Work work work work work work

Dienstag, 31. März 2020
Tag 11 im Home Office

Vielleicht sollte ich mir abgewöhnen, Liedtitel als Blogtitel zu verwenden. Ich hab dann immer den ganzen Tag Ohrwürmer…

Heute hatte ich richtig viel zu tun und der zweite Bildschirm hat mir gefehlt. Und heute hab ich auch kein Sitzfleisch. Ich kann einfach nicht stillsitzen, jede Position ist unbequem. Vielleicht macht sich jetzt doch langsam bemerkbar, dass ich mich ja jetzt wirklich gar nicht mehr bewege… Alle anderen werden fitter, wenn ich sehe, wie viele Leute hier regelmäßig spazieren gehen (was sie ja sonst nie machen) und ich werde immer gebrechlicher, weil ich mich noch weniger bewege, also sonst schon.
Ich muss also dringend irgendwas finden, was ich so nebenbei und zwischendurch mal machen kann…

Vielleicht war konnte ich aber auch bloß nicht stillsitzen, weil ich heute einen akuten Anfall von Unlust hatte… Weil jetzt, wo ich Feierabend gemacht habe, sitze ich hier und finds gar nicht mehr so schlimm 😉

Tja, sonst gibts heute nix zu berichten. Langweiliger Tag, ich habe mich bisher von Nachrichten ferngehalten und bin entspannt.

It’s the end of the world as we know it

Montag, 30. März 2020
Tag 10 im Home Office

Ich bin in einem Zustand zwischen „Mein Wochenende war überhaupt nicht anders als sonst“ und „Alles ist anders“. In einem Zustand zwischen flatteriger Unruhe, weil man einfach nicht weiß, was noch auf einen zukommt und der naiven Hoffnung, dass alles einfach wieder gut wird.
Vielleicht wird es wieder gut, aber es wird anders sein.

Vor 10 Tagen hab ich schon über WhatsApp einen Text geschickt bekommen, den ich etwas pathetisch aber trotzdem berührend fand.

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, … es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, … es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,… es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,…es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,… es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, … es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,
– der die Erde aufatmen lässt,
– die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
– unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
– die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
– der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
– und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regenaration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir die Dringlichkeit selbst nicht erkannten. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.

(VerfasserIn unbekannt)

Ich muss mir vorerst keine Gedanken um meinen Job machen, meine Branche ist gerade eine der Branchen, die gebraucht wird. Ich muss mir auch keine Sorgen um Kurzarbeit machen. Oder überhaupt muss ich in dieser Hinsicht keine Existenzängste haben. Vielleicht noch nicht, wer weiß, aber momentan bin ich sehr dankbar dafür, dass meine Situation so ist, wie sie ist.
Wenn ich aber über die Wirtschaft nachdenke, darüber, was an der Börse abgeht, darüber, wie viele Menschen ihren Job verlieren, wie viele Geschäfte vielleicht schließen müssen, die Hilfen, die der Staat leisten will… Woher wollen die das ganze Geld nehmen?!
Ja, mich überfordern solche Gedanken. Ich kann sie nicht fassen und diese Ungewissheit finde ich schlimm. Es ist wie aus einem dystopischen Buch. Wohin führt das? Wie lange sollen wir noch zu Hause bleiben? Wie lange halten die Menschen das aus und lassen sich das gefallen? Ich persönlich fühle mich bisher nicht eingeschränkt. Ich bin niemand, der jeden Tag unterwegs war, ich hab auch nicht so viele Freunde, mit denen ich mich ständig treffe. Ich bin in keinem Sportverein oder hab sonst regelmäßige Termine. Mich stört es also nicht, zu Hause zu sein. Aber ich kann verstehen, wenn andere das ganz anders sehen als ich.
Ich komme auch mit dem Namenlosen sehr gut aus. Und wenn nicht, haben wir Rückzugsmöglichkeiten. Was ist aber mit denen, die auf engstem Raum zusammen wohnen und sich nicht aus dem Weg gehen können, wenn es wichtig wäre?
Wann kriegen die Leute einen Koller? Wann fangen sie vielleicht an, sich aufzulehnen? Wie lange sind Menschen vernünftig? In Büchern bricht immer recht schnell Anarchie aus… Und wenn ich in den Nachrichten lese, dass eine Kundin eine Verkäuferin geohrfeigt hat, weil sie Angst hatte kein Klopapier zu bekommen, dann frag ich mich schon, wie lange wir noch von der Anarchie entfernt sind…
Gruselige Vorstellung.

Es gibt ein Spiel, bei dem es Ziel ist, die gesamte Menschheit durch eine Krankheit auszulöschen. Bakterium, Virus, Pilz… was auch immer.
Es ist wirklich pervers!
Je mehr Menschen sich anstecken, desto mehr Punkte bekommt man, mit denen man den Erreger zb widerstandsfähiger gegen Medikamente machen kann. Oder man kann ihn entwickeln, dass er über neue Wege übertragen wird. Oder oder oder…
Und wenn ich jetzt höre, dass das Corona-Virus auch auf Katzen übergeht und von denen übertragen werden kann, dann frage ich mich grad wirklich, ob da oben nicht einer sitzt und dieses Spiel mit uns spielt, und nach der Infektionswelle in den USA jetzt genügend Punkte hatte um auf die Übertragung durch Tiere aufzustocken…
Es wird nie mehr so sein wie vorher. Es wird immer die Zeit vor und nach Corona geben. Selbst wenn es bald überstanden sein sollte. Dazu war auch diese kurze Zeit schon zu einschneidend.

New shoes

Freitag, 27. März 2020
Tag 9 im Home Office

Meine Filzhausschuhe sind kaputt. Alle beide sind an der Sohle durchgescheuert. Bloß gut hatte ich noch ganz dicke, warme Socken, die meine Omi mir gestrickt hat, sonst müsste ich jetzt mit ganz schön kalten Füßen im Home Office sitzen.

Wahnsinn, die zweite Woche ist schon um. Gestern wusste ich mal wieder nicht, welcher Tag ist. Abends dachte ich, es wäre erst Mittwoch. Die Zeit rennt, obwohl nichts passiert…
Unser Home Office wurde jetzt verlängert bis zum 19. April.
Urlaubs-Storno wurde untersagt. Viele wollen natürlich ihren geplanten Urlaub in den Osterferien nicht nehmen. Kann ich einerseits verstehen, aber wie lange wollen die Leute warten? Es weiß doch niemand, wie lange das noch dauert! Und am Ende stehen alle da und haben im Dezember noch 25 Tage Urlaub übrig… aber das Hauptargument ist, dass man sich trotzdem erholen muss. Home Office ist ja keine Erholung. Ja, es ist entspannter, als im Büro, für mich zumindest, aber es ist eben trotzdem Arbeit und kein Urlaub. Also wird ein Storno des geplanten Urlaubs nicht erlaubt. Ganz einfach.
Ich hab mir mit zwei Tagen das Osterwochenende verlängert. Eigentlich wär ich gern mit meinen Lernmädels irgendwo hingefahren 😀 Aber die eine hat seit März einen neuen Job und da wär das halt nicht gegangen. Dann hatte ich überlegt, ob ich zu meinen Eltern fahre. Das lass ich aber auch lieber, weil der Mann meiner Mutter ja zur absoluten Risikogruppe gehört. Dann hatte ich eben auch überlegt, ob ich mir die zwei Tage für später aufspare, aber wie lange denn?? Und wenn das jeder macht, dann kommt am Ende im Dezember niemand mehr arbeiten. Und mit ins neue Jahr nehmen dürfen wir sowieso nicht.
Aber krass, wie sich gleich wieder einige darüber aufgeregt haben. Dabei sollen die alle froh sein, dass wir unseren Urlaub einfach so nehmen können. Nicht nur können, sondern dürfen. Andere, die wegen der Kinderbetreuung gar nicht arbeiten können, müssen ihren Urlaub jetzt nehmen, obwohl das auch anders geplant war… Also das ist bei uns mal wieder Jammern auf extrem hohem Niveau und da bin ich wieder mal froh, dass ich nicht im Büro bin, und die ganzen Diskussionen so ausschweifend mitbekommen muss.

Der Plan fürs Wochenende ist nähen, lesen und ab und zu mit dem Hund Gassi gehen. Es ist erstaunlich, was für eine Völkerwanderung hier neuerdings hinterm Gartenzaun stattfindet! Alle Leute gehen plötzlich spazieren. Wohnen die hier alle? Wenn ja, wo denn?? Oder fahren die hier extra her? Auf jeden Fall sind da auch viele Hundebesitzer dabei, die sonst nicht hier sind. Das ist kacke, weil unser Hund jetzt beim Gassi immer super aufgeregt ist, weil da so viele neue Gerüche sind. Das heißt auch, frei laufen lassen am Wochenende könnte zu risikoreich sein. Wenn die andere Hunde sieht, dann ist die im Tunnel und hört auf nichts und niemanden mehr. Und überhaupt ist das grad abends blöd, wenn wir noch mal mit ihr um die Ecke gehen. In der Werbepause kurz Kacki und Pipi können wir da jetzt vergessen. Zu aufregend alles…
Doofes Corona!

Stillness of heart – Home-Office-Gelassenheit #4

Donnerstag, 26. März 2020
Tag 8 im Home Office

Leichte Aggressionen ziehen sich durch den Vormittag. Zuerst ist es die Technik, die nicht so will, wie wir alle. Dann sind es Kollegen, die einen nicht ausreden lassen, Arbeit doppelt machen und meine somit überflüssig und die andere Leute in den Himmel heben, weil sie Kram gemacht haben.

Unsere Web-Meeting-Plattform ist aktualisiert worden. Im Laufe der nächsten Wochen sollten wir wellenweise auf die neue Plattform wechseln. Jetzt, wo aber alle im Home Office arbeiten, wurde mitgeteilt, dass wir sofort auf die neue Plattform wechseln sollen.
Gesagt getan. Bei mir funktioniert alles.
Bei den anderen mal wieder nicht. Ich versteh das immer nicht, was die anderen immer für Scheiße bauen! Auch wenns um Updates geht. Bei mir läuft komischerweise immer alles problemlos durch. Bei den anderen nie und dann können sie immer stundenlang nicht arbeiten. (Ja, schon klar, dass das Taktik ist…)

Jetzt sollten wir mit dem Wechsel auf die neue Plattform auch scheinbar noch irgendeine Software aktivieren. Davon war in der Wechselaufforderung nichts erkennbar. Ein paar haben das offenbar gemacht. Ich nicht. Bei mir funzt alles. Bei einigen anderen nicht.
Wir haben vorhin echt 20 Minuten gebraucht, bis wir unser dämliches Web-Meeting zum laufen gebracht haben!! Und ich wette es hatte gar nichts mit der Plattform zu tun, sondern mit irgendeiner Einstellung. Das Problem sitzt in der Regel ja vor dem Rechner…
Ich überlege mir jedenfalls noch drei mal, ob ich diese zusätzliche Software aktiviere oder nicht, weil es bei mir auch problemlos ohne läuft und ich noch nicht den Sinn und den (neudeutsch sogenannten) „benefit“ darin sehe…

So, dann hatten wir es also endlich auf die Reihe gekriegt, auch der letzte konnte die anderen hören und wurde gehört und dann haben wir unser Ding besprochen.
Wir müssen immer eine Prognose darüber abgeben, wieviele der fälligen Rechnungen noch gezahlt werden. Ich finds ja immer sinnlos, weil das Glaskugelgucken ist, aber gut. Der Konzern möchte daraus Steuerungsmaßnahmen ableiten. Als ob da nicht gerade jetzt andere Sachen wichtiger sind… Jedenfalls bereite ich dazu eine Offene-Posten-Liste vor und kommentiere diese. Und mein Kollege hat das auch gemacht, aber eine andere Datei benutzt und ich frag mich jetzt, wozu ich das dann gemacht hab. Die Stunde Arbeit hätt ich mir sparen können, da hätt ich lieber gelesen! 😉
Die Datei die er benutzt hat, hat ein weiterer Kollege gebastelt, da wird weitestgehend alles automatisiert erzeugt und befüllt. Und dafür küssen ihm jetzt alle die Füße und ich denk mir so, der hätte sich mal lieber um andere Sachen gekümmert. Zum Beispiel um die Automatisierung der Kontenkommentierung zum Monatsende. Das ist nämlich nachher richtig ekelhaft, wenn man das händisch machen muss.

Aber ich bin ansonsten die Gelassenheit in Person. Ich genieße noch immer die Ruhe. Ich habe noch nicht angefangen, mit Gegenständen zu reden. Muss ich auch nicht, ich rede auch im Büro nur das, was ich muss. Für mich ist das alles also tatsächlich nicht so anders als sonst. Nur leiser.

Du hast die Haare schön

Mittwoch, 25. März 2020
Tag 7 im Home Office

Gestern hatte ich mein Mitarbeitergespräch. Meine Beurteilung ist ziemlich gut ausgefallen. Um nicht zu sagen hervorragend. Eigentlich bin ich in allen Bereichen überdurchschnittlich gut beurteilt worden, was mich natürlich freut. Aber irgendwie ist es auch ein bisschen übertrieben.
Ich mein, ich weiß, dass ich gute Arbeit leiste, dass ich zuverlässig bin und dass ich keinen Scheiß abgebe. Was ich mache, hat Hand und Fuß und ist richtig, zügig und ordentlich. Aber trotzdem… das grenzte schon an Bauchpinselei und ich weiß auch warum: Weil ich nämlich nicht den Haken für Entwicklungsmöglichkeiten bekommen habe. Den hatte mein alter Chef mir letztes Jahr schon nicht gegeben. Er hätte zwei andere vorgesehen (ich frag mich heute noch, wer damals der zweite war) und ich würde ihn auf jeden Fall dieses Jahr bekommen.
Nun ist Alt-Chef aber nicht mehr da und Neu-Chefin (immer noch nicht offiziell übrigens), wollte mir den nicht geben. Sie hätte zwei andere vorgesehen (WER, verdammt???), aber ich würde ihn auf jeden Fall nächstes Jahr bekommen.

Früher hätte ich meine Klappe gehalten. Früher hätte ich mich nicht getraut, was zu sagen, weil ja die Beurteilung so super ist. Das ist ja, als würde man ein Haar in der Suppe suchen. Also hätte ich gesagt, dass es ok wäre und hätte mich in Grund und Boden geärgert.
Aber ich bin nicht mehr wie früher. Gestern hab ich ihr gesagt, dass mir Alt-Chef genau das letztes Jahr auch schon gesagt hatte und dass ich das nicht so toll finde.

Heute früh bekam ich dann die Info, dass ich diesen Haken doch bekomme.
Ob das jetzt tatsächlich was bewirkt, das sei mal dahin gestellt. Zumindest komme ich aber in eine Art Talent-Pool und so hat man dann auch mal eher die Möglichkeit, zB. Job Visits zu machen, weil man „sichtbarer“ ist. Diese ganze Vitamin-B-Scheiße geht mir ja eigentlich ziemlich auf den Sack, aber anders geht es bei uns eben nicht. Eigentlich will ich ja schon länger mal ins Controlling und gucken, was da so abgeht. Ich glaube Controlling liegt mir mehr als Buchhaltung. Also abwarten. Solange die Situation aber ist, wie sie ist, wird das sowieso nichts mit Job Visits.

Trotz dieser guten Nachricht bin ich heute aber ziemlich unmotiviert. Mir ist kalt und eigentlich will ich mich nur auf die Couch verziehen und mein Schnulzbuch weiterlesen, in dem es eine so schöne heile Welt gibt… :-/

Einkaufen war gestern gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Die Idee, zu diesem etwas abgelegenen Lidl zu fahren, war vielleicht genau richtig. Vielleicht wäre aber auch in dem anderen wenig los gewesen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall waren da gestern nur 6 Autos auf dem Parkplatz und eben sehr wenig Leute im Laden.
Es war eigentlich ganz entspannt. Niemand hat gedrängelt, fast alle haben Abstand gehalten. Zumindest an der Kasse sind dann aber alle an den aufgeklebten Abstandsstreifen am Boden stehen geblieben und haben gewartet. Klopapier gabs natürlich nicht mehr, aber ich brauche ja noch kein neues. Ansonsten habe ich fast alles bekommen, was auf meiner Liste stand und deshalb hab ich auf dem Heimweg noch kurz bei einem Aldi angehalten, der ebenfalls ziemlich leer war.
Wenn ich so drüber nachdenke, war es wohl doch ganz gut, nicht montags und nicht früh einkaufen zu gehen. Ich schätze, gestern war es voll, weil viele nach dem Wochenende nichts mehr hatten, und morgens ist es bestimmt auch voll, weil alle Leute als erstes da sein wollen, weil ja dann potentiell die Regale noch voll sind.

Aber ehrlich, man muss sich da eigentlich wirklich keine Sorgen machen. Es gibt alles. Und ansonsten muss man eben mal ein bisschen umdisponieren. Dann macht man statt Erbsensuppe eben Linsensuppe.

Ich war trotz allem überrascht, wie viele Autos ich unterwegs getroffen habe. Es war zwar halb vier, also wahrscheinlich der Feierabendverkehr, aber ich hatte eigentlich gar nicht den Eindruck, dass weniger Menschen als sonst unterwegs sind.

Abends hab ich dann dem Namenlosen die Haare geschnitten! 😀 Als Frau hab ich zumindest das Problem nicht. Wenn meine Haare jetzt wachsen, dann ist das schon ok. Der Bob wächst halt einfach raus und ich mache dann einen Zopf. Aber er sah schon wieder aus wie ein Wischmopp. Auf seine Haare bin ich ja echt neidisch. Die sind so voll und so dick… aber wenn sie bei ihm zu lang werden, sieht es halt ein bisschen wild aus. Er müsste wohl länger durchhalten, dann wärs irgendwann bestimmt wieder gut, aber er ist nicht so der Typ für längere Haare 😉 Also musste die Wolle gestern runter.
Bloß gut, dass wir eine Schermaschine für den Hund haben 😀 sein Bartschneider hat das nämlich nicht geschafft.
Also zuerst hinten und an den Seiten kürzer scheren und oben hab ich dann beherzt die Schere genommen 😀 ist aber tatsächlich ganz gut geworden 🙂
Aber ich bin ja auch erfahren, was das angeht. Mit 22 oder so hab ich mir die Haare mal selbst kurz geschnitten, nachdem mein damaliger Freund Schluss gemacht hatte. Einer Freundin hab ich sie später dann auch kurz geschnitten. Meiner Schwester hab ich öfter den Pony geschnitten und als meine Haare später wieder lang waren, hab ich die Spitzen eigentlich immer nur selbst geschnitten, weil ich nicht eingesehen hab, beim Friseur 30 Euro dafür zu bezahlen.

Vielleicht machen wir wenn wir auswandern dann doch kein Katzen-Café auf, sondern einen Friseur. Offenbar hab ich meinen Beruf verfehlt 😀

Can’t get you out of my head

Dienstag, 24. März 2020
Tag 6 im Home Office

Ja, das Wochenende ist vorbei, der Montag war halt ein Montag und die Entspannung ist… na ja nicht dahin, aber Corona ist wieder allgegenwärtig und damit auch eine leichte Unruhe.

Heute morgen haben sie im Radio Marc Friedrich interviewt, der als „Crash-Prophet“ bekannt ist und in einem seiner Sachbücher den Wirtschafts-Crash für spätestens 2023 prognostiziert hat… Der hat also heute morgen, als ich noch im Halbschlaf war, ein worst-case-Szenario gemalt: Rezession, globale Depression, Unterbrechung des Wirtschaftskreislaufs, Deflation, Kollaps und schließlich Währungsreform. Und das ganze würde 5 bis 10 Jahre dauern, weil man einfach immer bei jeder anderen Krise Geld reingesteckt hat und versucht hat alles zu retten. Man hätte Banken auch bankrott gehen lassen müssen, dann hätte man jetzt mehr auf der hohen Kante gehabt und hätte die 5 bis 10 Jahre auf 3 verkürzen können…
Es gab Wirtschaftsexperten, die sich mit seinen Büchern befasst haben und seine Vorhersagen aus 2012 widerlegt haben, aber darum gehts grad nicht. Ich war gerade wach und man hört direkt als erstes das worst-case-Szenario… da gehen direkt die Gedanken wieder los und man wacht direkt mit Unruhe auf.

Dann wusste ich gar nicht, welcher Tag heute ist. Dadurch dass ich jetzt so lange nicht mehr draußen war, ist mein Zeitgefühl komplett verloren gegangen. Gestern Abend wusste ich schon nicht mehr, welcher Tag ist, und ob ich den Wecker anmachen muss oder nicht… Mir wär als wäre Samstag und auch heute morgen war ich dann verwirrt, dass der Wecker anging. Ich war überzeugt, dass es Sonntag wär…
Vielleicht ist es nicht verkehrt, dass ich nachher vor die Tür muss um einkaufen zu gehen. Mal ein bisschen in die Realität zurück kommen!

Die Arbeitsrealtität ist dafür ganz gut angelaufen heute. Ich habe einen neuen, sauberen Pulli an und ich bin geschminkt. Ich gehe davon aus, dass wir das Mitarbeitergespräch nicht per Video machen, aber egal. Dann seh ich zumindest zum Einkaufen später nicht aus, wie der Tod auf Latschen 😉
Jetzt werde ich meine to-do-Liste für heute abarbeiten und dann vielleicht auch etwas früher Feierabend machen und einkaufen fahren, dann kann ich länger in der Sonne stehen und auf Einlass warten 😉

Bleibt gesund, bleibt zu Hause und denkt nicht so viel über Corona nach. Lest lieber ein Schnulzbuch, da kann man sich so schön wegtragträumen… Zumindest mal eine Woche lang, wenn man nicht zu schnell und nicht zu viel liest 😉

Pocketful of sunshine

Montag, 23. März 2020
Tag 5 im Home Office

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, aber es ist eisekalt heute. Auf dem Balkon steht eine Feuerkorb mit einer Auffangschale unten drunter. Dort drin ist Wasser, den dem öfter mal Vögelchen baden oder trinken. Aber das Wasser ist gefroren. So allmählich taut es auf, aber die Sonne ist leider schon rumgewandert, sodass der Balkon jetzt im Schatten liegt.
Auf der Wiese im Garten ist Sonne, da stolzieren gerade die zwei Elstern rum, die hier irgendwo wohnen und regelmäßig Streit mit den Eichelhähern anfangen. Die kleinen Meisen halten sich da raus. Die sitzen in der Linde und schauen sich das Spektakel an. Das ist fast wie eine Soap 😀
Und gerade hab ich mich füchterlich erschrocken, weil der Eichelhäher an der Wasserschale war. Es ist leider noch nicht ganz aufgetaut… Ganz schön groß, dieser Vogel! Jetzt ist er grad auf die Balkonreling gehüpft, aber ich war mit der Handykamera zu langsam.

Ich war jetzt seit einer Woche nicht mehr wirklich draußen. Nur abends mit dem Hund Gassi und am Wochenende eine große Runde ums Feld. Am Samstag kam mir dabei nur ein Radfahrer entgegen, aber am Sonntag waren doch ziemlich viele Leute unterwegs. Aber da war ja auch das Wetter wieder schön…
Es ist echt erstaunlich, wir wohnen ja schon etwas ab vom Schuss, direkt am Feld. Normalerweise trifft man hier wirklich fast nie niemanden, wenn man ums Feld geht. Sind die jetzt alle hier her ausgewichen, um mal spazieren zu gehen? Ich mein, natürlich muss man mal raus. Wir haben ja wenigstens einen Balkon und einen Garten, aber das hat ja nicht jeder.
Ich fand das Wochenende jedenfalls eigentlich richtig schön. Wir haben wenig Nachrichten geschaut und die Unruhe von Freitag hat sich bei mir wieder gelegt, wir haben ein bisschen Fernsehen geschaut, faul rumgelegen und gelesen. Gar nicht so viel anders, als sonst. Aber sonst denken wir immer (grad wenn das Wetter schön ist), dass man ja eigentlich mal raus müsste, einen kleinen Ausflug machen. Und dann haben wir oft ein richtig schlechtes Gewissen, dass wir die Zeit so sinnlos verstreichen lassen… Ehrlich, so ohne schlechtes Gewissen rumzuliegen und ohne Druck, dass man seine Zeit nicht gut nutzt, war das Wochenende eigentlich wirklich richtig schön!

Ich war also letzten Montag das letzte mal richtig draußen. Da war ich einkaufen. Wenn wir uns ab morgen nicht von TK-Kartoffelpuffern mit Apfelmus oder Nudeln mit Tomatensoße aus dem Glas ernähen wollen, muss ich morgen dann mal einkaufen gehen.
Der Namenlose war am Samstag kurz für ein paar Kleinigkeiten im Lidl und er meinte, es war relativ leer und sehr entspannt. Lag wohl am Lidl, der liegt nämlich eher etwas ab vom Schuss. Und ein Penny und Tegut ist auch noch nebenan, sodass es sich wohl gut verteilt. Aber die meisten Leute werden wohl in den größeren Rewe oder ins Kaufland gefahren sein. Ich muss mir noch überlegen, wo und wann ich morgen hinfahre. In meinen Stamm-Aldi fahre ich aber vermutlich nicht, der liegt am Rande eines großen Wohngebiets und wird rappelvoll und leergekauft sein.

Wahnsinn, dass man sich Gedanken um den Einkauf machen muss… Meine Kollegin meinte am Freitag auch zu mir, die Regierung würde uns für dumm verkaufen, wenn sie sagt, es gäbe keine Engpässe mit Lebensmitteln. Der Verkäufer im Supermarkt hätte ihr gesagt, dass es ehr wohl Engpässe gäbe.
Oh man, was soll man davon halten?? Setz dir einen Aluhut auf und schließ dich zu Hause ein… Es gibt keine Engpässe bei Lebensmitteln. Es gibt nur das Problem, dass die Supermärkte überhaupt nicht so schnell ranschaffen können, wie die ganzen Idioten es wegkaufen!
Eine Palette Klopapier ist nach 10 Minuten leer! Ich kann immer noch nicht verstehen, wieso alle Leute so viel Klopapier kaufen. Wie schon Freitag gesagt: ich habe vor über zwei Wochen eine Packung gekauft, als wir von der vorherigen Packung noch zwei Rollen übrig hatten. Wir kommen also offenbar mit einer Rolle pro Woche aus. Als ich Freitagabend die neue Packung aufmachen musste, hab ich kurz überlegt, ob ich jetzt in Panik verfallen sollte 😉 Aber die nächsten mindestens 8 Wochen sollten wir also auf der sicheren Seite sein, was Klopapier angeht 😉

So, weg von solch intimen Geständnissen… Hin zum Home-Office-Alltag.
Vorhin ist mir aufgefallen, dass ich einen Fleck auf dem Pullover hab. War mir dann aber auch egal. Sieht ja keiner 😉 Ich trage tatsächlich immer noch Jeans und einen BH 😀 ich glaube, sonst fühlt sich das ganze zu sehr nach Freizeit an. Aber ich trage den Pulli mit dem Fleck schon seit letztem Dienstag. Er riecht aber noch ganz frisch. Ich bewege mich ja nicht, also scheide ich auch keine Körperausdünstungen aus. Aber ich seh ein, dass ich morgen ruhig mal einen neuen Pulli anziehen kann!
Morgen hab ich dann auch mein Mitarbeiterjahres-/Beurteilungsgespräch. Das wird dann per Firmen-Skype stattfinden. Ich frage mich, ob das dann mit Video ist… vielleicht sollte ich mich dann morgen mal schminken. Sieht dann seriöser aus. Und noch weniger nach Freizeit.

Plan für morgen: neuer Pulli und Wimperntusche 😉

Don’t panic

Freitag, 20. März 2020
Tag 4 im Home Office

Heute sitze ich tatsächlich an meinem Schreibtisch. Ich habe gestern das Arbeitszimmer aufgeräumt und dann nicht mehr genäht, weil alles so schön ordentlich aussah 😉
Dann habe ich angefangen, Stoffe zu sortieren, weil meine Schwester (die als OP-Schwester arbeitet) angefangen hat, OP-Hauben zu nähen. Selbst sowas wird jetzt also schon knapp. Na ja, kommen ja auch aus China. Es ist echt billiger, Wegwerfhauben zu kaufen, als Baumwollhauben bei 90 Grad zu waschen… Meine Stoffreste reichen leider nicht für Hauben, aber sie ist auch gerade in Klärung, ob man Mundtücher daraus machen kann.
Und ich sitze hier, starre aus dem Fenster und fühle mich nutzlos. Ich sitze hier und mache meine unnütze Arbeit. Erste Kunden haben schon angekündigt, dass sie wegen der Corona-Krise ihre Zahlungsfähigkeit nicht sicherstellen können. Jeder beschränkt sich gerade auf die wichtigsten Dinge und das merkt man. Es kommt keine E-Mail, kein Anruf – nichts!

Ich muss aufpassen, dass ich nicht in eine dauerhafte Unruhe verfalle. Die vielen Nachrichten, die Diskussionen, Berichte über Einzelschicksale, Auswirkungen auf die Wirtschaft, Hamsterkäufe, die Panik der Menschen… das steckt mich an und beunruhigt mich. Ich versuche ruhig zu bleiben und tief durchzuatmen.
Wenigstens muss ich heute nicht einkaufen. Die letzten beiden Male hab ich mich tatsächlich etwas von der ganzen Hamsterei anstecken lassen und habe mehr Milch als üblich, Toastbrot, Aufbackbrötchen, noch zwei Päckchen Nudeln und TK-Gemüse gekauft, was ich sonst nie mache. Ich kaufe sonst nur das, was wir unmittelbar brauchen. Aber deshalb muss ich heute fürs Wochenende nicht einkaufen gehen, sondern kann das auf Montag verschieben.
Und dann werde ich mich beherrschen und keine Packung Klopapier kaufen, weil die, die ich vor über zwei Wochen gekauft habe, als wir nur noch zwei Rollen hatten, immer noch nicht mal angebrochen ist!!! Wir kommen also die nächsten Wochen mit dem aus, was wir haben.

Wenn die Menschen bloß einfach vernünftig wären und in normalen Mengen einkaufen würden, dann gäbe es diesen Engpass ja gar nicht. Der ist künstlich verursacht und bestätigt jeden, der vor der leeren Palette steht, dass es gut ist zu hamstern, weil es ja „offensichtlich nichts mehr gibt“.

Am Wochenende habe ich vor mich zu entspannen. Ich werde keine Hamstereinkäufe machen, ich werde mich an die Regeln halten und zu Hause bleiben. Ich werde lesen, nähen, mit dem Namenlosen quatschen und Filme schauen, mit dem Hund ums Feld laufen (da trifft man in der Regel niemanden), vielleicht was im Garten machen. Auf jeden Fall werde ich mir größte Mühe geben, um nicht in Panik zu verfallen.

#stayhome und bleibt gesund!

Another cup of coffee – Home-Office-Gelassenheit #3

Donnerstag, 19. März 2020
Tag 3 im Home Office

Na, der Vorsatz mit dem Arbeitsplatz umräumen/einrichten hat nicht so geklappt. Gestern nach Feierabend habe ich wieder genäht. Und was soll ich sagen? Ich nähe ja nachher weiter… Es ist nervig, das alles wegzuräumen. Also sitze ich heute wieder am Esstisch. Mit Kissen unterm Hintern, um die Schultern zu entlasten. Aber das ist auch keine Dauerlösung. Ich komme wohl ums hin- und herräumen nicht drum rum.
Generell wäre es aber gut, wenn ich das Arbeitszimmer mal etwas aufräumen würde. Da hat sich in letzter Zeit ein kleineres Chaos eingeschlichen. Der Staubsaugerroboter fährt gerade mal durch, dann muss ich mal den Kleinkram wegräumen und eine Kiste für das aktuelle Nähprojekt wär auch nicht schlecht. Dann kann ich die halbfertigen Teile da einfach reinlegen und ins Regal stellen. Nähmaschinen an die Seite und schon hab ich Platz zum arbeiten. Ist eigentlich gar nicht so schlimm.
Ok, dann ist das der Plan für nachher.

Der Plan für jetzt sieht vor, Rückstellungen zu stornieren, zu denen Rechnungen gebucht sind. Normalerweise passiert das über einen Workflow automatisiert. Aber seit diesem Monat haben das andere Kollegen übernommen und jetzt ist da nicht alles so gelaufen, wie es sollte… Also stehen die Rückstellungen noch da, obwohl die Rechnung gebucht wurde. Ja, etwas nervig, deshalb schiebe ich das schon seit gestern vor mir her… Gestern hab ich dann lieber pünktlich Feierabend gemacht und heute habe ich mich auch noch nicht aufraffen können. Aber das liegt nicht am Home Office. Ich hätte es auch im Büro vor mir her geschoben 😉
Also gehts jetzt los. Nach einer weiteren Tasse Kaffee. 😉

Feeling good – Home-Office-Gelassenheit #2

Mittwoch, 18. März 2020
Tag 2 im Home Office

Mir ist langweilig.

WAR EIN WITZ! 😉

Nachher sollte ich mal den Schreibtisch aufräumen. Da liegt noch der ganze Nähkram rum. Ich muss mal schauen, wie ich das dann mache, weil ich ja auch nähen möchte. Also muss ich eigentlich beides, Arbeitsplatz und Nähplatz, jeweils immer wieder wegräumen und aufbauen.
Gestern und heute sitze ich zum Arbeiten der Einfachheit halber im Wohnzimmer am Esstisch. Und dabei mit dem Rücken zum Fenster, was ja eigentlich schade ist. Aber das ist mein Stammplatz und auf dem anderen kann ich nicht sitzen 😀
Also sollte ich lieber mein Nähzeug wegräumen und am Schreibtisch sitzen. Ist auf Dauer eh besser für den Rücken, weil mir der Esstisch so zum arbeiten nämlich eigentlich zu hoch ist. Und außerdem kann ich dann aus dem Fenster schauen.

Heute gäbs was zu sehen. Der Bauer macht sein Spargelfeld fertig. Der Namenlose hat letztens mit ihm gesprochen, weil die meisten Erntehelfer ja Polen sind. Er hat sie jetzt wohl schon ein paar Wochen früher hergeholt, weil ja Polen schon letztens die Grenzen dicht gemacht hat.
Damit die dann nicht sinnlos hier rumsitzen und warten, dass es losgeht, soll der Erntebeginn wohl auch vorgezogen werden.

Ansonsten könnte ich heute viele Vögel beobachten. Ein Eichelhäher sitzt irgendwo im Baum und schimpft mit dem Traktor 😀 Ein paar Elstern keckern rum, einen Raben hab ich auch gehört. Dann natürlich noch Meisen und Amseln. Die Sonne scheint, es ist richtig mild und frühlingshaft draußen…
Und ich fühle mich gut 🙂

Ich genieße wieder die Ruhe.
Gestern hab ich den halben Tag damit verbracht, mit diversen Kollegen unsere Web-Meeting-Plattform zu testen. Ich nenne es immer firmeneigenes Skype. Man kann darüber telefonieren, Videokonferenz machen, chatten und auch Dokumente hin und her schicken oder in einer Web-Konferenz seinen Bildschirm teilen, sodass man den anderen zeigen kann, woran man gerade arbeitet zB.
Die Nutzungsmöglichkeiten sind wirklich breitgefächert und waren ganz offensichtlich den meisten überhaupt nicht bewusst. Die meisten haben diese Software bis auf die Telefonfunktion noch überhaupt nicht benutzt und das mit der Telefonfunktion auch nur gezwungenermaßen, weil uns die Tischtelefone weggenommen und alles auf diese Software umgestellt wurde.

Naja. Man sieht mal wieder: wenn man MUSS, dann geht es auch irgendwie.
Ich bin jedenfalls immer noch sehr zufrieden, ich vermisse nichts und niemanden. Den Kaffee auf der Arbeit habe ich eh nicht getrunken, Tee kann ich mir auch hier machen, sogar ohne verkalkten Wasserkocher 😉 Hier tickt keine Uhr, hier flüstert niemand vor sich hin, wenn eine Nase beim Atmen pfeift, dann ist das meine und dann beseitige ich das. Bisher vermisse ich noch nicht mal die zwei großen Bildschirme, mit denen ich normalerweise arbeite. Warten wir mal den Monatsabschluss ab, da könnte es dann etwas nerven, dass ich nur den kleinen Laptopbildschirm hab. Aber wenn das der einzig negative Punkt am Home Office ist, dann kann ich damit leben!

Ich möchte übrigens auch betonen, dass ich mir sowohl gestern als auch heute die Zähne geputzt und sogar eine Jeans angezogen habe! Aber fragt mich da in zwei Wochen noch mal 😀

The sound of silence – Home-Office-Gelassenheit #1

Dienstag, 17. März 2020
Tag 1 im Home Office

Endlich hat sich mein Arbeitgeber dazu entschieden, doch alle Mitarbeiter, bei denen es möglich ist, ins Home Office zu schicken.
Bisher hatten wir eine 50:50-Regelung, das heißt, die Teams wurden aufgeteilt, um eine eventuelle Ansteckung im gesamten Team zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt ging es noch nicht darum, die Verbreitung zu verlangsamen, sondern schlicht die Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.
Dann wurden Schulen und Kitas geschlossen und Eltern, die davon betroffen waren und keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren konnten, durften ebenfalls von zu Hause aus arbeiten. Wieder ging es nicht um die Vermeidung der Verbreitung, sondern bloß um das Unternehmen.

Nachdem sich gestern den ganzen Tag empörte Kommentare im Intranet gehäuft haben, wie unverantwortlich der Arbeitgeber doch ist, seinen Mitarbeitern den ÖPNV und das Großraumbüro zuzumuten, ist der AG der Empfehlung von anderen Stellen gefolgt und hat das Home Office für alle gestattet. Aber vorerst nur bis Ende März.
Besser als nichts.

Ich bin zufrieden.
Früher habe ich mich immer gegen Home Office gesträubt. Ich wollte nicht, dass man mir unterstellt, ich würde zu Hause nichts machen. Weil ich das anderen ja auch unterstelle 😉 Aber ob ich im Büro nebenbei Blog schreibe, oder zu Hause, ist ja eigentlich egal. Meine Arbeit mach ich natürlich trotzdem! So wie auch alle anderen. Jeder macht das, was zumindest gerade gemacht werden muss. Sicher lässt man anderes dann auch mal liegen. Weil eben diese soziale Kontrolle fehlt.

Die soziale Komponente ist etwas, was anderen wohl fehlen wird. Mir ehrlich gesagt nicht. Gerade gestern, als wir wegen der Teamsplit-Sache und Eltern-Home-Office nur 6 Leute im Büro waren, da sind so kleine Geräusche, wie mit sich selbst reden besonders aufgefallen. Es war sehr leise im Büro und dadurch hab ich erst recht alles gehört. Die Musik aus dem Kopfhörer des Kollegen, das Flüstern der Kollegin am anderen Ende des Büros, das Nasepfeifen des Kollegen neben mir…
Heute genieße ich die Stille! Ich bin zufrieden und ich glaube, dass ich auch die nächsten Wochen mit der Situation zufrieden sein werde.
Ich sitze in meiner stillen Wohnung, höre die Vögel im Garten zwitschern. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Selbst der Fluglärm, den wir hier doch immer mal sehr exzessiv haben, ist reduziert. Wahnsinn, welche Auswirkungen das alles hat.

Friday I’m in love – Großraumbüro-Wahnsinn #19

In Anlehnung an den neulichen Manic Monday, der ja gar kein Montag war, bin ich heute schon wieder in einer Zeitschleife gefangen und glaube, dass heute Freitag ist.
Wie kann das sein, an einem Montag???

Aufgrund des leeren, relativ stillen Büros fühlt es sich an wie Freitag, an dem ein Großteil entweder um 12 geht oder gar nicht erst da ist, weil sie im Home Office arbeiten. Leer und still ist es heute auch, weil der Notfallplan meines Arbeitgebers vorsieht, dass die Hälfte der Kollegen für 2 Wochen zu Hause arbeiten soll, um das Corona-Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Inzwischen gibt es sogar einen bestätigten Fall im Bürogebäude nebenan, allerdings war derjenige vor und nach der Diagnose nicht mehr am Arbeitsplatz. Somit besteht keine Ansteckungsgefahr und somit auch kein Grund, doch alle Mitarbeiter ins Home Office zu schicken. Schade 😉

Am (echten) Freitag hat mich das schon tierisch genervt, dass ich nicht im ersten Home-Office-Schwung dabei bin. Und überhaupt finde ich diese Vorgehensweise komplett sinnlos… Da hat irgendeine hochintelligente Führungspersönlichkeit mal einen superschlau klingenden Vorschlag gemacht, aber ihn nicht zu Ende gedacht.
Als ob die Hälfte im Home Office sich jetzt nicht ansteckt. Die können sich genauso anstecken. Man geht ja trotzdem einkaufen oder trifft sich am Wochenende mit Freunden. Genauso wie die Bürohälfte. Der Unterschied ist: Die Bürohälfte ist dann gleich komplett verseucht, wenn einer sich was holt.

Aber trotz allem finde ich es heute ganz ok hier, weil es im Vergleich zu sonst ziemlich ruhig ist.

Freitags-Füller 10/2020

1. Weil ich heute so genervt bin, weil schon wieder zwei neue Baustellen auf dem Arbeitsweg sind und ich einen Umweg fahren musste, und weil es regnet und überhaupt, weil ich zur Arbeit musst, muss ich meine Gedanken rauslassen und fülle den Freitags-Füller aus.

2. Ich bin ehrlich und direkt, aber offenbar kommt das nicht immer gut an. Ich bin sicher auch mal undiplomatisch in meinen Äußerungen, aber Menschen, die mich schon lange kennen, sollten langsam damit umgehen können. Vor allem hab ich keine Lust vor jedem meiner Kommentare darüber nachzudenken, was ich jetzt sagen darf und was nicht, oder ob man das in den falschen Hals bekommen könnte. Ich bin auch mal beleidigt, wenn man mir ehrlich was vor den Latz knallt, aber ich nehme alle Menschen wie sie sind, aber ich bin eben auch wie ich bin. Das Leben hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin.

3. Jede Woche frage ich mich, wo die Zeit hingeht. Jetzt habe ich wieder so viel Zeit und trotzdem schaffe ich nichts….

4. Vom Arbeitgeber wird darüber diskutiert, wie man die Verbreitung von Corona stoppen kann. Es werden Notfallpläne errichtet, um die Geschäftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Diese ganze Corona-Panikmache geht mir voll gegen den Strich.

5. Das Beste, also das „Beste“ ist, dass jetzt 50% der Mitarbeiter ins Home Office gehen sollen. Die anderen bleiben im Büro und nach zwei Wochen wird geschaut wie die Lage ist und eventuell getauscht. Ich finde das so idiotisch! Wieso schickt man nicht alle? Wenn es doch genau darum geht, die Ansteckung im Großraumbüro zu vermeiden, wieso lässt man dann nur die Hälfte der Belegschaft zu Hause und setzt den Rest weiter dem Risiko aus?.

6. Ja, eigentlich meckere ich nur rum, weil ich nicht zu den erste 50% gehöre, die sofort ins Home Office gehen dürfen. Da hätte ich wenistens meine Ruhe. Ich muss ehrlich sagen, das nervt mich total!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Mir geht das ganze Büro und Corona und diverse Baustellen echt auf den Sack und außerdem bin ich müde. Ich will bloß nach Hause und mich übers Wochenende von meiner schlechten Laune befreien, morgen habe ich geplant, verschiedene Schnittmuster und Stoffe vorzubereiten und Sonntag möchte ich mal wieder frühstücken gehen und ein bisschen nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

Und ein kleines Goodie: Ein Blick in die Vergangenheit
Freitags-Füller 10/2019
Freitags-Füller 11/2018

Bye-bye Aida – 18./19.02.2020

Der zweite Seetag verlief ähnlich unspektakulär wie der erste. Es war leider etwas kühler, sodass wir dieses mal nicht das Bett auf dem Balkon gebaut haben.
Stattdessen sind wir ein bisschen übers Schiff gelaufen, sind durch die Geschäfte getingelt und haben Kuchen gegessen. Man hat die Zeit schon ganz gut rumbekommen.
Am Nachmittag fand dann die „nautische Stunde“ statt, da stellt sich der Kapitän den Fragen von den Passagieren. Das war wirklich sehr interessant, weil einige Leute wirklich sehr interessante Fragen gestellt haben. Ich hab natürlich alles auch wieder vergessen 😉 Aber es war wirklich interessant und kurzweilig.

Am Abend hatten wir wieder einen Tisch in einem À-la-carte-Restaurant reserviert. Wir gingen ins French Kiss, da gab es auch sehr sehr leckere Sachen. Selleriesüppchen, Bouillabaisse, Tartar, Rinderfilet, Creme Brûlee… nomnom. Vooooollgefuttert waren wir dann noch mal im Pub und haben anschließend die Koffer schon mal gepackt.

Am Mittwoch war es dann auch schon so weit. Wir gingen von Bord. Leider war auch am Abreisetag nicht mehr genug Zeit, um einen Ausflug auf Teneriffa zu machen, also blieb uns nur, in Ruhe zu frühstücken. Wir wollten uns eigentlich im Snack-Corner, wo es belegte Brote und Brötchen gab was mitnehmen, für die Heimreise, aber das durfte man nicht. Man man man… Also haben wir beim Frühstück Brötchen geschmiert und heimlich eingepackt. Ich hatte vorausgeplant und hatte extra Tüten dafür im Rucksack 😉

Danach fuhren wir mit dem Bus zurück zum Flughafen und mussten uns dann in einer kilometerlangen Schlange zum einchecken anstellen. Boah wie die Leute da gekotzt haben. Die haben sich so maßlos aufgeregt, wie es nur Deutsche können 😉 Ich war drauf und dran das Pärchen hinter uns anzuranzen, dass sie doch mal die Klappe halten sollen, weil sie es doch eh nicht ändern können.
Irgendwann kam dann die Durchsage, dass alle Passagiere von unserem Flug sich separat anstellen sollen. Wir hatten die Zeit gar nicht im Blick, aber es war schon eine Stunde vor Abflug.
Wir also raus aus der Schlange und an den anderen Counter. Wir waren dann die letzten, die noch eingecheckt werden mussten und man teilte uns mit, dass man das nicht könnte, weil es ein technisches Problem gab.
Inzwischen wurde dann auch die Durchsage gemacht, dass die Passagiere eines anderen Fluges sich dort anstellen sollen und was ist passiert? Alle Leute sind aus der Schlange rausgerannt und nach vorne an alle Counter (und nicht nur den separaten Counter)… oh man 😀

Wir standen derweil immer noch am Check-in und hatten keine Plätze, aber man versicherte uns, dass noch welche für uns frei wären 😉
Irgendwann war es dann soweit, wir mussten dann aber noch durch die Sicherheitskontrolle, aufs Klo wollte ich auch noch mal und dann waren wir echt die letzten, die eingestiegen sind, aber man hat auf uns gewartet 😉 Unser Gepäck wurde auch noch eingeladen und dann konnten wir mit ca. 30 Minuten Verspätung abheben und uns auf den Weg in die Heimat machen.

Fazit:
Eine Seefahrt die ist lustig… jep… Ich würde nicht ausschließen, noch mal eine Kreuzfahrt zu machen. Ich fand es grundsätzlich cool, jeden Tag woanders zu sein, auch wenn ich zwischendurch dachte, dass zwei oder drei Tage auf der gleichen Insel auch schön wären.
Die vielen Leute haben mich echt genervt. Auch wenn ich das eigentlich wirklich nur beim Essen gemerkt habe, aber essen ist mir wichtig. Ich möchte nicht hektisch in mich rein schaufeln, das macht man im Alltag leider oft genug. Wenn ich im Urlaub bin, will ich in Ruhe und in schöner Atmosphäre essen.
Das Schaukeln fand ich im Nachhinein nicht so schlimm, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte. Das Knarzen von irgendwelchen Teilen in der Kabine bzw. auf dem Balkon war allerdings schon manchmal nervig.
Das Schiff war mir persönlich auch zu groß und zu unübersichtlich, aber es war schon alles schön gemacht. Wenn man mit dem Fahrstuhl hoch und runter gefahren ist, waren die Decks unterschiedlich beleuchtet und eingerichtet. Ich frage mich gerade, ob da ein System hintersteckte. Ich glaube die Kabinendecks waren alle rot und da wo man bespaßt wurde, war es blau oder grün… hm… das hätte mir mal vorher auffallen sollen.
Naja, also wenn noch mal Kreuzfahrt, dann auf jeden Fall mit einem kleineren Schiff! Und von mir aus auch mit einer anderen Reederei. Einfach um mal zu gucken.

Madeira – 17.02.2020

Weiter gehts mit dem Urlaubsbericht!
Irgendwann erreichten wir also Madeira. Als ich um 7 wach war, war noch alles dunkel. Beim Frühstück um 8 saßen wir dann wieder draußen auf dem Lanai-Deck und sahen dem Sonnenaufgang zu. Heute mussten wir uns ein bisschen sputen, denn heute war der einzige Tag, an dem wir tatsächlich einen Plan hatten: Um 9 Uhr wurden wir abgeholt zum Canyoning. Und da sich sonst niemand angemeldet hatte, waren wir ganz alleine und hatten quasi eine Privattour 🙂

Canyoning ist wieder ein ganz toller Anglizismus… Auf deutsch könnte man Schluchtenwandern sagen, wobei ich zugeben muss, dass das nicht so spektakulär klingt. Man begeht dabei eine Schlucht, und muss sich dabei abseilen, springen oder rutschen.
Wir hatten das Anfänger-Paket gebucht, schließlich haben wir sowas noch nie gemacht und unser Fitnesslevel ist eher mies 😉

Zuerst fuhren wir über die halbe Insel, immer weiter ins Inselinnere und immer weiter bergauf. Dabei konnten wir die Landschaft und den Ausblick bewundern und sind schon mal mit dem Tourleiter warm geworden.
Am Ausgangspunkt angekommen haben wir uns in Neoprenhosen gequetscht, mit Neoprensocken und einem Neoprenpullover unter der Neoprenjacke. Dazu bekamen wir Wanderschuhe, einen Helm und einen Gurt. Ich kam mir vor wie ein Michelinmännchen. Ich glaube ich war zu dick für die Hose, die war sowas von eng und eigentlich hätte ich sie an den Unterschenkeln gern noch etwas höher gezogen, damit ich an den Knien mehr Spiel habe. Ich hatte beim laufen nämlich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsste meine Beine gegen einen Widerstand heben und die Füße würden von einem Gummi zurückgezogen.
Zuerst liefen wir vom Auto ein bisschen durch den Wald. Dabei zeigte uns der Guide verschiedene Pflanzen, zB. Bananenpassionsfrucht, die es auch in der berühmten Markthalle für teures Geld zu kaufen gibt. Leider waren sie noch nicht reif 🙂 Er erklärte uns viel über die Gegebenheiten auf Madeira, zB. dass Madeira allein deshalb so grün ist, weil ständig die Wolken in den Bergen hingen. Wir liefen vorbei an Eukalyptusbäumen, an Rosmarin und Fenchel, trafen ein Schaf und eine Katze und stiegen dann die Böschung hinab zu dem kleinen Fluss durch den unser Canyoningabenteuer gehen sollte. Mit den Schuhen in den Fluss zu steigen war ganz schön komisch, und vor allem hatte man mit den Neoprensocken dann die ganze Zeit das Gefühl, dass da mindestens 2 Liter Wasser in den Schuhen rumschwappen.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir also durch den Fluss, stiegen über Steine und Bäume, seilten uns ein paar mal an Wasserfällen ab, einmal mussten wir von einem Vorsprung runterspringen und einmal rutschen. Immer mal wieder wateten wir durch hüfttiefes Wasser oder wir mussten sogar schwimmen und ich sag euch, das Wasser war wirklich kalt!!! Mit dem Neoprenanzug war das dann zwar wirklich nicht schlimm, aber der erste Moment, wenn man eingetaucht ist, und das Wasser auch in dem Anzug nach oben gestiegen ist, das war schon richtig kalt! Und auch die Hände taten fast ein bisschen weh von dem kalten Wasser.
Zwischendurch saßen wir in der Sonne und haben eine kleine Pause gemacht und am Ende mussten wir wieder zurück zum Auto laufen. Der Weg ging über Felder und Treppen wieder nach oben. Das war noch mal richtig anstrengend und in diesem Anzug echt kein Spaß für mich, weil ich wie gesagt immer diesen Gummiband-Effekt hatte. Der Muskelkater am nächsten Tag hat mich fast umgebracht!
Aber ansonsten war das echt cool und hat richtig Spaß gemacht! Ich hatte ein bisschen bedenken, dass ich Schiss davor habe, mich abzuseilen. Dabei muss man sich ja schon rückwärts über die Kante lehnen. Aber das hat mir gar nichts ausgemacht. Das Springen schon eher, dabei war das nicht so hoch, wie das Abseilen.

Gegen halb 3 waren wir zurück in Funchal und wir hatten Huuuuuuuunger! Also suchten wir uns eine kleine Kneipe und fanden was gutes. Nach einem superleckeren Sandwich bestellten wir noch einen Poncha, einen traditionellen madeirischen Zuckerrohrschnaps, der mit Zitronensaft und Honig gemischt wird. Der hat uns nach der Anstrengung dann den Rest gegeben, weil das nicht bloß ein Shotglas war, sondern ein normales Saftglas voll 😀

Zufrieden schleppelten wir wieder los ein bisschen durch die Gassen und Fußgängerzogen und besuchten dann noch die Markhalle Mercado dos Lavadores, die um die Zeit nicht mehr so ganz überlaufen war. An einem der Obststände konnten wir die ganzen vielen verschiedenen Früchte probieren, die es auf Madeira gibt. Ananasmaracuja, Bananenpassionsfrucht,… ich hab schon wieder vergessen, was es alles war. Gekauft haben wir aber nichts, wir hätten sonst eh nichts mit aufs Schiff nehmen dürfen.

So allmählich waren wir echt geschlaucht von diesem Tag und wir sind zurück zum Schiff gelaufen. Unterwegs haben wir noch zwei Caches gemacht und haben dann eine heiße Dusche und ein kleines Nickerchen gegönnt, bevor wir wieder im Buffetrestaurant essen waren.
Abends fand im Beach-Club eine Silent Party statt, auf die wir dann noch gegangen sind. Es waren drei DJs da, jeder bekam Kopfhörer und an denen konnte man umschalten, welche Musik man hören wollte. Zuerst fand ich das nicht so lustig, weil ich die Kopfhörer eigentlich gar nicht so laut machen wollte. Aber ich hab dann immer alle Leute gröhlen hören. Also musste ich die Musik dann doch ganz schön laut stellen, aber dann wars auch wirklich lustig. Und besonders witzig war es, wenn man die Kopfhörer abgenommen hat. Alle haben getanzt, aber unterschiedlich schnell und alle haben mitgesungen, was man durch die fehlende Musik dann alles hören konnte 😀
Während der Party sind wir dann zum zweiten Seetag ausgelaufen und haben uns auf den Rückweg nach Teneriffa gemacht.