Rain in May

Donnerstag, 30. April 2020
Tag 29 im Home Office

Es ist ja noch nicht Mai, aber fast. Und den ganzen Tag regnet es schon immer mal. Aber das ist eher kein soft warm spray… 😉 Ich hoffe ihr habt jetzt auch einen Ohrwurm, ich werde den nämlich schon seit Stunden nicht los.

Ich warte gerade mal wieder. Darauf, dass ich eine Rückmeldung bekomme. Vorher kann ich nicht weiter machen. Die anderen Sachen hab ich schon erledigt, um die Zeit zu überbrücken. Jetzt mampfe ich M&M’s. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich letzte Woche eine Packung gekauft habe, und sie dem Namenlosen vorenthalten habe, weil ich sie alleine essen wollte. Ich hab auch die ganze Woche die kleine Schale hier versteckt, damit er sie nicht zufällig sieht. Man bin ich gemein…

Mit dem Masken-Nähen bin ich vorerst auch durch. Ich hab 7 oder 8 Stück genäht. Eine Bluse muss noch gesäumt werden. Als nächstes sind noch 2 Blusen, 3 T-Shirts, eine letzte Tasche und eigentlich eine Jacke geplant. Die Jacke lass ich wohl erstmal, wenns jetzt warm wird, zieh ich sie ja nicht an.
Dann kriege ich auf Youtube immer mehr Videos zum Thema Patchwork und Quilts angezeigt… Ich hätt schon mal wieder Bock drauf, eine Patchworkdecke zu nähen. Es steht nur in näherer Zukunft kein Baby im Umfeld an 😀 und für uns mach ich sowas nicht. Das Ding müsste dann ja riesig werden. Aber jetzt hab ich überlegt, ob ich mal neue Kissenbezüge für die Kissen auf der Couch mache. Ich versuche mich gerade zu erinnern, seit wann unsere Wand petrol ist. Die Kissen sind nämlich grün und passen so gar nicht… Vorher war die Wand grau, da war das ok 😉 Tja, also vielleicht mach ich das mal.

Take me where the sun is shining

Mittwoch, 29. April 2020
Tag 28 im Home Office

Gestern Abend haben wir eine Doku über Schottland gesehen… hach, da verfalle ich wieder ins Träumen, vom Urlaub dort, vom Auswandern dorthin… hach ja 🙂 Es fällt mir schwer, mich in Geduld zu üben… Ich wüsste so gern, wann das alles vorbei ist, wann man wieder in den Urlaub fahren kann. Können wir im Oktober nach London?? Wann wird man das wissen? Da ist sie wieder, die Ungewissheit…

Gestern war ich das erste mal mit Maske einkaufen… Es war erst komisch, aber das ging schnell vorbei, weil man ja jetzt muss. Letzte Woche wäre ich mir vielleicht länger komisch vorgekommen. Zu Anfang war es nervig, weil ich es nicht hinbekommen hab, die Maske so anzuziehen, dass mir nicht ständig die Brille beschlägt. Obwohl ich eine mit Nasenbügel habe. Als ich es dann hatte, ging es eigentlich. Aber zum Ende hin (und ich war höchstes eine dreiviertel Stunde in dem Laden) hatte ich das Gefühl, dass die Maske undurchlässiger wurde. Das Atmen fiel mir schwerer, ich hatte das Bedürfnis tiefer einzuatmen, was dazu führte, dass die Maske sich an mein Gesicht gesaugt hat, was auch etwas nervig war. Ich weiß nicht, ob das einfach nur Kopfsache war oder ob die warme, feuchte Atemluft die Durchlässigkeit des Stoffs wirklich beeinträchtigt hat… Ich hoffe zumindest, dass mein Stoffpaket bald kommt, denn der Hemdenstoff ist vielleicht auch einfach zu dicht gewebt und daher nicht so super für die Masken geeignet.
Auf jeden Fall kann ich mir wirklich nicht vorstellen, so ein Ding den ganzen Tag im Büro zu tragen. Hut ab vor allen Menschen, die das auf der Arbeit schon immer müssen.
Meine Schwester meinte übrigen, dass das Brillebeschlagen mit den Einwegmasken nicht so schlimm ist. Ich hab sie nämlich gestern erstmal gefragt, wie sie ihren Arbeitsalltag so überleben kann 😉
Für alle Brillenträger ein Trick, den ich aber noch nicht ausprobiert habe: Man soll die Brille mit Seife waschen, dann hilft angeblich dagegen. Ich hab da jetzt schon zwei Varianten gehört. Entweder mit Seife waschen und polieren oder mit Seife einreiben und polieren. Ich probiere beides mal aus.
Wer sonst Tipps gegen beschlagene Brillengläser hat, immer her damit!

Sing Hallelujah

Dienstag, 28. April 2020
Tag 27 im Home Office

Noch nichts neues vom potentiellen Home-Office-Ende. Nur meine blöde Kollegin hat noch mal raushängen lassen, dass sie ja noch länger bleiben wird, weil ja ihre Tochter nicht zur Schule kann.
Mein Gott… ihr Mann arbeitet auch noch von zu Hause und das Kind ist 14. Das wird doch mal 6 Stunden ohne Mutter auskommen?!
Ich schätze, dass ich morgen in unserem wöchentlichen Meeting vor versammelter Mannschaft verkündet bekomme, dass ich ins Scheißbüro zurück muss. Damit will neu-Chefin garantiert eine Diskussion umgehen. Oah mich regt das echt so auf… ich kann den Gedankenstrudel darum auch nicht abschalten… Ich will nicht, dass es vorbei ist! Ich will einfach nicht! Wozu denn auch?!

Und gerade kommt die Info, dass sich voraussichtlich an den bisherigen Regelungen vorerst bis zum 18.5. nichts ändert. Die offizielle Info folgt noch, daher ist das nicht 100%ig spruchreif, aber ich glaube nicht, dass sich daran jetzt noch was ändert, sonst hätten wir das jetzt nicht gesagt bekommen. Gott sei Dank! Wieder mal umsonst aufgeregt… Ich habs versucht, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

Sewing me, sewing you ;)

Montag, 27. April 2020
Tag 26 im Home Office

Die Zeit verging heute mal wie im Flug, weil viel zu tun war. Jetzt ist alles erledigt, ich habe meine Zeit ausgestochen, aber möchte meinen täglichen Home-Office-Bericht nicht versäumen.
Das Wochenende war gar nicht so furchtbar langweilig, obwohl ich nicht viel gemacht habe. Aber ich fand es dieses mal nicht so frustrierend. Der Namenlose war Samstag und den halben Sonntag in der Firma – er entwickelt neue Produktideen. Irgendwie muss er Umsatz generieren… Er merkt einen Rückgang in der Auftragslage. Seine Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt, er arbeitet gefühlt doppelt so viel wie vorher… Aber so ist das als Selbstständiger. Zumindest hat er Ideen und er setzt sie um. Jetzt hoffen wir, dass es ankommt.

Ich hab am Wochenende natürlich auch Masken genäht. Morgen oder übermorgen muss ich einkaufen… Dann brauch ich auf jeden Fall eine Maske.
Der Stoff vom Kleideroberteil hat für so eine runde Maske gereicht. Aber so richtig gut finde ich die nicht. Ich werde wohl einfach die „normalen“ mit den Falten nähen. Die sind auch einfacher zu nähen. Vom Namenlosen hab ich ein Hemd aussortiert, das er in den ganzen 8 Jahre bestimmt noch nie anhatte. Es ist war nämlich ein kurzärmeliges Hemd, aber er trägt keine kurzärmeligen Hemden.
Ein bisschen Skrupel hatte ich, es zu zerschneiden. Bei ein paar Nähten hab ich mir sogar die Mühe gemacht und sie aufgetrennt, um zu sehen, wie es genäht war. Ziemlich gut gemacht und ehrlich schade, daraus jetzt Masken zu machen… Aber wie gesagt, er hat das Hemd eh nie getragen.

Gilt die Maskenpflicht dann eigentlich auch unter Kollegen? Der Namenlose hat seine Maske heute mitgenommen, eine Mitarbeiterin ist da. Eigentlich müssten beide eine tragen, oder? Und wenn ich nächste Woche ins Büro zurück müsste, dann müsste ich wohl auch eine tragen… Ich bin ja echt gespannt, was das dann wird. Ich denke mal übermorgen werde ich Bescheid bekommen… Drückt mir die Daumen 😉

Und jetzt näh ich noch ein paar Masken.

Freitags-Füller 17/2020

Freitag, 24. April 2020
Tag 25 im Home Office

1. Au weia, es wäre echt lustig, wenns nicht so blöd wäre… Ich habe vor ein paar Wochen meiner Schwester sämtliche meiner Baumwollstoffreste geschickt, weil sie fürs Krankenhaus Gesichtsmasken und OP-Hauben genäht hat, weil die Beschaffung der Einwegdinger so schwierig war. Jetzt hab ich selbst aber keinen Stoff da, um uns Masken zu nähen… Ich hab welchen bestellt, aber das dauert ja momentan ewig. bis zu 14 Tage… Irgendwie fällt es mir auch noch schwer, mir vorzustellen, dass wir diese Masken vermutlich die nächsten sechs, acht, zwölf Monate brauchen...

2. Wir haben nicht mal alte Hemden vom Namenlosen, die ich zerschneiden könnte. Wenn eins zerschlissen war, haben wir es eigentlich direkt entsorgt. Ich hab mal angefangen mir ein Sommerkleid zu nähen. Das hängt inzwischen tatsächlich seit zwei Jahren auf der Schneiderpuppe, weil die Stoffauswahl für den Rockteil falsch war. Es ist eine Art Leinen und ist nicht so weich und fällt deshalb nicht schön und sieht echt blöd aus, daher hab ich das Kleid nie fertig genäht. Den Stoff vom Rockteil finde ich für Masken zwar nicht so geeignet, aber velleicht reicht der Stoff vom Oberteil. Der wär sogar schön. Der ist gemustert mit so 60er-Jahre-Pril-Blumen.

3. Im Grunde genommen ist es egal welchen Stoff man nimmt. Ich hätte zwar lieber den nicht dehnbaren normalen Baumwollstoff, aber ich hab bestimmt auch irgendwo ein zu eng gewordenes T-Shirt. Ist ja nicht so, dass ich in der Home-Office-Phase abgenommen hätte… Ich hab hier zwar nicht sinnlos in mich reingefressen, aber ich hab mich noch weniger bewegt als vorher. dass das überhaupt möglich ist...

4. Diese Woche gabe es bei uns folgendes zu essen:
– Wraps gefüllt mit den Resten vom Chili con carne
– marinierte Hähnchenbrust und Salat
– Spaghetti Carbonara (schon wieder)
– Thai-Curry à la Keschu (TK-Asia-Gemüsemischung, Hähnchen, Thai-Currpy-Paste und Kokosmilch)
– Schweinefilet und Spätzle
– Bouletten und Lauchgemüse
Heute gibt es Grillkäse und ein Kräuterbutterbaguette. Dazu mache ich einen Salat mit Melonenstückchen und panierten Feta-Würfeln. Das Salat-Rezept war mal in einer Hello Fresh Box und war sehr lecker und frisch
, dieses Rezept gehört für mich zum Sommeranfang.

5. Ich war gestern genau 2x für je 10 Minuten draußen. Als der Namenlose nach Hause kam und abends sind wir kurz mit dem Hund Gassi gegangen.

6. Ich schade mir ja bloß selbst… Mich nicht öfter und mehr zu bewegen ist eigentlich ganz schön dumm.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen Skype-Chat mit meinen Lernmädels… Also ob ich mich da freue, da bin ich mir noch nicht so sicher. Ich glaube ich komme mir dabei blöd vor 😉 Aber es gibt Alkohl dazu, dann wird das schon, morgen habe ich geplant, Stoff zu suchen um wenigstens zwei Masken zu nähen und Sonntag möchte ich vielleicht noch mal zwei Masken nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

22 Jahre

Donnerstag, 23. April 2020
Tag 24 im Home Office

Wo ich gerade das Datum sehe, fällt mir auf, dass mein „Papa“ heute 60 wird… Komplizierte Geschichte bei mir. Mein „Papa“ war nicht mein biologischer Vater, aber das habe ich nie gespürt. Ich habe Papa zu ihm gesagt, und ich mochte ihn lieber als meine Mutter. Und ich glaube, er mochte mich auch lieber als meine Schwester, obwohl sie sein leibliches Kind war. Bis zu dem Punkt, wo sich meine Eltern getrennt haben. Das ist fast 22 Jahre her und seit dem habe ich ihn nicht mehr gesehen… Und seitdem finde ich es auch komisch, weiterhin Papa zu sagen, wenn ich von ihm rede. Aber ihn beim Namen zu nennen, oder „er“ zu sagen, es besonders zu betonen und vielleicht sogar die Anführungszeichen zu gestikulieren, finde ich genauso komisch.
Irgendwann vor ein paar Jahren hab ich bei meiner Schwester ein Foto von ihm an der Wand entdeckt. Das kam so unvorbereitet, dass mich das so richtig ins Herz getroffen hat. Damit hab ich einfach nicht gerechnet und das hat mich richtig aus der Bahn geworfen.

Seit über 20 Jahren hab ich also nichts mehr von ihm gehört. Wahnsinn, wieviel Zeit das ist! Als ich ihn das letzte mal gesehen habe, hat er sein Werkzeug aus dem Keller geholt. Meine Mutter war nicht da, ich war alleine zu Hause um hab ihm die Tür aufgeschlossen und stand heulend neben ihm. Rotzblasen hab ich geheult und ich hatte so einen Kloß im Hals, dass ich einfach nichts sagen konnte. Ich wollte einfach nur, dass er wieder zurück kommt. Oder zumindest, dass ich ihn nicht verliere. Aber ich durfte an den Wochenenden nicht zu ihm. Ich war ja nicht seine leibliche Tochter.
Damals war ich so verletzt und habe geglaubt, dass er mich zurück gewiesen hat. Heute glaube ich eher, dass das von seiner neuen Frau ausging. Meine Schwester durfte hin, aber mich wollte sie vermutlich nicht bei sich haben. Ich wäre aber auch nicht hingegangen, schätze ich. Aber ich hätte trotzdem gern Kontakt zu ihm gehabt.
Als er alles gepackt hatte, hat er mich noch mal in den Arm genommen und gesagt „Die Zeit heilt alle Wunden, mein Kind.“ Jetzt muss ich tatsächlich ein bisschen heulen. Obwohl es so lange her ist, sitzt die Verletzung immer noch tief und schon immer hab ich in Gedanken verbittert geantwortet, dass die Zeit keine einzige Wunde geheilt hat. Jetzt fällt mir aber erstmal auf, dass er „mein Kind“ gesagt hat…

Ich habe nie versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Vielleicht hat er darauf gewartet, dass ich den ersten Schritt mache… Aber ich finde nicht, dass ich am Zug war. Im Sommer war die Trennung und im folgenden Winter hat er mich zum Geburtstag angerufen und ich weiß noch, dass ich am Telefon gekämpft habe, nicht loszuheulen. Aber ich konnte auch nicht viel sagen, weil ich einen dicken fetten Kloß im Hals hatte. Vielleicht hat er dann gedacht, dass ich mit ihm nichts mehr zu tun haben möchte, denn er hat mich danach nie wieder angerufen.

Vor zehn Jahren hab ich einen Vorstoß gewagt. Da hab ich ihm zu seinem Geburtstag schöne Grüße ausrichten lassen. Damals, mit einer demütigen Einstellung dem Leben gegenüber, dachte ich, ich sollte es versuchen, bevor es vielleicht zu spät ist.
Vielleicht hätte ich ihn anrufen sollen, ihm einen Brief schreiben sollen… keine Ahnung… Aber außer, dass er sich über meine Geburtstagsgrüße gefreut hat, kam nichts zurück. Ein paar Monate lang hatte ich die Hoffnung, dass da noch was kommt, aber es kam nichts.
Dann hatte ich immer mal die Hoffnung, dass ich ihn auf einer Familienfeier bei meiner Schwester treffe – aber auch da kam er nie. Ich weiß nicht, wieso er nicht kommt. Meine Schwester meint, er kommt wegen meiner Mutter nicht, aber sorry… die werden sich doch wohl mal ein paar Stunden zusammenreißen können, wenn deren gemeinsamer Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn der zweite gemeinsame Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn… tja… aber er kommt nie. Im Sommer wird mein großer Neffe eingeschult. Ich bin gespannt, ob man sowas dann wieder feiern darf, und wenn ja, dann bin ich gespannt, ob ich ihn da dann mal wieder sehen werde. Nach 22 Jahren. Ich würde mich tatsächlich freuen.

Don’t speak

Mittwoch, 22. April 2020
Tag 23 im Home Office

Ich bin effizient. Vielleicht bezeichnen manche es als unhöflich oder sozial inkompetent. Aber ich will mich nicht schlecht machen, also bezeichne ich es als effizient. 😉

Bestes Beispiel: Mitteilung über die Fertigstellung einer Auswertung und Ablage am üblichen Speicherort

Was ein Kollege mir dann per Mail mitteilen würde:

Hallo Keschu,

ich hoffe es geht dir gut. Wie läuft es bei dir im Home Office?
Ich habe heute wieder die Auswertungen über blablabla und bliblablub gemacht. Es ist etwas ausführlicher geworden, als beim letzten mal und ich habe mit Farben die wichtigsten Zahlen gekennzeichnet. Jetzt ist auf den ersten Blick ersichtlich, was wichtig ist. Ich habe die Datei wieder auf dem Laufwerk A im Ordner Y abgelegt, aber du findest sie auch hier im Anhang.

Solltest du noch weitere Fragen haben, so komme bitte gern auf mich zu.

LG, eine schöne Restwoche und bleib gesund
Kollege

Was ich einem Kollegen per Chat mitteile:

Hi Kollege, die Auswertung ist fertig. VG, Keschu

Wenn ich nett bin, packe ich noch den Link zum Ordner auf dem Laufwerk dazu, wenn es allerdings der übliche Speicherort ist, dann lass ich es wahrscheinlich sein. Und ich gehe außerdem davon aus, dass der andere 1. sieht, wenn ich farblich die wichtigen Sachen hervorgehoben habe und 2. schon fragen wird, wenn er Fragen hat, ohne dass ich ihn explizit dazu auffordere.

Nächstes Beispiel: man hat einfach eine Frage

Was ein Kollege mit mir per Telefon besprechen würde:
Kollege: Hallo Keschu, na wie geht es dir? Was macht das Home Office?
Ich: Jup, läuft alles gut.
Kollege:
Ich: (stelle fest, dass eine Rückfrage erwartet wird) Und bei dir?
Kollege: Ja hier ist auch alles in Ordnung. (Es folgen Ausführungen über das Wetter, über das vergangene Wochenende, über das kommende Wochenende, über Gesundheit und die Aussicht aus dem Fenster)
Ich: … (weiß nicht, was ich außer „aha“ und „ok“ dazu sagen soll)
Kollege: Ja, weswegen ich eigentlich anrufe…
An dieser Stelle kommt die eigentliche Frage, die ich dann beantworte. Danach folgen wieder blabla und die momentan allseits übliche Floskel „Bleib schön gesund!“

Was ich mit einem Kollegen per Chat bespreche:
Ich: Hi, (an dieser Stelle folgt die Frage)
Kollege: Hallo Keschu, (beantwortet mir dir Frage)
Ich: alles klar, danke, bis dann!

Ich bin halt ein Fan von Informationsaustausch. Klare, kurze Anweisungen und Infos. Aber viele Leute haben die Anwandlung, total ausschweifend zu werden oder sich sogar zu rechtfertigen, warum man zB. eine Frage hat.
Ja, mir wird immer mal wieder bewusst, dass da noch Lernpotenzial habe. Dass dieser Smalltalk von vielen gewünscht und erwartet wird, aber meistens check ich das erst hinterher, dass es unhöflich wirken könnte. Wenn ich zB aus dem Urlaub zurück komme und mein Kollege neben mir mich dann begrüßt mit „Na Urlauberin, wieder da?“ dann war meine Reaktion früher immer „Joa“ und gedacht habe ich: Ja sieht wohl so aus, sonst wär ich ja nicht hier… Inzwischen habe ich gelernt, dass dann zumindest ein kurzer Abriss des Urlaubs erwartet wird. Und genauso auch andersrum. Wenn der Kollege neben mir aus dem Urlaub zurück kommt, erwartet er, dass ich frage, wie es war. Inzwischen mach ich das auch, aber ich muss gestehen, dass es mich meistens eigentlich nicht interessiert.
Diese Umgangsformen muss ich wohl bei Online-Kommunikation auch noch lernen…

It ain’t over ´til it’s over

Dienstag, 21. April 2020
Tag 22 im Home Office

Liebes Home Office, gedanklich werde ich mich schon mal von dir verabschieden. Gedanklich werde ich mich schon mal auf die verkackte Großraumbutze einstellen. Ich weiß zwar nicht, wie die das dann machen wollen, aber es steht im Raum, dass es ab dem 4. Mai wieder dorthin gehen soll. Sollen wir dann dort mit einem Mundschutz sitzen? Immerhin fangen einige Bundesländer und einzelne Städte an, diesen zur Pflicht zu machen. In Geschäften und ÖPNV. Gilt das dann auch für ein Großraumbüro? Dort sitze ich zwar nicht so dicht neben meinen Kollegen, wie im Bus, aber immer noch dicht genug.

Und ich wette es geht dann so los, dass ich natürlich eine der ersten sein werde, die wieder dort hin muss. Weil ich ja keine Kinder hab, die nicht zur Schule können. Weil ich auch nicht mit den Öffentlichen fahre… Also hab ich ja keine Verpflichtungen und kein Risiko. Danke. Wo krieg ich jetzt schnell ein Kind her???
Ach man… Ok, es sind ungelegte Eier, also verschwende ich auf diese Gedanken nicht noch mehr Energie. Aber gedanklich muss ich mich trotzdem schon auf die letzten Tage in absoluter Ruhe vorbereiten.

Heute fühle ich mich „energiegeladen“ genug, um zu nähen. Es liegt schon ein halb fertig vorbereitetes Schnittmuster bereit. Es ist abgepaust und gekürzt. Nur die Ärmel fehlen noch. Dann kann ich den Stoff zuschneiden. Ein neues Hörbuch hab ich auch rausgesucht. Könnte also nach Feierabend direkt losgehen. Aber grad ist mir eingefallen, dass ich heute einkaufen muss… aaaaah… Hoffentlich ist es wieder so schön leer, wie in den letzten Wochen immer. Dann geht es nämlich schneller.

Spending my time

Montag, 20. April 2020
Tag 21 im Home Office

Es ist schon wieder Montag. Die 6. Woche im Home Office beginnt.
Heute habe ich meinen ersten fremden sozialen Kontakt seit 6 Wochen gehabt. Unser Kühlschrank war kaputt und heute kam jemand, um ihn zu reparieren. Im Thermostat war Feuchtigkeit, ich hoffe, das war tatsächlich das Problem. Der Kühlschrank hat ständig eine Fehlermeldung gegeben und gepiepst, das war echt nervig. Manchmal hat er dann aufgehört zu piepsen, aber dann hatte er auch aufgehört zu kühlen.
Jetzt ist das Thermostat trocken, die Kühlschrankböden sind in der Spülmaschine und dann kann ich gleich wieder alles einräumen. Bloß gut, dass ich am Freitag nur einen kleinen Einkauf gemacht hatte. Ich musste nämlich den ganzen Kühlschrank ausräumen, damit der Monteur an die Thermostate dran kam.

Ja, jetzt ist er weg, die Spüma läuft und ich bilde mir die ganze Zeit ein, das Piepsen immer noch zu hören…

Am Wochenende hab ich ein bisschen an einer Bluse weiter genäht. Aber ich frage mich, was ich da beim Zuschnitt gemacht habe. Das Rückenteil ist länger als das Vorderteil… Das ist jetzt nicht furchtbar schlimm, das kann man auf eine Länge kürzen (sofern das Vorderteil jetzt nicht zu kurz geworden ist…), aber leider hat der Stoff ein Muster, und ich habe es eigentlich so zugeschnitten, dass es an den Seiten passen sollte. Dadurch dass jetzt aber hinten länger ist, ist das Muster jetzt also um genau das zu lange Stück verschoben. Das geht mir auf den Keks und deshalb hab ich dann nicht weiter genäht. Und was anderes hab ich gerade nicht zu nähen. Ich müsste erst zuschneiden. Und zuschneiden ist die ätzendste Arbeit am Nähen. Ich hätte gern schon alle Teile fertig, das wär super 😉
Aber vielleicht mach ich das jetzt einfach mal. Es ist wahrscheinlich nur ein Drangehen. Wie mit dem Spazieren auch. Wenn ich nämlich erstmal unterwegs bin, find ich es schön draußen.

Einkaufen am Freitag war übrigens ziemlich ätzend. Es war ganz schön voll und es gab einfach so viele rücksichtslose Leute, die keinen Abstand gehalten haben… Deshalb habe ich das Einkaufen so kurz wie möglich gehalten, und nur fürs Wochenende eingekauft. Dann muss ich zwar morgen schon wieder einkaufen, aber ich hoffe, dass es dann leerer ist, wie auch an den anderen Tagen, wenn ich einkaufen war.

Walking on sunshine

Freitag, 17. April 2020
Tag 20 im Home Office

Ich war gestern Spargel kaufen! Yay! Endlich mal wieder draußen. Es war ja unglaublich warm. Da hätte ich sogar ein Kleid anziehen können, aber als ich zum Test auf dem Balkon war, kam es mir zu kühl dafür vor. Unterwegs hab ich dann aber schon ganz schön geschwitzt.
Der Hund hat sich auch gefreut, die durfte nämlich mit 🙂
Abends hat sie mir allerdings Sorgen gemacht, sie hat nämlich jedes Mal wenn sie aufgestanden ist, erstmal kurz gehumpelt. Vermutlich wird sie langsam einfach alt… Armes Hundi. Heute Morgen schien wieder alles ok gewesen zu sein. Keine Humpelei nach dem Aufstehen. Das müssen wir aber mal beobachten, nicht dass sie was mit der Hüfte hat.

Eigentlich hatte ich gestern so viel Spargel gekauft, dass ich von dem Rest heute Spargelsuppe machen wollte, aber dann haben wir doch gestern alles aufgegessen.
Das bedeutet, dass ich gleich noch einkaufen gehen muss. Hoffentlich ist nicht so viel los… Und wenn ich dann zurück bin, gestatte ich mir ein Faulenzer-Wochenende, falls ich keine Lust hab, aktiv zu werden.

Und zur Futter-Inspiration gibts hier noch unseren Speiseplan der letzten Woche:
Nudelauflauf mit Cherrytomaten und Mozzarella
Hähnchencurry mit Kichererbsen und Mango
– süß-saure Eier (ist im Grunde wie Senfeier)
– Cevapcici mit Djuvecreis
– Schnitzel mit Spargel und Sauce Hollondaise

Heute gibts Chili con carne.

Shake it off

Donnerstag, 16. April 2020
Tag 19 im Home Office

Ich war gestern natürlich nicht beim Spargelhof. Aber heute geh ich. Sonst haben wir nämlich für heute wirklich nichts zu essen.
Kein Jammereintrag heute. Kein „ich hab gestern nichts gemacht“.
Ich war zwar nicht draußen, aber ich habe drei Maschinen Wäsche gewaschen und zusammen gelegt, ich hab die Küche aufgeräumt und geputzt und ich habe abends gekocht.
Heute war auf der Arbeit mal wieder nichts los. Ich hab eine Tasche für meine Schwester fertig genäht und ein weiteres Hörbuch fertig gehört. Drei Bücher gleichzeitig zu lesen/hören ist schon etwas blöd, aber jetzt ist es wieder auf eins reduziert.

Gestern Nachmittag kam noch eine Info, dass das Home Office um eine weitere Woche verlängert wird. Das war, bevor die Regierung das weitere Vorgehen verkündet hat. Ich weiß nicht, wieso man dann nicht einfach gewartet hat und heute mitgeteilt hat, wie es bei uns weiter geht.
Dieses wochenweise verlängern und hinkleckern finde ich nervig. Sollen sie sagen, die Home-Office-Regelung bleibt bis Mitte Mai wie sie ist, und fertig. Aber ok, ich wollte nicht jammern.

Gleiche mache ich Schluss für heute. Es ist nichts zu tun, was soll ich hier also sinnlos Zeit schinden. Und dann zieh ich mir was ordentliches an und gehe Spargel kaufen.
Ja, heute ist der zweite Tag in Folge, an dem ich meine Jogginghose an habe…
Aber egal, ich bin nicht unproduktiver, nur weil ich eine Jogginghose an hab. Ich bin auch mit Jeans nicht produktiver. Es ist einfach egal. Und ich darf zermürbt sein von dieser Situation. Ich muss nicht superaktiv sein, wenn ich es sonst auch nicht bin. Ich muss nicht zur Heimwerker-Queen werden. Und ich muss nicht einen Marathon laufen. Ich bin ich, und ich mache das hier in meinem Tempo. Ich sollte mein Zeitlimit für Instagram auch langsam mal wieder einhalten, dann lass ich mich vielleicht nicht so viel von irgendwelchen Möchtegern-Influencern beeinflussen und blenden.

Why does my heart feel so bad?

Mittwoch, 15. April 2020
Tag 18 im Home Office

Noch nie in meinem ganzen Leben sind mir freie Tage so unendlich lang vorgekommen, wie die letzten 6. Der ursprüngliche Plan war, das Osterwochenende zu verlängern, und wegzufahren. Mit dem Namenlosen, den Lernmädels, einer Freundin. Oder zu meinen Eltern zu fahren.
Tja, jetzt durfte ich meinen Urlaub nicht stornieren, also saß ich zu Hause rum. 6 lange Tage.
Ich weiß nicht mal mehr, was ich gemacht habe. Nix, glaube ich. Abgesehen davon, dass ich mir die Haare gefärbt habe. Aber sonst habe ich nichts gemacht. Am Freitag haben wir nichts gemacht. Am Samstag sind wir in den Baumarkt gefahren, weil wir unseren Balkon neu machen müssen. Die Holzplanken sind nach 12 Jahren nun doch sehr verwittert und stellenweise morsch. Wieso also nicht mal was produktives in Angriff nehmen.
Sonntag haben wir nichts gemacht. Montag haben wir nichts gemacht. Dienstag habe ich nichts gemacht.

Ich bin so antriebslos. Ein bisschen hab ich genäht, aber ich hätte viel mehr schaffen können. Ich hab so viele Ideen und sogar schon den ganzen Stoff dazu da. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Ich sitze und starre aus dem Fenster. Weil ich nichts anderes schaffe. Gefühlt jeder macht jetzt super viel Sport, geht spazieren, macht Balkon und Wohnung frühlingsfrisch.
Ich nicht.
Und das fühlt sich schlecht an. Weil ich das Gefühl habe, dass jeder sein Leben auf die Reihe kriegt nur ich nicht. Dass jeder, der sein Leben vorher nicht auf der Reihe hatte, es jetzt schafft, in die Pötte zu kommen. Und ich, die zwei Jahre lang durchorganisiert war, hänge in diesem Nichts und suhle mich igendwie darin.
Ich hab schon Rückenschmerzen vom vielen Rumhängen.
Ich hab keine Lust, den Balkon sommerfrisch zu machen. Abgesehen davon, dass die Beplankung neu gemacht werden muss, müssten die Stühle und der Tisch sauber gemacht werden. die Reling könnte auch mal einen Lappen vertragen. Ich könnte die Blumentöpfe rausstellen. Aber ich will nicht.
Auf der Arbeit ist heute auch schon den ganzen Tag tote Hose. Vorhin hab ich kurz mit meinem Kollegen telefoniert, er meinte, wenn etwas ist, soll ich ihn auf dem Handy anrufen, der hat sich schon die Liege auf die Terrasse gestellt. Also hab ich bis eben mein Hörbuch zu Ende gehört, war duschen und werde wohl gleich die Tasche fertig nähen, die ich gestern angefangen hab. Mein Laptop steht ja neben mir. Wenn was ist, bekomme ich es ja mit. Aber es sind Ferien und es ist Urlaubszeit. Es ist kaum jemand da…
Ich will auch nicht mehr ins Büro zurück. Ich hab ein bisschen Angst, dass die Regierung sich heute für Lockerungen der Maßnahmen ausspricht und unser Home-Office-Hasser-Geschäftsführer dann entscheidet, dass wir Montag alle zurück müssen… Das wäre schlimm. Ich bin noch nicht bereit dazu.

Irgendwie muss ich zusehen, dass ich aus dieser depressiven Stimmung wieder raus komme. Das ist nämlich wie eine Abwärtsspirale. Ich hatte das früher ab und zu. Sich selbst zu bemitleiden tut einen Moment gut, aber es macht es am Ende nur schlimmer.
Ich nehme mir also vor, dass das der letzte Jammereintrag war.

Heute Abend wollen wir Spargel essen. Ich versuche also nach Feierabend mir den Hund zu schnappen und wenigstens zum Spargelhof zu laufen. Dann komme ich wenigstens an die frische Luft und kriege ein paar Sonnenstrahlen ab.
Vielleicht muss ich mir doch Spotify zulegen, denn eigentlich will ich nicht alleine spazieren gehen und damit meinen Gedanken ausgeliefert sein.

Update: Haare & Futter

Mein Geist schrie also nach Veränderung. Irgendwie musste ich mal wieder ausbrechen, mal wieder tun, was keiner erwartet und mir auch offenbar nicht wirklich zutraut. Eine Freundin war ziemlich überrascht, als ich ihr eben ein Foto von meinen neuen Haaren gezeigt habe. „Du hast es wirklich gemacht!“
Ja… Hast du mir nicht geglaubt?
Meine Omi ist schockiert. Wie kann ich denn die schönen goldenen Haare… Die sind so selten und sowas Besonderes. Jetzt hab ich ja eine so gewöhnliche Haarfarbe, die ja jeder hat… Ach ja, meine Omi… Die ist echt ein Fall für sich.
Was hätte sie bloß gesagt, wenn ich doch grün gefärbt hätte??

Also das mit dem grün hab ich gestetet auf einem Haarbüschel aus der Bürste. Es sollte eigentlich ein blaugrün werden, aber mit meinen roten Haaren als Basis sah es aus wie eine Mischung aus grau und straßenköterblond mit verpfuschter Blondierung, die dann grün geworden ist. Es war einfach nur ein bräunlich-schmutziger graugrünlicher Farbton und ich war ziemlich froh, dass ich es wirklich auf dem Haarbüschel getestet hatte. Ich hatte es ja befürchtet.
Und genau deshalb hatte ich auch gleich noch eine Packung rot gekauft. Rot hatte ich schon mal, da wusste ich, dass es farblich was wird und mir gefallen wird und auch als Veränderung erstmal ausreicht.
Angeblich wäscht die Farbe sich nach 12-15 Haarwäschen raus, aber das bezweifle ich ein bisschen. Ich weiß von damals, dass diese Rotpigmente sehr hartnäckig sind.

So und dann gibt’s noch ein Futter-Update. Letzte Woche gab es folgendes:
– Marinierte Hähnchenbrust und grünen Salat
Kartoffel-Brokkoli-Gratin mit Schinken
– Grillhähnchen mit Farmersalat (nicht selbst gemacht, sondern vom Hähnchenmann)
– Kartoffelsuppe mit Würstchen
– Schnitzel mit Frankfurter grüner Soße und Bratkartoffeln

Heute gibt’s Frikassee und die übrige Brühe wird morgen für ein Risotto verwendet.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mittwoch, 8. April 2020
Tag 17 im Home Office

Ostern steht vor der Tür. Andere Leute färben Eier. Ich überlege, mir die Haare zu färben. 😀 Was gestern als fixe Idee begann (bzw. die hab ich ja schon länger), setzt sich immer mehr im Kopf fest. Ich wollte schon immer mal grüne Haare haben 😀 ich hab als Kind mal Punks gesehen und war total fasziniert von den bunten Irokesen 😀 Im Herzen bin ich ein Punk, auch wenn man das nach außen niemals sieht 😉
Und jetzt hab ich ne Midlife-Crisis und außerdem kommt man im Home Office ohne soziale Kontakte, die einen einnorden, auf dumme Gedanken…
Da sitzt das Teufelchen auf der einen Schulter und sagt „Los, mach die Haare grün! Oder pink. Oder beides!!!“
Und auf der anderen Schulter sitzt das Engelchen und sagt „Neeeeein, du bist doch so ein braves Mädchen, sowas macht man nicht. Das sieht doof aus, wenn sich das rauswäscht. Wenn, dann mach wenigstens was normales. Braun oder so. Aber auch das sieht doof aus, wenn es dann rauswächst. Lass es also einfach!!!!“
„Tu es, blau, grün, lila, knallpink! Mach mal was, was niemand erwartet. Komm, trau dich einfach!“
„Du bereust es hinterher.“
„Ach, das kann man überfärben. Oder ne Mütze aufsetzen. Oder Glatze. Hey, Glatze wär doch auch mal was?!“
„Alter, das ist jetzt aber schnell eskaliert! Frau Keschu, sei vernünftig.“

Aber ich bin doch immer vernünftig. Darf ich nicht mal unvernünftig sein?

„Jaaa, los, kauf dir Farbe, leg los!“
„Aber was, wenn es doof aussieht und du in 1,5 Wochen wieder ins Büro musst?“
„Musst du schon nicht, wird bestimmt noch verlängert.“

Aber was wenn nicht? Dann lachen mich alle aus.

„Drauf geschissen! Mach schon!“

Ja… so geht das seit Stunden im Kopf hin und her 😉 Und jetzt ist auch endgültig bewiesen, dass ich einen an der Klatsche hab 😀

Schöne Ostern. Ich habe jetzt frei bis nächsten Mittwoch. Vielleicht kommt mein Stoffpaket an, dann näh ich über Ostern was und bringe mich auf andere Gedanken 😉

Wouldn’t it be nice

Dienstag, 7. April 2020
Tag 16 im Home Office

Ich bin frisch geduscht und ich habe ordentliche Klamotten an, um mir ein Gefühl von Alltag und Normalität zu geben. Vielleicht sollte ich mich auch doch morgens schminken. Wenigstens Wimperntusche.
Nächste Woche wird entschieden, wie es bei uns mit dem Home Office weiter geht. Wenn ich vor drei Wochen gewusst hätte, dass ich mindestens vier Wochen zu Hause sitze, dann hätte ich mir mal die Haare färben können 😀 Grad hab ich nämlich schon wieder so eine kleine Midlife-Crisis, in der ich das Bedürfnis nach radikalen Veränderungen habe.

Ansonsten starre ich gerade aus dem Fenster in den Garten. Wir hätten die Bäume schneiden müssen. Jetzt ist es zu spät… Und auf der Terrasse liegt immer noch das Laub vom Herbst. Ich bin ja echt kein Fan von Gartenarbeit. Ich finds eklig, wenn da Käfer und Spinnen rumkrabbeln und ich will mich auch um sowas alles nicht kümmern müssen. Der Namenlose genausowenig… Deshalb haben wir nur Rasen und ein paar Bäume und Sträucher. Aber auch das ist alles nicht so supertoll.
Der Rasen ist voll mit Moos. Nordseite halt. Außerdem haben wir hier Wühlmäuse und Maulwürfe. Schönen Rasen können wir also vergessen.
Und die Bäume haben ihren Lebtag noch keinen ordentlichen Schnitt erlebt. Ich weiß auch nicht wie das geht. Also lassen wir das in der Regel sein.
Nur die Linden (es müssten eigentlich welche sein), sollen eigentlich an eine Art Rankgitter angepasst werden. Das haben wir jetzt im Frühling versäumt. Jetzt sprießen die Äste in die Höhe.
In der Mitte steht ein Baum der richtig schön rundgewachsen ist, aber der ist inzwischen auch riesig geworden. Und der hat die Äste so weit unten. Ich hätte die ja mal abgeschnitten, damit der von unten etwas mehr Platz hat, dann kommt man auch mit dem Rasenmäher besser dran, aber der Namenlose hat mich nicht schneiden lassen. Am Wachholder hab mich mich aber wenigstens durchgesetzt.
Dann haben wir noch einen Baum, der wächst wie Unkraut. Der bildet Ranken aus, die sich komplett ineinander verflechten. Wenn man da also mal anfängt abzuschneiden findet man gar kein Ende, weil alles zusammen hängt. Diese Äste werden dann auch so lang und füllig, dass sie bis auf den Boden hängen und man auch dort mit dem Rasenmäher nicht mehr ran kommt. Also haben wir den letztes Jahr mal bis fast auf den Stamm zurück geschnitten. Wenn er dann eingegangen wär, na ja, dann wärs halt so gewesen. Aber was soll ich sagen? Es kam alles wieder 😉
Unser Pfirsichbaum hat immer viele Blüten aber trägt nur wenig Früchte. Meistens fallen die vorher schon runter oder werden gar nicht richtig groß. Und die, die dann übrig bleiben sind dann auch noch von den Wespen angefressen.
Der Apfelbaum trägt immer nur saure Miniäpfel und die Walnüsse sind von einer Fliege befallen, sodass die Schale nicht abtrocknet und die Nuss dann rausfällt. Das ist echt nervig. Es tut der Nuss letztlich keinen Abbruch, aber es ist ziemlich mühsam, die Nüsse dann aus der Frucht rauszuholen.

Ich wär ja dafür, den ein oder anderen Baum zu fällen, ich finde, die stehen nämlich zu eng. Dann würde ich an alle freien Stellen Rasen säen, die Terrasse neu machen, schöne und bequeme Terrassenmöbel hinstellen, eine Treppe vom Balkon runter in den Garten bauen. Weil eigentlich ist es schön dort zu sitzen.

Stimmungsdurchhänger

Montag, 6. April 2020
Tag 15 im Home Office

Ach, was fiel mir das Aufstehen heute schwer… Obwohl ich so wenig aktiv bin, bin ich ganz schön kaputt und müde. Und ich bin echt richtig faul! Ich kann mich einfach nicht aufraffen großartig spazieren zu gehen. Wir haben am Wochenende die Standardrunde ums Feld gemacht und alle paar Meter kam uns jemand entgegen und echt, mich nervt das.
Das war hier immer so schön leer. Es war echt die Ausnahme, wenn man jemandem begegnet ist. Wir konnten den Hund von der Leine lassen und es war auch egal, wenn ich am Wochenende diese Runde ungeschminkt gemacht habe. Aber jetzt trifft man ständig Leute, die einen auch noch anschauen und grüßen… maaaaaan…

Wenn ich nicht aufpasse, mutiere ich noch zum kompletten Einsiedler…
Ich finds super, dass im Lidl nur 5 andere Leute sind, dass einem an der Kasse keiner mehr in den Nacken atmet. Ich finds auch super, dass ich so koordiniert und geplant einkaufen kann. Hätt ich gar nicht gedacht. Früher hatte ich ja keinen Grund, einen Wochenplan zu erstellen. Jetzt will ich aber nicht öfter als 1x in der Woche einkaufen gehen. Und es funktioniert seit 3 Wochen super!
Ich finds auch toll meine Kollegen nicht sehen und hören zu müssen und überhaupt stört mich diese ganze social distancing-Sache eigentlich nicht. Eigentlich hat sich für mich nix geändert. Außer, dass ich ohne schlechtes Gewissen zu Hause rumhängen kann und mich nicht schlecht fühlen muss, weil ich keine Lust hab rauszugehen, obwohl das Wetter so toll ist.
Als Kind war ich schon der Stubenhocker schlechthin. Meine Schwester war immer draußen spielen, mit hunderten Freunden. Die war eigentlich mit allen Kindern aus der Siedlung befreundet. Ich kannte die alle gar nicht. Ich saß immer zu Hause, hab gelesen oder Luftschlösser gebaut. Ich hatte damals kaum Freunde und so ist das auch heute noch. Die paar, die ich hab, mit denen kann ich mich jetzt halt nicht treffen. Ist ok für mich. Ich fühle mich dadurch nicht eingeschränkt, benachteiligt, in meinen Freiheiten beschnitten oder sonst was. Es ist einfach ok für mich. Ich treff sie eben später wieder.
Das paradoxe dabei ist, dass ich trotzdem in eine depressive Stimmung verfalle und mich selbst bemitleide. Aber warum eigentlich? Wenn mich das doch eigentlich alles gar nicht so stört… Keine Ahnung. Vielleicht ist es hormonell bedingt, aber grad fühl ich mich wie damals als Teenie, wo einfach alles kacke war, ohne so richtig benennbaren Grund. Wo man sich eigentlich irgendwie selbst im Weg steht. Ich könnte ja rausgehen. Ich könnte mich ja bewegen. Ich könnte mir ja was gutes tun. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Und irgendwie will ich mich auch nicht aufraffen.

Und wenn ich weiter nicht aufpasse, werde ich auch noch fett… Hab grad den ganzen Rest vom Auflauf gestern weggespachtelt. Das waren gut und gerne 1,5 Portionen!

WTF

Freitag, 3. April 2020
Tag 14 im Home Office

Meldung im Gruppenchat gestern mittag:

Hallo wer kann helfen Zahlungsvorschlag ist abgelegt, ZL-Echtlauf ist nirgends zu finden bzw. keine Daten drin?

Der Zahlungsvorschlag und der Zahllauf müssen im Archiv abgelegt und unterschrieben werden. Der Zahllauf ist aber nicht ins Archiv gekommen.
Der Zahllauf war ausgeführt, aber er hatte keine Buchungsaufträge erzeugt.
Ja, das wäre ihnen (Zahllaufausführender und Zahllaufprüfer) auch aufgefallen, aber sie könnten es sich nicht erklären.
Es hat 7 Minuten gedauert, bis ich den Fehler gefunden hatten. Sieben!
Ich sage nicht, dass die beiden das auch so schnell hätten finden können, aber ich bin der Meinung, sie hätten es selbst finden können. Da muss man sich halt mal Gedanken machen und die üblichen Sachen durchgehen. Da muss man vielleicht mal einen Blick ins Protokoll werfen, dann sieht man doch, dass da was nicht stimmt… man man man.

E-Mail an den anderen Fachbereich gestern:

Bitte senden Sie mir den aktuellen Saldo des Kontos XY zu.

Ohne diesen Saldo kann ich nicht buchen. Früher haben wir den morgens immer im Postfach gehabt, seit drei Monaten müssen wir immer nachfragen und den einfordern.
Nachdem die Mail mittags immer noch nicht da war, hab ich die Verantwortliche noch mal angeschrieben. Ja, sie hätte keinen Zugang, den hätte nur die andere Kollegin, aber die ist krank. Aha, ok. Ja, und sie hätte es an zwei Kollegen weitergegeben. Ok, sag ich, sie soll doch bitte noch mal nachhaken, weil ich ohne die Zahl nicht buchen kann.
10 Minuten später hatte ich die Zahl. Wir sollten unbedingt dafür sorgen, dass wir selbst einen Zugang zu dem SAP-System kriegen. Nervt mich ja tierisch, wenn ich so abhängig bin.

E-Mail vom Controlling gestern um 16:30 Uhr (als ich eigentlich schon längst Feierabend gemacht haben wollte):

Betreff: AW: Abc Def
Hallo Frau Keschu, ich seh gerade, in einer meiner vorherigen Mails war ein Anhang falsch!
Anhang: Xyz

Ich hab sie dann telefonisch nicht erreicht, also such erstmal alle Mails von ihr ab, suche auf der Ablage auf dem Server nach der Datei Xyz, suche sogar in den Themen Abc und Def, aber nirgends finde ich was zu Xyz. Endlich erreiche ich sie und es stellt sich raus, dass nicht ein Anhang falsch war, sondern dass sie einfach vergessen hatte, Xyz zu schicken…
Man man man… Inzwischen war es dann 17 Uhr, dann hab ich die Buchung noch gemacht und dann wirklich endlich Feierabend gemacht, bevor noch irgendwas blödes eintrudeln konnte.

Heute morgen gabs aber keine neuen Hiobsbotschaften, und so kann der Tag heute hoffentlich regulär ablaufen. Ich klopfe sicherheitshalber mal 3x auf Holz 😉

Der Plan fürs Wochenende ist mal wieder nähen, lesen, Gassi gehen. Was soll man sonst auch machen?! Ach und vielleicht fahr ich doch mal zum Rewe und kaufe Alkohol. Wir haben nämlich so gut wie keinen Alkohol im Haus!! Wie soll man denn das ohne Alkohol überstehen?! 😉
So, und wo wir schon bei Getränken sind, geh ich gleich noch über zum Essen: Was gibt es bei euch so zu essen? Mir gehen langsam die Ideen aus und ich will nicht ständig das gleiche kochen…
Heute gibt es bei uns gefüllte Paprika. In den letzten Tagen hatten wir folgendes: (vielleicht sind da auch ein paar Ideen für den ein oder anderen dabei)
– Tortellini mit Spinat-Tomaten-Soße und Gorgonzola
Linseneintopf à la Bellonas Papa 🙂
– Gulasch
– Wraps gefüllt mit Salat und Hähnchen
– Lasagne
– Hähnchenbrust in Paprika-Sahne-Soße
– Risotto mit Tomaten, Feta und Rucola
– Fischstäbchen mit Spinat und Spiegeleiern
– Strammer Max
– Bouletten mit Kartoffelbrei und Mischgemüse
Käsespätzle
Bauerntopf
Lachs-Couscous-Päckchen
– Thai-Curry
– Pellkartoffeln und Quark/Matjes
– Spaghetti Bolognese
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
Spaghetti Carbonara

How bizarre

Donnerstag, 2. April 2020
Tag 13 im Home Office

Langsam mache ich mir Sorgen, was passiert, wenn ich zurück ins Büro muss. Ich genieße die absolute Stille hier dermaßen, dass ich echt Angst vor der Geräuschkulisse habe, wenn die Zeit im Home Office vorbei ist. Und sie wird irgendwann vorbei sein und in der Art nicht wieder kommen, denn unser Geschäftsführer ist ein absoluter Home-Office-Gegner. Als es Ende letzter Woche darum ging, ob die geplanten 2 Wochen verlängert werden sollen, hat er gesagt, dass sie sich natürlich an die Empfehlungen von Regierung&Co. halten, aber „je weniger Home Office, desto besser natürlich“.

Bei uns bricht außerdem gerade eine ganz üble Diskussion über geplante Urlaube aus. Hab ich ja letztens schon mal kurz angerissen, aber was sich da jetzt für menschliche Abgründe auftun… Was bin ich erneut froh, dass ich diese Diskussionen nicht komplett mitbekommen muss. Das was ich über den Firmenchat mitbekomme, reicht mir schon. Wie trotzig und angepisst manche deswegen sind!!
„Das kotzt mich an!“ – „Was soll denn das?? Das ist doch kein Urlaub!“ – „Es hieß doch immer, dass jederzeit verschieben können…“ – „Ich bin doch nicht bescheuert und nehme jetzt meinen Urlaub!“ – „Das seh ich gar nicht ein!“
Und ich wette, einige denken dann schon darüber nach, womit sie sich krank melden können, damit sie den Urlaub zurück kriegen.

Geplanter und genehmigter Urlaub ist fix und nicht änderbar. Wenn der Arbeitgeber Verschiebungen zulässt, dann aus reiner Kulanz.
Auch wir müssen natürlich zum Ende des Jahres unsere Urlaubsplanung für das kommende Jahr abgeben, damit der Betriebsrat das auch prüfen kann. Bisher, unter Alt-Chefs Regiment, war es aber immer so, dass diese Planung nicht in Stein gemeißelt war. Er hat es uns immer erlaubt, die Urlaube zu verschieben, solange es unter uns geklärt und eine Vertretung sichergestellt war.
Neu-Chefin hätte das sicherlich auch so gehandhabt, allerdings haben wir jetzt Corona. Und natürlich will der Arbeitgeber vermeiden, dass jeder seinen Osterurlaub verschiebt. Denn natürlich will ja jeder was von seinem Urlaub haben und nicht in Zeiten von Kontaktverbot auf Balkonien eingesperrt sein.
Kann ich grundsätzlich verstehen. Allerdings ist Urlaub zur Erholung da. Und nur, weil wir von zu Hause arbeiten, heißt das nicht, dass wir jetzt keine Erholung mehr brauchen. Wir arbeiten trotzdem. Und außerdem, wohin wollen sie denn ihren Urlaub verschieben? Am besten in die Zeit, wenn man wieder vor die Tür gehen darf! Joa… und wann ist das??
Wir hatten letzte Woche eine kurze Telko mit allen Bürokollegen, um sich halt mal gehört zu haben und sich etwas auszutauschen, was so die Woche über ansteht, wie es läuft und allen geht. Da fing die Diskussion ja schon an. Und gestern hat selbst der Betriebsrat eine Info rumgeschickt, dass Urlaube nicht verschoben werden.
Wenn das nämlich einer genehmigt bekommt und sich die ganze Sache rumspricht, dann wollen das natürlich alle. Also sagt der Arbeitgeber strikt, dass geplanter Urlaub so zu nehmen ist, wie er genehmigt wurde. Ich finde das konsequent und gut! Ansonsten schieben alle ihren Urlaub. Erst auf Mai, dann auf Juni… und irgendwann sind alle gleichzeitig weg.

Hach… Da bin ich so weit vom Büro weg und rege mich trotzdem über die Kollegen auf. 🙄
Also zu was erfreulicherem: Gestern war ich bei strahlendem Sonnenschein unterwegs zum abgeschiedenen Lidl, wo ich auch letzte Woche war. Und es war wieder ziemlich leer dort und es gab alles! Klopapier, Reis, Nudeln, Aufbackbrötchen, Fleisch, Milch und Dosentomaten. Ich habe kein Klopapier gekauft, weil wir noch genug haben und ich mich dem Hamsterwahn nicht hingeben möchte. Trotzdem hab ich noch eine Packung Spaghetti und Fussili mitgenommen, obwohl wir noch Nudeln haben und ich für die nächste Woche kein Nudelgericht geplant habe… So ganz lässt sich der Hamsterwahn also nicht abstellen. Man ist doch zu sehr von den ganzen Bildern von leeren Regalen beeinflusst. Rational denkend stand ich da im Laden und dachte „Du hast noch drei Päckchen Fussili zu Hause. Und mindestens 2x Spaghetti.“ Und dann schaltete sich mein Hirn aus: „Ich nehm mal lieber von jedem noch ein Päckchen mit!“ 🤦🏼‍♀️🤷🏼‍♀️

Shotgun

Mittwoch, 1. April 2020
Tag 12 im Home Office

Ohrwurm des Tages ist heute Shotgun von George Ezra. Das erinnert mich sofort an meinen Urlaub auf Teneriffa, wo es abends im Pub immer Live-Musik gab. Und der Musiker hat jeden Abend Shotgun gespielt und die ganze Meute betrunkener Engländer hat mitgegrölt 🙂 Das war lustig. Und heute morgen war es das Lied, das im Radio lief, als ich wach wurde. Und so bleibt es also schon den ganzen Tag im Hinterkopf hängen und in einer unkonzentrierten Minute trällere ich es vor mir her.
Dabei hab ich heute gar keine Zeit unkonzentriert rumzuträllern. Heute hab ich wieder super viel zu tun. Grad hab ich ne Schüssel Cornflakes inhaliert, aber ich muss gleich weiter machen. Heute steht noch viel auf dem Programm.
Zum Beispiel das hier: Zuerst muss ich eine CSV-Datei als xlsx-Datei abspeichern. Dabei muss ich aufpassen, dass alle Zahlen im amerikanischen Format geschrieben sind. Also nicht 6,25 sondern 6.25.
Warum? Keine Ahnung.
Dann muss ich die Zahlen aus der neuen xlsx in eine Vorlage-xlsx-Datei kopieren. Statt Komma sollen da immer noch Punkte stehen. Per Formel werden diese Werte dann in eine andere Zeile übernommen, von wo ich sie wieder kopiere und in eine weitere Zeile einfüge. Dort muss ich dann den Punkt wieder durch ein Komma ersetzen, weil die Vorlage das sonst nicht summieren kann.
Alter!!! Euer verfickter Ernst???????????????????? Kann mir das irgendjemand logisch erklären???????? Ich mach das grad zum ersten Mal. Ich hab hier die Anleitung neben mir und komme mir wirklich verarscht vor! Das ist der Punkt an dem mein Trotz mir massiv im Weg steht und ich das am liebsten jetzt nicht weiter machen will. Ich sehe es einfach nicht ein, so eine dumme, sinnlose Deppenarbeit zu machen, in 11 Zellen zu klicken und da jetzt händisch den Punkt durch ein Komma zu ersetzen!

Vielleicht sollte ich kurz noch mal ne Pause machen und ganz laut Shotgun hören 😉 Aber im Ernst, da tipp ich nächstes mal lieber gleich alles aus der CSV-Datei ab.

Nachher muss ich dann mal wieder einkaufen gehen. Essensplan steht und somit auch der Einkaufsplan. Ich bin gespannt, wie voll es ist. Einkaufen ist ja inzwischen doch irgendwie mein Wochen-Highlight geworden 😀 Vielleicht kaufe ich doch gleich Klopapier, wenn ich welches bekomme. Der Verbrauch hat sich durch das Home Office schon etwas erhöht. Trotzdem müsste der Vorrat noch ca. 5 Wochen reichen. Aber dadurch, dass es die letzten Male nirgends mehr welches gab, wird man echt gleich nervös…