Der Super-GAU

Tag 229 im Home Office

Nach vielem nachdenken, reflektieren, mich doch mal einer Freundin anvertrauen, reden, nachdenken und reflektieren, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mein Ausbruchswille und das teilweise extremste Genervtsein von Kleinigkeiten doch Symptome sind, die auf das Ende der Beziehung hindeuten. Je mehr ich diesen Gedanken ausgesprochen und zugelassen habe, desto klarer wurde mir mein Wunsch: Ich möchte diese Beziehung nicht mehr. Ich liebe ihn nicht mehr. Deshalb ertrage ich auch die körperliche Nähe nicht mehr, deshalb nervt es mich so abartig, wenn er was dreckig macht, was ich gerade eben sauber gemacht habe.

Das Eingeständnis ist aber noch weit entfernt davon, es auszusprechen und durchzuziehen… aber natürlich belastet der Gedanke. Will ich 9 Jahre einfach so wegschmeißen? Gibt es wirklich keine Chance mehr? Will ich dem ganzen keine Chance mehr geben? Ich muss mit ihm reden. Aber wie? Wie soll ich das sagen? Und vor allem, was denkt er? Das finde ich natürlich ohne Gespräch nicht raus. Aber wie führt man dieses Gespräch? Und wann? Garantiert nicht an einem Sonntagabend. Oder Montag nach der Arbeit… aber es gibt den richtigen Zeitpunkt natürlich nicht.

Es gab zig vertane Chancen und bei jedem Mal hab ich mir stärker in den Arsch gebissen, dass ich es nicht einfach sage. Inzwischen hatte er natürlich gemerkt, dass etwas nicht stimmt und hatte nachgefragt. Also hab ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr liebe und nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Und ich habe gesehen, wie es ihn schockiert hat und wie etwas in ihm zerbrochen ist… Es war natürlich auch nicht die beste Wortwahl. Ich hätte es anders ausdrücken können, aber ich war so unter Druck, dass ich es schon tagelang vor mir hergeschoben habe und ich wusste, das Zeitfenster, es jetzt zu sagen, wird immer kleiner… ich habs einfach nur loswerden wollen…

Spoiler: wir trennen uns nicht, wir wollen es noch mal versuchen. Ich will es noch mal versuchen.

Das Osterwochenende war emotional sehr aufwühlend, auch für mich. Wir haben so viel geredet, wie noch nie, würde ich sagen. Wir haben ganz offen geredet, über alles, wirklich alles. Auch über Sachen, über die wir sonst wahrscheinlich nie gesprochen hätten, die auch unangenehm sind, die dem anderen vielleicht auch weh tun.
Natürlich war es für ihn am wichtigsten zu wissen, warum ich ihn nicht mehr liebe. Und seit wann. Aber das kann ich ihm nicht beantworten. Es gibt rational keinen Grund. Alltag, sich selbstverständlich nehmen, sich nicht mehr viel umeinander bemühen. Und zwar ich genauso wie er. Nur dass das mit mir eben was gemacht hat. Dass ich mich dabei unbewusst emotional zurück gezogen habe. Das Ding ist: Ich war der Meinung, dass er es genauso sieht wie ich, dass er mich auch nicht mehr liebt und dass wir nur noch aus Gewohnheit und Bequemlichkeit zusammen sind. Aber ich hab ihn da total falsch eingeschätzt. Weil er es mir aber auch nicht mehr gezeigt hat, dass es anders ist.
Aber ich will gar nicht mit Schuldzuweisungen anfangen.
Ich will es also noch mal versuchen. Natürlich ist mir und auch ihm klar, dass man Gefühle nicht einfach an und aus schalten kann, und dass man sie nicht erzwingen kann. Und uns und vor allem ihm ist bewusst, dass es auf eine erneute Verletzung für ihn hinauslaufen könnte. Ich hab auch Angst davor, ihm Signale zu senden, die er falsch interpretiert. Ich hab Angst, dass er so viel Hoffnung hat, die am Ende doch enttäuscht wird. Ich kann halt nicht sagen, ob bei mir wieder was aufflammt. Aber ich weiß auch, was ich an ihm hab, ich schätze ihn ja auch sehr – aber momentan eben eher als Freund, denn als Mann. Und ich möchte ich 9 Jahre eben nicht einfach so wegschmeißen. Ich muss aber eben schauen, ob nicht einfach nur die Nähe und Vertrautheit, die sich durch die intensiven Gespräche am Wochenende wieder angefangen hat zu zeigen, mit Liebe verwechsle. Aber das sehen wir in ein paar Wochen oder Monaten.

Frei von der Leber weg

Tag 217 im Home Office

(Achtung hier kommt viel mimimi kotz und jammer)

Der März ist zu mehr als der Hälfte um und heute jährt sich das Home Office. Seit einem Jahr arbeite ich also von zu Hause. Das hätte ich damals auch nie gedacht… Immer wieder gab es damals Verlängerungen um zwei Wochen und immer wieder hatte ich Angst, dass ich ins verhasste Großraumbüro zurück muss. Inzwischen kümmern mich die Ankündigungen, dass das Home Office bis dann und dann verlängert wird nicht, weil ich nicht glaube, dass ich so schnell wieder zurück komme. Und wenn, dann wird es auf freiwilliger Basis sein.

Tja, der Februar ist rum. Es war ein Achterbahnmonat. Der kürzeste Monat, aber gespickt mit den meisten Emotionen… Ich war ja eh schon in einer schwierigen Verfassung im Januar, aber dass unser Hund gestorben ist, hat mich dann richtig in ein Loch gerissen. Inzwischen gehts, aber manchmal muss ich trotzdem noch ein bisschen heulen.

Nachdem ich fast drei Wochen nur geheult, lethargisch rumgesessen und in die Luft gestarrt und mich zurückgezogen hab, hab ich auf den Rat meiner Freundin gehört und bin einfach spazieren gegangen. Auslöser war eigentlich, dass ich ein paar Tage vorher vom Einkaufen zurück kam, und der Sonnenuntergang über dem verschneiten Feld und in der eisigen Luft einfach wunderschön aussah. Also hab ich mich angezogen, hab mein Hörbuch angemacht und bin losgelaufen. Ich wollte ungefähr an die Stelle, wo ich mit dem Auto langgefahren war, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Da gibts eine Brücke, über die Felder kommt man ziemlich direkt hin, das sind ungefähr 2,5km von zu Hause.
Beim Losgehen hab ich mich eigentlich schon gehasst, weil ich solche Spaziergänge jeden Tag mit dem Hund hätte machen können, aber nur ganz selten gemacht habe… Der Hund war einfach immer den ganzen Tag in der Firma und da war er gut aufgehoben. Trotzdem hätte sie sich riesig gefreut, wenn ich jeden Tag oder wenigstens jeden zweiten Tag mit ihr spazieren gegangen wäre…
Unterwegs hab ich dann ausgerechnet auch megaviele Hunde getroffen… ganz schön ätzendes Gefühl, wenn man allein und sinnlos da rumläuft… Ein Hund hat mich angeguckt und ich hab ihn auch angeguckt und konnte auch nicht weggucken, was ihn dann wohl animiert hat auf mich zuzukommen. Der hat mich dann angesprungen und sich auf den Boden geworfen und wollte gekrault werden… da musste ich dann heulen.

Als ich dann an dieser scheiß Brücke angekommen war, sah der Sonnenuntergang wenigstens auch schön aus, aber dann musste ich ja zurück laufen. Und natürlich wurde es dann dunkel… irgendwie hatte ich das nicht so richtig durchdacht. Ich bin dann nämlich an der Straße zurück gelaufen, weil ich im Dunkeln nicht über die matschigen Feldwege laufen wollte. Es wurde immer dunkler, der Weg gefühlt nicht kürzer und dann hab mich mich noch mehr gehasst, weil ich so eine blöde Idee hatte und mir schon alles weh tat… am Liebsten hätte ich den Namenlosen angerufen, dass er mich abholt.
Weil ich am nächsten Tag Muskelkater hatte, hab ich gedacht, ich lauf gleich noch ne Runde, weil mir Bewegung immer gegen Muskelkater hilft. Am dritten Tag hab ich wieder eine kleine Runde gemacht, weil ich gedacht hab, ich könnte mir das irgendwie angewöhnen. Aber danach hatte ich dann keine Lust mehr zu laufen. Jetzt kenn ich ja quasi alle Wege in Laufnähe. Wo soll ich hingehen? Das war auch immer ein bisschen die Ausrede, wieso wir fast immer nur die gleiche Gassirunde gegangen sind. Weil es irgendwie auch nicht viele Möglichkeiten in der direkten Umgebung gibt. Und außerdem war immer noch der Gedanke und das Schuldgefühl so präsent, dass ich jetzt auf einmal spazieren gehe und das früher mit Hund nie gemacht hab.

Wie auch immer. Eine weitere Woche war übestanden und irgendwie sinnvoll gefüllt. Tatsächlich hat es mir ganz gut getan, mal raus zu kommen. Wenistens ab und zu sollte ich das wirklich mal machen. Und ich musste ja wenigstens auch nicht mit meinen Gedanken alleine sein, weil ich ein Hörbuch hatte. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich noch schlechter gefühlt.

Dann hatte ich Geburtstag und obwohl ich allen gesagt hatte, dass ich nichts will und nichts brauche, hat meine Mutter mir trotzdem ein riesen Paket geschickt, auf das ich dann schon mal aus Prinzip keine Lust hatte… Aber das hängt mit ihrer Person zusammen.
Das Ding ist, sie hatte ein Geschenk für mich. Trotzdem hat sie mich dann noch gefühlt 20x gefragt, was ich mir denn wünsche, weil sie in ihrem beschränkten Kopf wieder denkt, das Geschenk wäre nicht genug. Nicht groß genug und erst Recht nicht teuer genug… eine Diskussion, die ich schon tausend mal mit ihr geführt habe. Aber sie kriegt es einfach nicht in ihren Schädel, dass es bei Geschenken auf den Geste und nicht auf den Preis ankommt.
Jedenfalls waren in dem Paket zusätzlich zu dem eigentlichen Geschenk noch mehrere kleine Päckchen, in die dann Süßigkeiten, Likör und Kram eingewickelt war… alles einzeln. Ach ja und der Namenlose hatte auch ein Geschenk dabei, damit er nicht nur zugucken muss, wie ich auspacke… ja, der hätte sonst bestimmt angefangen zu weinen.

Ach, ich bin gemein. Bei jedem anderen hätte ich es nett gefunden, wenn für ihn was mit dabei gewesen wär. Aber das geht bei ihr nicht. Und das Geschenk hat mich auch fertig gemacht… Und nicht im positiven Sinne. Sie hat was selbst gemacht und ich kann mir richtig vorstellen, wie sie da Spaß dran hatte uns ich gefreut hat, dass sie das für mich macht und wie stolz sie dann war und hofft, dass ich mich freue… und ich kann es einfach nicht wertschätzen. Ich will es nicht wertschätzen. Weil ich mich von ihr nicht wertgeschätzt fühle und immer nur das Gefühl hatte, ich bin ihr zu viel und unerwünscht. Ich weiß, dass ihr das heute leid tut und dass sie da heute drunter leidet und das gern wieder gut machen würde. Aber es geht verdammte scheiße nun mal nicht! Und ich bin nicht bereit, es einfach unter den Tisch zu kehren.
Eher im Gegenteil. Ich hab im letzten Jahr so viel über die Situation mit ihr nachgedacht und mir sind so viele Sachen bewusst geworden, dieses Ablehnungsgefühl ist so präsent in mir, dass es einfach alles überlagert. Ich kann und will es nicht ausblenden und ich will das Geschenk beschissen finden und am liebsten hätte ich es direkt in den Müll befördert, aber dazu bin ich zu anständig. Da ist noch genug Skrupel in mir, dass ich mich das nicht traue. Also steht es jetzt im Karton im Schrank. Ich will es nicht sehen, schon gar nicht benutzen. Einfach vergessen, dass es da ist.

So und jetzt überlege ich, ob ich diesen Absatz wieder lösche, weil ich mich schlecht fühle, sowas so offen zu sagen… Ich komme mir undankbar vor… na ja…

Tja und generell ist es auch grad irgendwie schwierig. Ich stelle momentan vieles in Frage… Besonders die Beziehung zum Namenlosen. Seit Wochen habe ich das Bedürfnis auszubrechen. Am liebsten würde ich mir mal für 4 Wochen eine Ferienwohnung an der Ostsee mieten und mein Home Office dort hin verlagern. Eine Zeit lang ist mir hier extrem die Decke auf den Kopf gefallen. Im Moment geht es wieder, aber der Gedanke an eine eigene Wohnung ist trotzdem noch ziemlich präsent in mir. Und das zieht natürlich Gedanken nach sich. Ich will ausziehen. Will ich auch Schluss machen? Ich weiß es nicht.
Fakt ist, dass mich viele Sachen und Kleinigkeiten immer mehr stören und aufregen. Ich sag ihm das immer wieder, aber so richtig ändert sich da nichts und wenn ich es zum dritten mal angesprochen hab, komm ich mir langsam auch blöd und nörgelig vor.
Fakt ist aber auch, dass wir uns ja nicht streiten oder sonst irgendwie blöd anmachen. Bis auf diese Kleinigkeiten verstehen wir uns ja. Und diese Kleinigkeiten nerven mich auch unterschiedlich doll. Je nach dem, wie die Grundstimmung bei mir ist. Deshalb weiß ich nicht, ob ich dem ganzen eine so schwerwiegende Bedeutung geben soll. Wird es besser, wenn ich ausziehe? Zumindest ist mein Bad dann sauber und in der Küche nichts verkleckert. Aber macht mich das glücklicher? Jetzt will ich lieber alleine sein, aber wenn ich es dann wirklich bin? Wenn ich dann immer alleine essen muss… würde ich für mich allein überhaupt was kochen? Ist es nicht total deprimierend, wenn man dann am Wochenende alleine zu Hause rumgammelt?
Eigentlich will ich das alles nicht in Frage stellen. Wir verstehen uns ja gut, wir haben den selben Humor, wir haben sehr ähnliche Vorstellungen so ganz generell vom Leben. Trotzdem drängen sich doch immer wieder Fragen in den Vordergrund. Ob wir nicht einfach nur noch aus Gewohnheit zusammen sind. Weil wir die Vorzüge zu schätzen wissen und weil es bequem ist… Ich kann auch überhaupt nicht einschätzen, wie er das ganze sieht. Vielleicht empfindet er das genauso wie ich. Vielleicht fällt er aber auch aus allen Wolken und ist komplett vor den Kopf gestoßen, wenn ich das anspreche. Ich müsste es ansprechen, aber ich weiß nicht wie. Also lass ich es…

Hundepups

Ach man… was für ein riesengroßer Scheiß einfach… Danke für eure Kommentare… Es tut einfach so weh, es war einfach viel zu früh… Sie war noch nicht mal 11…

Ich hab so viele Gedanken im Kopf, ich mach mir so viele Vorwürfe und hab so ein schlechtes Gewissen. Das kommt ja immer, wenns zu spät ist. Und dann komm ich mir gleichzeitig scheinheilig vor… Ganz großes Gefühlschaos im Moment… Weil ich auch weiß, dass viele dieser Gedanken falsch sind und mich nur fertig machen. Aber ich kann sie nicht richtig abstellen.

Dienstag war ein ganz normaler Tag, es hat nichts darauf hingedeutet, dass sowas passiert…
Der Hund (ein Mädchen, deshalb schreib ich zwar „der Hund“ aber trotzdem „sie“) hatte vor drei Jahren quasi Brustkrebs. Wir hatten einen Knoten an der Zitze entdeckt. Der wurde operiert, die Milchleiste wurde entfernt und sie wurde gleich kastriert. Die OP hat sie gut überstanden, aber man hat nur eine Milchleiste entfernt, weil beide gleichzeitig nicht geht. Dann ist zu wenig Haut da, um die Wunde wieder zu verschließen. Dass man nur eine Seite rausgenommen hat, wussten wir nicht, wir dachten, es wird gleich alles entfernt. Und dass man die zweite Milchleiste dann ein paar Monate später rausnehmen lassen sollte, wussten wir auch nicht…
Das werfe ich mir zB vor. Hat der Tierarzt das damals gesagt? Ich weiß es nicht mehr. Wieso hab ich das nicht gegooglet? Sonst google ich doch auch allen Scheiß?!

Damals haben wir uns nach der OP bewusst dazu entschieden, dem Hund keine Chemo-Medikamente zu verabreichen. Der Tierarzt hat gesagt, man kann das machen und er hätte damit viel Geld verdienen können, aber er hat uns gesagt, dass er es nicht machen würde. Bei der OP und auf den Röntgenbildern damals hat man nicht gesehen, dass es noch mehr Tumore gab, aber natürlich konnte man nicht ausschließen, dass der Krebs schon gestreut hatte. Aber wir wussten es nicht sicher und so haben wir entschieden, keine Medikamente pro forma zu geben. Dem Hund wäre es damit auch nicht gut gegangen und das wollten wir ihr ersparen.
Das werfe ich mir zB auch vor. Hätten wir es doch machen sollen? Hätte hätte…

Aber jetzt haben wir neulich neue Knoten an der anderen Milchleiste entdeckt und waren vergangenen Samstag deshalb wieder beim Tierarzt. Da hat er uns dann das mit der Haut erklärt und wieso man eben nur eine Seite rausgenommen hat damals. Der neue OP-Termin sollte nächste Woche sein und der Arzt meinte am Samstag auch noch, dass der Hund sonst einen sehr guten Eindruck macht, sehr fit und agil ist.
Und das war auch immer unser Eindruck. Sie wollte jeden Tag spielen, war überhaupt noch nicht träge… Klar uns ist aufgefallen, dass sie mehr schläft, als noch vor ein paar Jahren, aber sie ist ja eben auch älter und ein bisschen ruhiger geworden.

Am Dienstag kam sie nach Hause wie immer. Sie ist die Treppe hochgerannt, wie immer, sie hat ganz normal gefressen, wir waren auch noch wie immer Gassi und da war alles in Ordnung.
Irgendwann abends hat sie gekotzt. Das hat uns aber auch keine Sorgen bereitet, weil das ab und zu vorkam. Wieso auch immer. Manchmal hat sie halt gekotzt. Und die Kotze sah auch ganz normal aus, kein Blut oder irgendwas.
Ein weiterer Vorwurf. Hätte uns das zu denken geben sollen? Sie hat im Liegen gekotzt. Sonst ist sie eigentlich aufgestanden. Sie wollte hinterher auch keine Gurke fressen. Ich hab halt gedacht, sie kriegt ein Stück Gurke, weil sie jetzt Flüssigkeit verloren hatte und um ihr zu zeigen, dass es nicht schlimm war, dass sie in die Wohnung gekotzt hat… Aber die Gurke wollte sie nicht, obwohl sie Gurke immer supergeil fand. Mich hat das auch stutzig gemacht, aber ich hab mir nicht gleich Sorgen gemacht…

Wir waren ziemlich spät im Bett am Dienstag, der Hund hat immer im Arbeitszimmer geschlafen. Wenn wir ins Bett gegangen sind, ist sie immer mit aufgestanden und ist mitgekommen. So auch am Dienstag. Aber sie wirkte ein bisschen matt. Ich dachte halt, sie ist halt müde, ein bisschen platt, wird langsam älter, hat vorhin erst gekotzt…
Ich hab mir schon ein bisschen angefangen Sorgen zu machen. Ich hab im Bett noch gelesen und hab gehört, dass sie sich vor die Schlafzimmertür gelegt hat. Das hat sie selten gemacht. Wenn sie Angst hatte, zb. bei Gewitter, dann hat sie das gemacht. Ich wollte aber nie, dass sie mit im Schlafzimmer schläft, weil sie immer so laut geschmatzt hat und sich ständig umgedreht hat, geschnauft und ach ich bin dann halt ständig wach geworden…
Aber als sie sich vor die Schlafzimmertür gelegt hat, das hat sich so schlimm angehört, wie sie sich hat fallen lassen… das hat mir keine Ruhe gelassen. Ich hab plötzlich eine furchtbare Angst gekriegt, dass sie stirbt und dass wir sie dann morgens finden müssen.
So ging es mir damals bei meiner Katze. Das war so schlimm, soooooo schlimm… und ich hab mir noch ewig Vorwürfe gemacht, dass ich nicht bei ihr war, als sie gestorben ist… Den Fehler wollte ich beim Hund nicht machen.
Ich bin also aufgestanden, hab meine Decke mitgenommen und bin mit ihr ins Wohnzimmer gegangen. Sie wirkte schlapp. Ich hab mich auf den Boden neben ihrem Körbchen gelegt. Ich hatte zwar Angst, dass sie stirbt, aber ich hab gleichzeitig gehofft, dass ich total übertreibe. Dass ich nur wegen der Erfahrung mit meiner Katze so reagiere und dass meine Angst unbegründet ist…
Ich mach mir unglaublich Vorwürfe, dass ich nicht gleich gehandelt habe…
Ich hab also neben ihr gelegen, hab sie gestreichelt, beruhigend auf sie eingeredet… Ein wenig später ist sie aufgestanden und zum Napf gegangen, sie hat ein paar Schlucke getrunken und das hab ich als absolut gutes Zeichen gewertet. Aber so torkelig, wie sie zurück gelaufen ist zum Körbchen, und so apathisch, wie sie auf einmal gewirkt hat, das hat mir so einen Schrecken eingejagt, dass ich nach Tiernotdiensten gegooglet hab.

Leute, ich empfehle euch, macht sowas mal in einem ruhigen Moment und speichert die Nummern ab. Denn mitten in der Nacht mit der Angst und Sorge im Nacken… Hölle… Ich hab eine Tierklinik 10 Minuten entfernt gefunden, die aber ausgerechnet diese Woche nicht mit dem Notdienst dran war. Die Partnerklinik war 30 Minuten weg. Vielleicht 40. Ich hab da angerufen, hab gefragt, was ich machen soll. Hab den Verlauf des Abends geschildert. Hab gefragt, ob sie in meiner direkten Umgeben noch eine Notfallnummer kennt…
Sie hat mir die Nummer von einem mobilen Tiernotdienst gegeben, die hab ich dann angerufen, aber die hatten gerade keinen Tierarzt frei, der hätte kommen können. Die machen nämlich Hausbesuche.
Während dieses Telefonats ist der Hund im Körbchen umgefallen. Sie lag, aber hatte den Kopf gehoben. Und sie ist einfach zur Seite umgefallen. Das war so ein Schock.
Ich hab den Namenlosen geweckt und wieder die Tierklinik angerufen und uns angekündigt. Dann hab ich die Adresse ins Navi eingegeben, mich geärgert und mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht eher auf mein Gefühl gehört hab und hab grad meine Jacke angezogen, als der Namenlose den Namen vom Hund gerufen und sie geschüttelt hat. Sie hatte aufgehört zu atmen.
Ich hab noch mal die Tierklinik angerufen, sie hat uns per Telefon Anweisungen gegeben, wie man eine Herzdruckmassage und eine Beatmung macht, aber es war zu spät. Wir haben es nicht lange gemacht. Nur 5 oder 10 Minuten. Es war einfach zu spät.
Und ich mache mir Vorwürfe, dass ich in ihren letzten Momenten nicht da war. Dass ich mit telefonieren, anziehen und Navi eingeben beschäftigt war und nicht bei ihr war. Und das macht mich fertig und ich muss mir laut sagen, dass ich da war. Dass ich ja vorher da war. Und dass der Namenlose am Ende da war. Und dass wir alles versucht haben.

Es war 2 Uhr morgens. Wir saßen ungefähr eine Stunde vor der offenen Balkontür, weil wir den Hund mitsamt Körbchen draußen hingelegt hatten. Die Ärztin am Telefon hat gesagt, dass wir sie möglichst kühl lagern sollen, bis wir wie beerdigen können und dass wir das ruhig im Garten machen sollen, wenn wir die Möglichkeit haben. Sowas ist in Deutschland natürlich geregelt…
Wir hatten Skrupel die Balkontür zu zu machen und den Hund alleine draußen zu lassen. Irgendwo ganz tief in mir war die dumme Hoffnung, dass sie dann aufspringt und dann ist sie ausgesperrt… Irgendwann haben wir doch die Tür zu gemacht, haben einen Schnaps getrunken, haben auf der Couch gesessen und sind um halb 4 dann doch ins Bett gegangen.
Es war einfach surreal. Wir standen total unter Schock. Ich hab noch ein bisschen gelesen, weil ich noch voller Adrenalin war und nicht mit meinen Gedanken allein sein wollte… Als um 6 der Wecker anging war ich sofort wach und bin zum Balkon gegangen. Natürlich lag sie da noch so, wie wir sie abgelegt hatten. Natürlich stand sie nicht schwanzwedelnd draußen. Da hats richtig klick gemacht bei mir und die Tatsache, dass sie wirklich tot ist hat mich wie ein Schlag getroffen.

Gestern war ein richtiger Scheißtag. Ich stand völlig neben mir, hab auf der Arbeit nichts produktives gemacht. Ich hätte mir frei nehmen sollen. Aber dann wäre ich mit meinen Gedanken allein gewesen.
Wir haben sie gestern im Garten beerdigt, ein schönes Plätzchen, das ich von meinem Arbeitsplatz aus direkt sehen könnte, wenn nicht ein Busch im Weg wäre. Aber vom Wohnzimmer kann man es direkt sehen.
Der leere Platz, wo das Körbchen lag tut weh. Der Napf stand gestern noch da. Das Futter haben wir schon weggeworfen, das Wasser hab ich stehen lassen… Heute hab ich sie in die Spülmaschine gestellt, aber ich weiß nicht, ob ich sie schon wegräumen möchte.
Als der Namenlose gestern allein nach Hause kam, war das ganz schön scheiße. Dass kein Hund erwartungsvoll dasteht, wenn wir kochen (es könnte ja was runterfallen…), ist auch ganz schön scheiße. Dass keiner mitgetrappelt kommt, wenn wir ins Bett gehen ist scheiße.
Ich hab jetzt wirklich keinen Grund mehr rauszugehen, außer einmal die Woche zum einkaufen.

Gestern war ich irgendwie nur leer, heute kommen Trauer und Gedanken in Wellen.
Ich mache mir Vorwürfe, dass wir nicht jedes Wochenende riesengroße ausgedehnte Gassirunden gemacht haben, dass wir nicht viel öfter mit ihr in den Wald gegangen sind, dass wir nicht immer viel länger mit ihr gespielt haben, dass wir ihr nicht jedes verdammte Leckerli gegeben haben, das sie gern gewollt hätte. Dass wir sie nicht einfach komplett verwöhnt und verzogen haben. Total bekloppt, weil zu Lebzeiten will man so einen Hund nicht. Und im Nachhinein ist es einfach zu sagen, man hätte den Hund grenzenlos verwöhnen sollen. Nein, das wäre nicht gut gewesen, sie wär dann bloß fett und ungezogen geworden. Aber trotzdem hab ich solche Gedanken.
Es tut mir so leid, dass ich manchmal so genervt war von ihr. Es tut mir so leid, dass ich nicht viel viel mehr mit ihr geschmust habe, aber zum einen war sie nicht so doll verschmust und zum anderen hab ich allergisch reagiert. Es tut mir auch so leid, dass wir sie am Sonntag noch ein bisschen geschoren haben, weil sie allmählich wieder schafähnlich aussah und wir das vor der OP noch ein bisschen in Ordnung bringen wollten. Es tut mir wirklich so leid, dass wir ihr das nicht erspart haben, weil sie das immer so scheiße fand. Warum haben wir es dieses eine mal ausgerechnet nicht vor uns hergeschoben, aufs nächste Wochenende?
Ich mach mir so Vorwürfe, dass ich mir nicht gleich viel mehr Sorgen gemacht hab, und dass ich dann erst nur bei ihr gelegen hab und nicht gleich eine Klinik angerufen hab, obwohl ich mir dann ja schon größere Sorgen gemacht hatte.
Ich weiß, man darf das alles nicht denken. Wir haben sie ja verwöhnt. Sie hatte es ja gut bei uns. Und zwei Stunden früher in die Klinik fahren hätte vermutlich nur bedeutet, dass sie eingeschläfert wird und wir diese Entscheidung noch bewusst hätten treffen müssen. Dann wärs das gleiche Ergebnis gewesen, nur zwei Stunden früher. Hätte hätte… das darf man nicht denken. Ich versuche es auch immer gleich zu unterbrechen. Aber es fällt mir schwer.
Wir haben gestern den Tierarzt angerufen und den OP-Termin abgesagt. Er war auch schockiert, dass sie plötzlich gestorben ist. Nachdem wir ihm auch noch mal den Abend geschildert haben, tippt er darauf, dass sie ein Aneurysma hatte, das geplatzt ist. Das passt auch dazu, dass ihr Bauch sich irgendwann breiig angefühlt hat. Sowas ist halt unplanbar und es kann tumorbedingt gewesen sein. Wenn es gehalten hätte, hätten sie es am Dienstag bei der OP wohl gesehen. Vielleicht wäre es währenddessen geplatzt. Oder zwei Wochen später. Aber dann hätte sie den OP-Stress und ne Scheißwoche danach gehabt. Hätte hätte… Das war aber sowieso eine hintergründige Angst, dass sie sie aufmachen und gleich wieder zumachen, weil es „sich nicht mehr lohnt“. Weil der Krebs damals doch schon gestreut hatte und jetzt drei Jahre lang Zeit hatte zu wuchern.

Tja… es wird noch eine Weile dauern, bis es besser wird. Bis ich richtig wertschätzen kann, dass sie nicht alleine gestorben ist und dass ihr sicher einiges erspart geblieben ist. Und bis ich trotz mal genervt sein, trotz keiner täglichen 5km Riesengassirunden und unbegrenzt Leckerchen für mich selbst zufrieden sagen kann, dass sie es bei uns sehr gut hatte.

Corona-Koller

Tag 182 im Home Office

Eigentlich hätte ich ein bisschen was zu erzählen. Eigentlich wollte ich mich auch schon gestern über den Kackmontag aufregen. Aber ich bin so lustlos. Mir gehts irgendwie nicht so gut. Grad hab ich irgendwie ne komische Phase. Ein bisschen depressiv, lustlos, müde, antriebslos, traurig, genervt, unzufrieden… Aber auch selbstmitleidig. Ich weiß auch nicht so genau, woher das kommt. Letzte Woche dachte ich, es wäre einfach PMS, aber das könnte dann ja langsam mal vorbei sein…
Vielleicht ist es allmählich ein Corona-Koller. Mir ist das alles zu viel im Moment, es nervt mich alles. Alles!
Ich will einfach nur meine Ruhe. Ist ja nicht so, dass ich sie nicht den ganzen Tag hätte. Aber ich will sie komplett. Ich will nicht reden, ich will nicht sozial interagieren. Momentan hab ich das Bedürfnis, mich einfach nur in ein dunkles Loch zu verkriechen und zu lesen und in heile Welten zu fliehen. Es ging so weit, dass ich vorletztes Wochenende sogar geguckt hab, was der Wohnungsmarkt so her gibt. Mir ist das alles zu viel, aber ich kann es nicht mal genau bezeichnen. Ich sitze im Home Office, habe keine Kurzarbeit, keine finanziellen Einbußen oder existenzielle Ängste. Ich hab keinen Stress und bin gesund. Und trotzdem ist mir irgendwie alles zu viel.
Ich will alleine sein und meine Ruhe haben. Niemand macht was dreckig, was ich grad geputzt hab, niemand kommt ausgerechnet dann auf die Idee sich den Bart zu stutzen, wenn ich gerade das Bad sauber gemacht habe. Niemand lässt dich Milch draußen stehen, leere Verpackungen liegen, die Toastverpackung offen oder seine Socken rumliegen. Niemand verurteilt mich, wenn ich den ganzen Tag am Handy hänge und Youtube-Videos schaue oder Instagram durchscrolle, niemand zappt ständig durchs Programm, niemand dreht die Lautstärke hoch. Überhaupt macht niemand den Fernseher an.

Ach man… Ich hoffe, das ändert sich stimmungsmäßig bald mal wieder. Ich bin selbst schon von mir genervt.

Neues Jahr, neues…

Tag 166 im Home Office

Auf ein Neues also. Gestern habe ich erfahren, dass der Name Januar sich vom römischen Gott Janus ableitet, der immer mit zwei Gesichtern dargestellt wird, die in verschiedene Richtungen blicken. Janus gilt als Gott des Anfangs und des Endes. So wie Janus in zwei Richtungen schaut, blickt der Januar auch zurück ins alte und nach vorn ins neue Jahr.
Fand ich sehr interessant, das wusste ich noch nicht. Wenn das mal bei Wer wird Millionär gefragt wird, wisst ihr bescheid 😉

Heute ist der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Ich tu mich sehr schwer, mich zu konzentrieren. Normalerweise fange ich nach dem Urlaub gern mit einer kurzen Woche an und nehme deshalb meistens Montag und Dienstag auch noch frei. Das geht aber zum Monatsabschluss nicht. Also bin ich heute früh mehr oder weniger frisch ans Werk gegangen…
Aber selbst wenn die Woche kurz wäre, wäre es mir heute wohl schwer gefallen, wieder rein zu kommen. Aber um dem was Positives abzugewinnen: Ich bin froh, dass ich nichts ins Büro musste 😉
Im Februar muss ich dann ein mal ins Büro, weil dann eine obligatorische Brandschutzübung stattfindet. Gut, dass ich das schon seit zwei Wochen weiß, so habe ich tatsächlich genug Zeit, mich darauf einzustellen 😀 Das wird sehr seltsam, wenn ich wieder ins Büro fahre. Aber da mein Arbeitsplatz abgesperrt ist, damit die Abstände eingehalten werden können, werde ich wohl auch nur zur Übung hinfahren, bevor ich mir da also für den einen Tag einen anderen Arbeitsplatz einrichte. Aber in dem Zuge werde ich sicher auch gleich mal das ein oder andere Gedöns aus dem Büro mit nach Hause nehmen. Ich hab zB ein Foto von meinen Neffen dort, das finde ich dann jetzt irgendwie seltsam, wenn ich eh nicht da bin 😉 Ich kann dann auch gleich meinen Tee und meine Tassen mit nach Hause nehmen. Wer weiß nämlich, wann ich mal wieder im Büro einen Tee trinke. Und dann kann ich auch eine Tasse aus der Teeküche verwenden.

Ich hatte jetzt 11 Tage frei, und wie schon im November, kam mir die Zeit unglaublich lang vor. Woran liegt das? ich hab nichts weiter gemacht. Ich hab gehäkelt, Hörbücher gehört, gelesen, Fernsehen geschaut. Wir sind auch nicht weggefahren. Früher ist die Zeit nie so langsam vergangen. Selbst wenn ich im Urlaub nur zu Hause gewesen bin. So langsam hätten früher mal 6 Wochen Sommerferien vergehen sollen! 😉
Ich war in den 11 Tagen auch nur einmal draußen zum einkaufen und auch da brauchte ich nur ein paar wenige Kleinigkeiten, weil ich alles andere ganz gut vorausgeplant und bereits gekauft hatte und außerdem haben wir uns mal wieder eine Hello fresh Box gekauft, somit haben wir uns die große Einkauferei zwischen den Feiertagen geschenkt 🙂
Hello fresh war auch wieder lecker, aber ich muss schon ehrlich sagen, ich finde es verhältnismäßig teuer. Natürlich muss das alles verpackt und verschickt werden, keine Frage. Aber deshalb bestellen wir so eine Box tatsächlich immer nur alle Jubeljahre mal. Viele Rezepte kann man ja trotzdem einsehen, das ist dann doch immer mal eine gute Inspirationsquelle. Die Gerichte von letzter Woche haben auch schon Einzug in unsere Lieblingsrezepte gefunden.

Und noch was: natürlich gabs auch mein jährliches Jahresrückblick-Stöckchen, aber da es nicht im Reader angezeigt wird (warum auch immer…), hat das wohl kaum jemand gesehen. Aber ich will es euch ja nicht vorenthalten 😉 (pf… jetzt, nach Veröffentlichung dieses Beitrags, isser doch im Reader. Das soll einer verstehen…)
Also, alles Gute fürs neue Jahr, vor allem Gesundheit. Und mit 2020 macht was ihr wollt – streichen, vergessen… ich behalte es trotz allem in guter Erinnerung, weil es für mich doch auch vieles Schöne bereit gehalten hat.

Jahresrückblick-Stöckchen 2020

Auch für 2020 gibt es den alljährlichen Jahresrückblick. Was für ein Jahr! Im ersten Impuls wurde ich sagen, ich war doch bloß zu Hause, was soll ich in den Rückblick schreiben?! Aber trotzdem war das Jahr erlebnisreich, aufschlussreich und voller Leben.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2021! 🍀

Zugenommen oder abgenommen?
Unsere Waage hat nie funktioniert, daher kann ich es gar nicht so genau sagen, weil ich kein Jahresanfangsgewicht weiß.
Durch den Sport ist es auf jeden Fall weniger geworden. Aber das ist eigentlich gar nicht das wichtigste. Wichtig ist, wie alles insgesamt aussieht. Das war durch den Sport eigentlich schon ganz gut in den Ansätzen. Jetzt hab ich wochenlang nichts gemacht, aber das soll auch wieder besser werden.

Mehr Geld oder weniger?
Mehr. Obwohl man ja grad im Sommer vor die Tür konnte, bin ich kaum draußen gewesen und schon gar nicht sinnlos shoppen gefahren. Wobei ich sowieso auch vorher schon nie sinnlos geshoppt habe, denn eigentlich hasse ich shoppen.

Der hirnrissigste Plan?
Na ja, eigentlich war da nichts hirnrissiges dabei. Aber wenn man was finden will, dann war es wohl die 4-wöchige Sommer-Body-Challenge, in der man 4 Wochen lang 5 Tage die Woche Sport gemacht hat, jeweils zwischen ca 40 und 70 Minuten… So unsportlich wie ich war, von Null auf Hundert… Eigentlich war das hirnrissig. Zwischendurch hatte ich auch ein richtig krasses Tief aber ich hab durchgezogen. 🙂 und sogar darüber hinaus weitergemacht.

Schlimmstes Ereignis?
Schlimm ist natürlich relativ… Und schlimm ist das nicht wirklich. Aber bei meiner letzten bewusst und gewollt kinderlosen Freundin hat ganz plötzlich die biologische Uhr getickt…

Schönstes Ereignis?
Meinen Papa wieder zu sehen
Urlaub noch vor der Corona-Krise, was hatten wir bloß für ein Glück!
Home Office

Die gefährlichste Unternehmung?
Canyoning auf Madeira

Die teuerste Anschaffung?
Zum bestandenen Bilanzbuchhalter hab ich mir im Januar eine Overlockmaschine gekauft.

Das leckerste Essen?
Inzwischen krieg ich das mit dem Kochen ganz gut hin. Essen gegangen sind wir nicht so viel in diesem Jahr.
Zu Weihnachten haben wir mal wieder sehr aufwendig gekocht. Ich hab zum ersten Mal Gänsebrust und Grünkohl gemacht und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Das beeindruckendste Buch?
Dieses Jahr hab ich ja wirklich unglaublich viel gelesen. Es waren auch einige Hörbücher dabei. Ich hab dieses Jahr aufgehört monatlich Zusammenfassungen zu schreiben, aber eine Leseliste hab ich trotzdem geführt.
Ein Moment fürs Leben von Cecelia Ahern war aber ein wirklich tolles Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat. In dem Buch trifft die Hauptperson wortwörtlich auf ihr Leben – ein Mensch, dem es schlecht geht, weil sie ihr Leben nicht im Griff hat. Ihre Einstellung zum Leben wirkt sich unmittelbar auf seine Erscheinung, Gesundheit und seine Ausstrahlung aus.
Das Leben in den Griff zu bekommen zog natürlich so einige Fragen mit sich. Was will ich überhaupt im Leben, was ist mein Plan, was kann ich überhaupt? Ein bisschen hab ich mich durch diese Fragen angesprochen gefühlt…

Die meiste Zeit verbracht mit?
– dem Namenlosen
– meinem Schreibtisch zu Hause mit Blick in den Garten
Ich kann echt fast an einer Hand abzählen, wie oft ich andere Leute getroffen habe. Inzwischen, nach neun Monaten, muss ich aber schon zugeben, dass es sich bemerkbar macht. Vielleicht hing es auch mit dem Jahresende an sich zusammen, der Namenlose hatte Stress auf der Arbeit, bei mir ist auch einiges angefallen… Aber in den letzten Wochen war ich doch schnell mal gereizt und hab den Namenlosen öfter mal angepflaumt. Vielleicht beginnt doch so langsam ein Lagerkoller. Ich hatte auch ab und zu mal wehmütige Gedanken an meine eigene Wohnung.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Kurz und wenig, aber schön war die Zeit mit meinem Papa.

Die größte Veränderung des Jahres?
Ich habe im Mai wieder mit Sport angefangen.

2020 zum ersten Mal getan?
Man sollte es nicht glauben, aber es gab auch in diesem Jahr ein paar erste Male. Ich habe zum ersten Mal:
– eine Kreuzfahrt gemacht
Gran Canaria und Fuerteventura besucht
– Madeira und somit Portugal besucht
– Canyoning gemacht
– Brot, Brötchen und Hefezöpfe gebacken
– ein typisches Weihnachtsessen mit Gänsefleisch und Grünkohl gekocht

2020 nach langer Zeit wieder getan?
– meinen Papa wieder gesehen
Lanzarote und Teneriffa besucht
– die Haare gefärbt
– Sport gemacht
– mein Bauchnabelpiercing nachgestochen
Das musste ich rausnehmen, als ich vor ein paar Jahren meinen Blinddarm raus bekommen habe und dann hab ich es nicht mehr rein bekommen. Meine Schwester wollte sich dann im Sommer als ich da war ihre Piercings nachstechen lassen, die sie auch wegen einer OP rausnehmen musste und zu gewachsen waren. Da hab ich meins spontan auch erneuern lassen

2020 leider gar nicht getan?
London besucht… Eigentlich hatten wir im Herbst einen Kurztrip nach London geplant. Wir hatten Musical-Karten und ich wollte in die Harry Potter Studios. Daraus wurde leider nichts. Und ob es nächstes Jahr was wird, steht auch in den Sternen.

Wort des Jahres?
Corona

Erkenntnis des Jahres?
Dass ich noch nicht bereit bin, bestimmte Verletzungen aus meiner Kindheit gut sein zu lassen. Ich weiß, dass man es nicht mehr ändern kann, dass Gesagtes nicht zurück genommen werden kann. Und ich würde gerne sagen, so ist es nun mal, es ist lange her, jetzt ist es gut. Aber ich bin noch nicht bereit es hinzunehmen und meinen Frieden damit zu machen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Corona. Ich kann mich nicht erinnern, dass da noch mehr dieses Jahr gewesen wäre, auf das ich lieber verzichtet hätte.
Naja obwohl… Grundsätzlich hätte ich gern auf die schlechte Stimmung zwischen meiner Mutter und mir verzichtet. Aber wie gesagt, ich bin noch nicht bereit dazu.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich hab mich versucht zu überzeugen, dass diese Kindheitsverletzungen keine Auswirkungen mehr auf mich haben, weil es doch schon so lange her ist. Aber damit hab ich mich selbst belogen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
– genähte Taschen
– gehäkelte Decken
– gefilzte Hogwartshausschuhe (es ist keine Biene, sondern Hufflepuff 😉)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Burger-Freunde haben uns in Frühjahr ein Corona-Care-Paket geschickt. Da war Alkohol drin, Süßigkeiten und sogar Leckerlis für den Hund. Das fand ich einfach süß!
Und ich hab mir selbst zu Weihnachten die deutschen Harry Potter Bücher geschenkt 😁 ich hatte sie nämlich nur auf Englisch und ich hab auch nur die ersten 4 auf deutsch gelesen. Da hab ich also was nachzuholen!

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Wir würden uns freuen dich öfter zu sehen.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ach ich weiß nicht. Das müsste ja eigentlich die andere Seite sagen.

2020 war mit einem Wort?
Verrückt

12 von 12 im Dezember 2020 – Jahresrückblickedition

Im November war es still um mich. Ich weiß eigentlich gar nicht warum… Na ja, es gab halt irgendwie nichts zu erzählen. Mein Alltag ist ein Einheitsbrei, jeder Tag ist einfach gleich und am nächsten Tag auch schon vergessen. Das klingt negativ, aber eigentlich stört es mich gar nicht so doll.
Momentan stricke und häkle ich viel, weil ich meine Weihnachtsgeschenke fertig bekommen möchte, Sport mach ich da kaum noch. Jetzt sind es schon zwei Wochen ohne… Ach ja, wenn man es einmal einreißen lässt… Im Januar starte ich wieder durch. Wie gesagt, jetzt sind mir die Weihnachtsgeschenke wichtiger.
Ansonsten hatte ich im November eine Woche Urlaub, die sterbenslangweilig war… Ich habe den ganzen Tag Netflix geschaut und war viel verlotterter, als an einem Arbeitstag. Das Home Office gibt mir also doch irgendwie Struktur. 8 Arbeitstage sind es dieses Jahr noch. Was für ein verrücktes Jahr… Das standardmäßige Jahresrückblick-Stöckchen gibt es dann auch wieder, aber heute mache ich schon mal einen kurzen Jahresrückblick in Form der 12 von 12.

Die 12 von 12 hab ich ja eigentlich immer gern gemacht – sofern ich dran gedacht habe… Aber vor allem hab ich sie mir gern bei anderen angeguckt. Da es aber dann doch irgendwie immer die gleichen Motive bei mir sind, hab ich irgendwann damit aufgehört. Jetzt mache ich die 12 von 12 nur noch zu besonderen Anlässen – sofern ich dran denke 😉 Heute also als Jahresrückblick. Drauf gebracht hat mich unser Geschäftsführer, der zur virtuellen Weihnachtsfeier eingeladen und ebenfalls einen Foto-Jahresrückblick gemacht hat.

Januar:
Ich bin krank geworden und lag eine Woche richtig flach. Im April habe ich mich irgendwann gefragt, ob ich vielleicht schon Corona hatte. Ich weiß es nicht. Meine Ärztin hat damals nichts besonderes, außer einem grippalen Infekt festgestellt. An Geschmacks- oder Geruchsverlust kann ich mich nicht erinnern, aber ich weiß, dass es mir hundeelend ging und ich mich eine Woche lang quasi nur in liegender Position befunden habe. Ich bin nicht mal mit Gassi gegangen.
Gegen Corona spricht aber, dass der Namenlose sich nicht angesteckt hat.

Februar:
Im Februar waren wir glücklicherweise noch mal im Urlaub, aber es gab auch noch ein anderes wichtiges Ereignis, nämlich die feierliche Zeugnisübergabe der IHK zum bestandenen Bilanzbuchhalter. Meine beiden Lernmädels und ich haben uns ganz schön einen hinter die Binde gekippt und das ganze ausgiebigst gefeiert. (Als hätten wir geahnt, dass es das letzte Mal für eine sehr lange Zeit sein würde) Die Männer der beiden Mädels haben gut mitgemacht, der Namenlose leider nicht, der hat uns gefahren 😉
In unseren schickimicki Kleidchen und Blazerchen sind wir anschließend noch in einen eher ranzigen Club gegangen, wo es aber immer lustig zugeht. Wir waren halt nur etwas overdressed, aber das war uns ja egal. Am Ende des abends taten mir aber derartig die Füße weh, dass ich meine Schuhe ausgezogen habe und mir dann die Füße vor Kälte weh getan haben, als ich barfuß durch Schneeregenmatsch vom Club zum Auto gewatschelt bin. Aber offenbar habe ich den Kälteschmerz als weniger schlimm empfunden, als den Schmerz, den die Pumps verursacht haben.

März:
Corona kam und blieb. Und ich hatte die letzte Packung Klopapier ergattert! Tja, seit dem weiß ich, wie lange eine Packung Klopapier reicht. 😉 Wahrscheinlich hat eine Packung früher länger gereicht, aber seit Mitte März bin ich ja auch im Home Office und war nur an zwei Tagen zurück im Büro, weil ich diese Talente-Ding im September hatte.

April:
Nach ein paar Wochen im Home Office überkam mich scheinbar eine Art Lagerkoller, denn ich hatte das dringende Bedürfnis, mir die Haare zu färben. Ich weiß nicht wo genau das herkam. Vielleicht waren das auch erste Anflüge von Midlife-Crisis? Keine Ahnung. Auf jeden Fall bin ich aus heutiger Sicht dann doch irgendwie froh, dass sich das alles rückstandslos wieder rausgewaschen hat 😀 So ein ewiger komischer Rotstich, der bei meiner letzten Färbeerfahrung übrig geblieben ist, hätte mich dann jetzt schon ziemlich genervt.

Mai:
Mai war der Monat der Veränderung. Keine Ahnung, vielleicht lags am Frühling oder der frischen Haarfarbe. Auf jeden Fall wollte ich mich plötzlich bewegen. Ich hab also mit Sport angefangen und das auch echt ganz gut durchgezogen. Man hat aber auch tatsächlich nach 4 Wochen gesehen, dass sich mein Körper verändert hat und das hat mich motiviert, dran zu bleiben.
Im September hatte ich dann mal zwei Wochen ein Tief, und grad auch wieder… Im Mai waren meine Prioritäten offenbar etwas anders.

Juni:
Im Sommer sind die Zahlen wieder gesunken und nachdem der Osterbesuch bei meinen Neffen ausgefallen ist, hab ich das im Juni nachgeholt. Meine Schwester musste einen Tag arbeiten, da war ich dann mit meinen Neffen bei meinen Eltern… hach… das Verhältnis zu meiner Mutter wird auch nicht besser. Nach 12 Stunden hatte ich den absoluten Overkill und konnte es nicht länger ertragen, auch wenn ich tagsüber versucht hatte, ihr aus dem Weg zu gehen.

Juli:
Im Juli fing es an, dass die Tage zu Einheitsbrei wurden. Nach dem anfänglich abenteuerlichen Home Office und dem täglichen Bloggen hab ich das schon Ende Mai wieder abgelegt, weil ich gemerkt habe, dass das doch länger so bleibt. Irgendwie hatte ich doch ganz schön naiv gehofft, dass bald alles wieder so wird wie vorher. Auch wenn ich natürlich nie wieder aus dem Home Office weg wollte 😉
Obwohl man sich im Sommer auch wieder mit ein paar Leuten treffen durfte, hab ich das kaum gemacht, denn dieses Abstand halten war immer noch etwas komisch für mich. Wenn man sich begrüßt und verabschiedet und sich dann so blöd gegenübersteht und aus zwei Armlängen Abstand sich zuwinkt… Find ich auch immer noch bescheuert. Und das Ellenbogengeben finde ich auch richtig doof. Also hab ich mich um Juli hauptsächlich um meine Tomaten gekümmert.

August:
Mein großer Neffe wurde eingeschult und ich bin zum zweiten Mal in diesem Jahr mit dem Auto hingefahren. Es ist immer ein Ritt… nach der Fahrt war ich echt richtig im Arsch – ich werde auch älter. Früher bin ich die Strecke durchgefahren. Jetzt muss ich zwischendurch eine Pause machen, weil es echt anstrengend ist.
Noch dazu war es gefühlt das heißeste Wochenende in dem Jahr. Mein Auto hat zeitweise 39 Grad angezeigt und ich hab natürlich die Klimaanlage angemacht. Sonst wäre ich ja gebraten worden. Ein offenes Fenster war ja auch nicht zu ertragen. Und natürlich hab mich auch ordentlich was weggeholt und dann auch erstmal ein paar Tage flach gelegen.

September:
Ich bin unter die Bäcker gegangen und habe angefangen Brot zu backen. Das hat erstaunlich gut geklappt! Leckere, knusprige, frische Bauernbrote… Echt lecker. Als ich die verschiedenen Mehlsorten gekauft hatte, kam ich mir schon ein wenig vor, wie ein Hamster 😀 Und ich glaube ich hab in meinem Leben noch nie so viel Mehl verbraucht, wie in den letzten Monaten.

Oktober:
Allmählich wurden die Temperaturen wieder kühler, die Tage kürzer. Morgens war es schon so dunkel, dass ich Licht zum Arbeiten an machen musste… Still und heimlich wurde es Herbst und uns hat wieder ein Eichhörnchen besucht. Da wir aus dem letzten Jahr noch super viele Walnüsse übrig haben, hab ich die nach und nach dem Eichhörnchen raugelegt, und hab mich immer gefreut, wie ein kleines Kind, wenn es tagsüber kam und die Nüsse weggeschleppt hat. Ein paar hat es in den Blumentöpfen auf dem Balkon verbuddelt und deshalb stehen die da jetzt immer noch rum. Ich möchte nicht verantworlich sein, wenn das Eichhörnchen im Winter seine Nüsse nicht findet 😀

November:
Es wurde immer dunkler, immer kälter… Regnerisch, grau, trüb… Oh, das ein oder andere gibts doch zu erzählen: Der Namenlose hat sein Auto geschrottet, ich hab mal eine Bewerbung geschrieben und es mal rechtzeitig geschafft, Adventskalender und Geburtstagsgeschenke zu verschicken. Wir hatten Jahrestag und haben beide gedacht, es wär schon der 10. aber es wir sind erst 9 Jahre zusammen. Eigentlich stellen wir uns jedes Jahr die Frage, wie lange wir jetzt schon zusammen sind und jedes Jahr denken wir, es wäre schon ein Jahr länger. Ich weiß auch nicht, was uns da immer durch den Kopf geht…

Dezember:
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Im Fernsehen liefen schon die ersten Jahresrückblicke, auf der Weihnachtsfeier gab es auch schon einen… Pünktlich am 1. Dezember gabs bei uns den ersten Schnee und ich muss mich jetzt ein bisschen zusammenreißen, dass ich nächste Woche meine Weihnachtsgeschenke fertig kriege. Nächsten Freitag würde ich gern alles verschicken. Ist vielleicht etwas früh, aber irgendwie habe ich Angst, dass es am Montag vor Heiligabend zeitlich dann doch nicht mehr reicht. Es ist ja jetzt schon so, dass Pakete einen oder sogar zwei Tage länger unterwegs sind, als man das so kennt. Also lieber kein Risiko.
Tschüss, 2020, wir trinken uns dich dann mal schön!

Die anderen Mitmacher der 12 von 12 findet ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Freitags-Füller 44/2020

Freitag, 30. Oktober 2020
Tag 133 im Home Office

1. Es hat keinen Zweck, sich über manche Sachen aufzuregen. Langsam sollte ich es doch mal gelernt haben 😉.

2. Die Arbeit einen Kürbis zu schnitzen, habe ich mir nur ein einziges Mal gemacht. Sah ja ganz nett aus, aber es sieht niemand, und ich will auch nicht, dass bei uns irgendwer klingeln kommt 😉 Deshalb steht bei uns kein leuchtender Kürbis.

3. In einem Monat ist ein weiterer Monat von diesem verrückten Jahr um 😉 Und dann ist der nächste Lockdown vielleicht vorbei. Ich bin gespannt, ob die Infektionszahlen zurück gehen und ob er dann wieder aufgehoben werden kann. Für die nächsten 4 Wochen bin ich zumindest schon mal mit Mehl und Klopapier eingedeckt 😀.

4. Meine Mutter dekoriert das Haus ja zu jeder Jahreszeit um. Ich häng uns nur zur Adventszeit einen Stern ins Küchenfenster, mehr mach ich nicht. Nicht im Frühling, zu Oster und auch nicht zu Halloween.

5. Mein Lieblingstee ist und bleibt Früchtetee. Den kann ich literweise trinken. Kräutertees hingegen erinnern mich immer irgendwie ans krank sein, daher trinke ich davon höchstens mal eine Tasse. Aber ansonsten mag ich die gar nicht.

6. Ich habe schon immer gesagt, wenn ich mich für den Rest meines Lebens entscheiden müsste, ob ich Chips oder Schokolade will, dann würde ich Chips nehmen. Ich bin nämlich eigentlich gar nicht so ein Süß-Fan. Gerade hab ich aber mal wieder so eine Süß-Phase und da gibts dann eher einen Kinderriegel als Snack am Abend.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Couch, ich bin nämlich mal wieder totmüde und hätte heute Morgen einfach weiterschlafen können, morgen habe ich geplant, nicht zur Geburtstagsfeier zu gehen, die wurde vom Gastgeber nämlich vernünftigerweise abgesagt und Sonntag möchte ich meine Decke fertig häkeln. Es fehlt nur noch ein kleines Stück, viel schlimmer sind allerdings die tausend Fäden, die da noch aufs Vernähen waren!

Und als kleines Goodie mal wieder ein Blick in die Vergangenheit:
Freitags-Füller 44/2015

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr hier.

Freitags-Füller 39/2020

Freitag, 25. September 2020
Tag 112 im Home Office

1. Ich bin stolz, dass ich nach 6 Monaten Home Office immer noch einen geregelten Alltag habe. Ich bin jeden Morgen pünktlich am Rechner und habe trotz all der optischen Gammelei, die inzwischen eingezogen ist, meine Arbeit im Griff. Sicherlich trägt einiges dazu bei, dass der Namenlose einen ganz normalen Alltag hat und jeden Tag ganz regulär zur Arbeit geht. Aber ich will mal glauben, dass ich das auch alleine wohnend auf die Reihe gekriegt hätte.

2. Allerdings hätte ich in meiner alten Wohnung am Esstisch sitzen müssen und das ist ist definitiv nicht der richtige Platz für Home Office. Wahrscheinlich wäre ich dann nach ner Woche auf die Couch umgezogen, weil die Essecke einfach auf Dauer unbequem gewesen wäre. Aber auf der Couch wär das auf Dauer auch nix gewesen. So wie es ist, ist es schon gut.

3. Um den Hals trage ich eher selten Schmuck. Früher hab ich immer eine Kette getragen, die hab ich auch nie abgenommen, aber irgendwann hab ich mich ja wohl doch davon getrennt und seit dem ist mein Hals nackt. Zu manchen Anlässen erinnere ich mich, dass ich Ketten habe, dann trag ich vielleicht mal eine, aber meistens stört mich das Gebamsel nur.

4. Als ich beim letzten Familienbesuch „gebeichtet“ hatte, dass ich meinen Papa besuche, hat meiner Mutter ganz schön sparsam geguckt. Aber statt ihr Problem gleich anzusprechen, zieht sie ein Gesicht für den restlichen Abend und fängt in der Sekunde der Verabschiedung an zu diskutieren, dass sie sich ja auch gern mal mit ihm unterhalten hätte. Ja, dann hätte sie ihn doch zur Einschulung ansprechen können. Nee, sie hat ja erwartet dass er auf sie zugeht… Man man man… das war mir echt schon wieder zuviel Drama.

5. Gestern Abend habe ich wieder gelesen. Ich lese jeden Abend noch ein paar Seiten, das hilft beim abschalten und einschlafen.

6. Eigentlich finde ich Blumen auf dem Tisch immer ganz nett, aber trotzdem haben wir selten welche. Im Frühling gibts mal Tulpen, im Sommer hatte ich mal Lilien gekauft, neulich standen Sonnenblumen auf dem Tisch. Da wir aber so selten welche haben, bin ich gar nicht wirklich in der Lage, sie einer Jahreszeit zuzuordnen. Momentan haben wir einen Strauß Gerberer, den unsere Nachbarn uns geschenkt haben, weil sie jetzt wegen der Arbeit eine Woche weg mussten. Wenn ich aber so an die verschiedenen Blumensträuße in Geschäften denke, dann gibts Gerberer das ganze Jahr und sind auch keine wirklichen Herbstblumen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf leckeres Essen das erste Mal seit Corona in einem Restaurant, morgen habe ich geplant, fluffige Brötchen zu backen und Sonntag möchte ich mich eigentlich nur mit dicken Socken und Kakao auf der Couch in eine Decke einmummeln!

Und als kleines Goodie mal wieder ein Blick in die Vergangenheit:
Freitags-Füller 39/2017

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Immer mal was neues

Ich mags ja nicht, wenn so Änderungen vonstatten gehen. Jetzt gibt es hier einen neuen doofen Editor. Ich will aber einfach meinen alten zurück. Nervt mich ja grad, weil ich hier noch nicht herraus gefunden habe, wie ich ganz einfach Links einfüge… Im alten Editor gabs da Buttons. Und ich bin echt nicht gut in HTML, deshalb kann ich die leider nicht frei Hand hier eintippen… Dabei wollte ich doch mal wieder ein kleines Zwischenupdate geben und mich nur mal als noch lebendig melden 😉

Also ich lebe noch.
Ich mache immer noch Sport.
Und ich bin immer noch im Home Office.
Außer heute.
Heute bin ich im Büro. Nicht im Großraumbüro, aber zumindest im Bürogebäude. Wieso? Weil ich bei diesem Talenteding aufgenommen wurde. Zuerst musste ich ja so ein Bewerbungsformular ausfüllen (hab doch gefunden, wie das mit den Links geht), danach habe ich an dem Interview teilgenommen und das war tatsächlich erfolgreich für mich gewesen und jetzt sitze ich hier im virtuellen Einführungsmeeting. Grad ist Mittagspause und ich habe das Netzwerken ganz eindeutig nicht verstanden, denn statt mit den anderen die hier mit mir vor Ort sind in die Kantine zu gehen, bin ich alleine hier im Raum geblieben, hab mein Brot ausgepackt und muss jetzt noch etwas Zeit überbrücken, bis es weiter geht 😉
Ganz ehrlich: Ich würde ja netzwerken. Aber lieber mit anderen Leuten. Die beiden hier sind mir einfach … na ja… unsympathisch. Die sind beide so affektiert… Und ich fang auch schon an. Das ist mir schon öfter aufgefallen, dass ich sowas mache, wenn ich jemanden nicht mag. Dann rede ich denen zum Mund und vermeide alles was Konfliktpotenzial bieten würde. So entgehe ich Gesprächen, die über Smalltalk hinausgehen und vermeide Diskussionen, die ich mit Leuten, die ich nicht mag eh nicht führen will, weil es für mich verschwendete Zeit ist.
Aus den anderen Standorten sind aber ganz nette Leute dabei, zumindest ist das mein Eindruck, den ich virtuell gewinnen konnte. Echt schade, dass das Meeting nicht in echt stattfindet.

Das Brot, das ich gerade esse, habe ich übrigens selbst gebacken! Waaaaaas? Ja 🙂 So richtig selbst. Nicht mit ner Backmischung sondern so richtig richtig selbst, sogar mit Sauerteig und es ist sehr lecker. Es ist mein zweites Brot, beide sind ganz gut gelungen.
Das Rezept ist aus dem Buch „Der Brotdoc“, der auch ein ganz ähnliches Rezept in seinem Blog veröffentlicht hat.20200915_133349

Brötchen haben am Wochenende nicht funktioniert, irgendwas hab ich falsch gemacht. Es waren schwere Steine und keine fluffigen Brötchen. Bloß gut, dass ich noch Aufbackbrötchen als Backup hatte.
Aber die Pizza letzte Woche war grandios! Die kam tatsächlich ganz gut an unseren Lieblingsitaliener ran. Und auch die Hefezöpfe sind ganz gut geworden.
Tja… Alle Welt hat im März schon Mehl und Hefe gekauft. Ich bin da halt mal wieder spät dran. Allerdings hätte ich das wohl nicht versucht, wenn ich nicht Sauerteig-Anstellgut bekommen hätte. Bis man sich nämlich ein gutes Anstellgut gezüchtet hat, vergeht doch eine ganze Weile.

Das Anstellgut habe ich von meinem Papa bekommen 🙂 Jahaaaaa ich war nämlich vorletzte Woche bei ihm.
Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub und ich bin schon wieder zu meiner Schwester gefahren, weil wir nicht wegfahren konnten und wollten und ich nicht die vollen zwei Wochen nur zu Hause rumgammeln wollte. Die letzte Woche, in der ich jetzt wirklich nur zu Hause war, hat sich schon gezogen… So lang kam mir Urlaub noch nie vor!!
Tja, also selbst mein großer Neffe hat gefragt, wieso ich denn schon wieder komme. Es ist jetzt das dritte mal in 4 Monaten gewesen. So oft war ich vermutlich noch nie da 😉
Jedenfalls haben wir an dem Samstag auch meinen Papa besucht 🙂 Das war echt schön. Total entspannt und irgendwie so richtig normal, als hätte ich schon immer dort hin gehört und nicht als wäre das der erste Besuch nach 22 Jahren Funkstille. Ich bin da wirklich froh drüber. Wir sind uns beide einig, dass wir den Kontakt jetzt halten wollen, er möchte mich gern öfter sehen und ich ihn auch. Und auch seine Frau…
Es ist ein komisches Gefühl, weil ich immer dachte, sie wollte mich nicht da haben. Dieses Gefühl willkommen zu sein, kriege ich noch nicht ganz mit diesem Gedanken überein. Ganz seltsam, wenn man nach 22 Jahren plötzlich weiß, dass es nie so war, wie man immer gedacht hat…
Wir haben nicht darüber gesprochen, wieso alles so gekommen ist. Es hat sich nicht ergeben. Das ist auch nicht so schlimm, das läuft uns nicht weg. Es hat einen kurzen Moment gegeben, wo es gepasst hätte, aber ich wollte dann auch nicht die Stimmung runterziehen. Es ist zu früh dafür. Ich bin mir sicher, irgendwann werden wir es besprechen, auch wenn es eigentlich ein bisschen egal geworden ist. Denn wir können es eh nicht mehr ändern.
Auch mit seinem Sohn verstehe ich mich ganz gut. Er ist ein Harry-Potter-Nerd wie ich und wir haben noch so einige Gemeinsamkeiten festgestellt, was lustig ist, weil wir nicht verwandt sind. Sein Papa ist zwar auch mein Papa, aber er ist eben nicht mein biologischer Vater.

Meine Mutter hat die Info, dass ich zu ihm fahre irgendwie nicht ganz so gut aufgefasst. Das war ja zu erwarten. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich brauche dazu nicht ihre Erlaubnis oder ihr Zugeständnis. Sie wird damit klar kommen müssen.
Ich fange halt nur jetzt schon wieder an mir Gedanken zu machen, wie ich das zukünftig dann mal machen will… Klar, ich könnte immer einen Tag auch dort hin fahren. Das wäre dann immer ein weiterer „Termin“ in den eh schon vollgepackten Wochenenden bzw. Besuchen dort.
Auf der anderen Seite hat er mir auch schon angeboten, dass der Namenlose und ich auch gern dort übernachten können. Ehrlich, wenn ich mir das vorstelle… Ich fahre zu ihm, meine Schwester und die Jungs kommen dann vielleicht dort hin… Meine Mutter sehe ich dann nicht? Oder soll ich von dort aus meine Schwester besuchen, und meine Mutter kommt da dazu? Der nächste Grund zum beleidigt sein ist dann, dass ich bei ihm übernachte und bei ihr nicht. Oh man… ja ok, das sind wieder ungelegte Eier und wie gesagt, sie wird damit klar kommen müssen. Es ist nicht mein Problem, wenn sie damit nicht klar kommt. Das muss ich mir wohl einfach immer wieder sagen.

If I could turn back time

Montag, 17. August 2020
Tag 96 im Home Office

Seit Tagen versuche ich diesen Eintrag zu schreiben und weiß nicht, wo und wie ich anfangen soll. Es ist so viel… Und ich müsste so weit ausholen. Ich bin überwältigt und überfordert.

Ich habe meinen Papa wieder getroffen. Nach 22 Jahren. Mir treibt es nach über einer Woche immer noch Freudentränen in die Augen, wenn ich daran denke.
Und gleichzeitig könnte ich heulen vor Wut, wenn ich mir bewusst mache, dass wir diese Zeit umsonst verloren haben.

Ich habe wieder Kontakt mit ihm, wir schreiben bei WhatsApp. Es ist noch etwas hölzern, wir wissen beide noch nicht so richtig, was wir sagen sollen. Wir tasten uns vorsichtig wieder aneinander. Ich wüsste gern, wieso unser Kontakt abgebrochen ist. Aber das ist kein Thema für die ersten Gespräche nach 22 Jahren. Das ist außerdem ein Thema, das ich lieber persönlich besprechen möchte. Ich möchte nicht, dass per WhatsApp wieder Missverständnisse aufkommen, weil ein geschriebener Satz falsch interpretiert wird. Und am Telefon… Ich weiß nicht. Nein, das hat Zeit, auch wenn es mir wirklich unter den Nägeln brennt.

Ich hab in der vergangenen Woche meine ganz alten Tagebücher durchgelesen, die noch so richtig oldschool per Hand geschrieben waren. Das war wie eine Zeitreise! Eigentlich wollte ich nur wissen, was ich über die Trennung meiner Eltern geschrieben hab, aber ich hab dann doch alles gelesen 😀 Ich musste teilweise ja wirklich lachen. An so vieles konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern! Wirklich gar nicht! Aber über das wichtigste, die Trennung meiner Eltern und speziell das Verhältnis zu meinem Papa habe ich nichts geschrieben. Gar nichts! Nur von der Trennung an sich, das hab ich aufgeschrieben und später, dass er seine neue Freundin heiratet und einmal in einem Nebensatz, dass er mich angerufen hat. Daran kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Ich dachte bis letzte Woche, er hätte mich nur noch einmal zu meinem Geburtstag angerufen, aber offenbar nicht.
Ich weiß nicht, ob er regelmäßig angerufen hat. Ich kann mich nicht erinnern und ganz offensichtlich ist meine Erinnerung inzwischen auch verfälscht. Ich hab scheinbar so vieles verdrängt, weil ich es nicht fühlen wollte. Und aufgeschrieben habe ich es auch nicht, weil ich mich damit nicht auseinandersetzen wollte… Und deshalb hab ich scheinbar noch so lange daran zu knabbern gehabt. Ich habe die Trennung eigentlich nie richtig verarbeitet.
Ich weiß nichts darüber, wie es mir damals ging, was abgelaufen ist, was ich gedacht, gefühlt und gesagt habe. Ich weiß nichts darüber, wie es dazu kam, dass ich ihn nicht mehr gesehen habe. Wieso oder überhaupt wann sich der Gedanke manifestiert hat, dass er mich nicht mehr sehen will. Oder dass seine Frau mich vielleicht nicht bei sich haben will. Ich weiß nicht, ob vielleicht doch ich gesagt habe, dass ich ihn nicht sehen will, wobei ich mir das wirklich nicht vorstellen kann. Ich habe ihn geliebt. Ich wollte ihn zurück haben. Unbedingt! Die neue Frau wollte ich damals sicherlich nicht sehen. Aber ihn. Ich wollte ihn so gern zurück haben, das weiß ich! Deshalb bin ich mir eigentlich sicher, dass ich sowas nie gesagt haben kann. Aber wer weiß, was man durch die Verletzung doch so sagt…

Nach dem, was ich aber jetzt erfahren und gefühlt habe, hat er mich nie fallen lassen. Er muss gedacht haben, ich will ihn nicht mehr sehen. Später habe ich sogar seinen Namen abgegeben und den Mädchennamen meiner Mutter angenommen, weil ich immer noch so verletzt war. Das wiederum hat ihn sehr verletzt und getroffen, sodass er wahrscheinlich deshalb dann gar nicht mehr versucht hat, wieder Kontakt aufzunehmen. Das war deutlich, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Was grundsätzlich stimmte, denn ich wollte das Thema für mich endlich abschließen können. Mich schützen, weil es mich immer noch so tief getroffen hat.

Als er auf der Einschulungsfeier ankam, waren wir alle im Garten. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten soll. Mir war so bewusst, dass meine Mutter da auch steht und mich hunderprozentig beobachtet. Ich war völlig überfordert und bin ins Haus gegangen, weil mir die Tränen gekommen sind. Vor Freude. Vor Überforderung. Auch ein bisschen vor Schmerz. Ich wollte auch nicht, dass es jemand mitbekommt, keine Szene in der Runde machen, deshalb bin ich rein gegangen.
Keine zwei Minuten später kam er hinterher. Wir standen uns kurz gegenüber, haben uns kurz angeguckt und dann kam er auf mich zugelaufen und ich bin auch auf ihn zugegangen und dann haben wir uns gedrückt und ich war einfach glücklich. Es war mir auch egal, dass ich geschwitzt war, obwohl ich dann ja immer nicht so auf Körperkontakt abfahre 😉 Ich wollte ihn nur festhalten und eigentlich gar nicht mehr loslassen und hab mir eine längere Umarmung eingefordert. Er wollte dann die Umarmung lösen, aber ich hab festgehalten und dann hat auch er mich noch mal fest gedrückt.

Ich weiß nicht mehr so richtig, was wir dann geredet haben. Es war so oberflächlich, irgendwie auch nur, um die Spannung zu lösen. Es hat gefragt, ob ich einen Freund habe, ob wir verheiratet sind, wieso nicht, wieso er nicht da ist… Eigentlich hat er mich gar nicht richtig antworten lassen, sondern gleich die nächste Frage gestellt. Er wollte irgendwie alles gleichzeitig wissen. Und ich stand da und musste die ganze Zeit vor Glück heulen.
Ich stand einfach nur da und hab nur reagiert, nicht selbst agiert. Ich kam mir vor, wie wieder 14. Als wäre die Zeit stehen geblieben und wir hätten da angeknüpft, wo wir aufgehört hatten. Das war ein ganz seltsames Gefühl. Ich bin erwachsen aber habe mich gleichzeitig klein, verletzlich und wie ein Kind gefühlt.
Als ich den ersten Schock überwunden und mich ein wenig beruhigt hatte, hat er mich an die Hand genommen und raus gebracht und mich seinem Sohn und seiner (inzwischen ja nicht mehr ganz so neuen) Frau vorgestellt. Das war seltsam. Echt. Die Frau, von der ich bis dahin dachte, sie wäre schuld an allem… Weil ich nicht glauben konnte und wollte, dass er oder ich schuld an allem sein sollen.

Meine Mutter saß derweil den ganzen Abend wie festgewachsen auf ihrem Platz und ich war mir ihrer Augen sehr bewusst. Deshalb hab ich mich viel zu wenig getraut, seine Nähe zu suchen. Aber ich hab ihm Gelegenheit gegeben, meine Nähe zu suchen. Als die Kinder zB. grad nicht im Planschbecken waren, bin ich da durchgewatet und hab die Abkühlung genossen und dann kam er zu mir und wir haben geredet. Ich weiß gar nicht mehr was… Ich weiß nur noch, dass ich ihn eigentlich die ganze Zeit nur anschauen wollte und mich eben wieder wie ein Kind gefühlt habe.

Meine Omi hat sich derweil länger mit seiner Frau unterhalten. Ein paar Dinge hat sie mir hinterher erzählt: Als sie ihn kennen gelernt hat, hat er zu ihr gesagt, dass sie sich darüber bewusst sein muss, dass er zwei Kinder hat. Zwei. Das schließt mich mit ein.
Das heißt sie hat nie zu ihm gesagt „Dein leibliches Kind kann gern her kommen, das andere nicht.“
Und er hat nie gesagt, dass er mich nicht mehr sehen will.

Trotzdem habe ich das gedacht. Und ich weiß nicht, wie ich darauf gekommen bin.

Diese Erkenntnis lässt also nur den Schluss zu, dass er gedacht haben muss, dass ich ihn nicht mehr sehen will. Und das muss ich herausfinden, ob ich das jemals gesagt haben. Auch wenn ich mich an kaum etwas aus der Zeit erinnern kann und man im Streit oder aus einer Verletzung heraus Sachen sagt, die man hinterher bereut, das kann ich mir wirklich nur schwer vorstellen!

Was ich mir aber inzwischen vorstellen kann, ist,dass meine Mutter das zu ihm gesagt hat. Ich habe im Gespräch mit meiner Omi noch einiges über sie erfahren und ich hab auch mit meiner Schwester gesprochen… Es würde zu ihr passen. Er hat sie verlassen und durch eine jüngere ersetzt. Sie war in ihrem Stolz verletzt. Und das einzige, womit sie ihn dann richtig verletzen konnte, war mich ihm vorzuenthalten, weil sie wusste, dass er mich geliebt hat und wie gut unser Verhältnis war. Entweder hat sie ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen will, oder dass er sich von mir fernhalten soll.
Der Gedanke kam mir erst am Wochenende und ich traue es ihr zu. Meine Omi traut es ihr zu. Meine Schwester traut es ihr zu. Alle beiden sagen unabhängig von einander, das es zu ihr passen würde.
Irgendwann finde ich es raus.
Jetzt bin ich erstmal glücklich, dass mein Papa wieder da ist.

Freitags-Füller 31/2020

Freitag, 31. Juli 2020
Tag 89 im Home Office

1. Ich fühle mich wohl, in meinen Jogginghosen, barfuß am Schreibtisch und mit einem Hogwarts-T-Shirt. Natürlich könnte ich so niemals ins Büro gehen, aber das muss ich ja auch nicht.

2. Da wollte ich endlich mal wieder einen Freitagsfüller machen und mal wieder ein Lebenszeichen von mir abgeben, und dann fällt mir heute irgendwie nix ein… Das war dann wohl nix mit kreativ austoben.

3. Alle Bilder auf meinem Handy nehmen 5,7 GB Speicher ein. So viel Speicherkapazität hatte mein erster Laptop nicht mal im Ansatz! Und ehrlicherweise sind wahrscheinlich 99% davon Bilder, die man sich eh nie wieder anschaut.

4. Ich hab schmerzempfindliche Zähne und kriege außerdem Schluckauf, wenn ich kalte Getränke trinke, deshalb mag ich nur Eisam liebsten eiskalt.

5. Viel zu schnell ist aufgegessen, was man aufwändig gekocht hat. Das wird mir gerade wieder bewusst, wo ich mir überlege, was ich nachher fürs Wochenende einkaufen soll.

6. Am Herd ist außerdem viel zu warm, daher bleibt die Küche vielleicht mal kalt. Gurkensalat wär mal wieder schön.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Harry Potter und häkeln, morgen habe ich geplant, mit der neuen Sport-Challenge anzufangen nd Sonntag möchte ich nicht am Muskelkater zugrunde gehen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

The longest time

Dienstag, 14. Juli 2020
Tag 76 im Home Office

So schnell legt man also eine Gewohnheit wieder ab… Da schreib ich hier wochenlang täglich, finde scheinbar immer was zu erzählen, und dann auf einmal gehts aber auch wochenlang ohne…

Kurzer Abriss der vergangenen Wochen:
– Ich bin immer noch im Home Office und will hier nie nie nie wieder weg!

– Ich mache immer noch regelmäßig Sport, auch wenn ich nicht mehr streng nach Plan vorgehe. Manchmal lege ich einfach zwei Trainingstage zusammen oder lasse einen ausfallen.

– Ich treffe mich wenig mit Leuten und gehe an sich wenig raus. Das kommt meinem introvertierten Eigenbrödler-Ich sehr entgegen. Ich finde es zwar schön, mich ab und zu mit Leuten zu treffen, aber wie mir ganz deutlich bewusst wurde, gibt es Menschen in meinem Umfeld, mit denen ein Treffen eher energiezehrend als bereichernd ist.

– Ich lese viel. Ich lese jeden Abend vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten und die faulenzigen Wochenenden verbringe ich auch lesend. Wir könnten auch was unternehmen, aber da haben wir beide keine Lust zu, also lese ich.

– Ich häkle wieder und höre dabei mal wieder Harry Potter.

– Ich hab seit Wochen nicht genäht, ach was, seit Monaten. Dabei hab ich so viel Stoff und eigentlich so viele Pläne… Aber ich hab keine Lust. Aber auch das kommt wieder.

– Ich hab das Interview für den Talent-Pool hinter mich gebracht, und es lief ganz gut. Ich hatte ein ziemlich gutes Gefühl hinterher und Neu-Chefin hat sich scheinbar über drei Ecken bei den Beteiligten erkundigt und mein Gefühl trügt scheinbar nicht. Ob ich da nun aber reinkomme, ist trotzdem nicht gewiss. Kommt drauf an, wie gut die ganzen anderen Bewerber sind. Ich kann mich ja nur mit denen vergleichen, die in meiner Bewerberrunde dabei waren.

– In ein paar Wochen wird mein großer Neffe eingeschult und ich werde tatsächlich meinen „Papa“ wieder sehen. Zumindest ist er eingeladen und hat zugesagt. Aber wer weiß, ob er nicht doch kurzfristig absagt. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es aber so aus, als würde ich ihn tatsächlich wiedersehen.
Nachdem ich jetzt ein paar Mal geheult hab deswegen, weil diese Vorstellung einfach irgendwie überwältigend ist, gehts mir gut mit dem Gedanken und ich freu mich. Ich weiß nicht, ob wir uns irgendwas zu sagen haben werden, ich weiß auch nicht, wie ich ihm gegenüber treten soll. Soll ich ihn umarmen? Ihm die Hand geben? Meine Mutter wird erwarten, dass ich ihn ignoriere, schätze ich…
Das macht mich grad ein bisschen fertig, dass sie erwarten wird, dass ich ihn mit dem Arsch nicht angucke. Nur weil sie immer noch in ihrem Stolz verletzt ist, sich nicht reflektieren kann und damit nicht abschließen kann. Sie hat immer noch so einen Groll auf ihn und ich befürchte, dass sie das auch von mir erwartet. Dass ich auf ihrer Seite stehe…
Das nervt mich ziemlich, dass ich mir darum Gedanken mache!
Na ja, ich lass es auf mich zukommen. Wenn ich da beim letzten Besuch bei meiner Schwester schon mal drüber nachgedacht hätte, dann hätte man vielleicht schon mal vorab ein Treffen organisieren können…
Hätte hätte. Ich muss es jetzt einfach auf mich zukommen lassen.

Ansonsten passiert bei mir echt nix aufregendes, nix neues. Es wechseln sich Lethargie-Phasen in denen ich fast ein bisschen depressiv bin mit Phasen ab, in denen ich gut drauf und motiviert bin. Es gibt Momente, in denen ich so viel in Frage stelle… Ich weiß nicht, ob das ausgeprägter ist, als früher, wenn ja, ob das durch Corona so ist oder ob ich einfach langsam eine Midlife-Crisis bekomme…

Sommer-Body-Challenge

Mittwoch, 10. Juni 2020
Tag 54 im Home Office

28 Tage, 21 Trainigs. Ich hab es durchgehalten. Ich bin schon so ein bisschen stolz auf mich. Man sieht es ein kleines bisschen, aber ich hatte mir irgendwie mehr erhofft… Ja, das ist vermutlich naiv. Und ich bin halt wieder so blöd, dass ich mich von vorher-nachher-Bildern auf Instagram blenden lasse, die beschönigt sind. Wenn ich nämlich meinen Bauch anspanne und so, dann sieht es auch ganz anders aus und ist ein großer Unterschied zu vorher. Aber ich stand vorher auf meinem Foto entspannt da und hab den Bauch nicht eingezogen, also mach ich das auch auf dem nachher-Bild nicht.

Da ich mich vorher nicht wiegen konnte, weil die Batterien unserer Waage leer sind, weiß ich nicht, ob sich mein Gewicht verändert hat. Aber vermutlich nicht, oder eher nach oben. Ich habe spürbar Muskeln am Bauch und an den Armen bekommen. An den Beinen kann ich es nicht so sagen, aber an den Armen fällt es auf und am Bauch merke ich es, wenn ich ihn anspanne.
Da ich mich also nicht wiegen konnte, hab ich ja Umfänge gemessen, weil ich dachte, dass das wohl die sicherste Variante ist, um einen Fortschritt festzustellen. Tatsächlich sind aber die Veränderungen aber absolut nicht nennenswert und liegen im Bereich zwischen +/- 0,5 bis 1 cm. Das könnte aber auch an Messfehlern liegen, weil ich vielleicht nicht exakt die gleiche Stelle gemessen hab oder das Maßband vielleicht etwas enger oder lockerer gehalten hab. Nur am Bauch hab ich tatsächlich 5cm verloren. Im direkten Fotovergleich ist es ein deutlicher Unterschied, aber da ich nie enge Klamotten trage, fällt das Außenstehenden wahrscheinlich gar nicht auf.
Wie gesagt, es ist naiv von mir gewesen, mich mit diesen Bildern vergleichen zu wollen… Immerhin ist ein Anfang gemacht.

Tja, also das Hochgefühl am Ende des Trainings fehlt aber noch immer. Ich weiß nicht, ob das jemals kommt. Ich weiß nicht, ob ich das jemals hatte. Doch, vermutlich schon. Es gab ja mal Zeiten, wo ich viel Sport gemacht hab, als meine Hamburgfreundin noch hier gewohnt hat, bin ich ja auch regelmäßig mit ihr ins Fitnessstudio gegangen. Da hab ich mich hinterher schon gut gefühlt. Sie ist an allem Schuld, weil sie weggezogen ist, hab ich damals aufgehört Sport zu machen 😉 Alleine hatte ich einfach keine Lust hinzugehen. Dann hatte ich mir mal ein andres Fitti gesucht war da auch ab und zu, aber ich hab auch viel zu lange für nix bezahlt…

Also ich bin stolz auf mich, dass ich das durchgezogen hab. Die vier Wochen waren doch jetzt viel schneller rum, als ich anfangs gedacht hätte. Das Pensum war und ist hart, aber ich habe mich verbessert. Am Anfang konnte ich keine Übung in der schweren Variante ausführen, inzwischen schaffe ich einige. Aber trotzdem ist es immer noch so, dass ich keines der Trainings einfach runterreißen kann. Es kommt immer der Punkt, an dem ich die Übung nicht mehr halten kann und wo ich absetzen muss oder zur leichten Variante schwenken muss. Aber wie gesagt, es ist besser geworden!
Das Home Office hat viel dazu beigetragen, dass ich das durchgezogen hab. An 5 Tagen die Woche zu trainieren ist zeitlich schon aufwendig. Die Trainings dauerten zwischen 40 und knapp 80 Minuten (insgesamt, also mit Warm up und Cool down) und so wie ich mich kenne, hätte ich mich oft nicht mehr dazu aufgerafft, wenn ich erst um halb 5 oder so zu Hause gewesen wäre. So habe ich eigentlich immer unmittelbar nach Feierabend angefangen. Manchmal habe ich sogar die Mittagspause genutzt (und überzogen). Am Wochenende hab ich dann immer vormittags gleich trainiert, weil ich nachmittags keine Lust dazu gehabt hätte.

Meine Haltung hat sich sehr verbessert. Auf dem vorher-Foto von hinten ist es mir so richtig aufgefallen, wie schlecht meine Haltung ist und wie krumm ich dastehe. Das ist viel besser geworden. Und auch meine Rückenschmerzen, die ich vom vielen Sitzen doch oft mal hatte, sind viel besser geworden.
Morgen fahre ich jetzt erstmal zu meiner Schwester und mache den Rest der Woche nichts (außer vermutlich mit meinen Neffen Fangen spielen und Trampolin springen). Aber am Montag will ich wieder anfangen und weiter machen. Ich weiß noch nicht womit. Ob ich einfach die gleiche Challenge noch mal mache, oder eine andere… Das weiß ich nicht. Aber ich habe mir Sportleggings gekauft (und eigentlich auch Schuhe, aber die waren erst gefühlt zu klein, aber die Nummer größer war auch nicht viel bequemer, also bin ich noch auf der Suche…) und die sollen ja jetzt nicht umsonst gewesen sein. In den Outfits komme ich mir gleich supermegasportlich vor… Und wenn ich darin so an mir runtergeschaue, dann finde ich schon, dass man die 4 Wochen sehen kann. Wenn ich dann aber nach dem Duschen nackt vor dem Spiegel stehe… na ja… dann empfinde ich das nicht so. Mein Fokus liegt mehr am Po und Oberschenkeln und da hat sich eben noch nichts getan, am Bauch sieht man es wie gesagt schon.

Freitags-Füller 23/2020

Freitag, 5. Juni 2020
Tag 51 im Home Office

1. Bei Rhabarber fällt mir als erstes der Geschmack von eingekochtem Rhabarberkompott mit Vanillesoße ein. Oh man, das ist so eine richtige Kindheitserinnerung. Meine Oma hatte immer Rhabarber im Garten. Ich hab den aber auch oft roh gegessen, in Zucker eingetaucht, weil er einfach so sauer war. Die Zähne sind immer ganz stumpf davon geworden. Dass da irgendeine giftige Säure drin ist, hat wohl damals niemanden interessiert 😉.

2. Was ich nie für möglich gehalten hätte ist eingetreten: Das Home Office hat negative Seiten. Waaaaaaas? Ja… Ich will trotzdem nicht zurück ins Büro, aber dieses ewige rumtelefoniere mit Leuten, die einem dann ständig ins Wort fallen (weil die Verbindung verzögert ist??), oder die mit der Technik nicht zurecht kommen und dadurch alles verzögern, oder die nicht raffen, dass man das Mikrofon auch stumm schalten kann und die dann wie Darth Vader hinein atmen… das neeeeervt. Und meine Zündschnur ist sehr kurz im Moment. Keine Ahnung wieso, was genau es auslöst. Ich könnte nämlich eigentlich rundum zufrieden sein. Bin ich etwa einfach eine unzufriedene Meckertante, die immer ein Haar in der Suppe suchen muss?? Schluss damit! Ich muss und will zu der Gelassenheit zurück, die ich in den ersten Tagen hatte. Denn ich will ja gar nicht zurück ins Büro!
Dieses Jahr war ich bisher übrigens öfter am heimisches Schreibtisch, als im Büro. In Anbetracht der Tatsache, dass Home Office bei uns bisher immer ziemlich verpönt war, finde ich diese Quote
spektakulär.

3. Ich verstehe nicht wie man Spaß an Gartenarbeit finden kann. Ich hasse Gartenarbeit. Ich hab es als Kind schon gehasst, wenn ich Unkraut zupfen musste, oder wenn ich zB Erdbeeren pflücken sollte. Ich hab immer Ausschlag an den Händen/Armen davon bekommen. Außerdem sind da immer Spinnen und Käfer rumgekrochen – ekelhaft! Jedenfalls wollte ich nie einen Garten haben, weil ich weiß, dass ich keine Lust habe, mich darum zu kümmern. Und was hab ich gemacht? Hab mir einen Mann angelacht, der einen Garten hat… Toll… Ich mein, wir beschränken die Gartenarbeit ja schon auf ein absolutes Minimum, aber selbst darauf hab ich schon nicht so Lust. Am Wochenende müssten wir mal wieder ein bisschen was tun...

4. Obwohl ich jeden Tag meine Pille nehme (und deshalb wissen müsste, welcher Wochentag ist) und obwohl ich jeden Tag am Computer sitze, wo das Datum bei jeder Mail und unten rechts in der Ecke ständig eingeblendet ist, weiß ich nie welcher Tag heute ist. Letztens dachte ich, es wäre Wochenende, obwohl ich an dem Tag gearbeitet hatte… Vermutlich liegts am Home Office, daran, dass ich nur noch 1x die Woche zum einkaufen gehe und sonst alle Tage einfach genau gleich sein, dass ich nie weiß „wann“ ich bin. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Uhr (mit Datumsanzeige) zulegen, denn offensichtlich bin ich momentan völlig zeitlos.

5. Das Gefühl von Stolz ist in letzter Zeit etwas in mir aufgekeimt, weil ich immer noch die Sommer-Body-Challenge durchhalte.

6. Sport ist aber nach wie vor Mord 😉 Mir fehlt immer noch das Hochgefühl am Ende, daher kann ich nicht sagen, das wäre wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Königsberger Klopse, morgen habe ich geplant, Brokkoli-Honig-Hähnchen zu kochen und Sonntag möchte ich Risotto mit Tomaten und Rucola machen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Krebsvorsorge-Reform

Montag, 25. Mai 2020
Tag 43 im Home Office

Jetzt wollte ich nicht mehr täglich schreiben, aber das hier ist wichtig. Da die Medien voll sind von Corona, wird über andere Sachen kaum berichtet. Aber es gibt eine ganz schön gravierende Änderung bei der Krebsvorsorge beim Frauenarzt. Da war ich nämlich gerade. Hat mich zwei Stunden gekostet… Ehrlich, wenn der Arzt nicht so toll wäre, würde ich mir einen, mit einem besseren Zeitmanagement suchen…

Also, bisher war es ja so, dass man bei der regulären Untersuchung 1x im Jahr auch einen Abstrich bekommen hat, der auf Gebärmutterhalskrebs untersucht wurde. Diesen Abstrich hat die Krankenkasse bezahlt.
Seit dem 1. Januar 2020 ist das nicht mehr so. Seit dem werden Frauen in zwei Gruppen eingeteilt: Bis 35 und 35+. Frauen aus der ersten Gruppe bekommen weiterhin jährlich diesen Abstrich. Frauen ab 35 Jahre bekommen einen Abstrich und dieser wird auf das HPV-Virus untersucht. Ist man HPV-positiv, also trägt man das Virus in sich, bekommt man weiterhin jährlich diesen Abstrich. Ist man HPV-negativ, bekommt man ihn nur noch alle drei Jahre.

Diese Novellierung beruht auf der Annahme, dass Gebärmutterhalskrebs allein durch das HPV-Virus ausgelöst wird. Das stimmt aber nicht. Vor einigen Jahren dachte man das. Heute weiß man aber, dass das falsch ist und dass man auch Gebärmutterhalskrebs bekommen kann, ohne dass man dieses Virus in sich trägt.
Das ist die Krux an der Sache. Ist man HPV-negativ kann man also trotzdem Gebärmutterhalskrebs kriegen, und im schlimmsten Fall bleibt es 3 Jahre unbemerkt, weil man ja keinen Abstrich mehr bekommt…

Der andere Fall ist, dass viele Frauen laut Aussage meines Frauenarztes mit der Diagnose HPV-positiv überhaupt nicht zurecht kommen und regelrecht in Angstzustände verfallen. Dabei bekommen 95% der Frauen trotz Virus kein Gebärmutterhalskrebs.

Eine idiotische Änderung der Krebsvorsorge. Der Frauenärzte-Verband hat auch entsprechend reagiert, aber ob da überhaupt was wieder geändert wird… und wenn ja, dann dauert das ja sicher auch ewig.
Ansonsten kostet der Abstrich um die 20 Euro, was eine gute Investition ist.
Also Mädels, wisst ihr Bescheid 😉 Alle die noch unter 35 sind: Geht vorher unbedingt noch mal 😉

All good things (come to an end)

Mittwoch, 20. Mai 2020
Tag 42 im Home Office

42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.
Ist Home Office die Antwort auf alles?
Ich möchte kurz betonen, dass nach zwei Monaten Home Office meine Neurodermitis vollständig weg ist. Und dass ich mega entspannt und gelassen bin.

Das mit dem Home Office wird bei uns noch eine Weile so bleiben und ich werde nicht eine der ersten sein, die zurück muss. Meine Befürchtung war, dass ich wieder dort hin muss, weil ich keine Kinder habe und nicht in der Risikogruppe bin.
Aber die Rückkehr ins Büro findet auf freiwilliger Ebene statt. Es werden vorerst auch nur maximal 5 Leute gleichzeitig im Büro sein dürfen. Aber nicht vor dem 2. Juni. Bis dahin gelten noch die alten Maßnahmen.
Mein Arbeitgeber wollte den Mitarbeitern Masken zur Verfügung stellen, bisher sind die aber noch nicht da. Das ist scheinbar einer der Gründe, wieso wir noch immer von zu Hause arbeiten sollen.
Im Büro wurden Laufwege in Treppenhäusern gekennzeichnet, Abstandslinien vor den Aufzügen aufgeklebt und überall hängen Schilder, die an die Abstandsregeln erinnern. Noch dazu wurden vom Gebäudedienst Arbeitsplätze abgesperrt und diese Absperrung ist streng zu befolgen. Daran darf auch nichts eigenmächtig geändert werden.
Mein Arbeitsplatz ist (leider leider 😉) einer der abgesperrten Arbeitsplätze. Somit müsste ich mir auf jeden Fall einen anderen Tisch zum arbeiten suchen, wenn ich ins Büro gehe. Aber da die Rückkehr nachher sowieso auf maximal 5 Leute beschränkt ist und freiwillig ist, wird sich für mich hier vorerst nichts ändern. Ich bleibe so lange zu Hause, wie es geht. Meine Arbeit ist dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ich bin dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ganz im Gegenteil!

Und damit beende ich mein tägliches Home-Office-Update. So langsam wusste ich nämlich schon gar nicht mehr, was ich noch so erzählen soll 😉

Urlaubsplanung

Dienstag, 19. Mai 2020
Tag 41 im Home Office

Ich hab mal wieder Luxusprobleme. Ich muss noch diese Woche meinen Urlaub für den Rest des Jahres verplanen. Jetzt hab ich noch 6 Tage übrig, und weiß nicht, wo ich sie hinstecken soll… immer hat schon jemand Urlaub. Im Juni der eine, im Juli die andere, im August wieder der eine. Im September hab ich dann, im Oktober erst die andere, dann wieder der eine. So, dann könnte ich im November noch ne Woche nehmen…
Ich muss das nachher mal mit dem Namenlosen besprechen. Wobei es ihm wahrscheinlich auch egal ist. Solange jemand da ist, der den Hund nehmen kann. Sofern man dann überhaupt wegfahren könnte. Und selbst wenn, würden wir es machen?! Vielleicht eine Ferienwohnung, als Selbstversorger-Urlaub irgendwo, wo man mit dem Auto hinkommt. Das lassen wir einfach auf uns zukommen.

Aber das ist halt ein bisschen das nervige daran. Wenn ich Urlaub hab, weil ich ihn ja nun mal nehmen muss, und wir nicht wegfahren, dann ist das ein bisschen ätzend für mich, weil der Namenlose trotzdem aufsteht, weil er dann nicht frei nimmt. Und dann werde ich jeden Morgen wach und kann nicht ausschlafen und mich so richtig erholen. Noch mal weiterschlafen, wenn er aus dem Haus gegangen ist, ist alles andere als wirklich erholsam. Das hab ich oft genug durch. Vielleicht frag ich mal meine Schwester, wie es bei ihr aussieht. Sie hat ja auch irgendwann Urlaub und wegfahren ist ja vielleicht eher schlecht. Dann könnte ich vielleicht dort hin fahren. Obwohl das natürlich auch alles andere als erholsam wäre 😉

Powernapping in der Mittagspause

Montag, 18. Mai 2020
Tag 40 im Home Office

Eine kurze Woche steht bevor, weil ich mir den Brückentag am Freitag freigenommen habe. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich so ein langes Wochenende ja mal nutzen könnte, um meine Neffen zu besuchen, oder mit dem Namenlosen mal einen kurzen Trip zu machen. Tja… ist wohl alles nix. Wobei ich ja jetzt zu meinen Neffen fahren könnte… Aber das ist wohl jetzt etwas kurzfristig.
Na ja, dann komm ich wenigstens nicht in die Versuchung, mein Sportprogramm auszusetzen.

Am Samstag war ein Pausentag und ich hatte befürchtet, dass ich kaum kriechen könnte, aber es war eigentlich ok. Hat ein bisschen hier und da gezogen, aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Aber müde bin ich. Scheißmüde. Auch gerade hab ich ein richtiges Tief und würde mich am liebsten hinlegen… Am besten ich mach jetzt Mittagspause und döse mal 20 Minuten.

Ein kleines Futter-Update gibt es auch und wieder der Hinweis auf die Sammlung meiner Lieblingsrezepte und Standard-Mahlzeiten.
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
– Strammer Max
Würstchengulasch
Ofenhähnchen
– Schlemmerfilet
– Hähnchen mit Linsensalat mit roter Bete