The sound of silence – Home-Office-Gelassenheit #1

Dienstag, 17. März 2020
Tag 1 im Home Office

Endlich hat sich mein Arbeitgeber dazu entschieden, doch alle Mitarbeiter, bei denen es möglich ist, ins Home Office zu schicken.
Bisher hatten wir eine 50:50-Regelung, das heißt, die Teams wurden aufgeteilt, um eine eventuelle Ansteckung im gesamten Team zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt ging es noch nicht darum, die Verbreitung zu verlangsamen, sondern schlicht die Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.
Dann wurden Schulen und Kitas geschlossen und Eltern, die davon betroffen waren und keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren konnten, durften ebenfalls von zu Hause aus arbeiten. Wieder ging es nicht um die Vermeidung der Verbreitung, sondern bloß um das Unternehmen.

Nachdem sich gestern den ganzen Tag empörte Kommentare im Intranet gehäuft haben, wie unverantwortlich der Arbeitgeber doch ist, seinen Mitarbeitern den ÖPNV und das Großraumbüro zuzumuten, ist der AG der Empfehlung von anderen Stellen gefolgt und hat das Home Office für alle gestattet. Aber vorerst nur bis Ende März.
Besser als nichts.

Ich bin zufrieden.
Früher habe ich mich immer gegen Home Office gesträubt. Ich wollte nicht, dass man mir unterstellt, ich würde zu Hause nichts machen. Weil ich das anderen ja auch unterstelle 😉 Aber ob ich im Büro nebenbei Blog schreibe, oder zu Hause, ist ja eigentlich egal. Meine Arbeit mach ich natürlich trotzdem! So wie auch alle anderen. Jeder macht das, was zumindest gerade gemacht werden muss. Sicher lässt man anderes dann auch mal liegen. Weil eben diese soziale Kontrolle fehlt.

Die soziale Komponente ist etwas, was anderen wohl fehlen wird. Mir ehrlich gesagt nicht. Gerade gestern, als wir wegen der Teamsplit-Sache und Eltern-Home-Office nur 6 Leute im Büro waren, da sind so kleine Geräusche, wie mit sich selbst reden besonders aufgefallen. Es war sehr leise im Büro und dadurch hab ich erst recht alles gehört. Die Musik aus dem Kopfhörer des Kollegen, das Flüstern der Kollegin am anderen Ende des Büros, das Nasepfeifen des Kollegen neben mir…
Heute genieße ich die Stille! Ich bin zufrieden und ich glaube, dass ich auch die nächsten Wochen mit der Situation zufrieden sein werde.
Ich sitze in meiner stillen Wohnung, höre die Vögel im Garten zwitschern. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Selbst der Fluglärm, den wir hier doch immer mal sehr exzessiv haben, ist reduziert. Wahnsinn, welche Auswirkungen das alles hat.

5 Gedanken zu “The sound of silence – Home-Office-Gelassenheit #1

  1. nephi88 schreibt:

    Dauerhaft wäre das für mich nichts, weil ich die nervigen Kollegen irgendwann vermissen würde, aber so wie du das beschreibst, ist Home-Office sicher ein schöner Ausgleich zu sonst nervigen Bürotagen an denen ständig das Telefon klingelt oder die Kollegen mit unwichtigen Fragen einen von der Arbeit ablenken 😀
    Dann genieße mal schön die Stille 🙂

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    • keschu schreibt:

      Ich bin gespannt, ob ich es in zwei Wochen immer noch so gut finde, aber momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass ich einen von denen vermissen werde 😉 Aber ich lass es auf mich zukommen. Auf jeden Fall genieße ich wirklich erstmal die Ruhe und freue ich mich auf die Ruhe morgen und übermorgen 🙂

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  2. Carrie Shawl schreibt:

    Das habe ich gestern ja auch erlebt. Nur das Unternehmen, Unternehmen, Unternehmen. Als wenn in den Chefetagen keine Nachrichten existieren. Eigentlich müsste so ein Virus mal die ganzen Egomanen dahinraffen. Das passiert aber nicht, weil die schön abgeschirmt im Einzelbüro sitzen. Aber man könnte ja mal häufiger da vorbei sehen und kräftig auf den Schreibtisch husten 😆

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