Kahlschlag – Großraumbüro-Wahnsinn #18

Ja, der Wahnsinn geht weiter! Und mal wieder fährt der Grippezug 😉 Ich könnte den Eintrag vom letzten Jahr im Grunde genommen 1:1 hier übernehmen, denn mal wieder war letzte Woche Betriebsversammlung und mal wieder sind genau die Leute hingefahren, die immer hinfahren. Und einer der Kollegen, für den brauche ich mal einen Namen… IT-Spezi vielleicht… also der IT-Spezi (nicht, weil er das wirklich ist, sondern weil ihn alle dafür halten, wieso auch immer…), der ist normalerweise der erste, der sich krank schreiben lässt, sobald ein winziges Lüftchen von Erkältung weht. Er hat nen guten Arzt, der schreibt ihn immer gleich ein oder zwei Wochen krank.
Jedenfalls war letzte Woche Betriebsversammlung, und IT-Spezi kam am Dienstag morgen hier hustend, rotzend und röchelnd ins Büro geschleppelt… eieiei, da haben schon alle geschrien und gemeckert! „Du steckst uns alle an! Geh doch nach Hause!“ Ja und in dem Fall wäre es auch wirklich besser gewesen. Aber es war ja Betriebsversammlung! Wenn die nicht gewesen wäre, wäre er niemals in dem Zustand ins Büro gekommen, sondern hätte sich gleich zwei Wochen gelben Urlaub gegönnt. So hat er aber alle vier anderen Kollegen, die mitgefahren sind, angesteckt und noch dazu die Hälfte der Leute hier im Großraumbüro.

Auch mich.

Ich habs am Freitag schon gemerkt und Samstag gings dann richtig los. Sonntag gings mir zwar nicht gut, aber auch nicht sooo scheiße und Montag hab ich die gleiche Überlegung wie immer angestellt: Krank melden oder nicht?
Dieses mal hab ich mich dafür entschieden, bin zwei Tage zu Hause geblieben und das war auch gut so. Es motzen sowieso alle rum. Wenn ich komme, weils mir ja nicht sooo schlecht geht, dann meckern sie, dass ich alle anstecke. Wenn ich nicht komme, dann lästern sie, dass ich auf den Grippezug aufspringe. Man hat ja schließlich Freitag noch gar nichts gemerkt. Auf einmal ist sie krank? Ja klar… wohl zu viel gefeiert am Wochenende. Denn ausgerechnet hatte ich auch noch Geburtstag. So ein Zufall. Ein Schelm…
Tja… ausnahmsweise war es mir mal herzlich egal. Es ist eh verkehrt, egal wie man es macht, also mach ich es so, dass ich noch was davon hab.

Heute bin ich wieder da, schließlich steht der Monatsabschluss vor der Tür und der IT-Spezi ist diese Woche krank geschrieben. Zwei von den Mitfahrern sind krank geschrieben, einer hat sogar ne Lungenentzündung. Die zwei anderen Mitfahrer sind wieder da, lagen aber auch übers Wochenende flach. Meine Scheidungskollegin, die sich ja auch regelmäßig (und mir gegenüber meistens sogar mit Ankündigung) gelben Urlaub gönnt, war auch nicht da. Eine andere Kollegin hat nach einem Sturz geprellte Rippen und jetzt auch noch ne Erkältung und fällt schon seit einer Woche und mindestens noch eine Woche aus… Hier ist echt Kahlschlag im Büro. Dann könnte man ja doch mal Desk-Sharing einführen 😉

Bibu-Update IV

Noch 7 Monate bis zur Prüfung. Noch 7 Monate, bis ich wieder frei bin.
So langsam kann ich es kaum erwarten, dass es zu Ende geht.

Unterrichtsstunden: 648/920
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Die letzten zwei Fächer sind nun auch endlich dazu gekommen.
Internes Kontrollsystem ist genau so ein Laberfach, wie Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit. Da kann man sich zur Not immer was aus den Fingern saugen, wenn man einfach mit logischem Menschenverstand nachdenkt. Der Dozent ist ganz okay, der ist ganz neu bei uns in der IHK. Aber er arbeitet schon als Dozent an einer Uni.
Ich frag mich immer, wie die Dozenten das machen… die haben alle einen Hauptjob, machen irgendwas noch nebenbei und sind noch Dozent. Haben die kein Leben?? Der von IKS ist bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angestellt, hat nebenbei noch eine Anwaltskanzlei, dann doziert er noch an einer Uni und nun auch noch bei uns. Die Dozentin von Kommunikation und Zusammenarbeit ist nebenbei auch noch in einem Verein tätig, dann noch freiwillig beim DRK und doziert bei uns… echt, ich frag mich wie die das machen. Ich werde einfach nur froh sein, wenn ich am Ende wieder Zeit für mich habe 😉

In Jahresabschluss haben wir letzten Samstag eine Übungsprüfung geschrieben. Unangekündigt. Und der Dozent hat sie sogar eingesammelt und will sie zum nächsten Unterricht zurückgeben und mit uns besprechen. Ich bin ja gespannt. Ich habe eigentlich kein schlechtes Gefühl und ganz ehrlich: Es würde mich wundern, wenn ich nicht mindestens 50 Punkte habe. Ich hoffe, ich überschätze mich da nicht, aber es würde mich echt erschrecken und in leichte Panik versetzen, wenn ich weniger als 50 Punkte hab.

Wir schreiben am Ende drei Prüfungen über jeweils 4 Stunden. In jeder kann man 100 Punkte erreichen und insgesamt muss man mindestens 150 Punkte haben, um den schriftlichen Teil bestanden zu haben. Natürlich ist mein Ziel nachher mehr als 150 Punkte zu haben, aber ich will mich mal nicht allzu stark unter Druck setzen 😉 50+ lautet die Devise 😉
Zeitlich bin ich zumindest ganz gut hingekommen. Zwischendurch wusste ich mal nicht weiter und hab gefühlt ne halbe Stunde was im Gesetz gesucht und gelesen, und trotzdem war ich noch 40 Minuten vor der Zeit fertig. In der echten Prüfung hätte ich dann noch mal alles gelesen, das hab ich jetzt nicht gemacht.
Aber ich fands wirklich gut. Ich sehe, wo ich stehe, der Dozent merkt auch, dass er das eine Thema unbedingt noch mal mit uns besprechen sollte 😉

Die Steuerfächer sind gewohnt schwierig… In Abgabenordnung und Einkommensteuer haben wir zumindest einen neuen Dozenten. Der holt jetzt nach, was das blöde Dozenten-Duo vorher nicht gemacht hat. Ich glaube das macht es uns auch in den anderen Steuerfächern so schwer… Weil uns einfach Grundlagen aus AO und ESt fehlen, verstehen wir das ein oder andere in Körperschaftsteuer nicht.
Internationale Besteuerung baut am Ende auch auf alles auf… Der Dozent war etwas erschrocken, als wir ihm gesagt haben, was für Lücken wir noch haben, aber er hat dann halt das ein oder andere einfach erklärt. Im Gegensatz zu anderen, die erstmal 10 Minuten diskutiert hätten, wieso wir das nicht wissen und dann noch mal 5 Minuten sich aufregen, dass sie nicht den Unterricht anderer machen können…
Es wird hoffentlich. Ich bin mit dem neuen Dozenten doch ziemlich zuversichtlich. Und in Körperschaftsteuer sind wir jetzt öfter samstags nach dem Unterricht noch im Raum sitzen geblieben, haben die Hausaufgaben gemacht und so einiges dabei durchgesprochen. Wir haben eine Steuerfachangestellte dabei, die hat uns das alles ganz gut erklärt. Die Prüfungsfragen sind auch einfacher und weniger komplex, als die Hausaufgaben, die wir von ihm immer kriegen.

Unsere Dozentin in Berichterstattung hat im letzten Jahr immer mit allen Teilnehmern über die mündliche Prüfung gesprochen. Aus diesem Fach muss ja die Präsentation für die Prüfung sein und sie hat mit den Leuten eben über das Präsentationsthema gesprochen und ihnen Hilfestellung gegeben, was zu wenig Stoff wäre usw. Uns hat sie nun mitgeteilt, dass sie das bei uns nicht machen wird, weil sie nämlich im Prüfungsausschuss sitzt.
Toll… Logisch, dass sie uns dann nicht zur mündlichen Prüfung beraten kann. Da kommt sie ja in einen Rollenkonflikt. Aber komisch, das hätte sie doch letztes Jahr schon merken müssen. Da war sie nämlich auch schon im Prüfungsausschuss… Wir haben also niemanden, der uns sagt, ob wir mit der Themenwahl gut oder daneben liegen…
Noch dazu haben wir erfahren, dass auch der Dozent aus Finanzwirtschaftliches Management im Prüfungsausschuss sitzt. Also, auch wenn ich den gut leiden mag, aber ich weiß nicht, ob ich mir von dem meine Prüfung abnehmen lassen möchte. Ich versteh das auch nicht, dass die das dürfen. Ich würde niemandem, den ich unterrichtet hab, eine Prüfung abnehmen wollen. Da bin ich doch beeinflusst. Wenn ich den mag, stell ich ihm ganz leichte Fragen und bin bei der Beurteilung nicht so streng. Oder erst recht streng… hm… wie auch immer. Bis dahin ist es noch wirklich viel Zeit.

Alles in allem weiß ich nicht genau, ob ich schon panisch werden muss/soll oder nicht 😉 Ich habe eigentlich ständig ein leichtes Flattern in der Magengegend. Ich schwanke ständig zwischen Angst und Zuversicht. Ich stelle immer wieder fest, wie viel ich noch nicht kann, wie viel mir im Unterricht zu schnell geht und irgendwie komme ich mit nacharbeiten nicht hinterher. Ich muss aufpassen, dass ich nicht das Gefühl bekomme, ein unüberwindbarer Berg würde vor mir liegen. Diese Gefühl kenne ich nämlich nur zu gut, da neige ich dazu dicht zu machen… Ich muss mich in so einem Anflug immer wieder runterholen und darf nicht daran denken, was noch fehlt, sondern ich muss es einfach Stück für Stück abbauen. Und mir vor allem auch bewusst machen, wie viel ich auch schon kann! Ich hoffe, dass mir diese Übungsprüfung da ein Stück Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zurück gibt und es nicht noch weiter einreißt…

Tja… also noch 7 Monate. 30 Wochen. 211 Tage.