Gran Canaria – 15.02.2020

Ach ja, auf Gran Canaria hatte ich mich ja auch echt gefreut, weil ich da noch nicht war. Weil wir da sogar beide noch nicht waren. Aber irgendwie hatten wir beide schlechte Laune an dem Tag.
Ich hatte mal wieder scheiße geschlafen und war trotzdem um 7 wach. Beim Frühstück haben mich die Leute genervt. Ich wollte einfach bloß meine Ruhe und wir hatten für Gran Canaria mal wieder keinen Plan.

Hach… der Tag fing also super an. Zumindest gab es heute keine Schlange bei der Autovermietung. Wahrscheinlich, weil Gran Canaria An- und Abreisehafen war und daher gar nicht so viele Leute auf Ausflüge gegangen sind, wie in den anderen Häfen. Wir hatten wieder ein Auto reserviert und ich weiß nicht, was für eins für uns vorgesehen war, aber der Typ von der Vermietung hatte uns vor Ort noch die Schlüssel getauscht. Er hatte erst andere in der Hand, dann fragte er uns, ob wir nur zu zweit sind und dann hat er unter den Tisch gegriffen und einen anderen geholt. Vermutlich hat er auch noch gedacht, dass er uns einen Gefallen damit tut: Es war ein Fiat 500L… Cabrio… hach…
Auf der Fahrt hat mich das offene Dach eigentlich nur genervt, weil die Sonne reingeknallt hat und ich einfach nur Angst hatte, mich höllisch zu verbrennen. Also haben wir es wieder zu gemacht und zu gelassen.

Jaja… klingt super, ne? Mir ging meine Laune selber auf den Sack. Also hab ich versucht mich zusammen zu reißen.
Wir sind dann erstmal nach Maspalomas runter gedüst. Komplett für den Arsch sag ich euch! Spart euch das. Ja, da ist diese riesige Düne und die sieht schon cool aus, aber es ist windig und der Sand weht auch überall hin. Vor allem in die Augen. Und Maspalomas und die ganze Ecke da unten, ist nun auch echt nicht schön. Es ist voller Menschen und echt groß. Parken ist ne Katastrophe und es steht einfach bloß ein großer Hotelklotz am anderen.

Aber wir waren tatsächlich wegen der Düne da, weil ich halt gern hin wollte. Ich wär da auch gern ein bisschen rumgelaufen, hätts mir ein bisschen angeschaut, wenn ich nun eh schon da bin, aber der Namenlose hat sich nicht mal die Mühe gemacht seine Schuhe auszuziehen… Dann wollte ich da eigentlich gern einen Cache machen, dazu sollte man ein sogenanntes „Pano-Dash“ machen. Das ist ein Panoramafoto, wo man selbst mehrmals drauf ist.
Naja, der Namenlose hat da nicht so richtig viel Geduld für sowas. Wir haben eins gemacht, aber ich bin darauf verwackelt, und deshalb wollte eigentlich noch ein oder zwei machen, aber er hatte da ganz offen keinen Bock drauf.
Ja ok… Die Stimmung war am Tiefpunkt.
Ich hab mir dann überlegt, dass ich mich lieber mal mit Sonnencreme eincreme, weil die Sonne da ganz schön runtergeknallt hat. Mir war mega warm, ich hatte zu viel an, ich hab geschwitzt und mich eklig gefühlt, ich hatte Durst und langsam bekam ich auch Hunger. Ganz schlechte Kombi.

Also haben wir uns auf die Suche nach Futter gemacht, obwohl es noch gar nicht so spät war. Wir fuhren weiter nach Westen nach Lomo Quiebre. Das ist der letzte kleine zugängliche Ort von der GC1 aus gesehen. Alle anderen dahinter liegenden Orte sind nicht mehr so komfortabel zu erreichen.
Ja gut, Lomo Quiebre war sehr klein, sehr voll und touristisch erschlossen. Wir hatten im Vorbeifahren aber eine Einheimischenkneipe gesehen und wollten hin, aber obwohl da Leute draußen saßen und was getrunken und Domino gespielt haben, wurde uns gesagt, man hätte geschlossen… ok, also sind wir weiter gefahren. Weg vom Meer rein ins Inselinnere.
In Mogán sind wir von der Hauptstraße abgebogen und haben eine schöne Tapas-Bar gefunden, in der wir dann wirklich gut gegessen haben. Die Portionen waren riesig, obwohl wir gesagt haben, dass wir nur halbe Portionen wollen… Dass keine Preise auf der Karte standen, hätte uns stutzig machen sollen und wir hätten schlauerweise vorher fragen sollen, denn die Rechnung war unerwartet teuer, verglichen mit dem was wir sonst bezahlt haben, wenn wir am Arsch der Welt was gutes zu essen bekommen haben. Ich wette, wir haben Touristenpreise bezahlt! Ein paar der Google-Bewertungen vermuten übrigens das gleiche 😉

Zumindest war die Laune wieder gestiegen und wir hatten während des Essens einen Plan gemacht: Auf einen Berg klettern und dort einen Cache suchen.
Die Fahrt zum Ausgangspunkt hin ging über meistens gute Straßen stetig bergauf. Der Namenlose war wieder super gelaunt, weil er mit der kleinen Schlurre gut um die Kurven kam, mir wurde mulmig, weil die Serpentinen eng waren und man einfach nicht sehen konnte, ob etwas entgegen kommt und weil manchmal auch keine Leitplanke an der Seite war. Obwohl die uns eh nicht groß aufhalten würde, wenn wir da durchbrettern würden…
Der Parkplatz als Ausgangspunkt lag dann auf etwa 1500m und war selbst zu dieser Jahreszeit recht voll. Ich schätze, im Sommer muss man da sehr früh dran sein, weil der jetzt auch nicht allzu groß ist. Von dort ging ein Weg Richtung Roque Nublo, was ein ca. 80m hoher Vulkanfelsen ist, der da rumsteht. Die tatsächliche Größe lässt sich nur einschätzen, wenn man einen Menschen als Größenverhältnis dagegen sieht. Am Fuße dieses Felsens lag also der Cache und das bedeutete für uns etwa eine halbe Stunde noch ca. 250 Höhenmeter überwinden.
Klingt pillepalle, aber es war doch ganz schön herausfordernd und wir haben gepumpt wie ein Maikäfer! Alle Leute, die uns entgegen kamen, wirkten so cool und fit und ruhig und wir kamen uns noch unsportlicher und unfitter vor, als wir eh schon sind 😉 Aber wir haben es geschafft bis ganz oben, haben den Cache gefunden und hatten eine ganz nette Aussicht. Aber auch hier war es etwas trüb, was wohl an der Kalima lag.
Nachdem wir uns ausgeruht und akklimatisiert hatten, sind wir auch wieder zurück gelaufen und haben bemerkt, dass wir auch nicht mehr schnaufen, im Gegensatz zu allen, die uns entgegen kamen 😀 Damit hatte sich unser schlechtes Gefühl vom Hinweg doch ein bisschen relativert.
Unten am Parkplatz stand ein kleiner mobiler Verkaufsstand. Dort gab es Obst, Getränke und Eis. Ooooh ja, das war genau das richtige zur Belohnung 🙂

Weiter ging es über die Insel, grob Richtung Las Palmas. Aber natürlich wieder über kleine Straßen, durch Eukalyptuswälder und kleine Siedlungen. In einem kleinen Dorf tranken wir noch einen Cortado condensada für 90 Cent pro Kaffee! Wahnsinn. Wir hätten mit dem Essen also auch noch ein bisschen warten sollen und weiter ins Inselinnere fahren müssen.

Aber gut, inzwischen war es 18 Uhr und wir wussten nicht so richtig, wann wir auf dem Schiff sein müssen. Ups… 😀 Wir wussten, dass wir um 22 Uhr ablegen und an den anderen Hafentagen war es so, dass man 30 Minuten vorher an Bord sein musste.
Als wir auf Teneriffa angekommen sind, haben wir auch um 22 Uhr abgelegt, aber die an-Bord-Zeit war schon 20:30 Uhr. Jetzt waren wir uns also unsicher, wie das hier in Las Palmas war – es war ja auch ein An-/Abreisehafen.
Der Namenlose wollte eigentlich gern noch ein bisschen rumfahren und gucken, aber irgendwie wussten wir dann auch nicht richtig wo hin und so sind wir also doch zurück nach Las Palmas. Schließlich mussten wir auch noch tanken, und wir hatten keine genaue Adresse, wo wir das Auto zurück geben mussten. Wir wussten nur grob, wo wir hin müssen, allerdings ist der Hafen in Las Palmas etwas größer als der in Fuerteventura.

Zurück in Las Palmas war es dann auch schon ziemlich dunkel. Die Palmen waren alle mit Lichtschläuchen umwickelt, das sah echt schön aus. Ich konnte nur leider keine Fotos machen, weil wir das Handy brauchten, um zu einer Tankstelle zu navigieren. Direkt am Hafen war nämlich keine.
Nach zweimal verfahren, weil das Navi komische Ansagen gemacht hat, tanken, Wasser kaufen, Einfahrt zum Parkhaus suchen und Auto in die asozial kleine Lücke quetschen (weil die anderen einfach nicht parken können!!), kamen wir um 19:45 Uhr an der Sicherheitsschleuse an und fragten erstmal, wann wir denn zurück sein müssen. 20:30 Uhr – wie auf Teneriffa. Bloß gut sind wir nicht noch weiter über die Insel gefahren 😉

An diesem Abend hatten wir keinen Tisch reserviert, wir gingen also wieder in eins der Buffetrestaurants. Wegen der Seenotrettungsübung für die neuen Passagiere, waren die abendlichen Essenszeiten anders, da die komplette Besatzung ja auch wieder eine Evakuierungsübung gemacht hat.
Als wir dann zur späteren Öffnungszeit in das Restaurant gegangen sind, war kein einziger Tisch besetzt. Über 700 Plätze in diesem Restaurant waren leer, das war doch mal eine angenehme Atmosphäre 😉 Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, genossen die Ruhe (zumindest für etwa eine halbe Stunde, dann wurde es doch noch voll) und waren nach 2 Tagen superleckerem Essen dann wieder etwas enttäuscht vom Buffetessen.
Um 22 Uhr liefen wir aus und machten uns auf den Weg nach Madeira. Dorthin waren es ungefähr 550 km, aber das Schiff fuhr sehr langsam, um die Reisezeit auszudehnen und so stand uns also der 1. Seetag bevor.

Trotz anfänglicher schlechter Laune fand ich Gran Canaria ganz schön und würde noch mal hinfahrne. Im Inneren der Insel war es wirklich schön und der Norden ist sehr grün und bestimmt entspannt. Es gibt sicher noch sehr sehr viele Orte zu entdecken, aber wir hatten eben nur die paar Stunden Zeit.

Hier noch mal ein kleiner Einblick, wie es eine Woche später in Gran Canaria aussah. Wegen des Sandsturms konnten keine Flugzeuge landen und starten. Passagiere kamen nicht aufs Schiff, bzw. waren am Flughafen gestrandet. Wir hatten echt Glück. In der Woche bevor wir gefahren sind war es scheinbar recht stürmisch und in der Woche nach uns dann der Sandsturm…

View this post on Instagram

#aidanovamomente #calima #aida

A post shared by Daniel Zupp (@danidasport) on

3 Gedanken zu “Gran Canaria – 15.02.2020

  1. bonniepfotenpuff schreibt:

    Mas Palomas hab ich auch als muí touristico empfunden..für meinen Geschmack auch schon zu viel, obwohl ich im November da war..riesige Völkerwanderung da am Strand. Haben uns die Tage aber glaube ich trotzdem ganz schön gemacht und würde da auch noch einmal hinfahren. Die Freundin mit der ich da war und ich haben uns nämlich nicht getraut ein Auto zu mieten und waren dann auch größtenteils im Süden und nicht im Inselinneren unterwegs.

    Gefällt mir

    • keschu schreibt:

      Mir war das auch schon zu viel, obwohl es erst Februar war und bestimmt verhältnismäßig wenig los war…
      Man macht ja dann auch immer trotzdem das Beste draus! Wir ja auch und wir haben zumindest Eindrücke gewonnen.

      Das mit dem Fahren kann ich absolut nachvollziehen, aber es ist wirklich nicht schlimm! Machs einfach mal und schau dir den Rest an. Wir machen bestimmt noch mal eine Woche GranCan wenn wir mal wieder spontan nicht wissen, wo wir sonst hin wollen 😉

      Gefällt mir

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s