Freitags-Füller 39/2020

Freitag, 25. September 2020
Tag 112 im Home Office

1. Ich bin stolz, dass ich nach 6 Monaten Home Office immer noch einen geregelten Alltag habe. Ich bin jeden Morgen pünktlich am Rechner und habe trotz all der optischen Gammelei, die inzwischen eingezogen ist, meine Arbeit im Griff. Sicherlich trägt einiges dazu bei, dass der Namenlose einen ganz normalen Alltag hat und jeden Tag ganz regulär zur Arbeit geht. Aber ich will mal glauben, dass ich das auch alleine wohnend auf die Reihe gekriegt hätte.

2. Allerdings hätte ich in meiner alten Wohnung am Esstisch sitzen müssen und das ist ist definitiv nicht der richtige Platz für Home Office. Wahrscheinlich wäre ich dann nach ner Woche auf die Couch umgezogen, weil die Essecke einfach auf Dauer unbequem gewesen wäre. Aber auf der Couch wär das auf Dauer auch nix gewesen. So wie es ist, ist es schon gut.

3. Um den Hals trage ich eher selten Schmuck. Früher hab ich immer eine Kette getragen, die hab ich auch nie abgenommen, aber irgendwann hab ich mich ja wohl doch davon getrennt und seit dem ist mein Hals nackt. Zu manchen Anlässen erinnere ich mich, dass ich Ketten habe, dann trag ich vielleicht mal eine, aber meistens stört mich das Gebamsel nur.

4. Als ich beim letzten Familienbesuch „gebeichtet“ hatte, dass ich meinen Papa besuche, hat meiner Mutter ganz schön sparsam geguckt. Aber statt ihr Problem gleich anzusprechen, zieht sie ein Gesicht für den restlichen Abend und fängt in der Sekunde der Verabschiedung an zu diskutieren, dass sie sich ja auch gern mal mit ihm unterhalten hätte. Ja, dann hätte sie ihn doch zur Einschulung ansprechen können. Nee, sie hat ja erwartet dass er auf sie zugeht… Man man man… das war mir echt schon wieder zuviel Drama.

5. Gestern Abend habe ich wieder gelesen. Ich lese jeden Abend noch ein paar Seiten, das hilft beim abschalten und einschlafen.

6. Eigentlich finde ich Blumen auf dem Tisch immer ganz nett, aber trotzdem haben wir selten welche. Im Frühling gibts mal Tulpen, im Sommer hatte ich mal Lilien gekauft, neulich standen Sonnenblumen auf dem Tisch. Da wir aber so selten welche haben, bin ich gar nicht wirklich in der Lage, sie einer Jahreszeit zuzuordnen. Momentan haben wir einen Strauß Gerberer, den unsere Nachbarn uns geschenkt haben, weil sie jetzt wegen der Arbeit eine Woche weg mussten. Wenn ich aber so an die verschiedenen Blumensträuße in Geschäften denke, dann gibts Gerberer das ganze Jahr und sind auch keine wirklichen Herbstblumen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf leckeres Essen das erste Mal seit Corona in einem Restaurant, morgen habe ich geplant, fluffige Brötchen zu backen und Sonntag möchte ich mich eigentlich nur mit dicken Socken und Kakao auf der Couch in eine Decke einmummeln!

Und als kleines Goodie mal wieder ein Blick in die Vergangenheit:
Freitags-Füller 39/2017

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Immer mal was neues

Ich mags ja nicht, wenn so Änderungen vonstatten gehen. Jetzt gibt es hier einen neuen doofen Editor. Ich will aber einfach meinen alten zurück. Nervt mich ja grad, weil ich hier noch nicht herraus gefunden habe, wie ich ganz einfach Links einfüge… Im alten Editor gabs da Buttons. Und ich bin echt nicht gut in HTML, deshalb kann ich die leider nicht frei Hand hier eintippen… Dabei wollte ich doch mal wieder ein kleines Zwischenupdate geben und mich nur mal als noch lebendig melden 😉

Also ich lebe noch.
Ich mache immer noch Sport.
Und ich bin immer noch im Home Office.
Außer heute.
Heute bin ich im Büro. Nicht im Großraumbüro, aber zumindest im Bürogebäude. Wieso? Weil ich bei diesem Talenteding aufgenommen wurde. Zuerst musste ich ja so ein Bewerbungsformular ausfüllen (hab doch gefunden, wie das mit den Links geht), danach habe ich an dem Interview teilgenommen und das war tatsächlich erfolgreich für mich gewesen und jetzt sitze ich hier im virtuellen Einführungsmeeting. Grad ist Mittagspause und ich habe das Netzwerken ganz eindeutig nicht verstanden, denn statt mit den anderen die hier mit mir vor Ort sind in die Kantine zu gehen, bin ich alleine hier im Raum geblieben, hab mein Brot ausgepackt und muss jetzt noch etwas Zeit überbrücken, bis es weiter geht 😉
Ganz ehrlich: Ich würde ja netzwerken. Aber lieber mit anderen Leuten. Die beiden hier sind mir einfach … na ja… unsympathisch. Die sind beide so affektiert… Und ich fang auch schon an. Das ist mir schon öfter aufgefallen, dass ich sowas mache, wenn ich jemanden nicht mag. Dann rede ich denen zum Mund und vermeide alles was Konfliktpotenzial bieten würde. So entgehe ich Gesprächen, die über Smalltalk hinausgehen und vermeide Diskussionen, die ich mit Leuten, die ich nicht mag eh nicht führen will, weil es für mich verschwendete Zeit ist.
Aus den anderen Standorten sind aber ganz nette Leute dabei, zumindest ist das mein Eindruck, den ich virtuell gewinnen konnte. Echt schade, dass das Meeting nicht in echt stattfindet.

Das Brot, das ich gerade esse, habe ich übrigens selbst gebacken! Waaaaaas? Ja 🙂 So richtig selbst. Nicht mit ner Backmischung sondern so richtig richtig selbst, sogar mit Sauerteig und es ist sehr lecker. Es ist mein zweites Brot, beide sind ganz gut gelungen.
Das Rezept ist aus dem Buch „Der Brotdoc“, der auch ein ganz ähnliches Rezept in seinem Blog veröffentlicht hat.20200915_133349

Brötchen haben am Wochenende nicht funktioniert, irgendwas hab ich falsch gemacht. Es waren schwere Steine und keine fluffigen Brötchen. Bloß gut, dass ich noch Aufbackbrötchen als Backup hatte.
Aber die Pizza letzte Woche war grandios! Die kam tatsächlich ganz gut an unseren Lieblingsitaliener ran. Und auch die Hefezöpfe sind ganz gut geworden.
Tja… Alle Welt hat im März schon Mehl und Hefe gekauft. Ich bin da halt mal wieder spät dran. Allerdings hätte ich das wohl nicht versucht, wenn ich nicht Sauerteig-Anstellgut bekommen hätte. Bis man sich nämlich ein gutes Anstellgut gezüchtet hat, vergeht doch eine ganze Weile.

Das Anstellgut habe ich von meinem Papa bekommen 🙂 Jahaaaaa ich war nämlich vorletzte Woche bei ihm.
Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub und ich bin schon wieder zu meiner Schwester gefahren, weil wir nicht wegfahren konnten und wollten und ich nicht die vollen zwei Wochen nur zu Hause rumgammeln wollte. Die letzte Woche, in der ich jetzt wirklich nur zu Hause war, hat sich schon gezogen… So lang kam mir Urlaub noch nie vor!!
Tja, also selbst mein großer Neffe hat gefragt, wieso ich denn schon wieder komme. Es ist jetzt das dritte mal in 4 Monaten gewesen. So oft war ich vermutlich noch nie da 😉
Jedenfalls haben wir an dem Samstag auch meinen Papa besucht 🙂 Das war echt schön. Total entspannt und irgendwie so richtig normal, als hätte ich schon immer dort hin gehört und nicht als wäre das der erste Besuch nach 22 Jahren Funkstille. Ich bin da wirklich froh drüber. Wir sind uns beide einig, dass wir den Kontakt jetzt halten wollen, er möchte mich gern öfter sehen und ich ihn auch. Und auch seine Frau…
Es ist ein komisches Gefühl, weil ich immer dachte, sie wollte mich nicht da haben. Dieses Gefühl willkommen zu sein, kriege ich noch nicht ganz mit diesem Gedanken überein. Ganz seltsam, wenn man nach 22 Jahren plötzlich weiß, dass es nie so war, wie man immer gedacht hat…
Wir haben nicht darüber gesprochen, wieso alles so gekommen ist. Es hat sich nicht ergeben. Das ist auch nicht so schlimm, das läuft uns nicht weg. Es hat einen kurzen Moment gegeben, wo es gepasst hätte, aber ich wollte dann auch nicht die Stimmung runterziehen. Es ist zu früh dafür. Ich bin mir sicher, irgendwann werden wir es besprechen, auch wenn es eigentlich ein bisschen egal geworden ist. Denn wir können es eh nicht mehr ändern.
Auch mit seinem Sohn verstehe ich mich ganz gut. Er ist ein Harry-Potter-Nerd wie ich und wir haben noch so einige Gemeinsamkeiten festgestellt, was lustig ist, weil wir nicht verwandt sind. Sein Papa ist zwar auch mein Papa, aber er ist eben nicht mein biologischer Vater.

Meine Mutter hat die Info, dass ich zu ihm fahre irgendwie nicht ganz so gut aufgefasst. Das war ja zu erwarten. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich brauche dazu nicht ihre Erlaubnis oder ihr Zugeständnis. Sie wird damit klar kommen müssen.
Ich fange halt nur jetzt schon wieder an mir Gedanken zu machen, wie ich das zukünftig dann mal machen will… Klar, ich könnte immer einen Tag auch dort hin fahren. Das wäre dann immer ein weiterer „Termin“ in den eh schon vollgepackten Wochenenden bzw. Besuchen dort.
Auf der anderen Seite hat er mir auch schon angeboten, dass der Namenlose und ich auch gern dort übernachten können. Ehrlich, wenn ich mir das vorstelle… Ich fahre zu ihm, meine Schwester und die Jungs kommen dann vielleicht dort hin… Meine Mutter sehe ich dann nicht? Oder soll ich von dort aus meine Schwester besuchen, und meine Mutter kommt da dazu? Der nächste Grund zum beleidigt sein ist dann, dass ich bei ihm übernachte und bei ihr nicht. Oh man… ja ok, das sind wieder ungelegte Eier und wie gesagt, sie wird damit klar kommen müssen. Es ist nicht mein Problem, wenn sie damit nicht klar kommt. Das muss ich mir wohl einfach immer wieder sagen.