Krebsvorsorge-Reform

Montag, 25. Mai 2020
Tag 43 im Home Office

Jetzt wollte ich nicht mehr täglich schreiben, aber das hier ist wichtig. Da die Medien voll sind von Corona, wird über andere Sachen kaum berichtet. Aber es gibt eine ganz schön gravierende Änderung bei der Krebsvorsorge beim Frauenarzt. Da war ich nämlich gerade. Hat mich zwei Stunden gekostet… Ehrlich, wenn der Arzt nicht so toll wäre, würde ich mir einen, mit einem besseren Zeitmanagement suchen…

Also, bisher war es ja so, dass man bei der regulären Untersuchung 1x im Jahr auch einen Abstrich bekommen hat, der auf Gebärmutterhalskrebs untersucht wurde. Diesen Abstrich hat die Krankenkasse bezahlt.
Seit dem 1. Januar 2020 ist das nicht mehr so. Seit dem werden Frauen in zwei Gruppen eingeteilt: Bis 35 und 35+. Frauen aus der ersten Gruppe bekommen weiterhin jährlich diesen Abstrich. Frauen ab 35 Jahre bekommen einen Abstrich und dieser wird auf das HPV-Virus untersucht. Ist man HPV-positiv, also trägt man das Virus in sich, bekommt man weiterhin jährlich diesen Abstrich. Ist man HPV-negativ, bekommt man ihn nur noch alle drei Jahre.

Diese Novellierung beruht auf der Annahme, dass Gebärmutterhalskrebs allein durch das HPV-Virus ausgelöst wird. Das stimmt aber nicht. Vor einigen Jahren dachte man das. Heute weiß man aber, dass das falsch ist und dass man auch Gebärmutterhalskrebs bekommen kann, ohne dass man dieses Virus in sich trägt.
Das ist die Krux an der Sache. Ist man HPV-negativ kann man also trotzdem Gebärmutterhalskrebs kriegen, und im schlimmsten Fall bleibt es 3 Jahre unbemerkt, weil man ja keinen Abstrich mehr bekommt…

Der andere Fall ist, dass viele Frauen laut Aussage meines Frauenarztes mit der Diagnose HPV-positiv überhaupt nicht zurecht kommen und regelrecht in Angstzustände verfallen. Dabei bekommen 95% der Frauen trotz Virus kein Gebärmutterhalskrebs.

Eine idiotische Änderung der Krebsvorsorge. Der Frauenärzte-Verband hat auch entsprechend reagiert, aber ob da überhaupt was wieder geändert wird… und wenn ja, dann dauert das ja sicher auch ewig.
Ansonsten kostet der Abstrich um die 20 Euro, was eine gute Investition ist.
Also Mädels, wisst ihr Bescheid 😉 Alle die noch unter 35 sind: Geht vorher unbedingt noch mal 😉

10 Gedanken zu “Krebsvorsorge-Reform

  1. nephi88 schreibt:

    Nur alle drei Jahre?! Das ist doch ein Witz… Hätten sie es auf 1 im Jahr gekürzt, von mir aus, aber alle drei… wie soll man da entspannt beim FA sitzen? Die 20 Euro sind jedenfalls gut investiert. Meine FA erzählte mir, dass sie Fälle von älteren Damen hat (eine Seniorin ist bspw. darunter), die HPV hat. Dafür braucht es schließlich nicht mal Geschlechtsverkehr… Und dass man bei so einer Diagnose in Panik verfallen kann, hab ich an meiner besten Freundin miterlebt. Die arme musste ständig zum FA und war jedesmal mit den Nerven am Ende, bis sie das Ergebnis hatte. Eine psychische Belastung, die bei ihr in Kombi mit der Trennung von ihrem Ex, dann zu einer Depression führte…
    Nein nein, das Thema Krebsvorsorge sollte man wirklich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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    • keschu schreibt:

      Bisher war es ja so, dass man 1x im Jahr diesen Abstrich bekommen hat. Und wenn man HPV hat, bekommt man den auch weiterhin 1x im Jahr.
      Richtig, das Virus kann man sich auch woanders holen. Aber ob man Krebs bekommt oder nicht, hat mit dem Virus nichts zu tun. Trotzdem kann ich nachvollziehen, dass das Wissen einen ganz schön fertig machen kann, wie bei deiner Freundin.

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  2. sternenkratzer schreibt:

    Ich finde das eh so blöd. Wenn ich zur Vorsorge zum Gyn gehe, muss ich schon seit Jahren ausfüllen, was für spezielle Krebsvorsorge ich machen will. Selbstverständlich alle mit Zuzahlung. Und ich hab als Laie null Plan, ob das nötig ist oder ab welchem Alter. Und dann mach ich meistens alle, weil ich auch nicht sterben will, weil ich zu geizig war 50 Euro auszugeben. Finde das ist ne Sauerei. Wenn es nötig ist, soll es doch bitte die Kasse zahlen und wenn nicht, dann braucht man auch nicht mit der Angst der Leute Geld verdienen. Besonders bei Gynäkologen bin ich da eh skeptisch, seit ich seinerzeit während meiner Schwangerschaft gelesen habe, dass ein monatlicher Ultraschall (die Kasse zahlt nur drei) den Verlauf der Schwangerschaft positiv beeinflusst. Verarschung pur.

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    • keschu schreibt:

      Ja zum Abstrich gibt’s auch irgend eine Igel-Leistung dazu, wo ich gar nicht genau weiß, wofür die eigentlich ist… Und ich finde auch, was nötig ist, soll doch die Kasse bitte bezahlen. Da wird echt mit der Angst der Leute gespielt. Aber deshalb mach ich das alles nicht, weil ich denke, wenns nötig wäre, würde die Kasse es doch übernehmen? Aber nach der Info von gestern muss ich meine Meinung da dann doch revidieren.

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  3. schokohase schreibt:

    Also nochmal. Wie löscht man eigentlich Kommentare wieder?
    Naja. Mir geht es beim Gynäkologen genau wie Sternekratzer. Auf der Seite zu den IGEL Leistungen lann man sich belesen,warum Kassen eine Leistung nicht mehr zahlen. Also habe ich die Frage meiner Gyn,ob ich den Ultraschall machen lassen will, verneint, weil ich eben gelesen habe, dass es nichts bringt. Sie hat mich so rund gemacht, dass ich es dann doch beim nächsten Mal machen lassen habe..Das ist das Gesundheitswesen. Es kann nur noch überleben, mit dieser fehlenden Konsumentensouveränität. Ätzend.

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    • keschu schreibt:

      😄 Kommentare löschen auf meinem Blog kann wohl nur ich.

      Ich sollte mir das mit den Igel-Leistungen auch mal durchlesen. Das ist nämlich auch immer sowas, was man beim Arzt dann in den 3 Minuten am Empfang vorgelegt bekommt und dann soll man entscheiden.
      Dass Ärzte einen nach einer Entscheidung gegen die Leistung dann runter machen ist ja der Knaller. Aber klar, die verdienen halt daran…

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  4. cica169 schreibt:

    Hat mir meine Frauenärztin auch gesagt. Das soll entschieden worden sein, weil das ein sehr langsam wachsender Krebs sei. Ich hab mich weiter nicht dazu belesen, finde es aber auch nicht toll. Drei Jahre?? Sie erzählte es sachlich, ich hatte aber das Gefühl, dass sie es auch nicht unbedingt gut findet. Machst Du es weiter jährlich auf eigene Kosten? Viel ist es ja nicht.

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    • keschu schreibt:

      Mein Frauenarzt hat mir dringend dazu geraten, diesen Abstrich jährlich zu machen. Und so wie ich ihn einschätze hat er das nicht gesagt, um daran zu verdienen. Aber wenn das 20 Euro im Jahr sind, kann ich das ruhig machen. Selbst 50 Euro wäre ja ok. Das ist ja nur einmal im Jahr. Bzw. 2x in 3 Jahren, weil beim dritten mal ja wieder die Kasse bezahlt.

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