nicht so begeistert wie alle anderen. Mich hat das nicht so geflasht, oder verstört. Und das Ende hab ich auch nicht verstanden… Eigentlich passiert kaum was, aber man liest es trotzdem recht schnell weg. Es plätschert so ein bisschen lang hin. Vielleicht hab ich dabei was verpasst, dass ich das Ende nicht verstehe…
Wie auch immer. War nicht schlecht, Knaller aber auch nicht.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.