Fuerteventura – 13.02.2020

Gegen 8 Uhr morgens haben wir in Puerto del Rosario auf Fuerteventura angelegt. Ich war schon laaaange wach. Schon seit halb 7. Konnte ja bei dem Geschaukel nicht schlafen…
Leider konnten wir auf dem Schiff unsere „wir trinken morgens immer einen Kaffee auf dem Balkon“-Tradition nicht weiterführen, denn gefühlt 3km zum Restaurant laufen und Kaffee holen war mega umständlich. Außerdem durfte man auch keine Getränke aus den Restaurants mit rausnehmen.

Also gabs den Kaffee in der sogenannten Lanai-Bar am Heck auf Deck 7. Da konnte man draußen sitzen, man durfte rauchen und so haben wir eigentlich jeden Morgen verbracht. Erstmal Kaffee (und für den Namenlosen ein Kippchen 🙄)
Danach haben wir auf dem Lanai-Deck draußen gefrühstückt. Es war zwar ein bisschen frisch, aber draußen war es nicht so voll und daher entspannter zum essen.
Alles drängelte sich am Buffet, die Schlange am Omelette war ewig lang, sodass ich einfach das bereits fertige Rührei genommen hab. Das Frühstück war insgesamt ganz gut. Es gab alles, was das Herz begehrte. Rührei, Spiegelei, Bohnen, Würstchen. Milchreis, Porridge, Müsli und Joghurt. Obst, Smoothies aber natürlich auch Brot und Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade. Frühstück war also ok, und wir haben uns auch den Teller vollgeladen, damit wir nicht noch mal ans Buffet mussten.

Direkt am Pier war auch gleich ein Autovermieter. Wir waren schlau und hatten die Mietautos schon von Deutschland aus reserviert. Aber anstellen mussten wir uns trotzdem, weil noch viele andere genauso schlau waren 😉
Als wir da so in der Schlange standen, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der Boden schwankt… Dabei hatten wir echt wenig Seegang in der ersten Nacht! Aber offenbar reagiert mein Körper da sehr schnell drauf, ich hatte auch am ersten Tag nach dem Urlaub noch ein Schwankgefühl.

Für Fuerteventura hatten wir keinen Plan und sind also, wie immer, einfach drauf losgefahren. Spontanes Ziel war Piedras Caídas im Süden von Fuerteventura. Hier lag der Cache, der die meisten Favoritenpunkte hatte.
Auf dem Weg dorthin sind wir nicht über die Hauptstraße gefahren, sondern über Land, durchs Innere der Insel. Eigentlich wollten wir nämlich auch in einem Supermarkt Wasser kaufen, denn wir hatten ja nix dabei. Wir fuhren also über schmale Straßen, durch karge Landschaften und fanden keinen Supermarkt bis wir durch Tuineje kamen, was relativ zentral auf Fuerteventura liegt.
Dort machten wir ein kurzes Päuschen, haben Wasser gekauft und einen Cortado condensada getrunken.
In Tuineje standen überall Dromedarfiguren rum, weil im 18. Jahrhundert der Ort von Engländern angegriffen wurde. Und dabei hat der Heilige Michael den Bauern im Ort mithilfe einiger weniger Dromedare, die sie hatten zum Sieg verholfen, weil die Engländer eine Michael-Statue beim Angriff kaputt gemacht haben. Tjaha, der Micha, die alte Hupe, war wohl ein bisschen rachsüchtig 😉 Und deshalb stehen da jedenfalls die Dromedarfiguren und es gibt ein Fest, das die Rache des Heiligen Michael ehrt.

Weiter gings dann also nach Süden. Wir haben den Cache gefunden (bei dem ich die Anzahl der Favoritenpunkte jetzt ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann, aber ok…) und sind dann noch weiter nach Süden, nach Morro Jable gefahren. Dort wären wir ein bisschen durch die Altstadt geschlendert, denn dort gab es einen Stadtführungs-Cache, aber wir haben keinen Parkplatz gefunden, und überhaupt war es da nicht so schön. Eine Touri-Bude mit Flipflops und Strandtüchern an der anderen und Himmel und Menschen unterwegs… Also sind wir umgedreht.

Es war inzwischen 13 Uhr und so allmählich fingen wir an, darüber nachzudenken, was wir noch machen können, was wir noch schaffen, bevor wir das Auto zurück geben und rechtzeitig an Bord gehen müssen. Obwohl es erst 13 Uhr war und wir erst um 19 Uhr an Bord sein mussten, setzte uns dieses Zeitlimit irgendwie unter Druck. Das kannten wir ja bisher nicht. Die Fahrt zurück würde etwa 45 Minuten dauern. Mit Auto betanken und zurückbringen also etwa eine Stunde. Dann müssen wir spätestens um 18 Uhr los. Wo fahren wir denn jetzt noch hin? So ganz ohne Plan wars irgendwie auch ein bisschen unkoodiniert.
Von der Straße aus konnten wir dann den endlosen Strand und das türkise Meer um die Gegend von Costa Calma sehen und wir wollten da hin. Also fuhren wir von der Autobahn runter und versuchten da hinzufahren. Wir fanden aber nur Sackgassen, Bauzäune und halbfertige Gebäude. Wir haben den Weg nicht gefunden, den die Wohnmobile genommen habe mussten, die wir da stehen sahen. Dafür fanden wir Streifenhörnchen 😀 Die sind da überall rumgesprungen und waren ja sowas von süß! Und so zutraulich. Die kamen immer ganz dicht rangelaufen, waren aber auch sofort wieder weg, wenn man sich bewegt hat. Und ich hab immer weggezuckt, weil ich ein bisschen Angst hatte, wenn sie zu nah kamen, dass sie mich beißen.

Als wir dann weiterfuhren, fanden wir einen Aussichtspunkt, an dem wir kurz anhalten wollten, und da fanden wir dann auch einen Zugang zum Strand über einen Schotterweg.
Ach das war so schön dort! Feiner, endloser Sandstrand. Keine Steine, keine Algen, keine Quallen und keine Fische! Nichts! Aber auch keine Liegen, keine Palmen, keine Hütten, kein Schatten. Im Sommer ist es bestimmt voller am Strand, aber ich schätze, dass sich über diesen Sandweg auch nicht allzuviele Leute dorthin verirren. Und wenn doch, dann ist da trotzdem genug Platz, weil der Strand an sich sehr breit ist und sich eben kilometerweit an der Küste entlang zieht.
Ich bin natürlich sofort ans Wasser und hab mein Standard-Füße-im-Wasser-Foto gemacht. Es waren sogar Leute baden! Die Sonne schien warm von oben, der Sand war warm, das Wasser hat sich auch an den Füßen gar nicht sooo kalt angefühlt, sodass ich den Namenlosen dazu überredet hab, spontan dort baden zu gehen.
Er wollte erst nicht. Wir hatten keine Handtücher dabei, aber ich hab ihn überredet. Wenn ich schon mal so spontan bin, dann muss er da doch mitmachen! 😀
Also sind wir im Februar im Atlantik baden gegangen 🙂 sind durch die Wellen gehopst, haben uns treiben lassen und haben uns anschließend vom Wind und von der Sonne trocknen lassen. Das war so schön und alles andere als kalt, das Auto hat 28 Grad angezeigt 😉

Schwimmen, frische Luft und rumwandern hatte uns nun hungrig gemacht und wir waren auf der Suche nach was leckerem zu Essen. Eine „Einheimischenkneipe“ sollte es natürlich wieder sein. Irgendwas abgelegenes. Also bogen wir ab nach Giniginamar. Ein winziger Ort direkt am Meer mit schwarzem Kiesstrand, aber leider ohne Kneipe. Beziehungsweise, das stimmt nicht ganz. Es gab eine Bar, aber die hatte geschlossen. Und wir haben ein Schild zu einem Restaurant gesehen, aber der Hinweis auf „Deutsche Küche“ hat uns abgeschreckt 😉
Also fuhren wir weiter zurück Richtung Hafen und machten einen Futterstopp in El Matorral direkt am Flughafengelände. Von der Autobahn sah es im ersten Moment aus, wie ein Gewerbegebiet. Aber das kam uns ganz recht. Dort fanden wir eine kleine abgelegene Tapas Bar und haben was leckeres zu Essen bekommen.

Wir hatten jetzt zwar noch Zeit, aber wir sind trotzdem zurück zum Schiff gefahren. Wir hatten Fressnarkose, waren kaputt und müde. Und wir mussten das Auto noch tanken und zurück bringen und wollten dann noch ein bisschen Siesta machen.
Abends hatten wir heute einen Tisch beim Italiener Cassa Nova, einem der À-la-carte-Restaurants, reserviert. Das hatten wir schon zwei Wochen vorher vorab gemacht.

Aida hat ein Reiseportal, wo man solche Sachen schon vorab buchen kann. Und es empfielt sich tatsächlich, nicht bis zum Reiseantritt damit zu warten. Wir hatten für 3 Abende Tische reserviert und wollten nach der Erfahrung im Buffetrestaurant vom ersten Abend vor Ort gern auch für die restlichen Abende noch Tische haben, aber das konnten wir vergessen! Es war alles voll!
Also: Spa, Massage, Tische… unbedingt schon vorher reservieren. Gerade mit den
À-la-carte-Restaurants macht man definitiv nichts falsch! Selbst Mäkelheinis wie ich finden da überall was zu essen. Das Essen war super lecker und vor allem heiß und man kriegt es serviert. Sehr angenehm. Nur die Getränke muss man dort extra bezahlen, die sind auch nicht in eventuell gebuchten Getränkepaketen enthalten. Aber rückblickend war es mir das wirklich wert! Eine Flasche Wasser, zwei Gläser Wein, da kam man etwa auf 15 Euro, wenn man nicht den übertrieben teuren Wein für 10,90 pro 0,2-Glas genommen hat 😉 Ich glaube ehrlich gesagt, so gut kann ein Pinot Grigio nicht sein, dass ich dafür 11 Euro bezahle, aber gut. Es gab ja Alternativen 😉
Aber wie gesagt, man sitzt in ruhiger Atmosphäre (außer man hat Pech und sitzt am Gang, dann laufen da ne Menge Leute vorbei…), muss nicht zum Buffet laufen und kann aus vier oder fünf Gängen auswählen. Hinterher ist man also genauso vollgefressen, wie in den Buffetrestaurants. Aber wenigstens ist man mit sehr guten Essen vollgefressen 😉
Daneben gibt es dann noch die Spezialitätenrestaurants auf dem Schiff, da muss man aber neben den Getränken auch das Essen noch extra bezahlen. Dort waren wir nicht, aber auch dort hätten wir für die übrigen Abende keinen Tisch mehr bekommen.

Beim Italiener gabs wirklich gute Sachen. Rindercarpaccio, Büffelmozzarella, Safranrisotto, bei einem Gericht waren Jakobsmuscheln dabei, es gab was mit Fisch, was mit Rinderfilet, Ricottacreme… die Speisekarte wechselt offensichtlich, denn ich hab beim googlen eine gefunden, auf der andere Sachen stehen, als wir angeboten bekommen hatten.
Vollgefressen wie wir waren sind wir hinterher in eine Bar auf dem Schiff gegangen, die mit Pub-Atmosphäre geworben hat. Es gab sogar Cider und Guinness. Aber beides hat nicht so gut geschmeckt. Dass Guinness außerhalb von Irland nicht schmeckt hab ich ja schon öfter gehört, aber ich hab das für ein Gerücht gehalten. Offenbar wird aber für den Export irgendwas anders gemacht. Das Bier war viel dünner aber viel bitterer als in Dublin. Und bei Cider ist es wie bei Apfelwein: die eine Sorte schmeckt, die andere nicht so.
Im apub wars trotzdem ganz nett. Voll aber nicht überlaufen. Wir bekamen einen Platz an der Theke, aber auch an einigen Tischen war noch was frei. Die Band die gespielt hat war auch nicht schlecht.

Fuerteventura ist sicherlich noch mal eine Reise wert. Auf den ersten Blick scheint die Insel zwar einfach bloß karg zu sein, aber ich denke das täuscht. Lanzarote war auf den ersten Blick damals auch einfach bloß karg, aber wir haben eine ganze Woche dort verbracht und jeden Tag was neues und abwechslungsreiches gesehen und erlebt.
So ist es sicher auch mit Fuerteventura. Im Norden waren wir jetzt beispielsweise gar nicht. Und auch die Westküste der Insel haben wir gar nicht gesehen. Ein Tag, bzw. 10 Stunden sind natürlich nicht genug. Aber zumindest konnte man einen Eindruck gewinnen und so überlegen, ob man noch mal hin möchte, oder nicht.

Bevor wir heute ins Bett gegangen sind, waren wir sogar schon am Zielhafen angekommen: In Arrecife auf Lanzarote. So weit ist es von Fuerteventura bis dahin ja auch nicht. Und ich hab mich auf eine Nacht mit weniger Schaukelei gefreut 😉

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