Freitags-Füller 2/2020

1. Man könnte meinen so eine Woche müsste sich jetzt wieder länger anfühlen. Jetzt wo ich keinen durchgetakteten Alltag mehr habe und meine Tage nicht mehr so pickepacke voll sind. Aber so eine Woche ist trotzdem ratzfatz um. Ich genieße momentan die Nachmittage auf der Couch mit einem Hörbuch und Strickzeug in der Hand 🙂

2. Die App, die ich letztes Jahr benutzt habe sagt Sonntag ist mein Lieblingstag der Woche, weil das wohl der einzige Tag war, an dem ich einfach bloß rumschimmeln konnte, wenn ich wollte. Auch wenn ich das (gerade zum Ende hin) nicht mehr ohne schlechtes Gewissen gemacht habe. Im Sommer hab ich zumindest jeden Sonntag Vormittag gesessen und gelernt. Im Herbst hat das nachgelassen, aber es war auch einfach genug. Jetzt bin ich mal auf diese Jahr gespannt, welcher Tag sich als Lieblingstag herauskristallisiert.

IMG-20191231-WA0001.jpg

3. Ich möchte bitte gerne einen neuen Job finden. Aber das ist nicht so einfach bei mir. Ich bin so bequem und verwöhnt, dass ich immer etwas auszusetzen finde. In ein paar Wochen findet unser jährliches Beurteilungsgespräch statt, da kann ich vielleicht mal ansprechen, wie es mit internen Veränderungen aussieht.

4. Zwischen den Jahren waren wir bei Freunden eingeladen. Dort habe ich ein Mädel kennen gelernt, mit der ich mich auf Anhieb derartig gut verstanden habe, dass ich es fast nicht glauben konnte. Und was ist der Haken? Sie zieht im Sommer weg. Nach Hamburg… ach man… Naja, aber auf jeden Fall fand sie die Hausschuhe vom Namenlosen und mir (ja wir sind in dem Alter, wo man Hausschuhe mitnimmt, wenn man irgendwo zu Besuch geht 😀 ) so toll, dass ich überlegt habe, ihr auch welche zu machen. Aldi hatte bei uns auch gerade wieder die Filzwoll-Pakete im Sortiment und es gab tatsächlich noch eins in lila (ihre Lieblingsfarbe). Jetzt stricke ich fleißig und würde (in Ermangelung anderer Käufe außer Lebensmitteln) sagen, das ist das Beste, was ich bis jetzt im neuen Jahr gekauft habe.

5. Wir brauchen neue Stühle. Unsere Stühle am Esstisch, also der Bezug der Stühle, löst sich nämlich so allmählich auf. Ich hatte überlegt, ob man sie einfach neu bezieht. Der Namenlose klang davon nicht so begeistern und meinte, das würde nicht gehen, aber das muss ja gehen. Da ich ihn jedenfalls kenne, und weiß, wie lange er so unwichtige Sachen vor sich herschiebt, kann ich es ja einfach mal versuchen.

6. Im Nachmittage-mit-sinnvollen-Dingen-vollpacken fehlt mir nach den vergangenen zwei Jahren ein bisschen die Übung.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf was schönes zu Essen. Eigentlich wollten wir heute bei einem der Lernmädels Raclette machen, aber die andere ist krank geworden, deshalb verschieben wir das und ich muss gestehen, ich bin nicht böse drum. Ich finde Raclette nämlich blöde… Aber mit der Meinung bin ich offenbar ziemlich alleine, morgen habe ich geplant, mir eine Overlockmaschine zu kaufenund Sonntag möchte ich damit ein bisschen nähen üben und werde mir daher erstamal eine oder zwei neue Jogginghosenunikate nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

Ich & Dublin – 07.10.- 11.10.2019

Die erste Woche war also nun schon rum und ich hab mich in Dublin schon richtig heimisch gefühlt. Ich bin bei rot über die Straße gelaufen, wenn nix kam, ich hab meistens in die richtige Richtung geguckt, wenn ich die Straße überqueren wollte, ich bin auf dem Gehweg auf der „richtigen“ Seite ausgewichen und hab „Sorry“ gesagt, wenn ich andere fast angerempelt hab. Ganz wie die locals 🙂 Ich war auch schon eine richtige Dublinerin 😀 Die Leute da sind nämlich echt unglaublich freundlich. Jeder entschuldigt sich, auch wenn überhaupt nichts war. Aber wenn man sich auf der Straße ausweichen muss, hört man alle Augeblicke „I’m sorry!“. Und sie halten Türen auf. Ich mein, ich mach das ja auch wenn jemand unmittelbar hinter mir ist. Aber die machen das auch, wenn man noch echt weit weg ist. Die warten dann und halten die Tür auf und ich bin dann immer schneller geworden, weil ich nicht wollte, dass die da ewig auf mich warten müssen 😀

Und was mir zu Beginn der zweiten Woche noch aufgefallen ist: Ich war so richtig in der Sprache drin und ich war froh, dass ich noch eine Woche vor mir hatte und nicht schon nach Hause musste 🙂

In der zweiten Woche bekamen wir eine neue Teilnehmerin in den Kurs. Sie kam aus Österreich. Ich wusste nicht so richtig, ob ich das gut oder doof finden soll, weil einerseits dachte ich, dass sie vielleicht auch eine wäre, mit der man nachmittags was zusammen machen könnte. Andererseits dachte ich, dass ich ja gar kein deutsch sprechen wollte, in den zwei Wochen… Das hab ich dann auch gar nicht so viel, denn sie war gar nicht so häufig in der Schule 😉 Nur am Freitag haben wir den Nachmittag zusammen verbracht und im Nachhinein bin ich froh, dass es nur der Freitag war 😉

Dazu später mehr. Erstmal Montag: Nach der Schule bin ich zum „seat eating tree“ gegangen. Den hab ich natürlich nur gefunden, weil ein Cache so hieß 🙂 Den Cache, der nicht dort, aber eben ganz in der Nähe war, hab ich nicht gefunden, aber das war nicht so schlimm. Ich hab den Nachmittag in der Sonne auf der eingewachsenen Bank verbracht und hab meine Zeit vertrödelt. Mir taten vom Vortag immer noch die Füße weh und ich glaube, ein richtiger Wanderurlaub wäre doch nichts für mich. Ich würde ja gern mal so einen Fernwanderweg laufen, aber da läuft man ja mehrere Tage hintereinander so um die 10 km. Ich glaube das schaffe ich gar nicht!
Der Baum war gar nicht so weit von der Schule und der Unterkunft weg, aber ich bin wieder mit brennenden Füßen nach Hause gekommen!

Am Dienstag bin ich Souvenirs shoppen gegangen. Wobei Souvenirs jetzt übertrieben ist. Ich hab nämlich nur dem Namenlose was mitgebracht 😉 Ich hab dieses mal auch nicht mal Postkarten verschickt… Der Namenlose steht auf Whiskey und er hat viele in seinem Regal. Aber alles nur schottische. Also dachte ich, ich bringe ihm einen irischen Whiskey mit. Das ist zwar nicht so leicht, einen Whiskey zu kaufen, wenn man selbst keinen mag, aber ich hab mich halt mehr oder weniger im Laden beraten lassen. Wahrscheinlich hat der sich gedacht, was für ne dumme und ignorante blöde Touristin ich doch bin… aber egal, der sieht mich nie wieder 😉 Und der soll sich mal auch nicht so anstellen, schließlich hab ich was gekauft!
Im Nachhinein dachte ich nämlich noch wie blöd das doch war… ich hätts am Flughafen im duty free shop kaufen sollen… dann hätte ich die Flasche nämlich ins Handgepäck nehmen können… Nun ja. Nun hatte ich die Flasche aber gekauft.
Auf dem Rückweg bin ich in einen Laden, in dem man traditionelle Strickpullis und so kaufen konnte. Hach, die waren alle so schön! Alle mit unterschiedlichen keltischen Zopfmustern… aber wie schon gesagt, die Wolle war ziemlich teuer… Und ich hab ja auch noch Wolle zu Hause.

Am Mittwoch war wieder Pub Night. Und ich weiß gar nicht mehr, was ich am Nachmittag noch gemacht hatte… Mist, wenn man nicht gleich alles aufschreibt!
Auf jeden Fall war ich im Lidl einkaufen und war überrascht und hocherfreut, dass ich dort richtiges Brot bekommen hab! Also richtiges Brot. Sonst gibts da überall nur Toastbrot oder Brot, das irgendwie wie Kuchen schmeckt und auch so krümelig wie Kuchen ist. Das konnte ich nicht mehr sehen und hab mir dann einen Laib Mehrkornbrot gekauft. Also, es war zwar trotzdem anders, als deutsches Brot, aber um Welten besser, als dieses ätzende Toastbrot… 😀
So, abends war jedenfalls Pub Night und wir waren in einem anderen Pub als die Woche davor. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Gedenkstätte für politsche Gefangene auf der ganzen Welt vorbei gekommen. The Universal Links of Human Rights. Die Flamme in der Skulptur brennt ständig zu Ehren der Menschenrechte.
Der Pub heute war keine so gute Wahl. Keine Musik, etwas unterkühlt… also sind wir wieder in den Pub von letzter Woche gegangen. Mit so vielen Leuten und kurz vor Showbeginn (da war nämlich täglich Live-Musik), war das etwas ungünstig, wir haben nämlich keinen Platz mehr bekommen. Aber egaaaaal, ich fand es jedenfalls nicht schlimm zu stehen.
Die Musik war wieder toll und der Abend wurde länger als geplant. Und es wurden auch mehr Cider als geplant 😉

So bin ich dann Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, aber ich hatte Aspirin in meiner Reiseapotheke 😉 Die gabs zum Frühstück. Danach Kaffee und eine Scheibe Brot, dann Schule.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag nach der Schule nach Malahide zum Schloss und an den Strand fahren. Ich war nämlich in der ganzen Zeit jetzt noch nicht am Meer gewesen! Obwohl Dublin direkt am Meer liegt. Eine Schande! Aber irgendwie hab ich mich dann doch umentschieden. Um 4 erst nach Malahide loszufahren… Tja irgendwie war mir das zu spät.
Inzwischen hatte ich aber auch Marsh’s Library gefunden und ich hab mir überlegt, lieber dort hin zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung, auch wenn meine Beine mich unterwegs fast umgebracht haben!
Von der Schule zur Bibliothek, die direkt neben der St Paul’s Cathedral liegt, waren es 2,5km. Und die Bibliothek machte um 5 zu! Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht am Sonntag schon drin war, aber sonntags hat sie gar nicht auf.

Als ich um halb 5 dort ankam, waren nur zwei weitere Touristen dort und drei Angestellte. Eine hat mir einen Flyer in die Hand gedrückt, aber den musste ich dann gar nicht lesen, weil sie mir eigentlich alles über die Bibliothek erzählt hat. Marsh’s Library war 1707 die erste öffentliche Bibliothek in Irland und sie ist heute noch genau so, wie damals. Selbst die Bücher stehen alle am gleichen Platz, wo sie mal eingeordnet worden sind.
Man kann in den Büchern sogar lesen oder recherchieren, allerdings muss man dazu einen Termin machen und ankündigen, welche Bücher man braucht. Diese werden dann rausgesucht und zur Verfügung gestellt.
James Joyce hat in dieser Bibliothek studiert und auch Bram Stoker war einige Male dort. Als ich da war, war gerade eine Ausstellung der Bücher, die Bram Stoker sich damals ausgeliehen hat.
Man darf in der Bibliothek leider nicht fotografieren, nur im hinteren Bereich gibt es eine Abteilung, wo man Fotos machen darf. Die Regale sind hinter vergitterten Türen, mein Handy hat genau durch die Gitter durchgepasst 😉
Aber die Bibliothek hat einen Instagram-Account. Hier mal noch ein paar Impressionen:

Also wer auf alte Bücher steht, der sollte unbedingt in Marsh’s Library gehen und nicht in die Book of Kells Ausstellung. Die Bibliothek ist zwar bestimmt viel beeindruckender, aber dort schiebt man sich eben mit vielen vielen anderen Leuten durch.
In Marsh’s Library war ich quasi alleine, es war ganz leise, die Dielen haben geknarzt beim Laufen. Es hat nach alten Büchern gerochen, nach Papier, nach Druckerschwärze, nach Holz… Das hatte einfach Flair! Hat sich wirklich gelohnt dort hin zu gehen.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen und ich hab Schutz in einem Second Hand Laden gesucht und mir spontan eine Liebesschnulze von Cecelia Ahern auf Englisch gekauft 😉

Am Wochenende hatte ich übrigens neue Nachbarn bekommen. Ich hab mir ja mit drei Mitbewohnern die Küche geteilt. In der ersten Woche hatte ich ja den Schweizer ab und zu mal gesehen, die anderen beiden Damen waren aus Brasilien und haben nur portugiesisch miteinander gesprochen, auch wenn ich dabei war…
Jetzt hatte ich also neue Nachbarn und wie sich herausgestellt hatte, war eine davon eine von meinen neuen Instagram-Freundinnen. Sie war am Wochenende nämlich umgezogen in dieses Zimmer, weil ihr Mann nachgekommen war und im Zimmer nebenan gewohnt hat. Nicht, weil zu zweit wohnen verboten wäre, aber die Zimmer waren einfach viel zu klein, um zu zweit zu wohnen!
Die beiden sind am Freitag früh nach London geflogen und so haben wir am Donnerstag Abend zusammen gekocht und gegessen. Das war wirklich wirklich ein schöner Abend!

Nun war er also schon da, der letzte Schultag. Irgendwie waren es zwei lange und volle Wochen, aber trotzdem war der Freitag schneller da, als gedacht.
Im Unterricht haben wir eine kleine Exkursion gemacht. Zuerst waren im im Garden of Rememberance. Dieser gedenkt den Menschen, die im Kampf um Irlands Freiheit gestorben sind. Am Ende des kleinen Parks steht ein Brunnen mit einer Skulptur, die diesen Kampf darstellen soll. Und zwar ist die Skulptur angelehnt an die irische Mythologie der Kinder des Lir.
Lir war ein König und hatte drei Töchter. Als seine Frau starb, hat er neu geheiratet und die hat die Kinder aus Eifersucht in Schwäne verzaubert. Sie mussten 900 Jahre Schwäne bleiben, auf unterschiedlichen Gewässern in Irland, und konnten erst zurück verwandelt werden, wenn sie christliche Kirchenglocken läuten hörten. Am Ende wurden sie durch christliche Kirchenglocken eines Klosters in der Nähe des letzten Gewässers befreit und sie verwandelten sich zurück in nun 900 Jahre alte Frauen, die dann zufrieden sterben konnten.
Danach gingen wir noch in die Hugh Lane Kunstgalerie, die von Hugh Lane als erste öffentliche Kunstgalerie der Welt 1908 eröffnet wurde, die direkt gegenüber ist. Joa… Kunst halt 😉 Aber mit dem Zitat an der Wand konnte ich mich ganz gut identifizieren 😉
Freitags war ja nur Unterricht bis halb 2 und ich hatte mich mit der Österreicherin verabredet, am Nachmittag etwas zu unternehmen. Wir fuhren nach Malahide (na bloß gut war ich nicht Donnerstag schon da!), guckten uns das Schloss an und gingen dann dort zum Strand.
Tja, also dieser kleine Ausflug hat mich etwas genervt und ich habe tatsächlich enorme Vorzüge am allein reisen entdeckt 😉 bzw. auch mal wieder gemerkt, wie toll der Namenlose und ich zusammen passen. Die Österreicherin war etwas gehetzt, wollte überall schnell durch. Schnell zum Schloss, Foto machen, weiter. Schnell durch den Souvenir-Shop. Schnell zum Strand, Foto, weiter…
Ich hätte gern mehr Zeit am Schloss verbracht, wär gern noch ein bisschen durch den Park gelaufen, hätte vielleicht den ein oder anderen Cache gemacht. Hätte gern mehr Kleinigkeiten entdeckt… Da war zB. ein Schild „Fairy Trail“ und eigentlich hätte ich diesen Feenweg gern gesucht. Später in einem Vorgarten hab ich auch einen kleinen Feengarten gesehen, da waren Puppenmöbel aufgebaut und ein kleiner Springbrunnen, kleine Pflänzchen, sodass die Feen sich da also kurz ausruhen können 😉 Und der Feenweg war dann sicherlich auch sowas winziges im Beet. Na ja, aber Madame wollte schnell weiter, also hab ich nicht lange rumgesucht… Sie war schon etwas irritiert, als ich am Schloss noch über den Rasen zu zwei herbstlich roten Bäumen wollte… Und dass ich am Strand dann noch weiter laufen wollte und nicht bloß ein Foto schießen und weiter…
Also rein ausflugsmäßig haben wir so überhaupt nicht zusammen gepasst und deshalb war ich dann froh, dass wir uns nicht schon am Montag mega angefreundet hatten und ich nicht drum rum gekommen wäre, jeden Tag was mit ihr zu unternehmen.

Abends bin ich mit den Mädels vom letzten Freitag wieder unterwegs gewesen. Wir sind in einen Pub gegangen und haben was getrunken. Der Pub war super, es wurde Live-Musik gespielt (kein Irish Folk, aber trotzdem gut), ein paar Leute haben Billard gespielt und es war einfach mega voll, sodass es fast kuschelig an der Bar war. Aber so hatte ich Gelegenheit mich endlich mal so richtig mit Einheimischen zu unterhalten! Also so richtig richtig! Die anderen sind weiter gezogen in einen Club, da hatte ich sowieso keine Lust drauf, also bin ich geblieben, hab mich weiter super nett unterhalten (und unglaublich viele Komplimente für mein Englisch bekommen :D) und bin dann irgendwann zu einer humanen Zeit nach Hause gegangen. Ich wollte nicht zu lange bleiben und auch nicht eskalieren, weil ich für Samstag noch einen Ausflug geplant hatte und nicht zu spät los wollte.

Dublin & ich – 01.- 04.10.2019

Am Dienstag bin ich nach der Schule erstmal zum Social Afternoon gegangen. Die Schule hat jeden Tag einen Programmpunkt angeboten, damit man mit den Leuten in Kontakt kommt und sich nicht langweilt. Dienstag war also Social Afternoon mit Spielen. Ich hab gedacht, ich schau einfach mal, vielleicht lernt man ja ein paar nette Leute kennen, denn das hatte sich bisher nicht ergeben. Von allen, die am Montag angefangen hatten, war ich allein in einen Kurs eingeteilt worden, die anderen waren teilweise zu zweit oder zu dritt. Noch dazu waren von den etwa 10 Neuanfängern 6 Brasilianer, ein Spanier und ein Chilene, die sich gleich zusammengerottet haben. Und in meinem Kurs selbst waren zwei, die nachmittags arbeiten mussten, vier, die erst 17 waren und einer, der über 50 war. Also… Spielenachmittag…
Beim Spielenachmittag war das dann aber auch nur eine Gruppe Brasilianer, die sich alle schon kannten und ich hab mich irgendwie nicht so dazugehörig gefühlt und hab da nicht so reingefunden…

Nach einer Runde Uno bin ich dann also wieder gegangen und auf eigene Faust durch Dublin gelaufen. Mein erstes Ziel waren diverse Schuhläden, weil ich Angst hatte, dass ich mit 3 Paar Schuhen, davon ein paar Sneakers, nicht trocken durch die zwei Wochen komme. Wenn es noch mal so regnen würde, wie am Montag, hätte ich irgendwie gern Gummistiefel… Außerdem hatte ich mich für Samstag für einen Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wer konnte schon voraussehen, wie das Wetter werden würde? Und ich wollte echt nicht noch mal bis an die Knie nass werden…
Das mit dem Wetter war eh so ein Ding. Den Wetterbericht konnte man knicken. Zumindest die 3-Tages-Vorschau oder länger. Man konnte morgens gucken, was angesagt war, das hat zumindest für die nächsten 6 Stunden gestimmt 😉

Ich bin also rumgelaufen, hab ein bisschen die Gegend erkundet, und bin ohne Gummistiefel nach Hause gegangen, als mir der Magen geknurrt hat.

Am Mittwoch gings mir nicht so gut. Ich hatte Kopfschmerzen, ich war totmüde und mir war schlecht. Aber am Mittwoch war Pub-Night und ich wollte die Chance nicht verstreichen lassen, doch noch Anschluss zu finden. Also bin ich nach der Schule nach Hause, hab mich ausgeruht und hab mich dann um halb 7 zusammengerissen und bin trotzdem zur Pub Night gegangen, obwohl es mir echt nicht sooo super ging.
Aber es war eine gute Entscheidung. Der Abend war nämlich trotzdem lustig, im Pub gabs Live-Musik und am Ende des Abends hatte ich drei neue Instagram-Freunde 😉

Nachdem ich am Donnerstag nach der Schule wieder erfolglos auf Gummistiefelsuche war (ich hatte die Auswahl zwischen pinken Punkten, pinkem Glitzer oder pinken Rosen) und es mir immer noch nicht so hunderprozentig gut ging, bin ich abends um 8 trotzdem noch mal schnell zum Spar an die Ecke und hab eine Flasche Cider geholt, denn zwei von meinen neuen Instagram-Freunden wohnten in dem gleichen Wohnheim wie ich und wir hatten uns zur Küchenparty verabredet. Endlich Anschluss 😉 Und so in der Art hatte ich mir auch das Leben dort vorgestellt, dass man zusammen isst, Fernsehen schaut oder einfach quatscht.
Wir waren eine Italienerin, eine Französin und eine Brasilianerin und ich hab ihnen Mau-Mau beigebracht, weil wir nur ein normales Kartenspiel hatte und das das einzige war, das ich noch zusammengekriegt hab 😀

Am Freitag war ja schon früher Schulschluss, sodass ich also viel mehr Zeit hatte, um Dublin zu erkunden. Mir ging es auch endlich besser und das Wetter war schön, sodass ich also losgestiefelt bin.
Zuerst am Liffey entlang Richtung Hafen. Dort stehen überall neue Gebäude, die neue Bürostadt sozusagen. In Dublin haben sich in den letzten Jahren immer mehr Firmen angesiedelt und in diesen Bezirken wurden also viele neue Bürogebäude errichtet.
Über die Samuel Beckett Brücke ging es auf der anderen Seite des Ufers zurück. Vorbei am Famine Monument, einem Denkmal an die Große Hungersnot in Irland, bei der über eine Million Menschen gestorben sind. Das war schon beklemmend…
Dann hab ich wieder den Liffey überquert und bin in die Grafton Street gegangen. Das ist so diiiiie Einkaufsstraße in Dublin schlechthin. Überall waren Straßenmusiker, überall gabs Souvenirshops aber auch ganz normale Geschäfte. Ich hab tatsächlich noch mal nach Gummistiefeln Ausschau gehalten, aber inzwischen hatten mir schon so viele Leute versichert, dass diese Regenmenge von Montag total untypisch wäre… Vielleicht hält das Wetter ja auch.
Weiter gings zum Trinity College. Ich hatte kurz überlegt, in die Book of Kells Ausstellung zu gehen, allerdings wäre ich da eher wegen der Bibliothek reingegangen, nicht wegen der illustrierten Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert 😉 Zwei Seiten davon kann man da nämlich besichtigen, jeden Tag wird umgeblättert, man kann also jeden Tag zwei andere Seiten sehen… Ja, ehrlich gesagt hat mich das nicht soooo brennend interessiert, ich wollte eigentlich nur diese alte Bibliothek sehen, die einfach aussah, wie aus Harry Potter 😉 In den Google Bewertungen hatte ich aber gelesen, dass man da durchgeschleust wird und noch 1000 andere Leute mit da sind, sodass es eigentlich kein wirkliches Flair hat. Und dafür wollte ich dann keine 14 Euro ausgeben. Abgesehen davon war es schon 30 Minuten vor Schließung und es standen trotzdem noch sehr viele Leute an.
Inzwischen hatte ich eine Verabredung mit den neuen Instagram-Freunden aus dem Apartment ausgemacht, sodass ich dann auch einfach wieder zurück gegangen bin. Auf dem Rückweg habe ich noch einen Schmuckladen gefunden (ich hatte auf der Grafton Street schon gesucht, aber das hat mir alles nicht so gefallen) und ich hab mir Ohrringe mit dem Trinity-Zeichen gekauft. Ich muss gestehen, die religiöse Bedeutung (Vater, Sohn, heiliger Geist) war mir gar nicht sooo bewusst, aber es gibt ja auch noch die keltische/spirituelle Bedeutung Körper, Geist und Seele oder Luft, Wasser und Erde und durch die Unendlichkeit dieses Knotens der Glaube in ein Leben nach dem Tod. Aber wie auch immer, ich finde diese keltischen Muster und Knoten einfach schön.

Abends waren wir dann in „The Church“ essen und das Ding heißt nicht umsonst The Church, es ist tatsächlich eine Kirche, die zu einem Restaurant umgebaut wurde. In Edinburgh gabs sowas ja auch. Ist scheinbar recht üblich da. Gibts sowas auch bei uns? Ich glaube nicht, oder?

Hallo Zukunft!

Gerade habe ich mich in mein Spam-Spam-Postfach eingeloggt, weil ich eigentlich gucken wollte, ob ich darüber SMS empfangen kann (ich brauch eine Nummer für eine Bestätigung, aber ich will meine Handynummer nicht hingeben) und da sehe ich im Spam-Ordner eine Mail, die ich vor zwei Wochen erhalten habe. Ein Brief von vor zwei Jahren, von mir an mich.
Vor zwei Jahren und zwei Wochen hab ich nämlich überlegt, ob ich mich zum Bilanzbuchhalter anmelden soll oder nicht.

Dear FutureMe,

ich hoffe, du hast dich mit deinem Freund unterhalten und dich für die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter entschieden. Was sind schon zwei Jahre? Wie schnell ist 2017 schon wieder rum? Es ist August! Zwei Jahre, die hart sind, ja, aber du solltest bedenken, dass du deinen Sesselpupser-Job nicht ewig behalten wirst. Jaaa, ich male den Teufel an die Wand. Sicher… Aber du weißt wie es läuft. Überall wird gespart, „outgesourct“ und Personal abgebaut. Deine Firma ist da schon lange gut dabei. Hast ja bei den neuen Kollegen aus [***] gesehen wie das läuft. Standort zu, Job bleibt 100km weiter weg erhalten. Und wenn du nicht fahren willst, ja dann bist du eben raus. Ganz einfach. Und du musst dir Chancen eröffnen!

Tja, langes Geschwafel für die wichtige Frage: Wo stehst du heute? Kurz vor der Prüfung? Ich hoffe es.
Und wenn ja, dann hoffe ich, dass du stolz auf dich bist, was du geschafft hast. Nebenbei. Mach es dir bewusst und trage es nach außen. Rasseln gehört zum Handwerk, wie dein A*loch-Chef immer gesagt hat. Ist er noch dein Chef?

Und wenn du es geschafft hast, dann mach dich weiter auf den Weg und nutze das Gelernte. Keep going… Each step may get harder but don’t stop! The view is beautiful at the top!

Wenn du es nicht gemacht hast, dann wirst du deine Gründe dafür gehabt haben. Oder wenn du es noch nicht geschafft hast, dann hoffe ich, dass du dich heute nicht ärgerst. Ärgere dich nicht! Es ist schon alles richtig wie es kommt.

So, wie läuft es privat? Was macht dein Freundeskreis? Ich weiß wie schleppend es heute ist… wie schwer du dich tust, Kontakte zu halten. Aber du bist auch irgendwie selbst Schuld gewesen. Du hast sie zu wenig gepflegt. Ja ich weiß… Das muss sich auch bessern. Ist natürlich auch nicht so leicht, wenn ich jetzt noch über die zwei Jahre hinweg mich weiterbilden will.
Hauptsache du hast dich nicht zu sehr auf deinen Freund fixiert.

Bald feiert ihr Kleinneffis 3. Geburtstag. Der von Großneffi ist ja jetzt noch gar nicht so lang her. Ein guter Zeitpunkt, das Leben in die Hand zu nehmen!

Alles Liebe
Dein PastMe

Ich wusste gar nicht mehr, dass ich mir geschrieben hatte. Aber ich hab mich grad echt gefreut! Damals dachte ich, dass diese Mail nie ankommen wird, weil man sich nach dem Senden eigentlich noch irgendwie registrieren sollte oder so… weiß nicht mehr genau… jedenfalls hatte ich das dann nicht gemacht und daher war ich noch enttäuscht, weil ich dachte, dass mein Brief mich wohl nicht erreichen wird… Aber siehe da 🙂
Falls ihr auch mal wollt: https://www.futureme.org/

Ja, ich bin stolz auf mich, dass ich zwei Jahre durchgezogen hab. So eben nebenbei. Mit Vollzeit-Arbeit. Die letzte Hürde schaffe ich auch noch!
Und wirklich, wie schnell ist die Zeit vergangen?! Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich noch 2018 schreibe, wenn ich irgendwo ein Datum notiere. Weil die letzten zwei Jahre irgendwie eine Suppe waren. Die Zeit ging so schnell rum, es war so durchgetaktet und eigentlich monoton… 2019 ist auch bald rum. Unglaublich!
Mal schauen, ob ich zu Kleinneffis 3. Geburtstag fahren kann, ansonsten zu Großneffis 6. im Januar! Und Ende September besuche ich sie ja auch mal wieder.
Und mein Freundeskreis hat sich trotz begrenzter Zeit sogar vergrößert, weil ich im Lehrgang so viele Leute kennen gelernt hab, mit denen man ganz automatisch verbunden ist. Der Kontakt wird sich sicher nicht mit allen halten, aber ich hoffe, dass mir ein paar davon erhalten bleiben.

ABC im April 2019

A wie ausgelaugt
Seit den letzten Ferien sind jetzt fast 13 Wochen vergangen. 13 Wochen, die vollgepackt waren mit Leben, Arbeit, Schule, Haushalt, Alltag, Gartenarbeit und sogar mit ein paar sozialen Interaktionen. Und ich muss wirklich sagen, es schlaucht und ich fühle mich richtig ausgelaugt. Ich bin so froh, dass wir wegfahren, denn Urlaub während der Namenlose arbeiten geht, ist alles andere als erholsam.

B wie bunte Eier
Ostereier wirds bei uns nicht geben. Ich hab das ab und zu schon mal gemacht, aber meistens bleiben die dann ewig liegen, keiner isst sie und am Ende werfe ich sie weg, weil ich mich dann ekle.

C wie Cortison-Salbe
Am Montag war ich shoppen, hauptsächlich, weil ich in die Apotheke wollte. Aber die Apotheke in dem Einkaufszentrum gibt es nicht mehr. Toll…
Ich brauch noch für die Reiseapotheke meine Cortison-Salbe, die ich immer auf meine Neurodermitis-Stellen schmiere, wenn sie schlimm werden. Aber dann hab ich überlegt, dass ich die noch nie im Urlaub gebraucht habe.

D wie durchtanzte Nacht
Am Samstag war ich mit drei Mädels aus dem Bibu-Kurs verabredet. Eine ist in der Woche vorher krank geworden, aber mit den anderen beiden bin ich abends losgezogen, nachdem wir Pizza gefuttert, gequatscht, gelästert und getrunken haben 😉 Wir sind in einen Club gegangen, die Musik war ganz gut, ich hab viel zu viel getrunken, aber irgendwie nichts davon gemerkt… Es hat echt viel Spaß gemacht und als ich irgendwann auf die Uhr geschaut hab, war es halb 4!!! Um 4 sind wir dann gegangen und um halb 5 war ich im Bett. Halb fünf!!!!
Schlauerweise hab ich noch vor dem Schlafen gehen 3 Gläser Wasser getrunken, so gings mir am nächsten Tag, abgesehen von der Müdigkeit, ganz gut 🙂

E wie Ende, Michael
Ich lese zum ersten mal Die unendliche Geschichte. Ich hab auch den Film noch nie gesehen!

F wie Frühjahrsmüdigkeit
Meine Frühjahrsmüdigkeit fällt dieses Jahr irgendwie schlimmer aus, hab ich den Eindruck. Vermutlich spielt aber alles zusammen: Stress, Zeitumstellung und dass es immer noch recht früh dunkel wird.

G wie Geocaching
Da der Urlaub vor der Tür steht, und wir da ja wieder cachen gehen, haben wir uns am Wochenende mal mit „Wherigo-Caches“ beschäftigt, die wir vorher noch nie gemacht haben. Bei uns in der Nähe ist einer, aber wir haben das noch nie gemacht, weil man dafür immer irgendwas runterladen musste und blabla… ich hab das immer nicht verstanden, wie das geht.
Neulich dachte ich aber, dafür muss es doch inzwischen eine App geben und Videos auf Youtube vielleicht… und so war es. Am Sonntag haben wir dann so einen Cache mal ausprobiert, haben verstanden wie es geht und können dann genau so einen Cache auch im Urlaub machen 😉

H wie Habit-Tracker
Seit dem 1.1. habe ich eine App, mit der man Gewohnheiten tracken kann. Das funktioniert bei mir tatsächlich ganz gut, weil ich eine Gewohnheit immer abhaken will 😉 Zum Beispiel bin ich seit Anfang Februar immer spätestens um halb 8 im Büro gewesen. Und bis auf 3 Tage hab ich jeden Tag gelesen. Auch wenns nur zwei, drei Seiten waren. Seit Mitte Januar halte ich mich auch an meine „maximal 30 Minuten Instagram am Tag“-Vorgabe.

I wie Intervallfasten
Seit Januar hab ich auch Intervallfasten ausprobiert und ich hab auch was abgenommen. Ich hab zumindest 2-3cm Umfang am Hintern verloren. Aber irgendwie ist es trotzdem nicht meins. Ich hab das 16/8-Fasten ausprobiert, dh. 8h Essen, 16 Stunden fasten. Die Schlafenszeit gehört in die Fastenzeit.
Ich hatte grundsätzlich kein Problem damit, erst ab 12 Uhr zu essen, aber es fiel mir die ganze Zeit total schwer, nach 20 Uhr nichts mehr zu essen. Das hat auch mit Habit-Tracker nicht funktioniert und ich hab das oft nicht eingehalten, sodass ich also kein wirkliches Intervallfasten gemacht habe, also lass ich das auch wieder sein und versuche mich einfach auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl zu besinnen, und mich von Zucker und Süßkram fernzuhalten.

J wie jammern
Nachdem ich den Eintrag jetzt fertig hatte, hab ich das ursprüngliche J durch jammern ersetzt. Weil es echt ein einziger Jammereintrag ist. Sorry dafür 😉

K wie Kosten-Leistungs-Rechnung
Am Samstag hab ich eigentlich KLR-Unterricht. Aber ich schwänze die Stunden, damit wir schon Freitag in den Urlaub fliegen können. Weil es Freitag einfach mal 400 Euro billiger war, als Sonntag zu fliegen.

L wie Lost Places
Für den Urlaub hab ich ein paar Caches rausgesucht, da sind auch wieder viele Lost Places dabei. Wir werden uns die Tage nicht so voll packen, wie beim letzten Mal, immerhin haben wir dieses mal mehr Zeit, aber ein paar Lost Places müssen sein! 🙂

M wie Motivationsloch
Im Moment bin ich so urlaubsreif und unmotiviert, dass ich seit 3 Wochen nichts gelernt habe! Ich hab mich vorher eigentlich immer 3x die Woche hingesetzt und hab was durchgearbeitet, abgeschrieben, gelernt… Seit 3 Wochen hab ich nichts mehr gemacht.

N wie nie wieder
Grad gestern haben wir uns vor dem Unterricht unterhalten, dass wir alle froh sind, wenns endlich vorbei ist. Die Chefin der einen meinte dann, sie soll sich doch mal gleich informieren, wie es mit dem Bilanzbuchhalter International ab Oktober aussieht. Unglaublich… Wir sind uns alle einig, dass wir nie wieder eine Weiterbildung machen 😉

O wie offline
Im Urlaub werde ich wieder so ziemlich offline sein. Ich hab ein Handy dabei, aber ohne Whatsapp, mal schauen, ob ich es im Flugmodus lasse, oder nicht. Aber zumindest gibts keine Mails und kein Whatsapp!

P wie Pausenbrot
Ich bin auch seit Wochen zu faul, mir ein Pausenbrot zu machen. Jedes mal, wenn ich mir in der IHK-Cafete was kaufen muss, ärgere ich mich über deren Preise… Aber selbst Schuld.

Q wie Quasselstrippe
Die eine Kollegin, die einem immer ne Kassette ins Ohr schiebt… Das ist auch die, die immer flüstert. Super ätzend! Ich weiß gar nicht, ob ich für die schon mal einen Namen hab. Aber Quasselstrippe trifft es auf den Punkt!

R wie Rasen
Die letzten Wochenenden haben wir mal wieder einiges im Garten gemacht, weil der momentan einfach scheiße aussah. Wenn alles wieder anfängt zu blühen, dann versucht man doch, es irgendwie schön zu machen… Mal schauen, ob wir dieses Jahr mal den Rasen hinkriegen… Die letzten zwei Jahre hatten wir Maulwürfe und Wühlmäuse, die alles umgegraben haben. Und vor allem haben wir sau viel Moos, Klee und Unkraut. Es ist halt auch leider ziemlich schattig und noch dazu Nordseite, sodass das mit dem Rasen echt nicht so leicht ist…

S wie Strand
Am Freitag! Endlich!

T wie Tolinohülle
Seit ich meinen Tolino habe, weiß ich jedes mal nicht, wie ich ihn einpacken soll, wenn ich in unterwegs dabei habe. Ich habe nämlich keine Hülle. Diese Cases finde ich blöd, und andere Hüllen waren einfach teuer oder hässlich. Oder beides. Jetzt habe ich letztens Filz gekauft und nähe einfach selbst welche. Eine für mich und eine für den Namenlosen.

U wie Unruhe
Wenn ich an die Prüfung und die wenige verbleibende Zeit denke, dann befällt mich eine Unruhe, die nicht mehr schön ist. Gerade auch, weil ich seit drei Wochen nichts mehr gelernt habe… Ich weiß, was ich noch alles tun muss… In Umsatzsteuer und internationale Besteuerung muss ich richtig aufarbeiten, in den anderen (Steuer)-Fächern ist es nicht so schlimm, aber trotzdem lückenhaft. Ich muss die Prüfungen durcharbeiten und die Besonderheiten rausarbeiten. Ich muss meine neuen Gesetzestexte präparieren… und ich habe Angst, dass mir die Zeit davon läuft.
Ich hoffe, ich kann im Urlaub wirklich abschalten.

V wie Vorabend-Check-in
Weil wir morgens um viertel vor 5 fliegen (was haben wir uns bloß dabei gedacht???), werden wir uns und unsere Koffer schon abends einchecken. Wir habens nicht weit zum Flughafen, da lohnt sich das, wenn man dafür morgens erst um 4 da sein muss, statt 3.

W wie Wasser
In letzter Zeit schaffe ich meine 2 Liter am Tag nur schwer…

X wie xxx
Ich mach drei Kreuze, wenn alles endlich rum ist!

Y wie Yay
Yay, nur noch 2 Tage arbeiten.
Yay, nur noch 5 Monate bis zur Prüfung, nur noch 4 Monate, bis die Schule vorbei ist. Das sind wegen der Sommerferien nur noch 10 reguläre Woche und eine Woche Repetitorium. Das bedeutet nur noch noch 33x Unterricht. Jetzt bloß nicht wieder unruhig werden…

Z wie Zähne
Ich glaube in letzter Zeit beiße ich im Schlaf meine Zähne sehr fest aufeinander. Morgens fühlt es sich jedenfalls so an. Ich bin auch echt unter Druck und kann mich echt nicht entscheiden, ob ich langsam einfach nur will, dass es vorbei ist, oder ob ich noch ein halbes Jahr länger bis zur Prüfung hab…

Freitags-Füller 14/2019

1. Ich genieße nicht sooo viel grad, um ehrlich zu sein. Grad ist es eher so, dass mich alles ziemlich nervt, mehr als sowieso schon. Das ist ziemlich schlimm, weil ich echt aufpassen muss, dass ich meine schlechte Laune nicht an allen anderen auslasse.

2. Ostern ist für mich nix besonderes. Es sind freie Tage, und ich freu mich darüber. Kein religiöser Hintergrund für mich. Dieses Jahr sind wir vorher auf Malle, aber wir kommen am Samstag zurück und müssen uns dann leider noch in den Einkaufswahnsinn stürzen, damit wir die zwei Feiertage nicht verhungern.

3. Das erste Grün draußen ist so zart und wird immer stärker.

4. Wenn ich einen Snack möchte, nehme ich üblicherweise das was gerade da ist.

5. Bei meinem letzten Kinofilm, „Nur ein kleiner Gefallen“, mußte ich wieder darüber nachdenken, dass Blake Lively ne geile Sau ist 😉 .

6. Wenn nur schon alles vorbei wäre...

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf nichts weiter. Meine Ruhe, ne Tüte Chips und Schlaf. Ich bin einfach totmüde, irgendwie macht mir die Zeitumstellung doch etwas zu schaffen. Also nicht zu spät ins Bett, denn, morgen habe ich geplant, mit ein paar Bibu-Mädels feiern zu gehen. Das wird schlimm glaube ich 😉 Hoffentlich kann ich nach der Schule ein bisschen Mittagsschlaf machen 😀 Eigentlich wollten wir zu viert gehen, aber eine hatte die Woche Magen-Darm, die bleibt zu Hause. Soll sie auch mal lieber, ich möchte mich nicht so kurz vor meinem Urlaub vielleicht noch anstecken. Geplant ist, dass wir erst Pizza bestellen und ein bisschen vorglühen und dann bin ich gespannt, ob wir nicht um halb 12 zu müde sind, um noch irgendwo hin zu fahren! Wir werden sehen. Auf jeden Fall wirds bestimmt lustig und ich freu mich sehr! So,und Sonntag möchte ich hoffentlich keinen Kater haben, aber dann sinds auch nur noch vier Tage, bevor ich mich hoffentlich entspannen kann!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr hier.

Freitags-Füller 02/2018

1. Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, dass ich nicht mehr nur die Freitagsfüller und 12 von 12 poste… Und nur ist schon wieder eine Woche ohne Eintrag rum und hier kommt der nächste FF. Das fängt ja gut an.

2. Ich bin Extremrechtshänder. Ich kann wirklich nichts mit links. Ich bin völlig ungelenk und schwach mit der linken Hand. Als ich meinen rechten Zeigefinger gebrochen hatte, musste ich zB. mit links Zähne putzen, allein das war schon eine Katastrophe! Ich kann nicht mal mit links trinken. Also ein Glas zum Mund führen… das ist ne wacklige Angelegenheit und deshalb hängt eigentlich alles an meiner rechten Hand.

3. Spät am Abend spiele ich neuerdings wieder Candy Crush. Wenn wir ins Bett gehen, dann könnte ich zwar noch lesen, aber irgendwie hab ich da momentan keine Lust ein echtes Buch zu lesen, der Namenlose hat den Tolino in Beschlag, daher kann ich da auch nicht lesen… Also spiele ich eine Runde Candy Crush bevor mir die Augen zu fallen.

4. Heute Abend treffe ich mich mit ein paar Leuten hier aus der Stadt. In dieser Facebook-Gruppe hat neulich eine geschrieben, die wirkte sehr nett und wohnt sogar im gleichen Stadtteil wie ich. Na ja, an diesen Post haben sich gleich irgendwie alle dran gehängt und jetzt sind für das Treffen heute inzwischen 12 Zusagen da… Das finde ich ja schon wieder anstregend viel, aber meiner Erfahrung nach sagen immer Leute im letzten Moment ab. Also sind wir vielleicht nur 8. Immer noch viel, aber ich werde hingehen und sehen was passiert.

5. Das Jahr 2017 habe ich in meinem Jahresrückblick-Stöckchen zusammengefasst.

6. Du weisst, dass du alt bist wenn… die senile Bettflucht losgeht 😉 Also ich bin noch nicht alt, ich bin morgens alles andere als wach!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf auf ein Treffen mit neuen Mädels, morgen habe ich geplant, weiterzunähen und Sonntag möchte ich dann jetzt doch endlich mal Ordner aus der Firma vom Namenlosen schnorren und meine Schulunterlagen ordentlich abheften!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freunde-Werdegang

Im Moment analysiere ich mich mehr oder weniger selbst. Ich denke ne ganze Menge über mich nach, vor allem darüber, warum ich so bin, wie ich bin, und warum ich mich so verhalte, wie ich es tue. Und ob ich etwas daran ändern kann.
Ich hab schon immer Schwierigkeiten gehabt, Freunde zu finden. Aktuell fällt mir das im Bilanzbuchhalterlehrgang wieder auf. Und da hab ich mal versucht meine Freunde-Laufbahn zu rekonstruieren.
Achtung, das ist sehr sehr lang geworden. Muss ich auch keiner antun 😉

Ich hab zu einer einzigen Schulfreundin Kontakt. Mehr oder weniger. Früher haben wir regelmäßig telefoniert, das ganze ist aber inzwischen doch sehr eingeschlafen. Aber egal, ich habe zu sonst niemandem Kontakt. Dabei wäre es so ein Leichtes heutzutage über Facebook die Leute zu finden. Manchmal mach ich mir ja die Mühe und finde einige. Und über deren Freundeslisten dann die nächsten… Aber ich sende niemandem eine Freundschaftsanfrage.
Ich trau mich nicht, denke, die wollen eh nichts mit mir zu tun haben, erinnern sich vielleicht nicht mal an mich… vielleicht war ich ja so unwichtig…
Ich mein, mal ehrlich, es ist ja nicht so, dass man automatisch eine Freundschaft hat, nur weil man bei Facebook verbunden ist. Aber warum soll ich mit Leuten dort verbunden sein, die ich seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen habe.
Wenn ich bei FB so durchstöbere, was ich manchmal tue und dann wehmütig werde, dann bin ich doch überrascht, wie wenig die sich teilweise verändert haben. Oder ich bin erschrocken, wie fertig manche aussehen. Im Grunde würde es mir erstmal nur darum gehen, meine Neugier zu befriedigen. Was ist aus allen geworden. Aber gleichzeitig denke ich mir, wozu interessiert mich das noch? Es ist doch völlig egal.

Ich habe zu meinen Grundschulklassenkameraden nie wieder Kontakt gehabt, das war allein durch die weiterführende Schule bedingt. Und nach dem Abi hab ich auch nur zu ganz wenigen aus dem Gymnasium Kontakt gehalten.
Ich weiß gar nicht wieso nicht. Weil sich halt alles verstreut hatte. Ich bin weggezogen, hatte noch dazu einen total dämlichen Freund wegen dem ich dann auch an der Uni keine Freunde hatte… Ich war halt jedes zweite Wochenende bei ihm, das andere WE dazwischen immer bei meinen Eltern, aber an diesen Wochenenden habe ich nur meine Vereinsfreundschaften gepflegt und keine Schulfreundschaften. Eigentlich hatte ich damals auch kaum noch Schulfreunde…

Ich war in der Schule eigentlich immer ein Außenseiter. Ich war schlau (das klingt jetzt nach Eigenlob… aber ist halt so), meine Eltern hatten wenig Geld, daher hatte ich nie die neusten Klamotten oder so. Ich habe mich auch nie für Klamotten oder Schminke interessiert. Aber das hat auch meine Mutter nicht, ich habs also nie von ihr gelernt, oder dieses Verhalten übernehmen können. Ich hatte auch keine Freundin, die da Ambitionen hatte und von der ich was hätte lernen können. Daher war ich natürlich bei den Mädchen raus und für die Jungs uninteressant weil ich so ein Spätzünder war. Dabei war ich so doll in Steffen verknallt… hach 😉
Ja, also ein richtiges Kind war ich. Ich hab mir mit 16 oder 17 das erste mal die Beine rasiert, hab mir dann heimlich einen Rasierer gekauft und den in meinem Schreibtisch versteckt. Meine Mutter hat das selbst auch nie gemacht, wieder etwas, das ich nicht von ihr übernehme und ich dachte wohl, sie würde böse werden, wenn sie das mitbekäme.
Meine Freundin, die einzige, die ich damals hatte, hat es dann auch erst gemacht, nachdem ich es mal gemacht hatte. Ihre Mutter war da ähnlich wie meine. Eher einfach, praktisch, ohne Schminke, ohne viel Chichi. Beine rasieren? Pf… die Natur wird schon wissen, wozu die da dran sind. Ist mir außerdem viel zu umständlich und hat man früher ja auch nicht gemacht.

Meine einzige Freundin die ich damals hatte, das war eigentlich Zufall mit ihr. Wir waren in der Grundschule in Parallelklassen, aber am Gymnasium waren wir dann in einer Klasse und wir haben um die Ecke gewohnt. Sind jeden Tag zur Schule und zurück gelaufen. In unserem ersten Sommer haben wir immer auf einer Bank gesessen, bevor sich unsere Wege getrennt haben, haben eeeewig gequatscht, irgendwann Hausaufgaben gemacht. Als es kälter wurde, bin ich jeden Tag mit zur ihr gegangen und erst zum Abendbrot nach Hause. Das blieb dann auch im nächsten Sommer so. Statt der Bank saßen wir dann bei ihr zu Hause auf dem Balkon.
Irgendwann haben wir Mädchenzeitschriften gelesen, über Jungs gesprochen… das typische eben. Nur geschminkt oder eingekauft, das haben wir nie. Wir haben uns beide nicht so richtig dafür interessiert.
Wir waren uns so ähnlich… beide so graue Mäuse, Brillenschlangen, ein bisschen hässlich, naja oder halt hässliche Entlein. Keine hat also so richtig von der anderen profitiert. Klamottenstil? Oh Gott, hatten wir nicht. Turnschuhe, Jeans und halt irgendein Pullover. Ich am besten noch mit nem Pferd drauf 😉 Wir haben unsere Pubertät zusammen verbracht, waren zusammen in England auf Sprachreise in der gleichen Gastfamilie. Eigentlich waren wir jahrelang unzertrennlich und mit ihr hab ich echt über alles gesprochen… Nur nicht über die Trennung meiner Eltern. Das war etwas das ich mit mir selbst ausgemacht hab, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr. Ich glaube ich hab nie mit ihr darüber gesprochen. Aber hat sie nicht gefragt? Ich hätte doch bestimmt erzählt, wenn sie gefragt hätte? Bzw. sie hat vielleicht gefragt, wie es mir geht und ich hab gesagt gut, und damit war das erledigt. Aber sie hat nie gebohrt, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr…

Wir sind nach England gefahren. 2 Wochen auf Sprachreise und drei Tage vorher hat mein Vater sich getrennt. Ich weiß nicht mehr, ob wir darüber gesprochen haben, als wir in England waren. Von England weiß ich eh nicht mehr viel. Nur dass ich tausende Pferdefotos gemacht hab, von den Koppeln die in der Nähe unserer Gastfamile waren, dass das Essen immer zu Brei gekocht war und dass ich in London einen Polizisten fragen musste, wo wir lang müssen, weil die anderen sich nicht getraut haben.
Ich hatte meinen Vater unter Tränen gebeten, dass er noch da ist, wenn ich zurück komme. Ich hab ihm einen Flaschenöffner mit Union Jack drauf mitgebracht. Als meine Mutter mich vom Bus abgeholt hat, hab ich einen Schock bekommen. Sie war abgemagert und sah scheiße aus… Mein Vater war weg…

Kleiner Exkurs… Mit meiner besten Freundin ging es auseinander, als sie ihren ersten richtigen Freund hatte. Da müssen wir so um die 16 gewesen sein. Das war ein richtiger Idiot. Ich hab ihn gehasst. Zum einen, weil sie keine Zeit mehr für mich hatte… sie war ja Wochenende immer bei ihm und unter der Woche hat sie von ihm erzählt, worauf ich keine Lust hatte. Zum anderen fand ich ihn hässlich und dumm. Wie zu erwarten war, ging das auch irgendwann auseinander, aber unsere Freundschaft war auch kaputt und ich hab sie seit dem Abi nicht mehr gesehen.
Vor ein paar Jahren hat meine Mutter sie mal getroffen, da schob sie einen Kinderwagen. Sie hat ihr meine Nummer gegeben und wir haben 2 SMS hin und her geschrieben. Ich hatte ihr nichts mehr zu sagen. Vielleicht hätte ich die Chance nutzen sollen, mich zu entschuldigen, aber hätte hätte…

Als sie ihren Freund hatte, das war auch ungefähr zu der Zeit, in der ich dem Verein damals beigetreten bin. Und auch die Zeit, in der wir mit meiner Mutter zu ihrem neuen Mann aufs Dorf gezogen sind. Da war ich wohl so 16/17.
Ich hab mich dann also auf meine Vereinsfreunde konzentriert. Das war eine größere Gruppe und dort hatte ich auch ein paar Freunde.
Die Mädels da waren so anders. Die haben sich geschminkt, sind shoppen gegangen, hatten tolle Klamotten. Das war beeindruckend für mich. Ich hab mich angefreundet mit denen, ich weiß gar nicht, ob ich auch zu der Zeit angefangen hab, zumindest mal Wimperntusche zu benutzen. Zu den Mädels hab ich aber immer aufgeschaut, obwohl sie jünger waren als ich. Sie wirkten so viel erwachsener als ich. Ich eine plumpe Trulla… die waren halt Mädchen, nach denen sich die Jungs umgedreht haben… Auf eine war ich sehr neidisch, weil sie so hübsch war, so ein Puppengesicht hatte, so eine unfassbare Unbeschwertheit hatte, die mir so völlig abging. Ich war irgendwie noch nie so unbeschwert. Ich mache mir schon immer um Sachen Gedanken, über die andere nicht nachdenken. Was andere Leute zB. von mir denken… Das hab ich von meiner Mutter. Denn die hat immer zu mir gesagt, ich soll mich immer und überall benehmen, es könnte ja sein, dass mich einer sieht, der mich kennt. Wenn ich mich also falsch verhalte, kommt das bestimmt bei ihr an.
Was sie damit bezwecken wollte war, dass ich mich halt benehme. Was es aber tatsächlich bezweckt hat, war eine gewisse Paranoia beobachtet zu werden. Dadurch war ich immer total gehemmt mal aus mir raus zu gehen. Anwandlungen dazu hab ich auch heute noch immer mal wieder…

Mit einigen von den Mädels war ich dann enger befreundet, aber über alles hab ich mit denen auch nicht gesprochen. So wie ich schon die Trennung meiner Eltern mit mir selbst ausgemacht hab, hab ich auch später vieles nur mit mir selbst ausgemacht. Ich hab auch nie mit jemandem darüber gesprochen, dass mir meine beste Freundin gefehlt hat…
Ich kann mich erinnern, dass das Puppengesicht immer mal wieder vor sich hingekichert hat, weil sie Kopfkino hatte oder weil ihr was Lustiges eingefallen ist. Ich hab darauf immer reagiert und gefragt was los ist. Sie hat nie geantwortet, sondern immer nur gesagt „nichts“. Ich habe mich dann selbst darauf konditioniert nicht mehr auf ein Kichern zu reagieren, um mir diese Abfuhr zu ersparen. Diesem Impuls „Wasn?“ zu fragen zu widerstehen. Und das ist noch heute so. Ich reagiere einfach nicht, wenn jemand kichert. Wenn der Namenlose, oder egal wer… wenn jemand was liest und lacht, oder auch einen überraschten Laut ausstößt, oder seufzt oder wie auch immer reagiert, ich reagiere nicht. Weil ich gelernt habe, dass ich sowieso eine Abfuhr bekomme.
Achtet mal drauf. Ihr fragt bestimmt ganz automatisch „Was?“ wenn euer Partner lacht oder irgendwie auf etwas reagiert, bevor ihr darüber nachgedacht habt, ob ihr fragen wollt.
Ok, also danke für diese Erkenntnis, ich schätze, ich wirke dadurch manchmal ignorant. Memo an mich: Wieder „Was?“ fragen!

Joa das mit den Vereinsfreunden ging aber auch auseinander, nachdem ich zum Studium weggezogen bin und meinen ersten Idiotenfreund hatte. Aber nachdem ich den endlich los war, hab ich mich dem Verein wieder angenähert, auch, weil ich in der Unistadt ja keine Freunde hatte.
Und so richtig ging es dann auseinander, nachdem ich mit einem von denen zusammen war und wir uns getrennt hatten und mit dem Puppengesicht, zu der ich ja trotzdem so aufgeschaut hab und mit der ich trotzdem ganz gut befreundet war, kurz zusammen gewohnt hatte, dabei aber festgestellt habe, dass wir überhaupt nicht zusammen wohnen können. Denn nicht nur auf „Wasn?“ hab ich ne Abfuhr bekommen, sie hat viel ihr Ding gemacht, hat gegessen, wenn sie Hunger hatte aber hat nicht gefragt, ob ich mitessen will… sowas halt. Noch dazu war sie am WE zu Hause im alten Vereinsfreundeskreis, zu dem ich aber seit der Trennung von dem Vereins-Ex nicht mehr richtig dazugehört habe. Und ich war wieder alleine.

Also habe ich versucht mir einen Unifreundeskreis aufzubauen und bin ins Wohnheim umgezogen. Das Puppengesicht fand das natürlich kacke und seit dem hab ich sie auch nicht mehr gesehen.
Ich hatte ja noch keine Unifreunde, weil ich den Idiotenfreund hatte. Ich war am Wochenende entweder bei ihm oder bei meinen Eltern und war deshalb beim ganzen Kennenlernprozess nicht dabei.
Manchmal frage ich mich, was passiert wäre, wenn das anders gelaufen wäre… Da gab es damals den Hans, der echt ganz süß war und der fand mich auch gut. Das hab ich gemerkt. Aber dem hab ich vor den Kopf gestoßen mit meiner Äußerung über meinen Idiotenfreund. Wenn ich den verleugnet hätte, dann wär vielleicht alles ganz anders gekommen 😉
Aber gut, der Versuch Freunde im Wohnheim zu finden, hat ja funktioniert. Aber dann habe ich „ihn“ kennen gelernt, bin zu ihm gezogen, mit ihm dann zusammen weit weg und ich hatte wieder keine Freunde. Die Entfernung haben auch die paar wenigen Unifreund- und -bekanntschaften einschlafen lassen und ich stand wieder da.

Eine von den Unifreundinnen hätte tatsächlich das Potential zu einer neuen besten Freundin gehabt. Mit der hab ich wirklich über so viele Sachen gesprochen. Neulich hab ich mal wieder kurz mit ihr geschrieben, aber ich denke unsere Zeit ist einfach auch vorbei. Da lag jetzt zu viel kontaktlose Zeit dazwischen.
Als mein Studium den Bach runter ging und ich in Depressionen und Burn-Out gefangen war, hab ich auch nicht mit ihr drüber gesprochen. Ich hätte es wahrscheinlich machen können, aber ich konnte nicht. Was wohl eher damit zusammenhing, dass ich mir selbst noch nicht eingestehen konnte, wie schlecht es um mich steht. Dass damit Zukunftsängste zusammen hängen. Was sollte denn bloß aus mir werden? Ich wusste ja nicht mal was ich wollte… Was wollte ich werden? Noch mal studieren und Gefahr laufen noch mal zu scheitern? Wie soll ich eine Ausbildung anfangen, wo soll ich denn wohnen? In dem Studentenwohnheim hätte ich ja schlecht bleiben können… Wovon sollte ich denn eine Wohnung bezahlen? Mein Leben bisher hatte ich durch Kindergeld und Bafög finanziert. Zum Geburtstag und Weihnachten gabs Finanzspritzen von Omi. Als das Bafög nach 4 Semestern wegen nicht abgelegter Zwischenprüfung gestrichen war, hat mich das übers Jahr gebracht. Außerdem hatte ich genug Bafög bekommen, und davon noch so viel gespart, dass ich weiterhin nicht arbeiten musste… Ich hab mich zeitweise von Toast mit Ketchup ernährt, was ich nicht mal schlimm fand. Ich war es gewohnt immer wenig zu haben und sehr sparsam zu sein.

Tja, das Studium… Ich habe Zeit verplempert, in der ich hätte studieren sollen, aber ich hab einfach gemerkt, dass das nichts für mich ist. Ich war nicht vorbereitet auf das. Ich war komplett überfordert damit, so selbstorganisiert leben zu müssen. Lernen zu müssen. In der Schule musste ich nie lernen! Und ich hatte einfach niemanden, mit dem ich darüber reden konnte.
Mein erster Freund, den ich kurz vor dem Studium kennen gelernt hatte, der war eh viel zu blöd dazu. Der hatte nur kiffen und von Stütze leben im Kopf. Aber zu Anfang war es ja auch noch nicht so schlimm. Ich dachte noch, das schaff ich schon irgendwie. Als ich von dem endlich getrennt war, hatte ich keinen, mit dem ich drüber reden konnte. Mit meinem Vereins-Ex hab ich das nicht besprochen. Mit Puppengesicht auch nicht. Ich hatte gedacht, durch den Umzug ins Wohnheim und Freunde aus meinem Studiengang, da wird das schon. Aber es wurde nicht und mit meiner Unifreundin hab ich auch nicht drüber gesprochen, weil ich mir nicht eingestehen wollte, zu blöd zum studieren zu sein, den falschen Weg gewählt zu haben, versagt zu haben…

Als ich mit „ihm“ dann weggezogen war, war das der Moment für den Neuanfang.
Das Studium hatte ich geschmissen und nicht versucht hier zu beenden, hab die Ausbildung angefangen und hatte da versucht ein paar Freunde zu finden. Das hat ja auch einigermaßen geklappt, mit 3 anderen Mädels hab ich mich auch noch ein paar mal danach getroffen, aber die hatten immer nie Zeit und irgendwann hab ich es aufgegeben.
Tja, dann stand ich wieder alleine da…

Alle Versuche scheitern irgendwie…
Die Weiber aus meinem Ort, von denen hab ich ja schon oft genug erzählt. Ich hab es nie geschafft mich richtig in diese Gruppe zu integrieren. Einen richtigen Bezug zu ihnen aufzubauen. Sie auch an mich heran zu lassen.
Eine von denen wohnt noch in dieser Stadt. Alle anderen sind auch in die Umgebung gezogen. Haus gekauft, neuen Job woanders, Partner mit Haus kennen gelernt… Ich bin ja auch nicht mehr da.
Also hab ich es in meiner Arbeitsstadt versucht. Von Kunstgeschichte hatte ich ja mal erzählt, allerdings hat die mich öfter versetzt, als dass wir uns getroffen haben. Noch dazu zieht sie jetzt aber auch weiter weg, arbeitet zwar trotzdem hier, aber ich schätze auf Dauer wird sie sich dort was neues suchen…

So. Also steh ich am Anfang. Es ist ein Teufelskreis, wenn ich es nicht langsam schaffe, aus meinen Verhaltensmustern auszubrechen. Wenn ich es nicht schaffe, mich anderen zu öffnen und einfach mal auch einen Schritt auf die anderen zuzugehen.