Powernapping in der Mittagspause

Montag, 18. Mai 2020
Tag 40 im Home Office

Eine kurze Woche steht bevor, weil ich mir den Brückentag am Freitag freigenommen habe. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich so ein langes Wochenende ja mal nutzen könnte, um meine Neffen zu besuchen, oder mit dem Namenlosen mal einen kurzen Trip zu machen. Tja… ist wohl alles nix. Wobei ich ja jetzt zu meinen Neffen fahren könnte… Aber das ist wohl jetzt etwas kurzfristig.
Na ja, dann komm ich wenigstens nicht in die Versuchung, mein Sportprogramm auszusetzen.

Am Samstag war ein Pausentag und ich hatte befürchtet, dass ich kaum kriechen könnte, aber es war eigentlich ok. Hat ein bisschen hier und da gezogen, aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Aber müde bin ich. Scheißmüde. Auch gerade hab ich ein richtiges Tief und würde mich am liebsten hinlegen… Am besten ich mach jetzt Mittagspause und döse mal 20 Minuten.

Ein kleines Futter-Update gibt es auch und wieder der Hinweis auf die Sammlung meiner Lieblingsrezepte und Standard-Mahlzeiten.
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
– Strammer Max
Würstchengulasch
Ofenhähnchen
– Schlemmerfilet
– Hähnchen mit Linsensalat mit roter Bete

Love yourself

Freitag, 15. Mai 2020
Tag 39 im Home Office

Mal wieder was zum Thema Selbstliebe. Damit hab ichs ja nicht so, obwohl ich mir Mühe gebe und auch bereits Fortschritte erzielt habe. Es ist fast ein Jahr her, dass ich beschlossen habe, nichts mehr auf die Meinung anderer zu geben. Aber dieses Gefühl, das sich damals in mir breit gemacht hat, ist auch mit der Zeit wieder schwächer geworden. Dazu kam eine Unzufriedenheit mit meiner körperlichen Verfassung.
Ich habe zugenommen. Ich bin selbst bei zwei Stockwerken völlig außer Atem. Ich schaffe 25 Hampelmänner, und dann kollabiere ich fast. Mein Zustand ist definitiv nicht gesund und ich gefalle mir so auch nicht. Aber wie soll ich mich akzeptieren und sogar lieben, wenn ich mir nicht gefalle? Ich muss also was ändern.

Ich muss.

Das war wohl bisher so der Knackpunkt. Ich wusste immer, dass ich was ändern muss, aber ehrlich gesagt war ich zu faul dazu. Ich hatte keine Lust auf Sport. Immer hatte ich eine Ausrede. Zwei, drei mal hab ich mir ein Aerobic-Video rausgesucht und das gemacht und war nach 20 Minuten derartig am Arsch und am pumpen, dass erst recht keine Lust hatte, weiter zu machen.
Ich hatte auch keine Lust weniger zu essen. Wobei man sagen muss, dass es nicht an der Menge liegt, sondern an den Zutaten. Aber wenn ich Sahne an meine Soße machen will, dann will ich da Sahne dran machen. Und wenn ich Bock auf einen Döner habe, dann will ich einen essen. Ich will auch mal ein Stück Kuchen oder ein Eis essen. Fakt ist: Ich will mich nicht kasteien. Deshalb hab ich die Zuckerverzicht-Sache auch nach drei Tagen wieder aufgegeben.
Als ich gestern einkaufen war, hab ich nämlich mal auf die Zutatenlisten geachtet. In so gut wie jedem Lebensmittel ist Zucker drin. In jeder Wurst ist Zucker drin. Was soll ich denn dann noch essen? Ich will nicht nur Käse essen, der ist nämlich ohne Zucker. Und ich will auch nicht nur Obst und Gemüse essen. Es gibt auch so viel, was ich nicht mag und irgendwie bleibt da gefühlt nichts mehr übrig.
Also, wenn da jetzt 2g Zucker auf 100g in dieser Wurst sind… ja, drauf geschissen!

Außerdem hilft mir die Ernährung nicht, die Treppe ohne zu kollabieren hoch zu laufen.
Also bleibt wieder nur die alte Leier: Sport. Ich muss Sport machen. Und irgendwie will ich es jetzt auch mal. Ich hab auf Youtube so eine 4 Wochen Sommer-Body Challenge gefunden und ich will das jetzt mal durchziehen. Ich muss nicht, aber ich will.
Drei Tage hab ich schon geschafft und ich habe Muskelkater ohne Ende und zwar überall. Ich laufe wie gehbehindert die Treppe runter, ich kann mich nur unter ächzen auf die Couch setzen, wobei das eher ein fallen lassen als ein setzen ist und die letzten beiden Nächte bin ich wach geworden, weil ich beim Umdrehen meinen Muskelkater gespürt habe. So unfit bin ich und so wenig Muskeln habe ich, dass mich 15 Squats und Sit-ups so fertig machen!
Ich schaffe es nicht immer, alle Übungen durchzuhalten und ich musste bisher immer die einfache Variante einer Übung machen, weil ich es körperlich einfach nicht anders geschafft habe, aber ich will das jetzt mal die 4 Wochen durchziehen. Deshalb erzähle ich auch davon. Das baut mehr Druck auf 😉 (Ja ich komme mir blöd wegen der superkurzen Zuckerverzichts-Sache vor. Noch blöder komme ich mir vor, wenn ich das Sport-Ding jetzt nicht durchziehe!) Ich hab sogar Vorher-Fotos gemacht, die ich dann doch etwas erschreckend fand und deshalb hier nicht zeige 😉
Ich werde berichten. Tag 1, 2 und 3 von 28 sind geschafft. Morgen ist Pause und Sonntag geht es weiter. Drückt mir die Daumen!

Ich liebe es…

Donnerstag, 14. Mai 2020
Tag 38 im Home Office

…wenn ein Plan funktioniert! Ich habe ein Schlupfloch gefunden 😀
Ich hab bestimmt schon mal vom „Firmen-Skype“ erzählt?! Das ist unser firmeninternes Chat-Programm, mit dem wir telefonieren und Web-Meetings machen. Die Software dazu ist jetzt neu und man kann den Status nicht mehr ändern. Nach 10 Minuten Inaktivität schaltet der automatisch auf „Seit 10 Minuten inaktiv“ um. Ich kann nicht mehr selbst den Status eingeben. Bei der alten Software hab ich zB. „Mittagspause“ eingegeben, wenn ich Mittag gemacht hab. Dann wusste jeder, ich bin grad nicht da. Das geht jetzt nicht mehr. Erst nach 5 oder 10 Minuten kann der andere sehen, dass ich inaktiv bin. Das finde ich zum einen blöd und zum anderen finde ich das auch irgendwie Stasi-mäßig, wenn das dann im 5-Minutentakt hochzählt. Seit 15 Minuten inaktiv. Seit 55 Minuten inaktiv.

Super nervig. Ich war schon früher bei ICQ immer nur inkognito unterwegs, weil ich eigentlich überhaupt nicht wollte, dass jemand sieht, ob ich online bin oder nicht. Aus dem gleichen Grund hab ich auch die blauen Haken und den „zuletzt online-Zeitstempel“ bei Whatsapp ausgeschaltet. Ist mir zu viel „Überwachung“. Wenn ich jetzt also während der Arbeitszeit mal 10 Minuten am Handy rumdaddel oder so, dann fällt das gleich auf. Manchmal gibt es aber eben auch so Tage, da häng ich dann auch mal länger am Handy, weil dann einfach nichts zu tun ist, oder wenn ich auf Rückmeldung warten muss oder so… Ich fühle mich dadurch jedenfalls überwacht.
Also hab ich gegooglet und ein Skript gefunden, mit dem jede Minute eine Mausbewegung simuliert wird, solange es ausgeführt wird. 😉 Das funktioniert und somit ist mein Status dauerhaft aktiv 😁

10 Jahre

Mittwoch, 13. Mai 2020
Tag 37 im Home Office

Heute vor 10 Jahren ist meine Katze gestorben. Es war Himmelfahrt und ich hab ausgeschlafen. Irgendwann spät wurde ich wach und bin als erstes ins Bad gegangen. Dort lag meine Katze auf dem Duschvorleger. Ich dachte, sie würde schlafen und wollte nicht, dass sie sich erschreckt, wenn ich über sie drüber steige, um aufs Klo zu gehen. Also hab ich sie leise angesprochen und ihr vorsichtig über den Kopf gestreichelt. Normalerweise hat sie sich dann sofort geregt, aber dieses Mal nicht. Ich dachte erst, so tief kann sie doch nicht schlafen, also hab ich lauter gesprochen, aber irgendwie wusste ich gleich, dass sie nicht schläft. Ich wurde leicht panisch, ich hab sie angestupst, fast geschüttelt, und ihren Namen gerufen. Ich hab mich erinnert, dass ich irgendwann früher am Morgen wach wurde, weil ich Geräusche gehört hatte. Ich dachte im Halbschlaf, die Katze hustet oder hat gekotzt und hab mich umgedreht und weiter geschlafen. Mir wurde in dem Moment bewusst, dass ich ihre letzten Atemzüge gehört hatte. Ich hatte Angst, dass sie erstickt war, ich hatte Angst, dass sie, keine Ahnung, eine Tüte gefressen hat (warum auch immer sie das hätte tun sollen und woher auch immer sie die hätte haben sollen), also hab ich in ihr Maul geguckt, ob da was drin steckt. Jeden Moment hab ich damit gerechnet, dass ich eine von ihr gewischt kriege, weil ich es wage in ihr Maul zu gucken… Aber sie hat nicht mehr reagiert… Man, das war ein richtig schlimmer Scheißtag…

Pläne sind dazu da…

Dienstag, 12. Mai 2020
Tag 36 im Home Office

…um über den Haufen geworfen zu werden.
Eigentlich wollte ich heute einkaufen. Jetzt hock ich aber immer noch vor dem PC. Na dann geh ich morgen. Für heute ist noch was zu essen da, also kein Problem.

Für die Geschäftsführung müssen wir momentan Auswertungen zum Zahlverhalten der kunden machen. Die wollen daraus Risiken ableiten jetzt in der Corona-Krise. Es gibt sicher bei einigen Kunden früher oder später Zahlungsschwierigkeiten.
Jetzt sollen wir also jeden Tag melden, wie hoch die Zahlungseingänge waren und wie der Stand der offenen Posten, gerastert nach Fälligkeit ist.
Aussagekraft hat das ganze meiner Meinung nach nicht. Natürlich sind die Zahlen morgen anders als heute. Aber nur weil im Raster 1-30 Tage Fälligkeit die Zahlen sinken, heißt das nicht, dass das auch alles bezahlt ist.
Vielleicht sind sie in der Fälligkeit einfach ins Raster 30-60 Tage gerutscht. Ja, müsste man ja sehen, weil das dann ansteigt. Ok, aber wenn aus dem Raster 30-60 Forderungen bezahlt wurden? Dann bleibt das auf einem Niveau. Oder von da sind Forderungen nach >60 gerutscht…
Es könnte auch einfach sein, dass Gutschriften überfällig geworden sind. Wenn Kunden schlecht zahlen, halten wir Gutschriften manchmal zurück. Es könnte auch sein, dass sich nachträglich Zahlungen geklärt haben und die offenen Posten ausgeglichen wurden.
Es gibt einfach zu viele Faktoren, die dort reinspielen.

Und vor hin kam dann eine Mail, weil unsere Zahlen angeblich nicht stimmen und jetzt hab ich da ne Stunde rumgemacht, weil ich natürlich wieder mal als erstes dachte, wir hätten was falsch gemacht.
Weil wir gestern nur super wenig Zahlungseingang hatten, gab es einen Hinweis, dass das Forderungsmanagement aufpassen soll. Totaler Schwachsinn, das kann doch ein einmaliger Ausreißer gewesen sein! Wenn wir jetzt tagelang kaum Geld kriegen, dann kann man mal beim Forderungsmanagement anklopfen.
Jedenfalls ist in dem Zuge aufgefallen, dass unsere Auswertung und deren Auswertung nicht übereinstimmen, weil wir eine unterschiedliche Basis betrachten. Wir betrachten sämtliche Forderungen. Das Forderungsmanagement natürlich nur die einbringlichen… Tja, es wäre gut gewesen, wenn wir alle die gleiche Basis betrachten bzw. wenn man uns gesagt hätte, welche wir nehmen sollen. Aber dass wir diese Auswertung machen sollen war auch so übers Knie gebrochen. Wir brauchen die offenen Posten. Sortiert nach Fälligkeit. In Raster eingeteilt… Corona ist da, uiuiui, wir müssen das Zahlverhalten monitoren. Bei uns wird alles gemonitort…
Zumindest scheint durch die verschiedenen Betrachtungsgrundlagen das ganze noch weniger Aussagekraft zu haben.

Ich hab jetzt mal ausführlich dargelegt, was wir eigentlich genau auswerten. Jetzt ist Neu-Chefin (jetzt übrigens doch endlich mal offiziell) am Zug und soll mal klären, welche Basis wir verwenden sollen und ich mach Feierabend.

Keschu’s got talent

Montag, 11. Mai 2020
Tag 35 im Home Office

Ähm ja… Nachdem ich mir den blöden Haken für Entwicklungsmöglichkeiten in meinem Mitarbeitergespräch „erkämpft“ habe, gab es heute einen Info-Call zu weiteren Schritten.
Nur mit dem Haken ist man nicht automatisch in einem Talent-Pool. Wär ja wohl zu einfach. Nein, man muss sich darum bewerben. Toll… Man muss ein Bewerbungsformular ausfüllen und ein Interview machen und dann werden maximal 25 Leute in den Talent-Pool aufgenommen. Dann gibt es eine Veranstaltung, wo Workshops und Trainings stattfinden und wo man dann netzwerken kann (darauf freu ich mich ja schon am meisten *hust*) und dann arbeitet man 9 Monate lang an einem Projekt, das dann in ca. einem Jahr präsentiert wird und wo man noch mal die Chance zum Netzwerken hat.
In dem Info-Call heute waren 21 Leute, es gibt nächste Woche noch einen zweiten. Da schau ich auch noch mal rein, damit ich weiß, wie groß die Konkurrenz überhaupt ist 😉 Bis dahin überleg ich mir schon mal, welches Bullshit-Bingo sie am ehesten in dem Bewerbungsformular sehen wollen…

Mein Wochenende war wieder etwas faul… Mein Stoffpaket kam Samstag noch an, ich hab die Stoffe gewaschen und gebügelt und zwei neue Masken genäht. Der Stoff ist viel besser! Ich muss sie mal länger als 5 Minuten tragen, aber beim atmen hat sich der Stoff zumindest nicht ans Gesicht gesaugt!
Im Garten haben wir natürlich nichts gemacht, wir faulen Schweine! Aber zumindest waren wir mit dem Hund draußen. Die wird langsam echt alt… so eine Runde ums Feld macht sie inzwischen schon etwas fertig 😉 Es war aber auch super warm am Sonntag.

Und dann noch ein Futter-Update:
Neben Resten, weil ich zu viel gekocht hatte, gabs letzte Woche folgendes zu essen:
– Fleisch und grüner Salat
– Käse-Lauch-Suppe
– Nudelsalat und Fleisch
– Schweinefilet mit Rahmgemüse und Kartoffelrösti

Und weil ich echt speckig geworden bin, hab ich mir vor ein paar Tagen mal wieder eine Kalorienzähl-App runter geladen. Ich stelle wieder fest, dass ich eigentlich gar nicht zu viel esse. Aber ein bisschen das falsche, zu fettig… Und natürlich fehlt mir die Bewegung.
Ich will jetzt die nächsten Wochen wirklich mal versuchen auf zugesetzten Zucker zu verzichten. Obst und Gemüse gibts natürlich trotzdem, aber ich schau mir mal die Zutaten auf Verpackungen an und Süßigkeiten gibts dann jetzt erstmal auch nicht mehr. Das hat nämlich in den letzten Wochen auch zugenommen. Vielleicht geht meine Neurodermitis dann auch mal richtig weg. Sie ist jetzt schon lange nicht mehr so schlimm, und ich hab immer längere Ruhephasen, aber die Stellen flammen doch immer mal wieder auf. Vielleicht bringt der Zuckerverzicht was, ich versuche es mal. Und dann muss ich mich mal irgendwie zum Sport aufraffen… es gibt ja genug Kanäle auf Youtube, die Workouts anbieten, man muss ja also nicht mal was dafür bezahlen. Denn ein Fitnessstudio wäre bei mir wohl wieder bloß rausgeschmissenes Geld…

Who let the dogs out?

Freitag, 8. Mai 2020
Tag 34 im Home Office

Gestern wurde doch noch ein wenig spektakulär – leider. Hundipups hat sich beim Gassi gehen verletzt und wir mussten abends um 8 noch mal zum Tierarzt. Dieser Mann ist auch echt zu gut für diese Welt. Die Alternative wäre gewesen, in die Tierklinik zu fahren. Aber das ist uns erspart geblieben. Dort hätten wir bestimmt, wie in der Notaufnahme, erstmal ewig warten müssen. Aber wir konnten um 8 kurz zum Tierarzt hinfahren, er hat die abgeknickte Daumenkralle gezogen und dann waren wir nach 3 Minuten fertig.
Und weil wir grad da waren hat er sich auch das Humpelproblem vom Humpelhund angeschaut. In letzter Zeit war es besser geworden. Sie hat nicht mehr nach jedem Aufstehen gehumpelt und wenn, dann auch nicht mehr so doll. Man hat es eigentlich fast gar nicht mehr gesehen, daher dachte ich, es wäre besser geworden. Hundi hatte leider verstopfte Analdrüsen, die leider auch schon angefangen haben sich zu entzünden. Nicht so appetitlich 😉 Der Tierarzt meinte, es könnte davon sein. Nächste Woche müssen wir noch mal hin, dann drückt er sie noch mal aus und dann sehen wir weiter. Wenn es nicht davon kam, dann kann es langsam wohl auch einfach altersbedingt sein. Ich bin gespannt.

Der Abend war für den Hund gestern natürlich gelaufen. Sie wollte auch nicht mehr bei uns liegen, sondern hat sich relativ schnell ins Arbeitszimmer verzogen, wo sie immer schläft. Normalerweise geht sie dann irgendwann nachts oder früh morgens wieder zurück in ihr Körbchen im Wohnzimmer. Heute früh lag sie immer noch im Arbeitszimmer und ist erst nach Aufforderung aufgestanden.
Das war dann wohl hoffentlich genug Aufregung für die nächsten Monate!

Heute ist es bisher ansonsten so unspektakulär wie gestern. Laut Ankündigung sollte mein Stoffpaket heute kommen, dann hätte ich noch ein paar Masken nähen können. Ist ja nicht so, dass ich im Moment täglich eine bräuchte, aber ich will welche zum Wechseln haben. Und vor allem will ich schöne Masken haben 😉
Aber DHL war heute nicht in der Lage das Paket zuzustellen. Gründe: kein Zugang zum Gebäude, kein Schild an der Klingel oder Empfänger verzogen. Pf… stimmt alles nicht. Außerdem war ja vorgestern grad einer da und hat das Burgerfreundepaket zugestellt! Joa… danke dann…
Also nix mit nähen, dann können wir ja, je nach Wetter, mal einen Garteneinsatz machen… Wir müssen da dringend mal das ein oder andere Unkraut entfernen. Ich hasse Gartenarbeit…

Games people play

Mittwoch, 6. Mai 2020
Tag 32 im Home Office

Es gibt einen neuen „Kettenbrief“ im Social Media. Jetzt gehts ums trinken. Man filmt sich dabei, wie man erst etwas „Hartes“ zur „Desinfektion“ trinkt, danach ein Bier und zum Abschluss noch einen Schnaps. Und dann schickt man dieses Video an 5 Freunde, mit denen man mal wieder gern zusammen trinken möchte und nominiert sie damit, ebenfalls so ein Video zu machen. Und wenn man es nicht macht, schuldet man demjenigen einen Kasten Bier.

Oh man… so ein Blödsinn. Das ist ja so auch kein „zusammen trinken“, wenn man es allein vor der Kamera macht. Und überhaupt, ich möchte doch nicht zwei Schnäpse und ein Bier exen. Denn darauf läuft es hinaus, wie lang soll denn sonst das Video werden?? Ich kann auch kein Bier exen, dann krieg ich Schluckauf und außerdem möchte ich es genießen.
Jetzt bin ich also der Spielverderber, der bei sowas wieder nicht mitmacht. Na ja, dann ist es halt so. Wäre nicht das erste mal. Kettenbriefe werden eigentlich immer von mir unterbrochen.
Ich fand es als Kind schon blöd. „Schicke diesen Brief an 10 Freunde…“ so viele hatte ich gar nicht. Und außerdem war ich immer eine der letzten, die so einen Brief bekommen hat und dann waren ja auch keine 10 mehr übrig, die diesen Brief noch nicht hatten. Ein zweites Mal wollte keiner diesen Brief.
Na ja und heute… Ehrlich gesagt würden mir da jetzt auch keine 5 Freunde einfallen, denen ich diesen Video-Kettenbrief schicken würde 😉
Höchstens die Burgerfreunde.

Von denen haben wir gestern ein Care-Paket bekommen, damit wir sie nicht vergessen. Wie könnten wir denn?!? 😀 In dem Paket war für alle was dabei: Leckerli fürs Hundi, Pechkekse, Gummibärchen-Hamburger und verschiedene Süßigkeiten für uns, ein Mini-Vodak und Energy, Konfettibomben (die wir auf jeden Fall mit zu denen nach Hause nehmen, wenn wir mal wieder hin dürfen!!!!) und das „Beste“: Groschenromane 😀 für den Namenlosen ein Wild-West-Roman mit Cowboys und für mich natürlich eine Liebesschnulze, die tausendmal schlimmer ist als Rosamunde Pilcher und Nicholas Sparks zusammen 😀
Also wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde mehr 😉 Für mich waren in dem Paket noch schreckliche Labels mit Einhörnern und Regenbogen drauf und „handmade with love“ und so, die man sich an seine Klamotten nähen kann… Frau Burger bekommt also von mir noch eine Maske, wo sämtliche dieser Labels darauf genäht werden. Sie hat es nicht anders gewollt 😀
Irgendwas werden wir uns für die beiden noch überlegen 😉

Itsy bitsy spider

Dienstag, 5. Mai 2020
Tag 31 im Home Office

Woher kommen eigentlich Spinnen im Haus?? Wenn jetzt im Badezimmer, in der Badewanne eine Spinne sitzt, dann frage ich mich, wo die herkam.
Im Schlafzimmer ist Fliegengitter dran. Da kann sie eigentlich nicht her sein. Im Arbeitszimmer ist das Fenster eigentlich nie auf. Vielleicht mal zwei Minuten, aber das reicht nicht, um reinzukommen. Außerdem scanne ich den Fensterrahmen immer ab, wenn das Fenster auf ist, um eben zu vermeiden, dass so ein Vieh rein kommt! Das Fenster wäre schneller als Lichtgeschwindigkeit wieder zu!!
Also muss sie ja durchs Wohnzimmerfenster kommen. Also durch die Balkontür. Wenn der Namenlose rauchen geht, ist die Tür auf. Dann könnte die rein.
Das bedeutet aber auch, dass das Vieh durch die halbe Wohnung läuft, ohne bemerkt zu werden. Wieso sieht man sie nicht laufen? Läuft die nur nachts? Und wo war die denn noch überall? War sie auch im Schlafzimmer? Hat sie nachts oben in der Ecke gesessen und runtergeschaut? Ist sie auch schon übers Bett gekrochen? Wie ekelhaft diese Vorstellung ist!!
Und wieso geht sie dann ins Bad?
Oder kommt sie durch die Lüftung? Geht das? Wir haben im Bad so einen Lüfter. Wenn es draußen windig ist, klappert das Ding manchmal. Hat das also einen Ausgang nach draußen? Ich dachte, das wäre einfach nur ein… keine Ahnung wie das funktioniert! Gehen die Dinger nach draußen? Aber wie denn? 10 Meter durch die Decke oder wie? Dann kommt sie vielleicht auch von dort rein… Und dann krabbelt sie in die Badewanne um dort leider einen unschönen Tod durch Haarspray zu finden.

Es tut mir leid, Spinne. Aber du hättest einfach nicht in meine Wohnung kommen sollen!

Good day sunshine

Montag, 4. Mai 2020
Tag 30 im Home Office

Ich habe am Donnerstag ganz vergessen, das Futter der letzten Wochen aufzulisten, als Inspiration für alle Corona-Köche da draußen 😉 Und wer die gesammelten Werke noch mal sehen will, kann auch in meiner neuen Rezeptliste schauen. So hab ich nämlich auch alles auf einen Blick, wenn ich im Supermarkt stehe und nicht weiß, was ich kaufen soll. Das kommt jetzt zwar eigentlich nicht mehr vor, weil ich ja jetzt immer einen Plan mache, aber vielleicht muss ich ja mal kurzfristig umdisponieren.
Es gab folgendes:
Möhrenpfanne mit Bratwurst
Ofensüßkartoffeln mit Ziegenkäsequark (für den Namenlosen noch ein Rumpsteak dazu)
– Ofenschafskäse mit Gemüse und Hähnchenbrust
– Rumpsteak und Salat
– Spaghetti Bolognese (schon wieder)
– Kartoffelsalat (nicht selbst gemacht) und Würstchen
– Thai-Curry vom Thai-Imbiss und
– Döner

Heute haben wir noch Reste und morgen mach ich dann einen neuen Essensplan und gehe wieder einkaufen. Durch Döner und Thai holen war ich letzte Woche sogar 3x draußen 😉 abgesehen vom Gassigehen.

Dem Nähen hab ich am Wochenende auch wieder vermehrt gefröhnt. Ich habe nämlich noch eine halbfertige Tasche aus meinen Näh-Anfangszeiten gefunden. Die hab ich aufgetrennt. Es waren zwei Stoffe, einer mit Dreiecken und einer mit Sreifen. Aus dem Streifenstoff hab ich eine runde Maske genäht und mein innerer Streifenmonk ist vor Freude im (gleichseitigen) Dreieck gesprungen, weil alle Streifen in der Mitte perfekt aufeinander getroffen sind 😀 Aus dem restlichen Stoff habe ich Topflappen genäht. Erst gepatchworkt und dann gequiltet. Damit ist auch der Gedanke an eine Quilt-Decke gestorben, denn das ist mir viel zu aufwändig 😉 Aber ich glaube ein paar Topflappen mach ich trotzdem noch und verschenke sie mal wieder in der Familie 😀

Ich bin ziemlich gut drauf seit ein paar Tagen und ich hoffe, das hält sich noch eine Weile. Auch die Arbeit lief bisher heute sehr gut. Es ist wieder der 1. im neuen Monat und es ist wieder superviel zu tun. Aber bisher lief alles fehlerfrei, sodass mir Fehlersuch- und Korrekturaufwand erspart geblieben ist. Mal schauen, was der restliche Tag noch so bringt. Sonnenschein wohl eher nicht, aber das trübt meine Stimmung heute gar nicht!

Rain in May

Donnerstag, 30. April 2020
Tag 29 im Home Office

Es ist ja noch nicht Mai, aber fast. Und den ganzen Tag regnet es schon immer mal. Aber das ist eher kein soft warm spray… 😉 Ich hoffe ihr habt jetzt auch einen Ohrwurm, ich werde den nämlich schon seit Stunden nicht los.

Ich warte gerade mal wieder. Darauf, dass ich eine Rückmeldung bekomme. Vorher kann ich nicht weiter machen. Die anderen Sachen hab ich schon erledigt, um die Zeit zu überbrücken. Jetzt mampfe ich M&M’s. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich letzte Woche eine Packung gekauft habe, und sie dem Namenlosen vorenthalten habe, weil ich sie alleine essen wollte. Ich hab auch die ganze Woche die kleine Schale hier versteckt, damit er sie nicht zufällig sieht. Man bin ich gemein…

Mit dem Masken-Nähen bin ich vorerst auch durch. Ich hab 7 oder 8 Stück genäht. Eine Bluse muss noch gesäumt werden. Als nächstes sind noch 2 Blusen, 3 T-Shirts, eine letzte Tasche und eigentlich eine Jacke geplant. Die Jacke lass ich wohl erstmal, wenns jetzt warm wird, zieh ich sie ja nicht an.
Dann kriege ich auf Youtube immer mehr Videos zum Thema Patchwork und Quilts angezeigt… Ich hätt schon mal wieder Bock drauf, eine Patchworkdecke zu nähen. Es steht nur in näherer Zukunft kein Baby im Umfeld an 😀 und für uns mach ich sowas nicht. Das Ding müsste dann ja riesig werden. Aber jetzt hab ich überlegt, ob ich mal neue Kissenbezüge für die Kissen auf der Couch mache. Ich versuche mich gerade zu erinnern, seit wann unsere Wand petrol ist. Die Kissen sind nämlich grün und passen so gar nicht… Vorher war die Wand grau, da war das ok 😉 Tja, also vielleicht mach ich das mal.

Take me where the sun is shining

Mittwoch, 29. April 2020
Tag 28 im Home Office

Gestern Abend haben wir eine Doku über Schottland gesehen… hach, da verfalle ich wieder ins Träumen, vom Urlaub dort, vom Auswandern dorthin… hach ja 🙂 Es fällt mir schwer, mich in Geduld zu üben… Ich wüsste so gern, wann das alles vorbei ist, wann man wieder in den Urlaub fahren kann. Können wir im Oktober nach London?? Wann wird man das wissen? Da ist sie wieder, die Ungewissheit…

Gestern war ich das erste mal mit Maske einkaufen… Es war erst komisch, aber das ging schnell vorbei, weil man ja jetzt muss. Letzte Woche wäre ich mir vielleicht länger komisch vorgekommen. Zu Anfang war es nervig, weil ich es nicht hinbekommen hab, die Maske so anzuziehen, dass mir nicht ständig die Brille beschlägt. Obwohl ich eine mit Nasenbügel habe. Als ich es dann hatte, ging es eigentlich. Aber zum Ende hin (und ich war höchstes eine dreiviertel Stunde in dem Laden) hatte ich das Gefühl, dass die Maske undurchlässiger wurde. Das Atmen fiel mir schwerer, ich hatte das Bedürfnis tiefer einzuatmen, was dazu führte, dass die Maske sich an mein Gesicht gesaugt hat, was auch etwas nervig war. Ich weiß nicht, ob das einfach nur Kopfsache war oder ob die warme, feuchte Atemluft die Durchlässigkeit des Stoffs wirklich beeinträchtigt hat… Ich hoffe zumindest, dass mein Stoffpaket bald kommt, denn der Hemdenstoff ist vielleicht auch einfach zu dicht gewebt und daher nicht so super für die Masken geeignet.
Auf jeden Fall kann ich mir wirklich nicht vorstellen, so ein Ding den ganzen Tag im Büro zu tragen. Hut ab vor allen Menschen, die das auf der Arbeit schon immer müssen.
Meine Schwester meinte übrigen, dass das Brillebeschlagen mit den Einwegmasken nicht so schlimm ist. Ich hab sie nämlich gestern erstmal gefragt, wie sie ihren Arbeitsalltag so überleben kann 😉
Für alle Brillenträger ein Trick, den ich aber noch nicht ausprobiert habe: Man soll die Brille mit Seife waschen, dann hilft angeblich dagegen. Ich hab da jetzt schon zwei Varianten gehört. Entweder mit Seife waschen und polieren oder mit Seife einreiben und polieren. Ich probiere beides mal aus.
Wer sonst Tipps gegen beschlagene Brillengläser hat, immer her damit!

Sing Hallelujah

Dienstag, 28. April 2020
Tag 27 im Home Office

Noch nichts neues vom potentiellen Home-Office-Ende. Nur meine blöde Kollegin hat noch mal raushängen lassen, dass sie ja noch länger bleiben wird, weil ja ihre Tochter nicht zur Schule kann.
Mein Gott… ihr Mann arbeitet auch noch von zu Hause und das Kind ist 14. Das wird doch mal 6 Stunden ohne Mutter auskommen?!
Ich schätze, dass ich morgen in unserem wöchentlichen Meeting vor versammelter Mannschaft verkündet bekomme, dass ich ins Scheißbüro zurück muss. Damit will neu-Chefin garantiert eine Diskussion umgehen. Oah mich regt das echt so auf… ich kann den Gedankenstrudel darum auch nicht abschalten… Ich will nicht, dass es vorbei ist! Ich will einfach nicht! Wozu denn auch?!

Und gerade kommt die Info, dass sich voraussichtlich an den bisherigen Regelungen vorerst bis zum 18.5. nichts ändert. Die offizielle Info folgt noch, daher ist das nicht 100%ig spruchreif, aber ich glaube nicht, dass sich daran jetzt noch was ändert, sonst hätten wir das jetzt nicht gesagt bekommen. Gott sei Dank! Wieder mal umsonst aufgeregt… Ich habs versucht, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

Sewing me, sewing you ;)

Montag, 27. April 2020
Tag 26 im Home Office

Die Zeit verging heute mal wie im Flug, weil viel zu tun war. Jetzt ist alles erledigt, ich habe meine Zeit ausgestochen, aber möchte meinen täglichen Home-Office-Bericht nicht versäumen.
Das Wochenende war gar nicht so furchtbar langweilig, obwohl ich nicht viel gemacht habe. Aber ich fand es dieses mal nicht so frustrierend. Der Namenlose war Samstag und den halben Sonntag in der Firma – er entwickelt neue Produktideen. Irgendwie muss er Umsatz generieren… Er merkt einen Rückgang in der Auftragslage. Seine Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt, er arbeitet gefühlt doppelt so viel wie vorher… Aber so ist das als Selbstständiger. Zumindest hat er Ideen und er setzt sie um. Jetzt hoffen wir, dass es ankommt.

Ich hab am Wochenende natürlich auch Masken genäht. Morgen oder übermorgen muss ich einkaufen… Dann brauch ich auf jeden Fall eine Maske.
Der Stoff vom Kleideroberteil hat für so eine runde Maske gereicht. Aber so richtig gut finde ich die nicht. Ich werde wohl einfach die „normalen“ mit den Falten nähen. Die sind auch einfacher zu nähen. Vom Namenlosen hab ich ein Hemd aussortiert, das er in den ganzen 8 Jahre bestimmt noch nie anhatte. Es ist war nämlich ein kurzärmeliges Hemd, aber er trägt keine kurzärmeligen Hemden.
Ein bisschen Skrupel hatte ich, es zu zerschneiden. Bei ein paar Nähten hab ich mir sogar die Mühe gemacht und sie aufgetrennt, um zu sehen, wie es genäht war. Ziemlich gut gemacht und ehrlich schade, daraus jetzt Masken zu machen… Aber wie gesagt, er hat das Hemd eh nie getragen.

Gilt die Maskenpflicht dann eigentlich auch unter Kollegen? Der Namenlose hat seine Maske heute mitgenommen, eine Mitarbeiterin ist da. Eigentlich müssten beide eine tragen, oder? Und wenn ich nächste Woche ins Büro zurück müsste, dann müsste ich wohl auch eine tragen… Ich bin ja echt gespannt, was das dann wird. Ich denke mal übermorgen werde ich Bescheid bekommen… Drückt mir die Daumen 😉

Und jetzt näh ich noch ein paar Masken.

Freitags-Füller 17/2020

Freitag, 24. April 2020
Tag 25 im Home Office

1. Au weia, es wäre echt lustig, wenns nicht so blöd wäre… Ich habe vor ein paar Wochen meiner Schwester sämtliche meiner Baumwollstoffreste geschickt, weil sie fürs Krankenhaus Gesichtsmasken und OP-Hauben genäht hat, weil die Beschaffung der Einwegdinger so schwierig war. Jetzt hab ich selbst aber keinen Stoff da, um uns Masken zu nähen… Ich hab welchen bestellt, aber das dauert ja momentan ewig. bis zu 14 Tage… Irgendwie fällt es mir auch noch schwer, mir vorzustellen, dass wir diese Masken vermutlich die nächsten sechs, acht, zwölf Monate brauchen...

2. Wir haben nicht mal alte Hemden vom Namenlosen, die ich zerschneiden könnte. Wenn eins zerschlissen war, haben wir es eigentlich direkt entsorgt. Ich hab mal angefangen mir ein Sommerkleid zu nähen. Das hängt inzwischen tatsächlich seit zwei Jahren auf der Schneiderpuppe, weil die Stoffauswahl für den Rockteil falsch war. Es ist eine Art Leinen und ist nicht so weich und fällt deshalb nicht schön und sieht echt blöd aus, daher hab ich das Kleid nie fertig genäht. Den Stoff vom Rockteil finde ich für Masken zwar nicht so geeignet, aber velleicht reicht der Stoff vom Oberteil. Der wär sogar schön. Der ist gemustert mit so 60er-Jahre-Pril-Blumen.

3. Im Grunde genommen ist es egal welchen Stoff man nimmt. Ich hätte zwar lieber den nicht dehnbaren normalen Baumwollstoff, aber ich hab bestimmt auch irgendwo ein zu eng gewordenes T-Shirt. Ist ja nicht so, dass ich in der Home-Office-Phase abgenommen hätte… Ich hab hier zwar nicht sinnlos in mich reingefressen, aber ich hab mich noch weniger bewegt als vorher. dass das überhaupt möglich ist...

4. Diese Woche gabe es bei uns folgendes zu essen:
– Wraps gefüllt mit den Resten vom Chili con carne
– marinierte Hähnchenbrust und Salat
– Spaghetti Carbonara (schon wieder)
– Thai-Curry à la Keschu (TK-Asia-Gemüsemischung, Hähnchen, Thai-Currpy-Paste und Kokosmilch)
– Schweinefilet und Spätzle
– Bouletten und Lauchgemüse
Heute gibt es Grillkäse und ein Kräuterbutterbaguette. Dazu mache ich einen Salat mit Melonenstückchen und panierten Feta-Würfeln. Das Salat-Rezept war mal in einer Hello Fresh Box und war sehr lecker und frisch
, dieses Rezept gehört für mich zum Sommeranfang.

5. Ich war gestern genau 2x für je 10 Minuten draußen. Als der Namenlose nach Hause kam und abends sind wir kurz mit dem Hund Gassi gegangen.

6. Ich schade mir ja bloß selbst… Mich nicht öfter und mehr zu bewegen ist eigentlich ganz schön dumm.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen Skype-Chat mit meinen Lernmädels… Also ob ich mich da freue, da bin ich mir noch nicht so sicher. Ich glaube ich komme mir dabei blöd vor 😉 Aber es gibt Alkohl dazu, dann wird das schon, morgen habe ich geplant, Stoff zu suchen um wenigstens zwei Masken zu nähen und Sonntag möchte ich vielleicht noch mal zwei Masken nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

22 Jahre

Donnerstag, 23. April 2020
Tag 24 im Home Office

Wo ich gerade das Datum sehe, fällt mir auf, dass mein „Papa“ heute 60 wird… Komplizierte Geschichte bei mir. Mein „Papa“ war nicht mein biologischer Vater, aber das habe ich nie gespürt. Ich habe Papa zu ihm gesagt, und ich mochte ihn lieber als meine Mutter. Und ich glaube, er mochte mich auch lieber als meine Schwester, obwohl sie sein leibliches Kind war. Bis zu dem Punkt, wo sich meine Eltern getrennt haben. Das ist fast 22 Jahre her und seit dem habe ich ihn nicht mehr gesehen… Und seitdem finde ich es auch komisch, weiterhin Papa zu sagen, wenn ich von ihm rede. Aber ihn beim Namen zu nennen, oder „er“ zu sagen, es besonders zu betonen und vielleicht sogar die Anführungszeichen zu gestikulieren, finde ich genauso komisch.
Irgendwann vor ein paar Jahren hab ich bei meiner Schwester ein Foto von ihm an der Wand entdeckt. Das kam so unvorbereitet, dass mich das so richtig ins Herz getroffen hat. Damit hab ich einfach nicht gerechnet und das hat mich richtig aus der Bahn geworfen.

Seit über 20 Jahren hab ich also nichts mehr von ihm gehört. Wahnsinn, wieviel Zeit das ist! Als ich ihn das letzte mal gesehen habe, hat er sein Werkzeug aus dem Keller geholt. Meine Mutter war nicht da, ich war alleine zu Hause um hab ihm die Tür aufgeschlossen und stand heulend neben ihm. Rotzblasen hab ich geheult und ich hatte so einen Kloß im Hals, dass ich einfach nichts sagen konnte. Ich wollte einfach nur, dass er wieder zurück kommt. Oder zumindest, dass ich ihn nicht verliere. Aber ich durfte an den Wochenenden nicht zu ihm. Ich war ja nicht seine leibliche Tochter.
Damals war ich so verletzt und habe geglaubt, dass er mich zurück gewiesen hat. Heute glaube ich eher, dass das von seiner neuen Frau ausging. Meine Schwester durfte hin, aber mich wollte sie vermutlich nicht bei sich haben. Ich wäre aber auch nicht hingegangen, schätze ich. Aber ich hätte trotzdem gern Kontakt zu ihm gehabt.
Als er alles gepackt hatte, hat er mich noch mal in den Arm genommen und gesagt „Die Zeit heilt alle Wunden, mein Kind.“ Jetzt muss ich tatsächlich ein bisschen heulen. Obwohl es so lange her ist, sitzt die Verletzung immer noch tief und schon immer hab ich in Gedanken verbittert geantwortet, dass die Zeit keine einzige Wunde geheilt hat. Jetzt fällt mir aber erstmal auf, dass er „mein Kind“ gesagt hat…

Ich habe nie versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Vielleicht hat er darauf gewartet, dass ich den ersten Schritt mache… Aber ich finde nicht, dass ich am Zug war. Im Sommer war die Trennung und im folgenden Winter hat er mich zum Geburtstag angerufen und ich weiß noch, dass ich am Telefon gekämpft habe, nicht loszuheulen. Aber ich konnte auch nicht viel sagen, weil ich einen dicken fetten Kloß im Hals hatte. Vielleicht hat er dann gedacht, dass ich mit ihm nichts mehr zu tun haben möchte, denn er hat mich danach nie wieder angerufen.

Vor zehn Jahren hab ich einen Vorstoß gewagt. Da hab ich ihm zu seinem Geburtstag schöne Grüße ausrichten lassen. Damals, mit einer demütigen Einstellung dem Leben gegenüber, dachte ich, ich sollte es versuchen, bevor es vielleicht zu spät ist.
Vielleicht hätte ich ihn anrufen sollen, ihm einen Brief schreiben sollen… keine Ahnung… Aber außer, dass er sich über meine Geburtstagsgrüße gefreut hat, kam nichts zurück. Ein paar Monate lang hatte ich die Hoffnung, dass da noch was kommt, aber es kam nichts.
Dann hatte ich immer mal die Hoffnung, dass ich ihn auf einer Familienfeier bei meiner Schwester treffe – aber auch da kam er nie. Ich weiß nicht, wieso er nicht kommt. Meine Schwester meint, er kommt wegen meiner Mutter nicht, aber sorry… die werden sich doch wohl mal ein paar Stunden zusammenreißen können, wenn deren gemeinsamer Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn der zweite gemeinsame Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn… tja… aber er kommt nie. Im Sommer wird mein großer Neffe eingeschult. Ich bin gespannt, ob man sowas dann wieder feiern darf, und wenn ja, dann bin ich gespannt, ob ich ihn da dann mal wieder sehen werde. Nach 22 Jahren. Ich würde mich tatsächlich freuen.

Don’t speak

Mittwoch, 22. April 2020
Tag 23 im Home Office

Ich bin effizient. Vielleicht bezeichnen manche es als unhöflich oder sozial inkompetent. Aber ich will mich nicht schlecht machen, also bezeichne ich es als effizient. 😉

Bestes Beispiel: Mitteilung über die Fertigstellung einer Auswertung und Ablage am üblichen Speicherort

Was ein Kollege mir dann per Mail mitteilen würde:

Hallo Keschu,

ich hoffe es geht dir gut. Wie läuft es bei dir im Home Office?
Ich habe heute wieder die Auswertungen über blablabla und bliblablub gemacht. Es ist etwas ausführlicher geworden, als beim letzten mal und ich habe mit Farben die wichtigsten Zahlen gekennzeichnet. Jetzt ist auf den ersten Blick ersichtlich, was wichtig ist. Ich habe die Datei wieder auf dem Laufwerk A im Ordner Y abgelegt, aber du findest sie auch hier im Anhang.

Solltest du noch weitere Fragen haben, so komme bitte gern auf mich zu.

LG, eine schöne Restwoche und bleib gesund
Kollege

Was ich einem Kollegen per Chat mitteile:

Hi Kollege, die Auswertung ist fertig. VG, Keschu

Wenn ich nett bin, packe ich noch den Link zum Ordner auf dem Laufwerk dazu, wenn es allerdings der übliche Speicherort ist, dann lass ich es wahrscheinlich sein. Und ich gehe außerdem davon aus, dass der andere 1. sieht, wenn ich farblich die wichtigen Sachen hervorgehoben habe und 2. schon fragen wird, wenn er Fragen hat, ohne dass ich ihn explizit dazu auffordere.

Nächstes Beispiel: man hat einfach eine Frage

Was ein Kollege mit mir per Telefon besprechen würde:
Kollege: Hallo Keschu, na wie geht es dir? Was macht das Home Office?
Ich: Jup, läuft alles gut.
Kollege:
Ich: (stelle fest, dass eine Rückfrage erwartet wird) Und bei dir?
Kollege: Ja hier ist auch alles in Ordnung. (Es folgen Ausführungen über das Wetter, über das vergangene Wochenende, über das kommende Wochenende, über Gesundheit und die Aussicht aus dem Fenster)
Ich: … (weiß nicht, was ich außer „aha“ und „ok“ dazu sagen soll)
Kollege: Ja, weswegen ich eigentlich anrufe…
An dieser Stelle kommt die eigentliche Frage, die ich dann beantworte. Danach folgen wieder blabla und die momentan allseits übliche Floskel „Bleib schön gesund!“

Was ich mit einem Kollegen per Chat bespreche:
Ich: Hi, (an dieser Stelle folgt die Frage)
Kollege: Hallo Keschu, (beantwortet mir dir Frage)
Ich: alles klar, danke, bis dann!

Ich bin halt ein Fan von Informationsaustausch. Klare, kurze Anweisungen und Infos. Aber viele Leute haben die Anwandlung, total ausschweifend zu werden oder sich sogar zu rechtfertigen, warum man zB. eine Frage hat.
Ja, mir wird immer mal wieder bewusst, dass da noch Lernpotenzial habe. Dass dieser Smalltalk von vielen gewünscht und erwartet wird, aber meistens check ich das erst hinterher, dass es unhöflich wirken könnte. Wenn ich zB aus dem Urlaub zurück komme und mein Kollege neben mir mich dann begrüßt mit „Na Urlauberin, wieder da?“ dann war meine Reaktion früher immer „Joa“ und gedacht habe ich: Ja sieht wohl so aus, sonst wär ich ja nicht hier… Inzwischen habe ich gelernt, dass dann zumindest ein kurzer Abriss des Urlaubs erwartet wird. Und genauso auch andersrum. Wenn der Kollege neben mir aus dem Urlaub zurück kommt, erwartet er, dass ich frage, wie es war. Inzwischen mach ich das auch, aber ich muss gestehen, dass es mich meistens eigentlich nicht interessiert.
Diese Umgangsformen muss ich wohl bei Online-Kommunikation auch noch lernen…

It ain’t over ´til it’s over

Dienstag, 21. April 2020
Tag 22 im Home Office

Liebes Home Office, gedanklich werde ich mich schon mal von dir verabschieden. Gedanklich werde ich mich schon mal auf die verkackte Großraumbutze einstellen. Ich weiß zwar nicht, wie die das dann machen wollen, aber es steht im Raum, dass es ab dem 4. Mai wieder dorthin gehen soll. Sollen wir dann dort mit einem Mundschutz sitzen? Immerhin fangen einige Bundesländer und einzelne Städte an, diesen zur Pflicht zu machen. In Geschäften und ÖPNV. Gilt das dann auch für ein Großraumbüro? Dort sitze ich zwar nicht so dicht neben meinen Kollegen, wie im Bus, aber immer noch dicht genug.

Und ich wette es geht dann so los, dass ich natürlich eine der ersten sein werde, die wieder dort hin muss. Weil ich ja keine Kinder hab, die nicht zur Schule können. Weil ich auch nicht mit den Öffentlichen fahre… Also hab ich ja keine Verpflichtungen und kein Risiko. Danke. Wo krieg ich jetzt schnell ein Kind her???
Ach man… Ok, es sind ungelegte Eier, also verschwende ich auf diese Gedanken nicht noch mehr Energie. Aber gedanklich muss ich mich trotzdem schon auf die letzten Tage in absoluter Ruhe vorbereiten.

Heute fühle ich mich „energiegeladen“ genug, um zu nähen. Es liegt schon ein halb fertig vorbereitetes Schnittmuster bereit. Es ist abgepaust und gekürzt. Nur die Ärmel fehlen noch. Dann kann ich den Stoff zuschneiden. Ein neues Hörbuch hab ich auch rausgesucht. Könnte also nach Feierabend direkt losgehen. Aber grad ist mir eingefallen, dass ich heute einkaufen muss… aaaaah… Hoffentlich ist es wieder so schön leer, wie in den letzten Wochen immer. Dann geht es nämlich schneller.

Spending my time

Montag, 20. April 2020
Tag 21 im Home Office

Es ist schon wieder Montag. Die 6. Woche im Home Office beginnt.
Heute habe ich meinen ersten fremden sozialen Kontakt seit 6 Wochen gehabt. Unser Kühlschrank war kaputt und heute kam jemand, um ihn zu reparieren. Im Thermostat war Feuchtigkeit, ich hoffe, das war tatsächlich das Problem. Der Kühlschrank hat ständig eine Fehlermeldung gegeben und gepiepst, das war echt nervig. Manchmal hat er dann aufgehört zu piepsen, aber dann hatte er auch aufgehört zu kühlen.
Jetzt ist das Thermostat trocken, die Kühlschrankböden sind in der Spülmaschine und dann kann ich gleich wieder alles einräumen. Bloß gut, dass ich am Freitag nur einen kleinen Einkauf gemacht hatte. Ich musste nämlich den ganzen Kühlschrank ausräumen, damit der Monteur an die Thermostate dran kam.

Ja, jetzt ist er weg, die Spüma läuft und ich bilde mir die ganze Zeit ein, das Piepsen immer noch zu hören…

Am Wochenende hab ich ein bisschen an einer Bluse weiter genäht. Aber ich frage mich, was ich da beim Zuschnitt gemacht habe. Das Rückenteil ist länger als das Vorderteil… Das ist jetzt nicht furchtbar schlimm, das kann man auf eine Länge kürzen (sofern das Vorderteil jetzt nicht zu kurz geworden ist…), aber leider hat der Stoff ein Muster, und ich habe es eigentlich so zugeschnitten, dass es an den Seiten passen sollte. Dadurch dass jetzt aber hinten länger ist, ist das Muster jetzt also um genau das zu lange Stück verschoben. Das geht mir auf den Keks und deshalb hab ich dann nicht weiter genäht. Und was anderes hab ich gerade nicht zu nähen. Ich müsste erst zuschneiden. Und zuschneiden ist die ätzendste Arbeit am Nähen. Ich hätte gern schon alle Teile fertig, das wär super 😉
Aber vielleicht mach ich das jetzt einfach mal. Es ist wahrscheinlich nur ein Drangehen. Wie mit dem Spazieren auch. Wenn ich nämlich erstmal unterwegs bin, find ich es schön draußen.

Einkaufen am Freitag war übrigens ziemlich ätzend. Es war ganz schön voll und es gab einfach so viele rücksichtslose Leute, die keinen Abstand gehalten haben… Deshalb habe ich das Einkaufen so kurz wie möglich gehalten, und nur fürs Wochenende eingekauft. Dann muss ich zwar morgen schon wieder einkaufen, aber ich hoffe, dass es dann leerer ist, wie auch an den anderen Tagen, wenn ich einkaufen war.