Zahl des Tages – Bibu-Update VIII

62.

Seit heute Nacht um 12 konnte man die Ergebnisse online abrufen. Ich mache heute extra Home Office, weil in den letzten Tagen meine Hoffnung so sehr geschwunden ist, dass ich dachte, ich muss in Ruhe zu Hause heulen können, wenn ich durchgefallen bin. Weil ich es natürlich nicht aushalte, erst nach der Arbeit zu gucken.

Am Montag hab ich eine Absage auf meine Bewerbung kassiert. Ich glaube inzwischen zu wissen, woran es immer lag. Ich glaube, dass ich mir einfach zu viel Aufwand gemacht habe. Mein Lebenslauf war zu ausführlich, vieles war einfach nicht relevant und er war komisch sortiert. Ich persönlich fand das sehr übersichtlich, aber es war eben nicht so chronologisch, sondern mehr nach Themen geclustert.
Ich habe meinen Lebenslauf jetzt also gekürzt und umgestellt. Jetzt passt er sogar auf eine Seite. Mal gucken, ob das jetzt was bringt.
Und auch im Anschreiben werde ich mir nicht mehr so einen Kopf machen. Ich hab die Anschreiben von meinen Lernmädels gelesen, die beide bei der ersten Bewerbung gleich eine Einladung und ein Jobangebot bekommen haben… Also, ich machs dann auch abgespeckter. Mal gucken, ob das was bringt.

Jedenfalls war ich am Montag dann echt geknickt und das hat sich auch auf meine Prüfungshoffnung ausgewirkt. Ich war absolut der Meinung, dass ich durchgefallen wäre. Tag 3 war einfach zu beschissen gelaufen! Und nach Tag 1 war ich ja auch nicht so glücklich… Also war ich die ganze Zeit eh unsicher, ob ich mit Tag 2, der wirklich gut lief, die anderen beiden ausgleichen konnte. Und eigentlich hab ich gedacht, dass es wahrscheinlich nicht so ist, aber gleichzeitig konnte ich nicht glauben, dass ich so schlecht gewesen sein soll, dass ich es nicht bestanden haben könnte. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es doch gereicht hat.
Aber am Montag war die komplett weg. Also hatte ich für heute Home Office angemeldet, damit ich in Ruhe heulen kann. Schließlich hätte ich nicht bis nach der Arbeit warten wollen, um mir das Ergebnis anzuschauen.

Gestern Abend wollte ich eigentlich auch bis 12 wach bleiben, um gleich zu gucken, aber dann war ich zum einen nicht sicher, ob das wirklich schon ab Mitternacht drin ist, und zum anderen hab ich überlegt, dass ich lieber schlafen als heulen will und bin um halb 12 doch ins Bett gegangen.
Aber so beschissen hab ich selten geschlafen! Um 12 war ich immer noch wach und hab kurz überlegt, ob dich doch gucke. Aber der Namenlose hat geschlafen und ich wollte nicht alleine heulen müssen. Um halb 2 war ich wieder wach. Das nächste mal um 3. Um halb 5. Um 5.
Um halb 6 bin ich wach geworden, weil ich geträumt hatte, dass ich bestanden hab und kreischend vor Freude im Bett sitze. Also hab ich nachgeguckt.

62. Im ersten Moment habe ich gedacht, das wäre nur das Ergebnis vom ersten Prüfungstag und hab runter gescrollt um nach den anderen Tage zu gucken. Aber da stand nichts weiter. Dann hab ich kapiert, dass das der Durchschnitt aus den 3 schriftlichen Prüfungen ist.
Bestanden.
Ok.
Ich dachte, es würde sich Freude und Erleichterung breit machen. Aber irgendwie hab ich es nur zur Kenntnis genommen und war/bin ehrlich gesagt sogar etwas enttäuscht. Ich weiß, dass das bescheuert ist. Zum einen fragt nachher niemand nach der Note. Und zum anderen weiß ich, dass immer viele durchfallen. Aber so richtig Freude kam trotzdem nicht auf. Vielleicht noch der Schock, dass ich doch bestanden habe… Ich muss aber auch sagen, dass ich irgendwie gar keine Lust hab, es jemandem zu erzählen. Ich hab nicht mal den Namenlosen geweckt, um es ihm gleich zu sagen. Ich hab gewartet, bis er wach war. Als er dann gefragt hat, musste ich zwar trotzdem ein kleines Freudentränchen verdrücken, aber naja… eine 4 ist eigentlich nicht mein Anspruch an mich…

Die aus meiner Lerngruppe, die so schlimm am ersten Tag geheult hatte, die hatte nachts um 3 schon geschrieben, dass sie geguckt hat. Und was ist? Sie hat bestanden. Mit 71 Punkten.
Ich bin neidisch.
Mich würde brennend interessieren, wie es bei den anderen gelaufen ist.
Dass ich mich aber auch immer vergleichen muss…

Na ja, jedenfalls geht es jetzt also echt in die letzten Züge und ich mir fehlt ein bisschen die Motivation. Mit der 4 im Mittelfeld kann ich nicht mehr so viel reißen. Ich kann mich ausruhen und auf der 4 hocken bleiben. Ich kann mich ein bisschen anstrengen und auf eine 3 kommen. Dazu reichen mir nachher 72%. Auf eine 2 würde ich es nur schaffen, wenn ich 100% in der Mündlichen schaffe und das ist ja wohl utopisch. Außerdem wäre es eine 2 an der untersten Untergrenze, also eigentlich auch eine 3. Wozu also soll ich mir den Arsch aufreißen?
Aber zumindest ist der ganze Spuk noch dieses Jahr vorbei. Und ja, ich versuche mich jetzt zu freuen und diesen Perfektionismus abzulegen. Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss 😉 Und nachdem ich inzwischen von ein paar Leuten das Ergebnis weiß, bin ich mit meiner mittelguten 4 momentan sogar die drittbeste… Wahnsinn…

Leseliste Oktober 2019

Das Wunder von Narnia von C. S. Lewis

Eine verborgene Tür, ein geheimes Arbeitszimmer und zwei gelbe und grüne Ringe lassen zwei Kinder eine verrückte Geschichte erleben: Die Reise in die tote Stadt Charn der furchtbaren Königin Jadis und in das phantastische Reich Narnia, welches der Löwe Aslan mit einem Lied erschafft.

Der nächste Schritt, eine kleine Bildungslücke zu schließen 😉 Ich kannte weder die Filme, noch die Bücher. Das Wunder von Narnia ist nicht das erste Buch aus der Reihe, das Lewis geschrieben hat, aber er empfiehlt es zuerst zu lesen. In diesem wird nämlich erklärt, wie Narnia entsteht und woher die böse Zauberin kommt.

PS, I love you (P.S. Ich liebe dich) von Cecelia Ahern

Hollys Mann Gerry ist tot. Und Holly weiß nicht, wie sie alleine weiterleben soll. Doch dann entdeckt sie, dass Gerry ihr während seiner letzten Tage Briefe geschrieben hat. Mit Aufgaben für Holly. Sich endlich eine Nachttischlampe zu kaufen, beispielsweise. Oder öffentlich Karaoke zu singen. Aufgaben, die Holly ins Leben zurückführen.

Eigentlich hatte ich auf Youtube Thanks for the Memories als Hörbuch gesucht (das Buch, was ich mir in Dublin gekauft habe), weil Englisch lesen relativ anstrengend ist. Aber stattdessen hab ich PS, I love you gefunden. Das Buch kannte ich zwar schon, aber das ist jetzt auch schon wieder 15 Jahre her.
Zumindest hab ich jetzt mal ein anderes englisches Hörbuch als Harry Potter gehört. Das war auch ein himmelweiter Unterschied. Harry Potter wird relativ langsam und in feinstem Oxford English gelesen (bis auf einige Figuren, denen der Sprecher einen Dialekt gegeben hat) aber Cecelia Ahern ist Irin und das Buch wurde von einer Irin gelesen, mit entsprechendem Dialekt, etwas schneller, etwas umgangssprachlicher… Anfangs war das echt eine Herausforderung und ich hätte gern das Buch zum mitlesen gehabt, aber ich hab mich schnell dran gewöhnt. Vielleicht schaff ich dann jetzt auch Thanks for the memories 😉

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

ABC im November 2019

A wie audiobook
Ich bin inzwischen echt auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Und in letzter Zeit auch auf den Geschmack von englischen Hörbüchern. Wieso hab ich das nicht schon früher gemacht? Der nächste Schritt wäre dann jetzt wohl, auch mal Serien/Filme auf englisch zu schauen.

B wie Banane
Im Frühjahr haben wir überlegt, dass wir uns ruhig mal ein paar Pflanzen auf den Balkon stellen können. Da wir aber Nordseite haben, geht da auch nicht alles. Meine Tomaten zB waren nicht richtig geschmackvoll, obwohl es kleine Cherrytomaten waren. Aber die Sonne hat da wohl nicht ausgereicht.
Jedenfalls haben wir Bananenpflanzen gekauft, weil der Mieter über uns welche hat und die so schön aussehen und man gleich ein bisschen Urlaubsgefühl hat. Wir haben aber eine kleinere Sorte als er, was uns jetzt aber zugute kam, als wir die Töpfe ins Wohnzimmer geschleift haben. Mal schauen, ob sie den Winter bei uns überleben. Bei uns müssen Pflanzen hart im nehmen sein 😉

C wie Chemotherapie
Mein Stiefvater hat Lungenkrebs. Wir haben die Diagnose vor ungefähr 3 Monaten bekommen. Inzwischen ist er operiert worden und bekommt jetzt Chemo. Jetzt sind seine Leukozytenwerte total im Keller und er muss aufpassen, dass er nicht krank wird… oh man… ich hoffe so sehr, dass er alles gut übersteht!

D wie dunkel
Die Zeitumstellung vertrage ich dieses mal relativ gut. Wahrscheinlich, weil ich jetzt quasi wieder in der „Dublin-Zeit“ bin 😉 Aber dass es um 17 Uhr schon dunkel wird, ist nicht so schön. Und auch morgens ist es jeden Tag etwas dunkler, wenn ich zur Arbeit fahre. Ich sollte mal wieder anfangen, Kerzen anzuzünden, dann ist die dunkle Zeit gleich viel gemütlicher.

E wie Ergebnisse
Die Prüfungsergebnisse sind noch nicht da. Als ich in Dublin war, hab ich kaum daran gedacht. Aber jetzt, wo ich zurück bin, bin ich hibbelig und will jetzt endlich wissen, ob ich mich auf die mündliche oder die erneute schriftliche Prüfung vorbereiten muss…
Geplant sind die Ergebnisse in etwa 1,5 Wochen. Gesagt hab ich aber allen, dass sie erst Ende November kommen. Dann kann ich zwei Wochen still leiden, bevor ich es allen sagen muss…

F wie Freunde zum Altwerden
Letztens waren wir wieder bei den Burger-Freunden zur Geburtstagsfeier eingeladen. Es ist echt immer sooo unglaublich lustig mit denen und ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen! Und sie uns auch nicht. Am nächsten Tag haben sie sich für den schönen Abend bedankt und gesagt, dass sie mit uns alt werden wollen 🙂

G wie Gesicht
Ich hab schon mal erzählt, dass man in meinem Gesicht lesen kann, wie in einem offenen Buch… ich krieg das auch nicht unter Kontrolle, ich seh mich ja nicht… Manchmal glaube ich aber, dass ich einfach ein blödes Gesicht mache, wenn ich konzentriert bin. Eine Lehrerin in der Schule hat damals schon immer gesagt, ich würde immer so böse gucken. Gut, ich mochte sie auch nicht, also vielleicht hat sie also einfach nur gesehen, was ich gefühlt habe 😉 Aber trotzdem glaube ich, dass mein Gesichtsausdruck im konzentrierten, gelangweilten, angestrengten oder auch entspannten Zustand immer genervt aussieht. Ein sogenanntes resting bitch face. Ja, ich musste das auch erstmal googlen 😉

H wie Hundepups
Unser Hund wird jetzt alt… Letztes Jahr mussten wir sie ja operieren lassen, weil sie einen Knoten an einer Zitze hatte… Tja… jetzt hat sie einen Knubbel an der Seite. Könnte ein Fetteinschluss sein. Könnte aber auch ein neuer Knoten sein. Wir werden es mal beobachten, ob es größer wird.

I wie Inselhüpfen
Der Wohnmobil-Urlaub in Schottland war einer der schönsten, den ich je gemacht habe. Ich will das auch noch in Irland, Island und Skandinavien machen. Da müssen wir erstmal rausfinden, ob man da mit dem WoMo frei stehen kann, wie in Schottland. Aber nichtsdestotrotz will ich auch unbedingt noch mal mit dem WoMo nach Schottland und die verschiedenen Inseln besuchen.

J wie Jobsuche
Läuft wieder.

K wie Klassentreffen
Vor vier Wochen oder so hatte ich in unserer Bibu-Whatsapp-Gruppe gefragt, ob wir nicht noch ein „Klassentreffen“ machen wollen, bevor die Ergebnisse da sind. von 22 Leuten haben sich 5 zurück gemeldet… und zwei von den 5 sind die Mädels aus meiner Lerngruppe. Zwei von den restlichen 3 hatten zugesagt, aber am Wochenende abgesagt.
Tja… also das wars dann wohl. Ich renn den Leuten nicht hinterher. Ich finds aber trotzdem schade. Zwei Jahre lang reden alle davon, wie toll unser Zusammenhalt in der Gruppe ist und dass wir unbedingt einen Stammtisch hinterher machen müssen. Ja, so viel also dazu.
Dann gehen meine Lernmädels und ich eben allein weg!

L wie lernfaul
Seit der Prüfung hab ich jetzt echt nichts mehr gemacht. Ich habe nichts für die Präsentation in der mündlichen Prüfung vorbereitet, nichts mehr gelernt… Weil ich ja noch nicht weiß, ob ich zur mündlichen zugelassen bin. Aber eigentlich ist es fatal, weil zwischen Ergebnissen und mündlicher Prüfung ist nicht mehr soooo viel Zeit. Warum sollte man sich also eigentlich diesen Druck machen?? Aber wenn ich sowieso nicht zugelassen bin? Tja, dann hätte ich trotzdem schon was machen können, weil ich es ja dann im Frühjahr noch mal versuche.

M wie müde
Auch wenn mir die Zeitumstellung dieses Mal nicht so sehr zu schaffen macht, fühle ich mich trotzdem jeden Abend wie erschlagen. Auf der Couch fallen mir die Augen zu und manchmal komme ich dann gar nicht mehr richtig zu mir. Das muss an der Dunkelheit liegen, denn tagsüber gehts.

N wie Nein!
Memo an mich: Ich werde mich nicht einmischen, solange ich nicht nach Hilfe gefragt werde!
Der schwule Kollege ist krank. Der, der hier immer alles irgendwie reißt und sich um alles kümmert. Der leider das meiste von dem abgefangen hat, seit ich mich raushalte. Jetzt ist er krank und ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht in alte Gewohnheiten verfalle. Ich hab spaßeshalber mal geschaut, was so anliegt… zwei E-Mails hab ich gelesen und mich gefragt, wieso… hätten die richtig gelesen, hätte das schon erledigt sein können.
Aber nein, solange ich nicht um Hilfe gebeten werde, mische ich mich nicht ein!

O wie Overlock
Ich hab jetzt wirklich wirklich lange nicht genäht. Ich würde schon mal gern wieder, aber ich trau mich nicht, was anzufangen, weil ich weiß, dass ich eigentlich ganz andere Sachen machen müsste. Präsentation für die mündliche Prüfung vorbereiten. Lernen, damit mein Wissen nicht in den hintersten Ecken meines Gehirns verschwindet…
Ich hatte gesagt, dass ich mir, wenn ich bestanden habe, eine Overlock-Nähmaschine schenke. Als Belohnung. Irgendwann bin ich aber dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich mit einer belohne, auch wenn ich nicht bestanden habe. Allerdings… wenn ich nicht bestanden habe, werde ich wohl auch erstmal nicht nähen, weil ich dann für die nächste Prüfung lernen muss…
Oh man, ich will es jetzt endlich wissen!!!!!

P wie Pssst
Ich hätt so gern Stille um mich rum… Aber solange ich mich nicht selbstständig mache und in einem kleinen Kämmerlein allein vor mich hin arbeiten kann, wird mir das wohl nie vergönnt sein…

Q wie Quitte
Ich hab einen neuen Lieblingsapfelwein. Bisher mochte ich am liebsten den Rosé-Apfelwein, der mit Johannisbeere versetzt ist. Aber jetzt wo ich den mit Quitte kenne, finde ich den Rosé viel zu süß!

R wie Rauchentwöhnung
Ich hätte ja gern, dass der Namenlose aufhört zu rauchen. Aber er will das eigentlich nicht. Also kann ich da nicht viel machen. Als mein Stiefvater die Krebsdiagnose bekommen hat, war er natürlich gleich sehr sensibilisiert, aber inzwischen hat sich das auch wieder gelegt… :-/

S wie Selbstbewusstsein
Letztens ist mir der Unterschied zwischen meinen Kollegen und mir aufgefallen: Wenn auf der Arbeit irgendwas ist, wenn zB. einer anruft und einen Fehler meldet, dann suche ich als allererstes bei mir. Mein Kollege nicht, der geht mal selbstbewusst davon aus, dass die Lieferung, auf der aufbauend er was bearbeitet hat, fehlerhaft gewesen sein muss. Der zieht überhaupt nicht in Betracht, dass er was falsch gemacht haben könnte.
Diese Einstellung sollte ich mir auch mal aneignen.

T wie Tannenbaum
Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Wir werden dieses Jahr wieder bei uns sein und es uns hier gemütlich machen. Heiligabend sind wir dann wieder beim Vater vom Namenlosen, hoffentlich kocht er was Leckeres 😉 Auf jeden Fall wird das wieder ein sehr entspannter Abend, abgesehen von der komischen Freundin von ihm. Das ist so eine, die immer alles besser weiß und irgendwie sone blöde Art hat, dass ich einfach nicht widerspreche. Es ist einfach entspannter, wenn man der einfach zustimmt und sich seinen Teil denkt. Die bringt nämlich sonst einfach nur Totschlagargumente, gegen die man sowieso nicht ankommt. Die Nerven kann ich mir gleich sparen und trink lieber einen großen Schluck Wein, statt zu reagieren 😉

U wie Unternehmenskultur
Jetzt hat es mal ein Bauernopfer gegeben. Bei uns ist jemand fristlos wegen Arbeitszeitenbetrug entlassen worden. Nicht in meinem unmittelbaren Umfeld, aber in der Firma. Bekannt wurde es, weil der Betriebsrat das als Anlass gesehen hat, die „Unternehmenskultur“ in Frage zu stellen. Kollegen haben per Hand aufgeschrieben, wann derjenige gekommen und gegangen ist. Offenbar war denen mal auffällig geworden, dass er spät kommt und früh geht und haben sich gefragt, wie das funktioniert, dass er dann trotzdem Gleittage nehmen kann, oder freitags noch früher gehen kann.
Ja, petzen ist irgendwie Kindergarten und jemanden in die Pfanne hauen ist auch nicht die feine Art. Aber ich muss ehrlich sagen, ich stelle in der Sache trotzdem lieber die Einstellung des Zeitbetrügers in Frage und nicht die Einstellung der Petzer.
Wir haben keine Stechuhren, aber auch keine Vertrauensarbeitszeit. Wir müssen unseren Zeiten selbst im System eintragen, und da sind schnell mal 5 oder 10 Minuten mehr eingetragen. Ich finde es also viel schlimmer, dass man seine Zeit bescheißt, als dass man petzt. Was ist das für ein Mensch, der offenbar ohne schlechtes Gewissen seine Pflichten als Arbeitnehmer nicht erfüllt? Spät kommt, früh geht, Gleittage nimmt, trotzdem bezahlt wird und andere die Arbeit für ihn mit machen? Welche Kultur ist denn das bitte?

V wie Vierzig
Die Zeit rennt, wir werden langsam doch älter. Unglaublich, aber wahr. Jetzt gabs im Freundeskreis schon mehrmals die 40 zu feiern. Zu meinem 40. will ich eine Harry Potter Überraschungsparty 😀 Die Vorbereitungszeit ist ja lang genug und ich hab das auch schon kundgetan 😉 Jetzt muss ich das nur noch bis dahin wieder vergessen 😉

W wie was wäre wenn…?
Das ist eins meiner „Lieblingsspiele“. Stundenlang können sich meine Gedanken um hypothetische Sachen drehen. Was wäre, wenn… …ich damals nicht dieses Studium angefangen hätte? …ich damals in der S-Bahn sitzen geblieben wäre? …ich mich damals gegen den Umzug entschieden hätte? …ich mich für die andere Ausbildung entschieden hätte?
Manchmal wüsste ich gern, ob es doch Paralleluniversen gibt, in denen es alternative Realitäten gibt. Wo wäre ich? Und wer wäre ich dann heute?

X wie X
10 Jahre bin ich jetzt schon in dieser Firma und im Großen und Ganzen ist es schon ok hier. Ich mag halt meine Kollegen nicht so… Ich hoffe einfach, dass ich bald woanders unterkomme. Was hier mich am meisten stört, ist die Einstellung der meisten Leute. Schon in der Ausbildung wurde mir gesagt, ich solle langsamer arbeiten, sonst hätte ich ja nachmittags nichts mehr zu tun. Und diese Einstellung wird jedem Ausbildungsjahrgang aufs neue vermittelt. Daher wird sich hier niemals was ändern. Ich kann diese Einstellung nicht leiden. Das ist doch nichts, worauf man am Ende des Tages stolz sein kann…

Y wie why?
Das ist doch die ganz große Frage im Leben. Warum? Ich will gar nicht zu philosophisch werden, aber man fragt sich doch oft nach dem Warum, ich zumindest, auch wenn ich weiß, dass es keine Antwort gibt. Ich suche trotzdem immer nach einem Grund, nach einer Erklärung, warum die Dinge so gekommen sind, wie sie gekommen sind. Irgendwann gebe ich mich zufrieden und nehme es als gegeben hin und hinterfrage nicht mehr. Bis ein Kamel das Gras abfrisst, das gewachsen ist.
Es gibt keine Antwort. Höchstens: Darum. Weil das Leben so ist. Gläubige Menschen sagen wohl, weil Gott es so wollte und sie sind mit dieser Antwort zufrieden. Manchmal frage ich mich, ob gläubige Menschen glücklicher sind, weil sie immer jemanden verantwortlich machen können. Manche Sachen sind einfach so unglaublich (egal ob positiv oder negativ), dann frage ich mich, ob da vielleicht doch jemand ist, der die Strippen zieht. Der entscheidet, dass einem dieses widerfährt und jenes nicht.

Z wie Zahlen
Zurück zu was rationalem: Ich arbeite in der Buchhaltung und ich bin hier genau richtig. Ich liebe Zahlen, ich will immer, dass alles stimmt, ich bin in vielen Sachen ziemlich pedantisch. Eigentlich will ich, dass in den M&M’s-Tüten von jeder Farbe gleich viel drin sind… Ich zähle Stufen, Schritte, Güterzugwaggons, Brückenpfeiler, Besteck beim Spülmaschine ausräumen… und das mach ich schon seit ich denken kann. Ich konnte schon im Kindergarten bis 100 zählen, weil ich immer wissen wollte, welche Zahl danach kommt. System verstanden, also ging das zählen immer weiter. Tja, seit dem lassen mich Zahlen nicht mehr los.