Corona-Koller

Tag 182 im Home Office

Eigentlich hätte ich ein bisschen was zu erzählen. Eigentlich wollte ich mich auch schon gestern über den Kackmontag aufregen. Aber ich bin so lustlos. Mir gehts irgendwie nicht so gut. Grad hab ich irgendwie ne komische Phase. Ein bisschen depressiv, lustlos, müde, antriebslos, traurig, genervt, unzufrieden… Aber auch selbstmitleidig. Ich weiß auch nicht so genau, woher das kommt. Letzte Woche dachte ich, es wäre einfach PMS, aber das könnte dann ja langsam mal vorbei sein…
Vielleicht ist es allmählich ein Corona-Koller. Mir ist das alles zu viel im Moment, es nervt mich alles. Alles!
Ich will einfach nur meine Ruhe. Ist ja nicht so, dass ich sie nicht den ganzen Tag hätte. Aber ich will sie komplett. Ich will nicht reden, ich will nicht sozial interagieren. Momentan hab ich das Bedürfnis, mich einfach nur in ein dunkles Loch zu verkriechen und zu lesen und in heile Welten zu fliehen. Es ging so weit, dass ich vorletztes Wochenende sogar geguckt hab, was der Wohnungsmarkt so her gibt. Mir ist das alles zu viel, aber ich kann es nicht mal genau bezeichnen. Ich sitze im Home Office, habe keine Kurzarbeit, keine finanziellen Einbußen oder existenzielle Ängste. Ich hab keinen Stress und bin gesund. Und trotzdem ist mir irgendwie alles zu viel.
Ich will alleine sein und meine Ruhe haben. Niemand macht was dreckig, was ich grad geputzt hab, niemand kommt ausgerechnet dann auf die Idee sich den Bart zu stutzen, wenn ich gerade das Bad sauber gemacht habe. Niemand lässt dich Milch draußen stehen, leere Verpackungen liegen, die Toastverpackung offen oder seine Socken rumliegen. Niemand verurteilt mich, wenn ich den ganzen Tag am Handy hänge und Youtube-Videos schaue oder Instagram durchscrolle, niemand zappt ständig durchs Programm, niemand dreht die Lautstärke hoch. Überhaupt macht niemand den Fernseher an.

Ach man… Ich hoffe, das ändert sich stimmungsmäßig bald mal wieder. Ich bin selbst schon von mir genervt.

Karma strikes back…

Jetzt ratet mal, mit wem ich das Projekt für das Talentedinge bearbeiten darf… Richtig. Mit dem Blödmann, den ich so ätzend fand. Mit dem ich schon beim Kickoff nicht netzwerken wollte, weil er ein affektierter, gehirngewaschener Idiot ist.

Oh man ich kotz echt im Strahl!

It ain’t over ´til it’s over

Dienstag, 21. April 2020
Tag 22 im Home Office

Liebes Home Office, gedanklich werde ich mich schon mal von dir verabschieden. Gedanklich werde ich mich schon mal auf die verkackte Großraumbutze einstellen. Ich weiß zwar nicht, wie die das dann machen wollen, aber es steht im Raum, dass es ab dem 4. Mai wieder dorthin gehen soll. Sollen wir dann dort mit einem Mundschutz sitzen? Immerhin fangen einige Bundesländer und einzelne Städte an, diesen zur Pflicht zu machen. In Geschäften und ÖPNV. Gilt das dann auch für ein Großraumbüro? Dort sitze ich zwar nicht so dicht neben meinen Kollegen, wie im Bus, aber immer noch dicht genug.

Und ich wette es geht dann so los, dass ich natürlich eine der ersten sein werde, die wieder dort hin muss. Weil ich ja keine Kinder hab, die nicht zur Schule können. Weil ich auch nicht mit den Öffentlichen fahre… Also hab ich ja keine Verpflichtungen und kein Risiko. Danke. Wo krieg ich jetzt schnell ein Kind her???
Ach man… Ok, es sind ungelegte Eier, also verschwende ich auf diese Gedanken nicht noch mehr Energie. Aber gedanklich muss ich mich trotzdem schon auf die letzten Tage in absoluter Ruhe vorbereiten.

Heute fühle ich mich „energiegeladen“ genug, um zu nähen. Es liegt schon ein halb fertig vorbereitetes Schnittmuster bereit. Es ist abgepaust und gekürzt. Nur die Ärmel fehlen noch. Dann kann ich den Stoff zuschneiden. Ein neues Hörbuch hab ich auch rausgesucht. Könnte also nach Feierabend direkt losgehen. Aber grad ist mir eingefallen, dass ich heute einkaufen muss… aaaaah… Hoffentlich ist es wieder so schön leer, wie in den letzten Wochen immer. Dann geht es nämlich schneller.

WTF

Freitag, 3. April 2020
Tag 14 im Home Office

Meldung im Gruppenchat gestern mittag:

Hallo wer kann helfen Zahlungsvorschlag ist abgelegt, ZL-Echtlauf ist nirgends zu finden bzw. keine Daten drin?

Der Zahlungsvorschlag und der Zahllauf müssen im Archiv abgelegt und unterschrieben werden. Der Zahllauf ist aber nicht ins Archiv gekommen.
Der Zahllauf war ausgeführt, aber er hatte keine Buchungsaufträge erzeugt.
Ja, das wäre ihnen (Zahllaufausführender und Zahllaufprüfer) auch aufgefallen, aber sie könnten es sich nicht erklären.
Es hat 7 Minuten gedauert, bis ich den Fehler gefunden hatten. Sieben!
Ich sage nicht, dass die beiden das auch so schnell hätten finden können, aber ich bin der Meinung, sie hätten es selbst finden können. Da muss man sich halt mal Gedanken machen und die üblichen Sachen durchgehen. Da muss man vielleicht mal einen Blick ins Protokoll werfen, dann sieht man doch, dass da was nicht stimmt… man man man.

E-Mail an den anderen Fachbereich gestern:

Bitte senden Sie mir den aktuellen Saldo des Kontos XY zu.

Ohne diesen Saldo kann ich nicht buchen. Früher haben wir den morgens immer im Postfach gehabt, seit drei Monaten müssen wir immer nachfragen und den einfordern.
Nachdem die Mail mittags immer noch nicht da war, hab ich die Verantwortliche noch mal angeschrieben. Ja, sie hätte keinen Zugang, den hätte nur die andere Kollegin, aber die ist krank. Aha, ok. Ja, und sie hätte es an zwei Kollegen weitergegeben. Ok, sag ich, sie soll doch bitte noch mal nachhaken, weil ich ohne die Zahl nicht buchen kann.
10 Minuten später hatte ich die Zahl. Wir sollten unbedingt dafür sorgen, dass wir selbst einen Zugang zu dem SAP-System kriegen. Nervt mich ja tierisch, wenn ich so abhängig bin.

E-Mail vom Controlling gestern um 16:30 Uhr (als ich eigentlich schon längst Feierabend gemacht haben wollte):

Betreff: AW: Abc Def
Hallo Frau Keschu, ich seh gerade, in einer meiner vorherigen Mails war ein Anhang falsch!
Anhang: Xyz

Ich hab sie dann telefonisch nicht erreicht, also such erstmal alle Mails von ihr ab, suche auf der Ablage auf dem Server nach der Datei Xyz, suche sogar in den Themen Abc und Def, aber nirgends finde ich was zu Xyz. Endlich erreiche ich sie und es stellt sich raus, dass nicht ein Anhang falsch war, sondern dass sie einfach vergessen hatte, Xyz zu schicken…
Man man man… Inzwischen war es dann 17 Uhr, dann hab ich die Buchung noch gemacht und dann wirklich endlich Feierabend gemacht, bevor noch irgendwas blödes eintrudeln konnte.

Heute morgen gabs aber keine neuen Hiobsbotschaften, und so kann der Tag heute hoffentlich regulär ablaufen. Ich klopfe sicherheitshalber mal 3x auf Holz 😉

Der Plan fürs Wochenende ist mal wieder nähen, lesen, Gassi gehen. Was soll man sonst auch machen?! Ach und vielleicht fahr ich doch mal zum Rewe und kaufe Alkohol. Wir haben nämlich so gut wie keinen Alkohol im Haus!! Wie soll man denn das ohne Alkohol überstehen?! 😉
So, und wo wir schon bei Getränken sind, geh ich gleich noch über zum Essen: Was gibt es bei euch so zu essen? Mir gehen langsam die Ideen aus und ich will nicht ständig das gleiche kochen…
Heute gibt es bei uns gefüllte Paprika. In den letzten Tagen hatten wir folgendes: (vielleicht sind da auch ein paar Ideen für den ein oder anderen dabei)
– Tortellini mit Spinat-Tomaten-Soße und Gorgonzola
Linseneintopf à la Bellonas Papa 🙂
– Gulasch
– Wraps gefüllt mit Salat und Hähnchen
– Lasagne
– Hähnchenbrust in Paprika-Sahne-Soße
– Risotto mit Tomaten, Feta und Rucola
– Fischstäbchen mit Spinat und Spiegeleiern
– Strammer Max
– Bouletten mit Kartoffelbrei und Mischgemüse
Käsespätzle
Bauerntopf
Lachs-Couscous-Päckchen
– Thai-Curry
– Pellkartoffeln und Quark/Matjes
– Spaghetti Bolognese
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
Spaghetti Carbonara

Shotgun

Mittwoch, 1. April 2020
Tag 12 im Home Office

Ohrwurm des Tages ist heute Shotgun von George Ezra. Das erinnert mich sofort an meinen Urlaub auf Teneriffa, wo es abends im Pub immer Live-Musik gab. Und der Musiker hat jeden Abend Shotgun gespielt und die ganze Meute betrunkener Engländer hat mitgegrölt 🙂 Das war lustig. Und heute morgen war es das Lied, das im Radio lief, als ich wach wurde. Und so bleibt es also schon den ganzen Tag im Hinterkopf hängen und in einer unkonzentrierten Minute trällere ich es vor mir her.
Dabei hab ich heute gar keine Zeit unkonzentriert rumzuträllern. Heute hab ich wieder super viel zu tun. Grad hab ich ne Schüssel Cornflakes inhaliert, aber ich muss gleich weiter machen. Heute steht noch viel auf dem Programm.
Zum Beispiel das hier: Zuerst muss ich eine CSV-Datei als xlsx-Datei abspeichern. Dabei muss ich aufpassen, dass alle Zahlen im amerikanischen Format geschrieben sind. Also nicht 6,25 sondern 6.25.
Warum? Keine Ahnung.
Dann muss ich die Zahlen aus der neuen xlsx in eine Vorlage-xlsx-Datei kopieren. Statt Komma sollen da immer noch Punkte stehen. Per Formel werden diese Werte dann in eine andere Zeile übernommen, von wo ich sie wieder kopiere und in eine weitere Zeile einfüge. Dort muss ich dann den Punkt wieder durch ein Komma ersetzen, weil die Vorlage das sonst nicht summieren kann.
Alter!!! Euer verfickter Ernst???????????????????? Kann mir das irgendjemand logisch erklären???????? Ich mach das grad zum ersten Mal. Ich hab hier die Anleitung neben mir und komme mir wirklich verarscht vor! Das ist der Punkt an dem mein Trotz mir massiv im Weg steht und ich das am liebsten jetzt nicht weiter machen will. Ich sehe es einfach nicht ein, so eine dumme, sinnlose Deppenarbeit zu machen, in 11 Zellen zu klicken und da jetzt händisch den Punkt durch ein Komma zu ersetzen!

Vielleicht sollte ich kurz noch mal ne Pause machen und ganz laut Shotgun hören 😉 Aber im Ernst, da tipp ich nächstes mal lieber gleich alles aus der CSV-Datei ab.

Nachher muss ich dann mal wieder einkaufen gehen. Essensplan steht und somit auch der Einkaufsplan. Ich bin gespannt, wie voll es ist. Einkaufen ist ja inzwischen doch irgendwie mein Wochen-Highlight geworden 😀 Vielleicht kaufe ich doch gleich Klopapier, wenn ich welches bekomme. Der Verbrauch hat sich durch das Home Office schon etwas erhöht. Trotzdem müsste der Vorrat noch ca. 5 Wochen reichen. Aber dadurch, dass es die letzten Male nirgends mehr welches gab, wird man echt gleich nervös…

Stillness of heart – Home-Office-Gelassenheit #4

Donnerstag, 26. März 2020
Tag 8 im Home Office

Leichte Aggressionen ziehen sich durch den Vormittag. Zuerst ist es die Technik, die nicht so will, wie wir alle. Dann sind es Kollegen, die einen nicht ausreden lassen, Arbeit doppelt machen und meine somit überflüssig und die andere Leute in den Himmel heben, weil sie Kram gemacht haben.

Unsere Web-Meeting-Plattform ist aktualisiert worden. Im Laufe der nächsten Wochen sollten wir wellenweise auf die neue Plattform wechseln. Jetzt, wo aber alle im Home Office arbeiten, wurde mitgeteilt, dass wir sofort auf die neue Plattform wechseln sollen.
Gesagt getan. Bei mir funktioniert alles.
Bei den anderen mal wieder nicht. Ich versteh das immer nicht, was die anderen immer für Scheiße bauen! Auch wenns um Updates geht. Bei mir läuft komischerweise immer alles problemlos durch. Bei den anderen nie und dann können sie immer stundenlang nicht arbeiten. (Ja, schon klar, dass das Taktik ist…)

Jetzt sollten wir mit dem Wechsel auf die neue Plattform auch scheinbar noch irgendeine Software aktivieren. Davon war in der Wechselaufforderung nichts erkennbar. Ein paar haben das offenbar gemacht. Ich nicht. Bei mir funzt alles. Bei einigen anderen nicht.
Wir haben vorhin echt 20 Minuten gebraucht, bis wir unser dämliches Web-Meeting zum laufen gebracht haben!! Und ich wette es hatte gar nichts mit der Plattform zu tun, sondern mit irgendeiner Einstellung. Das Problem sitzt in der Regel ja vor dem Rechner…
Ich überlege mir jedenfalls noch drei mal, ob ich diese zusätzliche Software aktiviere oder nicht, weil es bei mir auch problemlos ohne läuft und ich noch nicht den Sinn und den (neudeutsch sogenannten) „benefit“ darin sehe…

So, dann hatten wir es also endlich auf die Reihe gekriegt, auch der letzte konnte die anderen hören und wurde gehört und dann haben wir unser Ding besprochen.
Wir müssen immer eine Prognose darüber abgeben, wieviele der fälligen Rechnungen noch gezahlt werden. Ich finds ja immer sinnlos, weil das Glaskugelgucken ist, aber gut. Der Konzern möchte daraus Steuerungsmaßnahmen ableiten. Als ob da nicht gerade jetzt andere Sachen wichtiger sind… Jedenfalls bereite ich dazu eine Offene-Posten-Liste vor und kommentiere diese. Und mein Kollege hat das auch gemacht, aber eine andere Datei benutzt und ich frag mich jetzt, wozu ich das dann gemacht hab. Die Stunde Arbeit hätt ich mir sparen können, da hätt ich lieber gelesen! 😉
Die Datei die er benutzt hat, hat ein weiterer Kollege gebastelt, da wird weitestgehend alles automatisiert erzeugt und befüllt. Und dafür küssen ihm jetzt alle die Füße und ich denk mir so, der hätte sich mal lieber um andere Sachen gekümmert. Zum Beispiel um die Automatisierung der Kontenkommentierung zum Monatsende. Das ist nämlich nachher richtig ekelhaft, wenn man das händisch machen muss.

Aber ich bin ansonsten die Gelassenheit in Person. Ich genieße noch immer die Ruhe. Ich habe noch nicht angefangen, mit Gegenständen zu reden. Muss ich auch nicht, ich rede auch im Büro nur das, was ich muss. Für mich ist das alles also tatsächlich nicht so anders als sonst. Nur leiser.

Freitags-Füller 10/2020

1. Weil ich heute so genervt bin, weil schon wieder zwei neue Baustellen auf dem Arbeitsweg sind und ich einen Umweg fahren musste, und weil es regnet und überhaupt, weil ich zur Arbeit musst, muss ich meine Gedanken rauslassen und fülle den Freitags-Füller aus.

2. Ich bin ehrlich und direkt, aber offenbar kommt das nicht immer gut an. Ich bin sicher auch mal undiplomatisch in meinen Äußerungen, aber Menschen, die mich schon lange kennen, sollten langsam damit umgehen können. Vor allem hab ich keine Lust vor jedem meiner Kommentare darüber nachzudenken, was ich jetzt sagen darf und was nicht, oder ob man das in den falschen Hals bekommen könnte. Ich bin auch mal beleidigt, wenn man mir ehrlich was vor den Latz knallt, aber ich nehme alle Menschen wie sie sind, aber ich bin eben auch wie ich bin. Das Leben hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin.

3. Jede Woche frage ich mich, wo die Zeit hingeht. Jetzt habe ich wieder so viel Zeit und trotzdem schaffe ich nichts….

4. Vom Arbeitgeber wird darüber diskutiert, wie man die Verbreitung von Corona stoppen kann. Es werden Notfallpläne errichtet, um die Geschäftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Diese ganze Corona-Panikmache geht mir voll gegen den Strich.

5. Das Beste, also das „Beste“ ist, dass jetzt 50% der Mitarbeiter ins Home Office gehen sollen. Die anderen bleiben im Büro und nach zwei Wochen wird geschaut wie die Lage ist und eventuell getauscht. Ich finde das so idiotisch! Wieso schickt man nicht alle? Wenn es doch genau darum geht, die Ansteckung im Großraumbüro zu vermeiden, wieso lässt man dann nur die Hälfte der Belegschaft zu Hause und setzt den Rest weiter dem Risiko aus?.

6. Ja, eigentlich meckere ich nur rum, weil ich nicht zu den erste 50% gehöre, die sofort ins Home Office gehen dürfen. Da hätte ich wenistens meine Ruhe. Ich muss ehrlich sagen, das nervt mich total!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Mir geht das ganze Büro und Corona und diverse Baustellen echt auf den Sack und außerdem bin ich müde. Ich will bloß nach Hause und mich übers Wochenende von meiner schlechten Laune befreien, morgen habe ich geplant, verschiedene Schnittmuster und Stoffe vorzubereiten und Sonntag möchte ich mal wieder frühstücken gehen und ein bisschen nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

Und ein kleines Goodie: Ein Blick in die Vergangenheit
Freitags-Füller 10/2019
Freitags-Füller 11/2018

Kreuzfahrt ins Glück – 12.02.2020

Los gehts mit dem Urlaubsbericht von unserer Kreuzfahrt! Ein paar erste Eindrücke konnte man ja schon in den 12 von 12 bekommen, aber für die Erinnerungen will ich das alles noch etwas ausführlicher aufschreiben.

Ich wollte ja unbedingt mal eine Kreuzfahrt machen. Das ist ja so ähnlich wie mit dem Wohnmobil und das fand ich in Schottland ja so toll. Man hat all seinen Krempel dabei und ist jeden Tag woanders, aber man muss nicht immer alles ein- und auspacken, wie man das bei einem Roadtrip mit dem Auto und Airbnb’s oder Pensionen hätte.

Wir sind mit der AIDAnova eine Woche um die Kanaren und nach Madeira gefahren. Von Mittwoch bis Mittwoch. Von Teneriffa nach Teneriffa. Die gleich Route kann man auch von Freitag bis Freitag, von Gran Canaria nach Gran Canaria machen.
Wir hatten eigentlich ganz günstige Flugzeiten. Nicht zuuuu früh, allerdings waren wir dann mittags auf Teneriffa und es war leider nicht genug Zeit, um dort noch was zu unternehmen und anzuschauen. Aber da grad der Anreisetag ja doch aufregend ist, war das schon ok. Es waren genug Eindrücke für den ersten Tag!
Wir hatten alles über Aida gebucht, also war auch der Transfer vom Flughafen zum Schiff dabei und so sind wir also in den Bus eingestiegen und haben uns damit begnügt, Teneriffa durch die Scheibe zu sehen.
Natürlich hätte die Zeit noch gereicht, um sich Santa Cruz den Tenerife anzuschauen, aber wir waren dann doch neugierig aufs Schiff.

Am Schiff angekommen haben wir unsere Bordkarten bekommen, die man dann immer dabei haben muss. Ohne die Karte kommt man nicht mehr aufs Schiff. Beziehungsweise, man kommt sicher trotzdem rauf, aber es kostet einfach mehr Zeit. Und das ist bei bis zu 6.600 Passagieren schlecht. Alles auf dem Schiff ist auf Effizienz getrimmt. Mit der Bordkarte identifiziert man sich, man bezahlt damit überall, egal ob Bordshop oder Bar und muss nicht umständlich mit Geld rumhantieren. Bei dieser Anzahl an Menschen, muss es schnell gehen.
Wenn man aufs Schiff geht, wird ein Foto von einem gemacht, das wird mit der Bordkarte kombiniert, sodass man also nicht mit einer fremden Karte aufs Schiff kann oder etwas bezahlen kann.
Geht man dann vom Schiff, zieht man die Karte durch einen Lesegerät. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto auf dem Bildschirm und man ist gebucht als „an Land“. So weiß dass Schiff auch ganz genau, wer noch da ist, und wer nicht. Wenn man dann wieder aufs Schiff will, kommt man ohne die Karte vorzuzeigen gar nicht aufs Hafengelände. Dann muss man vor der Sicherheitskontrolle noch mal vorzeigen, damit man nicht versehentlich am falschen Schiff durch die Kontrolle geht. Dann geht man durch eine Sicherheitsschleuse, wie am Flughafen. Der Rucksack und man selbst wird gescannt und auf verbotene Gegenstände untersucht. Waffen darf man natürlich nicht mitnehmen. Aber auch offene Lebensmittel wie zB frisches Obst darf man nicht mit aufs Schiff nehmen.
Wenn man dann das Schiff betritt, zieht man die Karte wieder durch einen Scanner, der Mitarbeiter sieht, dass Person und Foto übereinstimmen und das Schiff weiß, dass man wieder „an Bord“ ist.

Aber selbst, wenn das Schiff weiß, wie viele und welche Passagiere nicht zurück an Bord sind, fährt es zur angegebenen Zeit ab. Man muss also selbst dafür sorgen, rechtzeitig zurück zu sein.

Beim Bezahlen an Bord funktioniert es genauso: Der Mitarbeiter scannt die Karte mit einem Smartphone. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto und dann muss man auf dem Touchpad unterschreiben. Wie beim Paketdienst. Damit spart man sich also das Kleingeldgesuche und durch das Foto ist ausgeschlossen, dass ich mit einer fremden Bordkarte bezahle.
Eigentlich, wie gesagt, effizient und praktisch, aber man verliert auch sehr schnell den Überblick über seine Ausgaben.
Aida ist nämlich keine All-Inclusive-Reederei. Auf dem Schiff hat man Vollpension. Zum Frühstück bekommt man Kaffee, Tee und ein paar Säfte und Smoothies. Cappuccino kostet aber zB extra. Zum Mittag und Abendessen gibt es den Tischwein, Bier, Wasser und Softdrinks dazu. Wenn ich aber einen anderen Wein möchte, oder einen Cocktail, dann kosten diese Getränke ebenfalls extra. Und genauso eben auch an den Bars und in den Cafés. Da muss man alle Getränke extra bezahlen.
Es sei denn, man bucht sich eins der diversen Getränkepakete dazu, die zwischen 10 und 30, je nach Route bis zu 35 Euro pro Tag und pro Person kosten. Wir haben das nicht gemacht, weil im Ernst: Wie viel kann man am Tag schon vertrinken? Vor allem, wenn man ja tagsüber unterwegs und eben nicht auf dem Schiff ist?
Wir haben uns an Land Wasser gekauft, weil das auf dem Schiff einfach unverschämt teuer war (aber das ist ja in allen Hotels so), und ansonsten haben wir auch mal einen Cappuccino oder in der Bar abends ein Bier getrunken. Wir kommen auf ca. 10 Euro pro Person und pro Tag, aber das ist eher sparsam. Nicht bewusst, aber wir waren abends meistens so platt, dass wir nicht mehr lange irgendwo an der Bar gehockt haben, sondern immer einigermaßen pünktlich im Bett waren.

Als ich gestern meine Fotos fertig sortiert hatte und für meine Eltern und ein paar Freunde eine kleine Dia-Show fertig gestellt hatte, ist mir erschreckend bewusst geworden, dass ich so gut wie keine Fotos vom Schiffsinneren gemacht habe. Ich hab nur von der Kabine ein paar Fotos gemacht, aber das wars. Keine Fotos von den Decks, keine Fotos von den Restaurants oder Bars…
Für einen Eindruck vom Schiff, kann ich also nur dieses Video anbieten:

Ich weiß nicht, wieso ich keine Fotos gemacht habe. Normalerweise mach ich immer Fotos von der Hotelanlage, aber auf dem Schiff hab ich das nicht gemacht.
Vermutlich, weil ich nicht restlos begeistert von allem gewesen bin. Ich bin auch heute selbst nicht so sicher, wie ich das ganze nun finden soll 😉

Wir sind also am 12.02.20 auf das Schiff gegangen und haben das natürlich erstmal erkundet. Ich war von der Größe doch etwas überfordert und auf Anhieb hab ich mich nicht so richtig gut zurecht gefunden. Man kommt nicht überall so direkt hin. Wenn zB der Ausgang auf Deck 3 war, dann kam man im hinteren Treppenhaus nur bis Deck 5 und musste dann vorlaufen zum mittleren Treppenhaus, um dort runter zu gehen aufs 3. Deck. Wenn mans weiß, kein Ding. Man muss es aber wissen.
Ich fands jedenfalls alles doch recht verwirrend und ich kann schon verraten, dass sich das bis zum Schluss nicht so richtig gegeben hat. Ich fand das Schiff einfach zu groß und sehr unübersichtlich und ich fand es auch sehr schlecht ausgeschildert.

Wie mir von vielen vorher prophezeit wurde, verläuft sich die Masse an Menschen dort aber tatsächlich recht gut. Ich war wirklich überrascht. Nur beim Essen hat man gemerkt, wie viele Menschen dort an Bord sind.
Essen gehen war echt zum kotzen. Es gibt bei Aida keine festen Tischzeiten. Was auf der einen Seite praktisch ist, weil man total flexibel zwischen 18 und 22 Uhr in einem der fünf Buffet-Restaurants zu Abend essen kann, ist auf der anderen Seite genauso ätzend, weil es egal ist, wann man geht. Wenn man früh geht, ist es voll, wenn man spät geht genauso. Es gibt Leute, die warten um fünf vor 6 vor der Absperrung, um als erste am Buffet zu sein. So wie manche aussahen, sind die um 18 Uhr und noch mal um 21.30 Essen gegangen 😉
In zwei der größeren Buffet-Restaurants gibt es zwei Essenszeiten, um die Leute etwas zu verteilen. Einmal von 18-19.30 Uhr und einmal von 20-21.30 Uhr. Das wussten wir am ersten Abend nicht. Ich weiß nicht, ich glaube wir haben da auch irgendein Einsteigerseminar „Aidanova für Anfänger“ oder so verpasst… Also gingen wir am ersten Abend um 19 Uhr essen und wurden von den Kellnern direkt begrüßt mit „Wir schließen aber in einer halben Stunde.“
Das Essen war okay. Es war nicht heiß, es war mittelmäßig lecker, wenns länger auf den Buffet-Schalen lag war es oben angetrocknet. Es hatte etwas von Kantine. Haben nur noch die Tabletts gefehlt. Für manche Leute wär das wohl auch sehr praktisch gewesen, die sind da teilweise gleich mit zwei Tellern rumgelaufen und haben sie sich vollgeschaufelt.
Eine feste Tischordnung gibt es bei Aida auch nicht, so dass zum Frühstück und zum Abendessen immer erstmal die Sucherei losgeht… das hat mich auch genervt, muss ich zugeben.

Um 21 Uhr mussten wir dann zur obligatorischen Seenotrettungsübung. Das war gleichzeitig eine Evakuierungsübung für das gesamte Schiffspersonal. Für uns Passagiere gabe es dabei im Grunde nichts zu tun. Wir mussten nur auf „unser“ Notsignal warten und zum Sammelpunkt gehen. Im Endeffekt ging es für uns wirklich nur darum, dass wir wissen, wie die Schwimmweste angelegt wird und wo unser Sammelplatz ist. Bei 6.600 Passagieren muss das ja geordnet ablaufen und es gibt mehrere Sammelpunkte an Bord.
Auch hier war die Kommunikation aber ziemlich unklar. Eine Info besagte, dass wir uns im Theater treffen sollten, eine andere Info besagte, dass wir an unsere zugewiesene Sammelstation gehen sollen (was ja viel sinnvoller ist, dann kennt man gleich den Weg).
Nun gut. Wir waren also evakuiert, wir waren satt, wir waren platt und müde. Es waren unglaublich viele Eindrücke an dem Tag und so haben wir um 22 Uhr noch auf dem Balkon gesessen und beim Ablegen zugeschaut und sind dann anschließend ins schaukelnde Bett gegangen.

Ich habe so unfassbar beschissen geschlafen in der ersten Nacht, dass ich am liebsten direkt wieder abgereist wäre. Das Schaukeln hat mich wahnsinnig gemacht, weil es sich im Liegen angefühlt hat, als wär ich besoffen. Speziell in diesem Bruchteil der Sekunde, bevor das Schiff wieder zurück schwankt. Das war ein ziemlich ekliges Gefühl. Noch dazu hat die Kabine leicht geknarzt… Klar, wenn sich so ein Koloss bewegt, dann herrschen da Kräfte, irgendwo muss das Material ja ein wenig nachgeben… und dann knarzt es.
Na ja… Also der Einschiffungstag wurde mit gemischten Gefühlen beendet… ich hab mich zumindest auf den Landgang am nächsten Tag gefreut. Es ging über Nacht nach Fuerteventura. Da war ich vorher noch nicht.

Shortcut

Kurze Meldung, weil ich mich sonst in zehn Jahren ärgere, dass ich in dieser stressigen Zeit nichts geschrieben hab und somit nichts über mich weiß. Und mit nichts meine ich nichts. Ich weiß heute nicht mal mehr, was ich gestern für Klamotten an hatte!

1. ich bin maximal genervt
Der Monatsabschluss steht bevor und geht jetzt in die heiße Phase. Gestern saßen wir zusammen und haben die Kontensalden überprüft, damit genug Zeit ist, eventuell Korrekturbuchungen zu machen. Auf dem Bürgschaftskonto war ne Differenz… also haben wir gesucht, wo die her kommt und wer war Schuld? Natürlich Zeittotschläger, der dumme Idiot. Weil er einfach mal so gemacht hat, wie er in seinem dummen Kopf gedacht hat. Aber es kam ihm schon komisch vor, weil sowas hatte er ja noch nicht… Da frag ich mich, wieso er dann sein verdammtes Maul nicht aufkriegt und mal fragt! Nee, da bucht er wild drauf los…
Es hat sich herausgestellt, dass es keine Bürgschaft sondern eine Kaution war, die er buchen sollte. Irgendwie auch idiotisch bei einer Kundenzahlung von Bürgschaft zu reden. Vollidiot!

2. ich bin dauermüde
Variante 1: Ich gehe abends in Bett, schlafe ein, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt und dann bewege ich mich die ganze Nacht nicht. Ich liege wie ein Stein und schlafe aber ich habe morgens trotzdem nicht das Gefühl, dass ich ausgeschlafen und erholt bin.
Variante 2: Ich gehe abends ins Bett, liege bis halb 2 wach und wälze mich hin und her. Immer wieder dämmere ich kurz weg, aber schrecke dann wieder auf, weil ich Mist träume oder weil da eine Mücke ist, oder vielleicht auch einfach nur, weil mein Körper meint, kurz aufschrecken zu müssen.
Wie auch immmer die Nacht ist, ich bin morgens nicht ausgeschlafen, nicht erholt, fühle mich nicht frisch. Das verstärkt leider auch die maximale Genervtheit.

3. ich fresse wie eine siebenköpfige Raupe
Ich esse nicht, weil ich Hunger habe, sondern aus Langeweile. Um einen Grund zu haben, mich vor dem Lernen zu drücken. Das ist mir die letzten Tage aufgefallen. Man siehts auch schon. Hintern ist breiter geworden, die Oberschenkel reiben noch etwas mehr aneinander… Vor allem hab ich auch nur Scheiß gefuttert. Jetzt versuche ich mich also zusammenzureißen, mich mal etwas länger am Stück zu konzentrieren und nur zu essen, wenn ich Hunger oder wirklich Lust hab und nicht nur aus Langeweile und Ablenkung.

4. ich habe vielleicht ein Alkoholproblem
Gestern und vorgestern habe ich mal nichts getrunken. Aber ich glaube die letzten vier Wochen jeden Tag… Ich bin nach Hause gekommen und hab mir erstmal einen Äppler gegönnt. Jeden Tag. Oder ein Bierchen. Blöd, dass wir überhaupt Alkohol im Haus haben, normalerweise ist höchstens mal ne Flasche Wein da, wenn wir Risotto oder Gulasch kochen. Aber irgendwie ist das eingerissen, dass jetzt immer Äppler oder Bier/Radler da ist.
Also diese Selbstverständlichkeit, mit der ich zu Hause direkt zum Kühlschrank gehe und erstmal was trinke, hat mich doch ein bisschen… erschrocken ist übertrieben, ich kann auch sofort aufhören, aber es ist wohl eine Stresshandlung. Also bleib ich die Woche erstmal abstinent.
Spielt übrigens auch in die Gewichtszunahme mit rein.

5. ich habe ein Aufmerksamkeitsdefizit
Ich setze mich hin, arbeite eine Prüfung durch und nach kurzer Zeit MUSS ich mich ablenken. Ich habe das Gefühl, dass ich sonst platze. Ich MUSS auf mein Handy gucken, oder was essen oder oder oder. 11 Minuten ist meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich hab nämlich mal auf die Uhr geschaut, weil es mir noch kürzer vorkam. Vielleicht sollte ich mir mal Ritalin besorgen. 😉

6. ich werde bestehen
Am Samstag waren wir bei Mittelpunkt zum grillen. Ihr Freund macht auch gerade den Bibu-Kurs. Er hat ein Jahr nach mit angefangen und macht nächstes Frühjahr seine Prüfung. Es hat echt so gut getan ein bisschen mit ihm darüber zu quatschen, ein bisschen übers Pensum, ein bisschen sich über Arbeitsweisen auszutauschen. Ich weiß nicht, ob wir uns vor der Prüfung noch mal sehen, aber zumindest hat er mir schon mal viel Erfolg gewünscht und alle sind ein sein Mantra „Du wirst bestehen“ eingefallen. Das war schon motivierend und lässt die Hoffnung neu aufkeimen.

7. ich fahre nach Dublin
Weil der Großteil meines Urlaubs zum lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf geht, hab ich gedacht, ich brauch mehr Urlaub dieses Jahr. Jetzt hätte ich ja einfach gelben Urlaub machen können, aber das mach ich ja sowieso nicht, also hab ich letztes Jahr schon in weiser Voraussicht meinen Bildungsurlaub von 2018 nach 2019 übertragen und mache nach der Prüfung zwei Wochen Bildungsurlaub in Dublin.
Gebucht und bestätigt ist es. Einen Flug hab ich noch nicht. Ursprünglich wollte ich mit dem Namenlosen schon ein paar Tage eher hin, aber daraus wird nichts. Er kann nicht weg, weil sein Vater nicht da ist. Somit kann keiner auf den Hund aufpassen, bzw. den würden wir schon unterkriegen, aber dann ist auch niemand in der Firma, das geht mal einen Tag, wenn man ein verlängertes WE macht, aber nicht ne knappe Woche… na ja. Aber es geht auch von meiner Seite nicht, ich muss nämlich mal wieder zu meinen Eltern. Also fahr ich nach der Prüfung zu denen und fliege dann von dort nach Dublin.

Ende.

Freitags-Füller 14/2019

1. Ich genieße nicht sooo viel grad, um ehrlich zu sein. Grad ist es eher so, dass mich alles ziemlich nervt, mehr als sowieso schon. Das ist ziemlich schlimm, weil ich echt aufpassen muss, dass ich meine schlechte Laune nicht an allen anderen auslasse.

2. Ostern ist für mich nix besonderes. Es sind freie Tage, und ich freu mich darüber. Kein religiöser Hintergrund für mich. Dieses Jahr sind wir vorher auf Malle, aber wir kommen am Samstag zurück und müssen uns dann leider noch in den Einkaufswahnsinn stürzen, damit wir die zwei Feiertage nicht verhungern.

3. Das erste Grün draußen ist so zart und wird immer stärker.

4. Wenn ich einen Snack möchte, nehme ich üblicherweise das was gerade da ist.

5. Bei meinem letzten Kinofilm, „Nur ein kleiner Gefallen“, mußte ich wieder darüber nachdenken, dass Blake Lively ne geile Sau ist 😉 .

6. Wenn nur schon alles vorbei wäre...

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf nichts weiter. Meine Ruhe, ne Tüte Chips und Schlaf. Ich bin einfach totmüde, irgendwie macht mir die Zeitumstellung doch etwas zu schaffen. Also nicht zu spät ins Bett, denn, morgen habe ich geplant, mit ein paar Bibu-Mädels feiern zu gehen. Das wird schlimm glaube ich 😉 Hoffentlich kann ich nach der Schule ein bisschen Mittagsschlaf machen 😀 Eigentlich wollten wir zu viert gehen, aber eine hatte die Woche Magen-Darm, die bleibt zu Hause. Soll sie auch mal lieber, ich möchte mich nicht so kurz vor meinem Urlaub vielleicht noch anstecken. Geplant ist, dass wir erst Pizza bestellen und ein bisschen vorglühen und dann bin ich gespannt, ob wir nicht um halb 12 zu müde sind, um noch irgendwo hin zu fahren! Wir werden sehen. Auf jeden Fall wirds bestimmt lustig und ich freu mich sehr! So,und Sonntag möchte ich hoffentlich keinen Kater haben, aber dann sinds auch nur noch vier Tage, bevor ich mich hoffentlich entspannen kann!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr hier.

Das Herz im Gesicht

Viele Leute tragen ihr Herz auf der Zunge und sagen was sie denken. Ich trage es eher im Gesicht. Man sieht mir sofort an, ob ich jemanden leiden kann oder nicht, ob mich ein Thema interessiert oder nicht, ob ich mit einer Entscheidung zufrieden bin oder nicht.
Von meinem Chef gabs dazu grad einen Mini-Einlauf. Er wüsste damit umzugehen, er wüsste, wie er mich nehmen müsste. Aber irgendwann hab ich auch mal einen anderen Chef. Und ich soll was nicht so deutlich zeigen. Ich darf sowas nicht so deutlich zeigen. Ich muss so viel schauspielerisches Talent aufbringen, dass man das nicht sieht.

Tja… ich weiß, mein Gesicht ist ein offenes Buch. Ich weiß, das ist manchmal nicht gut. Aber dann denke ich, ich bin wie ich bin, nimm mich so, oder lass es. Aber offenbar kann ich im Beruf nicht so denken. Da gehts dann wohl nur um Fassade. Ich hasse das. Ich will mich nicht verstellen. Ich will nicht so tun, als würde ich den ganzen Bullshit, der hier gesprochen und geschrieben wird gut finden! Was denken sie sich jetzt wieder aus? Arbeite doch bei irgendwelchen Projekten mit. Der neue „heiße Scheiß“ bei uns ist, dass man einen Teil seiner Arbeitszeit für die Mitarbeit in einem Projekt in einer fremden Abteilung aufbringt. Da haben ja alle was von. Am meisten der Arbeitgeber, weil er für das Projekt niemanden neu einstellen muss.
Oder wie viel Wert hier auf die Stimmungsumfrage gelegt wird. „Ich kann die Strategie von meinem Arbeitgeber nachvollziehen“, „Ich halte die Wertschätzung die mir entgegengebracht wird für angemessen“, „Ich würde meinen Arbeitgeber als attraktiv bezeichnen“. NEIN! Verdammt. Aber wenn ich nein ankreuze, ändert das gar nichts! Deshalb hab ich diese Umfrage früher nie mitgemacht. Mein Chef legt aber soooo großen Wert drauf, weil das Reputation gibt, wenn das gut ausfällt! Aha. Mir doch egal. Mir ist sowas nicht wichtig. Ich ziehe mich nicht an sowas hoch, im Gegensatz zur kompletten Führungsetage.
Aber das darf ich nicht zeigen.

Was für ein Irrenhaus – Großraumbüro-Wahnsinn #17

Ich habe hier zwei Laptops. Einen, den ich nutze, einen, den die Azubis nutzen. Ich will die ja schließlich nicht den ganzen Tag auf meinem Schoß haben, also kriegen die natürlich ihren ganz eigenen Arbeitsplatz.
Die Azubis, die jetzt im September eingestellt wurden, sind neuerdings selbst mit Laptops ausgestattet worden, die sie die ganze Ausbildungszeit über benutzen und zu jedem Betriebseinsatz mitnehmen. Also brauchen wir meinen Azubi-Rechner eigentlich nicht mehr.

Jetzt war es so, dass mir mitgeteilt wurde, dass die Nutzungsdauer für meinen Laptop abläuft. Im Juni. Deshalb sollte der getauscht werden. Auf einen Win10-Laptop. Da hatte ich ja mal gar keine Lust drauf und hab gedacht, dass ich ja dann den Azubi-Laptop weiter nutzen kann. Wir kriegen im Sommer sowieso keinen Azubi, und wenn im September jemand neues kommt, hat der ja wieder einen Laptop.

Gesagt getan. Der eine Lappi wird abgemeldet, der Azubi-Lappi wird mein neuer.
So, was mir die blöde Tussi aus dem Seki nicht gesagt hat: Der Azubi-Laptop läuft im Oktober ab. Das hab ich dann vor zwei, drei Wochen erfahren, dh. es muss sowieso getauscht werden. Jetzt war es aber zu spät, den Regeltausch für meinen Rechner zu beauftragen, der kann nur noch gekündigt werden, mehr nicht.

Ich musste jetzt also meine Daten und alles auf den Azubirechner ziehen, alles dort neu einrichten (Laufwerke verknüpfen, Outlook-Einstellungen neu machen, meine ganze SAP-Formulardaten-Historie ist natürlich weg…), und dann mache ich das ganze, wenn der Abzubi-Rechner im Regeltausch ist, noch mal.

Jetzt kriege ich heute eine Mail, dass genau dieser Regeltausch ansteht. Aha, denke ich, ist ja frühzeitig informiert. Soll ja noch bis Oktober laufen. Tauschtermin: 30.7.
Ich dachte echt ich guck nicht richtig! So schnell? 3 Monate vor Ablauf? Nachdem ich gerade gestern mit der Einrichtung des Azubi-Rechners fertig geworden bin? Genau am Monatsabschluss? Wollen die mich verarschen???? UN-FASS-BAR!!

Aber weshalb mich das eigentlich so aufregt:
1. Weil meine Scheidungskollegin mir gestern schon angekündigt hat, dass sie sich krank schreiben lässt, die blöde Kuh… Regt sich immer auf, dass andere krank feiern und was macht sie?!
2. Weil mein blöder Arschlochkollege (für den ich noch keinen Namen hab, glaube ich, aber Arschlochkollege passt super) einfach ein so dämliches Arschloch ist. Ich hasse den! Der hat so eine widerliche überhebliche ätzende oberlehrerhafte asoziale Art an sich… ich kanns gar nicht beschreiben…
Das sind so Kleinigkeiten, die mich aufregen. Der sitzt zB. ganz vorne, ich muss immer an seinem Platz vorbei, wenn ich ins Büro komme oder rausgehe. Und immer wieder haut er mich an, und will irgendwas, wenn ich gerade vorbei komme. Wenn ich morgens komme und noch nicht mal meine Tasche abgestellt hab, wenn ich in die Küche gehe um mir Tee zu machen, wenn ich aufs Klo will… Wieso kann dieser blöde Wichser nicht seinen dämlichen Arsch selbst hochkriegen und zu mir kommen, wenn er was will? Nee, da wartet er immer, bis ich sowieso vorbei komme.
Oder er hält auch Informationen vor mir zurück. Soll er seine blöden Machtspielchen machen, meistens weiß ich sowieso, was er denkt, vor mir zurück zu halten, aber allein der Fakt ist einfach arschig.
Na ja, jedenfalls, ich räume vorhin mein Postfach auf, lösche mal den Gelöschte-Ordner und kriege eine Info, dass genau der Arschlochkollege eine Info angefordert hat, wenn seine Nachrichten gelöscht werden. Ob ich diese Info senden will.
NEIN NATÜRLICH NICHT DU BLÖDER IDIOT!!
Wer fordert denn eine Info über Löschung an?? Sind wir bei der Stasi? Das ist so sinnlos!
Es ist auch sinnlos, dass ich mich darüber aufrege, ich weiß, aber dieser Typ braucht nur atmen, da regt der mich schon auf! Dumme Sau!

So. Nachher kommt der Seki-Fuzzi (wieso kümmern sich eigentlich drei (!) Leute um einen Rechnertausch??), da werd ich ihm erstmal sagen, dass er sich seinen Tausch am 30.7. in die Haare schmieren kann. Noch so ein Wichtigtuer. Kam der letzte Woche und meinte, ich solle endlich auf den Azubi-Rechner umziehen, damit der andere gekündigt werden kann. Und „am besten vorgestern!“ Was denken die sich alle?

So, genug Luft abgelassen. Danke fürs Zuhören 😉

Freitags-Füller 33/2017

1. Nach welchen Kriterien entscheidet mein Kopf eigentlich, ob er konzentrationsfähig ist, oder nicht?! Die letzten Tage waren schon wieder super ätzend, was das anging. Jedes kleine Geräusch bringt mich aus der Konzentration und irgendwann zur Weißglut. Da knistert zum Beispiel die Lampe, die eine Tastatur klingt wie eine Schreibmaschine aus den 20er Jahren, ein Kollege trommelt mit den Fingernägeln auf dem Tisch, ein anderer räuspert sich im Minutentakt...

2. Manchmal ertrage ich sowas leichter, aber grad scheine ich wieder eine Phase zu haben, in der es mich einfach nur tierisch nervt und ich habe deshalb heute wieder Kopfhörer dabei und höre Musik.

3. In meinem Bett wars so schön gemütlich und warm. Wär ich da bloß geblieben.

4. Ich hätte meine Karte für den PC „vergessen“ können und wäre dann nach Hause gefahren um „home office“ zu machen, wie die Kollegin gerade. Ich frage mich, wie sie dann überhaupt reingekommen ist, denn die PC-Karte ist auch gleichzeitig Gebäudezugangskarte. Aber schön für sie, ein Tag länger Wochenende, das hat sich doch wieder mal richtig gelohnt.

5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren denke ich viel zu oft darüber nach, welche Vorteile andere sich dauert erschleichen und wozu ich zu dummehrlich bin.

6. Eigentlich könnten wir auch mal wieder schön ins Restaurant essen gehen am Wochenende. Haben wir länger nicht gemacht. Und einfach so, auch ohne Anlasse, ist das doch mal ganz nett.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf hoffentlich Info von meiner Schwester, dass ich in zwei Wochen ein paar Tage zu ihr kommen kann, morgen habe ich geplant, mit dem Namenlosen Pizza zu machen und Sonntag möchte ich mal wieder das Unkraut im Garten beseitigen. Wieso wächst das bloß so schnell?!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 33/2016

1. Bei diesem Wetter … welches Wetter? Da wir hier automatische Jalousien haben, fahren die bei zu viel „Helligkeit“ runter und dann sieht man vom Wetter nix mehr.

2. Das dämliche Gebrabbel meiner Kollegen verursacht mir Unbehagen.

3. Ich habe gehört wie dämlich die sich alle anstellen, was die für Fragen stellen… Die machen Aufgaben, die bis letztes Jahr noch ich gemacht hab. Das ist wirklich nicht schwer aber die tun so, als wär es Raketenforschung. Und so werden sie auch bezahlt.

4. Etwas heißes hilft am besten gegen Mückenstiche.

5. Eiskalte Engel 😉.

6. Und nun ist die Woche fast schon wieder vorbei.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf zwei Tage Ruhe, morgen habe ich noch nichts geplant und Sonntag möchte ich nicht an Montag denken!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Der Notgroschen

Irgendwann, als wir mal im Sommer cachen waren, hab ich angefangen in jede Tasche Geld zu stecken. Nachdem wir nämlich einmal durstig den anderen beim kühle Getränke schlürfen zusehen mussten.
Das hat sich dann im Herbst und Winter auf die Jacken ausgeweitet. Irgendwo gibt’s eine Innentasche oder so, wo ich mal einen Fünfer oder so reingesteckt hab.

Heute war ein Kacktag. Ich hatte nicht gut geschlafen, mir war heute morgen schon arschkalt, ich hab dann als ich los wollte noch eine zermatschte und verschimmelte Mandarine in meiner Handtasche gefunden. Mist, hatte ich vergessen…
Die Arbeit war anstrengend wie immer die letzten Tage. Plötzlich wars halb zwei und ich hatte noch nichts gegessen und kaum was getrunken…

Zu Hause angekommen bin ich einkaufen gegangen. Ich wollte endlich mexikanisches Pfannengemüse. Das wollte ich schon letzte Woche, aber das gab’s nicht.
Also steh ich vorhin kaputt und müde vorm TK-Regal um meine Gelüste zu befriedigen… Nix!!! Ich hätt in dem Moment heulen können!

Also bin ich zum Weinregal gegangen und hab mir einen Frustwein geholt, hab mich mit Brötchen, Käse, Milch und einer TK-Tüte mit Westernpfanne an die Kasse gestellt.

Und ich krame den Stoffbeutel aus der Tasche (die immer noch nach Schimmelmandarine riecht), damit ich nicht immer eine Tüte kaufen muss und finde mein Portemonnaie nicht!
Toll, danke!
Aber wenigstens hatte ich noch 5 Euro in meiner kleinen Geheimtasche in der Jacke… So gibts jetzt wenigstens die TK-Pfanne u d Brötchen und Käse für morgen.

Mach doch mal Yoga

Ich weiß nicht, wie stark hier schon durchgeklungen ist, dass ich mich von meinem Chef manchmal nicht Ernst genommen fühle. Falls das noch nicht so deutlich war: ich fühle mich von meinem Chef manchmal nicht Ernst genommen!
Und ich hasse das Großraumbüro. Und ich hasse den ständigen Luftzug da. Und ich hasse die Umstrukturierung und die unterschwellige Botschaft, dass hier bald Leute gehen werden. Und ich hasse die garstige Kollegin und die laute Kollegin und den pfeifenden Kollegen. Und den Kollegen, der dauernd die gleichen Sachen fragt. Und ich finde meine Arbeit langweilig. Und ich bin absolut urlaubsreif.

Und das alles führte dazu, dass ich mich letzte Woche mit Magenschmerzen und Migräne krank schreiben ließ.
Das wiedrum führte dazu, dass ich am Dienstag beim Chef saß, weil er ein Vorsorgegespräch mit mir führen musste. Es geht immer darum abzuchecken, ob der Ausfall an der Arbeitsbelastung liegt, um Burnout usw. vorzubeugen. Dieses Gespräch musste er damals auch mit mir führen, als ich nach der Blinddarm-OP zurück war. Was ihn am Dienstag dazu veranlasst das Gespräch abtun zu wollen. Er wollte das halt schnell erledigt haben. Den Haken setzen, dass er dieses Gespräch mit mir geführt hat.
Er sagte also zu mir: „Ja, also du weißt, ich muss dieses Gespräch mit dir führen. Ich muss dich das fragen. Aber dem Blinddarm gehts gut, oder?“ und dann grinst er blöd.
Er hat mich also nicht direkt gefragt, ob ich überlastet bin oder irgendwas in die Richtung.

Ich war am Montag und Dienstag noch viel zu sehr mitm Kopf in der zu-Hause-Woche und hatte gar keinen Bock auf den Laden und war gleich schon wieder genervt und irgendwie nervendünn. Ich saß dann also mit zitterndem Kinn, mit Tränen, die einfach aus den Augen rausrollten und sich nicht zurück halten ließen, in seinem Büro und hab ihm gesagt, dass mich die Bürosituation schon ganz schön angreift und belastet.

Fazit:
Ich soll mir ein dickeres Fell zulegen und cooler werden. und ich soll doch nicht so sehr mit dem Herzen dabei sein. und vielleicht sollte ich da mal mit einem Therapeuten drüber sprechen, wenn ich so überempfindlich auf Geräusche reagiere. ich muss das halt einfach hinnehmen, es wird ja überall so. Das Großraumbürokonzept weitet sich überall hin aus. Ich soll mich entspannen. ich solls doch mal mit Yoga probieren.

Danke.

Freitags-Füller 31/2015

1. Das Geräusch von Tasten, auf die regelrecht eingehackt wird, nervt tierisch.

2. Der Geschmack von Schokokuchen, den es zum Frühstück gab, liegt mir noch auf der Zunge.

3. Der Geruch meines Tees liegt in der Luft, weil ich mir schon wieder den Arsch abfriere.

4. Der Anblick der garstigen Kollegin, die gleich wieder das Fenster aufreißt nervt auch.

5. Die Lust auf meine Arbeit ist mir so gründlich vergangen.

6. Das Gefühl nicht gut genug zu sein ist wieder sehr dominant.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Zeit mit dem Namenlosen, morgen habe ich nichts geplant und Sonntag möchte ich mit den Mädels und dem Namenlosen Eis essen!

Den Freitags-Füller von Barbara gibts immer hier

Fenster geschlossen halten – Großraumbüro-Wahnsinn #7

Betonkernaktivierung ist das Stichwort. Das soll im Winter verhindern, dass das Gebäude zu stark auskühlt und im Sommer sich zu sehr aufheizt.
Klimaanlage ist das zweite Stichwort.
Luftumwälzungsanlage ist das dritte Stichwort. Die tauscht zwei mal pro Stunde die Luft komplett aus.

Die Temperatur zu regeln ist echt eine Kunst für sich.
Als wir eingezogen waren, mussten die Heizungen volle Pulle aufgedreht sein, weil noch nicht alle Stockwerke fertig waren und teilweise noch trocknen mussten.
Dann durften wir die Heizungen nicht höher als auf 3 drehen, weil die Heizkörper eingestellt werden sollten.
Jetzt dürfen wir die Fenster nicht aufmachen, weil die Klimaanlage eingestellt wird…

Letzte Woche, als es riiiiichtig warm war, da sollten also die Fenster zu bleiben. wir haben geschwitzt.
Am Freitag war auf einmal die Klimaanlage an. da hab ich gefroren, hatte Gänsehaut und kalte Füße.
Heute sind ungefähr 20 Grad draußen und es ist bewölkt – relativ kühl also. Die Klimaanlage läuft und kühlt schön… die Heizkörper warm. Und mir ist eiskalt.
Dazu kommt die Luftumwälzungsanlage, die hier die ganze Zeit einen leichten Luftzug verursacht.
Und durch die Betonkernaktivierung, die wahrscheinlich übers warme Wochenende das Gebäude gekühlt hat, ist es heute einfach schweinekalt hier drinnen…

Also wenn das den ganzen Sommer so bleibt, dann Prost Mahlzeit… Dann kann ich mir für die Arbeit dicke Socken und ne Strickjacke mitnehmen und wenn ich dann vor die Tür gehe, erschlägts mich… und ich muss höllisch aufpassen, dass ich mir nicht was weghole…

Lärm-, Luft- und Lichtbelästigung – Großraumbüro-Wahnsinn #2

Man kann ja die Leute schon mal einziehen lassen, auch wenn das Gebäude noch nicht fertig ist. Macht ja nix, dass dann in anderen Stockwerken noch gebaut wird. Natürlich bitten sie, die Lärmbelästigung durch Bohrarbeiten zu entschuldigen… seit 2,5 Stunden bohrt und hämmert es. Ich krieg die Krise. Das geht durch Mark und Bein. der ganze Boden vibriert. Was machen die da?? Wahrschlich die Bohrungen für die Deckenabhänger…

Ja, wir haben hier so grandiose Deckenabhänger, die wahrscheinlich den Schall schlucken sollen. das sind große Tafeln, sehen aus wie Küchenarbeitsplatten, die im Abstand von ca. 10 cm unter der Decke hängen.

Ich frage mich jetzt schon, wer da mal Staub wischt! Das ist bestimmt gut förderlich für die Luft hier. (genauso wie die Kunstpflanzen!! ja, ich musste die noch mal erwähnen!!)

Die ist eh schon total trocken, weil wir zu den Fenstern, die man ja öffnen kann, eine Belüftungsanlage haben, die die Luft 2x pro Stunde tauscht. Was die Luft auch üüüüberhaupt nicht trocken macht *Ironie aus*

Als drittes Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, haben wir hier Bürolampen. Stehlampen mit Neonröhren… urgemütliches helles weißes Licht. Na ja, schon ok fürs Büro, auch wenn ich meine kleine gelbe Schreibtischlampe vermisse, die alles in ein wärmres Licht getaucht hat…

Das eigentliche Highlight an den Lampen ist aber, dass sie sich selbständig an die Umgebungshelligkeit anpassen. Wenn es heller wird dimmen sie sich oder schalten sich ab. wenn es dunkler wird schalten sie sich an und leuchten heller. Nett gedacht. ätzend umgesetzt. man kann die Lampen nämlich eigentlich nicht ausschalten. jetzt zB ist es hell genug um die Lampen auszuschalten. wenn ich das aber mache, schaltet sie sich wieder an, weil die Sollhelligkeit nicht erreicht ist.

Zusätzlich ist die Lampe noch mit einem Bewegungsmelder ausgestattet. Dh. sie würde sich abschalten, auch wenn es dunkel ist, wenn sie keine Bewegung mehr wahrnimmt.

Super oder? *Ironie aus*

Das hat zur Folge, dass hier Lampen ständig an und ausgehen, speziell an den Tischen, wo grad niemand sitzt, weil krank oder Urlaub. wenn sich am Nachbartisch einer bewegt, gehen die Lampen an. nimmt sie keine Bewegung wahr, geht die Lampe wieder aus. Scheint auf einmal die Sonne rein, geht sie aus. Schiebt sich ne Wolke vor die Sonne, geht sie an… Das ist auf Dauer bestimmt gar nicht anstrengend…

So und jetzt genug gemotzt. jetzt geht’s weiter. ich glaub ich bring mir demnächst Kopfhörer mit und hör ein bisschen Radio.

Dezent genervt – Großraumbüro-Wahnsinn #1

Oh! Mein! Gott!!

Ich bin seit ner Stunde hier und bin schon sowas von angepisst. das kann ja echt heiter werden 😦 ich bin froh, dass ich erstmal nur diese Woche aushalten muss und dann Urlaub hab. bis ich dann wieder hier bin sind hoffentlich alle ein wenig runtergekommen…

Es ist so ätzend… ich komm mir so beobachtet vor. Es ist so hell hier und so offen… Furchtbar.

Ich hab grad mit meiner Freundin telefoniert und ich hab sooo leise gesprochen und trotzdem das Gefühl gehabt, dass mich jeder hört. Ich hör ja sogar, wie die auf der gegenüberliegenden Seite die Radiergummikrümel vom Papier wischt… 😦

Wir haben zwischen den Tischen Trennwände, allerdings sind die nur so hoch wie ein Bildschirm und man kann locker drüber gucken… ich komm mir echt komplett wie auf dem Präsentierteller vor…

Grad saugt hier jemand Staub… also wenn das hier jeden Morgen um die Zeit gemacht wird, dann flipp ich irgendwann aus…

Im Stockwerk über mir hämmern sie immer noch… heute und morgen soll der nächste Schwung Mitarbeiter einziehen. Ganz im Ernst, ich wär lieber als letztes eingezogen…

Wir sind im Moment 6 Leute hier in dem Raum. von insgesamt ca 25… und es nervt mich jetzt schon.

Der eine ist sowieso mega angepisst, dass wir umgezogen sind. Zugegeben, er hat auch einen beschissenen Sitzplatz… jeder, der ins Büro reinkommt, kann seinen Bildschirm einsehen. Ich weiß nicht, wie viel Zeit er vorher hatte, privaten Scheiß zu machen. Ich hab nicht mehr viel Zeit dafür, von daher wär es gar nicht sooo schlimm, wenn man meinen Bildschirm einsehen könnte. Aber trotzdem würde ich das auch nicht wollen.

Jedenfalls, der Typ, der macht echt Stunk. von Anfang an schon seit der Sitzplan verkündet wurde. Gestern hat er schon angekündigt, dass er hier erstmal jeden Tag schön sein Fischbrötchen auspacken wird. Und das war nur halb im Scherz.

Der kam hier vor ner Viertelstunde rein und hat erstmal lauthals Guten Morgen gerufen und wollte auch von allen ne Antwort. müssen wir das jetzt echt so durchexerzieren? Muss ich jetzt echt jedem guten Morgen und Tschüß sagen wenn ich komme/gehe? sollen wir dann alle antworten? am besten noch im Chor? Oh man… also ich bin nicht sauer, wenn ich nicht persönlich begrüßt werde, wenn jemand morgens kommt…

Mein Chef lief grad strahlend wie ein Honigkuchenpferd hier durch und hat bei allen die Stimmung abgefragt… pf… er muss sich ja auch nicht beschweren, er hat ja weiterhin sein Einzelbüro…

Ich hab es jetzt gewagt mein Veilchen auf das Schränkchen neben meinem Tisch zu stellen. Hoffenlich schmeißen sie das nicht weg, wenn sie ihren Kontrollgang machen. Pflanzen dürfen wir nämlich nicht aufstellen. Es gibt ja ein Pflanzenkonzept. Kunstpflanzen! Ja, im Ernst, hier stehen Kunstpflanzen. Die sind ja auch so wahnsinnig gut fürs Raumklima…

Und meine Teekanne steht hier auch und meine Tasse. Ich wage es tatsächlich an meinem Arbeitsplatz Tee zu trinken. Das soll mir mal einer verbieten!

So, jetzt muss ich mal zusehen, dass ich wieder runter komme. Sonst versau ich mir selber den ganzen Tag. Ich kanns ja eh nicht ändern. also: Ommmmmmmmmmmmmmm und tief durchatmen.