Madeira – 17.02.2020

Weiter gehts mit dem Urlaubsbericht!
Irgendwann erreichten wir also Madeira. Als ich um 7 wach war, war noch alles dunkel. Beim Frühstück um 8 saßen wir dann wieder draußen auf dem Lanai-Deck und sahen dem Sonnenaufgang zu. Heute mussten wir uns ein bisschen sputen, denn heute war der einzige Tag, an dem wir tatsächlich einen Plan hatten: Um 9 Uhr wurden wir abgeholt zum Canyoning. Und da sich sonst niemand angemeldet hatte, waren wir ganz alleine und hatten quasi eine Privattour 🙂

Canyoning ist wieder ein ganz toller Anglizismus… Auf deutsch könnte man Schluchtenwandern sagen, wobei ich zugeben muss, dass das nicht so spektakulär klingt. Man begeht dabei eine Schlucht, und muss sich dabei abseilen, springen oder rutschen.
Wir hatten das Anfänger-Paket gebucht, schließlich haben wir sowas noch nie gemacht und unser Fitnesslevel ist eher mies 😉

Zuerst fuhren wir über die halbe Insel, immer weiter ins Inselinnere und immer weiter bergauf. Dabei konnten wir die Landschaft und den Ausblick bewundern und sind schon mal mit dem Tourleiter warm geworden.
Am Ausgangspunkt angekommen haben wir uns in Neoprenhosen gequetscht, mit Neoprensocken und einem Neoprenpullover unter der Neoprenjacke. Dazu bekamen wir Wanderschuhe, einen Helm und einen Gurt. Ich kam mir vor wie ein Michelinmännchen. Ich glaube ich war zu dick für die Hose, die war sowas von eng und eigentlich hätte ich sie an den Unterschenkeln gern noch etwas höher gezogen, damit ich an den Knien mehr Spiel habe. Ich hatte beim laufen nämlich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsste meine Beine gegen einen Widerstand heben und die Füße würden von einem Gummi zurückgezogen.
Zuerst liefen wir vom Auto ein bisschen durch den Wald. Dabei zeigte uns der Guide verschiedene Pflanzen, zB. Bananenpassionsfrucht, die es auch in der berühmten Markthalle für teures Geld zu kaufen gibt. Leider waren sie noch nicht reif 🙂 Er erklärte uns viel über die Gegebenheiten auf Madeira, zB. dass Madeira allein deshalb so grün ist, weil ständig die Wolken in den Bergen hingen. Wir liefen vorbei an Eukalyptusbäumen, an Rosmarin und Fenchel, trafen ein Schaf und eine Katze und stiegen dann die Böschung hinab zu dem kleinen Fluss durch den unser Canyoningabenteuer gehen sollte. Mit den Schuhen in den Fluss zu steigen war ganz schön komisch, und vor allem hatte man mit den Neoprensocken dann die ganze Zeit das Gefühl, dass da mindestens 2 Liter Wasser in den Schuhen rumschwappen.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir also durch den Fluss, stiegen über Steine und Bäume, seilten uns ein paar mal an Wasserfällen ab, einmal mussten wir von einem Vorsprung runterspringen und einmal rutschen. Immer mal wieder wateten wir durch hüfttiefes Wasser oder wir mussten sogar schwimmen und ich sag euch, das Wasser war wirklich kalt!!! Mit dem Neoprenanzug war das dann zwar wirklich nicht schlimm, aber der erste Moment, wenn man eingetaucht ist, und das Wasser auch in dem Anzug nach oben gestiegen ist, das war schon richtig kalt! Und auch die Hände taten fast ein bisschen weh von dem kalten Wasser.
Zwischendurch saßen wir in der Sonne und haben eine kleine Pause gemacht und am Ende mussten wir wieder zurück zum Auto laufen. Der Weg ging über Felder und Treppen wieder nach oben. Das war noch mal richtig anstrengend und in diesem Anzug echt kein Spaß für mich, weil ich wie gesagt immer diesen Gummiband-Effekt hatte. Der Muskelkater am nächsten Tag hat mich fast umgebracht!
Aber ansonsten war das echt cool und hat richtig Spaß gemacht! Ich hatte ein bisschen bedenken, dass ich Schiss davor habe, mich abzuseilen. Dabei muss man sich ja schon rückwärts über die Kante lehnen. Aber das hat mir gar nichts ausgemacht. Das Springen schon eher, dabei war das nicht so hoch, wie das Abseilen.

Gegen halb 3 waren wir zurück in Funchal und wir hatten Huuuuuuuunger! Also suchten wir uns eine kleine Kneipe und fanden was gutes. Nach einem superleckeren Sandwich bestellten wir noch einen Poncha, einen traditionellen madeirischen Zuckerrohrschnaps, der mit Zitronensaft und Honig gemischt wird. Der hat uns nach der Anstrengung dann den Rest gegeben, weil das nicht bloß ein Shotglas war, sondern ein normales Saftglas voll 😀

Zufrieden schleppelten wir wieder los ein bisschen durch die Gassen und Fußgängerzogen und besuchten dann noch die Markhalle Mercado dos Lavadores, die um die Zeit nicht mehr so ganz überlaufen war. An einem der Obststände konnten wir die ganzen vielen verschiedenen Früchte probieren, die es auf Madeira gibt. Ananasmaracuja, Bananenpassionsfrucht,… ich hab schon wieder vergessen, was es alles war. Gekauft haben wir aber nichts, wir hätten sonst eh nichts mit aufs Schiff nehmen dürfen.

So allmählich waren wir echt geschlaucht von diesem Tag und wir sind zurück zum Schiff gelaufen. Unterwegs haben wir noch zwei Caches gemacht und haben dann eine heiße Dusche und ein kleines Nickerchen gegönnt, bevor wir wieder im Buffetrestaurant essen waren.
Abends fand im Beach-Club eine Silent Party statt, auf die wir dann noch gegangen sind. Es waren drei DJs da, jeder bekam Kopfhörer und an denen konnte man umschalten, welche Musik man hören wollte. Zuerst fand ich das nicht so lustig, weil ich die Kopfhörer eigentlich gar nicht so laut machen wollte. Aber ich hab dann immer alle Leute gröhlen hören. Also musste ich die Musik dann doch ganz schön laut stellen, aber dann wars auch wirklich lustig. Und besonders witzig war es, wenn man die Kopfhörer abgenommen hat. Alle haben getanzt, aber unterschiedlich schnell und alle haben mitgesungen, was man durch die fehlende Musik dann alles hören konnte 😀
Während der Party sind wir dann zum zweiten Seetag ausgelaufen und haben uns auf den Rückweg nach Teneriffa gemacht.

Gran Canaria – 15.02.2020

Ach ja, auf Gran Canaria hatte ich mich ja auch echt gefreut, weil ich da noch nicht war. Weil wir da sogar beide noch nicht waren. Aber irgendwie hatten wir beide schlechte Laune an dem Tag.
Ich hatte mal wieder scheiße geschlafen und war trotzdem um 7 wach. Beim Frühstück haben mich die Leute genervt. Ich wollte einfach bloß meine Ruhe und wir hatten für Gran Canaria mal wieder keinen Plan.

Hach… der Tag fing also super an. Zumindest gab es heute keine Schlange bei der Autovermietung. Wahrscheinlich, weil Gran Canaria An- und Abreisehafen war und daher gar nicht so viele Leute auf Ausflüge gegangen sind, wie in den anderen Häfen. Wir hatten wieder ein Auto reserviert und ich weiß nicht, was für eins für uns vorgesehen war, aber der Typ von der Vermietung hatte uns vor Ort noch die Schlüssel getauscht. Er hatte erst andere in der Hand, dann fragte er uns, ob wir nur zu zweit sind und dann hat er unter den Tisch gegriffen und einen anderen geholt. Vermutlich hat er auch noch gedacht, dass er uns einen Gefallen damit tut: Es war ein Fiat 500L… Cabrio… hach…
Auf der Fahrt hat mich das offene Dach eigentlich nur genervt, weil die Sonne reingeknallt hat und ich einfach nur Angst hatte, mich höllisch zu verbrennen. Also haben wir es wieder zu gemacht und zu gelassen.

Jaja… klingt super, ne? Mir ging meine Laune selber auf den Sack. Also hab ich versucht mich zusammen zu reißen.
Wir sind dann erstmal nach Maspalomas runter gedüst. Komplett für den Arsch sag ich euch! Spart euch das. Ja, da ist diese riesige Düne und die sieht schon cool aus, aber es ist windig und der Sand weht auch überall hin. Vor allem in die Augen. Und Maspalomas und die ganze Ecke da unten, ist nun auch echt nicht schön. Es ist voller Menschen und echt groß. Parken ist ne Katastrophe und es steht einfach bloß ein großer Hotelklotz am anderen.

Aber wir waren tatsächlich wegen der Düne da, weil ich halt gern hin wollte. Ich wär da auch gern ein bisschen rumgelaufen, hätts mir ein bisschen angeschaut, wenn ich nun eh schon da bin, aber der Namenlose hat sich nicht mal die Mühe gemacht seine Schuhe auszuziehen… Dann wollte ich da eigentlich gern einen Cache machen, dazu sollte man ein sogenanntes „Pano-Dash“ machen. Das ist ein Panoramafoto, wo man selbst mehrmals drauf ist.
Naja, der Namenlose hat da nicht so richtig viel Geduld für sowas. Wir haben eins gemacht, aber ich bin darauf verwackelt, und deshalb wollte eigentlich noch ein oder zwei machen, aber er hatte da ganz offen keinen Bock drauf.
Ja ok… Die Stimmung war am Tiefpunkt.
Ich hab mir dann überlegt, dass ich mich lieber mal mit Sonnencreme eincreme, weil die Sonne da ganz schön runtergeknallt hat. Mir war mega warm, ich hatte zu viel an, ich hab geschwitzt und mich eklig gefühlt, ich hatte Durst und langsam bekam ich auch Hunger. Ganz schlechte Kombi.

Also haben wir uns auf die Suche nach Futter gemacht, obwohl es noch gar nicht so spät war. Wir fuhren weiter nach Westen nach Lomo Quiebre. Das ist der letzte kleine zugängliche Ort von der GC1 aus gesehen. Alle anderen dahinter liegenden Orte sind nicht mehr so komfortabel zu erreichen.
Ja gut, Lomo Quiebre war sehr klein, sehr voll und touristisch erschlossen. Wir hatten im Vorbeifahren aber eine Einheimischenkneipe gesehen und wollten hin, aber obwohl da Leute draußen saßen und was getrunken und Domino gespielt haben, wurde uns gesagt, man hätte geschlossen… ok, also sind wir weiter gefahren. Weg vom Meer rein ins Inselinnere.
In Mogán sind wir von der Hauptstraße abgebogen und haben eine schöne Tapas-Bar gefunden, in der wir dann wirklich gut gegessen haben. Die Portionen waren riesig, obwohl wir gesagt haben, dass wir nur halbe Portionen wollen… Dass keine Preise auf der Karte standen, hätte uns stutzig machen sollen und wir hätten schlauerweise vorher fragen sollen, denn die Rechnung war unerwartet teuer, verglichen mit dem was wir sonst bezahlt haben, wenn wir am Arsch der Welt was gutes zu essen bekommen haben. Ich wette, wir haben Touristenpreise bezahlt! Ein paar der Google-Bewertungen vermuten übrigens das gleiche 😉

Zumindest war die Laune wieder gestiegen und wir hatten während des Essens einen Plan gemacht: Auf einen Berg klettern und dort einen Cache suchen.
Die Fahrt zum Ausgangspunkt hin ging über meistens gute Straßen stetig bergauf. Der Namenlose war wieder super gelaunt, weil er mit der kleinen Schlurre gut um die Kurven kam, mir wurde mulmig, weil die Serpentinen eng waren und man einfach nicht sehen konnte, ob etwas entgegen kommt und weil manchmal auch keine Leitplanke an der Seite war. Obwohl die uns eh nicht groß aufhalten würde, wenn wir da durchbrettern würden…
Der Parkplatz als Ausgangspunkt lag dann auf etwa 1500m und war selbst zu dieser Jahreszeit recht voll. Ich schätze, im Sommer muss man da sehr früh dran sein, weil der jetzt auch nicht allzu groß ist. Von dort ging ein Weg Richtung Roque Nublo, was ein ca. 80m hoher Vulkanfelsen ist, der da rumsteht. Die tatsächliche Größe lässt sich nur einschätzen, wenn man einen Menschen als Größenverhältnis dagegen sieht. Am Fuße dieses Felsens lag also der Cache und das bedeutete für uns etwa eine halbe Stunde noch ca. 250 Höhenmeter überwinden.
Klingt pillepalle, aber es war doch ganz schön herausfordernd und wir haben gepumpt wie ein Maikäfer! Alle Leute, die uns entgegen kamen, wirkten so cool und fit und ruhig und wir kamen uns noch unsportlicher und unfitter vor, als wir eh schon sind 😉 Aber wir haben es geschafft bis ganz oben, haben den Cache gefunden und hatten eine ganz nette Aussicht. Aber auch hier war es etwas trüb, was wohl an der Kalima lag.
Nachdem wir uns ausgeruht und akklimatisiert hatten, sind wir auch wieder zurück gelaufen und haben bemerkt, dass wir auch nicht mehr schnaufen, im Gegensatz zu allen, die uns entgegen kamen 😀 Damit hatte sich unser schlechtes Gefühl vom Hinweg doch ein bisschen relativert.
Unten am Parkplatz stand ein kleiner mobiler Verkaufsstand. Dort gab es Obst, Getränke und Eis. Ooooh ja, das war genau das richtige zur Belohnung 🙂

Weiter ging es über die Insel, grob Richtung Las Palmas. Aber natürlich wieder über kleine Straßen, durch Eukalyptuswälder und kleine Siedlungen. In einem kleinen Dorf tranken wir noch einen Cortado condensada für 90 Cent pro Kaffee! Wahnsinn. Wir hätten mit dem Essen also auch noch ein bisschen warten sollen und weiter ins Inselinnere fahren müssen.

Aber gut, inzwischen war es 18 Uhr und wir wussten nicht so richtig, wann wir auf dem Schiff sein müssen. Ups… 😀 Wir wussten, dass wir um 22 Uhr ablegen und an den anderen Hafentagen war es so, dass man 30 Minuten vorher an Bord sein musste.
Als wir auf Teneriffa angekommen sind, haben wir auch um 22 Uhr abgelegt, aber die an-Bord-Zeit war schon 20:30 Uhr. Jetzt waren wir uns also unsicher, wie das hier in Las Palmas war – es war ja auch ein An-/Abreisehafen.
Der Namenlose wollte eigentlich gern noch ein bisschen rumfahren und gucken, aber irgendwie wussten wir dann auch nicht richtig wo hin und so sind wir also doch zurück nach Las Palmas. Schließlich mussten wir auch noch tanken, und wir hatten keine genaue Adresse, wo wir das Auto zurück geben mussten. Wir wussten nur grob, wo wir hin müssen, allerdings ist der Hafen in Las Palmas etwas größer als der in Fuerteventura.

Zurück in Las Palmas war es dann auch schon ziemlich dunkel. Die Palmen waren alle mit Lichtschläuchen umwickelt, das sah echt schön aus. Ich konnte nur leider keine Fotos machen, weil wir das Handy brauchten, um zu einer Tankstelle zu navigieren. Direkt am Hafen war nämlich keine.
Nach zweimal verfahren, weil das Navi komische Ansagen gemacht hat, tanken, Wasser kaufen, Einfahrt zum Parkhaus suchen und Auto in die asozial kleine Lücke quetschen (weil die anderen einfach nicht parken können!!), kamen wir um 19:45 Uhr an der Sicherheitsschleuse an und fragten erstmal, wann wir denn zurück sein müssen. 20:30 Uhr – wie auf Teneriffa. Bloß gut sind wir nicht noch weiter über die Insel gefahren 😉

An diesem Abend hatten wir keinen Tisch reserviert, wir gingen also wieder in eins der Buffetrestaurants. Wegen der Seenotrettungsübung für die neuen Passagiere, waren die abendlichen Essenszeiten anders, da die komplette Besatzung ja auch wieder eine Evakuierungsübung gemacht hat.
Als wir dann zur späteren Öffnungszeit in das Restaurant gegangen sind, war kein einziger Tisch besetzt. Über 700 Plätze in diesem Restaurant waren leer, das war doch mal eine angenehme Atmosphäre 😉 Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, genossen die Ruhe (zumindest für etwa eine halbe Stunde, dann wurde es doch noch voll) und waren nach 2 Tagen superleckerem Essen dann wieder etwas enttäuscht vom Buffetessen.
Um 22 Uhr liefen wir aus und machten uns auf den Weg nach Madeira. Dorthin waren es ungefähr 550 km, aber das Schiff fuhr sehr langsam, um die Reisezeit auszudehnen und so stand uns also der 1. Seetag bevor.

Trotz anfänglicher schlechter Laune fand ich Gran Canaria ganz schön und würde noch mal hinfahrne. Im Inneren der Insel war es wirklich schön und der Norden ist sehr grün und bestimmt entspannt. Es gibt sicher noch sehr sehr viele Orte zu entdecken, aber wir hatten eben nur die paar Stunden Zeit.

Hier noch mal ein kleiner Einblick, wie es eine Woche später in Gran Canaria aussah. Wegen des Sandsturms konnten keine Flugzeuge landen und starten. Passagiere kamen nicht aufs Schiff, bzw. waren am Flughafen gestrandet. Wir hatten echt Glück. In der Woche bevor wir gefahren sind war es scheinbar recht stürmisch und in der Woche nach uns dann der Sandsturm…

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Fuerteventura – 13.02.2020

Gegen 8 Uhr morgens haben wir in Puerto del Rosario auf Fuerteventura angelegt. Ich war schon laaaange wach. Schon seit halb 7. Konnte ja bei dem Geschaukel nicht schlafen…
Leider konnten wir auf dem Schiff unsere „wir trinken morgens immer einen Kaffee auf dem Balkon“-Tradition nicht weiterführen, denn gefühlt 3km zum Restaurant laufen und Kaffee holen war mega umständlich. Außerdem durfte man auch keine Getränke aus den Restaurants mit rausnehmen.

Also gabs den Kaffee in der sogenannten Lanai-Bar am Heck auf Deck 7. Da konnte man draußen sitzen, man durfte rauchen und so haben wir eigentlich jeden Morgen verbracht. Erstmal Kaffee (und für den Namenlosen ein Kippchen 🙄)
Danach haben wir auf dem Lanai-Deck draußen gefrühstückt. Es war zwar ein bisschen frisch, aber draußen war es nicht so voll und daher entspannter zum essen.
Alles drängelte sich am Buffet, die Schlange am Omelette war ewig lang, sodass ich einfach das bereits fertige Rührei genommen hab. Das Frühstück war insgesamt ganz gut. Es gab alles, was das Herz begehrte. Rührei, Spiegelei, Bohnen, Würstchen. Milchreis, Porridge, Müsli und Joghurt. Obst, Smoothies aber natürlich auch Brot und Brötchen, Wurst, Käse und Marmelade. Frühstück war also ok, und wir haben uns auch den Teller vollgeladen, damit wir nicht noch mal ans Buffet mussten.

Direkt am Pier war auch gleich ein Autovermieter. Wir waren schlau und hatten die Mietautos schon von Deutschland aus reserviert. Aber anstellen mussten wir uns trotzdem, weil noch viele andere genauso schlau waren 😉
Als wir da so in der Schlange standen, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der Boden schwankt… Dabei hatten wir echt wenig Seegang in der ersten Nacht! Aber offenbar reagiert mein Körper da sehr schnell drauf, ich hatte auch am ersten Tag nach dem Urlaub noch ein Schwankgefühl.

Für Fuerteventura hatten wir keinen Plan und sind also, wie immer, einfach drauf losgefahren. Spontanes Ziel war Piedras Caídas im Süden von Fuerteventura. Hier lag der Cache, der die meisten Favoritenpunkte hatte.
Auf dem Weg dorthin sind wir nicht über die Hauptstraße gefahren, sondern über Land, durchs Innere der Insel. Eigentlich wollten wir nämlich auch in einem Supermarkt Wasser kaufen, denn wir hatten ja nix dabei. Wir fuhren also über schmale Straßen, durch karge Landschaften und fanden keinen Supermarkt bis wir durch Tuineje kamen, was relativ zentral auf Fuerteventura liegt.
Dort machten wir ein kurzes Päuschen, haben Wasser gekauft und einen Cortado condensada getrunken.
In Tuineje standen überall Dromedarfiguren rum, weil im 18. Jahrhundert der Ort von Engländern angegriffen wurde. Und dabei hat der Heilige Michael den Bauern im Ort mithilfe einiger weniger Dromedare, die sie hatten zum Sieg verholfen, weil die Engländer eine Michael-Statue beim Angriff kaputt gemacht haben. Tjaha, der Micha, die alte Hupe, war wohl ein bisschen rachsüchtig 😉 Und deshalb stehen da jedenfalls die Dromedarfiguren und es gibt ein Fest, das die Rache des Heiligen Michael ehrt.

Weiter gings dann also nach Süden. Wir haben den Cache gefunden (bei dem ich die Anzahl der Favoritenpunkte jetzt ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann, aber ok…) und sind dann noch weiter nach Süden, nach Morro Jable gefahren. Dort wären wir ein bisschen durch die Altstadt geschlendert, denn dort gab es einen Stadtführungs-Cache, aber wir haben keinen Parkplatz gefunden, und überhaupt war es da nicht so schön. Eine Touri-Bude mit Flipflops und Strandtüchern an der anderen und Himmel und Menschen unterwegs… Also sind wir umgedreht.

Es war inzwischen 13 Uhr und so allmählich fingen wir an, darüber nachzudenken, was wir noch machen können, was wir noch schaffen, bevor wir das Auto zurück geben und rechtzeitig an Bord gehen müssen. Obwohl es erst 13 Uhr war und wir erst um 19 Uhr an Bord sein mussten, setzte uns dieses Zeitlimit irgendwie unter Druck. Das kannten wir ja bisher nicht. Die Fahrt zurück würde etwa 45 Minuten dauern. Mit Auto betanken und zurückbringen also etwa eine Stunde. Dann müssen wir spätestens um 18 Uhr los. Wo fahren wir denn jetzt noch hin? So ganz ohne Plan wars irgendwie auch ein bisschen unkoodiniert.
Von der Straße aus konnten wir dann den endlosen Strand und das türkise Meer um die Gegend von Costa Calma sehen und wir wollten da hin. Also fuhren wir von der Autobahn runter und versuchten da hinzufahren. Wir fanden aber nur Sackgassen, Bauzäune und halbfertige Gebäude. Wir haben den Weg nicht gefunden, den die Wohnmobile genommen habe mussten, die wir da stehen sahen. Dafür fanden wir Streifenhörnchen 😀 Die sind da überall rumgesprungen und waren ja sowas von süß! Und so zutraulich. Die kamen immer ganz dicht rangelaufen, waren aber auch sofort wieder weg, wenn man sich bewegt hat. Und ich hab immer weggezuckt, weil ich ein bisschen Angst hatte, wenn sie zu nah kamen, dass sie mich beißen.

Als wir dann weiterfuhren, fanden wir einen Aussichtspunkt, an dem wir kurz anhalten wollten, und da fanden wir dann auch einen Zugang zum Strand über einen Schotterweg.
Ach das war so schön dort! Feiner, endloser Sandstrand. Keine Steine, keine Algen, keine Quallen und keine Fische! Nichts! Aber auch keine Liegen, keine Palmen, keine Hütten, kein Schatten. Im Sommer ist es bestimmt voller am Strand, aber ich schätze, dass sich über diesen Sandweg auch nicht allzuviele Leute dorthin verirren. Und wenn doch, dann ist da trotzdem genug Platz, weil der Strand an sich sehr breit ist und sich eben kilometerweit an der Küste entlang zieht.
Ich bin natürlich sofort ans Wasser und hab mein Standard-Füße-im-Wasser-Foto gemacht. Es waren sogar Leute baden! Die Sonne schien warm von oben, der Sand war warm, das Wasser hat sich auch an den Füßen gar nicht sooo kalt angefühlt, sodass ich den Namenlosen dazu überredet hab, spontan dort baden zu gehen.
Er wollte erst nicht. Wir hatten keine Handtücher dabei, aber ich hab ihn überredet. Wenn ich schon mal so spontan bin, dann muss er da doch mitmachen! 😀
Also sind wir im Februar im Atlantik baden gegangen 🙂 sind durch die Wellen gehopst, haben uns treiben lassen und haben uns anschließend vom Wind und von der Sonne trocknen lassen. Das war so schön und alles andere als kalt, das Auto hat 28 Grad angezeigt 😉

Schwimmen, frische Luft und rumwandern hatte uns nun hungrig gemacht und wir waren auf der Suche nach was leckerem zu Essen. Eine „Einheimischenkneipe“ sollte es natürlich wieder sein. Irgendwas abgelegenes. Also bogen wir ab nach Giniginamar. Ein winziger Ort direkt am Meer mit schwarzem Kiesstrand, aber leider ohne Kneipe. Beziehungsweise, das stimmt nicht ganz. Es gab eine Bar, aber die hatte geschlossen. Und wir haben ein Schild zu einem Restaurant gesehen, aber der Hinweis auf „Deutsche Küche“ hat uns abgeschreckt 😉
Also fuhren wir weiter zurück Richtung Hafen und machten einen Futterstopp in El Matorral direkt am Flughafengelände. Von der Autobahn sah es im ersten Moment aus, wie ein Gewerbegebiet. Aber das kam uns ganz recht. Dort fanden wir eine kleine abgelegene Tapas Bar und haben was leckeres zu Essen bekommen.

Wir hatten jetzt zwar noch Zeit, aber wir sind trotzdem zurück zum Schiff gefahren. Wir hatten Fressnarkose, waren kaputt und müde. Und wir mussten das Auto noch tanken und zurück bringen und wollten dann noch ein bisschen Siesta machen.
Abends hatten wir heute einen Tisch beim Italiener Cassa Nova, einem der À-la-carte-Restaurants, reserviert. Das hatten wir schon zwei Wochen vorher vorab gemacht.

Aida hat ein Reiseportal, wo man solche Sachen schon vorab buchen kann. Und es empfielt sich tatsächlich, nicht bis zum Reiseantritt damit zu warten. Wir hatten für 3 Abende Tische reserviert und wollten nach der Erfahrung im Buffetrestaurant vom ersten Abend vor Ort gern auch für die restlichen Abende noch Tische haben, aber das konnten wir vergessen! Es war alles voll!
Also: Spa, Massage, Tische… unbedingt schon vorher reservieren. Gerade mit den
À-la-carte-Restaurants macht man definitiv nichts falsch! Selbst Mäkelheinis wie ich finden da überall was zu essen. Das Essen war super lecker und vor allem heiß und man kriegt es serviert. Sehr angenehm. Nur die Getränke muss man dort extra bezahlen, die sind auch nicht in eventuell gebuchten Getränkepaketen enthalten. Aber rückblickend war es mir das wirklich wert! Eine Flasche Wasser, zwei Gläser Wein, da kam man etwa auf 15 Euro, wenn man nicht den übertrieben teuren Wein für 10,90 pro 0,2-Glas genommen hat 😉 Ich glaube ehrlich gesagt, so gut kann ein Pinot Grigio nicht sein, dass ich dafür 11 Euro bezahle, aber gut. Es gab ja Alternativen 😉
Aber wie gesagt, man sitzt in ruhiger Atmosphäre (außer man hat Pech und sitzt am Gang, dann laufen da ne Menge Leute vorbei…), muss nicht zum Buffet laufen und kann aus vier oder fünf Gängen auswählen. Hinterher ist man also genauso vollgefressen, wie in den Buffetrestaurants. Aber wenigstens ist man mit sehr guten Essen vollgefressen 😉
Daneben gibt es dann noch die Spezialitätenrestaurants auf dem Schiff, da muss man aber neben den Getränken auch das Essen noch extra bezahlen. Dort waren wir nicht, aber auch dort hätten wir für die übrigen Abende keinen Tisch mehr bekommen.

Beim Italiener gabs wirklich gute Sachen. Rindercarpaccio, Büffelmozzarella, Safranrisotto, bei einem Gericht waren Jakobsmuscheln dabei, es gab was mit Fisch, was mit Rinderfilet, Ricottacreme… die Speisekarte wechselt offensichtlich, denn ich hab beim googlen eine gefunden, auf der andere Sachen stehen, als wir angeboten bekommen hatten.
Vollgefressen wie wir waren sind wir hinterher in eine Bar auf dem Schiff gegangen, die mit Pub-Atmosphäre geworben hat. Es gab sogar Cider und Guinness. Aber beides hat nicht so gut geschmeckt. Dass Guinness außerhalb von Irland nicht schmeckt hab ich ja schon öfter gehört, aber ich hab das für ein Gerücht gehalten. Offenbar wird aber für den Export irgendwas anders gemacht. Das Bier war viel dünner aber viel bitterer als in Dublin. Und bei Cider ist es wie bei Apfelwein: die eine Sorte schmeckt, die andere nicht so.
Im apub wars trotzdem ganz nett. Voll aber nicht überlaufen. Wir bekamen einen Platz an der Theke, aber auch an einigen Tischen war noch was frei. Die Band die gespielt hat war auch nicht schlecht.

Fuerteventura ist sicherlich noch mal eine Reise wert. Auf den ersten Blick scheint die Insel zwar einfach bloß karg zu sein, aber ich denke das täuscht. Lanzarote war auf den ersten Blick damals auch einfach bloß karg, aber wir haben eine ganze Woche dort verbracht und jeden Tag was neues und abwechslungsreiches gesehen und erlebt.
So ist es sicher auch mit Fuerteventura. Im Norden waren wir jetzt beispielsweise gar nicht. Und auch die Westküste der Insel haben wir gar nicht gesehen. Ein Tag, bzw. 10 Stunden sind natürlich nicht genug. Aber zumindest konnte man einen Eindruck gewinnen und so überlegen, ob man noch mal hin möchte, oder nicht.

Bevor wir heute ins Bett gegangen sind, waren wir sogar schon am Zielhafen angekommen: In Arrecife auf Lanzarote. So weit ist es von Fuerteventura bis dahin ja auch nicht. Und ich hab mich auf eine Nacht mit weniger Schaukelei gefreut 😉

Bye-bye Dublin – 12./13.10.2019

Eigentlich war der Samstag total unspektakulär. Ich bin nach Bray gefahren, was ca. eine dreiviertel Stunde von Dublin mit dem Zug entfernt ist. Aber die Fahrt war richtig super, weil es die ganze Zeit an der Küste entlang ging und es einfach atemberaubend schön aussah! Am liebsten wäre ich unterwegs schon ausgestiegen, aber ich hatte ja ein Ziel.
In Bray angekommen bin ich natürlich direkt erstmal an den Strand gegangen und hab den Wellen zugehört.

Mein eigentliches Ziel lag etwa 2,5 km entfernt am Küstenwanderweg: Der älteste Cache Irlands, der außerdem der älteste und somit erste Cache Europas ist! Europe’s First. Huiuiui 😀
Ich bin also in strahlendem Sonnenschein los gelaufen, an der Strandpromenade entlang, vorbei an einem Eisladen, der auch Waffeln und Crêpes verkauft hat (oh das hat so lecker gerochen!!) und konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Jacke anlassen oder ausziehen soll. Es war einfach nur schön.
Den Küstenweg entlang lagen noch ein paar andere Caches, die ich auch noch gefunden hab und dann konnte ich den allerersten Cache in Europa bestaunen. Wow, diese Kiste liegt da also schon seit fast 20 Jahren! Ok, nicht ganz… die ursprüngliche Kiste war ungefähr drei Jahre später weg und es wurde vor 15 Jahren eine neue Kiste gelegt. Trotzdem ziemlich cool!

Ich bin den Küstenweg noch ein Stückchen weiter gelaufen, aber da ich mein Ziel ja schon erreicht hatte und richtig Bock auf einen Nutella-Crêpe hatte, bin ich umgedreht. Auf dem Rückweg habe ich einen anderen Cacher an Europe’s First gesehen – ein beliebter Cache in der Ecke 😉

Zurück am Strand hab ich mir also einen unfassbar überteuerten Crêpe geholt. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir gegönnt hätte, wenn ich den Preis vorher gesehen hätte. Aber ich hatte schon bestellt und dann erst die Karte gesehen. 6,30 Euro wollten die von mir, für einen Nutella-Crêpe! Ich hoffte nur, dass das wenigstens der beste Crêpe der Welt ist, mit Goldflitter im Teig… pf… also es war halt ein Nutella-Crêpe. Keine 6,30 Wert, aber man gönnt sich ja sonst nix 😉
Danach hab ich mein Standard-Strandfoto gemacht und den Rest des Nachmittags im warmen Sand gelegen und mir die Sonne aufs Haupt scheinen lassen, bis die Sonne rumgewandert war und schon etwas tiefer stand und es mir zu frisch wurde. Dann bin ich nach Hause gefahren und hatte ein bisschen Angst, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt hatte. Aber war alles gut.

Abends war ich mit den Pub-Mädels wieder in „The Church“ und anschließend noch im Pub vom Vortag, bevor ich mich allmählich von Dublin verabschieden musste. Und das war nicht so leicht. Ich war wirklich richtig traurig, dass ich zurück musste, obwohl ich mich gleichzeitig natürlich auch auf zu Hause gefreut habe!

Mein Flug am Sonntag ging um 9 und ich wollte um halb 7 den Bus zum Flughafen nehmen.
Zum Abschied hat Dublin geheult wie ein Schlosshund 😀 Es hat geschüttet wie aus Eimern, und obwohl ich jetzt einen Fensterplatz hatte, konnte ich wieder nichts sehen, weil Dublin unter einer dicken fetten grauen Wolkendecke lag… schade 😦 Dafür empfing mich Deutschland mit strahlendem Sonnenschein und 26 Grad… ich war viel zu warm angezogen als wir in unser Stamm-Café zum späten Frühstück gefahren sind.

Montag und Dienstag hatte ich dann noch frei, das war auch ganz gut so. Ich war einfach so müde und kaputt, dass ich mich vom (Bildungs-)Urlaub erstmal erholen musste.
Und jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder arbeiten, bin voll im Trott angekommen aber träume mich immer mal wieder nach Dublin zurück, denn ich hab ja noch meine neuen Instagram-Freunde, die immer viel posten 🙂

Dublin, sei dir sicher, ich werde zurück kommen! Und ich will auch noch ganz viel von Irland sehen!

Ich & Dublin – 07.10.- 11.10.2019

Die erste Woche war also nun schon rum und ich hab mich in Dublin schon richtig heimisch gefühlt. Ich bin bei rot über die Straße gelaufen, wenn nix kam, ich hab meistens in die richtige Richtung geguckt, wenn ich die Straße überqueren wollte, ich bin auf dem Gehweg auf der „richtigen“ Seite ausgewichen und hab „Sorry“ gesagt, wenn ich andere fast angerempelt hab. Ganz wie die locals 🙂 Ich war auch schon eine richtige Dublinerin 😀 Die Leute da sind nämlich echt unglaublich freundlich. Jeder entschuldigt sich, auch wenn überhaupt nichts war. Aber wenn man sich auf der Straße ausweichen muss, hört man alle Augeblicke „I’m sorry!“. Und sie halten Türen auf. Ich mein, ich mach das ja auch wenn jemand unmittelbar hinter mir ist. Aber die machen das auch, wenn man noch echt weit weg ist. Die warten dann und halten die Tür auf und ich bin dann immer schneller geworden, weil ich nicht wollte, dass die da ewig auf mich warten müssen 😀

Und was mir zu Beginn der zweiten Woche noch aufgefallen ist: Ich war so richtig in der Sprache drin und ich war froh, dass ich noch eine Woche vor mir hatte und nicht schon nach Hause musste 🙂

In der zweiten Woche bekamen wir eine neue Teilnehmerin in den Kurs. Sie kam aus Österreich. Ich wusste nicht so richtig, ob ich das gut oder doof finden soll, weil einerseits dachte ich, dass sie vielleicht auch eine wäre, mit der man nachmittags was zusammen machen könnte. Andererseits dachte ich, dass ich ja gar kein deutsch sprechen wollte, in den zwei Wochen… Das hab ich dann auch gar nicht so viel, denn sie war gar nicht so häufig in der Schule 😉 Nur am Freitag haben wir den Nachmittag zusammen verbracht und im Nachhinein bin ich froh, dass es nur der Freitag war 😉

Dazu später mehr. Erstmal Montag: Nach der Schule bin ich zum „seat eating tree“ gegangen. Den hab ich natürlich nur gefunden, weil ein Cache so hieß 🙂 Den Cache, der nicht dort, aber eben ganz in der Nähe war, hab ich nicht gefunden, aber das war nicht so schlimm. Ich hab den Nachmittag in der Sonne auf der eingewachsenen Bank verbracht und hab meine Zeit vertrödelt. Mir taten vom Vortag immer noch die Füße weh und ich glaube, ein richtiger Wanderurlaub wäre doch nichts für mich. Ich würde ja gern mal so einen Fernwanderweg laufen, aber da läuft man ja mehrere Tage hintereinander so um die 10 km. Ich glaube das schaffe ich gar nicht!
Der Baum war gar nicht so weit von der Schule und der Unterkunft weg, aber ich bin wieder mit brennenden Füßen nach Hause gekommen!

Am Dienstag bin ich Souvenirs shoppen gegangen. Wobei Souvenirs jetzt übertrieben ist. Ich hab nämlich nur dem Namenlose was mitgebracht 😉 Ich hab dieses mal auch nicht mal Postkarten verschickt… Der Namenlose steht auf Whiskey und er hat viele in seinem Regal. Aber alles nur schottische. Also dachte ich, ich bringe ihm einen irischen Whiskey mit. Das ist zwar nicht so leicht, einen Whiskey zu kaufen, wenn man selbst keinen mag, aber ich hab mich halt mehr oder weniger im Laden beraten lassen. Wahrscheinlich hat der sich gedacht, was für ne dumme und ignorante blöde Touristin ich doch bin… aber egal, der sieht mich nie wieder 😉 Und der soll sich mal auch nicht so anstellen, schließlich hab ich was gekauft!
Im Nachhinein dachte ich nämlich noch wie blöd das doch war… ich hätts am Flughafen im duty free shop kaufen sollen… dann hätte ich die Flasche nämlich ins Handgepäck nehmen können… Nun ja. Nun hatte ich die Flasche aber gekauft.
Auf dem Rückweg bin ich in einen Laden, in dem man traditionelle Strickpullis und so kaufen konnte. Hach, die waren alle so schön! Alle mit unterschiedlichen keltischen Zopfmustern… aber wie schon gesagt, die Wolle war ziemlich teuer… Und ich hab ja auch noch Wolle zu Hause.

Am Mittwoch war wieder Pub Night. Und ich weiß gar nicht mehr, was ich am Nachmittag noch gemacht hatte… Mist, wenn man nicht gleich alles aufschreibt!
Auf jeden Fall war ich im Lidl einkaufen und war überrascht und hocherfreut, dass ich dort richtiges Brot bekommen hab! Also richtiges Brot. Sonst gibts da überall nur Toastbrot oder Brot, das irgendwie wie Kuchen schmeckt und auch so krümelig wie Kuchen ist. Das konnte ich nicht mehr sehen und hab mir dann einen Laib Mehrkornbrot gekauft. Also, es war zwar trotzdem anders, als deutsches Brot, aber um Welten besser, als dieses ätzende Toastbrot… 😀
So, abends war jedenfalls Pub Night und wir waren in einem anderen Pub als die Woche davor. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Gedenkstätte für politsche Gefangene auf der ganzen Welt vorbei gekommen. The Universal Links of Human Rights. Die Flamme in der Skulptur brennt ständig zu Ehren der Menschenrechte.
Der Pub heute war keine so gute Wahl. Keine Musik, etwas unterkühlt… also sind wir wieder in den Pub von letzter Woche gegangen. Mit so vielen Leuten und kurz vor Showbeginn (da war nämlich täglich Live-Musik), war das etwas ungünstig, wir haben nämlich keinen Platz mehr bekommen. Aber egaaaaal, ich fand es jedenfalls nicht schlimm zu stehen.
Die Musik war wieder toll und der Abend wurde länger als geplant. Und es wurden auch mehr Cider als geplant 😉

So bin ich dann Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, aber ich hatte Aspirin in meiner Reiseapotheke 😉 Die gabs zum Frühstück. Danach Kaffee und eine Scheibe Brot, dann Schule.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag nach der Schule nach Malahide zum Schloss und an den Strand fahren. Ich war nämlich in der ganzen Zeit jetzt noch nicht am Meer gewesen! Obwohl Dublin direkt am Meer liegt. Eine Schande! Aber irgendwie hab ich mich dann doch umentschieden. Um 4 erst nach Malahide loszufahren… Tja irgendwie war mir das zu spät.
Inzwischen hatte ich aber auch Marsh’s Library gefunden und ich hab mir überlegt, lieber dort hin zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung, auch wenn meine Beine mich unterwegs fast umgebracht haben!
Von der Schule zur Bibliothek, die direkt neben der St Paul’s Cathedral liegt, waren es 2,5km. Und die Bibliothek machte um 5 zu! Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht am Sonntag schon drin war, aber sonntags hat sie gar nicht auf.

Als ich um halb 5 dort ankam, waren nur zwei weitere Touristen dort und drei Angestellte. Eine hat mir einen Flyer in die Hand gedrückt, aber den musste ich dann gar nicht lesen, weil sie mir eigentlich alles über die Bibliothek erzählt hat. Marsh’s Library war 1707 die erste öffentliche Bibliothek in Irland und sie ist heute noch genau so, wie damals. Selbst die Bücher stehen alle am gleichen Platz, wo sie mal eingeordnet worden sind.
Man kann in den Büchern sogar lesen oder recherchieren, allerdings muss man dazu einen Termin machen und ankündigen, welche Bücher man braucht. Diese werden dann rausgesucht und zur Verfügung gestellt.
James Joyce hat in dieser Bibliothek studiert und auch Bram Stoker war einige Male dort. Als ich da war, war gerade eine Ausstellung der Bücher, die Bram Stoker sich damals ausgeliehen hat.
Man darf in der Bibliothek leider nicht fotografieren, nur im hinteren Bereich gibt es eine Abteilung, wo man Fotos machen darf. Die Regale sind hinter vergitterten Türen, mein Handy hat genau durch die Gitter durchgepasst 😉
Aber die Bibliothek hat einen Instagram-Account. Hier mal noch ein paar Impressionen:

Also wer auf alte Bücher steht, der sollte unbedingt in Marsh’s Library gehen und nicht in die Book of Kells Ausstellung. Die Bibliothek ist zwar bestimmt viel beeindruckender, aber dort schiebt man sich eben mit vielen vielen anderen Leuten durch.
In Marsh’s Library war ich quasi alleine, es war ganz leise, die Dielen haben geknarzt beim Laufen. Es hat nach alten Büchern gerochen, nach Papier, nach Druckerschwärze, nach Holz… Das hatte einfach Flair! Hat sich wirklich gelohnt dort hin zu gehen.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen und ich hab Schutz in einem Second Hand Laden gesucht und mir spontan eine Liebesschnulze von Cecelia Ahern auf Englisch gekauft 😉

Am Wochenende hatte ich übrigens neue Nachbarn bekommen. Ich hab mir ja mit drei Mitbewohnern die Küche geteilt. In der ersten Woche hatte ich ja den Schweizer ab und zu mal gesehen, die anderen beiden Damen waren aus Brasilien und haben nur portugiesisch miteinander gesprochen, auch wenn ich dabei war…
Jetzt hatte ich also neue Nachbarn und wie sich herausgestellt hatte, war eine davon eine von meinen neuen Instagram-Freundinnen. Sie war am Wochenende nämlich umgezogen in dieses Zimmer, weil ihr Mann nachgekommen war und im Zimmer nebenan gewohnt hat. Nicht, weil zu zweit wohnen verboten wäre, aber die Zimmer waren einfach viel zu klein, um zu zweit zu wohnen!
Die beiden sind am Freitag früh nach London geflogen und so haben wir am Donnerstag Abend zusammen gekocht und gegessen. Das war wirklich wirklich ein schöner Abend!

Nun war er also schon da, der letzte Schultag. Irgendwie waren es zwei lange und volle Wochen, aber trotzdem war der Freitag schneller da, als gedacht.
Im Unterricht haben wir eine kleine Exkursion gemacht. Zuerst waren im im Garden of Rememberance. Dieser gedenkt den Menschen, die im Kampf um Irlands Freiheit gestorben sind. Am Ende des kleinen Parks steht ein Brunnen mit einer Skulptur, die diesen Kampf darstellen soll. Und zwar ist die Skulptur angelehnt an die irische Mythologie der Kinder des Lir.
Lir war ein König und hatte drei Töchter. Als seine Frau starb, hat er neu geheiratet und die hat die Kinder aus Eifersucht in Schwäne verzaubert. Sie mussten 900 Jahre Schwäne bleiben, auf unterschiedlichen Gewässern in Irland, und konnten erst zurück verwandelt werden, wenn sie christliche Kirchenglocken läuten hörten. Am Ende wurden sie durch christliche Kirchenglocken eines Klosters in der Nähe des letzten Gewässers befreit und sie verwandelten sich zurück in nun 900 Jahre alte Frauen, die dann zufrieden sterben konnten.
Danach gingen wir noch in die Hugh Lane Kunstgalerie, die von Hugh Lane als erste öffentliche Kunstgalerie der Welt 1908 eröffnet wurde, die direkt gegenüber ist. Joa… Kunst halt 😉 Aber mit dem Zitat an der Wand konnte ich mich ganz gut identifizieren 😉
Freitags war ja nur Unterricht bis halb 2 und ich hatte mich mit der Österreicherin verabredet, am Nachmittag etwas zu unternehmen. Wir fuhren nach Malahide (na bloß gut war ich nicht Donnerstag schon da!), guckten uns das Schloss an und gingen dann dort zum Strand.
Tja, also dieser kleine Ausflug hat mich etwas genervt und ich habe tatsächlich enorme Vorzüge am allein reisen entdeckt 😉 bzw. auch mal wieder gemerkt, wie toll der Namenlose und ich zusammen passen. Die Österreicherin war etwas gehetzt, wollte überall schnell durch. Schnell zum Schloss, Foto machen, weiter. Schnell durch den Souvenir-Shop. Schnell zum Strand, Foto, weiter…
Ich hätte gern mehr Zeit am Schloss verbracht, wär gern noch ein bisschen durch den Park gelaufen, hätte vielleicht den ein oder anderen Cache gemacht. Hätte gern mehr Kleinigkeiten entdeckt… Da war zB. ein Schild „Fairy Trail“ und eigentlich hätte ich diesen Feenweg gern gesucht. Später in einem Vorgarten hab ich auch einen kleinen Feengarten gesehen, da waren Puppenmöbel aufgebaut und ein kleiner Springbrunnen, kleine Pflänzchen, sodass die Feen sich da also kurz ausruhen können 😉 Und der Feenweg war dann sicherlich auch sowas winziges im Beet. Na ja, aber Madame wollte schnell weiter, also hab ich nicht lange rumgesucht… Sie war schon etwas irritiert, als ich am Schloss noch über den Rasen zu zwei herbstlich roten Bäumen wollte… Und dass ich am Strand dann noch weiter laufen wollte und nicht bloß ein Foto schießen und weiter…
Also rein ausflugsmäßig haben wir so überhaupt nicht zusammen gepasst und deshalb war ich dann froh, dass wir uns nicht schon am Montag mega angefreundet hatten und ich nicht drum rum gekommen wäre, jeden Tag was mit ihr zu unternehmen.

Abends bin ich mit den Mädels vom letzten Freitag wieder unterwegs gewesen. Wir sind in einen Pub gegangen und haben was getrunken. Der Pub war super, es wurde Live-Musik gespielt (kein Irish Folk, aber trotzdem gut), ein paar Leute haben Billard gespielt und es war einfach mega voll, sodass es fast kuschelig an der Bar war. Aber so hatte ich Gelegenheit mich endlich mal so richtig mit Einheimischen zu unterhalten! Also so richtig richtig! Die anderen sind weiter gezogen in einen Club, da hatte ich sowieso keine Lust drauf, also bin ich geblieben, hab mich weiter super nett unterhalten (und unglaublich viele Komplimente für mein Englisch bekommen :D) und bin dann irgendwann zu einer humanen Zeit nach Hause gegangen. Ich wollte nicht zu lange bleiben und auch nicht eskalieren, weil ich für Samstag noch einen Ausflug geplant hatte und nicht zu spät los wollte.

Dublin by feet – 06.10.2019

Nachdem es am Samstagabend, als ich zurück kam, auch in Dublin ziemlich geschüttet hat, sah es Sonntag früh sehr schön draußen aus. Ich hab in Ruhe ausgeschlafen, hab dann in Ruhe gefrühstückt und bin gegen 10 Uhr losgelaufen. Heute stand Geocachen auf dem Plan. Und natürlich dabei Dublin entdecken.

Ihr erinnert euch an die Statue von James Joyce in der Nähe vom Spire? James Joyce ist einer der wichtigesn Autoren Irlands und hat unter anderem Ulysses geschrieben. Ich habs nicht gelesen, aber es ist angelehnt an die Irrfahrten des Odysseus und beschreibt die Irrfahrten von Leopold Bloom durch Dublin am 16. Juni 1904. Und auf Bloom’s Spuren war ich am Sonntag, denn der eine Geocache führte mich von der James Joyce Statue durchs Zentrum, über den Liffey durch die Grafton Street bis zum Park St. Stephen’s Green. An jeder Station musste ich eine Fliese im Boden finden, die einen Auszug aus Ulysses darstellt.
Es war soooo schönes Wetter, die Sonne hat geschienen und ich bin nicht nur stur den Cache abgewandert, sondern hab mir auch die kleinen Gässchen rund um die Grafton Street angeschaut. Ich hab süße kleine Geschäfte gefunden, in denen es Schnickschnack gab, alte Bücher, handgearbeiteten Holzschmuck und all solchen Kram. Und ich habe die hübsche Regenschirmdeko einer Bar gesehen, die abends bestimmt beleuchtet ist.
Im St. Stephen’s Green gab es dann auch noch zwei Caches, die ich mitgenommen habe. Aber ich habe auch in der Sonne gesessen und den Möwen zugeschaut, wie sie frech versucht haben, den Leuten ihr Essen zu klauen! Anschließend hab ich einen ziemlich coolen Cache gemacht. Man musste eine Zahlenkombination errätseln, diese auf einer Homepage eingeben und dann klingelte das Telefon einer öffentlichen Telefonzelle und hat die Koordinaten zum Ziel des Caches durchgesagt 😀 Allerdings war der von dort aus echt weit weg, da bin ich dann nicht hin gegangen.

Stattdessen bin ich weiter gezogen, vorbei an der St. Patrick’s Cathedral, weiter Richtung Guinness Brauerei. Dort war ich nicht drin, weil mich das jetzt nicht so brennend interessiert, aber ich hab dort zwei Caches gemacht.
Weiter gings Richtung Phoenix Parc. Das ist einer der größte innerstädtischen Parks Europas, wo ich gehofft hatte, die Hirsche zu sehen. Das hatte ich in der Insta-Story einer neuen Freundin gesehen und fand das soooooo süß 🙂 Ich bin also da noch einen Teil abgelaufen, aber leider haben sich mir die Hirsche nicht gezeigt 😦 Wahrscheinlich hätte ich noch weiter laufen müssen, aber mir taten inzwischen dermaßen die Füße weh, dass ich mich am liebsten irgendwo hingesetzt hätte und dort sitzen geblieben wäre.

Also hab ich mich in den Bus gesetzt und bin 10 Minuten zurück ins Zentrum gefahren. An der Umsteigehaltestelle wusste ich wenigstens wieder wo ich war, und weil ich mittags einen Kaffee getrunken hatte, hatte ich endlich einen Bon, der das Tagesdatum bestätigte, was nämlich die Voraussetzung war, um den Cache an der Ha’Penny-Bridge zu loggen 😀
So oft hatte ich die hübsche Brücke jetzt schon überquert und fotografiert, aber ich hatte keinen Beweis, dass ich an dem Tag da war 😉 Also bin ich nicht in den nächsten Bus Richtung Unterkunft eingestiegen, sondern hab endlich diesen Cache gemacht.
Früher musste man als Fußgänger eine Maut zahlen, um den Fluss über diese Brücke zu überqueren, deshalb heißt sie so.
Noch früher gab es nämlich mal einen Fährmann, der die Leute für einen halben Penny über den Liffey gebracht hat. Als die Boote irgendwann marode wurden, hat die Stadt ihn beauftragt, die Boote zu erneuern oder eine Brücke zu bauen. Der Fährmann hat sich für die Brücke entschieden, die sogenannte Liffey-Bridge, und durfte für die entgangenen Fährgebühren 100 Jahre lag Maut einstreichen, was schon damals über Drehkreuze an den Brückenenden geregelt wurde. Die Gebühr lag bei einem halben Penny (so viel, wie auch die Fährfahrt gekostet hätte) und deshalb heißt die Brücke im Volksmund Ha’Penny-Bridge und niemand benutzt den eigentlichen Namen Liffey-Bridge.

Mit brennenden Füßen bin ich aber auf dem Heimweg dann sogar noch in einen Stoffladen gegangen, weil ich mir eigentlich Stoff aus Dublin mitbringen wollte und mir ein „Dublin-Kleidungsstück“ zu nähen. Ich konnte mich aber nicht entscheiden und wollte noch mal in Ruhe drüber nachdenken und hab nichts gekauft. Ich hab mich letztlich dagegen entschieden, weil ich noch so viel Stoff zu Hause hab und hatte stattdessen überlegt, Wolle zu kaufen, um mir ein „Dublin-Stück“ zu stricken. Aber die Wolle war unglaublich teuer und ich hab schon so viele Schals und Mützen und für einen Pullover hätte ich so viele Knäule gebraucht… Ich hab es also letztlich bei den Ohrringen als Mitbringsel für mich belassen, die ich am Freitag schon gekauft hatte.

Zu Hause hab ich mir Nudeln gekocht (was für eine Person gar nicht so leicht ist ;)), hab die Füße hochgelegt und die Frage, ob ich mit ins Kino will, abgelehnt. Nach ungefähr 13km zu Fuß war ich fix und fertig und wollte nur noch schlafen!

Welcome to Dublin – 29./30.09.2019

Nachdem ich nach meiner letzten Prüfung gesoffen und am nächsten Tag einfach gar nichts gemacht hatte, war ich ein paar Tage bei meiner Schwester und bin anschließend von dort aus nach Dublin geflogen.
Ganz entgegen meiner Überlegungen bin ich also doch wieder alleine in den Urlaub gefahren. Wobei es kein so richtiger Urlaub war mit entspannen und so, sondern ich habe Bildungsurlaub gemacht.

Für alle, die das nicht kennen: Bildungsurlaub sind zusätzliche freie Tage, die der Arbeitgeber dem Angestellten für Bildungszwecke gewähren muss. Die gesetzliche Grundlage dazu regeln die Länder eigenständig. Außer Sachsen und Bayern haben alle Bundesländer Bildungsurlaubsgesetze. Die können jedoch unterschiedlich ausgestaltet sein.
Pro Jahr stehen einem Angestellten also 5 Tage Bildungsurlaub zu, und man kann maximal zwei Jahre zusammenfassen – also 10 Tage. Der Lehrgang muss der politischen, geschichtlichen, sozialen oder persönlichen beruflichen Bildung dienen und er muss vom Sozialministerium als Bildungsurlaub anerkannt ist. Dann muss der Arbeitgeber die Maßnahme genehmigen, außer es sprechen dringende betriebliche Maßnahmen dagegen.

Ok, also da der Löwenanteil meines Urlaubs dieses Jahr zum Lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf ging, hab ich mir also überlegt, Bildungsurlaub zu machen, um hinterher wenigstens ein bisschen sowas wie Urlaub zu machen. Deshalb sollte es eine Sprachreise ins Ausland sein und kein Lehrgang über die Aufarbeitung der NS-Zeit an der hiesigen VHS. Für Englisch hab ich mich dann entschieden, weil ich das schon kann, und ich gedacht hab, dass das entspannter wäre und somit der Urlaubscharakter mehr überwiegen würde. Und für Dublin hab ich mich entschieden, weil ich noch nie dort war und eh schon immer mal nach Irland wollte.
Als ich dann im Flieger saß, war ich mir da kurz nicht mehr so sicher. Ich bin mit Aer Lingus, einer irischen Fluglinie geflogen und somit waren die Durchsagen nur auf englisch. Und ich habe nichts von dem verstanden, was der Stewart durchgesagt hat. Gar nichts! 🤦🏼‍♀️

Ich bin also am Sonntagmittag in Dublin gelandet und habe leider nichts sehen können, weil ich (mal wieder 🙄) einen Gangplatz im Flieger hatte… Das war so schade, weil nämlich richtig schönes Wetter war und man also richtig schön was hätte sehen können.
Dann bin ich mit dem Airlink-Bus ins Zentrum gefahren und zu meiner Unterkunft gelaufen. Die Unterkunft war ein Wohnheim der Sprachschule und beides lag ziemlich zentral in Dublin. Überhaupt hatte ich das Gefühl, in Dublin ist alles zentral. Ich bin fast nur zu Fuß unterwegs gewesen, weil die Entfernungen alle nicht so groß waren. Ich bin gelaufen, gelaufen, gelaufen, gelaufen! So viel, wie im ganzen Jahr noch nicht, würde ich behaupten 😉

Mein Zimmer war ein kleiner, gefühlt 4 Quadrameter großer Hamsterkäfig, aber das war schon ok. Ich wollte ja da nur pennen. Immerhin war es sehr sauber. Die „fully equipped kitchen“ und gleichzeitig Aufenthaltsraum hab ich mir mit den anderen drei Bewohnern auf dem Flur geteilt. Aber die Küche war jetzt nicht so der Knaller… unter fully equipped stell ich mir dann doch was anderes vor. Es gab drei Töpfe, von denen nur einer einen Deckel hatte, es gab auch nur ein großes Messer um mal was zu schneiden. Aber ok, ich blieb ja nur zwei Wochen, da kocht man nicht groß. Ich zumindest nicht 😉 Und auch sonst war die Küche ein kleines bisschen ranzig. Der Spüllappen lag nass und zusammengeknautscht da rum und hat vor sich hin gestunken. Und Teller und Besteck habe ich vor dem Benutzen lieber noch mal gespült 😉

Ich bin dann also erstmal zum Lidl gelaufen und konnte da schon mal den ersten Blick auf den Spire of Dublin werfen. Dublin hielt super schönes Wetter für mich bereit!

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Dann hab ich ein paar Sachen eingekauft. Müsli, Joghurt, Nudeln usw. Immerhin musste ich mich selbst versorgen. Anschließend bin ich schon mal zur Sprachschule gelaufen, damit ich Montag früh dann bescheid wusste, wo ich lang muss. 😉
Zurück im Apartment hab ich einen der anderen Bewohner getroffen. Einen Schweizer, der aber nur Französisch konnte. Er hat nicht wirklich viel mit mir gesprochen, hat mir aber zumindest gezeigt, wie der Herd funktioniert. Immerhin. Ob in den anderen beiden Zimmern jemand wohnt, das wusste er gar nicht. Folglich war meine Frage, ob sie denn was zusammen machen, zB. kochen oder in den Pub gehen, überflüssig.
Er ist dann wieder in sein Zimmer verschwunden, ich hab mir irgendwas zu essen gemacht und bin an dem Tag doch verhältnismäßig früh ins Bett gegangen, denn der Tag war doch ziemlich anstrengend und aufregend und ich war einfach platt. Ein bisschen vereinsamt kam ich mir vor und ich hatte einen kurzen Heimwehanfall, aber verglichen mit meinem Heimweh, das ich auf Teneriffa hatte, war das gar nix!

Da sich ja in Dublin das Thema Bildung ein bisschen versucht hat in den Vordergrund zu drängen, hatte ich an den einzelnen Tagen gar nicht sooo viel Zeit, um viel zu machen. Ich hatte jeden Tag 5 Stunden Unterricht und ich habe natürlich auch jeden Tag eine Stunde Selbststudium gemacht 😉 In Hessen muss man nämlich für Bildungsurlaub 30 Zeitstunden pro Woche für die Bildungsmaßnahme nachweisen.

Die Schule ging morgens immer erst um 9 los, was einerseits toll war, weil ich eigentlich jeden Tag ein bisschen ausschlafen konnte und in Ruhe gefrühstückt hab, bevor es los ging. Allerdings war die Schule auch immer erst um 15:45 Uhr zu Ende, außer freitags, da schon um 13:30 Uhr. Somit blieben mir also für die Erkundungen immer nur ein paar Stunden am Tag, die ich aber so gut es ging genutzt habe.

Kurz zum Unterricht: Man wurde zu Beginn auf Grund eines Sprachtests in ein Unterrichtslevel eingeteilt und ich hatte den Eindruck, dass die anderen Schüler sich ein bisschen darüber definieren. Wenn man small talk in der Kantine hatte, war die zweite Frage (nach „Woher bist du?“) welches Level man hat. Und dann waren sie entweder beeindruckt oder haben es abgetan, dass Englisch für uns Deutsche ja so einfach zu lernen wäre… Ich weiß nicht, ob es für mich wirklich leichter war/ist, als für einen Brasilianer. Aber tatsächlich fiel und fällt mir Englisch leicht.
An der Schule, bzw. überhaupt in Dublin, waren unglaublich viele Brasilianer! Das hängt scheinbar mit dem Visum zusammen. In Irland können die nämlich auch arbeiten, daher sind so viele dort und nicht in den USA zum Englisch lernen.
Der Unterricht war immer ganz nett, ich hab sehr viel gesprochen, weil wir ständig Partnerübungen machen mussten und wir waren auch eine sehr kleine Gruppe. Vormittags in der ersten Woche waren wir 7, in der zweiten Woche dann nur noch 4 Leute. Nachmittags waren wir in der ersten Woche 5 und in der zweiten Woche 6 Leute.

So, jetzt aber zum eigentlichen Urlaub 🙂
Am Montag war nach der Schule Orientation-Tour. Eine kleine Stadtführung durch das Zentrum, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Leider hat es den ganzen Montag gegossen wie aus Eimern!
Erste Station war der Spire of Dublin. Den hatte ich ja nun am Vortag schon gesehen. Aber jetzt stand ich unmittelbar davor und konnte die tatsächliche Größe bewundern 😀 Er trägt auch den Spitznamen „Stiffy by the Liffey“. Liffey ist nämlich der Fluss durch Dublin und Stiffy… na ihr könnts euch denken 😉
Als unser Guide den Spitznamen erwähnt hat, fiel mir direkt ein, dass ich einen Geocache mit genau diesem Namen in gesehen hatte. Jetzt wusste ich also, was das bedeuten sollte und so konnte ich gleich unseren ersten Cache in Irland loggen 🙂
Tja, also der Stif… Der Spire, der auch „Stiletto in the ghetto“ genannt wird, ist einfach eine 120m hohe Edelstahlnadel, die einfach nur unglaublich viel Geld gekostet hat und einfach ein bisschen sinnlos ist 🤷🏼‍♀️ Eigentlich sollte sie zum Millennium fertig sein, hat sich aber um 3 Jahre verzögert. Hat unglaublich viel Geld verschlungen und hat genau null Funktion 😉 Zur Orientierung ist es vielleicht nicht verkehrt, allerdings sieht das Ding ja von allen Seiten gleich aus. Man kann also immer drauf zu laufen, aber wenn man sich nicht auskennt dann hilft „Wenn ich den Stiffy von hier sehe, dann die nächste Straße links“ nicht so viel 😉
Neben dem Stiffy steht eine Bronzestatue von James Joyce, dem Autor einiger wichtiger irischer Werke, unter anderem Ulysses. Merkt euch das, das wird am Sonntag relevant 😉
Nach dem Stiffy haben wir am General Post Office gestanden (immer noch im strömenden Regen) und haben ne kurze Geschichtsstunde zur Unabhängigkeit Irlands gehört. Aber ehrlich gesagt hab ich das alles wieder vergessen. Fakt ist, Irland ist erst seit etwa 100 Jahren unabhängig von England bzw. Großbritannien.
Vorbei am Trinity College und der Bank of Ireland, ging es weiter zu Molly Malone, die auch als „The Tart with the Cart“ oder als „Dish with the Fish“ bezeichnet wird (die Iren haben offenbar eine Vorliebe für Reime ;)). Molly war eine Fischhändlerin, aber ob es sie wirklich gab, ist nicht richtig nachgewiesen. Zumindest gibt es ein Volkslied, in dem sie besungen wird, und dass sie Muscheln verkauft hat, und das ist die inoffizielle Hymne von Irland. Als wir an der Statue gestanden haben, wurde uns der Refrain natürlich gleich beigebracht. Jaja, der Touristenkram eben 😉
Die ganze Tour, die vielleicht eine Stunde gedauert hat, fand wie gesagt im strömenden Regen statt. Nicht alle hatten einen Schirm dabei… (Halloooo? Wir sind in Irland!) Na ja, aber trotz Schirm war ich nass. Meine Schuhe waren durchnässt, meine Socken auch, meine Jeans waren fast bis an die Knie nass… Aber jetzt kam das eigentliche Highlight der Orientation-Tour: Ein Pub-Besuch. Die anderen hatten keinen Bock mehr, also bin ich mit dem Guide alleine in den Pub gegangen. Das ist offenbar der Stamm-Pub für die Sprachschule, denn die Neuen am nächsten Montag waren auch da und überhaupt ist das so ein (Touristen-)Show-Pub, denn die veranstalten da immer Tanz-Abende wo die Touristen dann ein paar Tanzsschritte lernen und auch auf der Bodhrán spielen können. Vermutlich trifft man dort sonst keinen Einheimischen 😉
Im Pub jedenfalls hab ich mir mein eigenes Guinness gezapft (jaja, nur ein Half Pint, aber ich hatte auch noch nix gegessen!) und hatte dann sogar auch die Gelegenheit auf der Bodhrán (eine irische Trommel) zu spielen und bin dann halbwegs getrocknet nach Hause gelaufen.
Inzwischen hatte es auch fast aufgehört zu regnen und dann konnte ich wenigstens noch mal von einigen Stationen Fotos machen.
Da hätten wir die Wall of Fame, das sind alles irische Musiker, dann bin an dem Pub schlechthin vorbei gelaufen: The Temple Bar in Temple Bar. Eine Schande, dass ich gar nicht drin war aber ich fahr ja mit dem Namenlosen noch mal hin 🙂

Ein ereignisreicher erster Tag. Zurück im Apartment hab ich erstmal alle Klamotten aufgehängt und gehofft, dass in dem winzigen Zimmer alles gut trocknet.

Stürmischer Abschied – 19.04.2019

Heute gings in die nordöstliche Ecke. Der Namenlose wollte uuuuuunbedingt nach Cala Millor an der blöden Faneteria von den Büchners vorbei schauen. Ich kam mir vor wie ein blöder Gaffer 😒 Aber ok. Kurz einen Blick geworfen… Irgendwie ist das schon komisch, wenn man Orte, die man nur aus dem Fernsehen kennt, plötzlich real sieht. Irgendwie sieht es genauso aus, aber irgendwie doch ganz anders.
In Cala Millor wars extrem windig am Freitag. Eigentlich schon richtig stürmisch. Die Wellen waren sehr hoch, der Strand war teilweise komplett bis zur Promenade mit Wasser überspült. Gischt spritzte rum, sodass meine Brille nach kürzester Zeit schon total von Salz überzogen war und die Lippen salzig geschmeckt haben. Ein Kite-Surfer fand aber die optimalen Bedingungen und flog ziemlich hoch durch die Luft.

Ich persönlich fand schon beim letzten Mal und jetzt auch dieses Mal Cala Millor nicht schön, daher fand ich den Ausflug dahin auch eher langweilig. Wir tranken in der Fußgängerzogen dann eine heiße Schokolade und fuhren Weiter nach Cala Ratjada. Eeeeeigentlich hätte ich da gern diesen einen speziellen Cache gemacht, für den wir ja grad erst ein paar Wochen vorher einen Testlauf bei uns zu Hause um die Ecke gemacht haben, aber der Namenlose hatte keine Lust. Der hätte auch etwas länger gedauert und es war auch in Cala Ratjada sehr stürmisch und kalt im Wind.
Also so richtig viel gesehen von Cala Ratjada haben wir nicht, wir sind da nur ein kleines Stückchen am Strand entlang spaziert, aber dann weiter gefahren nach Capdepera, weil wir Hunger bekommen hatten. Dort gab es aber nur schmale Straßen, keine freie Parkmöglichkeit und überhaupt war der Ort irgendwie total ausgestorben, also sind wir immer der Nase nach gefahren und landeten in Provensals, wo zufällig noch ein Cache lag und sich eine interessante Steinformation und wegen des stürmischen Wetters ein tolles Naturschauspiel bot!
Die Wellen klatschen gegen die Felsen und spritzten hoch in die Luft, das sah richtig toll aus.

Da wir nun aber immer noch Hunger hatten, aber sich dort am Arsch der Welt nichts fand, fuhren wir zurück in Richtung Hotel und beschlossen in Manacor noch mal zu suchen und wurden nicht enttäuscht. Mit Händen und Füßen, drei Wörtern Spanisch von uns und 3 Wörtern Englisch und Deutsch von der Bedienung, bekamen wir viel und lecker zu essen und waren am Ende satt und glücklich. Ich hatte Baguettes mit Ibericoschinken und der Namenlose hatte irgendwas fischiges. Wir haben dann den Kellner gefragt, was das für Fisch ist, er wusste es halt nicht auf Englisch, also hab ich ihm mein Handy zum googlen gegeben. Gato meinte er, aber da spuckte Google nur Katzenbilder aus 😀 Das war der Lacher des Tages. „What? Cat? Is it a cattail?“, fragte der Namenlose empört 😀 Der Kellner war kurz nervös, aber dann hat er gemerkt, dass er gegrinst hat und nicht wirklich geglaubt hat, dass das Katze war. Am Ende fand er auch ein passendes Bild bei Google und sokamen wir drauf, dass es Katzenwels oder sowas in die Richtung gewesen sein muss.

Zum Abschluss des Urlaubs gingen wir noch mal in den Bierkönig, wir ertranken uns noch ein T-Shirt (man braucht ja mal eins zum Wechseln ;)) und flogen am nächsten Tag wieder zurück nach Hause. Dieses mal nebeneinander und am Fenster 🙂 Bei mir aber dann leider mit beginnender Erkältung… ich hatte mich beim Namenlosen angesteckt. Der Hund hat sich auch gefreut, dass wir wieder da waren und ich hab dann über die restlichen Ostertage meine Erkältung auskuriert und frierend auf der Couch vor mir hin vegetiert, obwohl das Wetter ja so toll war. Tja, so ist das manchmal.

Mandarinen pflücken – 17.04.2019

Für heute war auch gar nicht so viel geplant. Dem Namenlosen ging es nicht so richtig gut, der hatte sich scheinbar irgendwo eine Erkältung eingefangen. Vermutlich im Flieger, es war nämlich wirklich richtig kalt auf dem Hinflug. Oder als wir in Canyamel am Strand einen Kaffee getrunken haben, da war es nämlich auch ganz schön windig und frisch im Schatten und er hatte keine Jacke an… Tztztz…

Wie auch immer. Wir fuhren einfach mal drauf los. Auf der Liste standen Caches an einer Bucht, an einer ehemalige Schule und an einer ehemaligen Ferienanlage.
Los gings Richtung Bucht in Cala Pi. Weil der Namenlose wieder ohne Navi fahren wollte, sind wir erstmal durch El Arenal gefahren. Eieiei… Hat mich ein bisschen an Los Christianos auf Teneriffa erinnert. Enge Straßen, hohe Häuser, unten Geschäfte oder Cafés oben Balkons. Irgendwann kamen wir raus aus dem Ort und es ging weiter. Immer mal wieder sind wir in einen der kleinen Küstenorte abgebogen um zu gucken. Überall wird da gebaut und wahrscheinlich werden das auch alles mal Ferienfinkas oder Hotelanlagen.

In Puigderrós haben wir uns auf einem noch unbebauten Grundstück an die Steilküste gesetzt und die warme Sonne genossen bevor wir dann weiter gefahren sind nach Cala Pi, wo ein Cache versprach, dass wir dort einen der schönsten Ankerplätze auf ganz Mallorca finden sollen. Und es sah auch wirklich ganz hübsch aus da. Wir ließen uns ein bisschen im Sand nieder und hörten zu, wie das Wasser sacht ans Ufer plätscherte. Wir beobachteten Leute, wie sie versucht haben möglichst perfekte Fotos zu machen. Aus den unmöglichsten Winkeln und in den unentspanntestens Posen. Wir haben ihnen mal einen Instagram-Account unterstellt, der noch ein paar Likes braucht 😉 Ach schlimm unsere Lästereien… Ich will ja schließlich auch schöne Fotos und keine schiefen und unscharfen Schnappschüsse 😉
Weiter gings danach Richtung Campos zu einer ehemaligen Schule, die später in ein Restaurant umgebaut wurde, aber jetzt leer steht. Apropos Restaurant, wir bekamen Hunger! Da wir schon mal in der Nähe waren, fuhren wir nach Ses Salines, wo wir vor drei Jahren schon mal gut gegessen hatten. Und was soll ich sagen?! Da standen Orangenbäume an den Straßen!!
Zuerst wollten wir dort in das gleiche Restaurant wie vor drei Jahren, dann haben wir aber überlegt, dass wir doch auch mal was neues probieren könnten und setzten uns in eine andere kleine Tapas Bar. Da aber niemand kam, um zu fragen, was wir essen wollen (wir waren uns auch nicht sicher, ob das überhaupt offen war. Drinnen war niemand zu sehen) sind wir dann doch wieder in das Restaurant von vor drei Jahren gegangen.
Dem Namenlosen gings dann richtig kacke und so sind wir anschließend wieder zurück zum Hotel gefahren, nicht ohne vorher zwei Früchte vom Baum zu pflücken. Es waren zwar keine Orangen, sondern Mandarinen, aber die waren sooooooowas von sauer… kein Wunder, dass die da einfach so rumstanden und nicht abgeerntet waren. 😀
Statt das saure Vitamin C zu essen ist der Namenlose dann lieber in die Apotheke gegangen, weil ich in meiner Reiseapotheke mal wieder alles hatte, außer das, was er brauchte bzw. wollte: Ibu oder Aspirin Complex. Tja… so ist es doch immer. Den restlichen Tag habe ich lesend, der Namenlose schlafend, verbracht. War auch mal ganz schön und das Buch war ohnehin sehr spannend.

So ein Theater! – 15.04.2019

Der Montag war zweigeteilt. Am Vormittag fuhren wir nach Santa Maria del Camí. Eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, hier am Sonntag hinzufahren, denn sonntags findet dort ein Markt statt.
Wir haben darüber zufällig vor ein paar Wochen einen Bericht gesehen und der Markt wurde als traditionell und schön beschrieben. Mit frischen Oliven, Wurst und und und. Und überall an den Ständen dürfte man probieren.
Warum wir trotzdem montags in das Städtchen gefahren sind? Weil sonntags der Stoffladen geschlossen hat 🤷🏼‍♀️😁

Als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab zu nähen, hab ich diverse Nähseiten und Nähblogs durchstöbert und eine hat vom mallorquinischen Zungenstoff berichtet. Da hab ich noch gedacht, wie schade, dass ich noch nicht vorher schon genäht habe, sonst hätte ich mir im Jahr davor Stoff als Mitbringsel kaufen können.
Dieses Jahr bot sich also die Chance!
Vorab hatte ich Geschäfte gegoogelt, in denen man die bekommt und mich wegen der Preise fast auf den A…llerwertesten gesetzt… Aber die sind wirklich aufwendig herzustellen und es ist alles Handarbeit.
In dem Laden in Santa Maria del Camí wo wir jetzt waren, konnte man sich die alten Webstühle anschauen, auf denen die Stoffe gewebt werden. Die sind um die 100 Jahre alt und tun noch fleißig, aber sehr laut ihren Dienst. Was die Stoffe aber so teuer macht, ist nicht das Weben, das ist schnell gemacht. Es ist das Färben vorher und das Auslegen auf dem Webstuhl. Das ist natürlich ein Firmengeheimnis, das haben sie nicht gezeigt.
Fakt ist, dass die Fäden in unterschiedlichen Abständen eingefärbt werden und diese Färbung ergibt dann nachher beim spannen auf dem Webstuhl das Muster. Echt abgefahren! Also, nicht die fertige Stoffbahn wird bedruckt, sondern das Muster steht schon vor dem Weben fest!
Der Laden wo wir waren hatte nur kleine Webstühle, sodass es auch nur 70cm breiten Stoff zu kaufen gab. In den anderen Geschäften (ich glaube eins war in Pollença, das andere weiß ich nicht mehr), hatten sie die „Standardbreite“ 1,5m im Angebot. Aber so viel brauchte ich ja gar nicht.
Nach ein wenig rumstöbern und fasziniertem zuschauen, hielt ich also meine Tüte mit Stoff für eine Tasche in der Hand 😊

Weiter gings nach Norden Richtung Alcúdia. Als wir vor drei Jahren dort entlang gekommen sind, haben wir von der Straße aus ein riesiges Gebäude gesehen, das durch die Grafittis außen und das verwilderte Gelände von uns direkt als Lost Place identifiziert war. Auch damals wusste ich schon, dass dort ein Cache ist, aber irgendwie hatte ich den nicht eingeplant. Ziemlich blöd von mir 😄 Denn dieses Gebäude war richtig cool!
Das ehemalige Revue-Theater Es Fogueró Palace in Alcúdia wurde 1989 eröffnet und 1992 wieder geschlossen, weil es sich nicht gelohnt hat. Zur damaligen Zeit gab es nicht genügend Besucher, der Tourismus war in dieser Ecke von Mallorca scheinbar noch nicht so ausgeprägt… Das mag man heute kaum glauben 😉 Also wurde der Laden dicht gemacht und verfällt seit dem leider. Die Leute haben alles, was nicht niet- und nagelfest ist geklaut und entfernt, sodass dort tatsächlich nur noch der Rohbau steht. Aber was für einer!
Unten in den Kellerräumen war offenbar mal eine Küche und auch Garderobe für die Schauspieler. Vom Keller aus kam man nämlich auch auf und hinter die Bühne.
Für den Cache haben wir im gesamten Gebäude, auf den Tribünen und der Terrasse nach versteckten Zeichen gesucht, um die Finalkoordinaten für die eigentliche Dose zu ermitteln, was uns am Ende auch gelungen ist.

Hungrig fuhren wir nach Alcúdia aber da gab’s nix zu essen für uns. Der Strand war unglaublich weiß und schön, aber es war super windig und bereits vor Ostern total voll. Also fuhren wir nach Sa Puebla, einem „Wohndorf“ und suchten uns da eine Tapas Bar.
Ich hatte dieses Mal leider total daneben gegriffen, denn ich wusste nicht, dass die für den „mallorquinischen Eintopf“ Innereien verwenden. Also hab ich nur die Kartoffeln und Paprika rausgepickt und die Niere dem Namenlosen überlassen 🤢 ich habs mich dann abends am Buffet satt gegessen.

Weil es immer noch einigermaßen früh am Nachmittag war, sind wir noch ein bisschen durchs „Hinterland“ gefahren und haben die schöne Landschaft genossen. Wir waren auch immer noch auf der Suche nach einem Orangenbaum, aber alle waren nur hinter Zäunen und ich bin natürlich nicht aufs Grundstück gegangen, um eine zu pflücken.

Abends wollten wir es doch noch mal im Megapark versuchen. Dieses Mal war keine große Schlange davor und wir sind direkt rein gegangen. Es war laut und voll da drin, es waren massenhaft Tische aufgereiht, an denen massenhaft Leute standen mit 1-Liter-Biergläsern und Ballermannstrohhälmen… Ich war etwas erschlagen von den Eindrücken und bin erstmal reingelaufen, um mich zu orientieren. Ich war außerdem auf der Suche nach der Bar und vor allem einer Karte mit der Getränkeauswahl und den Preisen. Der Namenlose kam gar nicht hinterher, weil ein Typ ihn am Arm gepackt hatte und an einen Tisch dirigieren wollte. Aber das wollten wir gar nicht, bzw. wir wollten den Tisch selbst aussuchen und überhaupt einfach erstmal gucken. Ich hatte gar nicht kapiert, was der Namenlose mit dem Typen da zu schaffen hatte, er hat es mir erst draußen erzählt. Wir sind nämlich nach zwei Minuten wieder raus, weil der Typ so aufdringlich wurde und ihn an den Tisch zerren wollte und gesagt hat, dass wir gehen sollen, wenn wir nichts trinken wollen.
Total unverschämt. Wir hätten ja was getrunken, aber wir lassen uns doch nicht so rumschubsen! Vor allem wissen wir gar nicht, was das für einer war. Erst dachte ich, ein Türsteher, aber im Nachhinein denke ich, es war ein Kellner, der da auf Provisonsbasis arbeitet. Deshalb wollte der uns an diese bestimmten Tisch zerren und am Tisch besteht Konsumpflicht.

Also haben wir den Abend wieder im Bierkönig ausklingen lassen. Da gibt es nämlich auch Kellner, die dich beim reinkommen schon fragen, was man trinken will, weil die scheinbar ne Provision dafür bekommen, aber die lassen einen in Ruhe, wenn man sagt, dass man es noch nicht weiß.

Militärzone – 14.04.2019

Carpe diem! Ja, das machen wir, und so war es erst kurz nach 8, als ich schon lesend auf dem Balkon gesessen hab, dick eingemummelt, weil es recht frisch war, und gewartet hab, dass der Namenlose wach wird.

Wir sind heute wieder Richtung Santa Ponça gefahren. Von El Toro kommt man zu einer ehemaligen Militärzone auf diesem Landzipfel, die als Naherholungsgebiet genutzt wird und dort sind noch Bunkeranlagen vorhanden. Dort liegt gleich eine ganze Cache-Serie und zwei davon wollten wir uns anschauen.
Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Trekking-Hosen, Taschenlampen, Wasser, Sonnencreme und ein paar Keksen, sind wir losgelaufen. Auf dem Schotterweg waren wir ganz froh, dass wir so festes Schuhwerk hatten.
Zuerst suchten wir den Zugang zu der Bunkeranlage. Ich hatte ein paar wenige Fotos vorher gesehen und war mir nicht sicher, ob ich da runterklettern möchte. Nicht die Dunkelheit hat mich nervös gemacht, sondern die Angst, dass da Spinnen sein könnten 😉
Als wir oben am Schacht standen, hörten wir unten schon Leute da drin. Das Runterklettern erwies sich mit den Wanderschuhen als eher schwierig, denn man hatte durch die dicke Sohle nicht so viel Gefühl. Aber es ging schon. Ich war zwar am zittern, weil mir plötzlich eine nicht gekannte Höhenangst bewusst wurde, aber ich kam heile unten an. Ich hoffte nur, dass wir da nicht wieder hoch mussten 😉 Der Zugangsschacht war doch relativ schmal, und zur Höhenangst kam auch eine leichte Beklemmung deswegen, aber unten im Tunnel wars dann ziemlich geräumig. Der Tunnel war recht hoch und breit. Und ein Luftzug wehte auch, also alles gut 🙂

Der Cache-Beschreibung folgend kletterten wir dann allerdings durch eine Gittertür in einen schmalen Stollengang. Da war dann doch gleich wieder ein leichtes Beklemmungsgefühl da. Aber wir fanden den Cache und gingen zurück. Dann stromerten wir durch die gesamte Tunnelanlage. Früher wurden da offenbar Granaten gelagert. Es gab Aufzugsvorrichtungen, an denen man die wieder zur Oberfläche befördern konnte. In anderen Räumen standen früher wohl mal Generatoren oder so. Es roch teilweise nach Öl. Ansonsten war da unten außer Grafitti nichts zur finden.
Nachdem wir alle Gänge abgelaufen waren, fanden wir einen bequemen Ausgang mit Treppe.
Wir zogen weiter auf dem Gelände und schauten uns noch einige Ruinen an, die da rumstanden. Alles Gebäude aus der Zeit des Militärs. Wir suchten den zweiten Cache, fanden auch den Zugang, der uns auch wieder in den Tunnel führte, aber den zweiten Cache haben wir nicht gefunden. Also sind wir wieder raus. Inzwischen hatten wir nämlich auch Hunger bekommen.

Wir fuhren nach Santa Ponça und suchten etwas zu Essen, aber dort standen nur Villen. Scheint auch eine eher noble Gegend zu sein. Sogar die Villa Colani haben wir zufällig entdeckt. (Goodbye Deutschland-Gucker kennen den Fürst von Sayn-Wittgenstein 😉)
Wir fuhren weiter, Richtung Strand und fanden auf der Suche nach einem Parkplatz auch ein Restaurant nach unserem Geschmack. Und wir wurden wieder nicht enttäuscht. Es war sehr lecker und günstig. Keine Touristenpreise, wie direkt an der Strandpromenade.

Dort haben wir aber trotzdem einen Kaffee getrunken bevor wir weiter gefahren sind nach Peguera, wo wir einen kurzen Blick auf Krümels Stadl und das Schwarzwald-Café geworfen haben 😄 kurz den medialen Voyeurismus befriedigen 😉

An diesem Abend waren wir mal nicht im Bierkönig, sondern sind in die andere Richtung gegangen, denn da gab’s ein Pub. Da haben wir einen Abend der Schottland-Tradition mit Bier und Cider gefröhnt 😊

Höhlen und Knochen – 13.04.2019

Bevor wir am Samstag zum Frühstück gegangen sind, gab es unseren traditionellen morgendlichen Balkon-mit-Meerblick-Urlaubskaffee 😊 Der Hängekorbsessel war echt perfekt dafür. In den hab ich mich verliebt, den will ich hier auch 😍

Der Plan für heute sah eine Tropfsteinhöhle und einen Lost Place, ein verlassenes kleines Häuschen, vor.
Wir fuhren gemütlich gen Norden und die Spanier haben ja teilweise Kreisel auf der Autobahn statt Auf- und Abfahrten. Und weil das Navi schon 5x gesagt hatte „Im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen“ haben wir auch kurz vor Manacor die zweite Ausfahrt genommen, und das war versehentlich eine zu früh. Aber das war natürlich Absicht, denn so sind wir ein bisschen durch Manacor gekurvt und im Vorbeifahren hab ich eine Trabrennbahn entdeckt, an der wir dann kurz gehalten und ein bisschen zugeschaut haben, wie sie ein noch recht junges Pferd trainieren.

Weiter gings vorbei an Mandelbaumplantagen, die in den letzten Zügen der Blüte waren. Das sieht bestimmt wirklich schön aus, wenn das alles rosa ist!

Beim letzten Mal Malle mussten wir uns von gewissen Leuten belächeln lassen, weil wir uns ja nur die Touristenecken angeschaut haben. Palma, Es Trenc, Cap Formentor, Ballermann… Eben nur die Küste. Und überhaupt, Ballermann ist ja auch eine Zumutung. Man müsste doch auch mal durchs Hinterland fahren. Das Hinterland wär doch viel schöner.
Ach ja…
Also haben wir das dieses Mal gemacht. Von Manacor ging es durch kleine schmale Straßen, die durch halbhohe Steinmauern gesäumt waren. Es hat mich fast ein bisschen an Schottland erinnert. Auch die Schafe, die immer mal wieder zu sehen waren. Wir fuhren an unzähligen Orangen- und Zitronenplantagen vorbei und haben immer darauf gehofft, dass mal ein Baum so dicht am Zaun steht, dass man Orangen pflücken könnte, wenn sie über den Zaun hängen.
Wenn es keine Orangenbäume waren, dann Olivenbäume oder einfach nur weitläufige Wiesen, auf denen sattgelbe und hellgelbe Blumen blühten. Und das beste: es begegnete uns kaum eine Menschenseele.

Am Ende kamen wir an unserem Zielort an: die Coves d’Artà in der Nähe von Canyamel. Das ist eine große und imposante Tropfsteinhöhle. Aber natürlich wollten wir nicht in diese Tropfsteinhöhle. Wir sind Geocacher und ein Cache führte uns ca. 200m entfernt in eine kleine, versteckte Tropfsteinhöhle. Eine, die nicht touristisch erschlossen ist. Eine, für die man keinen Eintritt zahlt. Und eine, von der, abgesehen von Geocachern und wohl dem ein oder anderen Anwohner, vermutlich kaum einer weiß 😊
Vor dem Eingang hingen zwei große Spinnennetze, man kam aber daran vorbei in die Höhle, ohne sie kaputt zu machen.
Zuerst kam man in einen Vorraum der Höhle in der uns aber schon Tropfsteinformationen in rötlich und grünlichen Färbungen begrüßte. In dem Bereich war Tageslicht, denn es gab vom Eingang und von oben Lücken im Gestein.
Wie sahen uns um und fanden einen Zugang in den hinteren Teil der Höhle und da war es wirklich stockfinster! Wie gut, dass wir vorher extra zwei Taschenlampen gekauft hatten. Einmal haben wir die Lampen ausgemacht, weil wir kaum glauben konnten, dass hier einfach kein Licht vordringt, aber es war echt einfach nur dunkel! Weil ich immer wieder an „The descent – Abgrund des Grauens“ denken musste, haben wir die Lampen schnell wieder angemacht 😄
Wir standen also in einem großen, hohen Raum und und waren umringt von Stalagmiten, Stalagtiten und Stalagnaten. Ehrlich, mir ist fast die Luft weggeblieben. Es sah einfach so schön aus, welche Formen auch dabei entstehen. Manche Säulen waren fast glatt, wie Eiszapfen, andere sahen aus, als wären sie aus einzelnen Elementen gestapelt.
Sicher ist das in der Höhle von Artà noch mal spektakulärer, weil die noch größer ist, aber diese kleine Höhle war schon der Hammer. Und wir waren da allein! Wenn man leise war, konnte man es überall tropfen hören. Ich hätte tausende Fotos machen können, aber im Schein der Taschenlampe kommt das alles gar nicht so raus!

Ziemlich beeindruckt haben wir uns irgendwann von dem Anblick losgerissen und haben in Canyamel am Strand einen Kaffee getrunken. In dem Wissen, dass wir gerade wieder ein kleines Abenteuer erlebt hatten 😉 aber für heute stand uns noch eines bevor, nämlich ein verlassenes Häuschen in der Nähe.
Davon gibt es echt viele auf Mallorca. Da stehen Rohbauten jahrelang leer, oder ganze Häuser verfallen über die Jahre und niemand kümmert sich. Ich frag mich dann, ob das niemandem mehr gehört… Auf jeden Fall ist dieses Häuschen schon so lange verlassen, dass sogar ein Schaf (?), das da gestorben ist bis auf die Knochen verwest war 😕 Armes Schafi… Naja. Wir haben Fliesen und Fenstergitter gezählt und am Ende den Cache auch gefunden.

Nach so viel Abenteuer hatten wir Hunger und sind nach Son Servera in die nächste Seitenstraße gefahren, wo eine kleine Kneipe war und wir uns einen wirklich kleinen Snack gegönnt haben. Ganz simpel Baguette mit Schinken oder Hähnchen, dazu Oliven. Das war echt lecker!
Eigentlich wollten wir dann nach Hause fahren aber der Abzweig nach Costa des Pins klang schön und entspannt. Also sind wir da noch hin. Ein ziemlich nobles Wohnörtchen. Große Villen mit sehr hohen und blickdichten Zäunen. Da will keiner zeigen was er hat 😉 Und überall große Pinien. Es war wirklich ganz ruhig und entspannt da. Am Ende des Ortes ist an der Steilküste ein Aussichtspunkt aufs Meer. An einem Zaun hängen unzählige Liebesschlösser. Ein bestimmtes haben wir gesucht, weil man mit den Daten die Koordinaten zu einem Cache ermitteln konnte, aber den Cache haben wir dann nicht gefunden. Aber egal. Schön wars da trotzdem.

Abends im Bierkönig haben wir uns dann darüber gewundert, wieso der Grundpreis von einem kleinen Sangria günstiger ist, als bei einem großen. Ja… Typisch ich halt 😄

ABC im April 2019

A wie ausgelaugt
Seit den letzten Ferien sind jetzt fast 13 Wochen vergangen. 13 Wochen, die vollgepackt waren mit Leben, Arbeit, Schule, Haushalt, Alltag, Gartenarbeit und sogar mit ein paar sozialen Interaktionen. Und ich muss wirklich sagen, es schlaucht und ich fühle mich richtig ausgelaugt. Ich bin so froh, dass wir wegfahren, denn Urlaub während der Namenlose arbeiten geht, ist alles andere als erholsam.

B wie bunte Eier
Ostereier wirds bei uns nicht geben. Ich hab das ab und zu schon mal gemacht, aber meistens bleiben die dann ewig liegen, keiner isst sie und am Ende werfe ich sie weg, weil ich mich dann ekle.

C wie Cortison-Salbe
Am Montag war ich shoppen, hauptsächlich, weil ich in die Apotheke wollte. Aber die Apotheke in dem Einkaufszentrum gibt es nicht mehr. Toll…
Ich brauch noch für die Reiseapotheke meine Cortison-Salbe, die ich immer auf meine Neurodermitis-Stellen schmiere, wenn sie schlimm werden. Aber dann hab ich überlegt, dass ich die noch nie im Urlaub gebraucht habe.

D wie durchtanzte Nacht
Am Samstag war ich mit drei Mädels aus dem Bibu-Kurs verabredet. Eine ist in der Woche vorher krank geworden, aber mit den anderen beiden bin ich abends losgezogen, nachdem wir Pizza gefuttert, gequatscht, gelästert und getrunken haben 😉 Wir sind in einen Club gegangen, die Musik war ganz gut, ich hab viel zu viel getrunken, aber irgendwie nichts davon gemerkt… Es hat echt viel Spaß gemacht und als ich irgendwann auf die Uhr geschaut hab, war es halb 4!!! Um 4 sind wir dann gegangen und um halb 5 war ich im Bett. Halb fünf!!!!
Schlauerweise hab ich noch vor dem Schlafen gehen 3 Gläser Wasser getrunken, so gings mir am nächsten Tag, abgesehen von der Müdigkeit, ganz gut 🙂

E wie Ende, Michael
Ich lese zum ersten mal Die unendliche Geschichte. Ich hab auch den Film noch nie gesehen!

F wie Frühjahrsmüdigkeit
Meine Frühjahrsmüdigkeit fällt dieses Jahr irgendwie schlimmer aus, hab ich den Eindruck. Vermutlich spielt aber alles zusammen: Stress, Zeitumstellung und dass es immer noch recht früh dunkel wird.

G wie Geocaching
Da der Urlaub vor der Tür steht, und wir da ja wieder cachen gehen, haben wir uns am Wochenende mal mit „Wherigo-Caches“ beschäftigt, die wir vorher noch nie gemacht haben. Bei uns in der Nähe ist einer, aber wir haben das noch nie gemacht, weil man dafür immer irgendwas runterladen musste und blabla… ich hab das immer nicht verstanden, wie das geht.
Neulich dachte ich aber, dafür muss es doch inzwischen eine App geben und Videos auf Youtube vielleicht… und so war es. Am Sonntag haben wir dann so einen Cache mal ausprobiert, haben verstanden wie es geht und können dann genau so einen Cache auch im Urlaub machen 😉

H wie Habit-Tracker
Seit dem 1.1. habe ich eine App, mit der man Gewohnheiten tracken kann. Das funktioniert bei mir tatsächlich ganz gut, weil ich eine Gewohnheit immer abhaken will 😉 Zum Beispiel bin ich seit Anfang Februar immer spätestens um halb 8 im Büro gewesen. Und bis auf 3 Tage hab ich jeden Tag gelesen. Auch wenns nur zwei, drei Seiten waren. Seit Mitte Januar halte ich mich auch an meine „maximal 30 Minuten Instagram am Tag“-Vorgabe.

I wie Intervallfasten
Seit Januar hab ich auch Intervallfasten ausprobiert und ich hab auch was abgenommen. Ich hab zumindest 2-3cm Umfang am Hintern verloren. Aber irgendwie ist es trotzdem nicht meins. Ich hab das 16/8-Fasten ausprobiert, dh. 8h Essen, 16 Stunden fasten. Die Schlafenszeit gehört in die Fastenzeit.
Ich hatte grundsätzlich kein Problem damit, erst ab 12 Uhr zu essen, aber es fiel mir die ganze Zeit total schwer, nach 20 Uhr nichts mehr zu essen. Das hat auch mit Habit-Tracker nicht funktioniert und ich hab das oft nicht eingehalten, sodass ich also kein wirkliches Intervallfasten gemacht habe, also lass ich das auch wieder sein und versuche mich einfach auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl zu besinnen, und mich von Zucker und Süßkram fernzuhalten.

J wie jammern
Nachdem ich den Eintrag jetzt fertig hatte, hab ich das ursprüngliche J durch jammern ersetzt. Weil es echt ein einziger Jammereintrag ist. Sorry dafür 😉

K wie Kosten-Leistungs-Rechnung
Am Samstag hab ich eigentlich KLR-Unterricht. Aber ich schwänze die Stunden, damit wir schon Freitag in den Urlaub fliegen können. Weil es Freitag einfach mal 400 Euro billiger war, als Sonntag zu fliegen.

L wie Lost Places
Für den Urlaub hab ich ein paar Caches rausgesucht, da sind auch wieder viele Lost Places dabei. Wir werden uns die Tage nicht so voll packen, wie beim letzten Mal, immerhin haben wir dieses mal mehr Zeit, aber ein paar Lost Places müssen sein! 🙂

M wie Motivationsloch
Im Moment bin ich so urlaubsreif und unmotiviert, dass ich seit 3 Wochen nichts gelernt habe! Ich hab mich vorher eigentlich immer 3x die Woche hingesetzt und hab was durchgearbeitet, abgeschrieben, gelernt… Seit 3 Wochen hab ich nichts mehr gemacht.

N wie nie wieder
Grad gestern haben wir uns vor dem Unterricht unterhalten, dass wir alle froh sind, wenns endlich vorbei ist. Die Chefin der einen meinte dann, sie soll sich doch mal gleich informieren, wie es mit dem Bilanzbuchhalter International ab Oktober aussieht. Unglaublich… Wir sind uns alle einig, dass wir nie wieder eine Weiterbildung machen 😉

O wie offline
Im Urlaub werde ich wieder so ziemlich offline sein. Ich hab ein Handy dabei, aber ohne Whatsapp, mal schauen, ob ich es im Flugmodus lasse, oder nicht. Aber zumindest gibts keine Mails und kein Whatsapp!

P wie Pausenbrot
Ich bin auch seit Wochen zu faul, mir ein Pausenbrot zu machen. Jedes mal, wenn ich mir in der IHK-Cafete was kaufen muss, ärgere ich mich über deren Preise… Aber selbst Schuld.

Q wie Quasselstrippe
Die eine Kollegin, die einem immer ne Kassette ins Ohr schiebt… Das ist auch die, die immer flüstert. Super ätzend! Ich weiß gar nicht, ob ich für die schon mal einen Namen hab. Aber Quasselstrippe trifft es auf den Punkt!

R wie Rasen
Die letzten Wochenenden haben wir mal wieder einiges im Garten gemacht, weil der momentan einfach scheiße aussah. Wenn alles wieder anfängt zu blühen, dann versucht man doch, es irgendwie schön zu machen… Mal schauen, ob wir dieses Jahr mal den Rasen hinkriegen… Die letzten zwei Jahre hatten wir Maulwürfe und Wühlmäuse, die alles umgegraben haben. Und vor allem haben wir sau viel Moos, Klee und Unkraut. Es ist halt auch leider ziemlich schattig und noch dazu Nordseite, sodass das mit dem Rasen echt nicht so leicht ist…

S wie Strand
Am Freitag! Endlich!

T wie Tolinohülle
Seit ich meinen Tolino habe, weiß ich jedes mal nicht, wie ich ihn einpacken soll, wenn ich in unterwegs dabei habe. Ich habe nämlich keine Hülle. Diese Cases finde ich blöd, und andere Hüllen waren einfach teuer oder hässlich. Oder beides. Jetzt habe ich letztens Filz gekauft und nähe einfach selbst welche. Eine für mich und eine für den Namenlosen.

U wie Unruhe
Wenn ich an die Prüfung und die wenige verbleibende Zeit denke, dann befällt mich eine Unruhe, die nicht mehr schön ist. Gerade auch, weil ich seit drei Wochen nichts mehr gelernt habe… Ich weiß, was ich noch alles tun muss… In Umsatzsteuer und internationale Besteuerung muss ich richtig aufarbeiten, in den anderen (Steuer)-Fächern ist es nicht so schlimm, aber trotzdem lückenhaft. Ich muss die Prüfungen durcharbeiten und die Besonderheiten rausarbeiten. Ich muss meine neuen Gesetzestexte präparieren… und ich habe Angst, dass mir die Zeit davon läuft.
Ich hoffe, ich kann im Urlaub wirklich abschalten.

V wie Vorabend-Check-in
Weil wir morgens um viertel vor 5 fliegen (was haben wir uns bloß dabei gedacht???), werden wir uns und unsere Koffer schon abends einchecken. Wir habens nicht weit zum Flughafen, da lohnt sich das, wenn man dafür morgens erst um 4 da sein muss, statt 3.

W wie Wasser
In letzter Zeit schaffe ich meine 2 Liter am Tag nur schwer…

X wie xxx
Ich mach drei Kreuze, wenn alles endlich rum ist!

Y wie Yay
Yay, nur noch 2 Tage arbeiten.
Yay, nur noch 5 Monate bis zur Prüfung, nur noch 4 Monate, bis die Schule vorbei ist. Das sind wegen der Sommerferien nur noch 10 reguläre Woche und eine Woche Repetitorium. Das bedeutet nur noch noch 33x Unterricht. Jetzt bloß nicht wieder unruhig werden…

Z wie Zähne
Ich glaube in letzter Zeit beiße ich im Schlaf meine Zähne sehr fest aufeinander. Morgens fühlt es sich jedenfalls so an. Ich bin auch echt unter Druck und kann mich echt nicht entscheiden, ob ich langsam einfach nur will, dass es vorbei ist, oder ob ich noch ein halbes Jahr länger bis zur Prüfung hab…

Ostern auf Malle reloaded

Vor drei Jahren haben wir einen Malle-kompakt-Trip gemacht, als wir über Ostern 4 Tage dort waren. Damals haben wir, ganz entgegen unseres normalen Verhaltens, schon 2 Monate vor dem Reisetermin gebucht.
Dieses Jahr habe ich auch die Woche vor Ostern frei. Wegen der Schule geht es halt auch nicht anders, aber ich nehme nie wieder in den Ferien Urlaub 😉
Dieses mal haben wir das mit dem Urlaub buchen wie immer gemacht: 3-4 Wochen vorher. Sonntag haben wir also endlich Urlaub gebucht. Nachdem ich den Namenlosen fast dazu gezwungen hab!

Ich wollte jetzt endlich was buchen. Ich hatte mir auch eigentlich schon was rausgesucht, weil er es ja nicht geschafft hatte, sich zu äußern, wo er überhaupt hin will.
Erst war Ibiza im Raum. Dann Griechenland. Dann Kroation, Schottland und wieder Ibiza. Ich hatte dann was auf Gran Canaria rausgesucht, aber er wollte das nicht. Wie eigentlich immer, wenn ich was rausgesucht hab. Wozu mach ich mir die Mühe also? Kostet mich nur Nerven!
Sonntag hab ich ihn also nach dem Frühstück an den Schreibtisch gezwungen, weil wir sonst dieses Wochenende wieder nichts gebucht hätten. „Wir können auch drei Tage vorher last minute buchen.“ Jaaaa… können wir. Dann müssen wir aber nehmen was wir kriegen und vor allem wird es sicher nicht günstiger! So drei Tage vorher last minute können wir nächstes Jahr machen, wenn ich nicht auf Ferientermine angewiesen bin. Und außerdem wollte ich jetzt mal langsam einen Lichtblick haben.

Wir saßen also, haben ungefähr 3 Stunden lang gegooglet, gesucht, verglichen… ich hab mich aufgeregt, geärgert, rumgemotzt. Immer mal wieder fiel, dass das Hotel auf Malle doch so schön war und dass wir doch da noch mal hin könnten. Mir war es am Ende mal wieder herzlich egal, wo es hingeht. Ich wollte einfach nur wissen, DASS es irgendwo hingeht. Es wurde immer später, der Namenlose hat sich regelrecht in Trance gegooglet, ich war angepisst, dem Hund war langweilig, weil die das natürlich doof findet, wenn wir sie so lange ignorieren.
Letztendlich haben wir also das gleiche Hotel wie vor drei Jahren gebucht. Das war schön. Wir wissen, was wir kriegen. Malle war auch schön und wir haben ja in den 4 vollgepackten Tagen längst nicht alles gesehen. Im Megapark waren wir auch nicht, den Cache in Palma haben wir nicht gefunden. Es gibt noch ein paar Lost Places, die wir besuchen können, ein paar Höhlen. Und das Hotel hat jetzt einen Infinity Pool auf dem Dach 😀
Ich freu mich jedenfalls. Noch 24 Tage! (Und ich schwänze dafür den Samstag die Schule, weil es einfach mal 400 Euro teurer gewesen wäre, wenn wir erst Sonntag geflogen wären…)

Fly high – 07.10.2018

Der Berg, der sich direkt vor unserem Balkon befindet, ist der Kronplatz. Er ist 2.275 Meter hoch und im Winter ein sehr beliebtes Skigebiet. Aber auch ohne Schnee ist es schön da oben. Es gibt von allen Seiten Seilbahnen, mit denen man hoch fahren kann, natürlich könnte man aber auch hoch wandern 😉

Wir haben natürlich die Seilbahn genommen – zumindest hoch.
Oben sind wir eine kleine Runde um das Gipfelplateau gelaufen, haben Paraglidern beim starten zugesehen, einen Cache gefunden und um 12 der Friedensglocke, der Concordia 2000, zugehört. Die läutet immer um 12 Uhr und ich sag euch, das ist ziemlich laut, wenn man daneben steht 😉 und sie läutet immer dann, wenn irgendwo auf der Welt die Todesstrafe abgeschafft wurde, ein Verurteilter begnadigt wurde oder wenn ein Krieg beendet wird.
Außerdem gibt es da oben noch eins von 6 Reinhold-Messner-Museen, in dem man sich die Geschichte der Bergsteigerei anschauen kann. Wir waren aber nicht drin, denn wir hatten um halb eins einen Termin. Zum Paragliden 😀

Es war so cool! Ich war vorher echt nervös, wir beide. In der Stunde, die wir schon vorher oben auf dem Berg waren, sind wir bestimmt 5x aufs Klo gerannt 😉
Dann haben wir am Treffpunkt gewartet und da kamen einige Paraglider hoch. Und bei jedem der aus der Seilbahn ausstieg dachten wir ganz aufgeregt, es wäre einer für uns… Unsere beiden Piloten kamen dann endlich und haben uns direkt in ein Gespräch verwickelt, sodass eigentlich keine Zeit blieb, um noch viel nervös zu sein.
Dann hieß es Schirm auspacken, Helm aufsetzen (wobei der mir auch nix bringt, wenn der Schirm umklappt und wir abstürzen 😉 ), Geschirr anziehen, festschnallen, GoPro in Stellung bringen und dann ein paar Schritte mitlaufen, bis man abhebt 🙂
Es war echt so schön! Ich liebe ja fliegen, ich klebe ja auch 4 Stunden am Fenster im Flugzeug, obwohl man nur Wasser sieht. Und sobald wir in der Luft waren, war alle Aufregung weg und ich hab es einfach nur genossen 🙂 Eine halbe Stunde lang sind wir durch die Luft gesegelt, haben unterwegs den Namenlosen mal umkreist und dann leider kurz vor der Landung noch ein paar enge Kreise gezogen… das ist mir ganz schön auf den Magen geschlagen, die Kräfte die da auf einen wirken sind echt richtig krass! Das drückt mehr, als in der Achterbahn 😉
Dann wars auch leider viel zu schnell wieder vorbei… bei der Landung musste ich wieder ein paar Schritte mitlaufen. Dank der unfassbaren neuen Technik konnten die Fotos direkt von der GoPro auf mein Handy übertragen werden. Ich wusste gar nicht, dass das so direkt geht 😉

Wieder festen Boden unter den Füßen sind wir dann erstmal nach Bruneck gefahren, die nächst größere Stadt, und haben eine supergeile leckere Pizza verdrückt, bevor wir zurück ins Hotel gefahren sind und uns den Nachmittag in der Sauna entspannt haben.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – 03.10.18

Es ist mal wieder super früh, als der Tag beginnt. Vor uns liegt eine mehrstündige Autofahrt nach Südtirol. Genauer: ins Pustertal.
Nur eine gute Woche vorher hatten wir mal wieder ziemlich spontan gebucht, nachdem der Namenlose sich entschieden hatte, dass wir doch noch mal gemeinsam wegfahren 🙂 Zwar hatten wir wieder eine Woche ungefähr rumgemacht und überlegt, wo genau wir hinfahren, aber letztlich fiel die Buchung dann ganz spontan auf das Hotel in Percha. Grundsätzlich war es auch egal, welches Hotel wir gebucht hätten, denn alle hatten wirklich gute Bewertungen. Ich denke man hätte nirgends was falsch gemacht!

Also, Mittwoch, halb 8 morgens. Keschu und der Namenlose sind on the road und überqueren die Grenze nach Österreich.
Weil wir dachten, wir wären schlauer als das Navi, sind wir nicht um München rumgefahren um dann über Innsbruck zum Brenner zu kommen, sondern wir sind über Kempten gefahren und dann über eine österreichische Bundesstraße. Aber so hatten wir wenigstens Blick auf die Zugspitze. Vermutlich. Sicher sind wir uns nicht 😉 Und als wir uns hätten sicher sein können, war sie in Wolken verhüllt. Na danke 😉

Ok, also weiter. In Innsbruck haben wir noch mal getankt, weil der Sprit in Italien unfassbar teuer ist!
Dann ab über den Brenner für zehn Euro… kommt man eigentlich auch anders nach Italien?? Na ja. Um halb 12 haben wir in Sterzing einen Stopp eingelegt, schön gefrühstückt und unseren ersten Cache in Italien geholt und sind dann weiter zum Hotel.
Viel haben wir da nicht mehr gemacht. Da wir so früh losgefahren sind, waren wir doch ganz schön kaputt. Also haben wir uns nach einem kurzen Mittagsschläfchen in den Spa-Bereich begeben und wollten da lesen. Aber wir haben dann da noch mal geschlafen 😉

Abends gab es dann ein Überraschungsdinner im Hotel (wir hatten Halbpension gebucht) mit Sektempfang vorab, Bruschetta (oh mein Gott waren die lecker!!) und anschließendem 5-Gänge-Menü (Salat, Suppe, Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise) und leider hab ich vergessen, was es alles gab und ich hatte kein Handy für Fotos dabei, aber es war unglaublich lecker!

Boot auf dem Trockenen – 14.07.2018

Da war er nun dahin, der Plan, den ich mir gemacht hatte… Ursprünglich war der Plan, freitags auf den Teide zu fahren und samstags dann nach La Orotava. Nun war ich Freitag schon in La Orotava und wollte da heute nicht noch mal hingurken. Irgendwie war der ganze Samstag total vergammelt. Obwohl ich am Vortag festgestellt hatte, dass Autofahren üüüüberhaupt nicht schlimm ist, konnte ich mich nicht aufraffen, am Samstag noch mal loszufahren. Ich saß nach dem Frühstück auf dem Balkon, hab gelesen, Postkarten geschrieben und festgestellt, dass die Kalima so viel besser geworden ist, dass man sogar La Gomera sehen konnte!. Aber die ganze Zeit hab ich gedacht, dass ich meine Zeit besser nutzen müsste… Zu Fahren bereitete mir trotzdem ein Flattern im Magen. Was ist, wenn ich dann keinen Parkplatz finde… Wirklich dämlich.

Um 15 Uhr, als die Sonne voll auf meinen Balkon geknallt hat und ich nicht mehr draußen sitzen konnte, hab ich mich einfach zusammen gerissen, mich mit Juan im Partnerlook angezogen und bin noch mal losgefahren. Und als ich dann am Fahren war, war es auch wieder überhaupt nicht schlimm. Völlig selbstverständlich irgendwie. Ich bin noch mal nach Costa Adeje gefahren, da war ein Boot an der Straße. Daneben eine ganz winzige, alte Kirche. Den Cache, der da in der Nähe war (natürlich, sonst hätte ich das Boot wohl nie gefunden ;)), hab ich allerdings nicht gefunden.

Zufrieden mit mir, dass ich doch noch mal aus meiner Komfortzone rausgekommen bin, bin ich wieder zurück gefahren.
Auf dem Rückweg hab bin ich noch zu einer Tankstelle gefahren. Ich hatte Juan 3/4-voll bekommen und sollte ihn auch 3/4-voll zurück geben. Um mir also den Stress mit dem Tanken am Montag auf dem Weg zum Flughafen zu ersparen, wollte ich das gleich erledigen. Sehr clever von mir, fand ich 😉 Nicht so clever war allerdings, dass ich mir nicht hatte zeigen lassen, wo der Tankdeckel auf geht. Ich stand also vor der Zapfsäule (bloß gut auf der richtigen Seite!! :D) und hab auf der Fahrerseite nach einem Knopf gesucht, um den zu öffnen… hab keinen gefunden. Dann dachte ich, vielleicht geht der Deckel ja so auf und muss dann mit dem Schlüssel aufgeschlossen werden.
So war es auch. Die Klappe ging auf, nur war da kein Schlüssel, sondern direkt die Öffnung zum tanken, die allerdings irgendwie versperrt aussah. Also ich hab geguckt, wie ein Schwein ins Uhrwerk und hab auch nur gedacht, wie blöd, dass ich mir das nicht erklären lassen hab! Dabei hatten wir noch übers tanken gesprochen, weil ich noch 2x nachgefragt hatte, was ich tanken muss und wie das auf Spanisch heißt…
Ich hab dann einfach mal den Tankrüssel genommen und reingesteckt, diese Verschlussklappe ging dann auch zur Seite (ich hatte mit dem Finger gedrück, da hat die sich keinen Millimeter bewegt), aber tanken ging dann nicht. Hab gedrückt, aber da kam nix… Ich kam mir wirklich langsam vor, wie der erste Mensch. Wenigstens war niemand hinter mir, der sieht, wie blöd ich mich anstelle! 😉 Heute denke ich mir, wenn einer hinter mir gewesen wäre, hätte der mir helfen können. Auf einmal piepte dieser Tankrüssel 3x, dann fing die Zapfsäule an zu rauschen, als wär sie aktiviert worden und dann ging das auch mit dem Tanken.
Ganz seltsame Technik haben die da in Spanien! 😀

Zufrieden, dass ich auch dieser Hürde gemeister hatte, bin ich zum Hotel gefahren und hab einen noch viel besseren Parkplatz gefunden. Puh! Ich hatte irgendwie einen Lauf 😉 Das Essen abends war auch wieder sehr lecker, der Sonnenuntergang war richtig schön, nur fürs Pub hatte sich niemand gemeldet. Da bin ich halt alleine gegangen und kaum saß ich an der Bar, hatte ich meinen Cider vor mir. Der Kellner vom Vortag war da und wusste, was ich trinke 😉

Nuckelpinne – 13.07.2018

Der Tag der Tage! Autofahren im Ausland. Warum mich das vor so eine Herausforderung gestellt hat… ich weiß es nicht. Ich hab es mir halt einfach nicht zugetraut.
Ich bin zu der Tiefgarage gebracht worden, wo die Vermietung die Autos stehen hatte und bin da noch mal eingewiesen worden. Ich war sowas von aufgeregt, dass ich sehr froh war, dass die Mitarbeiterin eine Deutsche war! Ich kann gut Englisch, aber ich glaube ich hätte die Hälfte nicht verstanden.
Ich bin also mit dem Fiat Panda (ich hab ihn liebevoll Juan genannt) aus der Tiefgarage rausgefahren und wollte zum Pico del Teide und stand dann irgendwie mitten in Los Cristianos an einem vollen, zweispurigen Kreisel. Aber statt dass dieser Moment Panik in mir ausgelöst hätte, bin ich da einfach rein und rausgefahren, als hätte ich nie was anderes gemacht. Ich mein… es ist ja auch nicht anders als hier. Die Verkehrsregeln sind die gleichen, die Schilder sind ziemlich die gleichen… Es war einfach nur eine fremde, neue Situation, die mir (wie üblich) Angst gemacht hat.

Am Vortag hatte ich eine E-Mail bekommen, dass meine Seilbahnfahrt auf den Teide storniert wurde, weil die Wetterbedingungen zu schlecht waren. Es war zu windig, da fährt die Seilbahn nicht. Ich bin trotzdem hingefahren, weil ich dachte, vielleicht entscheiden sie sich spontan anders…
Der Teide war ausgeschildert und es gibt ja im Grunde auch nur fünf Straßen auf Teneriffa 😉 deshalb bin ich ohne Navi gefahren, weil ich mir meinen Akku für eine Rücknavigation aufsparen wollte. Ich hatte nämlich kein Kfz-Kabel dabei und Fotos wollte ich ja auch noch machen… Das war auch wirklich kein Problem, denn als ich erstmal auf der Straße zum Vulkan war, gabs keine Möglichkeit mehr sich zu verfahren.

Natürlich war die Seilbahn trotzdem geschlossen. Das war echt schade. Laut Vorhersage auf der Homepage sollte am Sonntag wieder geöffnet sein, aber alle Zeitslots, für die man Karten vorab kaufen konnten, waren bis 16 Uhr ausgebucht… Das ging natürlich nicht, weil ich am Sonntag um 16 Uhr meine Massage hatte.
Sehr schade. Also bin ich da „nur“ im Nationalpark ein bisschen rumspaziert, hab einen Cache gefunden und bin dann weiter Richtung Norden. Ich wollte nach La Orotava, weil das wohl ein hübsches Städtchen wär und da gabs auch einen Sightseeing-Cache.
Ich war inzwischen auf der Nordseite des Berges/der Insel angekommen. Dort hingen die Wolken fest und plötzlich war durch die Feuchtigkeit dort auch alles grün bewachsen. Ich musste durch die Wolkendecke fahren und kam mir kurz vor wie in Schottland, als wir durch die Wolke über den Gebirgspass gefahren sind 😉

Auch nach La Orotava konnte man sich nicht verfahren, denn vom Teide aus führte genau eine Straße dorthin. Im Ort wollte ich dann irgendwo parken, ich bin da also durch die Straßen gefahren, war dann mitten in der Altstadt mit ihren schmalen Gässchen und wirklich hübschen Häusern, aber es gab nirgends einen Parkplatz und die Straßen waren teilweise so schmal, dass genau ein Auto durchgepasst hat. Also auch nix mit anhalten und googlen, wo man parken kann, weil dann niemand hinter mir mehr durch kommt. Irgendwann war ich am Ortsausgang und dachte, ich fahr einfach zum nächsten Kreisel und dreh da um und guck noch mal. Aber wie es dann so ist: es kam kein Kreisel. Erst ewig später, da waren auch freie Parkplätze, also hab ich mich kurz da hingestellt um zu gucken, wo ich überhaupt bin und wie weit es jetzt zu dem Cache ist. Ich hätte ja vielleicht laufen können.
Inzwischen war es 14 Uhr, bis zum Cache waren es zwei, drei Kilometer und ich hatte irgendwie keinen Bock mehr. Ich war in San Antonio, was scheinbar ein Ortsteil von La Orotava ist, aber etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt. Ich bin da etwas rumgelaufen, hab direkt um die Ecke von dem Parkplatz eine Tapas Bar gefunden und erstmal was gegessen. Die Kellner konnten so gut wie kein Englisch, ich ja kein Spanisch, aber irgendwie haben wir es trotzdem hingekriegt, dass ich Essen auf dem Tisch hatte 😉 Und die rote Mojo-Soße war unfassbar lecker!

Als ich dann um 3 fertig war mit essen, hatte ich die Wahl, noch mal nach Orotava oder nach Hause? Laut Google Maps brauchte ich noch 1,5h zurück zum Hotel. Auf der Nordseite der Insel war es zwar kühler aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Ich war klitschenass, kaputt und hatte eigentlich keine Lust mehr, also bin ich zurück gefahren. Den weiteren, aber sicher komfortableren Weg um die Nordspitze rum und über die einzige Autobahn zurück an die Südecke von Teneriffa. Da hab ich dann doch das Navi angemacht und hab tatsächlich 1,5h gebraucht. Die Autobahn war sogar teilweise 4-spurig, da hab ich mich doch gleich gefühlt wie zu Hause 😀 Mit einem Parkplatz hatte ich dann auch Glück (das war nämlich meine andere Sorge!)

Der Tag war der einzige, an dem es abends mal nicht geschmeckt hat, und das wo das der kanarische Abend war! 😉 Abends hab ich mich noch mal mit dem Paar vorm Vorabend im Pub getroffen, aber dieses mal gings nicht so lange.

Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag nichts sinnvolles gemacht habe. Ich bin eigentlich ziemlich sinnlos einmal quer über die Insel gefahren, hab so zwar viel gesehen, aber ich hatte halt nichts von dem gemacht, was eigentlich der Plan war… trotzdem war das ein ziemlich guter Tag, weil ich mal ganz deutlich festgestellt hab, dass ich mir nicht immer so einen Kopf machen muss. Dass ich mir ruhig viel mehr zutrauen kann. Irgendwie, dass ich doch alles schaffen kann, was ich will.

 

Laufen laufen laufen – 12.07.2018

Am Donnerstag war die andere Richtung von der Strandpromenade dran. Auch da war ein Multi-Cache, der mich mehrere Stationen führen sollte. Als ich los wollte, hab ich mir spontan überlegt, das Rad für den Tag stehen zu lassen. Das war mir ein wenig nervig am Vortag, es die ganze Zeit zu schieben. Und grad bei einem Multi-Cache, wo man sich an jeder Station Notizen machen muss… nee… da lauf ich lieber. Eigentlich lauf ich sowieso lieber, als dass ich das Rad nehme.
Ich bin also losgelaufen und hab mich schon nach ein paar Metern gefreut, zu Fuß zu sein, weil man einfach auch viel besser aufs Meer gucken konnte. Ganz dicht am Hotel war ein Kieselstrand und ich fands einfach total beruhigend, wie die Wellen gerauscht haben. Und ich war auch ein bisschen fasziniert davon, wie sehr das Meer doch den Untergrund bewegt 😉 Ich hab auch noch an anderen Stellen Videos gemacht, weil ich so das Gefühl hatte, dem Namenlosen besser zeigen zu können, was ich sehe. Also eigentlich ist es total unspektakulär, aber ich hätte da echt sitzen bleiben und zuhören können 😉

Ich bin dann zur ersten Station von meinem Cache gekommen und gescheitert, weil ich die benötigte Information da nicht gefunden habe. Na gut, dann mach ich den nicht. Egal.
Ich bin trotzdem weiter gelaufen und es war ganz schön windig und das Meer hat ganz schön gegen das Ufer gepeitscht.
In Puerto Colon, wo die Katamarantour losging, bin ich auch auf der Mole bis zum Leuchtturm gelaufen. Der war genauso unspektakulär, wie der in Los Cristianos, nur war der grün 😉 Irgendwo da war auch ein Cache, allerdings konnte ich den alleine nicht bergen, weil er scheinbar in 2m Höhe in einem Rohr gesteckt hat. Es kam auch niemand, der nach Cacher aussah, den ich hätte fragen können 😉

Weiter gings, immer schön in der Sonne… aber ich hatte mich ja ordentlich mit meiner 50+ Sonnencreme eingeschmiert 😉 Ziel des Tages war ein Aussichtspunkt in Costa Adeje, wo das Meer wie eine Fontäne durch ein Loch im Felsvorsprung spritzt. Bloß gut, dass es heute so windig war! 🙂 Das war echt schön da. Ich hab da bestimmt ne halbe Stunde gestanden und zugeguckt, wie das Wasser da immer wieder hochschießt.
Aber auch da hab ich mich ein wenig verloren gefühlt. Ich hab mich gefreut wie ein Keks, wenn das Wasser da raus geschossen kam, und ich hätte so gern jemanden (am liebsten den Namenlosen) neben mir gehabt, den ich ständig hätte anstoßen können und dem ich immer hätte sagen können „Uuuiii guck mal guck mal!!“
Dank Internet konnte ich dem Namenlosen zwar direkt eine Whatsapp schicken, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Und außerdem musste er ja auch arbeiten und ich wollte ihn nicht ständig stören.

Langsam bekam ich Hunger, mein Tagesziel hatte ich erreicht, also ging ich wieder zurück und wollte mir etwas zu essen suchen. An der Strandpromenade lag natürlich ein Restaurant am anderen, aber sowas wollte ich nicht. Ich bin vom Strand weggelaufen, ortseinwärts, weil ich dachte, hier muss es irgendwo sowas geben, wie in Lanzarote. Das war nämlich wie in Playa Blanca, wo wir dann in einer Bar an einem Taxistand hervorragend gegessen haben. Nur befindet sich Costa Adeje genau im touristischen Zentrum von Teneriffa. Da war ein Hotel am anderen. Ein Souvenirshop nebem dem nächsten. Ich lief und lief, immer bergauf und fand nichts zu essen. Nur Tücher, Magneten, Hotels.
Dann kam ich an eine größere Straße, vorbei an einem Einkaufszentrum und dann sah ich plötzlich Sonnenschirme, billige Plastikstühle und -tische, ein Kabuff ohne Fenster, mit Theke und da saßen ganz viele Leute. Normale Leute. Bauarbeiter, Security-Uniformierte, Spanier. Genau sowas hab ich gesucht! Ich hab erstmal gar keinen freien Tisch gesehen und bin etwas schüchtern da auf die Terasse. Ich hätt lieber am Rand gesessen, aber es war nur ein Tisch mittendrin in dem Trubel frei.
Etwas schüchtern hab ich dann ein Wasser bestellt und nach Tapas gefragt, weil auf der Karte auch nur Burger und sowas standen, aber auch ein Hinweis auf Tapas. Da haben sie vermutlich jeden Tag ein paar andere. Die waren in der Theke, ich bin also gucken gegangen und hab mir Hackfleischbällchen und ein Stück Kartoffelomelett bestellt. Und weil ich von den vorherigen Urlauben wusste, dass kleine Portionen vollkommen ausreichend sind, hab ich mir also auch nur kleine Portionen bestellt. Trotzdem war das Stück Kartoffelomelette echt viel und die Bedienung meinte eigentlich, dass eine kleine Portion Hackfleischbällchen nur 4 Stück wären und das hätte auch völlig ausgereicht. Aber vielleicht sah ich halb verhungert aus 😉

Es hat wirklich gut geschmeckt, ich war pappensatt hinterher und hätte auch diesen Moment gern mit dem Namenlosen geteilt. Hätte ihn gern gegenüber gehabt. Hätte mich gern mit ihm zusammen darüber gefreut, dass wir das hier gefunden hatten und nicht ne Tapasplatte für 25 Euro an der Strandpromenade gegessen haben… Ich war auch hier wieder ein bisschen stolz auf mich, dass ich weiter gesucht hab, dass ich mich da alleine reingesetzt hab… irgendwie komm ich mir grad blöd vor, das so zu sagen, auf so eine Kleinigkeit stolz zu sein, aber noch vor ein paar Jahren, hätte ich mich da niemals alleine reingetraut. Keine Ahnung wieso…
Nach dem essen hab ich mir noch einen Condensado, einen Kaffee mit süßer Kondensmilch bestellt und habe insgesamt nur 6,50 bezahlt! Unfassbar wie günstig das war!

Dann hab ich mich auf den Rückweg gemacht, habe mein obligatorisches Füße-im-Wasser-Urlaubsbild gemacht und trotz hohem Wellengang, der eine Strandbar komplett überflutet hat, ist meine Hose dabei dieses Mal trocken geblieben 😀 Zufälligerweise hatte ich die gleiche Hose an, wie auf Lanzarote 😉

Dieser Tag hat mir irgendwie trotz alleinsein-Gefühl einen ganz schönen Selbstbewusstseinsschub gegeben. Ich hab mich zum Abendessen richtig hübsch zurecht gemacht, und das macht echt was fürs Befinden aus… Dann hab ich in dieser App geschrieben, dass ich ab halb 10 im Pub bin und dass ich nichts gegen Gesellschaft habe und bin dann alleine dorthin gegangen. Hab ein Cider bestellt, hab der Live-Musik zugehört, die wirklich gut war und hatte einen schönen Abend. Ich hab immer mal wieder in die App reingeschaut und dann hatte sich tatsächlich noch ein Paar gemeldet, die auch tatsächlich gekommen sind und wir haben bis halb 2 da gesessen und gequatscht, da haben die uns von der Bar schon fast rausgeschmissen!

Fahrrad schieben – 11.07.2018

Am Mittwoch hab ich mich einfach gar nicht stressen lassen. Ich wollte ausschlafen, aber um halb 8 war ich wach. Wenigstens wär das in Deutschland schon halb 9 gewesen, also ist es doch irgendwie wie ausschlafen gewesen. Dann hab ich gefrühstückt und bin zum Fahrradverleih gelaufen. Für die nächsten zwei Tage wollte ich mir ein Rad mieten und einmal links und einmal rechts an der Strandpromenade lang fahren.
In der Vermietung hat eine Deutsche gearbeitet, mit der ich mich auch ein bisschen unterhalten habe. Auch übers Autofahren auf der Insel, worüber ich mir irgendwie am meisten Gedanken gemacht hab… Sie hat mir ein bisschen die Angst genommen, aber entschieden, ob ich noch ein Auto miete, hatte ich mich noch nicht.
Erstmal zwei Tage Fahrrad. Schlechte Idee! Die Strandpromenade war total voll und ich wollte die Leute nicht ständig zur Seite klingeln. Offiziell ist radfahren an der Strandpromenade auch verboten, aber es kümmert wohl niemanden. Da ich aber nach Schottland ein gebranntes Kind bin, habe ich es auch nicht einfach angeschlossen irgendwo stehen lassen, sondern die ganze Zeit geschoben.

Ich bin nach Los Cristianos gefahlaufen und habe da einen Stadtrundgangs-Cache gemacht. Das war ganz nett. An dem Tag war es sehr warm und meine lange Hose (weil ich mich ja nicht eincremen wollte) klebte wie Hölle an mir… Mein Rücken war vom Rucksack auch ganz schnell durchgeschwitzt, aber was solls… Stinke ich halt 😉

Ich bin also durch die kleinen Gässchen geschläppelt, war irgendwann etwas mehr am Ortsrand, wo man auch wieder hätte fahren können, wenns nicht so bergig gewesen wäre! Bevor ich zum Cache-Finale gefahren bin, hab ich mich in ein kleines Café gesetzt und sehr souverän einen café con leche bestellt.
Dass ich beim Kaffeeschlürfen nicht mit jemandem reden konnte… tja… das war dann so. Diese Tatsache verursachte wieder ein Gefühl von verloren sein in mir. Aber gleichzeitig dachte ich mir, dass ich ein kleines bisschen stolz sein kann, dass ich mich nicht im Hotelzimmer verkrochen hab, sondern dass ich mir trotzdem einen erlebnisreichen Tag bereite.
Danach hab ich den Cache gehoben und bin dann bis zum Leuchtturm auf der Hafenmole spaziert. Der war jetzt keine besondere Schönheit, aber irgendwie ein Ziel. Auf dem Rückweg zum Fahrrad hab ich dann bemerkt, dass auf den Steinen an der Mole überall Krebse sitzen und sich sonnen. Ich weiß nicht, ob man das auf dem einen Bild erkennen kann. Der schwarzer Fleck auf dem Stein 😉

Das Wetter am Mittwoch war besser als am Vortag, es war viel sonniger, das Wasser sah richtig türkis aus und irgendwie wirkte alles gleich viel freundlicher und auch stimmungsaufhellender.

Auf dem Rückweg in mein Hotel bekam ich Hunger. Ich googlete nach Restaurants in der Umgebung und Google schlägt ja zB auch vor „wo Einheimische hingehen“. Ja, ich wollte gern so eine kleine unscheinbare Einheimischen-Tapas-Bar, wie der Namenlose und ich das immer machen. Also hab ich mir von den Google-Vorschlägen eins rausgesucht. Ich hätte mich gar nicht erst hinsetzen sollen… das war mir von außen schon klar, dass das nicht das war, was ich gesucht hatte, aber ich hatte so Hunger, dass ich keine Lust hatte, mehr weiter zu suchen. Ich hab dann ein Omelette mit Käse bestellt, das unfassbar fettig war… Dazu gab es Pommes (komische Mischung…), aber die waren alles andere als fettig, eher zu trocken, also hab ich mich eher darauf beschränkt.
Alleine essen ist scheiße. Noch dazu wenn man eigentlich was ganz anderes wollte. Ich saß da also, der Appetit war mir etwas vergangen, ich musste schon wieder meine Tränen zurück halten und bin dann zurück ins Hotel gefahren.

Zurück im Hotel hab ich dann gedacht, dass ich die Woche jetzt so durchziehe, wie geplant. So schlimm wie im ersten Moment war das Zimmer überhaupt nicht! Ich weiß nicht, was ich da im ersten Moment erwartet hatte… Tisch, Stuhl, Fernseher, Bett, Schrank. Alles da. Das Bett war bequem, der Balkon mit direktem Meerblick war schön. So laut wie am Anreisetag war es am Pool dann nicht mehr…
Ich bin dann runter zu der Autovermietung, hab gefragt, was ein Auto von Freitag bis Montag kostet, hab gebucht, hab mir dann ein Seilbahnticket für den Pico del Teide, den Vulkan, online gekauft und für Sonntag eine Massage im Spa gebucht. Man gönnt sich ja sonst nix 😉 Damit war auch klar, dass ich nicht früher als geplant abreisen kann.
Zum Abendessen hab ich dann auch wieder ein paar leckere Sachen gefunden. Das muss man echt sagen. Nur an einem Tag hats mir nicht so geschmeckt, da hab ich mir dann Nudeln vom „Notfall-Buffett“ geholt, aber sonst war es immer wirklich gut. Der Sonnenuntergang an dem Abend hat gezeigt, dass die Kalima doch noch stärker war, als tagsüber angenommen.

Für den Abend hatte ich noch mal versucht mich über diese App zu verabreden. Das Paar vom Vorabend wollte sich eigentlich mit mir treffen, aber dann kam erst gegen 10 eine Info, dass sie schon die ganze Zeit in der Nähe sind und nur auf einen Treffpunkt warten… also das war mir dann auch zu blöd. Die hätten doch mal eher was sagen können!
Ich hab mich dann auch über mich geärgert, dass ich mich so abhängig von anderen gemacht hab und nicht einfach allein was trinken gegangen bin… Aber egal, das war auch der Tag, als England im Halbfinale rausgeflogen ist… betrunkenen Fußballfans wollte ich nicht unbedingt allein begegnen.