Bye-bye Aida – 18./19.02.2020

Der zweite Seetag verlief ähnlich unspektakulär wie der erste. Es war leider etwas kühler, sodass wir dieses mal nicht das Bett auf dem Balkon gebaut haben.
Stattdessen sind wir ein bisschen übers Schiff gelaufen, sind durch die Geschäfte getingelt und haben Kuchen gegessen. Man hat die Zeit schon ganz gut rumbekommen.
Am Nachmittag fand dann die „nautische Stunde“ statt, da stellt sich der Kapitän den Fragen von den Passagieren. Das war wirklich sehr interessant, weil einige Leute wirklich sehr interessante Fragen gestellt haben. Ich hab natürlich alles auch wieder vergessen 😉 Aber es war wirklich interessant und kurzweilig.

Am Abend hatten wir wieder einen Tisch in einem À-la-carte-Restaurant reserviert. Wir gingen ins French Kiss, da gab es auch sehr sehr leckere Sachen. Selleriesüppchen, Bouillabaisse, Tartar, Rinderfilet, Creme Brûlee… nomnom. Vooooollgefuttert waren wir dann noch mal im Pub und haben anschließend die Koffer schon mal gepackt.

Am Mittwoch war es dann auch schon so weit. Wir gingen von Bord. Leider war auch am Abreisetag nicht mehr genug Zeit, um einen Ausflug auf Teneriffa zu machen, also blieb uns nur, in Ruhe zu frühstücken. Wir wollten uns eigentlich im Snack-Corner, wo es belegte Brote und Brötchen gab was mitnehmen, für die Heimreise, aber das durfte man nicht. Man man man… Also haben wir beim Frühstück Brötchen geschmiert und heimlich eingepackt. Ich hatte vorausgeplant und hatte extra Tüten dafür im Rucksack 😉

Danach fuhren wir mit dem Bus zurück zum Flughafen und mussten uns dann in einer kilometerlangen Schlange zum einchecken anstellen. Boah wie die Leute da gekotzt haben. Die haben sich so maßlos aufgeregt, wie es nur Deutsche können 😉 Ich war drauf und dran das Pärchen hinter uns anzuranzen, dass sie doch mal die Klappe halten sollen, weil sie es doch eh nicht ändern können.
Irgendwann kam dann die Durchsage, dass alle Passagiere von unserem Flug sich separat anstellen sollen. Wir hatten die Zeit gar nicht im Blick, aber es war schon eine Stunde vor Abflug.
Wir also raus aus der Schlange und an den anderen Counter. Wir waren dann die letzten, die noch eingecheckt werden mussten und man teilte uns mit, dass man das nicht könnte, weil es ein technisches Problem gab.
Inzwischen wurde dann auch die Durchsage gemacht, dass die Passagiere eines anderen Fluges sich dort anstellen sollen und was ist passiert? Alle Leute sind aus der Schlange rausgerannt und nach vorne an alle Counter (und nicht nur den separaten Counter)… oh man 😀

Wir standen derweil immer noch am Check-in und hatten keine Plätze, aber man versicherte uns, dass noch welche für uns frei wären 😉
Irgendwann war es dann soweit, wir mussten dann aber noch durch die Sicherheitskontrolle, aufs Klo wollte ich auch noch mal und dann waren wir echt die letzten, die eingestiegen sind, aber man hat auf uns gewartet 😉 Unser Gepäck wurde auch noch eingeladen und dann konnten wir mit ca. 30 Minuten Verspätung abheben und uns auf den Weg in die Heimat machen.

Fazit:
Eine Seefahrt die ist lustig… jep… Ich würde nicht ausschließen, noch mal eine Kreuzfahrt zu machen. Ich fand es grundsätzlich cool, jeden Tag woanders zu sein, auch wenn ich zwischendurch dachte, dass zwei oder drei Tage auf der gleichen Insel auch schön wären.
Die vielen Leute haben mich echt genervt. Auch wenn ich das eigentlich wirklich nur beim Essen gemerkt habe, aber essen ist mir wichtig. Ich möchte nicht hektisch in mich rein schaufeln, das macht man im Alltag leider oft genug. Wenn ich im Urlaub bin, will ich in Ruhe und in schöner Atmosphäre essen.
Das Schaukeln fand ich im Nachhinein nicht so schlimm, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte. Das Knarzen von irgendwelchen Teilen in der Kabine bzw. auf dem Balkon war allerdings schon manchmal nervig.
Das Schiff war mir persönlich auch zu groß und zu unübersichtlich, aber es war schon alles schön gemacht. Wenn man mit dem Fahrstuhl hoch und runter gefahren ist, waren die Decks unterschiedlich beleuchtet und eingerichtet. Ich frage mich gerade, ob da ein System hintersteckte. Ich glaube die Kabinendecks waren alle rot und da wo man bespaßt wurde, war es blau oder grün… hm… das hätte mir mal vorher auffallen sollen.
Naja, also wenn noch mal Kreuzfahrt, dann auf jeden Fall mit einem kleineren Schiff! Und von mir aus auch mit einer anderen Reederei. Einfach um mal zu gucken.

Madeira – 17.02.2020

Weiter gehts mit dem Urlaubsbericht!
Irgendwann erreichten wir also Madeira. Als ich um 7 wach war, war noch alles dunkel. Beim Frühstück um 8 saßen wir dann wieder draußen auf dem Lanai-Deck und sahen dem Sonnenaufgang zu. Heute mussten wir uns ein bisschen sputen, denn heute war der einzige Tag, an dem wir tatsächlich einen Plan hatten: Um 9 Uhr wurden wir abgeholt zum Canyoning. Und da sich sonst niemand angemeldet hatte, waren wir ganz alleine und hatten quasi eine Privattour 🙂

Canyoning ist wieder ein ganz toller Anglizismus… Auf deutsch könnte man Schluchtenwandern sagen, wobei ich zugeben muss, dass das nicht so spektakulär klingt. Man begeht dabei eine Schlucht, und muss sich dabei abseilen, springen oder rutschen.
Wir hatten das Anfänger-Paket gebucht, schließlich haben wir sowas noch nie gemacht und unser Fitnesslevel ist eher mies 😉

Zuerst fuhren wir über die halbe Insel, immer weiter ins Inselinnere und immer weiter bergauf. Dabei konnten wir die Landschaft und den Ausblick bewundern und sind schon mal mit dem Tourleiter warm geworden.
Am Ausgangspunkt angekommen haben wir uns in Neoprenhosen gequetscht, mit Neoprensocken und einem Neoprenpullover unter der Neoprenjacke. Dazu bekamen wir Wanderschuhe, einen Helm und einen Gurt. Ich kam mir vor wie ein Michelinmännchen. Ich glaube ich war zu dick für die Hose, die war sowas von eng und eigentlich hätte ich sie an den Unterschenkeln gern noch etwas höher gezogen, damit ich an den Knien mehr Spiel habe. Ich hatte beim laufen nämlich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsste meine Beine gegen einen Widerstand heben und die Füße würden von einem Gummi zurückgezogen.
Zuerst liefen wir vom Auto ein bisschen durch den Wald. Dabei zeigte uns der Guide verschiedene Pflanzen, zB. Bananenpassionsfrucht, die es auch in der berühmten Markthalle für teures Geld zu kaufen gibt. Leider waren sie noch nicht reif 🙂 Er erklärte uns viel über die Gegebenheiten auf Madeira, zB. dass Madeira allein deshalb so grün ist, weil ständig die Wolken in den Bergen hingen. Wir liefen vorbei an Eukalyptusbäumen, an Rosmarin und Fenchel, trafen ein Schaf und eine Katze und stiegen dann die Böschung hinab zu dem kleinen Fluss durch den unser Canyoningabenteuer gehen sollte. Mit den Schuhen in den Fluss zu steigen war ganz schön komisch, und vor allem hatte man mit den Neoprensocken dann die ganze Zeit das Gefühl, dass da mindestens 2 Liter Wasser in den Schuhen rumschwappen.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir also durch den Fluss, stiegen über Steine und Bäume, seilten uns ein paar mal an Wasserfällen ab, einmal mussten wir von einem Vorsprung runterspringen und einmal rutschen. Immer mal wieder wateten wir durch hüfttiefes Wasser oder wir mussten sogar schwimmen und ich sag euch, das Wasser war wirklich kalt!!! Mit dem Neoprenanzug war das dann zwar wirklich nicht schlimm, aber der erste Moment, wenn man eingetaucht ist, und das Wasser auch in dem Anzug nach oben gestiegen ist, das war schon richtig kalt! Und auch die Hände taten fast ein bisschen weh von dem kalten Wasser.
Zwischendurch saßen wir in der Sonne und haben eine kleine Pause gemacht und am Ende mussten wir wieder zurück zum Auto laufen. Der Weg ging über Felder und Treppen wieder nach oben. Das war noch mal richtig anstrengend und in diesem Anzug echt kein Spaß für mich, weil ich wie gesagt immer diesen Gummiband-Effekt hatte. Der Muskelkater am nächsten Tag hat mich fast umgebracht!
Aber ansonsten war das echt cool und hat richtig Spaß gemacht! Ich hatte ein bisschen bedenken, dass ich Schiss davor habe, mich abzuseilen. Dabei muss man sich ja schon rückwärts über die Kante lehnen. Aber das hat mir gar nichts ausgemacht. Das Springen schon eher, dabei war das nicht so hoch, wie das Abseilen.

Gegen halb 3 waren wir zurück in Funchal und wir hatten Huuuuuuuunger! Also suchten wir uns eine kleine Kneipe und fanden was gutes. Nach einem superleckeren Sandwich bestellten wir noch einen Poncha, einen traditionellen madeirischen Zuckerrohrschnaps, der mit Zitronensaft und Honig gemischt wird. Der hat uns nach der Anstrengung dann den Rest gegeben, weil das nicht bloß ein Shotglas war, sondern ein normales Saftglas voll 😀

Zufrieden schleppelten wir wieder los ein bisschen durch die Gassen und Fußgängerzogen und besuchten dann noch die Markhalle Mercado dos Lavadores, die um die Zeit nicht mehr so ganz überlaufen war. An einem der Obststände konnten wir die ganzen vielen verschiedenen Früchte probieren, die es auf Madeira gibt. Ananasmaracuja, Bananenpassionsfrucht,… ich hab schon wieder vergessen, was es alles war. Gekauft haben wir aber nichts, wir hätten sonst eh nichts mit aufs Schiff nehmen dürfen.

So allmählich waren wir echt geschlaucht von diesem Tag und wir sind zurück zum Schiff gelaufen. Unterwegs haben wir noch zwei Caches gemacht und haben dann eine heiße Dusche und ein kleines Nickerchen gegönnt, bevor wir wieder im Buffetrestaurant essen waren.
Abends fand im Beach-Club eine Silent Party statt, auf die wir dann noch gegangen sind. Es waren drei DJs da, jeder bekam Kopfhörer und an denen konnte man umschalten, welche Musik man hören wollte. Zuerst fand ich das nicht so lustig, weil ich die Kopfhörer eigentlich gar nicht so laut machen wollte. Aber ich hab dann immer alle Leute gröhlen hören. Also musste ich die Musik dann doch ganz schön laut stellen, aber dann wars auch wirklich lustig. Und besonders witzig war es, wenn man die Kopfhörer abgenommen hat. Alle haben getanzt, aber unterschiedlich schnell und alle haben mitgesungen, was man durch die fehlende Musik dann alles hören konnte 😀
Während der Party sind wir dann zum zweiten Seetag ausgelaufen und haben uns auf den Rückweg nach Teneriffa gemacht.

Auf See – 16.02.2020

Vor 7 Uhr war für mich mal wieder die Nacht vorbei. Ich weiß nicht warum, das ist aber bei mir oft so, wenn ich frei hab. Dann werde ich früh wach. Und wenn ich arbeiten muss, könnte ich noch ewig weiter schlafen…
Wir fanden heraus, dass es eine Bar gab, in der man schon ab 6 Uhr morgens Kaffee bekam, also sind wir aufgestanden und dorthin gegangen, haben dann draußen gesessen und den Sonnenaufgang angeschaut.
Dann sind wir um 8 Uhr pünktlich zum Frühstück gegangen und haben uns anschließend unser privates Sonnendeck eingerichtet.

In der Kabine war ja eine Couch. Die kann zum dritten Bett aufgeklappt werden. Und über der Couch ist eine Klappe in der Decke, dort kann man ein viertes Bett ausklappen. So hatten wir also zwei Matratzen, die aus Allergiegründen mit einem gummiartigen Bezug überzogen sind und die wir uns dann ohne schlechtes Gewissen auf unseren Balkon gelegt haben. Mit Allergieüberzug wurde wenigstens nichts schmutzig 😉 Dort haben wir also stundenlang gelesen, gedöst und die Sonne genossen als sie nachmittags rum kam.
Irgendwann ziemlich spät sind wir Mittag essen gegangen und es war trotzdem total voll…

Abends haben wir auf dem Balkon den Sonnenuntergang angeschaut und sind nach dem (nervigen) Abendessen im Buffetrestaurant ins schiffseigene Fernsehstudio gegangen, wo „Wer wird Millionär“ gespielt wurde. Die ersten 400 Zuschauer in dem Studio bekamen Abstimmgeräte und so war der Andrang auch echt groß, aber wir waren rechtzeitig da. Leider waren wir bei der Auswahlfrage nicht schnell genug und konnten nicht auf den heißen Stuhl 😉
In diesem TV-Studio wird fürs Bordfernsehen produziert. Es gibt immer eine Art Late Night Show (die wir uns aber nie angeschaut haben) und solche Unterhaltungs-/Quizsendungen, die man dann nämlich auch auf der Kabine im Fernsehen schauen kann.
Bei den Quizsendungen kann man dann kein Geld aber Punkte gewinnen. Das geht dann los bei zB einem Cocktailgutschein über einen Gutschein in einem der Spezialitätenrestaurants bis hin zu einem weiteren Urlaub mit Aida als 1.000.000-Punkte-Gewinn.

Anschließend waren wir noch was trinken und sind dann zurück ins Schaukelbett gegangen. Weiter gings nach Madeira.

Gran Canaria – 15.02.2020

Ach ja, auf Gran Canaria hatte ich mich ja auch echt gefreut, weil ich da noch nicht war. Weil wir da sogar beide noch nicht waren. Aber irgendwie hatten wir beide schlechte Laune an dem Tag.
Ich hatte mal wieder scheiße geschlafen und war trotzdem um 7 wach. Beim Frühstück haben mich die Leute genervt. Ich wollte einfach bloß meine Ruhe und wir hatten für Gran Canaria mal wieder keinen Plan.

Hach… der Tag fing also super an. Zumindest gab es heute keine Schlange bei der Autovermietung. Wahrscheinlich, weil Gran Canaria An- und Abreisehafen war und daher gar nicht so viele Leute auf Ausflüge gegangen sind, wie in den anderen Häfen. Wir hatten wieder ein Auto reserviert und ich weiß nicht, was für eins für uns vorgesehen war, aber der Typ von der Vermietung hatte uns vor Ort noch die Schlüssel getauscht. Er hatte erst andere in der Hand, dann fragte er uns, ob wir nur zu zweit sind und dann hat er unter den Tisch gegriffen und einen anderen geholt. Vermutlich hat er auch noch gedacht, dass er uns einen Gefallen damit tut: Es war ein Fiat 500L… Cabrio… hach…
Auf der Fahrt hat mich das offene Dach eigentlich nur genervt, weil die Sonne reingeknallt hat und ich einfach nur Angst hatte, mich höllisch zu verbrennen. Also haben wir es wieder zu gemacht und zu gelassen.

Jaja… klingt super, ne? Mir ging meine Laune selber auf den Sack. Also hab ich versucht mich zusammen zu reißen.
Wir sind dann erstmal nach Maspalomas runter gedüst. Komplett für den Arsch sag ich euch! Spart euch das. Ja, da ist diese riesige Düne und die sieht schon cool aus, aber es ist windig und der Sand weht auch überall hin. Vor allem in die Augen. Und Maspalomas und die ganze Ecke da unten, ist nun auch echt nicht schön. Es ist voller Menschen und echt groß. Parken ist ne Katastrophe und es steht einfach bloß ein großer Hotelklotz am anderen.

Aber wir waren tatsächlich wegen der Düne da, weil ich halt gern hin wollte. Ich wär da auch gern ein bisschen rumgelaufen, hätts mir ein bisschen angeschaut, wenn ich nun eh schon da bin, aber der Namenlose hat sich nicht mal die Mühe gemacht seine Schuhe auszuziehen… Dann wollte ich da eigentlich gern einen Cache machen, dazu sollte man ein sogenanntes „Pano-Dash“ machen. Das ist ein Panoramafoto, wo man selbst mehrmals drauf ist.
Naja, der Namenlose hat da nicht so richtig viel Geduld für sowas. Wir haben eins gemacht, aber ich bin darauf verwackelt, und deshalb wollte eigentlich noch ein oder zwei machen, aber er hatte da ganz offen keinen Bock drauf.
Ja ok… Die Stimmung war am Tiefpunkt.
Ich hab mir dann überlegt, dass ich mich lieber mal mit Sonnencreme eincreme, weil die Sonne da ganz schön runtergeknallt hat. Mir war mega warm, ich hatte zu viel an, ich hab geschwitzt und mich eklig gefühlt, ich hatte Durst und langsam bekam ich auch Hunger. Ganz schlechte Kombi.

Also haben wir uns auf die Suche nach Futter gemacht, obwohl es noch gar nicht so spät war. Wir fuhren weiter nach Westen nach Lomo Quiebre. Das ist der letzte kleine zugängliche Ort von der GC1 aus gesehen. Alle anderen dahinter liegenden Orte sind nicht mehr so komfortabel zu erreichen.
Ja gut, Lomo Quiebre war sehr klein, sehr voll und touristisch erschlossen. Wir hatten im Vorbeifahren aber eine Einheimischenkneipe gesehen und wollten hin, aber obwohl da Leute draußen saßen und was getrunken und Domino gespielt haben, wurde uns gesagt, man hätte geschlossen… ok, also sind wir weiter gefahren. Weg vom Meer rein ins Inselinnere.
In Mogán sind wir von der Hauptstraße abgebogen und haben eine schöne Tapas-Bar gefunden, in der wir dann wirklich gut gegessen haben. Die Portionen waren riesig, obwohl wir gesagt haben, dass wir nur halbe Portionen wollen… Dass keine Preise auf der Karte standen, hätte uns stutzig machen sollen und wir hätten schlauerweise vorher fragen sollen, denn die Rechnung war unerwartet teuer, verglichen mit dem was wir sonst bezahlt haben, wenn wir am Arsch der Welt was gutes zu essen bekommen haben. Ich wette, wir haben Touristenpreise bezahlt! Ein paar der Google-Bewertungen vermuten übrigens das gleiche 😉

Zumindest war die Laune wieder gestiegen und wir hatten während des Essens einen Plan gemacht: Auf einen Berg klettern und dort einen Cache suchen.
Die Fahrt zum Ausgangspunkt hin ging über meistens gute Straßen stetig bergauf. Der Namenlose war wieder super gelaunt, weil er mit der kleinen Schlurre gut um die Kurven kam, mir wurde mulmig, weil die Serpentinen eng waren und man einfach nicht sehen konnte, ob etwas entgegen kommt und weil manchmal auch keine Leitplanke an der Seite war. Obwohl die uns eh nicht groß aufhalten würde, wenn wir da durchbrettern würden…
Der Parkplatz als Ausgangspunkt lag dann auf etwa 1500m und war selbst zu dieser Jahreszeit recht voll. Ich schätze, im Sommer muss man da sehr früh dran sein, weil der jetzt auch nicht allzu groß ist. Von dort ging ein Weg Richtung Roque Nublo, was ein ca. 80m hoher Vulkanfelsen ist, der da rumsteht. Die tatsächliche Größe lässt sich nur einschätzen, wenn man einen Menschen als Größenverhältnis dagegen sieht. Am Fuße dieses Felsens lag also der Cache und das bedeutete für uns etwa eine halbe Stunde noch ca. 250 Höhenmeter überwinden.
Klingt pillepalle, aber es war doch ganz schön herausfordernd und wir haben gepumpt wie ein Maikäfer! Alle Leute, die uns entgegen kamen, wirkten so cool und fit und ruhig und wir kamen uns noch unsportlicher und unfitter vor, als wir eh schon sind 😉 Aber wir haben es geschafft bis ganz oben, haben den Cache gefunden und hatten eine ganz nette Aussicht. Aber auch hier war es etwas trüb, was wohl an der Kalima lag.
Nachdem wir uns ausgeruht und akklimatisiert hatten, sind wir auch wieder zurück gelaufen und haben bemerkt, dass wir auch nicht mehr schnaufen, im Gegensatz zu allen, die uns entgegen kamen 😀 Damit hatte sich unser schlechtes Gefühl vom Hinweg doch ein bisschen relativert.
Unten am Parkplatz stand ein kleiner mobiler Verkaufsstand. Dort gab es Obst, Getränke und Eis. Ooooh ja, das war genau das richtige zur Belohnung 🙂

Weiter ging es über die Insel, grob Richtung Las Palmas. Aber natürlich wieder über kleine Straßen, durch Eukalyptuswälder und kleine Siedlungen. In einem kleinen Dorf tranken wir noch einen Cortado condensada für 90 Cent pro Kaffee! Wahnsinn. Wir hätten mit dem Essen also auch noch ein bisschen warten sollen und weiter ins Inselinnere fahren müssen.

Aber gut, inzwischen war es 18 Uhr und wir wussten nicht so richtig, wann wir auf dem Schiff sein müssen. Ups… 😀 Wir wussten, dass wir um 22 Uhr ablegen und an den anderen Hafentagen war es so, dass man 30 Minuten vorher an Bord sein musste.
Als wir auf Teneriffa angekommen sind, haben wir auch um 22 Uhr abgelegt, aber die an-Bord-Zeit war schon 20:30 Uhr. Jetzt waren wir uns also unsicher, wie das hier in Las Palmas war – es war ja auch ein An-/Abreisehafen.
Der Namenlose wollte eigentlich gern noch ein bisschen rumfahren und gucken, aber irgendwie wussten wir dann auch nicht richtig wo hin und so sind wir also doch zurück nach Las Palmas. Schließlich mussten wir auch noch tanken, und wir hatten keine genaue Adresse, wo wir das Auto zurück geben mussten. Wir wussten nur grob, wo wir hin müssen, allerdings ist der Hafen in Las Palmas etwas größer als der in Fuerteventura.

Zurück in Las Palmas war es dann auch schon ziemlich dunkel. Die Palmen waren alle mit Lichtschläuchen umwickelt, das sah echt schön aus. Ich konnte nur leider keine Fotos machen, weil wir das Handy brauchten, um zu einer Tankstelle zu navigieren. Direkt am Hafen war nämlich keine.
Nach zweimal verfahren, weil das Navi komische Ansagen gemacht hat, tanken, Wasser kaufen, Einfahrt zum Parkhaus suchen und Auto in die asozial kleine Lücke quetschen (weil die anderen einfach nicht parken können!!), kamen wir um 19:45 Uhr an der Sicherheitsschleuse an und fragten erstmal, wann wir denn zurück sein müssen. 20:30 Uhr – wie auf Teneriffa. Bloß gut sind wir nicht noch weiter über die Insel gefahren 😉

An diesem Abend hatten wir keinen Tisch reserviert, wir gingen also wieder in eins der Buffetrestaurants. Wegen der Seenotrettungsübung für die neuen Passagiere, waren die abendlichen Essenszeiten anders, da die komplette Besatzung ja auch wieder eine Evakuierungsübung gemacht hat.
Als wir dann zur späteren Öffnungszeit in das Restaurant gegangen sind, war kein einziger Tisch besetzt. Über 700 Plätze in diesem Restaurant waren leer, das war doch mal eine angenehme Atmosphäre 😉 Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, genossen die Ruhe (zumindest für etwa eine halbe Stunde, dann wurde es doch noch voll) und waren nach 2 Tagen superleckerem Essen dann wieder etwas enttäuscht vom Buffetessen.
Um 22 Uhr liefen wir aus und machten uns auf den Weg nach Madeira. Dorthin waren es ungefähr 550 km, aber das Schiff fuhr sehr langsam, um die Reisezeit auszudehnen und so stand uns also der 1. Seetag bevor.

Trotz anfänglicher schlechter Laune fand ich Gran Canaria ganz schön und würde noch mal hinfahrne. Im Inneren der Insel war es wirklich schön und der Norden ist sehr grün und bestimmt entspannt. Es gibt sicher noch sehr sehr viele Orte zu entdecken, aber wir hatten eben nur die paar Stunden Zeit.

Hier noch mal ein kleiner Einblick, wie es eine Woche später in Gran Canaria aussah. Wegen des Sandsturms konnten keine Flugzeuge landen und starten. Passagiere kamen nicht aufs Schiff, bzw. waren am Flughafen gestrandet. Wir hatten echt Glück. In der Woche bevor wir gefahren sind war es scheinbar recht stürmisch und in der Woche nach uns dann der Sandsturm…

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Lanzarote – 14.02.2020

Als wir in der Nacht noch ankamen, hab ich ein Foto vom Balkon aus gemacht. Die Lichter von Arrecife sahen einfach schön aus. Als ich dann am nächsten Morgen wieder sehr sehr früh wach wurde (um 6.45 Uhr) hab ich mich noch ein bisschen zusammengerissen, damit der Namenlose weiter schlafen kann. Aber eine halbe Stunde später war auch er wach und ich hab quasi exakt das gleiche Bild noch mal bei Tageslicht gemacht 😀

Da wir ja vor knapp drei Jahren schon mal auf Lanzarote waren, haben wir uns kein Auto vorab reserviert, sondern wollten uns spontan überlegen, was wir machen. Die Idee war nämlich, dass wir auf dem Schiff bleiben und die Gelegenheit nutzen uns alles in Ruhe anzuschauen. An einem Hafentag ist ja auch weniger los, weil die meisten Leute ja doch einen Ausflug machen.
Da es noch so früh war, saßen wir also auf unserem Balkon und haben die Leute beobachtet, die alle ausgestiegen und auf die Busse zugelaufen sind. Ein bisschen haben wir gelästert, weil die jetzt zusammengepfercht über die Insel geschaukelt werden. Vermutlich fährt die eine Hälfte in den Timafaya-Nationalpark und lässt sich heiße Steine in die Hand drücken 😀 Die Andere Hälfte fährt wohl zur Jameos del Agua und guckt sich die kleinen blinden Krebse an 😉
Wir hatten dann überlegt, dass wir noch mal an den Surfer-Strand fahren wollen und dann wieder in dieser abgelegenen Tapas-Bar essen gehen.

Also haben wir uns nach dem Frühstück aufgemacht zur Autovermietung und haben uns auch heute in die Schlange gestellt. Allerdings hatten wir Pech. Alle vorhandenen Autos waren reserviert. Wir hätten 1-1,5h warten können, dann hätten sie uns vielleicht eins geben können, von Leuten, die nicht aufgetaucht sind.
Nö, darauf hatten wir dann auch keine Lust. An der Marina haben wir dann einen Kaffee getrunken und sind dann zurück aufs Schiff um unseren ursprünglichen Plan umzusetzen.

Auf Deck 17 hatten wir Glück und haben eine freie Strandmuschel gefunden. Die haben wir gleich erstmal mit Handtüchern, Wasserflaschen und Tolino blockiert und dann haben wir die Rutschen und Pools getestet.
Es gab drei Rutschen an Bord. Zwei, die „Racer“ gingen direkt parallel und unten war sogar eine Digitaluhr, die die Zeit gemessen hat 😀 die haben wir mehrmals benutzt. Die andere ging allein und man hatte ein größeres Stück, an dem die Rutsche transparent war. Aber das ging so schnell, dass man eigentlich nicht viel gesehen hat.
Als wir genug vom rutschen hatten, sind wir auf Deck 16 in den überdachten Poolbereich (der sogenannte Beachclub) gegangen und haben uns da ein bisschen im Wasser treiben lassen, bevor wir wieder auf Deck 17 hochgegangen und im Außenbereich noch in einen Whirlpool gegangen sind.
Danach haben wir Siesta in der Muschel gemacht und haben den Tag so vor uns hin gechillt.

Es war wirklich ganz nett, ohne die vielen Leute an Bord. Wir haben dann spät Mittag gegessen im Fuego-Restaurant, das als einziges Buffetrestaurant auch am Nachmittag noch bis 16:30 Uhr geöffnet hat.
Das Fuego-Restaurant ist so das Familien-Restaurant. Hier gibts auch Pizza, Burger und Nudeln und es gibt die Möglichkeit Babybrei warm zu machen und einen Spielbereich für Kinder.
Wenn man da keinen Bock drauf hat, kann man auch an der Street-Food-Meile fast den ganzen Tag essen. Dort gibt es Döner (der sich nicht so gelohnt hat, finde ich), Currywurst (haben wir nicht probiert, die Schlange war uns immer zu lang) und belegte Brote und Brötchen (die man aber nicht einpacken und mitnehmen darf).

Am frühen Abend haben dann vom Balkon aus zugesehen, wie alle Leute zurück gekommen sind, wie ein leichtes Chaos bei der Mietwagenrückgabe stattfand, weil es einfach mehr Autos als Parkplätze gab, wie die Sonne über der Insel untergegangen ist und wie wir ausgelaufen sind.
Es war relativ trüb, es gab wohl Kalima und wie ich am Wochenende auf Instagram-Fotos gesehen habe, gab es nach unserer Abreise einen Sandsturm auf Gran Canaria und die Flugzeuge konnten nicht starten und landen. Somit konnten einige Passagiere nicht aufs Schiff und andere kamen nicht vom Flughafen weg. Wir hatten da echt Glück!

Abends hatten wir wieder einen Tisch in einem À-la-carte-Restaurant reserviert, dieses mal im Fischrestaurant Ocean’s. Ich hatte ein bisschen Angst, dass ich da nichts zu essen finde, weil ich ja mit Fisch so ein bisschen pienzig bin… Aber es gab was mit Lachs und Spinat, das war wirklich sehr lecker. Vorab gab es ein geeistes Gurkensüppchen mit Krabben, die ich natürlich nicht gegessen habe, aber die Suppe war sehr sehr lecker.
Im Ocean’s gab es noch ein Buffet an dem man sich nach der Vorspeise einen Salat oder ein Fischbrötchen holen konnte, aber ansonsten wurden das Essen und die Getränke am Tisch serviert. Getränke haben wieder extra gekostet und es gab wieder unverschämt teure Weine, aber auch akzeptable Alternativen.
Anschließend saßen wir noch ein bisschen draußen an der Lanai-Bar und haben was getrunken, bevor wir wieder ins schaukelnde Bett gegangen sind, das uns über Nacht nach Gran Canaria gebracht hat…

Fuerteventura – 13.02.2020

Gegen 8 Uhr morgens haben wir in Puerto del Rosario auf Fuerteventura angelegt. Ich war schon laaaange wach. Schon seit halb 7. Konnte ja bei dem Geschaukel nicht schlafen…
Leider konnten wir auf dem Schiff unsere „wir trinken morgens immer einen Kaffee auf dem Balkon“-Tradition nicht weiterführen, denn gefühlt 3km zum Restaurant laufen und Kaffee holen war mega umständlich. Außerdem durfte man auch keine Getränke aus den Restaurants mit rausnehmen.

Also gabs den Kaffee in der sogenannten Lanai-Bar am Heck auf Deck 7. Da konnte man draußen sitzen, man durfte rauchen und so haben wir eigentlich jeden Morgen verbracht. Erstmal Kaffee (und für den Namenlosen ein Kippchen 🙄)
Danach haben wir auf dem Lanai-Deck draußen gefrühstückt. Es war zwar ein bisschen frisch, aber draußen war es nicht so voll und daher entspannter zum essen.
Alles drängelte sich am Buffet, die Schlange am Omelette war ewig lang, sodass ich einfach das bereits fertige Rührei genommen hab. Das Frühstück war insgesamt ganz gut. Es gab alles, was das Herz begehrte. Rührei, Spiegelei, Bohnen, Würstchen. Milchreis, Porridge, Müsli und Joghurt. Obst, Smoothies aber natürlich auch Brot und Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade. Frühstück war also ok, und wir haben uns auch den Teller vollgeladen, damit wir nicht noch mal ans Buffet mussten.

Direkt am Pier war auch gleich ein Autovermieter. Wir waren schlau und hatten die Mietautos schon von Deutschland aus reserviert. Aber anstellen mussten wir uns trotzdem, weil noch viele andere genauso schlau waren 😉
Als wir da so in der Schlange standen, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der Boden schwankt… Dabei hatten wir echt wenig Seegang in der ersten Nacht! Aber offenbar reagiert mein Körper da sehr schnell drauf, ich hatte auch am ersten Tag nach dem Urlaub noch ein Schwankgefühl.

Für Fuerteventura hatten wir keinen Plan und sind also, wie immer, einfach drauf losgefahren. Spontanes Ziel war Piedras Caídas im Süden von Fuerteventura. Hier lag der Cache, der die meisten Favoritenpunkte hatte.
Auf dem Weg dorthin sind wir nicht über die Hauptstraße gefahren, sondern über Land, durchs Innere der Insel. Eigentlich wollten wir nämlich auch in einem Supermarkt Wasser kaufen, denn wir hatten ja nix dabei. Wir fuhren also über schmale Straßen, durch karge Landschaften und fanden keinen Supermarkt bis wir durch Tuineje kamen, was relativ zentral auf Fuerteventura liegt.
Dort machten wir ein kurzes Päuschen, haben Wasser gekauft und einen Cortado condensada getrunken.
In Tuineje standen überall Dromedarfiguren rum, weil im 18. Jahrhundert der Ort von Engländern angegriffen wurde. Und dabei hat der Heilige Michael den Bauern im Ort mithilfe einiger weniger Dromedare, die sie hatten zum Sieg verholfen, weil die Engländer eine Michael-Statue beim Angriff kaputt gemacht haben. Tjaha, der Micha, die alte Hupe, war wohl ein bisschen rachsüchtig 😉 Und deshalb stehen da jedenfalls die Dromedarfiguren und es gibt ein Fest, das die Rache des Heiligen Michael ehrt.

Weiter gings dann also nach Süden. Wir haben den Cache gefunden (bei dem ich die Anzahl der Favoritenpunkte jetzt ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann, aber ok…) und sind dann noch weiter nach Süden, nach Morro Jable gefahren. Dort wären wir ein bisschen durch die Altstadt geschlendert, denn dort gab es einen Stadtführungs-Cache, aber wir haben keinen Parkplatz gefunden, und überhaupt war es da nicht so schön. Eine Touri-Bude mit Flipflops und Strandtüchern an der anderen und Himmel und Menschen unterwegs… Also sind wir umgedreht.

Es war inzwischen 13 Uhr und so allmählich fingen wir an, darüber nachzudenken, was wir noch machen können, was wir noch schaffen, bevor wir das Auto zurück geben und rechtzeitig an Bord gehen müssen. Obwohl es erst 13 Uhr war und wir erst um 19 Uhr an Bord sein mussten, setzte uns dieses Zeitlimit irgendwie unter Druck. Das kannten wir ja bisher nicht. Die Fahrt zurück würde etwa 45 Minuten dauern. Mit Auto betanken und zurückbringen also etwa eine Stunde. Dann müssen wir spätestens um 18 Uhr los. Wo fahren wir denn jetzt noch hin? So ganz ohne Plan wars irgendwie auch ein bisschen unkoodiniert.
Von der Straße aus konnten wir dann den endlosen Strand und das türkise Meer um die Gegend von Costa Calma sehen und wir wollten da hin. Also fuhren wir von der Autobahn runter und versuchten da hinzufahren. Wir fanden aber nur Sackgassen, Bauzäune und halbfertige Gebäude. Wir haben den Weg nicht gefunden, den die Wohnmobile genommen habe mussten, die wir da stehen sahen. Dafür fanden wir Streifenhörnchen 😀 Die sind da überall rumgesprungen und waren ja sowas von süß! Und so zutraulich. Die kamen immer ganz dicht rangelaufen, waren aber auch sofort wieder weg, wenn man sich bewegt hat. Und ich hab immer weggezuckt, weil ich ein bisschen Angst hatte, wenn sie zu nah kamen, dass sie mich beißen.

Als wir dann weiterfuhren, fanden wir einen Aussichtspunkt, an dem wir kurz anhalten wollten, und da fanden wir dann auch einen Zugang zum Strand über einen Schotterweg.
Ach das war so schön dort! Feiner, endloser Sandstrand. Keine Steine, keine Algen, keine Quallen und keine Fische! Nichts! Aber auch keine Liegen, keine Palmen, keine Hütten, kein Schatten. Im Sommer ist es bestimmt voller am Strand, aber ich schätze, dass sich über diesen Sandweg auch nicht allzuviele Leute dorthin verirren. Und wenn doch, dann ist da trotzdem genug Platz, weil der Strand an sich sehr breit ist und sich eben kilometerweit an der Küste entlang zieht.
Ich bin natürlich sofort ans Wasser und hab mein Standard-Füße-im-Wasser-Foto gemacht. Es waren sogar Leute baden! Die Sonne schien warm von oben, der Sand war warm, das Wasser hat sich auch an den Füßen gar nicht sooo kalt angefühlt, sodass ich den Namenlosen dazu überredet hab, spontan dort baden zu gehen.
Er wollte erst nicht. Wir hatten keine Handtücher dabei, aber ich hab ihn überredet. Wenn ich schon mal so spontan bin, dann muss er da doch mitmachen! 😀
Also sind wir im Februar im Atlantik baden gegangen 🙂 sind durch die Wellen gehopst, haben uns treiben lassen und haben uns anschließend vom Wind und von der Sonne trocknen lassen. Das war so schön und alles andere als kalt, das Auto hat 28 Grad angezeigt 😉

Schwimmen, frische Luft und rumwandern hatte uns nun hungrig gemacht und wir waren auf der Suche nach was leckerem zu Essen. Eine „Einheimischenkneipe“ sollte es natürlich wieder sein. Irgendwas abgelegenes. Also bogen wir ab nach Giniginamar. Ein winziger Ort direkt am Meer mit schwarzem Kiesstrand, aber leider ohne Kneipe. Beziehungsweise, das stimmt nicht ganz. Es gab eine Bar, aber die hatte geschlossen. Und wir haben ein Schild zu einem Restaurant gesehen, aber der Hinweis auf „Deutsche Küche“ hat uns abgeschreckt 😉
Also fuhren wir weiter zurück Richtung Hafen und machten einen Futterstopp in El Matorral direkt am Flughafengelände. Von der Autobahn sah es im ersten Moment aus, wie ein Gewerbegebiet. Aber das kam uns ganz recht. Dort fanden wir eine kleine abgelegene Tapas Bar und haben was leckeres zu Essen bekommen.

Wir hatten jetzt zwar noch Zeit, aber wir sind trotzdem zurück zum Schiff gefahren. Wir hatten Fressnarkose, waren kaputt und müde. Und wir mussten das Auto noch tanken und zurück bringen und wollten dann noch ein bisschen Siesta machen.
Abends hatten wir heute einen Tisch beim Italiener Cassa Nova, einem der À-la-carte-Restaurants, reserviert. Das hatten wir schon zwei Wochen vorher vorab gemacht.

Aida hat ein Reiseportal, wo man solche Sachen schon vorab buchen kann. Und es empfielt sich tatsächlich, nicht bis zum Reiseantritt damit zu warten. Wir hatten für 3 Abende Tische reserviert und wollten nach der Erfahrung im Buffetrestaurant vom ersten Abend vor Ort gern auch für die restlichen Abende noch Tische haben, aber das konnten wir vergessen! Es war alles voll!
Also: Spa, Massage, Tische… unbedingt schon vorher reservieren. Gerade mit den
À-la-carte-Restaurants macht man definitiv nichts falsch! Selbst Mäkelheinis wie ich finden da überall was zu essen. Das Essen war super lecker und vor allem heiß und man kriegt es serviert. Sehr angenehm. Nur die Getränke muss man dort extra bezahlen, die sind auch nicht in eventuell gebuchten Getränkepaketen enthalten. Aber rückblickend war es mir das wirklich wert! Eine Flasche Wasser, zwei Gläser Wein, da kam man etwa auf 15 Euro, wenn man nicht den übertrieben teuren Wein für 10,90 pro 0,2-Glas genommen hat 😉 Ich glaube ehrlich gesagt, so gut kann ein Pinot Grigio nicht sein, dass ich dafür 11 Euro bezahle, aber gut. Es gab ja Alternativen 😉
Aber wie gesagt, man sitzt in ruhiger Atmosphäre (außer man hat Pech und sitzt am Gang, dann laufen da ne Menge Leute vorbei…), muss nicht zum Buffet laufen und kann aus vier oder fünf Gängen auswählen. Hinterher ist man also genauso vollgefressen, wie in den Buffetrestaurants. Aber wenigstens ist man mit sehr guten Essen vollgefressen 😉
Daneben gibt es dann noch die Spezialitätenrestaurants auf dem Schiff, da muss man aber neben den Getränken auch das Essen noch extra bezahlen. Dort waren wir nicht, aber auch dort hätten wir für die übrigen Abende keinen Tisch mehr bekommen.

Beim Italiener gabs wirklich gute Sachen. Rindercarpaccio, Büffelmozzarella, Safranrisotto, bei einem Gericht waren Jakobsmuscheln dabei, es gab was mit Fisch, was mit Rinderfilet, Ricottacreme… die Speisekarte wechselt offensichtlich, denn ich hab beim googlen eine gefunden, auf der andere Sachen stehen, als wir angeboten bekommen hatten.
Vollgefressen wie wir waren sind wir hinterher in eine Bar auf dem Schiff gegangen, die mit Pub-Atmosphäre geworben hat. Es gab sogar Cider und Guinness. Aber beides hat nicht so gut geschmeckt. Dass Guinness außerhalb von Irland nicht schmeckt hab ich ja schon öfter gehört, aber ich hab das für ein Gerücht gehalten. Offenbar wird aber für den Export irgendwas anders gemacht. Das Bier war viel dünner aber viel bitterer als in Dublin. Und bei Cider ist es wie bei Apfelwein: die eine Sorte schmeckt, die andere nicht so.
Im apub wars trotzdem ganz nett. Voll aber nicht überlaufen. Wir bekamen einen Platz an der Theke, aber auch an einigen Tischen war noch was frei. Die Band die gespielt hat war auch nicht schlecht.

Fuerteventura ist sicherlich noch mal eine Reise wert. Auf den ersten Blick scheint die Insel zwar einfach bloß karg zu sein, aber ich denke das täuscht. Lanzarote war auf den ersten Blick damals auch einfach bloß karg, aber wir haben eine ganze Woche dort verbracht und jeden Tag was neues und abwechslungsreiches gesehen und erlebt.
So ist es sicher auch mit Fuerteventura. Im Norden waren wir jetzt beispielsweise gar nicht. Und auch die Westküste der Insel haben wir gar nicht gesehen. Ein Tag, bzw. 10 Stunden sind natürlich nicht genug. Aber zumindest konnte man einen Eindruck gewinnen und so überlegen, ob man noch mal hin möchte, oder nicht.

Bevor wir heute ins Bett gegangen sind, waren wir sogar schon am Zielhafen angekommen: In Arrecife auf Lanzarote. So weit ist es von Fuerteventura bis dahin ja auch nicht. Und ich hab mich auf eine Nacht mit weniger Schaukelei gefreut 😉

Kreuzfahrt ins Glück – 12.02.2020

Los gehts mit dem Urlaubsbericht von unserer Kreuzfahrt! Ein paar erste Eindrücke konnte man ja schon in den 12 von 12 bekommen, aber für die Erinnerungen will ich das alles noch etwas ausführlicher aufschreiben.

Ich wollte ja unbedingt mal eine Kreuzfahrt machen. Das ist ja so ähnlich wie mit dem Wohnmobil und das fand ich in Schottland ja so toll. Man hat all seinen Krempel dabei und ist jeden Tag woanders, aber man muss nicht immer alles ein- und auspacken, wie man das bei einem Roadtrip mit dem Auto und Airbnb’s oder Pensionen hätte.

Wir sind mit der AIDAnova eine Woche um die Kanaren und nach Madeira gefahren. Von Mittwoch bis Mittwoch. Von Teneriffa nach Teneriffa. Die gleich Route kann man auch von Freitag bis Freitag, von Gran Canaria nach Gran Canaria machen.
Wir hatten eigentlich ganz günstige Flugzeiten. Nicht zuuuu früh, allerdings waren wir dann mittags auf Teneriffa und es war leider nicht genug Zeit, um dort noch was zu unternehmen und anzuschauen. Aber da grad der Anreisetag ja doch aufregend ist, war das schon ok. Es waren genug Eindrücke für den ersten Tag!
Wir hatten alles über Aida gebucht, also war auch der Transfer vom Flughafen zum Schiff dabei und so sind wir also in den Bus eingestiegen und haben uns damit begnügt, Teneriffa durch die Scheibe zu sehen.
Natürlich hätte die Zeit noch gereicht, um sich Santa Cruz den Tenerife anzuschauen, aber wir waren dann doch neugierig aufs Schiff.

Am Schiff angekommen haben wir unsere Bordkarten bekommen, die man dann immer dabei haben muss. Ohne die Karte kommt man nicht mehr aufs Schiff. Beziehungsweise, man kommt sicher trotzdem rauf, aber es kostet einfach mehr Zeit. Und das ist bei bis zu 6.600 Passagieren schlecht. Alles auf dem Schiff ist auf Effizienz getrimmt. Mit der Bordkarte identifiziert man sich, man bezahlt damit überall, egal ob Bordshop oder Bar und muss nicht umständlich mit Geld rumhantieren. Bei dieser Anzahl an Menschen, muss es schnell gehen.
Wenn man aufs Schiff geht, wird ein Foto von einem gemacht, das wird mit der Bordkarte kombiniert, sodass man also nicht mit einer fremden Karte aufs Schiff kann oder etwas bezahlen kann.
Geht man dann vom Schiff, zieht man die Karte durch einen Lesegerät. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto auf dem Bildschirm und man ist gebucht als „an Land“. So weiß dass Schiff auch ganz genau, wer noch da ist, und wer nicht. Wenn man dann wieder aufs Schiff will, kommt man ohne die Karte vorzuzeigen gar nicht aufs Hafengelände. Dann muss man vor der Sicherheitskontrolle noch mal vorzeigen, damit man nicht versehentlich am falschen Schiff durch die Kontrolle geht. Dann geht man durch eine Sicherheitsschleuse, wie am Flughafen. Der Rucksack und man selbst wird gescannt und auf verbotene Gegenstände untersucht. Waffen darf man natürlich nicht mitnehmen. Aber auch offene Lebensmittel wie zB frisches Obst darf man nicht mit aufs Schiff nehmen.
Wenn man dann das Schiff betritt, zieht man die Karte wieder durch einen Scanner, der Mitarbeiter sieht, dass Person und Foto übereinstimmen und das Schiff weiß, dass man wieder „an Bord“ ist.

Aber selbst, wenn das Schiff weiß, wie viele und welche Passagiere nicht zurück an Bord sind, fährt es zur angegebenen Zeit ab. Man muss also selbst dafür sorgen, rechtzeitig zurück zu sein.

Beim Bezahlen an Bord funktioniert es genauso: Der Mitarbeiter scannt die Karte mit einem Smartphone. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto und dann muss man auf dem Touchpad unterschreiben. Wie beim Paketdienst. Damit spart man sich also das Kleingeldgesuche und durch das Foto ist ausgeschlossen, dass ich mit einer fremden Bordkarte bezahle.
Eigentlich, wie gesagt, effizient und praktisch, aber man verliert auch sehr schnell den Überblick über seine Ausgaben.
Aida ist nämlich keine All-Inclusive-Reederei. Auf dem Schiff hat man Vollpension. Zum Frühstück bekommt man Kaffee, Tee und ein paar Säfte und Smoothies. Cappuccino kostet aber zB extra. Zum Mittag und Abendessen gibt es den Tischwein, Bier, Wasser und Softdrinks dazu. Wenn ich aber einen anderen Wein möchte, oder einen Cocktail, dann kosten diese Getränke ebenfalls extra. Und genauso eben auch an den Bars und in den Cafés. Da muss man alle Getränke extra bezahlen.
Es sei denn, man bucht sich eins der diversen Getränkepakete dazu, die zwischen 10 und 30, je nach Route bis zu 35 Euro pro Tag und pro Person kosten. Wir haben das nicht gemacht, weil im Ernst: Wie viel kann man am Tag schon vertrinken? Vor allem, wenn man ja tagsüber unterwegs und eben nicht auf dem Schiff ist?
Wir haben uns an Land Wasser gekauft, weil das auf dem Schiff einfach unverschämt teuer war (aber das ist ja in allen Hotels so), und ansonsten haben wir auch mal einen Cappuccino oder in der Bar abends ein Bier getrunken. Wir kommen auf ca. 10 Euro pro Person und pro Tag, aber das ist eher sparsam. Nicht bewusst, aber wir waren abends meistens so platt, dass wir nicht mehr lange irgendwo an der Bar gehockt haben, sondern immer einigermaßen pünktlich im Bett waren.

Als ich gestern meine Fotos fertig sortiert hatte und für meine Eltern und ein paar Freunde eine kleine Dia-Show fertig gestellt hatte, ist mir erschreckend bewusst geworden, dass ich so gut wie keine Fotos vom Schiffsinneren gemacht habe. Ich hab nur von der Kabine ein paar Fotos gemacht, aber das wars. Keine Fotos von den Decks, keine Fotos von den Restaurants oder Bars…
Für einen Eindruck vom Schiff, kann ich also nur dieses Video anbieten:

Ich weiß nicht, wieso ich keine Fotos gemacht habe. Normalerweise mach ich immer Fotos von der Hotelanlage, aber auf dem Schiff hab ich das nicht gemacht.
Vermutlich, weil ich nicht restlos begeistert von allem gewesen bin. Ich bin auch heute selbst nicht so sicher, wie ich das ganze nun finden soll 😉

Wir sind also am 12.02.20 auf das Schiff gegangen und haben das natürlich erstmal erkundet. Ich war von der Größe doch etwas überfordert und auf Anhieb hab ich mich nicht so richtig gut zurecht gefunden. Man kommt nicht überall so direkt hin. Wenn zB der Ausgang auf Deck 3 war, dann kam man im hinteren Treppenhaus nur bis Deck 5 und musste dann vorlaufen zum mittleren Treppenhaus, um dort runter zu gehen aufs 3. Deck. Wenn mans weiß, kein Ding. Man muss es aber wissen.
Ich fands jedenfalls alles doch recht verwirrend und ich kann schon verraten, dass sich das bis zum Schluss nicht so richtig gegeben hat. Ich fand das Schiff einfach zu groß und sehr unübersichtlich und ich fand es auch sehr schlecht ausgeschildert.

Wie mir von vielen vorher prophezeit wurde, verläuft sich die Masse an Menschen dort aber tatsächlich recht gut. Ich war wirklich überrascht. Nur beim Essen hat man gemerkt, wie viele Menschen dort an Bord sind.
Essen gehen war echt zum kotzen. Es gibt bei Aida keine festen Tischzeiten. Was auf der einen Seite praktisch ist, weil man total flexibel zwischen 18 und 22 Uhr in einem der fünf Buffet-Restaurants zu Abend essen kann, ist auf der anderen Seite genauso ätzend, weil es egal ist, wann man geht. Wenn man früh geht, ist es voll, wenn man spät geht genauso. Es gibt Leute, die warten um fünf vor 6 vor der Absperrung, um als erste am Buffet zu sein. So wie manche aussahen, sind die um 18 Uhr und noch mal um 21.30 Essen gegangen 😉
In zwei der größeren Buffet-Restaurants gibt es zwei Essenszeiten, um die Leute etwas zu verteilen. Einmal von 18-19.30 Uhr und einmal von 20-21.30 Uhr. Das wussten wir am ersten Abend nicht. Ich weiß nicht, ich glaube wir haben da auch irgendein Einsteigerseminar „Aidanova für Anfänger“ oder so verpasst… Also gingen wir am ersten Abend um 19 Uhr essen und wurden von den Kellnern direkt begrüßt mit „Wir schließen aber in einer halben Stunde.“
Das Essen war okay. Es war nicht heiß, es war mittelmäßig lecker, wenns länger auf den Buffet-Schalen lag war es oben angetrocknet. Es hatte etwas von Kantine. Haben nur noch die Tabletts gefehlt. Für manche Leute wär das wohl auch sehr praktisch gewesen, die sind da teilweise gleich mit zwei Tellern rumgelaufen und haben sie sich vollgeschaufelt.
Eine feste Tischordnung gibt es bei Aida auch nicht, so dass zum Frühstück und zum Abendessen immer erstmal die Sucherei losgeht… das hat mich auch genervt, muss ich zugeben.

Um 21 Uhr mussten wir dann zur obligatorischen Seenotrettungsübung. Das war gleichzeitig eine Evakuierungsübung für das gesamte Schiffspersonal. Für uns Passagiere gabe es dabei im Grunde nichts zu tun. Wir mussten nur auf „unser“ Notsignal warten und zum Sammelpunkt gehen. Im Endeffekt ging es für uns wirklich nur darum, dass wir wissen, wie die Schwimmweste angelegt wird und wo unser Sammelplatz ist. Bei 6.600 Passagieren muss das ja geordnet ablaufen und es gibt mehrere Sammelpunkte an Bord.
Auch hier war die Kommunikation aber ziemlich unklar. Eine Info besagte, dass wir uns im Theater treffen sollten, eine andere Info besagte, dass wir an unsere zugewiesene Sammelstation gehen sollen (was ja viel sinnvoller ist, dann kennt man gleich den Weg).
Nun gut. Wir waren also evakuiert, wir waren satt, wir waren platt und müde. Es waren unglaublich viele Eindrücke an dem Tag und so haben wir um 22 Uhr noch auf dem Balkon gesessen und beim Ablegen zugeschaut und sind dann anschließend ins schaukelnde Bett gegangen.

Ich habe so unfassbar beschissen geschlafen in der ersten Nacht, dass ich am liebsten direkt wieder abgereist wäre. Das Schaukeln hat mich wahnsinnig gemacht, weil es sich im Liegen angefühlt hat, als wär ich besoffen. Speziell in diesem Bruchteil der Sekunde, bevor das Schiff wieder zurück schwankt. Das war ein ziemlich ekliges Gefühl. Noch dazu hat die Kabine leicht geknarzt… Klar, wenn sich so ein Koloss bewegt, dann herrschen da Kräfte, irgendwo muss das Material ja ein wenig nachgeben… und dann knarzt es.
Na ja… Also der Einschiffungstag wurde mit gemischten Gefühlen beendet… ich hab mich zumindest auf den Landgang am nächsten Tag gefreut. Es ging über Nacht nach Fuerteventura. Da war ich vorher noch nicht.

12 von 12 im Februar 2020 – Urlaubsedition

Am 12 eines jeden Monats ruft Caro von „Draußen nur Kännchen“ dazu auf, den Tag mit Fotos zu dokumentieren und 12 davon zu posten. Früher hab ich das öfter gemacht, aber inzwischen mach ich das nur zu besonderen Anlässen. Und wenn ich dran denke. Hier kommt also mein 12. Februar 2020. Eine Urlausedition. Wer sich die anderen Fotos von 12 von 12 anschauen möchte, findet bei Caro die anderen Teilnehmer.

Der Countdown auf meinem Handy zählte doch tatsächlich seit einem Monat die Tage herunter, bis zu unserer Kreuzfahrt ins Glück. So „langfristig“ buchen wir selten 😉 heute ist es also soweit. Der Wecker klingelte früh, schnell Zähne putzen und den Rest einpacken. Der Teddy ist nur ein kurzes Stück bis zur Hundeunterkunft mitgekommen 🙂

Am Flughafen ging es dann beim Check-in ziemlich schnell. Wir haben keine Sitzplätze nebeneinander bekommen. Leider auch wieder nicht am Fenster. Dafür war einer der beiden Sitze am Notausgang. Perfekt für den Namenlosen, der dann endlich mal seine Beine ausstrecken konnte!
Vor der Sicherheitskontrolle noch schnell ein teurer Kaffee (aber zumindest nicht so teuer wie bei Starbucks) und im Flugzeug gab’s dann mitgebrachtes essen. Heutzutage bekommt man ja im Flieger nix mehr und ich bin ehrlich gesagt zu geizig, mir für 5 Euro ein belegtes Brötchen zu kaufen.

Welcome back to Tenerife 🙂 Es ist so schade, dass wir nicht noch einen Tag mehr auf Teneriffa haben. Ich wäre so gern auf den Teide rauf gefahren (natürlich nicht gewandert!) und ich hätte dem Namenlosen so gern die geile Tapaskneipe gezeigt, wo ich essen war… Naja, aber das passt schon.
Im Bus mussten wir noch kurz eine Bestätigung ausfüllen, dass wir in den letzten zwei Wochen nicht in China waren und uns nicht potentiell mit Corona angesteckt haben.

Und dann waren wir endlich am Schiff. Was für ein Riesenkutter! Nach einer ersten Erkundungstour, wo es nette kleine Orientierungsschilder zu entdecken gab, haben wir uns einen Begrüßungsdrink gegönnt und mussten abends nach dem Essen noch zur obligatorischen Seenotrettungsübung.

Ein langer, aufregender Tag!

Bye-bye Dublin – 12./13.10.2019

Eigentlich war der Samstag total unspektakulär. Ich bin nach Bray gefahren, was ca. eine dreiviertel Stunde von Dublin mit dem Zug entfernt ist. Aber die Fahrt war richtig super, weil es die ganze Zeit an der Küste entlang ging und es einfach atemberaubend schön aussah! Am liebsten wäre ich unterwegs schon ausgestiegen, aber ich hatte ja ein Ziel.
In Bray angekommen bin ich natürlich direkt erstmal an den Strand gegangen und hab den Wellen zugehört.

Mein eigentliches Ziel lag etwa 2,5 km entfernt am Küstenwanderweg: Der älteste Cache Irlands, der außerdem der älteste und somit erste Cache Europas ist! Europe’s First. Huiuiui 😀
Ich bin also in strahlendem Sonnenschein los gelaufen, an der Strandpromenade entlang, vorbei an einem Eisladen, der auch Waffeln und Crêpes verkauft hat (oh das hat so lecker gerochen!!) und konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Jacke anlassen oder ausziehen soll. Es war einfach nur schön.
Den Küstenweg entlang lagen noch ein paar andere Caches, die ich auch noch gefunden hab und dann konnte ich den allerersten Cache in Europa bestaunen. Wow, diese Kiste liegt da also schon seit fast 20 Jahren! Ok, nicht ganz… die ursprüngliche Kiste war ungefähr drei Jahre später weg und es wurde vor 15 Jahren eine neue Kiste gelegt. Trotzdem ziemlich cool!

Ich bin den Küstenweg noch ein Stückchen weiter gelaufen, aber da ich mein Ziel ja schon erreicht hatte und richtig Bock auf einen Nutella-Crêpe hatte, bin ich umgedreht. Auf dem Rückweg habe ich einen anderen Cacher an Europe’s First gesehen – ein beliebter Cache in der Ecke 😉

Zurück am Strand hab ich mir also einen unfassbar überteuerten Crêpe geholt. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir gegönnt hätte, wenn ich den Preis vorher gesehen hätte. Aber ich hatte schon bestellt und dann erst die Karte gesehen. 6,30 Euro wollten die von mir, für einen Nutella-Crêpe! Ich hoffte nur, dass das wenigstens der beste Crêpe der Welt ist, mit Goldflitter im Teig… pf… also es war halt ein Nutella-Crêpe. Keine 6,30 Wert, aber man gönnt sich ja sonst nix 😉
Danach hab ich mein Standard-Strandfoto gemacht und den Rest des Nachmittags im warmen Sand gelegen und mir die Sonne aufs Haupt scheinen lassen, bis die Sonne rumgewandert war und schon etwas tiefer stand und es mir zu frisch wurde. Dann bin ich nach Hause gefahren und hatte ein bisschen Angst, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt hatte. Aber war alles gut.

Abends war ich mit den Pub-Mädels wieder in „The Church“ und anschließend noch im Pub vom Vortag, bevor ich mich allmählich von Dublin verabschieden musste. Und das war nicht so leicht. Ich war wirklich richtig traurig, dass ich zurück musste, obwohl ich mich gleichzeitig natürlich auch auf zu Hause gefreut habe!

Mein Flug am Sonntag ging um 9 und ich wollte um halb 7 den Bus zum Flughafen nehmen.
Zum Abschied hat Dublin geheult wie ein Schlosshund 😀 Es hat geschüttet wie aus Eimern, und obwohl ich jetzt einen Fensterplatz hatte, konnte ich wieder nichts sehen, weil Dublin unter einer dicken fetten grauen Wolkendecke lag… schade 😦 Dafür empfing mich Deutschland mit strahlendem Sonnenschein und 26 Grad… ich war viel zu warm angezogen als wir in unser Stamm-Café zum späten Frühstück gefahren sind.

Montag und Dienstag hatte ich dann noch frei, das war auch ganz gut so. Ich war einfach so müde und kaputt, dass ich mich vom (Bildungs-)Urlaub erstmal erholen musste.
Und jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder arbeiten, bin voll im Trott angekommen aber träume mich immer mal wieder nach Dublin zurück, denn ich hab ja noch meine neuen Instagram-Freunde, die immer viel posten 🙂

Dublin, sei dir sicher, ich werde zurück kommen! Und ich will auch noch ganz viel von Irland sehen!

Ich & Dublin – 07.10.- 11.10.2019

Die erste Woche war also nun schon rum und ich hab mich in Dublin schon richtig heimisch gefühlt. Ich bin bei rot über die Straße gelaufen, wenn nix kam, ich hab meistens in die richtige Richtung geguckt, wenn ich die Straße überqueren wollte, ich bin auf dem Gehweg auf der „richtigen“ Seite ausgewichen und hab „Sorry“ gesagt, wenn ich andere fast angerempelt hab. Ganz wie die locals 🙂 Ich war auch schon eine richtige Dublinerin 😀 Die Leute da sind nämlich echt unglaublich freundlich. Jeder entschuldigt sich, auch wenn überhaupt nichts war. Aber wenn man sich auf der Straße ausweichen muss, hört man alle Augeblicke „I’m sorry!“. Und sie halten Türen auf. Ich mein, ich mach das ja auch wenn jemand unmittelbar hinter mir ist. Aber die machen das auch, wenn man noch echt weit weg ist. Die warten dann und halten die Tür auf und ich bin dann immer schneller geworden, weil ich nicht wollte, dass die da ewig auf mich warten müssen 😀

Und was mir zu Beginn der zweiten Woche noch aufgefallen ist: Ich war so richtig in der Sprache drin und ich war froh, dass ich noch eine Woche vor mir hatte und nicht schon nach Hause musste 🙂

In der zweiten Woche bekamen wir eine neue Teilnehmerin in den Kurs. Sie kam aus Österreich. Ich wusste nicht so richtig, ob ich das gut oder doof finden soll, weil einerseits dachte ich, dass sie vielleicht auch eine wäre, mit der man nachmittags was zusammen machen könnte. Andererseits dachte ich, dass ich ja gar kein deutsch sprechen wollte, in den zwei Wochen… Das hab ich dann auch gar nicht so viel, denn sie war gar nicht so häufig in der Schule 😉 Nur am Freitag haben wir den Nachmittag zusammen verbracht und im Nachhinein bin ich froh, dass es nur der Freitag war 😉

Dazu später mehr. Erstmal Montag: Nach der Schule bin ich zum „seat eating tree“ gegangen. Den hab ich natürlich nur gefunden, weil ein Cache so hieß 🙂 Den Cache, der nicht dort, aber eben ganz in der Nähe war, hab ich nicht gefunden, aber das war nicht so schlimm. Ich hab den Nachmittag in der Sonne auf der eingewachsenen Bank verbracht und hab meine Zeit vertrödelt. Mir taten vom Vortag immer noch die Füße weh und ich glaube, ein richtiger Wanderurlaub wäre doch nichts für mich. Ich würde ja gern mal so einen Fernwanderweg laufen, aber da läuft man ja mehrere Tage hintereinander so um die 10 km. Ich glaube das schaffe ich gar nicht!
Der Baum war gar nicht so weit von der Schule und der Unterkunft weg, aber ich bin wieder mit brennenden Füßen nach Hause gekommen!

Am Dienstag bin ich Souvenirs shoppen gegangen. Wobei Souvenirs jetzt übertrieben ist. Ich hab nämlich nur dem Namenlose was mitgebracht 😉 Ich hab dieses mal auch nicht mal Postkarten verschickt… Der Namenlose steht auf Whiskey und er hat viele in seinem Regal. Aber alles nur schottische. Also dachte ich, ich bringe ihm einen irischen Whiskey mit. Das ist zwar nicht so leicht, einen Whiskey zu kaufen, wenn man selbst keinen mag, aber ich hab mich halt mehr oder weniger im Laden beraten lassen. Wahrscheinlich hat der sich gedacht, was für ne dumme und ignorante blöde Touristin ich doch bin… aber egal, der sieht mich nie wieder 😉 Und der soll sich mal auch nicht so anstellen, schließlich hab ich was gekauft!
Im Nachhinein dachte ich nämlich noch wie blöd das doch war… ich hätts am Flughafen im duty free shop kaufen sollen… dann hätte ich die Flasche nämlich ins Handgepäck nehmen können… Nun ja. Nun hatte ich die Flasche aber gekauft.
Auf dem Rückweg bin ich in einen Laden, in dem man traditionelle Strickpullis und so kaufen konnte. Hach, die waren alle so schön! Alle mit unterschiedlichen keltischen Zopfmustern… aber wie schon gesagt, die Wolle war ziemlich teuer… Und ich hab ja auch noch Wolle zu Hause.

Am Mittwoch war wieder Pub Night. Und ich weiß gar nicht mehr, was ich am Nachmittag noch gemacht hatte… Mist, wenn man nicht gleich alles aufschreibt!
Auf jeden Fall war ich im Lidl einkaufen und war überrascht und hocherfreut, dass ich dort richtiges Brot bekommen hab! Also richtiges Brot. Sonst gibts da überall nur Toastbrot oder Brot, das irgendwie wie Kuchen schmeckt und auch so krümelig wie Kuchen ist. Das konnte ich nicht mehr sehen und hab mir dann einen Laib Mehrkornbrot gekauft. Also, es war zwar trotzdem anders, als deutsches Brot, aber um Welten besser, als dieses ätzende Toastbrot… 😀
So, abends war jedenfalls Pub Night und wir waren in einem anderen Pub als die Woche davor. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Gedenkstätte für politsche Gefangene auf der ganzen Welt vorbei gekommen. The Universal Links of Human Rights. Die Flamme in der Skulptur brennt ständig zu Ehren der Menschenrechte.
Der Pub heute war keine so gute Wahl. Keine Musik, etwas unterkühlt… also sind wir wieder in den Pub von letzter Woche gegangen. Mit so vielen Leuten und kurz vor Showbeginn (da war nämlich täglich Live-Musik), war das etwas ungünstig, wir haben nämlich keinen Platz mehr bekommen. Aber egaaaaal, ich fand es jedenfalls nicht schlimm zu stehen.
Die Musik war wieder toll und der Abend wurde länger als geplant. Und es wurden auch mehr Cider als geplant 😉

So bin ich dann Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, aber ich hatte Aspirin in meiner Reiseapotheke 😉 Die gabs zum Frühstück. Danach Kaffee und eine Scheibe Brot, dann Schule.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag nach der Schule nach Malahide zum Schloss und an den Strand fahren. Ich war nämlich in der ganzen Zeit jetzt noch nicht am Meer gewesen! Obwohl Dublin direkt am Meer liegt. Eine Schande! Aber irgendwie hab ich mich dann doch umentschieden. Um 4 erst nach Malahide loszufahren… Tja irgendwie war mir das zu spät.
Inzwischen hatte ich aber auch Marsh’s Library gefunden und ich hab mir überlegt, lieber dort hin zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung, auch wenn meine Beine mich unterwegs fast umgebracht haben!
Von der Schule zur Bibliothek, die direkt neben der St Paul’s Cathedral liegt, waren es 2,5km. Und die Bibliothek machte um 5 zu! Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht am Sonntag schon drin war, aber sonntags hat sie gar nicht auf.

Als ich um halb 5 dort ankam, waren nur zwei weitere Touristen dort und drei Angestellte. Eine hat mir einen Flyer in die Hand gedrückt, aber den musste ich dann gar nicht lesen, weil sie mir eigentlich alles über die Bibliothek erzählt hat. Marsh’s Library war 1707 die erste öffentliche Bibliothek in Irland und sie ist heute noch genau so, wie damals. Selbst die Bücher stehen alle am gleichen Platz, wo sie mal eingeordnet worden sind.
Man kann in den Büchern sogar lesen oder recherchieren, allerdings muss man dazu einen Termin machen und ankündigen, welche Bücher man braucht. Diese werden dann rausgesucht und zur Verfügung gestellt.
James Joyce hat in dieser Bibliothek studiert und auch Bram Stoker war einige Male dort. Als ich da war, war gerade eine Ausstellung der Bücher, die Bram Stoker sich damals ausgeliehen hat.
Man darf in der Bibliothek leider nicht fotografieren, nur im hinteren Bereich gibt es eine Abteilung, wo man Fotos machen darf. Die Regale sind hinter vergitterten Türen, mein Handy hat genau durch die Gitter durchgepasst 😉
Aber die Bibliothek hat einen Instagram-Account. Hier mal noch ein paar Impressionen:

Also wer auf alte Bücher steht, der sollte unbedingt in Marsh’s Library gehen und nicht in die Book of Kells Ausstellung. Die Bibliothek ist zwar bestimmt viel beeindruckender, aber dort schiebt man sich eben mit vielen vielen anderen Leuten durch.
In Marsh’s Library war ich quasi alleine, es war ganz leise, die Dielen haben geknarzt beim Laufen. Es hat nach alten Büchern gerochen, nach Papier, nach Druckerschwärze, nach Holz… Das hatte einfach Flair! Hat sich wirklich gelohnt dort hin zu gehen.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen und ich hab Schutz in einem Second Hand Laden gesucht und mir spontan eine Liebesschnulze von Cecelia Ahern auf Englisch gekauft 😉

Am Wochenende hatte ich übrigens neue Nachbarn bekommen. Ich hab mir ja mit drei Mitbewohnern die Küche geteilt. In der ersten Woche hatte ich ja den Schweizer ab und zu mal gesehen, die anderen beiden Damen waren aus Brasilien und haben nur portugiesisch miteinander gesprochen, auch wenn ich dabei war…
Jetzt hatte ich also neue Nachbarn und wie sich herausgestellt hatte, war eine davon eine von meinen neuen Instagram-Freundinnen. Sie war am Wochenende nämlich umgezogen in dieses Zimmer, weil ihr Mann nachgekommen war und im Zimmer nebenan gewohnt hat. Nicht, weil zu zweit wohnen verboten wäre, aber die Zimmer waren einfach viel zu klein, um zu zweit zu wohnen!
Die beiden sind am Freitag früh nach London geflogen und so haben wir am Donnerstag Abend zusammen gekocht und gegessen. Das war wirklich wirklich ein schöner Abend!

Nun war er also schon da, der letzte Schultag. Irgendwie waren es zwei lange und volle Wochen, aber trotzdem war der Freitag schneller da, als gedacht.
Im Unterricht haben wir eine kleine Exkursion gemacht. Zuerst waren im im Garden of Rememberance. Dieser gedenkt den Menschen, die im Kampf um Irlands Freiheit gestorben sind. Am Ende des kleinen Parks steht ein Brunnen mit einer Skulptur, die diesen Kampf darstellen soll. Und zwar ist die Skulptur angelehnt an die irische Mythologie der Kinder des Lir.
Lir war ein König und hatte drei Töchter. Als seine Frau starb, hat er neu geheiratet und die hat die Kinder aus Eifersucht in Schwäne verzaubert. Sie mussten 900 Jahre Schwäne bleiben, auf unterschiedlichen Gewässern in Irland, und konnten erst zurück verwandelt werden, wenn sie christliche Kirchenglocken läuten hörten. Am Ende wurden sie durch christliche Kirchenglocken eines Klosters in der Nähe des letzten Gewässers befreit und sie verwandelten sich zurück in nun 900 Jahre alte Frauen, die dann zufrieden sterben konnten.
Danach gingen wir noch in die Hugh Lane Kunstgalerie, die von Hugh Lane als erste öffentliche Kunstgalerie der Welt 1908 eröffnet wurde, die direkt gegenüber ist. Joa… Kunst halt 😉 Aber mit dem Zitat an der Wand konnte ich mich ganz gut identifizieren 😉
Freitags war ja nur Unterricht bis halb 2 und ich hatte mich mit der Österreicherin verabredet, am Nachmittag etwas zu unternehmen. Wir fuhren nach Malahide (na bloß gut war ich nicht Donnerstag schon da!), guckten uns das Schloss an und gingen dann dort zum Strand.
Tja, also dieser kleine Ausflug hat mich etwas genervt und ich habe tatsächlich enorme Vorzüge am allein reisen entdeckt 😉 bzw. auch mal wieder gemerkt, wie toll der Namenlose und ich zusammen passen. Die Österreicherin war etwas gehetzt, wollte überall schnell durch. Schnell zum Schloss, Foto machen, weiter. Schnell durch den Souvenir-Shop. Schnell zum Strand, Foto, weiter…
Ich hätte gern mehr Zeit am Schloss verbracht, wär gern noch ein bisschen durch den Park gelaufen, hätte vielleicht den ein oder anderen Cache gemacht. Hätte gern mehr Kleinigkeiten entdeckt… Da war zB. ein Schild „Fairy Trail“ und eigentlich hätte ich diesen Feenweg gern gesucht. Später in einem Vorgarten hab ich auch einen kleinen Feengarten gesehen, da waren Puppenmöbel aufgebaut und ein kleiner Springbrunnen, kleine Pflänzchen, sodass die Feen sich da also kurz ausruhen können 😉 Und der Feenweg war dann sicherlich auch sowas winziges im Beet. Na ja, aber Madame wollte schnell weiter, also hab ich nicht lange rumgesucht… Sie war schon etwas irritiert, als ich am Schloss noch über den Rasen zu zwei herbstlich roten Bäumen wollte… Und dass ich am Strand dann noch weiter laufen wollte und nicht bloß ein Foto schießen und weiter…
Also rein ausflugsmäßig haben wir so überhaupt nicht zusammen gepasst und deshalb war ich dann froh, dass wir uns nicht schon am Montag mega angefreundet hatten und ich nicht drum rum gekommen wäre, jeden Tag was mit ihr zu unternehmen.

Abends bin ich mit den Mädels vom letzten Freitag wieder unterwegs gewesen. Wir sind in einen Pub gegangen und haben was getrunken. Der Pub war super, es wurde Live-Musik gespielt (kein Irish Folk, aber trotzdem gut), ein paar Leute haben Billard gespielt und es war einfach mega voll, sodass es fast kuschelig an der Bar war. Aber so hatte ich Gelegenheit mich endlich mal so richtig mit Einheimischen zu unterhalten! Also so richtig richtig! Die anderen sind weiter gezogen in einen Club, da hatte ich sowieso keine Lust drauf, also bin ich geblieben, hab mich weiter super nett unterhalten (und unglaublich viele Komplimente für mein Englisch bekommen :D) und bin dann irgendwann zu einer humanen Zeit nach Hause gegangen. Ich wollte nicht zu lange bleiben und auch nicht eskalieren, weil ich für Samstag noch einen Ausflug geplant hatte und nicht zu spät los wollte.

Dublin by feet – 06.10.2019

Nachdem es am Samstagabend, als ich zurück kam, auch in Dublin ziemlich geschüttet hat, sah es Sonntag früh sehr schön draußen aus. Ich hab in Ruhe ausgeschlafen, hab dann in Ruhe gefrühstückt und bin gegen 10 Uhr losgelaufen. Heute stand Geocachen auf dem Plan. Und natürlich dabei Dublin entdecken.

Ihr erinnert euch an die Statue von James Joyce in der Nähe vom Spire? James Joyce ist einer der wichtigesn Autoren Irlands und hat unter anderem Ulysses geschrieben. Ich habs nicht gelesen, aber es ist angelehnt an die Irrfahrten des Odysseus und beschreibt die Irrfahrten von Leopold Bloom durch Dublin am 16. Juni 1904. Und auf Bloom’s Spuren war ich am Sonntag, denn der eine Geocache führte mich von der James Joyce Statue durchs Zentrum, über den Liffey durch die Grafton Street bis zum Park St. Stephen’s Green. An jeder Station musste ich eine Fliese im Boden finden, die einen Auszug aus Ulysses darstellt.
Es war soooo schönes Wetter, die Sonne hat geschienen und ich bin nicht nur stur den Cache abgewandert, sondern hab mir auch die kleinen Gässchen rund um die Grafton Street angeschaut. Ich hab süße kleine Geschäfte gefunden, in denen es Schnickschnack gab, alte Bücher, handgearbeiteten Holzschmuck und all solchen Kram. Und ich habe die hübsche Regenschirmdeko einer Bar gesehen, die abends bestimmt beleuchtet ist.
Im St. Stephen’s Green gab es dann auch noch zwei Caches, die ich mitgenommen habe. Aber ich habe auch in der Sonne gesessen und den Möwen zugeschaut, wie sie frech versucht haben, den Leuten ihr Essen zu klauen! Anschließend hab ich einen ziemlich coolen Cache gemacht. Man musste eine Zahlenkombination errätseln, diese auf einer Homepage eingeben und dann klingelte das Telefon einer öffentlichen Telefonzelle und hat die Koordinaten zum Ziel des Caches durchgesagt 😀 Allerdings war der von dort aus echt weit weg, da bin ich dann nicht hin gegangen.

Stattdessen bin ich weiter gezogen, vorbei an der St. Patrick’s Cathedral, weiter Richtung Guinness Brauerei. Dort war ich nicht drin, weil mich das jetzt nicht so brennend interessiert, aber ich hab dort zwei Caches gemacht.
Weiter gings Richtung Phoenix Parc. Das ist einer der größte innerstädtischen Parks Europas, wo ich gehofft hatte, die Hirsche zu sehen. Das hatte ich in der Insta-Story einer neuen Freundin gesehen und fand das soooooo süß 🙂 Ich bin also da noch einen Teil abgelaufen, aber leider haben sich mir die Hirsche nicht gezeigt 😦 Wahrscheinlich hätte ich noch weiter laufen müssen, aber mir taten inzwischen dermaßen die Füße weh, dass ich mich am liebsten irgendwo hingesetzt hätte und dort sitzen geblieben wäre.

Also hab ich mich in den Bus gesetzt und bin 10 Minuten zurück ins Zentrum gefahren. An der Umsteigehaltestelle wusste ich wenigstens wieder wo ich war, und weil ich mittags einen Kaffee getrunken hatte, hatte ich endlich einen Bon, der das Tagesdatum bestätigte, was nämlich die Voraussetzung war, um den Cache an der Ha’Penny-Bridge zu loggen 😀
So oft hatte ich die hübsche Brücke jetzt schon überquert und fotografiert, aber ich hatte keinen Beweis, dass ich an dem Tag da war 😉 Also bin ich nicht in den nächsten Bus Richtung Unterkunft eingestiegen, sondern hab endlich diesen Cache gemacht.
Früher musste man als Fußgänger eine Maut zahlen, um den Fluss über diese Brücke zu überqueren, deshalb heißt sie so.
Noch früher gab es nämlich mal einen Fährmann, der die Leute für einen halben Penny über den Liffey gebracht hat. Als die Boote irgendwann marode wurden, hat die Stadt ihn beauftragt, die Boote zu erneuern oder eine Brücke zu bauen. Der Fährmann hat sich für die Brücke entschieden, die sogenannte Liffey-Bridge, und durfte für die entgangenen Fährgebühren 100 Jahre lag Maut einstreichen, was schon damals über Drehkreuze an den Brückenenden geregelt wurde. Die Gebühr lag bei einem halben Penny (so viel, wie auch die Fährfahrt gekostet hätte) und deshalb heißt die Brücke im Volksmund Ha’Penny-Bridge und niemand benutzt den eigentlichen Namen Liffey-Bridge.

Mit brennenden Füßen bin ich aber auf dem Heimweg dann sogar noch in einen Stoffladen gegangen, weil ich mir eigentlich Stoff aus Dublin mitbringen wollte und mir ein „Dublin-Kleidungsstück“ zu nähen. Ich konnte mich aber nicht entscheiden und wollte noch mal in Ruhe drüber nachdenken und hab nichts gekauft. Ich hab mich letztlich dagegen entschieden, weil ich noch so viel Stoff zu Hause hab und hatte stattdessen überlegt, Wolle zu kaufen, um mir ein „Dublin-Stück“ zu stricken. Aber die Wolle war unglaublich teuer und ich hab schon so viele Schals und Mützen und für einen Pullover hätte ich so viele Knäule gebraucht… Ich hab es also letztlich bei den Ohrringen als Mitbringsel für mich belassen, die ich am Freitag schon gekauft hatte.

Zu Hause hab ich mir Nudeln gekocht (was für eine Person gar nicht so leicht ist ;)), hab die Füße hochgelegt und die Frage, ob ich mit ins Kino will, abgelehnt. Nach ungefähr 13km zu Fuß war ich fix und fertig und wollte nur noch schlafen!

Fifty shades of green – 05.10.2019

Am Samstag hatte ich mich zum Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wobei ich eher sagen müsste Cliffs of Nowhere… Also man muss mal sagen, wenn man in Dublin ist, lohnt sich ein Tagesausflug dorthin eigentlich nicht so richtig. Es sind 284 km, die man hin und zurück fahren muss. Das hat uns pro Strecke inklusive Pause 4 Stunden gekostet. Und wir sind erst um halb 9 losgefahren. Man hätte eher losfahren sollen, dann hätte man dort etwas mehr Zeit gehabt. Aber ob das viel genützt hätte?
Als wir nämlich gegen 13 Uhr dort ankamen, hat es geschüttet und man hat nichts gesehen. Null Komma nichts! Die Cliffs hingen in den Wolken oder im Nebel, was weiß ich. Tja… Ach ja und der Bus war kaputt 😉 Der hat auf den letzten Kilometern irgendwie den Geist aufgegeben, hat überhitzt und war am Ende nicht mehr zu gebrauchen.

Tja, also wir sind also um halb 9 bei Sonnenschein in Dublin losgefahren und je weiter westlich wir kamen, desto grauer und verregneter wurde es. Es kam mir nicht vor, als wäre es 11, als wir eine Pause gemacht haben, eher wie 7 Uhr morgens… hach… aber trotzdem bzw. gerade deshalb ist Irland wohl so grün. Grün in allen Abstufungen, von zartgrün über sattgrün bis ins gelblich-bräunliche grün. Alles dabei.
An den Cliffs of Nowhere angekommen, sind wir im Regen aus dem Bus ausgestiegen, ich hab mich in meine Regencape-Tüte gepackt, wo sogar der Rucksack mit drunter gepasst hat und ich war da echt froh drum, auch wenn die anderen mich zu Anfang deswegen belächelt haben. Aber ich glaube nach 5 Minuten haben alle gedacht, sie hätten sowas auch gern 😉 Es war nämlich zu windig für einen Schirm. Meine Oberschenkel sind zwar nass geworden, weil das Wasser ja von der Tüte runtergeflossen ist, aber zumindest war mein Oberkörper trocken und unter der Tüte auch warm. Sicherheitshalber hatte ich sogar trockene Socken und Schuhe dabei, aber die hab ich nicht gebraucht. Meine Schuhe haben durchgehalten, auch wenn ich keine Gummistiefel hatte, die hier tatsächlich gut angebracht gewesen wären! Aber ich hatte die Tage vorher zumindest mal Imprägnierspray gekauft und alles dick damit eingesprüht.

Dieser ganze Ausflug war irgendwie etwas unorganisiert, der Begleiter hatte nicht so richtig Bock da im Regen rumzulaufen… Der war eh komisch. Maulfaul, lustlos… Wieso war der überhaupt dabei? Und wie war jetzt der Tagesablauf? Gehen wir alle zusammen, verteilen wir uns, wann treffen wir uns wo wieder? Es gab keine richtige Info.
Wir sind dann doch mehr oder weniger gemeinsam den Weg an den Klippen entlang gelaufen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Man hat wirklich nichts gesehen. Man konnte bis zum Rand der Klippen schauen und das wars. Man konnte das Meer unten erahnen, weil man es leise rauschen hören hat… Und noch dazu hats geregnet. Ich hätt echt kotzen können!
Wütend bin ich weiter gestapft, es war mir dann auch egal, was der Rest der Gruppe macht, ich war ja eh alleine. Von meinen neuen Freunden war niemand mit bei dem Ausflug dabei. Aber das war schon ok, so konnte ich stehen bleiben wann ich wollte, so schnell gehen wie ich wollte und einfach meinen Stiefel durchziehen.

An einen Punkt am Cliff war eine größere Fläche, vermutlich ein super Aussichtspunkt… Und ich weiß nicht, was mich da gehalten hat. Vermutlich, weil die anderen noch nicht da waren und ich gedacht hab, ich warte vielleicht doch mal auf die. Also hab ich da gestanden und hab nichts gesehen. Zumindest hatte es aufgehört zu regnen.
Der Wind frischte auf und plötzlich konnte man zuschauen, wie die Wolken an den Cliffs hoch zogen. Und auf einmal klarte es auf. Na Gott sei Dank, hat sich das also doch gelohnt heute 😉

Da es inzwischen aber schon spät war und ich irgendwas von „Treffpunkt gegen 3“ gehört hatte, hab ich mich auf den Rückweg gemacht. Die Sonne kam raus und am Ende sah es aus, als hätte es an dem Tag nie schlechtes Wetter gegeben! Schade, dass für uns die Zeit schon fast um war.
Ich bin noch kurz in das Besucherzentrum gegangen, hatte aber nicht mehr genug Zeit, mir alles in Ruhe anzuschauen. Schade. Vor allem wäre es nicht schlecht gewesen, am Anfang dort hinein zu gehen, als es noch geregnet hatte.

Also wie gesagt, ein Tagesausflug dorthin lohnt sich meiner Meinung nach nicht, außer man hat mehr als 2-3 Stunden Zeit. Da aber das Wetter auch so unbeständig und schnell wechselhaft ist, sollte man dort in der Nähe ein paar Tage bleiben um den Zeitpunkt besser abzupassen. Zumindest in den Herbstmonaten. Im Sommer ist es vielleicht nicht so unbeständig. Aber selbst im Sommer kann man sich ruhig mehr Zeit nehmen, denn das Gelände an sich ist echt groß, man kann sehr ausgedehnte Wanderungen machen und einfach mehr sehen, wenn man sich die Zeit dafür nehmen kann. Und natürlich gibt es ringsrum bestimmt auch andere tolle Sachen zu entdecken und anzuschauen.

Da ich ja mit dem Namenlosen eh noch mal nach Irland will und dann gern so eine Rundreise machen möchte, wie wir das in Schottland gemacht haben, würde ich die Cliffs trotzdem noch mal besuchen. Vielleicht haben wir dann mehr Glück, aber zumindest haben wir mehr Zeit und können bis spät bleiben, denn ich glaube es sieht auch unglaublich schön aus, wenn die Sonne dort untergeht.

Dublin & ich – 01.- 04.10.2019

Am Dienstag bin ich nach der Schule erstmal zum Social Afternoon gegangen. Die Schule hat jeden Tag einen Programmpunkt angeboten, damit man mit den Leuten in Kontakt kommt und sich nicht langweilt. Dienstag war also Social Afternoon mit Spielen. Ich hab gedacht, ich schau einfach mal, vielleicht lernt man ja ein paar nette Leute kennen, denn das hatte sich bisher nicht ergeben. Von allen, die am Montag angefangen hatten, war ich allein in einen Kurs eingeteilt worden, die anderen waren teilweise zu zweit oder zu dritt. Noch dazu waren von den etwa 10 Neuanfängern 6 Brasilianer, ein Spanier und ein Chilene, die sich gleich zusammengerottet haben. Und in meinem Kurs selbst waren zwei, die nachmittags arbeiten mussten, vier, die erst 17 waren und einer, der über 50 war. Also… Spielenachmittag…
Beim Spielenachmittag war das dann aber auch nur eine Gruppe Brasilianer, die sich alle schon kannten und ich hab mich irgendwie nicht so dazugehörig gefühlt und hab da nicht so reingefunden…

Nach einer Runde Uno bin ich dann also wieder gegangen und auf eigene Faust durch Dublin gelaufen. Mein erstes Ziel waren diverse Schuhläden, weil ich Angst hatte, dass ich mit 3 Paar Schuhen, davon ein paar Sneakers, nicht trocken durch die zwei Wochen komme. Wenn es noch mal so regnen würde, wie am Montag, hätte ich irgendwie gern Gummistiefel… Außerdem hatte ich mich für Samstag für einen Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wer konnte schon voraussehen, wie das Wetter werden würde? Und ich wollte echt nicht noch mal bis an die Knie nass werden…
Das mit dem Wetter war eh so ein Ding. Den Wetterbericht konnte man knicken. Zumindest die 3-Tages-Vorschau oder länger. Man konnte morgens gucken, was angesagt war, das hat zumindest für die nächsten 6 Stunden gestimmt 😉

Ich bin also rumgelaufen, hab ein bisschen die Gegend erkundet, und bin ohne Gummistiefel nach Hause gegangen, als mir der Magen geknurrt hat.

Am Mittwoch gings mir nicht so gut. Ich hatte Kopfschmerzen, ich war totmüde und mir war schlecht. Aber am Mittwoch war Pub-Night und ich wollte die Chance nicht verstreichen lassen, doch noch Anschluss zu finden. Also bin ich nach der Schule nach Hause, hab mich ausgeruht und hab mich dann um halb 7 zusammengerissen und bin trotzdem zur Pub Night gegangen, obwohl es mir echt nicht sooo super ging.
Aber es war eine gute Entscheidung. Der Abend war nämlich trotzdem lustig, im Pub gabs Live-Musik und am Ende des Abends hatte ich drei neue Instagram-Freunde 😉

Nachdem ich am Donnerstag nach der Schule wieder erfolglos auf Gummistiefelsuche war (ich hatte die Auswahl zwischen pinken Punkten, pinkem Glitzer oder pinken Rosen) und es mir immer noch nicht so hunderprozentig gut ging, bin ich abends um 8 trotzdem noch mal schnell zum Spar an die Ecke und hab eine Flasche Cider geholt, denn zwei von meinen neuen Instagram-Freunden wohnten in dem gleichen Wohnheim wie ich und wir hatten uns zur Küchenparty verabredet. Endlich Anschluss 😉 Und so in der Art hatte ich mir auch das Leben dort vorgestellt, dass man zusammen isst, Fernsehen schaut oder einfach quatscht.
Wir waren eine Italienerin, eine Französin und eine Brasilianerin und ich hab ihnen Mau-Mau beigebracht, weil wir nur ein normales Kartenspiel hatte und das das einzige war, das ich noch zusammengekriegt hab 😀

Am Freitag war ja schon früher Schulschluss, sodass ich also viel mehr Zeit hatte, um Dublin zu erkunden. Mir ging es auch endlich besser und das Wetter war schön, sodass ich also losgestiefelt bin.
Zuerst am Liffey entlang Richtung Hafen. Dort stehen überall neue Gebäude, die neue Bürostadt sozusagen. In Dublin haben sich in den letzten Jahren immer mehr Firmen angesiedelt und in diesen Bezirken wurden also viele neue Bürogebäude errichtet.
Über die Samuel Beckett Brücke ging es auf der anderen Seite des Ufers zurück. Vorbei am Famine Monument, einem Denkmal an die Große Hungersnot in Irland, bei der über eine Million Menschen gestorben sind. Das war schon beklemmend…
Dann hab ich wieder den Liffey überquert und bin in die Grafton Street gegangen. Das ist so diiiiie Einkaufsstraße in Dublin schlechthin. Überall waren Straßenmusiker, überall gabs Souvenirshops aber auch ganz normale Geschäfte. Ich hab tatsächlich noch mal nach Gummistiefeln Ausschau gehalten, aber inzwischen hatten mir schon so viele Leute versichert, dass diese Regenmenge von Montag total untypisch wäre… Vielleicht hält das Wetter ja auch.
Weiter gings zum Trinity College. Ich hatte kurz überlegt, in die Book of Kells Ausstellung zu gehen, allerdings wäre ich da eher wegen der Bibliothek reingegangen, nicht wegen der illustrierten Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert 😉 Zwei Seiten davon kann man da nämlich besichtigen, jeden Tag wird umgeblättert, man kann also jeden Tag zwei andere Seiten sehen… Ja, ehrlich gesagt hat mich das nicht soooo brennend interessiert, ich wollte eigentlich nur diese alte Bibliothek sehen, die einfach aussah, wie aus Harry Potter 😉 In den Google Bewertungen hatte ich aber gelesen, dass man da durchgeschleust wird und noch 1000 andere Leute mit da sind, sodass es eigentlich kein wirkliches Flair hat. Und dafür wollte ich dann keine 14 Euro ausgeben. Abgesehen davon war es schon 30 Minuten vor Schließung und es standen trotzdem noch sehr viele Leute an.
Inzwischen hatte ich eine Verabredung mit den neuen Instagram-Freunden aus dem Apartment ausgemacht, sodass ich dann auch einfach wieder zurück gegangen bin. Auf dem Rückweg habe ich noch einen Schmuckladen gefunden (ich hatte auf der Grafton Street schon gesucht, aber das hat mir alles nicht so gefallen) und ich hab mir Ohrringe mit dem Trinity-Zeichen gekauft. Ich muss gestehen, die religiöse Bedeutung (Vater, Sohn, heiliger Geist) war mir gar nicht sooo bewusst, aber es gibt ja auch noch die keltische/spirituelle Bedeutung Körper, Geist und Seele oder Luft, Wasser und Erde und durch die Unendlichkeit dieses Knotens der Glaube in ein Leben nach dem Tod. Aber wie auch immer, ich finde diese keltischen Muster und Knoten einfach schön.

Abends waren wir dann in „The Church“ essen und das Ding heißt nicht umsonst The Church, es ist tatsächlich eine Kirche, die zu einem Restaurant umgebaut wurde. In Edinburgh gabs sowas ja auch. Ist scheinbar recht üblich da. Gibts sowas auch bei uns? Ich glaube nicht, oder?

Welcome to Dublin – 29./30.09.2019

Nachdem ich nach meiner letzten Prüfung gesoffen und am nächsten Tag einfach gar nichts gemacht hatte, war ich ein paar Tage bei meiner Schwester und bin anschließend von dort aus nach Dublin geflogen.
Ganz entgegen meiner Überlegungen bin ich also doch wieder alleine in den Urlaub gefahren. Wobei es kein so richtiger Urlaub war mit entspannen und so, sondern ich habe Bildungsurlaub gemacht.

Für alle, die das nicht kennen: Bildungsurlaub sind zusätzliche freie Tage, die der Arbeitgeber dem Angestellten für Bildungszwecke gewähren muss. Die gesetzliche Grundlage dazu regeln die Länder eigenständig. Außer Sachsen und Bayern haben alle Bundesländer Bildungsurlaubsgesetze. Die können jedoch unterschiedlich ausgestaltet sein.
Pro Jahr stehen einem Angestellten also 5 Tage Bildungsurlaub zu, und man kann maximal zwei Jahre zusammenfassen – also 10 Tage. Der Lehrgang muss der politischen, geschichtlichen, sozialen oder persönlichen beruflichen Bildung dienen und er muss vom Sozialministerium als Bildungsurlaub anerkannt ist. Dann muss der Arbeitgeber die Maßnahme genehmigen, außer es sprechen dringende betriebliche Maßnahmen dagegen.

Ok, also da der Löwenanteil meines Urlaubs dieses Jahr zum Lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf ging, hab ich mir also überlegt, Bildungsurlaub zu machen, um hinterher wenigstens ein bisschen sowas wie Urlaub zu machen. Deshalb sollte es eine Sprachreise ins Ausland sein und kein Lehrgang über die Aufarbeitung der NS-Zeit an der hiesigen VHS. Für Englisch hab ich mich dann entschieden, weil ich das schon kann, und ich gedacht hab, dass das entspannter wäre und somit der Urlaubscharakter mehr überwiegen würde. Und für Dublin hab ich mich entschieden, weil ich noch nie dort war und eh schon immer mal nach Irland wollte.
Als ich dann im Flieger saß, war ich mir da kurz nicht mehr so sicher. Ich bin mit Aer Lingus, einer irischen Fluglinie geflogen und somit waren die Durchsagen nur auf englisch. Und ich habe nichts von dem verstanden, was der Stewart durchgesagt hat. Gar nichts! 🤦🏼‍♀️

Ich bin also am Sonntagmittag in Dublin gelandet und habe leider nichts sehen können, weil ich (mal wieder 🙄) einen Gangplatz im Flieger hatte… Das war so schade, weil nämlich richtig schönes Wetter war und man also richtig schön was hätte sehen können.
Dann bin ich mit dem Airlink-Bus ins Zentrum gefahren und zu meiner Unterkunft gelaufen. Die Unterkunft war ein Wohnheim der Sprachschule und beides lag ziemlich zentral in Dublin. Überhaupt hatte ich das Gefühl, in Dublin ist alles zentral. Ich bin fast nur zu Fuß unterwegs gewesen, weil die Entfernungen alle nicht so groß waren. Ich bin gelaufen, gelaufen, gelaufen, gelaufen! So viel, wie im ganzen Jahr noch nicht, würde ich behaupten 😉

Mein Zimmer war ein kleiner, gefühlt 4 Quadrameter großer Hamsterkäfig, aber das war schon ok. Ich wollte ja da nur pennen. Immerhin war es sehr sauber. Die „fully equipped kitchen“ und gleichzeitig Aufenthaltsraum hab ich mir mit den anderen drei Bewohnern auf dem Flur geteilt. Aber die Küche war jetzt nicht so der Knaller… unter fully equipped stell ich mir dann doch was anderes vor. Es gab drei Töpfe, von denen nur einer einen Deckel hatte, es gab auch nur ein großes Messer um mal was zu schneiden. Aber ok, ich blieb ja nur zwei Wochen, da kocht man nicht groß. Ich zumindest nicht 😉 Und auch sonst war die Küche ein kleines bisschen ranzig. Der Spüllappen lag nass und zusammengeknautscht da rum und hat vor sich hin gestunken. Und Teller und Besteck habe ich vor dem Benutzen lieber noch mal gespült 😉

Ich bin dann also erstmal zum Lidl gelaufen und konnte da schon mal den ersten Blick auf den Spire of Dublin werfen. Dublin hielt super schönes Wetter für mich bereit!

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Dann hab ich ein paar Sachen eingekauft. Müsli, Joghurt, Nudeln usw. Immerhin musste ich mich selbst versorgen. Anschließend bin ich schon mal zur Sprachschule gelaufen, damit ich Montag früh dann bescheid wusste, wo ich lang muss. 😉
Zurück im Apartment hab ich einen der anderen Bewohner getroffen. Einen Schweizer, der aber nur Französisch konnte. Er hat nicht wirklich viel mit mir gesprochen, hat mir aber zumindest gezeigt, wie der Herd funktioniert. Immerhin. Ob in den anderen beiden Zimmern jemand wohnt, das wusste er gar nicht. Folglich war meine Frage, ob sie denn was zusammen machen, zB. kochen oder in den Pub gehen, überflüssig.
Er ist dann wieder in sein Zimmer verschwunden, ich hab mir irgendwas zu essen gemacht und bin an dem Tag doch verhältnismäßig früh ins Bett gegangen, denn der Tag war doch ziemlich anstrengend und aufregend und ich war einfach platt. Ein bisschen vereinsamt kam ich mir vor und ich hatte einen kurzen Heimwehanfall, aber verglichen mit meinem Heimweh, das ich auf Teneriffa hatte, war das gar nix!

Da sich ja in Dublin das Thema Bildung ein bisschen versucht hat in den Vordergrund zu drängen, hatte ich an den einzelnen Tagen gar nicht sooo viel Zeit, um viel zu machen. Ich hatte jeden Tag 5 Stunden Unterricht und ich habe natürlich auch jeden Tag eine Stunde Selbststudium gemacht 😉 In Hessen muss man nämlich für Bildungsurlaub 30 Zeitstunden pro Woche für die Bildungsmaßnahme nachweisen.

Die Schule ging morgens immer erst um 9 los, was einerseits toll war, weil ich eigentlich jeden Tag ein bisschen ausschlafen konnte und in Ruhe gefrühstückt hab, bevor es los ging. Allerdings war die Schule auch immer erst um 15:45 Uhr zu Ende, außer freitags, da schon um 13:30 Uhr. Somit blieben mir also für die Erkundungen immer nur ein paar Stunden am Tag, die ich aber so gut es ging genutzt habe.

Kurz zum Unterricht: Man wurde zu Beginn auf Grund eines Sprachtests in ein Unterrichtslevel eingeteilt und ich hatte den Eindruck, dass die anderen Schüler sich ein bisschen darüber definieren. Wenn man small talk in der Kantine hatte, war die zweite Frage (nach „Woher bist du?“) welches Level man hat. Und dann waren sie entweder beeindruckt oder haben es abgetan, dass Englisch für uns Deutsche ja so einfach zu lernen wäre… Ich weiß nicht, ob es für mich wirklich leichter war/ist, als für einen Brasilianer. Aber tatsächlich fiel und fällt mir Englisch leicht.
An der Schule, bzw. überhaupt in Dublin, waren unglaublich viele Brasilianer! Das hängt scheinbar mit dem Visum zusammen. In Irland können die nämlich auch arbeiten, daher sind so viele dort und nicht in den USA zum Englisch lernen.
Der Unterricht war immer ganz nett, ich hab sehr viel gesprochen, weil wir ständig Partnerübungen machen mussten und wir waren auch eine sehr kleine Gruppe. Vormittags in der ersten Woche waren wir 7, in der zweiten Woche dann nur noch 4 Leute. Nachmittags waren wir in der ersten Woche 5 und in der zweiten Woche 6 Leute.

So, jetzt aber zum eigentlichen Urlaub 🙂
Am Montag war nach der Schule Orientation-Tour. Eine kleine Stadtführung durch das Zentrum, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Leider hat es den ganzen Montag gegossen wie aus Eimern!
Erste Station war der Spire of Dublin. Den hatte ich ja nun am Vortag schon gesehen. Aber jetzt stand ich unmittelbar davor und konnte die tatsächliche Größe bewundern 😀 Er trägt auch den Spitznamen „Stiffy by the Liffey“. Liffey ist nämlich der Fluss durch Dublin und Stiffy… na ihr könnts euch denken 😉
Als unser Guide den Spitznamen erwähnt hat, fiel mir direkt ein, dass ich einen Geocache mit genau diesem Namen in gesehen hatte. Jetzt wusste ich also, was das bedeuten sollte und so konnte ich gleich unseren ersten Cache in Irland loggen 🙂
Tja, also der Stif… Der Spire, der auch „Stiletto in the ghetto“ genannt wird, ist einfach eine 120m hohe Edelstahlnadel, die einfach nur unglaublich viel Geld gekostet hat und einfach ein bisschen sinnlos ist 🤷🏼‍♀️ Eigentlich sollte sie zum Millennium fertig sein, hat sich aber um 3 Jahre verzögert. Hat unglaublich viel Geld verschlungen und hat genau null Funktion 😉 Zur Orientierung ist es vielleicht nicht verkehrt, allerdings sieht das Ding ja von allen Seiten gleich aus. Man kann also immer drauf zu laufen, aber wenn man sich nicht auskennt dann hilft „Wenn ich den Stiffy von hier sehe, dann die nächste Straße links“ nicht so viel 😉
Neben dem Stiffy steht eine Bronzestatue von James Joyce, dem Autor einiger wichtiger irischer Werke, unter anderem Ulysses. Merkt euch das, das wird am Sonntag relevant 😉
Nach dem Stiffy haben wir am General Post Office gestanden (immer noch im strömenden Regen) und haben ne kurze Geschichtsstunde zur Unabhängigkeit Irlands gehört. Aber ehrlich gesagt hab ich das alles wieder vergessen. Fakt ist, Irland ist erst seit etwa 100 Jahren unabhängig von England bzw. Großbritannien.
Vorbei am Trinity College und der Bank of Ireland, ging es weiter zu Molly Malone, die auch als „The Tart with the Cart“ oder als „Dish with the Fish“ bezeichnet wird (die Iren haben offenbar eine Vorliebe für Reime ;)). Molly war eine Fischhändlerin, aber ob es sie wirklich gab, ist nicht richtig nachgewiesen. Zumindest gibt es ein Volkslied, in dem sie besungen wird, und dass sie Muscheln verkauft hat, und das ist die inoffizielle Hymne von Irland. Als wir an der Statue gestanden haben, wurde uns der Refrain natürlich gleich beigebracht. Jaja, der Touristenkram eben 😉
Die ganze Tour, die vielleicht eine Stunde gedauert hat, fand wie gesagt im strömenden Regen statt. Nicht alle hatten einen Schirm dabei… (Halloooo? Wir sind in Irland!) Na ja, aber trotz Schirm war ich nass. Meine Schuhe waren durchnässt, meine Socken auch, meine Jeans waren fast bis an die Knie nass… Aber jetzt kam das eigentliche Highlight der Orientation-Tour: Ein Pub-Besuch. Die anderen hatten keinen Bock mehr, also bin ich mit dem Guide alleine in den Pub gegangen. Das ist offenbar der Stamm-Pub für die Sprachschule, denn die Neuen am nächsten Montag waren auch da und überhaupt ist das so ein (Touristen-)Show-Pub, denn die veranstalten da immer Tanz-Abende wo die Touristen dann ein paar Tanzsschritte lernen und auch auf der Bodhrán spielen können. Vermutlich trifft man dort sonst keinen Einheimischen 😉
Im Pub jedenfalls hab ich mir mein eigenes Guinness gezapft (jaja, nur ein Half Pint, aber ich hatte auch noch nix gegessen!) und hatte dann sogar auch die Gelegenheit auf der Bodhrán (eine irische Trommel) zu spielen und bin dann halbwegs getrocknet nach Hause gelaufen.
Inzwischen hatte es auch fast aufgehört zu regnen und dann konnte ich wenigstens noch mal von einigen Stationen Fotos machen.
Da hätten wir die Wall of Fame, das sind alles irische Musiker, dann bin an dem Pub schlechthin vorbei gelaufen: The Temple Bar in Temple Bar. Eine Schande, dass ich gar nicht drin war aber ich fahr ja mit dem Namenlosen noch mal hin 🙂

Ein ereignisreicher erster Tag. Zurück im Apartment hab ich erstmal alle Klamotten aufgehängt und gehofft, dass in dem winzigen Zimmer alles gut trocknet.

Stürmischer Abschied – 19.04.2019

Heute gings in die nordöstliche Ecke. Der Namenlose wollte uuuuuunbedingt nach Cala Millor an der blöden Faneteria von den Büchners vorbei schauen. Ich kam mir vor wie ein blöder Gaffer 😒 Aber ok. Kurz einen Blick geworfen… Irgendwie ist das schon komisch, wenn man Orte, die man nur aus dem Fernsehen kennt, plötzlich real sieht. Irgendwie sieht es genauso aus, aber irgendwie doch ganz anders.
In Cala Millor wars extrem windig am Freitag. Eigentlich schon richtig stürmisch. Die Wellen waren sehr hoch, der Strand war teilweise komplett bis zur Promenade mit Wasser überspült. Gischt spritzte rum, sodass meine Brille nach kürzester Zeit schon total von Salz überzogen war und die Lippen salzig geschmeckt haben. Ein Kite-Surfer fand aber die optimalen Bedingungen und flog ziemlich hoch durch die Luft.

Ich persönlich fand schon beim letzten Mal und jetzt auch dieses Mal Cala Millor nicht schön, daher fand ich den Ausflug dahin auch eher langweilig. Wir tranken in der Fußgängerzogen dann eine heiße Schokolade und fuhren Weiter nach Cala Ratjada. Eeeeeigentlich hätte ich da gern diesen einen speziellen Cache gemacht, für den wir ja grad erst ein paar Wochen vorher einen Testlauf bei uns zu Hause um die Ecke gemacht haben, aber der Namenlose hatte keine Lust. Der hätte auch etwas länger gedauert und es war auch in Cala Ratjada sehr stürmisch und kalt im Wind.
Also so richtig viel gesehen von Cala Ratjada haben wir nicht, wir sind da nur ein kleines Stückchen am Strand entlang spaziert, aber dann weiter gefahren nach Capdepera, weil wir Hunger bekommen hatten. Dort gab es aber nur schmale Straßen, keine freie Parkmöglichkeit und überhaupt war der Ort irgendwie total ausgestorben, also sind wir immer der Nase nach gefahren und landeten in Provensals, wo zufällig noch ein Cache lag und sich eine interessante Steinformation und wegen des stürmischen Wetters ein tolles Naturschauspiel bot!
Die Wellen klatschen gegen die Felsen und spritzten hoch in die Luft, das sah richtig toll aus.

Da wir nun aber immer noch Hunger hatten, aber sich dort am Arsch der Welt nichts fand, fuhren wir zurück in Richtung Hotel und beschlossen in Manacor noch mal zu suchen und wurden nicht enttäuscht. Mit Händen und Füßen, drei Wörtern Spanisch von uns und 3 Wörtern Englisch und Deutsch von der Bedienung, bekamen wir viel und lecker zu essen und waren am Ende satt und glücklich. Ich hatte Baguettes mit Ibericoschinken und der Namenlose hatte irgendwas fischiges. Wir haben dann den Kellner gefragt, was das für Fisch ist, er wusste es halt nicht auf Englisch, also hab ich ihm mein Handy zum googlen gegeben. Gato meinte er, aber da spuckte Google nur Katzenbilder aus 😀 Das war der Lacher des Tages. „What? Cat? Is it a cattail?“, fragte der Namenlose empört 😀 Der Kellner war kurz nervös, aber dann hat er gemerkt, dass er gegrinst hat und nicht wirklich geglaubt hat, dass das Katze war. Am Ende fand er auch ein passendes Bild bei Google und sokamen wir drauf, dass es Katzenwels oder sowas in die Richtung gewesen sein muss.

Zum Abschluss des Urlaubs gingen wir noch mal in den Bierkönig, wir ertranken uns noch ein T-Shirt (man braucht ja mal eins zum Wechseln ;)) und flogen am nächsten Tag wieder zurück nach Hause. Dieses mal nebeneinander und am Fenster 🙂 Bei mir aber dann leider mit beginnender Erkältung… ich hatte mich beim Namenlosen angesteckt. Der Hund hat sich auch gefreut, dass wir wieder da waren und ich hab dann über die restlichen Ostertage meine Erkältung auskuriert und frierend auf der Couch vor mir hin vegetiert, obwohl das Wetter ja so toll war. Tja, so ist das manchmal.

Unter dem Meer – 18.04.2019

Gesund wird man am besten, wenn man schläft. Also ließ ich den Namenlosen schlafen, bis er alleine wach wurde. Nach einem verhältnismäßig späten Frühstück sind wir dann zum Aquarium Palma gelaufen, das nicht weit von unserem Hotel weg war. Da es ihm nicht soo gut ging, haben wir mal was ohne viel Action gemacht.
Vor dem Aquarium stellten wir fest, dass es das Doppelpack-Ticket nur online gab. Zwei Erwachsene konnten so beim Eintritt 10% sparen. Die Schlange war eh unendlich lang, also kauften wir vor der Tür online das Doppelticket und konnten uns dann an der kurzen Online-Schlange anstellen. Ein Hoch auf das mobile Internet und die Abschaffung der Roaming-Gebühren 😉

Am Donnerstag war das Wetter nicht so berauschend. Es war bewölkt, windig und frisch, so dass viele Leute die gleiche Idee hatten wie wir… Oh man… Was ist denn da bloß im Sommer erst los?! Es war voll und laut, man schob sich von einem Aquarienfenster zum nächsten… Und es waren nicht die Kinder, die genervt haben! Sondern da waren einige Erwachsene, die scheinbar keine gute Kinderstube genossen haben. Da gabs welche, die sich echt schonungslos nach vorne gedrängt haben, dann ihr riesiges Tablet hochgehalten haben und minutenlang gefilmt haben, wie die kleinen bunten Fische da rumschwimmen…
Neben den vielen kleinen Becken mit Fischen aus den verschiedensten Regionen der Erde gab es noch eine „Jungle-Area“, mit einem angelegten Wasserfall, Schildkröten und Bananenpflanzen in ziemlich feuchtwarmer Umgebung. Beim Rausgehen standen zwei Mitarbeiter mit einem bunten Papagei, mit dem man sich fotografieren lassen konnte. Natürlich nicht mit der eigenen Kamera.
Am Ausgang konnte man die Bilder dann käuflich erwerben. Genauso wie die Fotos, die direkt am Eingang vor einer bunten Pappwand mit aufgemalten Korallen geschossen wurde.

Um halb 2 sollten die Haie im großen Becken gefüttert werden und natüüüüürlich strömte Himmel und Menschen dort hin um zuzusehen. Man kam kaum noch durch. Das Haibecken ist das tiefste Becken in Europa erstreckte sich über zwei Etagen in dem Gebäude. Wir liefen also erstmal an der Menschentraube vorbei, da hätten wir ja eh nichts mehr gesehen und gingen nach unten, wo Sitzkissen auf dem Boden vor dem Becken lagen und man dort sehr gemütlich das Treiben im Becken beobachten konnte. Wir konnten zwar die Fütterung von dort nicht sehen, aber das war jetzt auch nicht so schlimm.
Wir saßen da sehr gemütlich auf den Kissen direkt vor der Scheibe. Das blaue Licht war beruhigend, immer mal wieder schwommen Haie, Rochen und andere Fische an uns vorbei und eigentlich war das der perfekte Platz um zu beobachten. Und zack! war bestimmt ne Stunde vorbei.

Am Ausgang wird man noch durch einen Souvenir-Shop geführt, wo man alles mögliche kaufen konnte. Schmuck, Plüschtiere… So eine Plüsch-Muräne ist doch super 😀 In dem Shop wurden wir auf die „Mallorca-Perlen“ aufmerksam. Wir hatten die Tage vorher auch schon neben der Autobahn Werbung für die Perlen gesehen und ich dachte bloß, dass ich noch nie von Mallorca-Perlen gehört hab. Ihr??
Google erklärte uns dann, dass das künstlich hergestellte Perlen sind, die nicht mal aus Perlmutt bestehen. Interessant… ist uns nicht aufgefallen, als wir das letzte mal dort waren.

Abends waren wir wieder im Bierkönig, denn wir hatten gesehen, dass Tim Toupet auftreten sollte. Also hat sich der Namenlose mit Medikamenten gedopet und wir sind hin. Wo wir doch schon Mickie Krause verpasst hatten!! 😉 Wir hatten ja gelernt und waren pünktlich da und ich hatte noch tagelang einen Ohrwurm von… ah ja… also… wenn man nüchtern und im seriösen Alltag drüber nachdenkt, ist es schon ein bisschen assi 😉 Aber im Bierkönig war es lustig 😉
Wir sind dann auch mal auf die Idee gekommen zu fragen, ob man für 1 Liter Sangria auch ein T-Shirt bekommt, weil ich schon gern eins haben wollte 😀 hätten wir ja schon mal eher fragen können, aber wir dachten halt, das gilt nur bei Longdrinks, so wie es auf allen Schildern stand. Aber es galt eben auch für Sangria und so konnte ich mir doch ein T-Shirt holen, das ich auch gleich ganz stolz angezogen hab 😀

Mandarinen pflücken – 17.04.2019

Für heute war auch gar nicht so viel geplant. Dem Namenlosen ging es nicht so richtig gut, der hatte sich scheinbar irgendwo eine Erkältung eingefangen. Vermutlich im Flieger, es war nämlich wirklich richtig kalt auf dem Hinflug. Oder als wir in Canyamel am Strand einen Kaffee getrunken haben, da war es nämlich auch ganz schön windig und frisch im Schatten und er hatte keine Jacke an… Tztztz…

Wie auch immer. Wir fuhren einfach mal drauf los. Auf der Liste standen Caches an einer Bucht, an einer ehemalige Schule und an einer ehemaligen Ferienanlage.
Los gings Richtung Bucht in Cala Pi. Weil der Namenlose wieder ohne Navi fahren wollte, sind wir erstmal durch El Arenal gefahren. Eieiei… Hat mich ein bisschen an Los Christianos auf Teneriffa erinnert. Enge Straßen, hohe Häuser, unten Geschäfte oder Cafés oben Balkons. Irgendwann kamen wir raus aus dem Ort und es ging weiter. Immer mal wieder sind wir in einen der kleinen Küstenorte abgebogen um zu gucken. Überall wird da gebaut und wahrscheinlich werden das auch alles mal Ferienfinkas oder Hotelanlagen.

In Puigderrós haben wir uns auf einem noch unbebauten Grundstück an die Steilküste gesetzt und die warme Sonne genossen bevor wir dann weiter gefahren sind nach Cala Pi, wo ein Cache versprach, dass wir dort einen der schönsten Ankerplätze auf ganz Mallorca finden sollen. Und es sah auch wirklich ganz hübsch aus da. Wir ließen uns ein bisschen im Sand nieder und hörten zu, wie das Wasser sacht ans Ufer plätscherte. Wir beobachteten Leute, wie sie versucht haben möglichst perfekte Fotos zu machen. Aus den unmöglichsten Winkeln und in den unentspanntestens Posen. Wir haben ihnen mal einen Instagram-Account unterstellt, der noch ein paar Likes braucht 😉 Ach schlimm unsere Lästereien… Ich will ja schließlich auch schöne Fotos und keine schiefen und unscharfen Schnappschüsse 😉
Weiter gings danach Richtung Campos zu einer ehemaligen Schule, die später in ein Restaurant umgebaut wurde, aber jetzt leer steht. Apropos Restaurant, wir bekamen Hunger! Da wir schon mal in der Nähe waren, fuhren wir nach Ses Salines, wo wir vor drei Jahren schon mal gut gegessen hatten. Und was soll ich sagen?! Da standen Orangenbäume an den Straßen!!
Zuerst wollten wir dort in das gleiche Restaurant wie vor drei Jahren, dann haben wir aber überlegt, dass wir doch auch mal was neues probieren könnten und setzten uns in eine andere kleine Tapas Bar. Da aber niemand kam, um zu fragen, was wir essen wollen (wir waren uns auch nicht sicher, ob das überhaupt offen war. Drinnen war niemand zu sehen) sind wir dann doch wieder in das Restaurant von vor drei Jahren gegangen.
Dem Namenlosen gings dann richtig kacke und so sind wir anschließend wieder zurück zum Hotel gefahren, nicht ohne vorher zwei Früchte vom Baum zu pflücken. Es waren zwar keine Orangen, sondern Mandarinen, aber die waren sooooooowas von sauer… kein Wunder, dass die da einfach so rumstanden und nicht abgeerntet waren. 😀
Statt das saure Vitamin C zu essen ist der Namenlose dann lieber in die Apotheke gegangen, weil ich in meiner Reiseapotheke mal wieder alles hatte, außer das, was er brauchte bzw. wollte: Ibu oder Aspirin Complex. Tja… so ist es doch immer. Den restlichen Tag habe ich lesend, der Namenlose schlafend, verbracht. War auch mal ganz schön und das Buch war ohnehin sehr spannend.

Touristenfrust – 16.04.2019

Ein etwas verkorkster Tag war das…
Zuerst wollten wir zu den Quellen Ses Fonts Ufanes in Campanet. Was uns aber nicht bewusst war, war der Fakt, dass es sich nicht um „normale“ Quellen handelt, sondern um intermittierende Quellen, aus denen nur Wasser sprudelt, wenn es viel geregnet hat. Wir haben also nur das trockene Flussbett vorgefunden.
Dann sind wir auf einer ganz schmalen Straße weiter gefahren Richtung Pollença. Vorbei an vielen Finkas und Landgütern. Da fragt man sich doch immer, wieso man da wohnt… Oder ob man da überhaupt wohnt oder ob das nur an Urlauber vermietet wird. Man hat halt völlig seine Ruhe, aber es ist echt richtig am Arsch der Welt. Wenn man da mal einen Notarzt braucht… puh…

In Pollença war dann gleich mal wieder richtig viel los. Menschenansammlungen… alle wollten zur Carrer del Calvari, einer Treppe, die hoch zu einer Calvari-Kirche führt. Es sind 365 Stufen, für jeden Tag eine. Man soll beim Hochgehen das vergangene Jahr reflektieren und beim Runtergehen Ziele fürs neue Jahr setzen.
Ziemlich schlecht getimed waren wir genau zur Mittagszeit da und ausgerechnet der Dienstag war der wärmste Tag der Woche. Nicht, dass das bei 23 Grad viel ausgemacht hätte, aber in Pollença ging kein Lüftchen und es zeigte sich kaum ein Wölkchen am Himmel.
Wir sind also zwischen den anderen 4893 Touristen in der Sonne die Treppe hochgedappelt. Bis Stufe 100. Dann sind wir wieder umgekehrt 😉 Weg von der Plaça dels Seglars, wo die Treppe und somit das touristische Zentrum mit all den Schnickschnack-Läden beginnt, waren wir dann im Schatten der Gässchen auf der Suche nach was zu futtern. So richtig fanden wir nichts, also tranken wir bloß einen café con leche und fuhren nach Port de Sóller, um dort etwas zu essen.

Bei Kitchen Impossible war der Mälzer mal in Port de Sóller zum kochen und der Namenlose fand, dass das lecker aussah und wollte da essen.
Dort angekommen stellten wir aber fest, dass dieses Restaurant erst abends auf machte. Toll… hätten wir bloß vorher gegooglet. Also spazierten wir nur eine Runde durch den Ort, hatten aber auch hier keine Lust auf die überfüllten Restaurants. Hungrig fuhren wir nach Sóller, das war nicht so touristisch, aber leider gab es in der Bar, die wir uns ausgesucht hatten, nichts zu essen, weil die Bedienung an dem Tag alleine war. Neeeeeeeein!!!

Im Supermarkt um die Ecke holten wir uns ein Frust-Eis, verdrückten noch ein plattgedrücktes Schokobrötchen aus dem Rucksack und fuhren zurück nach Hause und warteten darauf, dass das Abendessen losging.

So ein Theater! – 15.04.2019

Der Montag war zweigeteilt. Am Vormittag fuhren wir nach Santa Maria del Camí. Eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, hier am Sonntag hinzufahren, denn sonntags findet dort ein Markt statt.
Wir haben darüber zufällig vor ein paar Wochen einen Bericht gesehen und der Markt wurde als traditionell und schön beschrieben. Mit frischen Oliven, Wurst und und und. Und überall an den Ständen dürfte man probieren.
Warum wir trotzdem montags in das Städtchen gefahren sind? Weil sonntags der Stoffladen geschlossen hat 🤷🏼‍♀️😁

Als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab zu nähen, hab ich diverse Nähseiten und Nähblogs durchstöbert und eine hat vom mallorquinischen Zungenstoff berichtet. Da hab ich noch gedacht, wie schade, dass ich noch nicht vorher schon genäht habe, sonst hätte ich mir im Jahr davor Stoff als Mitbringsel kaufen können.
Dieses Jahr bot sich also die Chance!
Vorab hatte ich Geschäfte gegoogelt, in denen man die bekommt und mich wegen der Preise fast auf den A…llerwertesten gesetzt… Aber die sind wirklich aufwendig herzustellen und es ist alles Handarbeit.
In dem Laden in Santa Maria del Camí wo wir jetzt waren, konnte man sich die alten Webstühle anschauen, auf denen die Stoffe gewebt werden. Die sind um die 100 Jahre alt und tun noch fleißig, aber sehr laut ihren Dienst. Was die Stoffe aber so teuer macht, ist nicht das Weben, das ist schnell gemacht. Es ist das Färben vorher und das Auslegen auf dem Webstuhl. Das ist natürlich ein Firmengeheimnis, das haben sie nicht gezeigt.
Fakt ist, dass die Fäden in unterschiedlichen Abständen eingefärbt werden und diese Färbung ergibt dann nachher beim spannen auf dem Webstuhl das Muster. Echt abgefahren! Also, nicht die fertige Stoffbahn wird bedruckt, sondern das Muster steht schon vor dem Weben fest!
Der Laden wo wir waren hatte nur kleine Webstühle, sodass es auch nur 70cm breiten Stoff zu kaufen gab. In den anderen Geschäften (ich glaube eins war in Pollença, das andere weiß ich nicht mehr), hatten sie die „Standardbreite“ 1,5m im Angebot. Aber so viel brauchte ich ja gar nicht.
Nach ein wenig rumstöbern und fasziniertem zuschauen, hielt ich also meine Tüte mit Stoff für eine Tasche in der Hand 😊

Weiter gings nach Norden Richtung Alcúdia. Als wir vor drei Jahren dort entlang gekommen sind, haben wir von der Straße aus ein riesiges Gebäude gesehen, das durch die Grafittis außen und das verwilderte Gelände von uns direkt als Lost Place identifiziert war. Auch damals wusste ich schon, dass dort ein Cache ist, aber irgendwie hatte ich den nicht eingeplant. Ziemlich blöd von mir 😄 Denn dieses Gebäude war richtig cool!
Das ehemalige Revue-Theater Es Fogueró Palace in Alcúdia wurde 1989 eröffnet und 1992 wieder geschlossen, weil es sich nicht gelohnt hat. Zur damaligen Zeit gab es nicht genügend Besucher, der Tourismus war in dieser Ecke von Mallorca scheinbar noch nicht so ausgeprägt… Das mag man heute kaum glauben 😉 Also wurde der Laden dicht gemacht und verfällt seit dem leider. Die Leute haben alles, was nicht niet- und nagelfest ist geklaut und entfernt, sodass dort tatsächlich nur noch der Rohbau steht. Aber was für einer!
Unten in den Kellerräumen war offenbar mal eine Küche und auch Garderobe für die Schauspieler. Vom Keller aus kam man nämlich auch auf und hinter die Bühne.
Für den Cache haben wir im gesamten Gebäude, auf den Tribünen und der Terrasse nach versteckten Zeichen gesucht, um die Finalkoordinaten für die eigentliche Dose zu ermitteln, was uns am Ende auch gelungen ist.

Hungrig fuhren wir nach Alcúdia aber da gab’s nix zu essen für uns. Der Strand war unglaublich weiß und schön, aber es war super windig und bereits vor Ostern total voll. Also fuhren wir nach Sa Puebla, einem „Wohndorf“ und suchten uns da eine Tapas Bar.
Ich hatte dieses Mal leider total daneben gegriffen, denn ich wusste nicht, dass die für den „mallorquinischen Eintopf“ Innereien verwenden. Also hab ich nur die Kartoffeln und Paprika rausgepickt und die Niere dem Namenlosen überlassen 🤢 ich habs mich dann abends am Buffet satt gegessen.

Weil es immer noch einigermaßen früh am Nachmittag war, sind wir noch ein bisschen durchs „Hinterland“ gefahren und haben die schöne Landschaft genossen. Wir waren auch immer noch auf der Suche nach einem Orangenbaum, aber alle waren nur hinter Zäunen und ich bin natürlich nicht aufs Grundstück gegangen, um eine zu pflücken.

Abends wollten wir es doch noch mal im Megapark versuchen. Dieses Mal war keine große Schlange davor und wir sind direkt rein gegangen. Es war laut und voll da drin, es waren massenhaft Tische aufgereiht, an denen massenhaft Leute standen mit 1-Liter-Biergläsern und Ballermannstrohhälmen… Ich war etwas erschlagen von den Eindrücken und bin erstmal reingelaufen, um mich zu orientieren. Ich war außerdem auf der Suche nach der Bar und vor allem einer Karte mit der Getränkeauswahl und den Preisen. Der Namenlose kam gar nicht hinterher, weil ein Typ ihn am Arm gepackt hatte und an einen Tisch dirigieren wollte. Aber das wollten wir gar nicht, bzw. wir wollten den Tisch selbst aussuchen und überhaupt einfach erstmal gucken. Ich hatte gar nicht kapiert, was der Namenlose mit dem Typen da zu schaffen hatte, er hat es mir erst draußen erzählt. Wir sind nämlich nach zwei Minuten wieder raus, weil der Typ so aufdringlich wurde und ihn an den Tisch zerren wollte und gesagt hat, dass wir gehen sollen, wenn wir nichts trinken wollen.
Total unverschämt. Wir hätten ja was getrunken, aber wir lassen uns doch nicht so rumschubsen! Vor allem wissen wir gar nicht, was das für einer war. Erst dachte ich, ein Türsteher, aber im Nachhinein denke ich, es war ein Kellner, der da auf Provisonsbasis arbeitet. Deshalb wollte der uns an diese bestimmten Tisch zerren und am Tisch besteht Konsumpflicht.

Also haben wir den Abend wieder im Bierkönig ausklingen lassen. Da gibt es nämlich auch Kellner, die dich beim reinkommen schon fragen, was man trinken will, weil die scheinbar ne Provision dafür bekommen, aber die lassen einen in Ruhe, wenn man sagt, dass man es noch nicht weiß.

Militärzone – 14.04.2019

Carpe diem! Ja, das machen wir, und so war es erst kurz nach 8, als ich schon lesend auf dem Balkon gesessen hab, dick eingemummelt, weil es recht frisch war, und gewartet hab, dass der Namenlose wach wird.

Wir sind heute wieder Richtung Santa Ponça gefahren. Von El Toro kommt man zu einer ehemaligen Militärzone auf diesem Landzipfel, die als Naherholungsgebiet genutzt wird und dort sind noch Bunkeranlagen vorhanden. Dort liegt gleich eine ganze Cache-Serie und zwei davon wollten wir uns anschauen.
Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Trekking-Hosen, Taschenlampen, Wasser, Sonnencreme und ein paar Keksen, sind wir losgelaufen. Auf dem Schotterweg waren wir ganz froh, dass wir so festes Schuhwerk hatten.
Zuerst suchten wir den Zugang zu der Bunkeranlage. Ich hatte ein paar wenige Fotos vorher gesehen und war mir nicht sicher, ob ich da runterklettern möchte. Nicht die Dunkelheit hat mich nervös gemacht, sondern die Angst, dass da Spinnen sein könnten 😉
Als wir oben am Schacht standen, hörten wir unten schon Leute da drin. Das Runterklettern erwies sich mit den Wanderschuhen als eher schwierig, denn man hatte durch die dicke Sohle nicht so viel Gefühl. Aber es ging schon. Ich war zwar am zittern, weil mir plötzlich eine nicht gekannte Höhenangst bewusst wurde, aber ich kam heile unten an. Ich hoffte nur, dass wir da nicht wieder hoch mussten 😉 Der Zugangsschacht war doch relativ schmal, und zur Höhenangst kam auch eine leichte Beklemmung deswegen, aber unten im Tunnel wars dann ziemlich geräumig. Der Tunnel war recht hoch und breit. Und ein Luftzug wehte auch, also alles gut 🙂

Der Cache-Beschreibung folgend kletterten wir dann allerdings durch eine Gittertür in einen schmalen Stollengang. Da war dann doch gleich wieder ein leichtes Beklemmungsgefühl da. Aber wir fanden den Cache und gingen zurück. Dann stromerten wir durch die gesamte Tunnelanlage. Früher wurden da offenbar Granaten gelagert. Es gab Aufzugsvorrichtungen, an denen man die wieder zur Oberfläche befördern konnte. In anderen Räumen standen früher wohl mal Generatoren oder so. Es roch teilweise nach Öl. Ansonsten war da unten außer Grafitti nichts zur finden.
Nachdem wir alle Gänge abgelaufen waren, fanden wir einen bequemen Ausgang mit Treppe.
Wir zogen weiter auf dem Gelände und schauten uns noch einige Ruinen an, die da rumstanden. Alles Gebäude aus der Zeit des Militärs. Wir suchten den zweiten Cache, fanden auch den Zugang, der uns auch wieder in den Tunnel führte, aber den zweiten Cache haben wir nicht gefunden. Also sind wir wieder raus. Inzwischen hatten wir nämlich auch Hunger bekommen.

Wir fuhren nach Santa Ponça und suchten etwas zu Essen, aber dort standen nur Villen. Scheint auch eine eher noble Gegend zu sein. Sogar die Villa Colani haben wir zufällig entdeckt. (Goodbye Deutschland-Gucker kennen den Fürst von Sayn-Wittgenstein 😉)
Wir fuhren weiter, Richtung Strand und fanden auf der Suche nach einem Parkplatz auch ein Restaurant nach unserem Geschmack. Und wir wurden wieder nicht enttäuscht. Es war sehr lecker und günstig. Keine Touristenpreise, wie direkt an der Strandpromenade.

Dort haben wir aber trotzdem einen Kaffee getrunken bevor wir weiter gefahren sind nach Peguera, wo wir einen kurzen Blick auf Krümels Stadl und das Schwarzwald-Café geworfen haben 😄 kurz den medialen Voyeurismus befriedigen 😉

An diesem Abend waren wir mal nicht im Bierkönig, sondern sind in die andere Richtung gegangen, denn da gab’s ein Pub. Da haben wir einen Abend der Schottland-Tradition mit Bier und Cider gefröhnt 😊