Bye-bye Dublin – 12./13.10.2019

Eigentlich war der Samstag total unspektakulär. Ich bin nach Bray gefahren, was ca. eine dreiviertel Stunde von Dublin mit dem Zug entfernt ist. Aber die Fahrt war richtig super, weil es die ganze Zeit an der Küste entlang ging und es einfach atemberaubend schön aussah! Am liebsten wäre ich unterwegs schon ausgestiegen, aber ich hatte ja ein Ziel.
In Bray angekommen bin ich natürlich direkt erstmal an den Strand gegangen und hab den Wellen zugehört.

Mein eigentliches Ziel lag etwa 2,5 km entfernt am Küstenwanderweg: Der älteste Cache Irlands, der außerdem der älteste und somit erste Cache Europas ist! Europe’s First. Huiuiui 😀
Ich bin also in strahlendem Sonnenschein los gelaufen, an der Strandpromenade entlang, vorbei an einem Eisladen, der auch Waffeln und Crêpes verkauft hat (oh das hat so lecker gerochen!!) und konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Jacke anlassen oder ausziehen soll. Es war einfach nur schön.
Den Küstenweg entlang lagen noch ein paar andere Caches, die ich auch noch gefunden hab und dann konnte ich den allerersten Cache in Europa bestaunen. Wow, diese Kiste liegt da also schon seit fast 20 Jahren! Ok, nicht ganz… die ursprüngliche Kiste war ungefähr drei Jahre später weg und es wurde vor 15 Jahren eine neue Kiste gelegt. Trotzdem ziemlich cool!

Ich bin den Küstenweg noch ein Stückchen weiter gelaufen, aber da ich mein Ziel ja schon erreicht hatte und richtig Bock auf einen Nutella-Crêpe hatte, bin ich umgedreht. Auf dem Rückweg habe ich einen anderen Cacher an Europe’s First gesehen – ein beliebter Cache in der Ecke 😉

Zurück am Strand hab ich mir also einen unfassbar überteuerten Crêpe geholt. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir gegönnt hätte, wenn ich den Preis vorher gesehen hätte. Aber ich hatte schon bestellt und dann erst die Karte gesehen. 6,30 Euro wollten die von mir, für einen Nutella-Crêpe! Ich hoffte nur, dass das wenigstens der beste Crêpe der Welt ist, mit Goldflitter im Teig… pf… also es war halt ein Nutella-Crêpe. Keine 6,30 Wert, aber man gönnt sich ja sonst nix 😉
Danach hab ich mein Standard-Strandfoto gemacht und den Rest des Nachmittags im warmen Sand gelegen und mir die Sonne aufs Haupt scheinen lassen, bis die Sonne rumgewandert war und schon etwas tiefer stand und es mir zu frisch wurde. Dann bin ich nach Hause gefahren und hatte ein bisschen Angst, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt hatte. Aber war alles gut.

Abends war ich mit den Pub-Mädels wieder in „The Church“ und anschließend noch im Pub vom Vortag, bevor ich mich allmählich von Dublin verabschieden musste. Und das war nicht so leicht. Ich war wirklich richtig traurig, dass ich zurück musste, obwohl ich mich gleichzeitig natürlich auch auf zu Hause gefreut habe!

Mein Flug am Sonntag ging um 9 und ich wollte um halb 7 den Bus zum Flughafen nehmen.
Zum Abschied hat Dublin geheult wie ein Schlosshund 😀 Es hat geschüttet wie aus Eimern, und obwohl ich jetzt einen Fensterplatz hatte, konnte ich wieder nichts sehen, weil Dublin unter einer dicken fetten grauen Wolkendecke lag… schade 😦 Dafür empfing mich Deutschland mit strahlendem Sonnenschein und 26 Grad… ich war viel zu warm angezogen als wir in unser Stamm-Café zum späten Frühstück gefahren sind.

Montag und Dienstag hatte ich dann noch frei, das war auch ganz gut so. Ich war einfach so müde und kaputt, dass ich mich vom (Bildungs-)Urlaub erstmal erholen musste.
Und jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder arbeiten, bin voll im Trott angekommen aber träume mich immer mal wieder nach Dublin zurück, denn ich hab ja noch meine neuen Instagram-Freunde, die immer viel posten 🙂

Dublin, sei dir sicher, ich werde zurück kommen! Und ich will auch noch ganz viel von Irland sehen!

Ich & Dublin – 07.10.- 11.10.2019

Die erste Woche war also nun schon rum und ich hab mich in Dublin schon richtig heimisch gefühlt. Ich bin bei rot über die Straße gelaufen, wenn nix kam, ich hab meistens in die richtige Richtung geguckt, wenn ich die Straße überqueren wollte, ich bin auf dem Gehweg auf der „richtigen“ Seite ausgewichen und hab „Sorry“ gesagt, wenn ich andere fast angerempelt hab. Ganz wie die locals 🙂 Ich war auch schon eine richtige Dublinerin 😀 Die Leute da sind nämlich echt unglaublich freundlich. Jeder entschuldigt sich, auch wenn überhaupt nichts war. Aber wenn man sich auf der Straße ausweichen muss, hört man alle Augeblicke „I’m sorry!“. Und sie halten Türen auf. Ich mein, ich mach das ja auch wenn jemand unmittelbar hinter mir ist. Aber die machen das auch, wenn man noch echt weit weg ist. Die warten dann und halten die Tür auf und ich bin dann immer schneller geworden, weil ich nicht wollte, dass die da ewig auf mich warten müssen 😀

Und was mir zu Beginn der zweiten Woche noch aufgefallen ist: Ich war so richtig in der Sprache drin und ich war froh, dass ich noch eine Woche vor mir hatte und nicht schon nach Hause musste 🙂

In der zweiten Woche bekamen wir eine neue Teilnehmerin in den Kurs. Sie kam aus Österreich. Ich wusste nicht so richtig, ob ich das gut oder doof finden soll, weil einerseits dachte ich, dass sie vielleicht auch eine wäre, mit der man nachmittags was zusammen machen könnte. Andererseits dachte ich, dass ich ja gar kein deutsch sprechen wollte, in den zwei Wochen… Das hab ich dann auch gar nicht so viel, denn sie war gar nicht so häufig in der Schule 😉 Nur am Freitag haben wir den Nachmittag zusammen verbracht und im Nachhinein bin ich froh, dass es nur der Freitag war 😉

Dazu später mehr. Erstmal Montag: Nach der Schule bin ich zum „seat eating tree“ gegangen. Den hab ich natürlich nur gefunden, weil ein Cache so hieß 🙂 Den Cache, der nicht dort, aber eben ganz in der Nähe war, hab ich nicht gefunden, aber das war nicht so schlimm. Ich hab den Nachmittag in der Sonne auf der eingewachsenen Bank verbracht und hab meine Zeit vertrödelt. Mir taten vom Vortag immer noch die Füße weh und ich glaube, ein richtiger Wanderurlaub wäre doch nichts für mich. Ich würde ja gern mal so einen Fernwanderweg laufen, aber da läuft man ja mehrere Tage hintereinander so um die 10 km. Ich glaube das schaffe ich gar nicht!
Der Baum war gar nicht so weit von der Schule und der Unterkunft weg, aber ich bin wieder mit brennenden Füßen nach Hause gekommen!

Am Dienstag bin ich Souvenirs shoppen gegangen. Wobei Souvenirs jetzt übertrieben ist. Ich hab nämlich nur dem Namenlose was mitgebracht 😉 Ich hab dieses mal auch nicht mal Postkarten verschickt… Der Namenlose steht auf Whiskey und er hat viele in seinem Regal. Aber alles nur schottische. Also dachte ich, ich bringe ihm einen irischen Whiskey mit. Das ist zwar nicht so leicht, einen Whiskey zu kaufen, wenn man selbst keinen mag, aber ich hab mich halt mehr oder weniger im Laden beraten lassen. Wahrscheinlich hat der sich gedacht, was für ne dumme und ignorante blöde Touristin ich doch bin… aber egal, der sieht mich nie wieder 😉 Und der soll sich mal auch nicht so anstellen, schließlich hab ich was gekauft!
Im Nachhinein dachte ich nämlich noch wie blöd das doch war… ich hätts am Flughafen im duty free shop kaufen sollen… dann hätte ich die Flasche nämlich ins Handgepäck nehmen können… Nun ja. Nun hatte ich die Flasche aber gekauft.
Auf dem Rückweg bin ich in einen Laden, in dem man traditionelle Strickpullis und so kaufen konnte. Hach, die waren alle so schön! Alle mit unterschiedlichen keltischen Zopfmustern… aber wie schon gesagt, die Wolle war ziemlich teuer… Und ich hab ja auch noch Wolle zu Hause.

Am Mittwoch war wieder Pub Night. Und ich weiß gar nicht mehr, was ich am Nachmittag noch gemacht hatte… Mist, wenn man nicht gleich alles aufschreibt!
Auf jeden Fall war ich im Lidl einkaufen und war überrascht und hocherfreut, dass ich dort richtiges Brot bekommen hab! Also richtiges Brot. Sonst gibts da überall nur Toastbrot oder Brot, das irgendwie wie Kuchen schmeckt und auch so krümelig wie Kuchen ist. Das konnte ich nicht mehr sehen und hab mir dann einen Laib Mehrkornbrot gekauft. Also, es war zwar trotzdem anders, als deutsches Brot, aber um Welten besser, als dieses ätzende Toastbrot… 😀
So, abends war jedenfalls Pub Night und wir waren in einem anderen Pub als die Woche davor. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Gedenkstätte für politsche Gefangene auf der ganzen Welt vorbei gekommen. The Universal Links of Human Rights. Die Flamme in der Skulptur brennt ständig zu Ehren der Menschenrechte.
Der Pub heute war keine so gute Wahl. Keine Musik, etwas unterkühlt… also sind wir wieder in den Pub von letzter Woche gegangen. Mit so vielen Leuten und kurz vor Showbeginn (da war nämlich täglich Live-Musik), war das etwas ungünstig, wir haben nämlich keinen Platz mehr bekommen. Aber egaaaaal, ich fand es jedenfalls nicht schlimm zu stehen.
Die Musik war wieder toll und der Abend wurde länger als geplant. Und es wurden auch mehr Cider als geplant 😉

So bin ich dann Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, aber ich hatte Aspirin in meiner Reiseapotheke 😉 Die gabs zum Frühstück. Danach Kaffee und eine Scheibe Brot, dann Schule.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag nach der Schule nach Malahide zum Schloss und an den Strand fahren. Ich war nämlich in der ganzen Zeit jetzt noch nicht am Meer gewesen! Obwohl Dublin direkt am Meer liegt. Eine Schande! Aber irgendwie hab ich mich dann doch umentschieden. Um 4 erst nach Malahide loszufahren… Tja irgendwie war mir das zu spät.
Inzwischen hatte ich aber auch Marsh’s Library gefunden und ich hab mir überlegt, lieber dort hin zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung, auch wenn meine Beine mich unterwegs fast umgebracht haben!
Von der Schule zur Bibliothek, die direkt neben der St Paul’s Cathedral liegt, waren es 2,5km. Und die Bibliothek machte um 5 zu! Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht am Sonntag schon drin war, aber sonntags hat sie gar nicht auf.

Als ich um halb 5 dort ankam, waren nur zwei weitere Touristen dort und drei Angestellte. Eine hat mir einen Flyer in die Hand gedrückt, aber den musste ich dann gar nicht lesen, weil sie mir eigentlich alles über die Bibliothek erzählt hat. Marsh’s Library war 1707 die erste öffentliche Bibliothek in Irland und sie ist heute noch genau so, wie damals. Selbst die Bücher stehen alle am gleichen Platz, wo sie mal eingeordnet worden sind.
Man kann in den Büchern sogar lesen oder recherchieren, allerdings muss man dazu einen Termin machen und ankündigen, welche Bücher man braucht. Diese werden dann rausgesucht und zur Verfügung gestellt.
James Joyce hat in dieser Bibliothek studiert und auch Bram Stoker war einige Male dort. Als ich da war, war gerade eine Ausstellung der Bücher, die Bram Stoker sich damals ausgeliehen hat.
Man darf in der Bibliothek leider nicht fotografieren, nur im hinteren Bereich gibt es eine Abteilung, wo man Fotos machen darf. Die Regale sind hinter vergitterten Türen, mein Handy hat genau durch die Gitter durchgepasst 😉
Aber die Bibliothek hat einen Instagram-Account. Hier mal noch ein paar Impressionen:

Also wer auf alte Bücher steht, der sollte unbedingt in Marsh’s Library gehen und nicht in die Book of Kells Ausstellung. Die Bibliothek ist zwar bestimmt viel beeindruckender, aber dort schiebt man sich eben mit vielen vielen anderen Leuten durch.
In Marsh’s Library war ich quasi alleine, es war ganz leise, die Dielen haben geknarzt beim Laufen. Es hat nach alten Büchern gerochen, nach Papier, nach Druckerschwärze, nach Holz… Das hatte einfach Flair! Hat sich wirklich gelohnt dort hin zu gehen.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen und ich hab Schutz in einem Second Hand Laden gesucht und mir spontan eine Liebesschnulze von Cecelia Ahern auf Englisch gekauft 😉

Am Wochenende hatte ich übrigens neue Nachbarn bekommen. Ich hab mir ja mit drei Mitbewohnern die Küche geteilt. In der ersten Woche hatte ich ja den Schweizer ab und zu mal gesehen, die anderen beiden Damen waren aus Brasilien und haben nur portugiesisch miteinander gesprochen, auch wenn ich dabei war…
Jetzt hatte ich also neue Nachbarn und wie sich herausgestellt hatte, war eine davon eine von meinen neuen Instagram-Freundinnen. Sie war am Wochenende nämlich umgezogen in dieses Zimmer, weil ihr Mann nachgekommen war und im Zimmer nebenan gewohnt hat. Nicht, weil zu zweit wohnen verboten wäre, aber die Zimmer waren einfach viel zu klein, um zu zweit zu wohnen!
Die beiden sind am Freitag früh nach London geflogen und so haben wir am Donnerstag Abend zusammen gekocht und gegessen. Das war wirklich wirklich ein schöner Abend!

Nun war er also schon da, der letzte Schultag. Irgendwie waren es zwei lange und volle Wochen, aber trotzdem war der Freitag schneller da, als gedacht.
Im Unterricht haben wir eine kleine Exkursion gemacht. Zuerst waren im im Garden of Rememberance. Dieser gedenkt den Menschen, die im Kampf um Irlands Freiheit gestorben sind. Am Ende des kleinen Parks steht ein Brunnen mit einer Skulptur, die diesen Kampf darstellen soll. Und zwar ist die Skulptur angelehnt an die irische Mythologie der Kinder des Lir.
Lir war ein König und hatte drei Töchter. Als seine Frau starb, hat er neu geheiratet und die hat die Kinder aus Eifersucht in Schwäne verzaubert. Sie mussten 900 Jahre Schwäne bleiben, auf unterschiedlichen Gewässern in Irland, und konnten erst zurück verwandelt werden, wenn sie christliche Kirchenglocken läuten hörten. Am Ende wurden sie durch christliche Kirchenglocken eines Klosters in der Nähe des letzten Gewässers befreit und sie verwandelten sich zurück in nun 900 Jahre alte Frauen, die dann zufrieden sterben konnten.
Danach gingen wir noch in die Hugh Lane Kunstgalerie, die von Hugh Lane als erste öffentliche Kunstgalerie der Welt 1908 eröffnet wurde, die direkt gegenüber ist. Joa… Kunst halt 😉 Aber mit dem Zitat an der Wand konnte ich mich ganz gut identifizieren 😉
Freitags war ja nur Unterricht bis halb 2 und ich hatte mich mit der Österreicherin verabredet, am Nachmittag etwas zu unternehmen. Wir fuhren nach Malahide (na bloß gut war ich nicht Donnerstag schon da!), guckten uns das Schloss an und gingen dann dort zum Strand.
Tja, also dieser kleine Ausflug hat mich etwas genervt und ich habe tatsächlich enorme Vorzüge am allein reisen entdeckt 😉 bzw. auch mal wieder gemerkt, wie toll der Namenlose und ich zusammen passen. Die Österreicherin war etwas gehetzt, wollte überall schnell durch. Schnell zum Schloss, Foto machen, weiter. Schnell durch den Souvenir-Shop. Schnell zum Strand, Foto, weiter…
Ich hätte gern mehr Zeit am Schloss verbracht, wär gern noch ein bisschen durch den Park gelaufen, hätte vielleicht den ein oder anderen Cache gemacht. Hätte gern mehr Kleinigkeiten entdeckt… Da war zB. ein Schild „Fairy Trail“ und eigentlich hätte ich diesen Feenweg gern gesucht. Später in einem Vorgarten hab ich auch einen kleinen Feengarten gesehen, da waren Puppenmöbel aufgebaut und ein kleiner Springbrunnen, kleine Pflänzchen, sodass die Feen sich da also kurz ausruhen können 😉 Und der Feenweg war dann sicherlich auch sowas winziges im Beet. Na ja, aber Madame wollte schnell weiter, also hab ich nicht lange rumgesucht… Sie war schon etwas irritiert, als ich am Schloss noch über den Rasen zu zwei herbstlich roten Bäumen wollte… Und dass ich am Strand dann noch weiter laufen wollte und nicht bloß ein Foto schießen und weiter…
Also rein ausflugsmäßig haben wir so überhaupt nicht zusammen gepasst und deshalb war ich dann froh, dass wir uns nicht schon am Montag mega angefreundet hatten und ich nicht drum rum gekommen wäre, jeden Tag was mit ihr zu unternehmen.

Abends bin ich mit den Mädels vom letzten Freitag wieder unterwegs gewesen. Wir sind in einen Pub gegangen und haben was getrunken. Der Pub war super, es wurde Live-Musik gespielt (kein Irish Folk, aber trotzdem gut), ein paar Leute haben Billard gespielt und es war einfach mega voll, sodass es fast kuschelig an der Bar war. Aber so hatte ich Gelegenheit mich endlich mal so richtig mit Einheimischen zu unterhalten! Also so richtig richtig! Die anderen sind weiter gezogen in einen Club, da hatte ich sowieso keine Lust drauf, also bin ich geblieben, hab mich weiter super nett unterhalten (und unglaublich viele Komplimente für mein Englisch bekommen :D) und bin dann irgendwann zu einer humanen Zeit nach Hause gegangen. Ich wollte nicht zu lange bleiben und auch nicht eskalieren, weil ich für Samstag noch einen Ausflug geplant hatte und nicht zu spät los wollte.

Dublin by feet – 06.10.2019

Nachdem es am Samstagabend, als ich zurück kam, auch in Dublin ziemlich geschüttet hat, sah es Sonntag früh sehr schön draußen aus. Ich hab in Ruhe ausgeschlafen, hab dann in Ruhe gefrühstückt und bin gegen 10 Uhr losgelaufen. Heute stand Geocachen auf dem Plan. Und natürlich dabei Dublin entdecken.

Ihr erinnert euch an die Statue von James Joyce in der Nähe vom Spire? James Joyce ist einer der wichtigesn Autoren Irlands und hat unter anderem Ulysses geschrieben. Ich habs nicht gelesen, aber es ist angelehnt an die Irrfahrten des Odysseus und beschreibt die Irrfahrten von Leopold Bloom durch Dublin am 16. Juni 1904. Und auf Bloom’s Spuren war ich am Sonntag, denn der eine Geocache führte mich von der James Joyce Statue durchs Zentrum, über den Liffey durch die Grafton Street bis zum Park St. Stephen’s Green. An jeder Station musste ich eine Fliese im Boden finden, die einen Auszug aus Ulysses darstellt.
Es war soooo schönes Wetter, die Sonne hat geschienen und ich bin nicht nur stur den Cache abgewandert, sondern hab mir auch die kleinen Gässchen rund um die Grafton Street angeschaut. Ich hab süße kleine Geschäfte gefunden, in denen es Schnickschnack gab, alte Bücher, handgearbeiteten Holzschmuck und all solchen Kram. Und ich habe die hübsche Regenschirmdeko einer Bar gesehen, die abends bestimmt beleuchtet ist.
Im St. Stephen’s Green gab es dann auch noch zwei Caches, die ich mitgenommen habe. Aber ich habe auch in der Sonne gesessen und den Möwen zugeschaut, wie sie frech versucht haben, den Leuten ihr Essen zu klauen! Anschließend hab ich einen ziemlich coolen Cache gemacht. Man musste eine Zahlenkombination errätseln, diese auf einer Homepage eingeben und dann klingelte das Telefon einer öffentlichen Telefonzelle und hat die Koordinaten zum Ziel des Caches durchgesagt 😀 Allerdings war der von dort aus echt weit weg, da bin ich dann nicht hin gegangen.

Stattdessen bin ich weiter gezogen, vorbei an der St. Patrick’s Cathedral, weiter Richtung Guinness Brauerei. Dort war ich nicht drin, weil mich das jetzt nicht so brennend interessiert, aber ich hab dort zwei Caches gemacht.
Weiter gings Richtung Phoenix Parc. Das ist einer der größte innerstädtischen Parks Europas, wo ich gehofft hatte, die Hirsche zu sehen. Das hatte ich in der Insta-Story einer neuen Freundin gesehen und fand das soooooo süß 🙂 Ich bin also da noch einen Teil abgelaufen, aber leider haben sich mir die Hirsche nicht gezeigt 😦 Wahrscheinlich hätte ich noch weiter laufen müssen, aber mir taten inzwischen dermaßen die Füße weh, dass ich mich am liebsten irgendwo hingesetzt hätte und dort sitzen geblieben wäre.

Also hab ich mich in den Bus gesetzt und bin 10 Minuten zurück ins Zentrum gefahren. An der Umsteigehaltestelle wusste ich wenigstens wieder wo ich war, und weil ich mittags einen Kaffee getrunken hatte, hatte ich endlich einen Bon, der das Tagesdatum bestätigte, was nämlich die Voraussetzung war, um den Cache an der Ha’Penny-Bridge zu loggen 😀
So oft hatte ich die hübsche Brücke jetzt schon überquert und fotografiert, aber ich hatte keinen Beweis, dass ich an dem Tag da war 😉 Also bin ich nicht in den nächsten Bus Richtung Unterkunft eingestiegen, sondern hab endlich diesen Cache gemacht.
Früher musste man als Fußgänger eine Maut zahlen, um den Fluss über diese Brücke zu überqueren, deshalb heißt sie so.
Noch früher gab es nämlich mal einen Fährmann, der die Leute für einen halben Penny über den Liffey gebracht hat. Als die Boote irgendwann marode wurden, hat die Stadt ihn beauftragt, die Boote zu erneuern oder eine Brücke zu bauen. Der Fährmann hat sich für die Brücke entschieden, die sogenannte Liffey-Bridge, und durfte für die entgangenen Fährgebühren 100 Jahre lag Maut einstreichen, was schon damals über Drehkreuze an den Brückenenden geregelt wurde. Die Gebühr lag bei einem halben Penny (so viel, wie auch die Fährfahrt gekostet hätte) und deshalb heißt die Brücke im Volksmund Ha’Penny-Bridge und niemand benutzt den eigentlichen Namen Liffey-Bridge.

Mit brennenden Füßen bin ich aber auf dem Heimweg dann sogar noch in einen Stoffladen gegangen, weil ich mir eigentlich Stoff aus Dublin mitbringen wollte und mir ein „Dublin-Kleidungsstück“ zu nähen. Ich konnte mich aber nicht entscheiden und wollte noch mal in Ruhe drüber nachdenken und hab nichts gekauft. Ich hab mich letztlich dagegen entschieden, weil ich noch so viel Stoff zu Hause hab und hatte stattdessen überlegt, Wolle zu kaufen, um mir ein „Dublin-Stück“ zu stricken. Aber die Wolle war unglaublich teuer und ich hab schon so viele Schals und Mützen und für einen Pullover hätte ich so viele Knäule gebraucht… Ich hab es also letztlich bei den Ohrringen als Mitbringsel für mich belassen, die ich am Freitag schon gekauft hatte.

Zu Hause hab ich mir Nudeln gekocht (was für eine Person gar nicht so leicht ist ;)), hab die Füße hochgelegt und die Frage, ob ich mit ins Kino will, abgelehnt. Nach ungefähr 13km zu Fuß war ich fix und fertig und wollte nur noch schlafen!

Fifty shades of green – 05.10.2019

Am Samstag hatte ich mich zum Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wobei ich eher sagen müsste Cliffs of Nowhere… Also man muss mal sagen, wenn man in Dublin ist, lohnt sich ein Tagesausflug dorthin eigentlich nicht so richtig. Es sind 284 km, die man hin und zurück fahren muss. Das hat uns pro Strecke inklusive Pause 4 Stunden gekostet. Und wir sind erst um halb 9 losgefahren. Man hätte eher losfahren sollen, dann hätte man dort etwas mehr Zeit gehabt. Aber ob das viel genützt hätte?
Als wir nämlich gegen 13 Uhr dort ankamen, hat es geschüttet und man hat nichts gesehen. Null Komma nichts! Die Cliffs hingen in den Wolken oder im Nebel, was weiß ich. Tja… Ach ja und der Bus war kaputt 😉 Der hat auf den letzten Kilometern irgendwie den Geist aufgegeben, hat überhitzt und war am Ende nicht mehr zu gebrauchen.

Tja, also wir sind also um halb 9 bei Sonnenschein in Dublin losgefahren und je weiter westlich wir kamen, desto grauer und verregneter wurde es. Es kam mir nicht vor, als wäre es 11, als wir eine Pause gemacht haben, eher wie 7 Uhr morgens… hach… aber trotzdem bzw. gerade deshalb ist Irland wohl so grün. Grün in allen Abstufungen, von zartgrün über sattgrün bis ins gelblich-bräunliche grün. Alles dabei.
An den Cliffs of Nowhere angekommen, sind wir im Regen aus dem Bus ausgestiegen, ich hab mich in meine Regencape-Tüte gepackt, wo sogar der Rucksack mit drunter gepasst hat und ich war da echt froh drum, auch wenn die anderen mich zu Anfang deswegen belächelt haben. Aber ich glaube nach 5 Minuten haben alle gedacht, sie hätten sowas auch gern 😉 Es war nämlich zu windig für einen Schirm. Meine Oberschenkel sind zwar nass geworden, weil das Wasser ja von der Tüte runtergeflossen ist, aber zumindest war mein Oberkörper trocken und unter der Tüte auch warm. Sicherheitshalber hatte ich sogar trockene Socken und Schuhe dabei, aber die hab ich nicht gebraucht. Meine Schuhe haben durchgehalten, auch wenn ich keine Gummistiefel hatte, die hier tatsächlich gut angebracht gewesen wären! Aber ich hatte die Tage vorher zumindest mal Imprägnierspray gekauft und alles dick damit eingesprüht.

Dieser ganze Ausflug war irgendwie etwas unorganisiert, der Begleiter hatte nicht so richtig Bock da im Regen rumzulaufen… Der war eh komisch. Maulfaul, lustlos… Wieso war der überhaupt dabei? Und wie war jetzt der Tagesablauf? Gehen wir alle zusammen, verteilen wir uns, wann treffen wir uns wo wieder? Es gab keine richtige Info.
Wir sind dann doch mehr oder weniger gemeinsam den Weg an den Klippen entlang gelaufen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Man hat wirklich nichts gesehen. Man konnte bis zum Rand der Klippen schauen und das wars. Man konnte das Meer unten erahnen, weil man es leise rauschen hören hat… Und noch dazu hats geregnet. Ich hätt echt kotzen können!
Wütend bin ich weiter gestapft, es war mir dann auch egal, was der Rest der Gruppe macht, ich war ja eh alleine. Von meinen neuen Freunden war niemand mit bei dem Ausflug dabei. Aber das war schon ok, so konnte ich stehen bleiben wann ich wollte, so schnell gehen wie ich wollte und einfach meinen Stiefel durchziehen.

An einen Punkt am Cliff war eine größere Fläche, vermutlich ein super Aussichtspunkt… Und ich weiß nicht, was mich da gehalten hat. Vermutlich, weil die anderen noch nicht da waren und ich gedacht hab, ich warte vielleicht doch mal auf die. Also hab ich da gestanden und hab nichts gesehen. Zumindest hatte es aufgehört zu regnen.
Der Wind frischte auf und plötzlich konnte man zuschauen, wie die Wolken an den Cliffs hoch zogen. Und auf einmal klarte es auf. Na Gott sei Dank, hat sich das also doch gelohnt heute 😉

Da es inzwischen aber schon spät war und ich irgendwas von „Treffpunkt gegen 3“ gehört hatte, hab ich mich auf den Rückweg gemacht. Die Sonne kam raus und am Ende sah es aus, als hätte es an dem Tag nie schlechtes Wetter gegeben! Schade, dass für uns die Zeit schon fast um war.
Ich bin noch kurz in das Besucherzentrum gegangen, hatte aber nicht mehr genug Zeit, mir alles in Ruhe anzuschauen. Schade. Vor allem wäre es nicht schlecht gewesen, am Anfang dort hinein zu gehen, als es noch geregnet hatte.

Also wie gesagt, ein Tagesausflug dorthin lohnt sich meiner Meinung nach nicht, außer man hat mehr als 2-3 Stunden Zeit. Da aber das Wetter auch so unbeständig und schnell wechselhaft ist, sollte man dort in der Nähe ein paar Tage bleiben um den Zeitpunkt besser abzupassen. Zumindest in den Herbstmonaten. Im Sommer ist es vielleicht nicht so unbeständig. Aber selbst im Sommer kann man sich ruhig mehr Zeit nehmen, denn das Gelände an sich ist echt groß, man kann sehr ausgedehnte Wanderungen machen und einfach mehr sehen, wenn man sich die Zeit dafür nehmen kann. Und natürlich gibt es ringsrum bestimmt auch andere tolle Sachen zu entdecken und anzuschauen.

Da ich ja mit dem Namenlosen eh noch mal nach Irland will und dann gern so eine Rundreise machen möchte, wie wir das in Schottland gemacht haben, würde ich die Cliffs trotzdem noch mal besuchen. Vielleicht haben wir dann mehr Glück, aber zumindest haben wir mehr Zeit und können bis spät bleiben, denn ich glaube es sieht auch unglaublich schön aus, wenn die Sonne dort untergeht.

Dublin & ich – 01.- 04.10.2019

Am Dienstag bin ich nach der Schule erstmal zum Social Afternoon gegangen. Die Schule hat jeden Tag einen Programmpunkt angeboten, damit man mit den Leuten in Kontakt kommt und sich nicht langweilt. Dienstag war also Social Afternoon mit Spielen. Ich hab gedacht, ich schau einfach mal, vielleicht lernt man ja ein paar nette Leute kennen, denn das hatte sich bisher nicht ergeben. Von allen, die am Montag angefangen hatten, war ich allein in einen Kurs eingeteilt worden, die anderen waren teilweise zu zweit oder zu dritt. Noch dazu waren von den etwa 10 Neuanfängern 6 Brasilianer, ein Spanier und ein Chilene, die sich gleich zusammengerottet haben. Und in meinem Kurs selbst waren zwei, die nachmittags arbeiten mussten, vier, die erst 17 waren und einer, der über 50 war. Also… Spielenachmittag…
Beim Spielenachmittag war das dann aber auch nur eine Gruppe Brasilianer, die sich alle schon kannten und ich hab mich irgendwie nicht so dazugehörig gefühlt und hab da nicht so reingefunden…

Nach einer Runde Uno bin ich dann also wieder gegangen und auf eigene Faust durch Dublin gelaufen. Mein erstes Ziel waren diverse Schuhläden, weil ich Angst hatte, dass ich mit 3 Paar Schuhen, davon ein paar Sneakers, nicht trocken durch die zwei Wochen komme. Wenn es noch mal so regnen würde, wie am Montag, hätte ich irgendwie gern Gummistiefel… Außerdem hatte ich mich für Samstag für einen Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wer konnte schon voraussehen, wie das Wetter werden würde? Und ich wollte echt nicht noch mal bis an die Knie nass werden…
Das mit dem Wetter war eh so ein Ding. Den Wetterbericht konnte man knicken. Zumindest die 3-Tages-Vorschau oder länger. Man konnte morgens gucken, was angesagt war, das hat zumindest für die nächsten 6 Stunden gestimmt 😉

Ich bin also rumgelaufen, hab ein bisschen die Gegend erkundet, und bin ohne Gummistiefel nach Hause gegangen, als mir der Magen geknurrt hat.

Am Mittwoch gings mir nicht so gut. Ich hatte Kopfschmerzen, ich war totmüde und mir war schlecht. Aber am Mittwoch war Pub-Night und ich wollte die Chance nicht verstreichen lassen, doch noch Anschluss zu finden. Also bin ich nach der Schule nach Hause, hab mich ausgeruht und hab mich dann um halb 7 zusammengerissen und bin trotzdem zur Pub Night gegangen, obwohl es mir echt nicht sooo super ging.
Aber es war eine gute Entscheidung. Der Abend war nämlich trotzdem lustig, im Pub gabs Live-Musik und am Ende des Abends hatte ich drei neue Instagram-Freunde 😉

Nachdem ich am Donnerstag nach der Schule wieder erfolglos auf Gummistiefelsuche war (ich hatte die Auswahl zwischen pinken Punkten, pinkem Glitzer oder pinken Rosen) und es mir immer noch nicht so hunderprozentig gut ging, bin ich abends um 8 trotzdem noch mal schnell zum Spar an die Ecke und hab eine Flasche Cider geholt, denn zwei von meinen neuen Instagram-Freunden wohnten in dem gleichen Wohnheim wie ich und wir hatten uns zur Küchenparty verabredet. Endlich Anschluss 😉 Und so in der Art hatte ich mir auch das Leben dort vorgestellt, dass man zusammen isst, Fernsehen schaut oder einfach quatscht.
Wir waren eine Italienerin, eine Französin und eine Brasilianerin und ich hab ihnen Mau-Mau beigebracht, weil wir nur ein normales Kartenspiel hatte und das das einzige war, das ich noch zusammengekriegt hab 😀

Am Freitag war ja schon früher Schulschluss, sodass ich also viel mehr Zeit hatte, um Dublin zu erkunden. Mir ging es auch endlich besser und das Wetter war schön, sodass ich also losgestiefelt bin.
Zuerst am Liffey entlang Richtung Hafen. Dort stehen überall neue Gebäude, die neue Bürostadt sozusagen. In Dublin haben sich in den letzten Jahren immer mehr Firmen angesiedelt und in diesen Bezirken wurden also viele neue Bürogebäude errichtet.
Über die Samuel Beckett Brücke ging es auf der anderen Seite des Ufers zurück. Vorbei am Famine Monument, einem Denkmal an die Große Hungersnot in Irland, bei der über eine Million Menschen gestorben sind. Das war schon beklemmend…
Dann hab ich wieder den Liffey überquert und bin in die Grafton Street gegangen. Das ist so diiiiie Einkaufsstraße in Dublin schlechthin. Überall waren Straßenmusiker, überall gabs Souvenirshops aber auch ganz normale Geschäfte. Ich hab tatsächlich noch mal nach Gummistiefeln Ausschau gehalten, aber inzwischen hatten mir schon so viele Leute versichert, dass diese Regenmenge von Montag total untypisch wäre… Vielleicht hält das Wetter ja auch.
Weiter gings zum Trinity College. Ich hatte kurz überlegt, in die Book of Kells Ausstellung zu gehen, allerdings wäre ich da eher wegen der Bibliothek reingegangen, nicht wegen der illustrierten Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert 😉 Zwei Seiten davon kann man da nämlich besichtigen, jeden Tag wird umgeblättert, man kann also jeden Tag zwei andere Seiten sehen… Ja, ehrlich gesagt hat mich das nicht soooo brennend interessiert, ich wollte eigentlich nur diese alte Bibliothek sehen, die einfach aussah, wie aus Harry Potter 😉 In den Google Bewertungen hatte ich aber gelesen, dass man da durchgeschleust wird und noch 1000 andere Leute mit da sind, sodass es eigentlich kein wirkliches Flair hat. Und dafür wollte ich dann keine 14 Euro ausgeben. Abgesehen davon war es schon 30 Minuten vor Schließung und es standen trotzdem noch sehr viele Leute an.
Inzwischen hatte ich eine Verabredung mit den neuen Instagram-Freunden aus dem Apartment ausgemacht, sodass ich dann auch einfach wieder zurück gegangen bin. Auf dem Rückweg habe ich noch einen Schmuckladen gefunden (ich hatte auf der Grafton Street schon gesucht, aber das hat mir alles nicht so gefallen) und ich hab mir Ohrringe mit dem Trinity-Zeichen gekauft. Ich muss gestehen, die religiöse Bedeutung (Vater, Sohn, heiliger Geist) war mir gar nicht sooo bewusst, aber es gibt ja auch noch die keltische/spirituelle Bedeutung Körper, Geist und Seele oder Luft, Wasser und Erde und durch die Unendlichkeit dieses Knotens der Glaube in ein Leben nach dem Tod. Aber wie auch immer, ich finde diese keltischen Muster und Knoten einfach schön.

Abends waren wir dann in „The Church“ essen und das Ding heißt nicht umsonst The Church, es ist tatsächlich eine Kirche, die zu einem Restaurant umgebaut wurde. In Edinburgh gabs sowas ja auch. Ist scheinbar recht üblich da. Gibts sowas auch bei uns? Ich glaube nicht, oder?

Welcome to Dublin – 29./30.09.2019

Nachdem ich nach meiner letzten Prüfung gesoffen und am nächsten Tag einfach gar nichts gemacht hatte, war ich ein paar Tage bei meiner Schwester und bin anschließend von dort aus nach Dublin geflogen.
Ganz entgegen meiner Überlegungen bin ich also doch wieder alleine in den Urlaub gefahren. Wobei es kein so richtiger Urlaub war mit entspannen und so, sondern ich habe Bildungsurlaub gemacht.

Für alle, die das nicht kennen: Bildungsurlaub sind zusätzliche freie Tage, die der Arbeitgeber dem Angestellten für Bildungszwecke gewähren muss. Die gesetzliche Grundlage dazu regeln die Länder eigenständig. Außer Sachsen und Bayern haben alle Bundesländer Bildungsurlaubsgesetze. Die können jedoch unterschiedlich ausgestaltet sein.
Pro Jahr stehen einem Angestellten also 5 Tage Bildungsurlaub zu, und man kann maximal zwei Jahre zusammenfassen – also 10 Tage. Der Lehrgang muss der politischen, geschichtlichen, sozialen oder persönlichen beruflichen Bildung dienen und er muss vom Sozialministerium als Bildungsurlaub anerkannt ist. Dann muss der Arbeitgeber die Maßnahme genehmigen, außer es sprechen dringende betriebliche Maßnahmen dagegen.

Ok, also da der Löwenanteil meines Urlaubs dieses Jahr zum Lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf ging, hab ich mir also überlegt, Bildungsurlaub zu machen, um hinterher wenigstens ein bisschen sowas wie Urlaub zu machen. Deshalb sollte es eine Sprachreise ins Ausland sein und kein Lehrgang über die Aufarbeitung der NS-Zeit an der hiesigen VHS. Für Englisch hab ich mich dann entschieden, weil ich das schon kann, und ich gedacht hab, dass das entspannter wäre und somit der Urlaubscharakter mehr überwiegen würde. Und für Dublin hab ich mich entschieden, weil ich noch nie dort war und eh schon immer mal nach Irland wollte.
Als ich dann im Flieger saß, war ich mir da kurz nicht mehr so sicher. Ich bin mit Aer Lingus, einer irischen Fluglinie geflogen und somit waren die Durchsagen nur auf englisch. Und ich habe nichts von dem verstanden, was der Stewart durchgesagt hat. Gar nichts! 🤦🏼‍♀️

Ich bin also am Sonntagmittag in Dublin gelandet und habe leider nichts sehen können, weil ich (mal wieder 🙄) einen Gangplatz im Flieger hatte… Das war so schade, weil nämlich richtig schönes Wetter war und man also richtig schön was hätte sehen können.
Dann bin ich mit dem Airlink-Bus ins Zentrum gefahren und zu meiner Unterkunft gelaufen. Die Unterkunft war ein Wohnheim der Sprachschule und beides lag ziemlich zentral in Dublin. Überhaupt hatte ich das Gefühl, in Dublin ist alles zentral. Ich bin fast nur zu Fuß unterwegs gewesen, weil die Entfernungen alle nicht so groß waren. Ich bin gelaufen, gelaufen, gelaufen, gelaufen! So viel, wie im ganzen Jahr noch nicht, würde ich behaupten 😉

Mein Zimmer war ein kleiner, gefühlt 4 Quadrameter großer Hamsterkäfig, aber das war schon ok. Ich wollte ja da nur pennen. Immerhin war es sehr sauber. Die „fully equipped kitchen“ und gleichzeitig Aufenthaltsraum hab ich mir mit den anderen drei Bewohnern auf dem Flur geteilt. Aber die Küche war jetzt nicht so der Knaller… unter fully equipped stell ich mir dann doch was anderes vor. Es gab drei Töpfe, von denen nur einer einen Deckel hatte, es gab auch nur ein großes Messer um mal was zu schneiden. Aber ok, ich blieb ja nur zwei Wochen, da kocht man nicht groß. Ich zumindest nicht 😉 Und auch sonst war die Küche ein kleines bisschen ranzig. Der Spüllappen lag nass und zusammengeknautscht da rum und hat vor sich hin gestunken. Und Teller und Besteck habe ich vor dem Benutzen lieber noch mal gespült 😉

Ich bin dann also erstmal zum Lidl gelaufen und konnte da schon mal den ersten Blick auf den Spire of Dublin werfen. Dublin hielt super schönes Wetter für mich bereit!

20190929_151534-01.jpeg

Dann hab ich ein paar Sachen eingekauft. Müsli, Joghurt, Nudeln usw. Immerhin musste ich mich selbst versorgen. Anschließend bin ich schon mal zur Sprachschule gelaufen, damit ich Montag früh dann bescheid wusste, wo ich lang muss. 😉
Zurück im Apartment hab ich einen der anderen Bewohner getroffen. Einen Schweizer, der aber nur Französisch konnte. Er hat nicht wirklich viel mit mir gesprochen, hat mir aber zumindest gezeigt, wie der Herd funktioniert. Immerhin. Ob in den anderen beiden Zimmern jemand wohnt, das wusste er gar nicht. Folglich war meine Frage, ob sie denn was zusammen machen, zB. kochen oder in den Pub gehen, überflüssig.
Er ist dann wieder in sein Zimmer verschwunden, ich hab mir irgendwas zu essen gemacht und bin an dem Tag doch verhältnismäßig früh ins Bett gegangen, denn der Tag war doch ziemlich anstrengend und aufregend und ich war einfach platt. Ein bisschen vereinsamt kam ich mir vor und ich hatte einen kurzen Heimwehanfall, aber verglichen mit meinem Heimweh, das ich auf Teneriffa hatte, war das gar nix!

Da sich ja in Dublin das Thema Bildung ein bisschen versucht hat in den Vordergrund zu drängen, hatte ich an den einzelnen Tagen gar nicht sooo viel Zeit, um viel zu machen. Ich hatte jeden Tag 5 Stunden Unterricht und ich habe natürlich auch jeden Tag eine Stunde Selbststudium gemacht 😉 In Hessen muss man nämlich für Bildungsurlaub 30 Zeitstunden pro Woche für die Bildungsmaßnahme nachweisen.

Die Schule ging morgens immer erst um 9 los, was einerseits toll war, weil ich eigentlich jeden Tag ein bisschen ausschlafen konnte und in Ruhe gefrühstückt hab, bevor es los ging. Allerdings war die Schule auch immer erst um 15:45 Uhr zu Ende, außer freitags, da schon um 13:30 Uhr. Somit blieben mir also für die Erkundungen immer nur ein paar Stunden am Tag, die ich aber so gut es ging genutzt habe.

Kurz zum Unterricht: Man wurde zu Beginn auf Grund eines Sprachtests in ein Unterrichtslevel eingeteilt und ich hatte den Eindruck, dass die anderen Schüler sich ein bisschen darüber definieren. Wenn man small talk in der Kantine hatte, war die zweite Frage (nach „Woher bist du?“) welches Level man hat. Und dann waren sie entweder beeindruckt oder haben es abgetan, dass Englisch für uns Deutsche ja so einfach zu lernen wäre… Ich weiß nicht, ob es für mich wirklich leichter war/ist, als für einen Brasilianer. Aber tatsächlich fiel und fällt mir Englisch leicht.
An der Schule, bzw. überhaupt in Dublin, waren unglaublich viele Brasilianer! Das hängt scheinbar mit dem Visum zusammen. In Irland können die nämlich auch arbeiten, daher sind so viele dort und nicht in den USA zum Englisch lernen.
Der Unterricht war immer ganz nett, ich hab sehr viel gesprochen, weil wir ständig Partnerübungen machen mussten und wir waren auch eine sehr kleine Gruppe. Vormittags in der ersten Woche waren wir 7, in der zweiten Woche dann nur noch 4 Leute. Nachmittags waren wir in der ersten Woche 5 und in der zweiten Woche 6 Leute.

So, jetzt aber zum eigentlichen Urlaub 🙂
Am Montag war nach der Schule Orientation-Tour. Eine kleine Stadtführung durch das Zentrum, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Leider hat es den ganzen Montag gegossen wie aus Eimern!
Erste Station war der Spire of Dublin. Den hatte ich ja nun am Vortag schon gesehen. Aber jetzt stand ich unmittelbar davor und konnte die tatsächliche Größe bewundern 😀 Er trägt auch den Spitznamen „Stiffy by the Liffey“. Liffey ist nämlich der Fluss durch Dublin und Stiffy… na ihr könnts euch denken 😉
Als unser Guide den Spitznamen erwähnt hat, fiel mir direkt ein, dass ich einen Geocache mit genau diesem Namen in gesehen hatte. Jetzt wusste ich also, was das bedeuten sollte und so konnte ich gleich unseren ersten Cache in Irland loggen 🙂
Tja, also der Stif… Der Spire, der auch „Stiletto in the ghetto“ genannt wird, ist einfach eine 120m hohe Edelstahlnadel, die einfach nur unglaublich viel Geld gekostet hat und einfach ein bisschen sinnlos ist 🤷🏼‍♀️ Eigentlich sollte sie zum Millennium fertig sein, hat sich aber um 3 Jahre verzögert. Hat unglaublich viel Geld verschlungen und hat genau null Funktion 😉 Zur Orientierung ist es vielleicht nicht verkehrt, allerdings sieht das Ding ja von allen Seiten gleich aus. Man kann also immer drauf zu laufen, aber wenn man sich nicht auskennt dann hilft „Wenn ich den Stiffy von hier sehe, dann die nächste Straße links“ nicht so viel 😉
Neben dem Stiffy steht eine Bronzestatue von James Joyce, dem Autor einiger wichtiger irischer Werke, unter anderem Ulysses. Merkt euch das, das wird am Sonntag relevant 😉
Nach dem Stiffy haben wir am General Post Office gestanden (immer noch im strömenden Regen) und haben ne kurze Geschichtsstunde zur Unabhängigkeit Irlands gehört. Aber ehrlich gesagt hab ich das alles wieder vergessen. Fakt ist, Irland ist erst seit etwa 100 Jahren unabhängig von England bzw. Großbritannien.
Vorbei am Trinity College und der Bank of Ireland, ging es weiter zu Molly Malone, die auch als „The Tart with the Cart“ oder als „Dish with the Fish“ bezeichnet wird (die Iren haben offenbar eine Vorliebe für Reime ;)). Molly war eine Fischhändlerin, aber ob es sie wirklich gab, ist nicht richtig nachgewiesen. Zumindest gibt es ein Volkslied, in dem sie besungen wird, und dass sie Muscheln verkauft hat, und das ist die inoffizielle Hymne von Irland. Als wir an der Statue gestanden haben, wurde uns der Refrain natürlich gleich beigebracht. Jaja, der Touristenkram eben 😉
Die ganze Tour, die vielleicht eine Stunde gedauert hat, fand wie gesagt im strömenden Regen statt. Nicht alle hatten einen Schirm dabei… (Halloooo? Wir sind in Irland!) Na ja, aber trotz Schirm war ich nass. Meine Schuhe waren durchnässt, meine Socken auch, meine Jeans waren fast bis an die Knie nass… Aber jetzt kam das eigentliche Highlight der Orientation-Tour: Ein Pub-Besuch. Die anderen hatten keinen Bock mehr, also bin ich mit dem Guide alleine in den Pub gegangen. Das ist offenbar der Stamm-Pub für die Sprachschule, denn die Neuen am nächsten Montag waren auch da und überhaupt ist das so ein (Touristen-)Show-Pub, denn die veranstalten da immer Tanz-Abende wo die Touristen dann ein paar Tanzsschritte lernen und auch auf der Bodhrán spielen können. Vermutlich trifft man dort sonst keinen Einheimischen 😉
Im Pub jedenfalls hab ich mir mein eigenes Guinness gezapft (jaja, nur ein Half Pint, aber ich hatte auch noch nix gegessen!) und hatte dann sogar auch die Gelegenheit auf der Bodhrán (eine irische Trommel) zu spielen und bin dann halbwegs getrocknet nach Hause gelaufen.
Inzwischen hatte es auch fast aufgehört zu regnen und dann konnte ich wenigstens noch mal von einigen Stationen Fotos machen.
Da hätten wir die Wall of Fame, das sind alles irische Musiker, dann bin an dem Pub schlechthin vorbei gelaufen: The Temple Bar in Temple Bar. Eine Schande, dass ich gar nicht drin war aber ich fahr ja mit dem Namenlosen noch mal hin 🙂

Ein ereignisreicher erster Tag. Zurück im Apartment hab ich erstmal alle Klamotten aufgehängt und gehofft, dass in dem winzigen Zimmer alles gut trocknet.

Freitags-Füller 42/2019

1. Im Kino war ich tatsächlich ewig nicht mehr. Ich hätte in Dublin gehen können, ein Mädel hatte mich gefragt, ob ich mit will. Aber da war 1. die Angst, dass ich nix verstehe größer und 2. war jetzt „Joker“ nicht der Film, den ich mir ausgesucht hätte. Daher bin ich nicht mitgegangen. Sie ist sogar noch in einen zweiten Film gegangen, aber da bin ich auch nicht mit und sie ist vorzeitig gegangen, weil sie gar nix verstanden hat.

2. Ich verstehe ja den Trend nicht, mit den Jeans, die über dem Knöchel enden und dann den Sneakers dazu. Das ist doch kalt!! Ich trage lieber schöne warme Boots.

3. Den letzten Brief den ich bekommen hab, also ein richtiger Brief, der keine Lohnabrechnung oder Rechnung ist, war gestern in der Post. Es war eine Einladung zum runden Geburtstag meines Stiefvaters.

4. Ich hab gar keinen irischen Euro mehr mit der Harfe auf der Rückseite.

5. Kennt jemand eine gute Entschuldigung, um eine Hochzeitseinladung abzusagen? Ich war schon so ehrlich und hab abgelehnt, mit der Begründung, dass wir uns eigentlich nicht gut genug dafür kennen, aber jetzt kam zurück, dass sie uns trotzdem gern dabei hätten und dass es auch ne größere Feier wird. Der Punkt ist aber der, dass wir nicht hin wollen! Weil wir uns wirklich nicht gut kennen. Ich hab sie erst 5 oder 6 mal gesehen und der Namenlose erst 2x. Das letzte mal war im Dezember! Zu ihrem Geburtstag, zu dem wir dieses Jahr auch wieder eingeladen sind und den ich aus Höflichkeit nicht abgelehnt habe. Ich kann ja nicht die Hochzeit und den Geburtstag auf einmal ablehnen… Schlau von ihr, zu beiden Sachen gleichzeitig einzuladen.
Aber seit Neujahr bis zu den Einladungen zum Geburtstag und zur Hochzeit vor drei Wochen, hab ich nichts von ihr gehört! Und ich hab mich auch nicht gemeldet, weil ich andere Sachen im Kopf hatte und auch nicht erpicht drauf war, das weiter zu pflegen. Die paar Treffen mit ihre waren irgendwie etwas holprig, es passt meiner Meinung nach irgendwie nicht so richtig und als wir bei denen zu Hause waren, hab ich mich einfach geekelt. Das war sowas von dreckig bei denen! Bei uns kann man ja auch nicht vom Boden essen, aber im Gegensatz zu deren Wohnung, ist es bei uns porentief rein!!! Ich wollte auch auf dem Geburtstag da nix essen, weil ich das alles irgendwie eklig fand und deren Freunde waren auch alles so komische etwas ungepflegt wirkende Leute. Was soll ich ihr denn jetzt sagen
?

6. Jetzt, wo ich keine Schule mehr habe, muss ich meinen ganzen Alltag wieder erstmal neu kennen lernen und mich etwas strukturieren. Eigentlich haben wir noch Essen für heute Abend zu hause. Ich könnte also auch morgen Vormittag fahren und muss nicht zwingend heute noch einkaufen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ne Mütze Schlaf. Ich muss mich nach so langer Zeit Arbeitsabwesenheit erstmal wieder an den Alltag gewöhnen. Auch wenn es ja nicht so ist, dass ich die letzten Wochen gefaulenzt habe und auch die zwei Wochen in Dublin waren doch anstrengend. Abends falle ich trotzdem totmüde ins Bett, morgen habe ich geplant, mit der Präsentation für die mündliche Prüfung anzufangen. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich überhaupt zugelassen bin, ich will da am Ende nicht in Hektik geratenund Sonntag möchte ich ein bisschen was im Garten machen. Vielleicht sollte ich den Plan für Samstag und Sonntag tauschen, weil wir sonntags keine elektische Heckenschere benutzen können!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Leseliste September 2019

Ich. Darf. Nicht. Schlafen von S. J. Watson

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Jetzt, wo die Prüfungen rum sind, hab ich mir endlich mal wieder die Zeit genommen zu lesen. Bzw ich bin auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Dieses hier hab fast am Stück durchgehört, weil es wirklich spannend war. Und weil ich trotzdem bis zur Auflösung nicht wusste, dass es so ausgehen würde. Hat mir echt gut gefallen.
Das Buch ist sogar verfilmt worden.

Wenn du mich tötest von Karen Winter

Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig. Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren …

Als ich mal auf der Suche nach Buchempfehlungen war, hab ich dieses Buch gefunden. Ich bin eigentlich nur hängen geblieben, weil es in Schottland in den Highlands spielt. In der Ecke, wo das Buch spielt, waren wir damals nicht, aber als von Oban, Ullapool und Inverness die Rede war, hatte ich Erinnerung vor Augen. Aber das wars dann auch schon. Ich hatte mich auf mehr Landschaftsbeschreibungen gefreut, aber davon gab’s wenig. Und die Story war am Ende auch ein bisschen dünn. Es bestätigt leider wieder mein Klischee, dass Frauen keine Krimis und Thriller schreiben können 🤷🏼‍♀️

Das Jahr in dem ich dich traf von Cecilia Ahern

Das Jahr, in dem sich mein Leben veränderte – das Jahr, in dem ich zu mir fand – das Jahr, in dem ich dich traf.
Der Spiegel-Top-Bestseller von Cecelia Ahern jetzt im Taschenbuch: Vier Jahreszeiten voller Aufbruch, Freundschaft, Liebe und Hoffnung.

Jasmine liebt ihre Schwester und ihre Arbeit. Als sie für ein ganzes Jahr freigestellt wird, weiß sie überhaupt nicht mehr, was sie tun soll – und wer sie eigentlich ist.
Matt braucht seine Familie und den Alkohol. Ohne sie steht er vor dem Abgrund.
Jasmine und Matt sind Nachbarn, doch sie haben noch nie miteinander gesprochen. Da Jasmine so viel freie Zeit zu Hause hat, beginnt sie, Matt zu beobachten. Sie macht sich ihre Gedanken über ihn und fängt in ihrem Kopf Gespräche mit ihm an. Nur in echt will sie mit diesem Kerl nichts zu tun haben – dafür hat sie ihre eigenen, guten Gründe.
Doch dann beginnt ein Jahr voll heller Mondnächte, langer Gartentage und berührender Überraschungen – ein Jahr, das alles verändert.

Den Klappentext dazu lese ich grad zum ersten Mal. Ich hab es als Hörbuch angefangen zu hören, weil ich „PS: Ich liebe dich“ so toll fand.
Aber dass Jasmin Selbstgespräche mit Matt führt ist mir erst nach einem Drittel bewusst geworden. Ich hab die ganze Zeit gedacht, Matt wäre schizophren oder so, und deshalb würde sie ihn in der Mehrzahl ansprechen.
Also insgesamt war das Buch okay. Ich hatte keine Erwartungen, also konnte auch nichts enttäuscht werden. Aber es spielte zumindest in Dublin, was ich dann jetzt doch auch ganz passend fand.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.