Madeira – 17.02.2020

Weiter gehts mit dem Urlaubsbericht!
Irgendwann erreichten wir also Madeira. Als ich um 7 wach war, war noch alles dunkel. Beim Frühstück um 8 saßen wir dann wieder draußen auf dem Lanai-Deck und sahen dem Sonnenaufgang zu. Heute mussten wir uns ein bisschen sputen, denn heute war der einzige Tag, an dem wir tatsächlich einen Plan hatten: Um 9 Uhr wurden wir abgeholt zum Canyoning. Und da sich sonst niemand angemeldet hatte, waren wir ganz alleine und hatten quasi eine Privattour 🙂

Canyoning ist wieder ein ganz toller Anglizismus… Auf deutsch könnte man Schluchtenwandern sagen, wobei ich zugeben muss, dass das nicht so spektakulär klingt. Man begeht dabei eine Schlucht, und muss sich dabei abseilen, springen oder rutschen.
Wir hatten das Anfänger-Paket gebucht, schließlich haben wir sowas noch nie gemacht und unser Fitnesslevel ist eher mies 😉

Zuerst fuhren wir über die halbe Insel, immer weiter ins Inselinnere und immer weiter bergauf. Dabei konnten wir die Landschaft und den Ausblick bewundern und sind schon mal mit dem Tourleiter warm geworden.
Am Ausgangspunkt angekommen haben wir uns in Neoprenhosen gequetscht, mit Neoprensocken und einem Neoprenpullover unter der Neoprenjacke. Dazu bekamen wir Wanderschuhe, einen Helm und einen Gurt. Ich kam mir vor wie ein Michelinmännchen. Ich glaube ich war zu dick für die Hose, die war sowas von eng und eigentlich hätte ich sie an den Unterschenkeln gern noch etwas höher gezogen, damit ich an den Knien mehr Spiel habe. Ich hatte beim laufen nämlich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsste meine Beine gegen einen Widerstand heben und die Füße würden von einem Gummi zurückgezogen.
Zuerst liefen wir vom Auto ein bisschen durch den Wald. Dabei zeigte uns der Guide verschiedene Pflanzen, zB. Bananenpassionsfrucht, die es auch in der berühmten Markthalle für teures Geld zu kaufen gibt. Leider waren sie noch nicht reif 🙂 Er erklärte uns viel über die Gegebenheiten auf Madeira, zB. dass Madeira allein deshalb so grün ist, weil ständig die Wolken in den Bergen hingen. Wir liefen vorbei an Eukalyptusbäumen, an Rosmarin und Fenchel, trafen ein Schaf und eine Katze und stiegen dann die Böschung hinab zu dem kleinen Fluss durch den unser Canyoningabenteuer gehen sollte. Mit den Schuhen in den Fluss zu steigen war ganz schön komisch, und vor allem hatte man mit den Neoprensocken dann die ganze Zeit das Gefühl, dass da mindestens 2 Liter Wasser in den Schuhen rumschwappen.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir also durch den Fluss, stiegen über Steine und Bäume, seilten uns ein paar mal an Wasserfällen ab, einmal mussten wir von einem Vorsprung runterspringen und einmal rutschen. Immer mal wieder wateten wir durch hüfttiefes Wasser oder wir mussten sogar schwimmen und ich sag euch, das Wasser war wirklich kalt!!! Mit dem Neoprenanzug war das dann zwar wirklich nicht schlimm, aber der erste Moment, wenn man eingetaucht ist, und das Wasser auch in dem Anzug nach oben gestiegen ist, das war schon richtig kalt! Und auch die Hände taten fast ein bisschen weh von dem kalten Wasser.
Zwischendurch saßen wir in der Sonne und haben eine kleine Pause gemacht und am Ende mussten wir wieder zurück zum Auto laufen. Der Weg ging über Felder und Treppen wieder nach oben. Das war noch mal richtig anstrengend und in diesem Anzug echt kein Spaß für mich, weil ich wie gesagt immer diesen Gummiband-Effekt hatte. Der Muskelkater am nächsten Tag hat mich fast umgebracht!
Aber ansonsten war das echt cool und hat richtig Spaß gemacht! Ich hatte ein bisschen bedenken, dass ich Schiss davor habe, mich abzuseilen. Dabei muss man sich ja schon rückwärts über die Kante lehnen. Aber das hat mir gar nichts ausgemacht. Das Springen schon eher, dabei war das nicht so hoch, wie das Abseilen.

Gegen halb 3 waren wir zurück in Funchal und wir hatten Huuuuuuuunger! Also suchten wir uns eine kleine Kneipe und fanden was gutes. Nach einem superleckeren Sandwich bestellten wir noch einen Poncha, einen traditionellen madeirischen Zuckerrohrschnaps, der mit Zitronensaft und Honig gemischt wird. Der hat uns nach der Anstrengung dann den Rest gegeben, weil das nicht bloß ein Shotglas war, sondern ein normales Saftglas voll 😀

Zufrieden schleppelten wir wieder los ein bisschen durch die Gassen und Fußgängerzogen und besuchten dann noch die Markhalle Mercado dos Lavadores, die um die Zeit nicht mehr so ganz überlaufen war. An einem der Obststände konnten wir die ganzen vielen verschiedenen Früchte probieren, die es auf Madeira gibt. Ananasmaracuja, Bananenpassionsfrucht,… ich hab schon wieder vergessen, was es alles war. Gekauft haben wir aber nichts, wir hätten sonst eh nichts mit aufs Schiff nehmen dürfen.

So allmählich waren wir echt geschlaucht von diesem Tag und wir sind zurück zum Schiff gelaufen. Unterwegs haben wir noch zwei Caches gemacht und haben dann eine heiße Dusche und ein kleines Nickerchen gegönnt, bevor wir wieder im Buffetrestaurant essen waren.
Abends fand im Beach-Club eine Silent Party statt, auf die wir dann noch gegangen sind. Es waren drei DJs da, jeder bekam Kopfhörer und an denen konnte man umschalten, welche Musik man hören wollte. Zuerst fand ich das nicht so lustig, weil ich die Kopfhörer eigentlich gar nicht so laut machen wollte. Aber ich hab dann immer alle Leute gröhlen hören. Also musste ich die Musik dann doch ganz schön laut stellen, aber dann wars auch wirklich lustig. Und besonders witzig war es, wenn man die Kopfhörer abgenommen hat. Alle haben getanzt, aber unterschiedlich schnell und alle haben mitgesungen, was man durch die fehlende Musik dann alles hören konnte 😀
Während der Party sind wir dann zum zweiten Seetag ausgelaufen und haben uns auf den Rückweg nach Teneriffa gemacht.

Ein Gedanke zu “Madeira – 17.02.2020

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