Neues Jahr, neues…

Tag 166 im Home Office

Auf ein Neues also. Gestern habe ich erfahren, dass der Name Januar sich vom römischen Gott Janus ableitet, der immer mit zwei Gesichtern dargestellt wird, die in verschiedene Richtungen blicken. Janus gilt als Gott des Anfangs und des Endes. So wie Janus in zwei Richtungen schaut, blickt der Januar auch zurück ins alte und nach vorn ins neue Jahr.
Fand ich sehr interessant, das wusste ich noch nicht. Wenn das mal bei Wer wird Millionär gefragt wird, wisst ihr bescheid 😉

Heute ist der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Ich tu mich sehr schwer, mich zu konzentrieren. Normalerweise fange ich nach dem Urlaub gern mit einer kurzen Woche an und nehme deshalb meistens Montag und Dienstag auch noch frei. Das geht aber zum Monatsabschluss nicht. Also bin ich heute früh mehr oder weniger frisch ans Werk gegangen…
Aber selbst wenn die Woche kurz wäre, wäre es mir heute wohl schwer gefallen, wieder rein zu kommen. Aber um dem was Positives abzugewinnen: Ich bin froh, dass ich nichts ins Büro musste 😉
Im Februar muss ich dann ein mal ins Büro, weil dann eine obligatorische Brandschutzübung stattfindet. Gut, dass ich das schon seit zwei Wochen weiß, so habe ich tatsächlich genug Zeit, mich darauf einzustellen 😀 Das wird sehr seltsam, wenn ich wieder ins Büro fahre. Aber da mein Arbeitsplatz abgesperrt ist, damit die Abstände eingehalten werden können, werde ich wohl auch nur zur Übung hinfahren, bevor ich mir da also für den einen Tag einen anderen Arbeitsplatz einrichte. Aber in dem Zuge werde ich sicher auch gleich mal das ein oder andere Gedöns aus dem Büro mit nach Hause nehmen. Ich hab zB ein Foto von meinen Neffen dort, das finde ich dann jetzt irgendwie seltsam, wenn ich eh nicht da bin 😉 Ich kann dann auch gleich meinen Tee und meine Tassen mit nach Hause nehmen. Wer weiß nämlich, wann ich mal wieder im Büro einen Tee trinke. Und dann kann ich auch eine Tasse aus der Teeküche verwenden.

Ich hatte jetzt 11 Tage frei, und wie schon im November, kam mir die Zeit unglaublich lang vor. Woran liegt das? ich hab nichts weiter gemacht. Ich hab gehäkelt, Hörbücher gehört, gelesen, Fernsehen geschaut. Wir sind auch nicht weggefahren. Früher ist die Zeit nie so langsam vergangen. Selbst wenn ich im Urlaub nur zu Hause gewesen bin. So langsam hätten früher mal 6 Wochen Sommerferien vergehen sollen! 😉
Ich war in den 11 Tagen auch nur einmal draußen zum einkaufen und auch da brauchte ich nur ein paar wenige Kleinigkeiten, weil ich alles andere ganz gut vorausgeplant und bereits gekauft hatte und außerdem haben wir uns mal wieder eine Hello fresh Box gekauft, somit haben wir uns die große Einkauferei zwischen den Feiertagen geschenkt 🙂
Hello fresh war auch wieder lecker, aber ich muss schon ehrlich sagen, ich finde es verhältnismäßig teuer. Natürlich muss das alles verpackt und verschickt werden, keine Frage. Aber deshalb bestellen wir so eine Box tatsächlich immer nur alle Jubeljahre mal. Viele Rezepte kann man ja trotzdem einsehen, das ist dann doch immer mal eine gute Inspirationsquelle. Die Gerichte von letzter Woche haben auch schon Einzug in unsere Lieblingsrezepte gefunden.

Und noch was: natürlich gabs auch mein jährliches Jahresrückblick-Stöckchen, aber da es nicht im Reader angezeigt wird (warum auch immer…), hat das wohl kaum jemand gesehen. Aber ich will es euch ja nicht vorenthalten 😉 (pf… jetzt, nach Veröffentlichung dieses Beitrags, isser doch im Reader. Das soll einer verstehen…)
Also, alles Gute fürs neue Jahr, vor allem Gesundheit. Und mit 2020 macht was ihr wollt – streichen, vergessen… ich behalte es trotz allem in guter Erinnerung, weil es für mich doch auch vieles Schöne bereit gehalten hat.

Karma strikes back…

Jetzt ratet mal, mit wem ich das Projekt für das Talentedinge bearbeiten darf… Richtig. Mit dem Blödmann, den ich so ätzend fand. Mit dem ich schon beim Kickoff nicht netzwerken wollte, weil er ein affektierter, gehirngewaschener Idiot ist.

Oh man ich kotz echt im Strahl!

Immer mal was neues

Ich mags ja nicht, wenn so Änderungen vonstatten gehen. Jetzt gibt es hier einen neuen doofen Editor. Ich will aber einfach meinen alten zurück. Nervt mich ja grad, weil ich hier noch nicht herraus gefunden habe, wie ich ganz einfach Links einfüge… Im alten Editor gabs da Buttons. Und ich bin echt nicht gut in HTML, deshalb kann ich die leider nicht frei Hand hier eintippen… Dabei wollte ich doch mal wieder ein kleines Zwischenupdate geben und mich nur mal als noch lebendig melden 😉

Also ich lebe noch.
Ich mache immer noch Sport.
Und ich bin immer noch im Home Office.
Außer heute.
Heute bin ich im Büro. Nicht im Großraumbüro, aber zumindest im Bürogebäude. Wieso? Weil ich bei diesem Talenteding aufgenommen wurde. Zuerst musste ich ja so ein Bewerbungsformular ausfüllen (hab doch gefunden, wie das mit den Links geht), danach habe ich an dem Interview teilgenommen und das war tatsächlich erfolgreich für mich gewesen und jetzt sitze ich hier im virtuellen Einführungsmeeting. Grad ist Mittagspause und ich habe das Netzwerken ganz eindeutig nicht verstanden, denn statt mit den anderen die hier mit mir vor Ort sind in die Kantine zu gehen, bin ich alleine hier im Raum geblieben, hab mein Brot ausgepackt und muss jetzt noch etwas Zeit überbrücken, bis es weiter geht 😉
Ganz ehrlich: Ich würde ja netzwerken. Aber lieber mit anderen Leuten. Die beiden hier sind mir einfach … na ja… unsympathisch. Die sind beide so affektiert… Und ich fang auch schon an. Das ist mir schon öfter aufgefallen, dass ich sowas mache, wenn ich jemanden nicht mag. Dann rede ich denen zum Mund und vermeide alles was Konfliktpotenzial bieten würde. So entgehe ich Gesprächen, die über Smalltalk hinausgehen und vermeide Diskussionen, die ich mit Leuten, die ich nicht mag eh nicht führen will, weil es für mich verschwendete Zeit ist.
Aus den anderen Standorten sind aber ganz nette Leute dabei, zumindest ist das mein Eindruck, den ich virtuell gewinnen konnte. Echt schade, dass das Meeting nicht in echt stattfindet.

Das Brot, das ich gerade esse, habe ich übrigens selbst gebacken! Waaaaaas? Ja 🙂 So richtig selbst. Nicht mit ner Backmischung sondern so richtig richtig selbst, sogar mit Sauerteig und es ist sehr lecker. Es ist mein zweites Brot, beide sind ganz gut gelungen.
Das Rezept ist aus dem Buch „Der Brotdoc“, der auch ein ganz ähnliches Rezept in seinem Blog veröffentlicht hat.20200915_133349

Brötchen haben am Wochenende nicht funktioniert, irgendwas hab ich falsch gemacht. Es waren schwere Steine und keine fluffigen Brötchen. Bloß gut, dass ich noch Aufbackbrötchen als Backup hatte.
Aber die Pizza letzte Woche war grandios! Die kam tatsächlich ganz gut an unseren Lieblingsitaliener ran. Und auch die Hefezöpfe sind ganz gut geworden.
Tja… Alle Welt hat im März schon Mehl und Hefe gekauft. Ich bin da halt mal wieder spät dran. Allerdings hätte ich das wohl nicht versucht, wenn ich nicht Sauerteig-Anstellgut bekommen hätte. Bis man sich nämlich ein gutes Anstellgut gezüchtet hat, vergeht doch eine ganze Weile.

Das Anstellgut habe ich von meinem Papa bekommen 🙂 Jahaaaaa ich war nämlich vorletzte Woche bei ihm.
Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub und ich bin schon wieder zu meiner Schwester gefahren, weil wir nicht wegfahren konnten und wollten und ich nicht die vollen zwei Wochen nur zu Hause rumgammeln wollte. Die letzte Woche, in der ich jetzt wirklich nur zu Hause war, hat sich schon gezogen… So lang kam mir Urlaub noch nie vor!!
Tja, also selbst mein großer Neffe hat gefragt, wieso ich denn schon wieder komme. Es ist jetzt das dritte mal in 4 Monaten gewesen. So oft war ich vermutlich noch nie da 😉
Jedenfalls haben wir an dem Samstag auch meinen Papa besucht 🙂 Das war echt schön. Total entspannt und irgendwie so richtig normal, als hätte ich schon immer dort hin gehört und nicht als wäre das der erste Besuch nach 22 Jahren Funkstille. Ich bin da wirklich froh drüber. Wir sind uns beide einig, dass wir den Kontakt jetzt halten wollen, er möchte mich gern öfter sehen und ich ihn auch. Und auch seine Frau…
Es ist ein komisches Gefühl, weil ich immer dachte, sie wollte mich nicht da haben. Dieses Gefühl willkommen zu sein, kriege ich noch nicht ganz mit diesem Gedanken überein. Ganz seltsam, wenn man nach 22 Jahren plötzlich weiß, dass es nie so war, wie man immer gedacht hat…
Wir haben nicht darüber gesprochen, wieso alles so gekommen ist. Es hat sich nicht ergeben. Das ist auch nicht so schlimm, das läuft uns nicht weg. Es hat einen kurzen Moment gegeben, wo es gepasst hätte, aber ich wollte dann auch nicht die Stimmung runterziehen. Es ist zu früh dafür. Ich bin mir sicher, irgendwann werden wir es besprechen, auch wenn es eigentlich ein bisschen egal geworden ist. Denn wir können es eh nicht mehr ändern.
Auch mit seinem Sohn verstehe ich mich ganz gut. Er ist ein Harry-Potter-Nerd wie ich und wir haben noch so einige Gemeinsamkeiten festgestellt, was lustig ist, weil wir nicht verwandt sind. Sein Papa ist zwar auch mein Papa, aber er ist eben nicht mein biologischer Vater.

Meine Mutter hat die Info, dass ich zu ihm fahre irgendwie nicht ganz so gut aufgefasst. Das war ja zu erwarten. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich brauche dazu nicht ihre Erlaubnis oder ihr Zugeständnis. Sie wird damit klar kommen müssen.
Ich fange halt nur jetzt schon wieder an mir Gedanken zu machen, wie ich das zukünftig dann mal machen will… Klar, ich könnte immer einen Tag auch dort hin fahren. Das wäre dann immer ein weiterer „Termin“ in den eh schon vollgepackten Wochenenden bzw. Besuchen dort.
Auf der anderen Seite hat er mir auch schon angeboten, dass der Namenlose und ich auch gern dort übernachten können. Ehrlich, wenn ich mir das vorstelle… Ich fahre zu ihm, meine Schwester und die Jungs kommen dann vielleicht dort hin… Meine Mutter sehe ich dann nicht? Oder soll ich von dort aus meine Schwester besuchen, und meine Mutter kommt da dazu? Der nächste Grund zum beleidigt sein ist dann, dass ich bei ihm übernachte und bei ihr nicht. Oh man… ja ok, das sind wieder ungelegte Eier und wie gesagt, sie wird damit klar kommen müssen. Es ist nicht mein Problem, wenn sie damit nicht klar kommt. Das muss ich mir wohl einfach immer wieder sagen.

Freitags-Füller 23/2020

Freitag, 5. Juni 2020
Tag 51 im Home Office

1. Bei Rhabarber fällt mir als erstes der Geschmack von eingekochtem Rhabarberkompott mit Vanillesoße ein. Oh man, das ist so eine richtige Kindheitserinnerung. Meine Oma hatte immer Rhabarber im Garten. Ich hab den aber auch oft roh gegessen, in Zucker eingetaucht, weil er einfach so sauer war. Die Zähne sind immer ganz stumpf davon geworden. Dass da irgendeine giftige Säure drin ist, hat wohl damals niemanden interessiert 😉.

2. Was ich nie für möglich gehalten hätte ist eingetreten: Das Home Office hat negative Seiten. Waaaaaaas? Ja… Ich will trotzdem nicht zurück ins Büro, aber dieses ewige rumtelefoniere mit Leuten, die einem dann ständig ins Wort fallen (weil die Verbindung verzögert ist??), oder die mit der Technik nicht zurecht kommen und dadurch alles verzögern, oder die nicht raffen, dass man das Mikrofon auch stumm schalten kann und die dann wie Darth Vader hinein atmen… das neeeeervt. Und meine Zündschnur ist sehr kurz im Moment. Keine Ahnung wieso, was genau es auslöst. Ich könnte nämlich eigentlich rundum zufrieden sein. Bin ich etwa einfach eine unzufriedene Meckertante, die immer ein Haar in der Suppe suchen muss?? Schluss damit! Ich muss und will zu der Gelassenheit zurück, die ich in den ersten Tagen hatte. Denn ich will ja gar nicht zurück ins Büro!
Dieses Jahr war ich bisher übrigens öfter am heimisches Schreibtisch, als im Büro. In Anbetracht der Tatsache, dass Home Office bei uns bisher immer ziemlich verpönt war, finde ich diese Quote
spektakulär.

3. Ich verstehe nicht wie man Spaß an Gartenarbeit finden kann. Ich hasse Gartenarbeit. Ich hab es als Kind schon gehasst, wenn ich Unkraut zupfen musste, oder wenn ich zB Erdbeeren pflücken sollte. Ich hab immer Ausschlag an den Händen/Armen davon bekommen. Außerdem sind da immer Spinnen und Käfer rumgekrochen – ekelhaft! Jedenfalls wollte ich nie einen Garten haben, weil ich weiß, dass ich keine Lust habe, mich darum zu kümmern. Und was hab ich gemacht? Hab mir einen Mann angelacht, der einen Garten hat… Toll… Ich mein, wir beschränken die Gartenarbeit ja schon auf ein absolutes Minimum, aber selbst darauf hab ich schon nicht so Lust. Am Wochenende müssten wir mal wieder ein bisschen was tun...

4. Obwohl ich jeden Tag meine Pille nehme (und deshalb wissen müsste, welcher Wochentag ist) und obwohl ich jeden Tag am Computer sitze, wo das Datum bei jeder Mail und unten rechts in der Ecke ständig eingeblendet ist, weiß ich nie welcher Tag heute ist. Letztens dachte ich, es wäre Wochenende, obwohl ich an dem Tag gearbeitet hatte… Vermutlich liegts am Home Office, daran, dass ich nur noch 1x die Woche zum einkaufen gehe und sonst alle Tage einfach genau gleich sein, dass ich nie weiß „wann“ ich bin. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Uhr (mit Datumsanzeige) zulegen, denn offensichtlich bin ich momentan völlig zeitlos.

5. Das Gefühl von Stolz ist in letzter Zeit etwas in mir aufgekeimt, weil ich immer noch die Sommer-Body-Challenge durchhalte.

6. Sport ist aber nach wie vor Mord 😉 Mir fehlt immer noch das Hochgefühl am Ende, daher kann ich nicht sagen, das wäre wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Königsberger Klopse, morgen habe ich geplant, Brokkoli-Honig-Hähnchen zu kochen und Sonntag möchte ich Risotto mit Tomaten und Rucola machen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

All good things (come to an end)

Mittwoch, 20. Mai 2020
Tag 42 im Home Office

42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.
Ist Home Office die Antwort auf alles?
Ich möchte kurz betonen, dass nach zwei Monaten Home Office meine Neurodermitis vollständig weg ist. Und dass ich mega entspannt und gelassen bin.

Das mit dem Home Office wird bei uns noch eine Weile so bleiben und ich werde nicht eine der ersten sein, die zurück muss. Meine Befürchtung war, dass ich wieder dort hin muss, weil ich keine Kinder habe und nicht in der Risikogruppe bin.
Aber die Rückkehr ins Büro findet auf freiwilliger Ebene statt. Es werden vorerst auch nur maximal 5 Leute gleichzeitig im Büro sein dürfen. Aber nicht vor dem 2. Juni. Bis dahin gelten noch die alten Maßnahmen.
Mein Arbeitgeber wollte den Mitarbeitern Masken zur Verfügung stellen, bisher sind die aber noch nicht da. Das ist scheinbar einer der Gründe, wieso wir noch immer von zu Hause arbeiten sollen.
Im Büro wurden Laufwege in Treppenhäusern gekennzeichnet, Abstandslinien vor den Aufzügen aufgeklebt und überall hängen Schilder, die an die Abstandsregeln erinnern. Noch dazu wurden vom Gebäudedienst Arbeitsplätze abgesperrt und diese Absperrung ist streng zu befolgen. Daran darf auch nichts eigenmächtig geändert werden.
Mein Arbeitsplatz ist (leider leider 😉) einer der abgesperrten Arbeitsplätze. Somit müsste ich mir auf jeden Fall einen anderen Tisch zum arbeiten suchen, wenn ich ins Büro gehe. Aber da die Rückkehr nachher sowieso auf maximal 5 Leute beschränkt ist und freiwillig ist, wird sich für mich hier vorerst nichts ändern. Ich bleibe so lange zu Hause, wie es geht. Meine Arbeit ist dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ich bin dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ganz im Gegenteil!

Und damit beende ich mein tägliches Home-Office-Update. So langsam wusste ich nämlich schon gar nicht mehr, was ich noch so erzählen soll 😉

Keschu’s got talent

Montag, 11. Mai 2020
Tag 35 im Home Office

Ähm ja… Nachdem ich mir den blöden Haken für Entwicklungsmöglichkeiten in meinem Mitarbeitergespräch „erkämpft“ habe, gab es heute einen Info-Call zu weiteren Schritten.
Nur mit dem Haken ist man nicht automatisch in einem Talent-Pool. Wär ja wohl zu einfach. Nein, man muss sich darum bewerben. Toll… Man muss ein Bewerbungsformular ausfüllen und ein Interview machen und dann werden maximal 25 Leute in den Talent-Pool aufgenommen. Dann gibt es eine Veranstaltung, wo Workshops und Trainings stattfinden und wo man dann netzwerken kann (darauf freu ich mich ja schon am meisten *hust*) und dann arbeitet man 9 Monate lang an einem Projekt, das dann in ca. einem Jahr präsentiert wird und wo man noch mal die Chance zum Netzwerken hat.
In dem Info-Call heute waren 21 Leute, es gibt nächste Woche noch einen zweiten. Da schau ich auch noch mal rein, damit ich weiß, wie groß die Konkurrenz überhaupt ist 😉 Bis dahin überleg ich mir schon mal, welches Bullshit-Bingo sie am ehesten in dem Bewerbungsformular sehen wollen…

Mein Wochenende war wieder etwas faul… Mein Stoffpaket kam Samstag noch an, ich hab die Stoffe gewaschen und gebügelt und zwei neue Masken genäht. Der Stoff ist viel besser! Ich muss sie mal länger als 5 Minuten tragen, aber beim atmen hat sich der Stoff zumindest nicht ans Gesicht gesaugt!
Im Garten haben wir natürlich nichts gemacht, wir faulen Schweine! Aber zumindest waren wir mit dem Hund draußen. Die wird langsam echt alt… so eine Runde ums Feld macht sie inzwischen schon etwas fertig 😉 Es war aber auch super warm am Sonntag.

Und dann noch ein Futter-Update:
Neben Resten, weil ich zu viel gekocht hatte, gabs letzte Woche folgendes zu essen:
– Fleisch und grüner Salat
– Käse-Lauch-Suppe
– Nudelsalat und Fleisch
– Schweinefilet mit Rahmgemüse und Kartoffelrösti

Und weil ich echt speckig geworden bin, hab ich mir vor ein paar Tagen mal wieder eine Kalorienzähl-App runter geladen. Ich stelle wieder fest, dass ich eigentlich gar nicht zu viel esse. Aber ein bisschen das falsche, zu fettig… Und natürlich fehlt mir die Bewegung.
Ich will jetzt die nächsten Wochen wirklich mal versuchen auf zugesetzten Zucker zu verzichten. Obst und Gemüse gibts natürlich trotzdem, aber ich schau mir mal die Zutaten auf Verpackungen an und Süßigkeiten gibts dann jetzt erstmal auch nicht mehr. Das hat nämlich in den letzten Wochen auch zugenommen. Vielleicht geht meine Neurodermitis dann auch mal richtig weg. Sie ist jetzt schon lange nicht mehr so schlimm, und ich hab immer längere Ruhephasen, aber die Stellen flammen doch immer mal wieder auf. Vielleicht bringt der Zuckerverzicht was, ich versuche es mal. Und dann muss ich mich mal irgendwie zum Sport aufraffen… es gibt ja genug Kanäle auf Youtube, die Workouts anbieten, man muss ja also nicht mal was dafür bezahlen. Denn ein Fitnessstudio wäre bei mir wohl wieder bloß rausgeschmissenes Geld…

Rain in May

Donnerstag, 30. April 2020
Tag 29 im Home Office

Es ist ja noch nicht Mai, aber fast. Und den ganzen Tag regnet es schon immer mal. Aber das ist eher kein soft warm spray… 😉 Ich hoffe ihr habt jetzt auch einen Ohrwurm, ich werde den nämlich schon seit Stunden nicht los.

Ich warte gerade mal wieder. Darauf, dass ich eine Rückmeldung bekomme. Vorher kann ich nicht weiter machen. Die anderen Sachen hab ich schon erledigt, um die Zeit zu überbrücken. Jetzt mampfe ich M&M’s. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich letzte Woche eine Packung gekauft habe, und sie dem Namenlosen vorenthalten habe, weil ich sie alleine essen wollte. Ich hab auch die ganze Woche die kleine Schale hier versteckt, damit er sie nicht zufällig sieht. Man bin ich gemein…

Mit dem Masken-Nähen bin ich vorerst auch durch. Ich hab 7 oder 8 Stück genäht. Eine Bluse muss noch gesäumt werden. Als nächstes sind noch 2 Blusen, 3 T-Shirts, eine letzte Tasche und eigentlich eine Jacke geplant. Die Jacke lass ich wohl erstmal, wenns jetzt warm wird, zieh ich sie ja nicht an.
Dann kriege ich auf Youtube immer mehr Videos zum Thema Patchwork und Quilts angezeigt… Ich hätt schon mal wieder Bock drauf, eine Patchworkdecke zu nähen. Es steht nur in näherer Zukunft kein Baby im Umfeld an 😀 und für uns mach ich sowas nicht. Das Ding müsste dann ja riesig werden. Aber jetzt hab ich überlegt, ob ich mal neue Kissenbezüge für die Kissen auf der Couch mache. Ich versuche mich gerade zu erinnern, seit wann unsere Wand petrol ist. Die Kissen sind nämlich grün und passen so gar nicht… Vorher war die Wand grau, da war das ok 😉 Tja, also vielleicht mach ich das mal.

Sing Hallelujah

Dienstag, 28. April 2020
Tag 27 im Home Office

Noch nichts neues vom potentiellen Home-Office-Ende. Nur meine blöde Kollegin hat noch mal raushängen lassen, dass sie ja noch länger bleiben wird, weil ja ihre Tochter nicht zur Schule kann.
Mein Gott… ihr Mann arbeitet auch noch von zu Hause und das Kind ist 14. Das wird doch mal 6 Stunden ohne Mutter auskommen?!
Ich schätze, dass ich morgen in unserem wöchentlichen Meeting vor versammelter Mannschaft verkündet bekomme, dass ich ins Scheißbüro zurück muss. Damit will neu-Chefin garantiert eine Diskussion umgehen. Oah mich regt das echt so auf… ich kann den Gedankenstrudel darum auch nicht abschalten… Ich will nicht, dass es vorbei ist! Ich will einfach nicht! Wozu denn auch?!

Und gerade kommt die Info, dass sich voraussichtlich an den bisherigen Regelungen vorerst bis zum 18.5. nichts ändert. Die offizielle Info folgt noch, daher ist das nicht 100%ig spruchreif, aber ich glaube nicht, dass sich daran jetzt noch was ändert, sonst hätten wir das jetzt nicht gesagt bekommen. Gott sei Dank! Wieder mal umsonst aufgeregt… Ich habs versucht, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

Sewing me, sewing you ;)

Montag, 27. April 2020
Tag 26 im Home Office

Die Zeit verging heute mal wie im Flug, weil viel zu tun war. Jetzt ist alles erledigt, ich habe meine Zeit ausgestochen, aber möchte meinen täglichen Home-Office-Bericht nicht versäumen.
Das Wochenende war gar nicht so furchtbar langweilig, obwohl ich nicht viel gemacht habe. Aber ich fand es dieses mal nicht so frustrierend. Der Namenlose war Samstag und den halben Sonntag in der Firma – er entwickelt neue Produktideen. Irgendwie muss er Umsatz generieren… Er merkt einen Rückgang in der Auftragslage. Seine Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt, er arbeitet gefühlt doppelt so viel wie vorher… Aber so ist das als Selbstständiger. Zumindest hat er Ideen und er setzt sie um. Jetzt hoffen wir, dass es ankommt.

Ich hab am Wochenende natürlich auch Masken genäht. Morgen oder übermorgen muss ich einkaufen… Dann brauch ich auf jeden Fall eine Maske.
Der Stoff vom Kleideroberteil hat für so eine runde Maske gereicht. Aber so richtig gut finde ich die nicht. Ich werde wohl einfach die „normalen“ mit den Falten nähen. Die sind auch einfacher zu nähen. Vom Namenlosen hab ich ein Hemd aussortiert, das er in den ganzen 8 Jahre bestimmt noch nie anhatte. Es ist war nämlich ein kurzärmeliges Hemd, aber er trägt keine kurzärmeligen Hemden.
Ein bisschen Skrupel hatte ich, es zu zerschneiden. Bei ein paar Nähten hab ich mir sogar die Mühe gemacht und sie aufgetrennt, um zu sehen, wie es genäht war. Ziemlich gut gemacht und ehrlich schade, daraus jetzt Masken zu machen… Aber wie gesagt, er hat das Hemd eh nie getragen.

Gilt die Maskenpflicht dann eigentlich auch unter Kollegen? Der Namenlose hat seine Maske heute mitgenommen, eine Mitarbeiterin ist da. Eigentlich müssten beide eine tragen, oder? Und wenn ich nächste Woche ins Büro zurück müsste, dann müsste ich wohl auch eine tragen… Ich bin ja echt gespannt, was das dann wird. Ich denke mal übermorgen werde ich Bescheid bekommen… Drückt mir die Daumen 😉

Und jetzt näh ich noch ein paar Masken.

Don’t speak

Mittwoch, 22. April 2020
Tag 23 im Home Office

Ich bin effizient. Vielleicht bezeichnen manche es als unhöflich oder sozial inkompetent. Aber ich will mich nicht schlecht machen, also bezeichne ich es als effizient. 😉

Bestes Beispiel: Mitteilung über die Fertigstellung einer Auswertung und Ablage am üblichen Speicherort

Was ein Kollege mir dann per Mail mitteilen würde:

Hallo Keschu,

ich hoffe es geht dir gut. Wie läuft es bei dir im Home Office?
Ich habe heute wieder die Auswertungen über blablabla und bliblablub gemacht. Es ist etwas ausführlicher geworden, als beim letzten mal und ich habe mit Farben die wichtigsten Zahlen gekennzeichnet. Jetzt ist auf den ersten Blick ersichtlich, was wichtig ist. Ich habe die Datei wieder auf dem Laufwerk A im Ordner Y abgelegt, aber du findest sie auch hier im Anhang.

Solltest du noch weitere Fragen haben, so komme bitte gern auf mich zu.

LG, eine schöne Restwoche und bleib gesund
Kollege

Was ich einem Kollegen per Chat mitteile:

Hi Kollege, die Auswertung ist fertig. VG, Keschu

Wenn ich nett bin, packe ich noch den Link zum Ordner auf dem Laufwerk dazu, wenn es allerdings der übliche Speicherort ist, dann lass ich es wahrscheinlich sein. Und ich gehe außerdem davon aus, dass der andere 1. sieht, wenn ich farblich die wichtigen Sachen hervorgehoben habe und 2. schon fragen wird, wenn er Fragen hat, ohne dass ich ihn explizit dazu auffordere.

Nächstes Beispiel: man hat einfach eine Frage

Was ein Kollege mit mir per Telefon besprechen würde:
Kollege: Hallo Keschu, na wie geht es dir? Was macht das Home Office?
Ich: Jup, läuft alles gut.
Kollege:
Ich: (stelle fest, dass eine Rückfrage erwartet wird) Und bei dir?
Kollege: Ja hier ist auch alles in Ordnung. (Es folgen Ausführungen über das Wetter, über das vergangene Wochenende, über das kommende Wochenende, über Gesundheit und die Aussicht aus dem Fenster)
Ich: … (weiß nicht, was ich außer „aha“ und „ok“ dazu sagen soll)
Kollege: Ja, weswegen ich eigentlich anrufe…
An dieser Stelle kommt die eigentliche Frage, die ich dann beantworte. Danach folgen wieder blabla und die momentan allseits übliche Floskel „Bleib schön gesund!“

Was ich mit einem Kollegen per Chat bespreche:
Ich: Hi, (an dieser Stelle folgt die Frage)
Kollege: Hallo Keschu, (beantwortet mir dir Frage)
Ich: alles klar, danke, bis dann!

Ich bin halt ein Fan von Informationsaustausch. Klare, kurze Anweisungen und Infos. Aber viele Leute haben die Anwandlung, total ausschweifend zu werden oder sich sogar zu rechtfertigen, warum man zB. eine Frage hat.
Ja, mir wird immer mal wieder bewusst, dass da noch Lernpotenzial habe. Dass dieser Smalltalk von vielen gewünscht und erwartet wird, aber meistens check ich das erst hinterher, dass es unhöflich wirken könnte. Wenn ich zB aus dem Urlaub zurück komme und mein Kollege neben mir mich dann begrüßt mit „Na Urlauberin, wieder da?“ dann war meine Reaktion früher immer „Joa“ und gedacht habe ich: Ja sieht wohl so aus, sonst wär ich ja nicht hier… Inzwischen habe ich gelernt, dass dann zumindest ein kurzer Abriss des Urlaubs erwartet wird. Und genauso auch andersrum. Wenn der Kollege neben mir aus dem Urlaub zurück kommt, erwartet er, dass ich frage, wie es war. Inzwischen mach ich das auch, aber ich muss gestehen, dass es mich meistens eigentlich nicht interessiert.
Diese Umgangsformen muss ich wohl bei Online-Kommunikation auch noch lernen…

Spending my time

Montag, 20. April 2020
Tag 21 im Home Office

Es ist schon wieder Montag. Die 6. Woche im Home Office beginnt.
Heute habe ich meinen ersten fremden sozialen Kontakt seit 6 Wochen gehabt. Unser Kühlschrank war kaputt und heute kam jemand, um ihn zu reparieren. Im Thermostat war Feuchtigkeit, ich hoffe, das war tatsächlich das Problem. Der Kühlschrank hat ständig eine Fehlermeldung gegeben und gepiepst, das war echt nervig. Manchmal hat er dann aufgehört zu piepsen, aber dann hatte er auch aufgehört zu kühlen.
Jetzt ist das Thermostat trocken, die Kühlschrankböden sind in der Spülmaschine und dann kann ich gleich wieder alles einräumen. Bloß gut, dass ich am Freitag nur einen kleinen Einkauf gemacht hatte. Ich musste nämlich den ganzen Kühlschrank ausräumen, damit der Monteur an die Thermostate dran kam.

Ja, jetzt ist er weg, die Spüma läuft und ich bilde mir die ganze Zeit ein, das Piepsen immer noch zu hören…

Am Wochenende hab ich ein bisschen an einer Bluse weiter genäht. Aber ich frage mich, was ich da beim Zuschnitt gemacht habe. Das Rückenteil ist länger als das Vorderteil… Das ist jetzt nicht furchtbar schlimm, das kann man auf eine Länge kürzen (sofern das Vorderteil jetzt nicht zu kurz geworden ist…), aber leider hat der Stoff ein Muster, und ich habe es eigentlich so zugeschnitten, dass es an den Seiten passen sollte. Dadurch dass jetzt aber hinten länger ist, ist das Muster jetzt also um genau das zu lange Stück verschoben. Das geht mir auf den Keks und deshalb hab ich dann nicht weiter genäht. Und was anderes hab ich gerade nicht zu nähen. Ich müsste erst zuschneiden. Und zuschneiden ist die ätzendste Arbeit am Nähen. Ich hätte gern schon alle Teile fertig, das wär super 😉
Aber vielleicht mach ich das jetzt einfach mal. Es ist wahrscheinlich nur ein Drangehen. Wie mit dem Spazieren auch. Wenn ich nämlich erstmal unterwegs bin, find ich es schön draußen.

Einkaufen am Freitag war übrigens ziemlich ätzend. Es war ganz schön voll und es gab einfach so viele rücksichtslose Leute, die keinen Abstand gehalten haben… Deshalb habe ich das Einkaufen so kurz wie möglich gehalten, und nur fürs Wochenende eingekauft. Dann muss ich zwar morgen schon wieder einkaufen, aber ich hoffe, dass es dann leerer ist, wie auch an den anderen Tagen, wenn ich einkaufen war.

WTF

Freitag, 3. April 2020
Tag 14 im Home Office

Meldung im Gruppenchat gestern mittag:

Hallo wer kann helfen Zahlungsvorschlag ist abgelegt, ZL-Echtlauf ist nirgends zu finden bzw. keine Daten drin?

Der Zahlungsvorschlag und der Zahllauf müssen im Archiv abgelegt und unterschrieben werden. Der Zahllauf ist aber nicht ins Archiv gekommen.
Der Zahllauf war ausgeführt, aber er hatte keine Buchungsaufträge erzeugt.
Ja, das wäre ihnen (Zahllaufausführender und Zahllaufprüfer) auch aufgefallen, aber sie könnten es sich nicht erklären.
Es hat 7 Minuten gedauert, bis ich den Fehler gefunden hatten. Sieben!
Ich sage nicht, dass die beiden das auch so schnell hätten finden können, aber ich bin der Meinung, sie hätten es selbst finden können. Da muss man sich halt mal Gedanken machen und die üblichen Sachen durchgehen. Da muss man vielleicht mal einen Blick ins Protokoll werfen, dann sieht man doch, dass da was nicht stimmt… man man man.

E-Mail an den anderen Fachbereich gestern:

Bitte senden Sie mir den aktuellen Saldo des Kontos XY zu.

Ohne diesen Saldo kann ich nicht buchen. Früher haben wir den morgens immer im Postfach gehabt, seit drei Monaten müssen wir immer nachfragen und den einfordern.
Nachdem die Mail mittags immer noch nicht da war, hab ich die Verantwortliche noch mal angeschrieben. Ja, sie hätte keinen Zugang, den hätte nur die andere Kollegin, aber die ist krank. Aha, ok. Ja, und sie hätte es an zwei Kollegen weitergegeben. Ok, sag ich, sie soll doch bitte noch mal nachhaken, weil ich ohne die Zahl nicht buchen kann.
10 Minuten später hatte ich die Zahl. Wir sollten unbedingt dafür sorgen, dass wir selbst einen Zugang zu dem SAP-System kriegen. Nervt mich ja tierisch, wenn ich so abhängig bin.

E-Mail vom Controlling gestern um 16:30 Uhr (als ich eigentlich schon längst Feierabend gemacht haben wollte):

Betreff: AW: Abc Def
Hallo Frau Keschu, ich seh gerade, in einer meiner vorherigen Mails war ein Anhang falsch!
Anhang: Xyz

Ich hab sie dann telefonisch nicht erreicht, also such erstmal alle Mails von ihr ab, suche auf der Ablage auf dem Server nach der Datei Xyz, suche sogar in den Themen Abc und Def, aber nirgends finde ich was zu Xyz. Endlich erreiche ich sie und es stellt sich raus, dass nicht ein Anhang falsch war, sondern dass sie einfach vergessen hatte, Xyz zu schicken…
Man man man… Inzwischen war es dann 17 Uhr, dann hab ich die Buchung noch gemacht und dann wirklich endlich Feierabend gemacht, bevor noch irgendwas blödes eintrudeln konnte.

Heute morgen gabs aber keine neuen Hiobsbotschaften, und so kann der Tag heute hoffentlich regulär ablaufen. Ich klopfe sicherheitshalber mal 3x auf Holz 😉

Der Plan fürs Wochenende ist mal wieder nähen, lesen, Gassi gehen. Was soll man sonst auch machen?! Ach und vielleicht fahr ich doch mal zum Rewe und kaufe Alkohol. Wir haben nämlich so gut wie keinen Alkohol im Haus!! Wie soll man denn das ohne Alkohol überstehen?! 😉
So, und wo wir schon bei Getränken sind, geh ich gleich noch über zum Essen: Was gibt es bei euch so zu essen? Mir gehen langsam die Ideen aus und ich will nicht ständig das gleiche kochen…
Heute gibt es bei uns gefüllte Paprika. In den letzten Tagen hatten wir folgendes: (vielleicht sind da auch ein paar Ideen für den ein oder anderen dabei)
– Tortellini mit Spinat-Tomaten-Soße und Gorgonzola
Linseneintopf à la Bellonas Papa 🙂
– Gulasch
– Wraps gefüllt mit Salat und Hähnchen
– Lasagne
– Hähnchenbrust in Paprika-Sahne-Soße
– Risotto mit Tomaten, Feta und Rucola
– Fischstäbchen mit Spinat und Spiegeleiern
– Strammer Max
– Bouletten mit Kartoffelbrei und Mischgemüse
Käsespätzle
Bauerntopf
Lachs-Couscous-Päckchen
– Thai-Curry
– Pellkartoffeln und Quark/Matjes
– Spaghetti Bolognese
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
Spaghetti Carbonara

New shoes

Freitag, 27. März 2020
Tag 9 im Home Office

Meine Filzhausschuhe sind kaputt. Alle beide sind an der Sohle durchgescheuert. Bloß gut hatte ich noch ganz dicke, warme Socken, die meine Omi mir gestrickt hat, sonst müsste ich jetzt mit ganz schön kalten Füßen im Home Office sitzen.

Wahnsinn, die zweite Woche ist schon um. Gestern wusste ich mal wieder nicht, welcher Tag ist. Abends dachte ich, es wäre erst Mittwoch. Die Zeit rennt, obwohl nichts passiert…
Unser Home Office wurde jetzt verlängert bis zum 19. April.
Urlaubs-Storno wurde untersagt. Viele wollen natürlich ihren geplanten Urlaub in den Osterferien nicht nehmen. Kann ich einerseits verstehen, aber wie lange wollen die Leute warten? Es weiß doch niemand, wie lange das noch dauert! Und am Ende stehen alle da und haben im Dezember noch 25 Tage Urlaub übrig… aber das Hauptargument ist, dass man sich trotzdem erholen muss. Home Office ist ja keine Erholung. Ja, es ist entspannter, als im Büro, für mich zumindest, aber es ist eben trotzdem Arbeit und kein Urlaub. Also wird ein Storno des geplanten Urlaubs nicht erlaubt. Ganz einfach.
Ich hab mir mit zwei Tagen das Osterwochenende verlängert. Eigentlich wär ich gern mit meinen Lernmädels irgendwo hingefahren 😀 Aber die eine hat seit März einen neuen Job und da wär das halt nicht gegangen. Dann hatte ich überlegt, ob ich zu meinen Eltern fahre. Das lass ich aber auch lieber, weil der Mann meiner Mutter ja zur absoluten Risikogruppe gehört. Dann hatte ich eben auch überlegt, ob ich mir die zwei Tage für später aufspare, aber wie lange denn?? Und wenn das jeder macht, dann kommt am Ende im Dezember niemand mehr arbeiten. Und mit ins neue Jahr nehmen dürfen wir sowieso nicht.
Aber krass, wie sich gleich wieder einige darüber aufgeregt haben. Dabei sollen die alle froh sein, dass wir unseren Urlaub einfach so nehmen können. Nicht nur können, sondern dürfen. Andere, die wegen der Kinderbetreuung gar nicht arbeiten können, müssen ihren Urlaub jetzt nehmen, obwohl das auch anders geplant war… Also das ist bei uns mal wieder Jammern auf extrem hohem Niveau und da bin ich wieder mal froh, dass ich nicht im Büro bin, und die ganzen Diskussionen so ausschweifend mitbekommen muss.

Der Plan fürs Wochenende ist nähen, lesen und ab und zu mit dem Hund Gassi gehen. Es ist erstaunlich, was für eine Völkerwanderung hier neuerdings hinterm Gartenzaun stattfindet! Alle Leute gehen plötzlich spazieren. Wohnen die hier alle? Wenn ja, wo denn?? Oder fahren die hier extra her? Auf jeden Fall sind da auch viele Hundebesitzer dabei, die sonst nicht hier sind. Das ist kacke, weil unser Hund jetzt beim Gassi immer super aufgeregt ist, weil da so viele neue Gerüche sind. Das heißt auch, frei laufen lassen am Wochenende könnte zu risikoreich sein. Wenn die andere Hunde sieht, dann ist die im Tunnel und hört auf nichts und niemanden mehr. Und überhaupt ist das grad abends blöd, wenn wir noch mal mit ihr um die Ecke gehen. In der Werbepause kurz Kacki und Pipi können wir da jetzt vergessen. Zu aufregend alles…
Doofes Corona!

Stillness of heart – Home-Office-Gelassenheit #4

Donnerstag, 26. März 2020
Tag 8 im Home Office

Leichte Aggressionen ziehen sich durch den Vormittag. Zuerst ist es die Technik, die nicht so will, wie wir alle. Dann sind es Kollegen, die einen nicht ausreden lassen, Arbeit doppelt machen und meine somit überflüssig und die andere Leute in den Himmel heben, weil sie Kram gemacht haben.

Unsere Web-Meeting-Plattform ist aktualisiert worden. Im Laufe der nächsten Wochen sollten wir wellenweise auf die neue Plattform wechseln. Jetzt, wo aber alle im Home Office arbeiten, wurde mitgeteilt, dass wir sofort auf die neue Plattform wechseln sollen.
Gesagt getan. Bei mir funktioniert alles.
Bei den anderen mal wieder nicht. Ich versteh das immer nicht, was die anderen immer für Scheiße bauen! Auch wenns um Updates geht. Bei mir läuft komischerweise immer alles problemlos durch. Bei den anderen nie und dann können sie immer stundenlang nicht arbeiten. (Ja, schon klar, dass das Taktik ist…)

Jetzt sollten wir mit dem Wechsel auf die neue Plattform auch scheinbar noch irgendeine Software aktivieren. Davon war in der Wechselaufforderung nichts erkennbar. Ein paar haben das offenbar gemacht. Ich nicht. Bei mir funzt alles. Bei einigen anderen nicht.
Wir haben vorhin echt 20 Minuten gebraucht, bis wir unser dämliches Web-Meeting zum laufen gebracht haben!! Und ich wette es hatte gar nichts mit der Plattform zu tun, sondern mit irgendeiner Einstellung. Das Problem sitzt in der Regel ja vor dem Rechner…
Ich überlege mir jedenfalls noch drei mal, ob ich diese zusätzliche Software aktiviere oder nicht, weil es bei mir auch problemlos ohne läuft und ich noch nicht den Sinn und den (neudeutsch sogenannten) „benefit“ darin sehe…

So, dann hatten wir es also endlich auf die Reihe gekriegt, auch der letzte konnte die anderen hören und wurde gehört und dann haben wir unser Ding besprochen.
Wir müssen immer eine Prognose darüber abgeben, wieviele der fälligen Rechnungen noch gezahlt werden. Ich finds ja immer sinnlos, weil das Glaskugelgucken ist, aber gut. Der Konzern möchte daraus Steuerungsmaßnahmen ableiten. Als ob da nicht gerade jetzt andere Sachen wichtiger sind… Jedenfalls bereite ich dazu eine Offene-Posten-Liste vor und kommentiere diese. Und mein Kollege hat das auch gemacht, aber eine andere Datei benutzt und ich frag mich jetzt, wozu ich das dann gemacht hab. Die Stunde Arbeit hätt ich mir sparen können, da hätt ich lieber gelesen! 😉
Die Datei die er benutzt hat, hat ein weiterer Kollege gebastelt, da wird weitestgehend alles automatisiert erzeugt und befüllt. Und dafür küssen ihm jetzt alle die Füße und ich denk mir so, der hätte sich mal lieber um andere Sachen gekümmert. Zum Beispiel um die Automatisierung der Kontenkommentierung zum Monatsende. Das ist nämlich nachher richtig ekelhaft, wenn man das händisch machen muss.

Aber ich bin ansonsten die Gelassenheit in Person. Ich genieße noch immer die Ruhe. Ich habe noch nicht angefangen, mit Gegenständen zu reden. Muss ich auch nicht, ich rede auch im Büro nur das, was ich muss. Für mich ist das alles also tatsächlich nicht so anders als sonst. Nur leiser.

Du hast die Haare schön

Mittwoch, 25. März 2020
Tag 7 im Home Office

Gestern hatte ich mein Mitarbeitergespräch. Meine Beurteilung ist ziemlich gut ausgefallen. Um nicht zu sagen hervorragend. Eigentlich bin ich in allen Bereichen überdurchschnittlich gut beurteilt worden, was mich natürlich freut. Aber irgendwie ist es auch ein bisschen übertrieben.
Ich mein, ich weiß, dass ich gute Arbeit leiste, dass ich zuverlässig bin und dass ich keinen Scheiß abgebe. Was ich mache, hat Hand und Fuß und ist richtig, zügig und ordentlich. Aber trotzdem… das grenzte schon an Bauchpinselei und ich weiß auch warum: Weil ich nämlich nicht den Haken für Entwicklungsmöglichkeiten bekommen habe. Den hatte mein alter Chef mir letztes Jahr schon nicht gegeben. Er hätte zwei andere vorgesehen (ich frag mich heute noch, wer damals der zweite war) und ich würde ihn auf jeden Fall dieses Jahr bekommen.
Nun ist Alt-Chef aber nicht mehr da und Neu-Chefin (immer noch nicht offiziell übrigens), wollte mir den nicht geben. Sie hätte zwei andere vorgesehen (WER, verdammt???), aber ich würde ihn auf jeden Fall nächstes Jahr bekommen.

Früher hätte ich meine Klappe gehalten. Früher hätte ich mich nicht getraut, was zu sagen, weil ja die Beurteilung so super ist. Das ist ja, als würde man ein Haar in der Suppe suchen. Also hätte ich gesagt, dass es ok wäre und hätte mich in Grund und Boden geärgert.
Aber ich bin nicht mehr wie früher. Gestern hab ich ihr gesagt, dass mir Alt-Chef genau das letztes Jahr auch schon gesagt hatte und dass ich das nicht so toll finde.

Heute früh bekam ich dann die Info, dass ich diesen Haken doch bekomme.
Ob das jetzt tatsächlich was bewirkt, das sei mal dahin gestellt. Zumindest komme ich aber in eine Art Talent-Pool und so hat man dann auch mal eher die Möglichkeit, zB. Job Visits zu machen, weil man „sichtbarer“ ist. Diese ganze Vitamin-B-Scheiße geht mir ja eigentlich ziemlich auf den Sack, aber anders geht es bei uns eben nicht. Eigentlich will ich ja schon länger mal ins Controlling und gucken, was da so abgeht. Ich glaube Controlling liegt mir mehr als Buchhaltung. Also abwarten. Solange die Situation aber ist, wie sie ist, wird das sowieso nichts mit Job Visits.

Trotz dieser guten Nachricht bin ich heute aber ziemlich unmotiviert. Mir ist kalt und eigentlich will ich mich nur auf die Couch verziehen und mein Schnulzbuch weiterlesen, in dem es eine so schöne heile Welt gibt… :-/

Einkaufen war gestern gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Die Idee, zu diesem etwas abgelegenen Lidl zu fahren, war vielleicht genau richtig. Vielleicht wäre aber auch in dem anderen wenig los gewesen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall waren da gestern nur 6 Autos auf dem Parkplatz und eben sehr wenig Leute im Laden.
Es war eigentlich ganz entspannt. Niemand hat gedrängelt, fast alle haben Abstand gehalten. Zumindest an der Kasse sind dann aber alle an den aufgeklebten Abstandsstreifen am Boden stehen geblieben und haben gewartet. Klopapier gabs natürlich nicht mehr, aber ich brauche ja noch kein neues. Ansonsten habe ich fast alles bekommen, was auf meiner Liste stand und deshalb hab ich auf dem Heimweg noch kurz bei einem Aldi angehalten, der ebenfalls ziemlich leer war.
Wenn ich so drüber nachdenke, war es wohl doch ganz gut, nicht montags und nicht früh einkaufen zu gehen. Ich schätze, gestern war es voll, weil viele nach dem Wochenende nichts mehr hatten, und morgens ist es bestimmt auch voll, weil alle Leute als erstes da sein wollen, weil ja dann potentiell die Regale noch voll sind.

Aber ehrlich, man muss sich da eigentlich wirklich keine Sorgen machen. Es gibt alles. Und ansonsten muss man eben mal ein bisschen umdisponieren. Dann macht man statt Erbsensuppe eben Linsensuppe.

Ich war trotz allem überrascht, wie viele Autos ich unterwegs getroffen habe. Es war zwar halb vier, also wahrscheinlich der Feierabendverkehr, aber ich hatte eigentlich gar nicht den Eindruck, dass weniger Menschen als sonst unterwegs sind.

Abends hab ich dann dem Namenlosen die Haare geschnitten! 😀 Als Frau hab ich zumindest das Problem nicht. Wenn meine Haare jetzt wachsen, dann ist das schon ok. Der Bob wächst halt einfach raus und ich mache dann einen Zopf. Aber er sah schon wieder aus wie ein Wischmopp. Auf seine Haare bin ich ja echt neidisch. Die sind so voll und so dick… aber wenn sie bei ihm zu lang werden, sieht es halt ein bisschen wild aus. Er müsste wohl länger durchhalten, dann wärs irgendwann bestimmt wieder gut, aber er ist nicht so der Typ für längere Haare 😉 Also musste die Wolle gestern runter.
Bloß gut, dass wir eine Schermaschine für den Hund haben 😀 sein Bartschneider hat das nämlich nicht geschafft.
Also zuerst hinten und an den Seiten kürzer scheren und oben hab ich dann beherzt die Schere genommen 😀 ist aber tatsächlich ganz gut geworden 🙂
Aber ich bin ja auch erfahren, was das angeht. Mit 22 oder so hab ich mir die Haare mal selbst kurz geschnitten, nachdem mein damaliger Freund Schluss gemacht hatte. Einer Freundin hab ich sie später dann auch kurz geschnitten. Meiner Schwester hab ich öfter den Pony geschnitten und als meine Haare später wieder lang waren, hab ich die Spitzen eigentlich immer nur selbst geschnitten, weil ich nicht eingesehen hab, beim Friseur 30 Euro dafür zu bezahlen.

Vielleicht machen wir wenn wir auswandern dann doch kein Katzen-Café auf, sondern einen Friseur. Offenbar hab ich meinen Beruf verfehlt 😀

Can’t get you out of my head

Dienstag, 24. März 2020
Tag 6 im Home Office

Ja, das Wochenende ist vorbei, der Montag war halt ein Montag und die Entspannung ist… na ja nicht dahin, aber Corona ist wieder allgegenwärtig und damit auch eine leichte Unruhe.

Heute morgen haben sie im Radio Marc Friedrich interviewt, der als „Crash-Prophet“ bekannt ist und in einem seiner Sachbücher den Wirtschafts-Crash für spätestens 2023 prognostiziert hat… Der hat also heute morgen, als ich noch im Halbschlaf war, ein worst-case-Szenario gemalt: Rezession, globale Depression, Unterbrechung des Wirtschaftskreislaufs, Deflation, Kollaps und schließlich Währungsreform. Und das ganze würde 5 bis 10 Jahre dauern, weil man einfach immer bei jeder anderen Krise Geld reingesteckt hat und versucht hat alles zu retten. Man hätte Banken auch bankrott gehen lassen müssen, dann hätte man jetzt mehr auf der hohen Kante gehabt und hätte die 5 bis 10 Jahre auf 3 verkürzen können…
Es gab Wirtschaftsexperten, die sich mit seinen Büchern befasst haben und seine Vorhersagen aus 2012 widerlegt haben, aber darum gehts grad nicht. Ich war gerade wach und man hört direkt als erstes das worst-case-Szenario… da gehen direkt die Gedanken wieder los und man wacht direkt mit Unruhe auf.

Dann wusste ich gar nicht, welcher Tag heute ist. Dadurch dass ich jetzt so lange nicht mehr draußen war, ist mein Zeitgefühl komplett verloren gegangen. Gestern Abend wusste ich schon nicht mehr, welcher Tag ist, und ob ich den Wecker anmachen muss oder nicht… Mir wär als wäre Samstag und auch heute morgen war ich dann verwirrt, dass der Wecker anging. Ich war überzeugt, dass es Sonntag wär…
Vielleicht ist es nicht verkehrt, dass ich nachher vor die Tür muss um einkaufen zu gehen. Mal ein bisschen in die Realität zurück kommen!

Die Arbeitsrealtität ist dafür ganz gut angelaufen heute. Ich habe einen neuen, sauberen Pulli an und ich bin geschminkt. Ich gehe davon aus, dass wir das Mitarbeitergespräch nicht per Video machen, aber egal. Dann seh ich zumindest zum Einkaufen später nicht aus, wie der Tod auf Latschen 😉
Jetzt werde ich meine to-do-Liste für heute abarbeiten und dann vielleicht auch etwas früher Feierabend machen und einkaufen fahren, dann kann ich länger in der Sonne stehen und auf Einlass warten 😉

Bleibt gesund, bleibt zu Hause und denkt nicht so viel über Corona nach. Lest lieber ein Schnulzbuch, da kann man sich so schön wegtragträumen… Zumindest mal eine Woche lang, wenn man nicht zu schnell und nicht zu viel liest 😉

Pocketful of sunshine

Montag, 23. März 2020
Tag 5 im Home Office

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, aber es ist eisekalt heute. Auf dem Balkon steht eine Feuerkorb mit einer Auffangschale unten drunter. Dort drin ist Wasser, den dem öfter mal Vögelchen baden oder trinken. Aber das Wasser ist gefroren. So allmählich taut es auf, aber die Sonne ist leider schon rumgewandert, sodass der Balkon jetzt im Schatten liegt.
Auf der Wiese im Garten ist Sonne, da stolzieren gerade die zwei Elstern rum, die hier irgendwo wohnen und regelmäßig Streit mit den Eichelhähern anfangen. Die kleinen Meisen halten sich da raus. Die sitzen in der Linde und schauen sich das Spektakel an. Das ist fast wie eine Soap 😀
Und gerade hab ich mich füchterlich erschrocken, weil der Eichelhäher an der Wasserschale war. Es ist leider noch nicht ganz aufgetaut… Ganz schön groß, dieser Vogel! Jetzt ist er grad auf die Balkonreling gehüpft, aber ich war mit der Handykamera zu langsam.

Ich war jetzt seit einer Woche nicht mehr wirklich draußen. Nur abends mit dem Hund Gassi und am Wochenende eine große Runde ums Feld. Am Samstag kam mir dabei nur ein Radfahrer entgegen, aber am Sonntag waren doch ziemlich viele Leute unterwegs. Aber da war ja auch das Wetter wieder schön…
Es ist echt erstaunlich, wir wohnen ja schon etwas ab vom Schuss, direkt am Feld. Normalerweise trifft man hier wirklich fast nie niemanden, wenn man ums Feld geht. Sind die jetzt alle hier her ausgewichen, um mal spazieren zu gehen? Ich mein, natürlich muss man mal raus. Wir haben ja wenigstens einen Balkon und einen Garten, aber das hat ja nicht jeder.
Ich fand das Wochenende jedenfalls eigentlich richtig schön. Wir haben wenig Nachrichten geschaut und die Unruhe von Freitag hat sich bei mir wieder gelegt, wir haben ein bisschen Fernsehen geschaut, faul rumgelegen und gelesen. Gar nicht so viel anders, als sonst. Aber sonst denken wir immer (grad wenn das Wetter schön ist), dass man ja eigentlich mal raus müsste, einen kleinen Ausflug machen. Und dann haben wir oft ein richtig schlechtes Gewissen, dass wir die Zeit so sinnlos verstreichen lassen… Ehrlich, so ohne schlechtes Gewissen rumzuliegen und ohne Druck, dass man seine Zeit nicht gut nutzt, war das Wochenende eigentlich wirklich richtig schön!

Ich war also letzten Montag das letzte mal richtig draußen. Da war ich einkaufen. Wenn wir uns ab morgen nicht von TK-Kartoffelpuffern mit Apfelmus oder Nudeln mit Tomatensoße aus dem Glas ernähen wollen, muss ich morgen dann mal einkaufen gehen.
Der Namenlose war am Samstag kurz für ein paar Kleinigkeiten im Lidl und er meinte, es war relativ leer und sehr entspannt. Lag wohl am Lidl, der liegt nämlich eher etwas ab vom Schuss. Und ein Penny und Tegut ist auch noch nebenan, sodass es sich wohl gut verteilt. Aber die meisten Leute werden wohl in den größeren Rewe oder ins Kaufland gefahren sein. Ich muss mir noch überlegen, wo und wann ich morgen hinfahre. In meinen Stamm-Aldi fahre ich aber vermutlich nicht, der liegt am Rande eines großen Wohngebiets und wird rappelvoll und leergekauft sein.

Wahnsinn, dass man sich Gedanken um den Einkauf machen muss… Meine Kollegin meinte am Freitag auch zu mir, die Regierung würde uns für dumm verkaufen, wenn sie sagt, es gäbe keine Engpässe mit Lebensmitteln. Der Verkäufer im Supermarkt hätte ihr gesagt, dass es ehr wohl Engpässe gäbe.
Oh man, was soll man davon halten?? Setz dir einen Aluhut auf und schließ dich zu Hause ein… Es gibt keine Engpässe bei Lebensmitteln. Es gibt nur das Problem, dass die Supermärkte überhaupt nicht so schnell ranschaffen können, wie die ganzen Idioten es wegkaufen!
Eine Palette Klopapier ist nach 10 Minuten leer! Ich kann immer noch nicht verstehen, wieso alle Leute so viel Klopapier kaufen. Wie schon Freitag gesagt: ich habe vor über zwei Wochen eine Packung gekauft, als wir von der vorherigen Packung noch zwei Rollen übrig hatten. Wir kommen also offenbar mit einer Rolle pro Woche aus. Als ich Freitagabend die neue Packung aufmachen musste, hab ich kurz überlegt, ob ich jetzt in Panik verfallen sollte 😉 Aber die nächsten mindestens 8 Wochen sollten wir also auf der sicheren Seite sein, was Klopapier angeht 😉

So, weg von solch intimen Geständnissen… Hin zum Home-Office-Alltag.
Vorhin ist mir aufgefallen, dass ich einen Fleck auf dem Pullover hab. War mir dann aber auch egal. Sieht ja keiner 😉 Ich trage tatsächlich immer noch Jeans und einen BH 😀 ich glaube, sonst fühlt sich das ganze zu sehr nach Freizeit an. Aber ich trage den Pulli mit dem Fleck schon seit letztem Dienstag. Er riecht aber noch ganz frisch. Ich bewege mich ja nicht, also scheide ich auch keine Körperausdünstungen aus. Aber ich seh ein, dass ich morgen ruhig mal einen neuen Pulli anziehen kann!
Morgen hab ich dann auch mein Mitarbeiterjahres-/Beurteilungsgespräch. Das wird dann per Firmen-Skype stattfinden. Ich frage mich, ob das dann mit Video ist… vielleicht sollte ich mich dann morgen mal schminken. Sieht dann seriöser aus. Und noch weniger nach Freizeit.

Plan für morgen: neuer Pulli und Wimperntusche 😉

Don’t panic

Freitag, 20. März 2020
Tag 4 im Home Office

Heute sitze ich tatsächlich an meinem Schreibtisch. Ich habe gestern das Arbeitszimmer aufgeräumt und dann nicht mehr genäht, weil alles so schön ordentlich aussah 😉
Dann habe ich angefangen, Stoffe zu sortieren, weil meine Schwester (die als OP-Schwester arbeitet) angefangen hat, OP-Hauben zu nähen. Selbst sowas wird jetzt also schon knapp. Na ja, kommen ja auch aus China. Es ist echt billiger, Wegwerfhauben zu kaufen, als Baumwollhauben bei 90 Grad zu waschen… Meine Stoffreste reichen leider nicht für Hauben, aber sie ist auch gerade in Klärung, ob man Mundtücher daraus machen kann.
Und ich sitze hier, starre aus dem Fenster und fühle mich nutzlos. Ich sitze hier und mache meine unnütze Arbeit. Erste Kunden haben schon angekündigt, dass sie wegen der Corona-Krise ihre Zahlungsfähigkeit nicht sicherstellen können. Jeder beschränkt sich gerade auf die wichtigsten Dinge und das merkt man. Es kommt keine E-Mail, kein Anruf – nichts!

Ich muss aufpassen, dass ich nicht in eine dauerhafte Unruhe verfalle. Die vielen Nachrichten, die Diskussionen, Berichte über Einzelschicksale, Auswirkungen auf die Wirtschaft, Hamsterkäufe, die Panik der Menschen… das steckt mich an und beunruhigt mich. Ich versuche ruhig zu bleiben und tief durchzuatmen.
Wenigstens muss ich heute nicht einkaufen. Die letzten beiden Male hab ich mich tatsächlich etwas von der ganzen Hamsterei anstecken lassen und habe mehr Milch als üblich, Toastbrot, Aufbackbrötchen, noch zwei Päckchen Nudeln und TK-Gemüse gekauft, was ich sonst nie mache. Ich kaufe sonst nur das, was wir unmittelbar brauchen. Aber deshalb muss ich heute fürs Wochenende nicht einkaufen gehen, sondern kann das auf Montag verschieben.
Und dann werde ich mich beherrschen und keine Packung Klopapier kaufen, weil die, die ich vor über zwei Wochen gekauft habe, als wir nur noch zwei Rollen hatten, immer noch nicht mal angebrochen ist!!! Wir kommen also die nächsten Wochen mit dem aus, was wir haben.

Wenn die Menschen bloß einfach vernünftig wären und in normalen Mengen einkaufen würden, dann gäbe es diesen Engpass ja gar nicht. Der ist künstlich verursacht und bestätigt jeden, der vor der leeren Palette steht, dass es gut ist zu hamstern, weil es ja „offensichtlich nichts mehr gibt“.

Am Wochenende habe ich vor mich zu entspannen. Ich werde keine Hamstereinkäufe machen, ich werde mich an die Regeln halten und zu Hause bleiben. Ich werde lesen, nähen, mit dem Namenlosen quatschen und Filme schauen, mit dem Hund ums Feld laufen (da trifft man in der Regel niemanden), vielleicht was im Garten machen. Auf jeden Fall werde ich mir größte Mühe geben, um nicht in Panik zu verfallen.

#stayhome und bleibt gesund!

Another cup of coffee – Home-Office-Gelassenheit #3

Donnerstag, 19. März 2020
Tag 3 im Home Office

Na, der Vorsatz mit dem Arbeitsplatz umräumen/einrichten hat nicht so geklappt. Gestern nach Feierabend habe ich wieder genäht. Und was soll ich sagen? Ich nähe ja nachher weiter… Es ist nervig, das alles wegzuräumen. Also sitze ich heute wieder am Esstisch. Mit Kissen unterm Hintern, um die Schultern zu entlasten. Aber das ist auch keine Dauerlösung. Ich komme wohl ums hin- und herräumen nicht drum rum.
Generell wäre es aber gut, wenn ich das Arbeitszimmer mal etwas aufräumen würde. Da hat sich in letzter Zeit ein kleineres Chaos eingeschlichen. Der Staubsaugerroboter fährt gerade mal durch, dann muss ich mal den Kleinkram wegräumen und eine Kiste für das aktuelle Nähprojekt wär auch nicht schlecht. Dann kann ich die halbfertigen Teile da einfach reinlegen und ins Regal stellen. Nähmaschinen an die Seite und schon hab ich Platz zum arbeiten. Ist eigentlich gar nicht so schlimm.
Ok, dann ist das der Plan für nachher.

Der Plan für jetzt sieht vor, Rückstellungen zu stornieren, zu denen Rechnungen gebucht sind. Normalerweise passiert das über einen Workflow automatisiert. Aber seit diesem Monat haben das andere Kollegen übernommen und jetzt ist da nicht alles so gelaufen, wie es sollte… Also stehen die Rückstellungen noch da, obwohl die Rechnung gebucht wurde. Ja, etwas nervig, deshalb schiebe ich das schon seit gestern vor mir her… Gestern hab ich dann lieber pünktlich Feierabend gemacht und heute habe ich mich auch noch nicht aufraffen können. Aber das liegt nicht am Home Office. Ich hätte es auch im Büro vor mir her geschoben 😉
Also gehts jetzt los. Nach einer weiteren Tasse Kaffee. 😉

Feeling good – Home-Office-Gelassenheit #2

Mittwoch, 18. März 2020
Tag 2 im Home Office

Mir ist langweilig.

WAR EIN WITZ! 😉

Nachher sollte ich mal den Schreibtisch aufräumen. Da liegt noch der ganze Nähkram rum. Ich muss mal schauen, wie ich das dann mache, weil ich ja auch nähen möchte. Also muss ich eigentlich beides, Arbeitsplatz und Nähplatz, jeweils immer wieder wegräumen und aufbauen.
Gestern und heute sitze ich zum Arbeiten der Einfachheit halber im Wohnzimmer am Esstisch. Und dabei mit dem Rücken zum Fenster, was ja eigentlich schade ist. Aber das ist mein Stammplatz und auf dem anderen kann ich nicht sitzen 😀
Also sollte ich lieber mein Nähzeug wegräumen und am Schreibtisch sitzen. Ist auf Dauer eh besser für den Rücken, weil mir der Esstisch so zum arbeiten nämlich eigentlich zu hoch ist. Und außerdem kann ich dann aus dem Fenster schauen.

Heute gäbs was zu sehen. Der Bauer macht sein Spargelfeld fertig. Der Namenlose hat letztens mit ihm gesprochen, weil die meisten Erntehelfer ja Polen sind. Er hat sie jetzt wohl schon ein paar Wochen früher hergeholt, weil ja Polen schon letztens die Grenzen dicht gemacht hat.
Damit die dann nicht sinnlos hier rumsitzen und warten, dass es losgeht, soll der Erntebeginn wohl auch vorgezogen werden.

Ansonsten könnte ich heute viele Vögel beobachten. Ein Eichelhäher sitzt irgendwo im Baum und schimpft mit dem Traktor 😀 Ein paar Elstern keckern rum, einen Raben hab ich auch gehört. Dann natürlich noch Meisen und Amseln. Die Sonne scheint, es ist richtig mild und frühlingshaft draußen…
Und ich fühle mich gut 🙂

Ich genieße wieder die Ruhe.
Gestern hab ich den halben Tag damit verbracht, mit diversen Kollegen unsere Web-Meeting-Plattform zu testen. Ich nenne es immer firmeneigenes Skype. Man kann darüber telefonieren, Videokonferenz machen, chatten und auch Dokumente hin und her schicken oder in einer Web-Konferenz seinen Bildschirm teilen, sodass man den anderen zeigen kann, woran man gerade arbeitet zB.
Die Nutzungsmöglichkeiten sind wirklich breitgefächert und waren ganz offensichtlich den meisten überhaupt nicht bewusst. Die meisten haben diese Software bis auf die Telefonfunktion noch überhaupt nicht benutzt und das mit der Telefonfunktion auch nur gezwungenermaßen, weil uns die Tischtelefone weggenommen und alles auf diese Software umgestellt wurde.

Naja. Man sieht mal wieder: wenn man MUSS, dann geht es auch irgendwie.
Ich bin jedenfalls immer noch sehr zufrieden, ich vermisse nichts und niemanden. Den Kaffee auf der Arbeit habe ich eh nicht getrunken, Tee kann ich mir auch hier machen, sogar ohne verkalkten Wasserkocher 😉 Hier tickt keine Uhr, hier flüstert niemand vor sich hin, wenn eine Nase beim Atmen pfeift, dann ist das meine und dann beseitige ich das. Bisher vermisse ich noch nicht mal die zwei großen Bildschirme, mit denen ich normalerweise arbeite. Warten wir mal den Monatsabschluss ab, da könnte es dann etwas nerven, dass ich nur den kleinen Laptopbildschirm hab. Aber wenn das der einzig negative Punkt am Home Office ist, dann kann ich damit leben!

Ich möchte übrigens auch betonen, dass ich mir sowohl gestern als auch heute die Zähne geputzt und sogar eine Jeans angezogen habe! Aber fragt mich da in zwei Wochen noch mal 😀