The sound of silence – Home-Office-Gelassenheit #1

Dienstag, 17. März 2020
Tag 1 im Home Office

Endlich hat sich mein Arbeitgeber dazu entschieden, doch alle Mitarbeiter, bei denen es möglich ist, ins Home Office zu schicken.
Bisher hatten wir eine 50:50-Regelung, das heißt, die Teams wurden aufgeteilt, um eine eventuelle Ansteckung im gesamten Team zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt ging es noch nicht darum, die Verbreitung zu verlangsamen, sondern schlicht die Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.
Dann wurden Schulen und Kitas geschlossen und Eltern, die davon betroffen waren und keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren konnten, durften ebenfalls von zu Hause aus arbeiten. Wieder ging es nicht um die Vermeidung der Verbreitung, sondern bloß um das Unternehmen.

Nachdem sich gestern den ganzen Tag empörte Kommentare im Intranet gehäuft haben, wie unverantwortlich der Arbeitgeber doch ist, seinen Mitarbeitern den ÖPNV und das Großraumbüro zuzumuten, ist der AG der Empfehlung von anderen Stellen gefolgt und hat das Home Office für alle gestattet. Aber vorerst nur bis Ende März.
Besser als nichts.

Ich bin zufrieden.
Früher habe ich mich immer gegen Home Office gesträubt. Ich wollte nicht, dass man mir unterstellt, ich würde zu Hause nichts machen. Weil ich das anderen ja auch unterstelle 😉 Aber ob ich im Büro nebenbei Blog schreibe, oder zu Hause, ist ja eigentlich egal. Meine Arbeit mach ich natürlich trotzdem! So wie auch alle anderen. Jeder macht das, was zumindest gerade gemacht werden muss. Sicher lässt man anderes dann auch mal liegen. Weil eben diese soziale Kontrolle fehlt.

Die soziale Komponente ist etwas, was anderen wohl fehlen wird. Mir ehrlich gesagt nicht. Gerade gestern, als wir wegen der Teamsplit-Sache und Eltern-Home-Office nur 6 Leute im Büro waren, da sind so kleine Geräusche, wie mit sich selbst reden besonders aufgefallen. Es war sehr leise im Büro und dadurch hab ich erst recht alles gehört. Die Musik aus dem Kopfhörer des Kollegen, das Flüstern der Kollegin am anderen Ende des Büros, das Nasepfeifen des Kollegen neben mir…
Heute genieße ich die Stille! Ich bin zufrieden und ich glaube, dass ich auch die nächsten Wochen mit der Situation zufrieden sein werde.
Ich sitze in meiner stillen Wohnung, höre die Vögel im Garten zwitschern. Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Selbst der Fluglärm, den wir hier doch immer mal sehr exzessiv haben, ist reduziert. Wahnsinn, welche Auswirkungen das alles hat.

Friday I’m in love – Großraumbüro-Wahnsinn #19

In Anlehnung an den neulichen Manic Monday, der ja gar kein Montag war, bin ich heute schon wieder in einer Zeitschleife gefangen und glaube, dass heute Freitag ist.
Wie kann das sein, an einem Montag???

Aufgrund des leeren, relativ stillen Büros fühlt es sich an wie Freitag, an dem ein Großteil entweder um 12 geht oder gar nicht erst da ist, weil sie im Home Office arbeiten. Leer und still ist es heute auch, weil der Notfallplan meines Arbeitgebers vorsieht, dass die Hälfte der Kollegen für 2 Wochen zu Hause arbeiten soll, um das Corona-Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Inzwischen gibt es sogar einen bestätigten Fall im Bürogebäude nebenan, allerdings war derjenige vor und nach der Diagnose nicht mehr am Arbeitsplatz. Somit besteht keine Ansteckungsgefahr und somit auch kein Grund, doch alle Mitarbeiter ins Home Office zu schicken. Schade 😉

Am (echten) Freitag hat mich das schon tierisch genervt, dass ich nicht im ersten Home-Office-Schwung dabei bin. Und überhaupt finde ich diese Vorgehensweise komplett sinnlos… Da hat irgendeine hochintelligente Führungspersönlichkeit mal einen superschlau klingenden Vorschlag gemacht, aber ihn nicht zu Ende gedacht.
Als ob die Hälfte im Home Office sich jetzt nicht ansteckt. Die können sich genauso anstecken. Man geht ja trotzdem einkaufen oder trifft sich am Wochenende mit Freunden. Genauso wie die Bürohälfte. Der Unterschied ist: Die Bürohälfte ist dann gleich komplett verseucht, wenn einer sich was holt.

Aber trotz allem finde ich es heute ganz ok hier, weil es im Vergleich zu sonst ziemlich ruhig ist.

Freitags-Füller 10/2020

1. Weil ich heute so genervt bin, weil schon wieder zwei neue Baustellen auf dem Arbeitsweg sind und ich einen Umweg fahren musste, und weil es regnet und überhaupt, weil ich zur Arbeit musst, muss ich meine Gedanken rauslassen und fülle den Freitags-Füller aus.

2. Ich bin ehrlich und direkt, aber offenbar kommt das nicht immer gut an. Ich bin sicher auch mal undiplomatisch in meinen Äußerungen, aber Menschen, die mich schon lange kennen, sollten langsam damit umgehen können. Vor allem hab ich keine Lust vor jedem meiner Kommentare darüber nachzudenken, was ich jetzt sagen darf und was nicht, oder ob man das in den falschen Hals bekommen könnte. Ich bin auch mal beleidigt, wenn man mir ehrlich was vor den Latz knallt, aber ich nehme alle Menschen wie sie sind, aber ich bin eben auch wie ich bin. Das Leben hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin.

3. Jede Woche frage ich mich, wo die Zeit hingeht. Jetzt habe ich wieder so viel Zeit und trotzdem schaffe ich nichts….

4. Vom Arbeitgeber wird darüber diskutiert, wie man die Verbreitung von Corona stoppen kann. Es werden Notfallpläne errichtet, um die Geschäftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Diese ganze Corona-Panikmache geht mir voll gegen den Strich.

5. Das Beste, also das „Beste“ ist, dass jetzt 50% der Mitarbeiter ins Home Office gehen sollen. Die anderen bleiben im Büro und nach zwei Wochen wird geschaut wie die Lage ist und eventuell getauscht. Ich finde das so idiotisch! Wieso schickt man nicht alle? Wenn es doch genau darum geht, die Ansteckung im Großraumbüro zu vermeiden, wieso lässt man dann nur die Hälfte der Belegschaft zu Hause und setzt den Rest weiter dem Risiko aus?.

6. Ja, eigentlich meckere ich nur rum, weil ich nicht zu den erste 50% gehöre, die sofort ins Home Office gehen dürfen. Da hätte ich wenistens meine Ruhe. Ich muss ehrlich sagen, das nervt mich total!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Mir geht das ganze Büro und Corona und diverse Baustellen echt auf den Sack und außerdem bin ich müde. Ich will bloß nach Hause und mich übers Wochenende von meiner schlechten Laune befreien, morgen habe ich geplant, verschiedene Schnittmuster und Stoffe vorzubereiten und Sonntag möchte ich mal wieder frühstücken gehen und ein bisschen nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

Und ein kleines Goodie: Ein Blick in die Vergangenheit
Freitags-Füller 10/2019
Freitags-Füller 11/2018

Das Sommerkleid

Ich habe heute ein Kleid an! Im Büro! Das hab ich im Leben noch nicht gemacht. Zumindest nicht im Sommer. Im Winter, wenn ich Stiefel anziehen konnte, die meine Waden versteckt haben, dann hab ich das schon ab und zu gemacht. Aber eigentlich kann ich es an einer Hand abzählen.

Die letzten Tage war es unglaublich warm. Im Büro ja eher nicht, da ist es klimatisiert und es zieht mir eigentlich eher. Aber wenn ich Schule hab, dann muss ich halt auch noch in der IHK ein paar Stunden aushalten… Und da sind lange Ärmel und geschlossene Schuhe nicht so angebracht.
Bisher gabs also das Zwiebelprinzip und ich hatte Wechselschuhe im Auto. Letzte Woche hab ich mich irgendwann getraut und ein neues (selbstgenähtes) Kleid zur IHK angezogen. Ich hab mich im Auto umgezogen, weil ich mich nicht getraut habe, das Kleid gleich morgens schon zur Arbeit anzuziehen. Außerdem hatte ich Angst, dass ich sonst im Büro friere. Das hab ich am Dienstag auch wieder gemacht. Also 2x in kürzester Zeit mit Sommerkleid im Alltag. Absolute Premiere für mich!

Gestern sollten es 39 Grad werden (und verdammt, mein Auto hat das auch tatsächlich angezeigt!!) und da hab ich schon kurz überlegt, ob ich das nun auch mal im Büro ein Kleid tragen soll… hab mich aber nicht getraut. Zumindest hatte ich aber mal Sandaletten an und gar nicht so schlimm kalte Füße gehabt, wie befürchtet. Zur Not geh ich halt mal raus und wärme mich wieder auf, hab ich mir gedacht 😉 Und zur allergrößten Not hätte ich Ballerinas im Auto gehabt.

Heute hab ich wieder Schule und ich stand vor dem Kleiderschrank und hab überlegt, was ich heute für den Nachmittag einpacke. ich muss ja schon sagen, dass ich sogar recht viele Kleider hab, die ich aber kaum trage. Ich hab ein paar Sommerkleider, die ich im Urlaub an hatte, aber ich hab sogar auch drei bürotaugliche Kleider, eins mit kurzen, zwei mit längeren Ärmeln, die ich aber bisher nur an hatte, wenn wir zum Jahrestag essen gegangen sind…
Heute morgen dachte ich mir dann „scheiß drauf“ es ist Sommer, es ist warm, ich will auch mal ein Kleid anziehen! Ein paar Kolleginnen haben auch immer ein Kleid an in letzter Zeit… Und die frieren ja auch nicht… Und wie gesagt, zur Not geh ich kurz vor die Tür. Aber wie ich heute früh schon gemerkt hab, reicht es, wenn ich ein Stockwerk die Treppen hoch steige, um in Schweiß auszubrechen…

Ich trage also heute ein Kleid!
Und niemand hat einen dummen Spruch gemacht.
🙂

Kahlschlag – Großraumbüro-Wahnsinn #18

Ja, der Wahnsinn geht weiter! Und mal wieder fährt der Grippezug 😉 Ich könnte den Eintrag vom letzten Jahr im Grunde genommen 1:1 hier übernehmen, denn mal wieder war letzte Woche Betriebsversammlung und mal wieder sind genau die Leute hingefahren, die immer hinfahren. Und einer der Kollegen, für den brauche ich mal einen Namen… IT-Spezi vielleicht… also der IT-Spezi (nicht, weil er das wirklich ist, sondern weil ihn alle dafür halten, wieso auch immer…), der ist normalerweise der erste, der sich krank schreiben lässt, sobald ein winziges Lüftchen von Erkältung weht. Er hat nen guten Arzt, der schreibt ihn immer gleich ein oder zwei Wochen krank.
Jedenfalls war letzte Woche Betriebsversammlung, und IT-Spezi kam am Dienstag morgen hier hustend, rotzend und röchelnd ins Büro geschleppelt… eieiei, da haben schon alle geschrien und gemeckert! „Du steckst uns alle an! Geh doch nach Hause!“ Ja und in dem Fall wäre es auch wirklich besser gewesen. Aber es war ja Betriebsversammlung! Wenn die nicht gewesen wäre, wäre er niemals in dem Zustand ins Büro gekommen, sondern hätte sich gleich zwei Wochen gelben Urlaub gegönnt. So hat er aber alle vier anderen Kollegen, die mitgefahren sind, angesteckt und noch dazu die Hälfte der Leute hier im Großraumbüro.

Auch mich.

Ich habs am Freitag schon gemerkt und Samstag gings dann richtig los. Sonntag gings mir zwar nicht gut, aber auch nicht sooo scheiße und Montag hab ich die gleiche Überlegung wie immer angestellt: Krank melden oder nicht?
Dieses mal hab ich mich dafür entschieden, bin zwei Tage zu Hause geblieben und das war auch gut so. Es motzen sowieso alle rum. Wenn ich komme, weils mir ja nicht sooo schlecht geht, dann meckern sie, dass ich alle anstecke. Wenn ich nicht komme, dann lästern sie, dass ich auf den Grippezug aufspringe. Man hat ja schließlich Freitag noch gar nichts gemerkt. Auf einmal ist sie krank? Ja klar… wohl zu viel gefeiert am Wochenende. Denn ausgerechnet hatte ich auch noch Geburtstag. So ein Zufall. Ein Schelm…
Tja… ausnahmsweise war es mir mal herzlich egal. Es ist eh verkehrt, egal wie man es macht, also mach ich es so, dass ich noch was davon hab.

Heute bin ich wieder da, schließlich steht der Monatsabschluss vor der Tür und der IT-Spezi ist diese Woche krank geschrieben. Zwei von den Mitfahrern sind krank geschrieben, einer hat sogar ne Lungenentzündung. Die zwei anderen Mitfahrer sind wieder da, lagen aber auch übers Wochenende flach. Meine Scheidungskollegin, die sich ja auch regelmäßig (und mir gegenüber meistens sogar mit Ankündigung) gelben Urlaub gönnt, war auch nicht da. Eine andere Kollegin hat nach einem Sturz geprellte Rippen und jetzt auch noch ne Erkältung und fällt schon seit einer Woche und mindestens noch eine Woche aus… Hier ist echt Kahlschlag im Büro. Dann könnte man ja doch mal Desk-Sharing einführen 😉

Was für ein Irrenhaus – Großraumbüro-Wahnsinn #17

Ich habe hier zwei Laptops. Einen, den ich nutze, einen, den die Azubis nutzen. Ich will die ja schließlich nicht den ganzen Tag auf meinem Schoß haben, also kriegen die natürlich ihren ganz eigenen Arbeitsplatz.
Die Azubis, die jetzt im September eingestellt wurden, sind neuerdings selbst mit Laptops ausgestattet worden, die sie die ganze Ausbildungszeit über benutzen und zu jedem Betriebseinsatz mitnehmen. Also brauchen wir meinen Azubi-Rechner eigentlich nicht mehr.

Jetzt war es so, dass mir mitgeteilt wurde, dass die Nutzungsdauer für meinen Laptop abläuft. Im Juni. Deshalb sollte der getauscht werden. Auf einen Win10-Laptop. Da hatte ich ja mal gar keine Lust drauf und hab gedacht, dass ich ja dann den Azubi-Laptop weiter nutzen kann. Wir kriegen im Sommer sowieso keinen Azubi, und wenn im September jemand neues kommt, hat der ja wieder einen Laptop.

Gesagt getan. Der eine Lappi wird abgemeldet, der Azubi-Lappi wird mein neuer.
So, was mir die blöde Tussi aus dem Seki nicht gesagt hat: Der Azubi-Laptop läuft im Oktober ab. Das hab ich dann vor zwei, drei Wochen erfahren, dh. es muss sowieso getauscht werden. Jetzt war es aber zu spät, den Regeltausch für meinen Rechner zu beauftragen, der kann nur noch gekündigt werden, mehr nicht.

Ich musste jetzt also meine Daten und alles auf den Azubirechner ziehen, alles dort neu einrichten (Laufwerke verknüpfen, Outlook-Einstellungen neu machen, meine ganze SAP-Formulardaten-Historie ist natürlich weg…), und dann mache ich das ganze, wenn der Abzubi-Rechner im Regeltausch ist, noch mal.

Jetzt kriege ich heute eine Mail, dass genau dieser Regeltausch ansteht. Aha, denke ich, ist ja frühzeitig informiert. Soll ja noch bis Oktober laufen. Tauschtermin: 30.7.
Ich dachte echt ich guck nicht richtig! So schnell? 3 Monate vor Ablauf? Nachdem ich gerade gestern mit der Einrichtung des Azubi-Rechners fertig geworden bin? Genau am Monatsabschluss? Wollen die mich verarschen???? UN-FASS-BAR!!

Aber weshalb mich das eigentlich so aufregt:
1. Weil meine Scheidungskollegin mir gestern schon angekündigt hat, dass sie sich krank schreiben lässt, die blöde Kuh… Regt sich immer auf, dass andere krank feiern und was macht sie?!
2. Weil mein blöder Arschlochkollege (für den ich noch keinen Namen hab, glaube ich, aber Arschlochkollege passt super) einfach ein so dämliches Arschloch ist. Ich hasse den! Der hat so eine widerliche überhebliche ätzende oberlehrerhafte asoziale Art an sich… ich kanns gar nicht beschreiben…
Das sind so Kleinigkeiten, die mich aufregen. Der sitzt zB. ganz vorne, ich muss immer an seinem Platz vorbei, wenn ich ins Büro komme oder rausgehe. Und immer wieder haut er mich an, und will irgendwas, wenn ich gerade vorbei komme. Wenn ich morgens komme und noch nicht mal meine Tasche abgestellt hab, wenn ich in die Küche gehe um mir Tee zu machen, wenn ich aufs Klo will… Wieso kann dieser blöde Wichser nicht seinen dämlichen Arsch selbst hochkriegen und zu mir kommen, wenn er was will? Nee, da wartet er immer, bis ich sowieso vorbei komme.
Oder er hält auch Informationen vor mir zurück. Soll er seine blöden Machtspielchen machen, meistens weiß ich sowieso, was er denkt, vor mir zurück zu halten, aber allein der Fakt ist einfach arschig.
Na ja, jedenfalls, ich räume vorhin mein Postfach auf, lösche mal den Gelöschte-Ordner und kriege eine Info, dass genau der Arschlochkollege eine Info angefordert hat, wenn seine Nachrichten gelöscht werden. Ob ich diese Info senden will.
NEIN NATÜRLICH NICHT DU BLÖDER IDIOT!!
Wer fordert denn eine Info über Löschung an?? Sind wir bei der Stasi? Das ist so sinnlos!
Es ist auch sinnlos, dass ich mich darüber aufrege, ich weiß, aber dieser Typ braucht nur atmen, da regt der mich schon auf! Dumme Sau!

So. Nachher kommt der Seki-Fuzzi (wieso kümmern sich eigentlich drei (!) Leute um einen Rechnertausch??), da werd ich ihm erstmal sagen, dass er sich seinen Tausch am 30.7. in die Haare schmieren kann. Noch so ein Wichtigtuer. Kam der letzte Woche und meinte, ich solle endlich auf den Azubi-Rechner umziehen, damit der andere gekündigt werden kann. Und „am besten vorgestern!“ Was denken die sich alle?

So, genug Luft abgelassen. Danke fürs Zuhören 😉

Grippezug – Großraumbüro-Wahnsinn #16

Der Grippezug geht um. Nein, nicht die Grippewelle, sondern der Zug, auf den alle aufspringen. Mal wieder. Kaum hört man von einem Kollegen, dass beim Kind im Kindergarten einer etwas hat, heißt es immer direkt „Ja, das geht ja grad um!“ Und nach so einer Aussage, kann man drauf warten, dass in den folgenden Wochen immer die gleichen Kollegen mal ein paar Tage gelben Urlaub haben.

Letzte Woche war Betriebsversammlung. Da waren dann wieder die gleichen Kollegen wie immer da. Abgesehen davon, dass ich gar keine Lust auf diese Arschkriecherveranstaltung hab, frage ich mich, was passieren würde, wenn mal fünf andere sagen, dass sie gern hin wollen. Wer macht denn dann die Arbeit?!
Na ja, jedenfalls hat dann der eine übliche Kollege am Freitag von zu Hause „gearbeitet“, weil es ihm „nicht so gut“ ging. Aha. Vermutlich Kater gehabt. Krank mit Ansage also. Und was ist? Genau, meldet sich gestern krank. Direkt mal wieder für ne Woche…

Man ich könnt kotzen. Und ich habs mir auch eingefangen. Wahrscheinlich weils hier letzte Woche so kalt war. Dazu waren wir Freitagabend bei der neuen Freundin zum Essen eingeladen. Bei denen war es auch hundekalt! Und ihr Freund hatte seine Erkältung gerade überstanden… Tja. Gestern früh gings dann eben auch bei mir los. Nicht so schlimm, nur Halsschmerzen, aber nervig. Und da ist die übliche Überlegung: Zu Hause bleiben und auskurieren, was noch gar nicht richtig da ist? Oder trotzdem arbeiten gehen, weil so schlimm ist es wirklich nicht…
Ich hab mich wie immer für letzteres entschieden.

Eiszeit – Großraumbüro-Wahnsinn #15

Hab ich schon mal über unsere gradiose Heizungs- und Klimagerätetechnik berichtet? Mit Betonkernaktivierung und Klimaanlage, die auf das Wetter reagiert und sich selbst regelt? Sowas hochtechnologiesiertes habt ihr bestimmt noch nicht erlebt 😉
Wenns im Winter kalt ist, wird über die gespeicherte Wärme der Betonkernaktivierung das Gebäude geheizt, ohne dass man viel Heizkosten und Rohstoffe dafür aufwenden muss. Woooow! Und im Sommer genau umgekehrt. Diese Betonkernaktivierung kühlt das Gebäude. Und dazu kommt diese selbstregelnde Heizungs-/Klimaanlage. Aufgrund einer Wetterprognose der kommenden Woche wird eine erwartete Durchschnittstemperatur errechnet, auf die sich dann die Klimaanlage einstellt und entsprechend heizt oder kühlt. So soll es immer angenehm temperiert sein. Und weil auch gleich noch eine Luftumwälzpumpe dabei ist, muss man eigentlich die Fenster gar nicht mehr auf machen!
Hammer!

Ich bin immer wieder davon fasziniert, wie wenig das ganze funktioniert.
Wenn es doch mal ungeplant kälter ist als erwartet, ist diese Anlage viel zu schwerfällig, als dass sie schnell reagieren könnte. Bis die hochgeheizt hat, vergehen 24h. Das heißt am ersten Tag friert man, am zweiten Tag ist es vielleicht wieder wärmer, dann schwitzt man… bzw. ich schwitze hier nie, auch im Sommer nicht, aber das ist ne andere Sache.

Diese Anlage wurde bzw. wird übers Wochenende runtergefahren. Man muss ja nicht heizen, wenn kein Mensch hier ist. Aber jetzt wars echt kalt die Tage und irgendwas ist da jetzt eingefroren und so sitzen wir also seit Montag und frieren. Heute morgen um halb 7 waren es 17 Grad im Büro. Wenn der Tag vergeht, wird es etwas wärmer, wir kratzen gerade so an den 20 Grad, aber die Anlage pustet ihre umgewälzte „frische“ Luft raus und es zieht wie Hechtsuppe…
Gestern haben wir dafür kältefrei bekommen. Sowas hab ich auch echt noch nie erlebt. Heute sitze ich hier wieder, hab, wie schon seit Dienstag, ne Strumpfhose drunter und habe eine dicke Strickjacke dabei. Heute und morgen ist leider nur Monatsabschluss, sodass ich nicht so einfach gehen könnte, wenn sie uns heute wieder kältefrei geben sollten.

Ich bin ziemlich erleichtert, dass selbst die Männer hier im Büro sagen, dass es kalt ist und zieht. Denn wie oben erwähnt, ich friere hier immer. Auch im Sommer. Und so werde ich gern mal als Frostbeule abgestempelt. Ist auch ok, ich zieh mir halt auch im Sommer immer was drüber, gehe eben nicht mit offenen Schuhen ins Büro… damit kann ich leben. Aber es ist heute, bzw. die ganze Woche schon, wirklich kalt hier. Das empfinde nicht nur ich so!
Wir haben jetzt Heizlüfter bekommen. Danke. Wieso nicht gleich so?

Bitte die Tiere nicht füttern! – Großraumbüro-Wahnsinn #14

Mein Outlook funktioniert heute nicht, es gibt Serverprobleme. Tja… wenn keine Mails kommen und ich in kein Postfach gucken kann, naja, dann kann ich auch was erzählen. Ich will ja schließlich auch aus dem Sommerloch raus 😉

Heute: Neues aus dem Großraumbüro.

Wie das in Gemeinschaftsküchen so üblich ist, kümmert sich einfach niemand um den Kram anderer. Und niemand setzt sich selbstlos für das Allgemeinwohl ein. Bis auf zwei, drei Leute. Es sind am Ende immer die gleichen, die die Spülmaschine ausräumen, die Kaffeemaschine reinigen und die Geschirrhandtücher zum Waschen mit nach Hause nehmen.

Ich selbst zähle in diesem Fall zu den Ignoranten 😉 Ich mache ich der Gemeinschaftsküche auf der Arbeit keinen Finger krum. Aber nur, weil ich nichts benutze. Ich spüle mein Geschirr nach dem Benutzen selbst und stelle es nicht ab, damit es jemand in den SpüMa räumt. Deshalb sehe ich auch nicht ein, wieso ich die ein- und ausräumen soll. Wenn ich mit dem Wasserkocher kleckere, dann wische ich das direkt auf. Ok, ich tu doch was, ich entkalke ab und an den Wasserkocher. Allerdings hat das auch ziemlich egoistische Gründe: Ich finde die Wasserkocher irgendwann einfach so eklig und mache das also, bevor es soweit kommt.
Aber sonst… ich trinke den Kaffee nicht, weil der einfach widerlich schmeckt. Also, warum sollte ich die Kaffeemaschine reinigen?

Tja, also jedenfalls sieht unsere Küche regelmäßig aus wie Sau. Morgens kommt die Putzfrau, die dann Wasser- und Kaffeeflecken wegwischen muss, die verschüttetes Kaffeepulver zusammenfegen muss, die Brötchenkrümel und Soßenflecken von den Tischen wischen muss und spätestens mittags sieht es da wieder so aus. Wieso kann man sowas nicht gleich weg machen, wenns einem passiert ist?? Zu Hause würde es doch auch niemand so hinterlassen…

Was nicht zu den Aufgaben der Putzfrau gehört, ist den Kühlschrank und die Küchenschränke sauber zu machen. Und da kommen wir zum Kernproblem: Die Leute stellen Sachen in den Kühlschrank und vergessen es dann. Ich muss zugeben, dass mir das auch schon mal mit einem Joghurt passiert ist. Aber der war zu.
Wenn jemand Geburtstag hat und der restliche Kuchen dann im Kühlschrank steht, dann steht der da bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, wenn sich nicht irgendwann einer von den zwei, drei Leuten erbarmt, und ihn wegschmeißt.

Jetzt hatten wir gestern Käfer in der Küche. Und woran lags? An offenen Müsli- und Haferflockenpackungen, die da schon ewig und drei Tage im Schrank standen. Eigentlich ein Wunder, dass wir nicht schon viel öfter was hatten. Grad auch Fliegen, wenn im Sommer Obst im Kühlschrank vergammelt. Manchmal bestellt uns der Chef auch einen Obstkorb und die letzten zwei Äpfel will dann immer niemand und die liegen dann rum, bis sie schrumpelig sind. Hat denn keiner Kaninchen, denen er sie mitbringen kann? Das nächste mal nehm ich einen für den Hund mit 😀

Na ja, jedenfalls standen dann gestern dieselben zwei, drei Leute wie immer da, haben die Schränke mit Essig ausgewischt und den Kühlschrank geputzt. Nur weil irgendjemand zu blöd ist, seine Müslipackung irgendwann mal aufzuessen oder wegzuwerfen.

Bis 10 zählen – Großraumbüro-Wahnsinn #13

Es gibt so einige Sachen, die ich nicht ab kann. Alles einzeln ist nervig, aber ok. Ich kann ja nicht dauerhaft meine Laune rauslassen 😉

Aber es nervt mich zum Beispiel tierisch, wenn ich ins Büro komme und noch nicht mal an meinem Platz bin und schon angelabert werde.
Ich arbeite ja in einem Großraumbüro und habe das Glück ganz hinten zu sitzen. Somit rennt nicht jeder an mir vorbei, aber ich muss an allen vorbei. Wenn ich dann morgens rein komme, passiert es oft, dass der Kollege, der vorne direkt auf dem ersten Platz sitzt, mich direkt anlabert und mir irgendwas mitteilt. Als würde der nur drauf warten, dass ich durch die Tür komme, so kommts mir vor. Ich bin gedanklich noch gar nicht in der Verfassung, so überumpelt zu werden. Ich möchte mich erstmal auf meinen Platz setzen, meinen Rechner anmachen und solange der hochfährt ein Wasser holen.
Kann er nicht einfach solange mit seinem Kram warten? Und kann er es sich bitte ganz schenken, wenn er genau das 10 Minuten vorher per Mail geschickt hat?

Was mich noch nervt, ist der neue Kollege. Für den brauch ich noch einen Spitznamen… Am besten wär Trotzkopf. Der ist nämlich wie ein kleines Kind. Wenn ihm was nicht passt, wird er trotzig. Wenn er kritisiert wird, macht er erst Recht nichts mehr… Furchtbar der Typ.
Jedenfalls, der ist jetzt seit vier Wochen offiziell bei uns, ist aber schon seit Februar für uns eingesetzt und sollte eingearbeitet werden. Dann war er aber ewig krank, dann war dieses und jenes und jetzt ist es so, dass er einfach faul ist und nicht das macht, was er soll.
Er soll eigentlich ein ganzes Aufgabengebiet übernehmen, aber er macht bisher nur ein Bruchstück davon, weil er keine Lust hat und sich an dem bisschen ewig aufhält. Er fragt aber auch nicht mal. Ich kann ihn doch nicht ständig an die Hand nehmen.
Er soll zum Beispiel die eingehenden Mails bearbeiten. Da kommen ganz einfache Sachen, wie zB. Avise. Die muss er nur in einen Ordner wegsortieren und den Betreff aussagekräftig anpassen. Dann kommen Anfragen von anderen Konzerneinheiten, ob falsch eingezahlte Gelder zu uns gehören. Das muss man beantworten und eventuell buchen.
Das sind die einzigen beiden Sachen die er macht.
Aber da kommt noch viel mehr ins Postfach.
Kunden fragen nach Rechnungskopien. Ich hab ihm schon hundert mal gesagt, dass ihm kein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch mal ne Rechnungskopie aus SAP zieht und die dem Kunden schickt.
Das Forderungsmanagement will, dass wir Gutschriften auszahlen. Ich hab ihm x mal gesagt, dass er so eine E-mail wenigstens kenntlich machen soll, sonst geht die unter in der Flut.
Und heute ist er nicht da, wie gut für ihn, dass sich an solchen Tagen ja jemand anderes kümmert. Wir vertreten uns ja gegenseitig. Wenn ich nur schon wieder sehe, dass da 65 ungelesene Mails rumliegen, da krieg ich schon wieder echt einen zu viel! Was macht der den ganzen Tag? Der verbucht die Zahlungseingänge, dafür braucht er 3 Stunden… Das muss auch langsam mal schneller werden. Trotzdem bleiben ihm noch 5 Stunden und ich frage mich, was er in der Zeit macht, wenn trotzdem noch so viel liegen bleibt.

Mein schwuler Kollege ist manchmal auch ziemlich anstrengend. Jetzt war ich eine Woche nicht da und er war nicht mal alleine und trotzdem ist so viel liegen geblieben… Das ist unglaublich. Mich haben sie ne Woche alleine gelassen, da waren alle gleichzeitig im Urlaub und trotzdem war ich mit allem bei.
Aber ich weiß jetzt auch wieso der schwule Kollege sich üüüü-ber-haupt nicht wundern muss, dass er nicht alles schafft. Er übernimmt einfach für alles Verantwortung, hängt sich in jeden Vorfall rein und will am liebsten alles klären. Aber das geht nicht und es ist auch nicht sein Job. Vieles könnte er einfach liegen lassen, das könnten die Leute machen, die tatsächlich zuständig sind, machen. Aber nein, die verlassen sich ja inzwischen auf ihn.

Und dann noch der Faule. Der hat das Zeittotschlagen für sich perfektioniert. Es ist echt der Hammer! Ich hab den mal 20 Minuten beobachtet, als ich in einer langweiligen Telko saß und nur zuhören musste. In der Zeit hat er höchstens 5 Minuten gearbeitet. Die restliche Zeit hatte er sein Handy in der Hand, hat Whatsapp geschrieben, hat dann auf die Antwort gewartet, hat dann wieder geschrieben. Leider leider kam die Antwort immer genau in dem Moment, wo er gerade anfangen wollte, zu arbeiten. Er hatte gerade seine Finger auf die Tastatur oder die Maus gelegt, da kam die Antwort und er hing wieder am Handy.
Manchmal, wenn die Antwort nicht just in diesem Moment kam, hat er die Zeit mit kurz aus dem Fenster gucken überbrückt.
Alle Augenblicke rennt der zum Süßigkeitenschrank und lamentiert groß rum, was er denn nun davon nimmt. Dann geht er zum Platz zurück, Handy, Fenster, Handy, dann geht er rauchen. Wenn er zurück kommt Handy. Dann geht er aufs Klo, dann zum Schrank, dann macht er Mails und Exceltabellen auf und zu, wenn jemand hinter ihm steht. Wenn er damit fertig ist, labert er dummes Zeug, bevor er wieder am Handy hängt und dann rauchen geht.
Und wie alt ist der Zeittotschläger? Man könnte meinen er wär Mitte 60, seit 100 Jahren Beamter der nur noch auf seinen Ruhestand wartet. Aber nein… er ist tatsächlich erst 34!!
Im Übrigen fängt er angeblich gegen 5 Uhr an zu arbeiten, weswegen er hier regelmäßig um spätestens 13:45 die Segel streicht. Nie im Leben schafft der irgendwas vor halb 7, wenn dann die ersten anderen Kollegen eintrudeln. Und selbst dann schafft er nichts. Hab ich ja gerade schön erläutert.
Der Zeittotschläger soll eigentlich ab jetzt in meinem Aufgabenbereich eingesetzt werden. Aber er hat schon wieder rumgedruckst, vielleicht ab Montag… Faules Stück! Aber mein Chef setzt sich ja auch nicht durch…Der wird sich umgucken, wenn er mal wirklich was arbeiten muss.
(Ja, ich blogge hier auch gerade und beantworte Kommentare… Aber ich schaffe allein meinen Kram und noch mehr, helfe hier und da, beantworte Fragen meiner Kollegen, betreut die Azubine, ärgere mich über den blöden Studenten und bin hier sowas wie der Universalansprechpartner geworden. Letztens hat mich einer aus einer anderen Abteilung angerufen und als ich ihm gesagt habe, dass er gern ne Mails ans Postfach schreiben darf, dass ich ja nicht die einzige bin, die ihm helfen könnte, da meinte er: „Ach, wenn ich an Ihre Abteilung denke, dann denke ich immer nur an Sie.“ Das ist ja einerseits ein Kompliment aber zeugt ja auch davon, wie wenig sich die anderen mal einsetzen…)

Hab ich schon mal von meiner Flohmarktkollegin erzählt? Die bringt fast täglich irgendeinen Scheiß von zu Hause mit, den sie nicht mehr braucht. Zum Beispiel ein Mauspad, eine Tütensuppe (ja, im Ernst!), Malbücher für Kinder, einen Kerzenständer und und und. Aber statt dass sie diesen Müll einfach wegwirft, schleppt sie es immer zum schwulen Kollegen und fragt, ob der es brauchen kann. „Vielleicht was für den Flohmarkt“, sagt sie immer zu ihm. Und er? Kann nicht nein sagen…
Na ja, jedenfalls ist sie noch dazu einfach laut. Sie redet laut, sie lacht laut (und sie lacht dauernd über jeden Scheiß), sie stellt sich immer so dumm an… „Ist das nicht so, dass man das und das machen muss?“ Sie fragt immer so suggestiv. Eigentlich weiß sie es selbst, aber sie macht immer einen auf Dummchen. Vooooll anstrengend…

Tja, und an manchen Tagen (heute) kommt alles zusammen und dann muss ich mal ganz ganz tief einatmen und die Luft anhalten und bis 10 zählen. Oder 20. Sonst platze ich.

„Da geht was rum“ – Großraumbüro-Wahnsinn #12

ich kanns nicht mehr hören. Irgendjemand munkelt, da ginge was rum und jeder springt auf den Zug auf und meldet sich krank. ich brauch mich ja gar nicht wundern, dass mein Chef letztes Jahr gelacht hat, als ich mich krank gemeldet hab, wenn jeder sich immer so plötzlich was einfängt. Bloß gut, dass wir im Großraumbüro sitzen, da geht sowas ja sooo schnell um… Da glaubt einem doch jeder, dass man wirklich krank ist.
eine Kollegin hatte Freitag plötzlich Magen-Darm. ein andere Kollege meldet sich heute krank und hat mal wieder gleich für die ganze Woche eine Krankschreibung. Dann muss es ja was ernstes sein!
Komisch, dass Monatsanfang ist, wo die ganzen Verrechnungsabstimmungen mit den Kunden anstehen. und wo die neuen Kreditlimits vergeben werden.
ich könnt kotzen.

Die Arbeitsmoral einiger Kollegen lässt derart zu wünschen übrig… jammern alle rum, dass sie sooo viel zu tun haben, wimmeln Arbeit ab, wenn ihnen was neues übertragen werden woll und beschweren sich dann noch wenn die Unternehmenszielerreichung nur bei 103% liegt und die Bonuszahlung dann entsprechend gering ausfällt.
Die sollen doch mal alle froh sein, dass es überhaupt einen Bonus gibt. die sollen sich mal alle bewusst machen, was die hier für Luxusarbeitsbedingungen und -bezahlung haben. Die hocken hier alle schon seit zehn, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren auf ihren fetten, faulen Ärschen auf diesem Arbeitsplatz, bekommen eine tarifliche Gehaltserhöhung nach der anderen und schieben hier aber ne äußerst ruhige Kugel. Mit der Zeit lernt man, seine Arbeit abzuwälzen und trotzdem mega beschäftigt und wichtig auszusehen.
Die wissen alle überhaupt nicht, wie es in der freien Wirtschaft aussieht. Ok, ich muss zugeben, ich weiß es auch nicht wirklich, aber ich weiß zumindest, dass unsere Arbeitsbedingungen und die Bezahlung hier echt gut ist. Das ist der Grund, wieso ich noch immer hier bin, obwohl ich immer mal wieder sehr frustriert bin. Aber woanders gehts mir nicht besser.

Neulich haben sich zwei Kolleginnen unterhalten. Haben darüber gelacht, dass hier eine Stelle bei uns ausgeschrieben ist mit soner geringen Gehaltsstufe. „Na ob sie jemanden finden, der bereit ist für so wenig Geld zu arbeiten?“
Ja, werden sie. Und das wird jemand sein, der tausend mal besser ist als ihr! Das wird so jemand sein wie ich. Der dann leider nach 6 Monaten frustriert ist, von der Faulenzerei hier, von der Arbeitsmoral.
Wenn ein Kollege schon zu einem sagt „arbeite mal nicht so schnell, sonst hast du ja Freitag nix mehr zu tun.“… also das sagt doch alles.

so jemand wie ich hat dann zwei Möglichkeiten: Sich darauf einzulassen, langsam zu machen, das gechillte Leben zu genießen. Oder verrückt zu werden, weil so ein Verhalten mit einem selbst vereinbar ist.

Tja, ich hab mich also für den zweiten Weg entschieden.

mein einziges Highlight, woran ich mich jetzt festhalte, ist die Unterkunft an der Ostsee für die Hochzeit meiner Freundin. Die ist 50m vom Strand entfernt und hat eine traumhafte Aussicht. Ich kann es nicht abwarten! Bitte, werde schnell Juni!

Alltagsungerechtigkeiten – Großraumbüro-Wahnsinn #11

Der Nachteil in einem Großraumbüro ist, dass man alles, wirklich alles mitbekommt, was die Kollegen so machen. Oder nicht machen.
Wenn sie privat telefonieren, hört es jeder. Wenn sie ihren Kaffee umrühren, bekommt es jeder mit. Wenn sie nichts zu tun haben auch, denn dann labern sie dumm rum… Dass die Raucher laufend rauchen gehen, bemerkt man jetzt natürlich auch… Und wenn sich jemand krank meldet, dann kriegen wir das auch alle sofort mit. Genauso, ob jemand seine Arbeitszeiten einhält oder nicht.

Das ist gewollt! Der soziale Druck, der dabei entsteht, dass man nicht der erste ist, der nachmittags geht, dieser Druck ist gewollt… Gegenseitige Überwachung. Obwohl es die meisten offenbar gar nicht interessiert, ob jemand merkt, dass sie faul sind.

Im Grunde möchte ich überhaupt nicht wissen, womit sich meine Kollegen den ganzen Tag beschäftigen. Also, eigentlich schon, aber ich merke, dass mich das einfach nur aufregt!
Ich mach auch Privatkram nebenbei (oder was ist das hier? 😉 ) aber ich brauche für diesen Eintrag dann auch ne Stunde, weil ich das nur mache, wenn ich einen Teil abgearbeitet hab und ich dann zB. auf eine Rückmeldung warte, oder weil ich mich grad mal 5 Minuten Pause gönne… Die Raucher gönnen sich auch laufend eine Pause. Ich kriegs ja live mit.
Einer hat erst angefangen zu rauchen, als wir hier ins Großraumbüro gezogen sind. Im Sommer und wenns warm ist, geht er laufend mit runter. Im Winter dann nicht…

Ein Kollege sitzt maximal 10 Minuten lang am Platz, bevor er rauchen, Kaffee holen, aufs Klo oder ein Pläuschchen halten geht.
Ich frage mich, was der in den 10 Minuten dann schafft? Da schafft man es doch gerade mal, sich in einen Vorgang einzudenken?
Aber der macht nichts. Der wälzt nämlich alles ab. in den letzten Wochen ist mir das so richtig deutlich aufgefallen.
Wir hatten die Wirtschaftsprüfer hier. Die wollten Stichproben zu Zahlläufen prüfen. Bevor was ausgezahlt wird, wird eine Vorschlagsliste erstellt, und die muss von einer zweiten Person geprüft und unterschrieben werden.
Er sollte eine Liste ziehen, an welchen Tagen wir Zahlläufe gemacht haben, damit die Wirtschaftsprüfer sich dann da die Stichproben raussuchen können.
Was macht er? Leitet die Anfrage an eine Kollegin weiter.
Ich wollte eine Liste von ihm, wann er die Mahnläufe gemacht hat, weil die WPs das auch prüfen wollten. Was macht er? geht zu einer Kollegin und fragt sie, ob sie dazu einen Report aus dem SAP ziehen kann…
Der regt mich so auf! der redet auch den ganzen Tag lang nur Scheiße! geht laufend zum Süßigkeitenschrank, steht ne halbe Minute davor, bis er entschieden hat, was er nimmt. Und dann sagt er so Sachen wie: „Oh, kann mich doch bitte mal einer hier von dem Schrank wegholen… ich darf doch gar nicht so viel Süßes essen…“ Oder: „Ah, ich mach einfach die Augen zu, was man nicht sieht, hat auch keine Kalorien.“

Ich muss mich immer tierisch zusammen reißen, dass ich nicht ausflippe. Manchmal hab ich sehr realistische Vorstellungen davon, wie ich ihm eine scheuere, ihn schüttle und anschreie, dass er gefälligst arbeiten und seine dämliche Fresse halten soll…

Ein anderer Kollege war Freitag im „Home Office“. Ich kann noch an einer Hand abzählen, wie oft ich in meinem Leben Home Office gemacht habe. Und ich habe wirklich gearbeitet. Nicht die vollen 8 Stunden, aber die habe ich mir dann auch nicht aufgeschriegen.
Eine Kollegin hat mir erzählt, der Chef hätte zu ihr gesagt, sie soll ruhig, wenn sie HO macht, sich ihre vollen Stunden aufschreiben und sich einen schönen Tag machen.
Alles klar, dann weiß ich ganz genau, was alle anderen machen, wenn sie „Home Office“ machen.

Ein nächster Kollege rief letzten Montag an und hat sich krank gemeldet. Die ganze letzte Woche. Und er hat direkt gesagt, dass es wahrscheinlich noch verlängert wird.
Da frage ich mich, wieso weiß er das schon am Montag? Und wieso wird er dann nicht gleich so lange krank geschrieben?
Tatsächlich rief er am Dienstag noch mal an und hat sich dann bis morgen krank gemeldet.
Seine Tochter wird heute eingeschult. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Von der garstigen Kollegin mal ganz abgesehen. die ist auch schon wieder seit über zwei Wochen krank. und vor ein paar Monaten hat sie schon angekündigt, dass sie im Oktober drei Wochen in Kur geht. Weswegen? einfach so, weil sies kann…
die ist sowieso laufend krank. mindestens immer vier Wochen im Jahr. Plus 6 Wochen Urlaub, plus 3 Wochen Kur, kommt sie dieses Jahr schon auf 13 Wochen. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende…

Und ich muss mir bei 3 Kranktagen in diesem Jahr anhören, dass es klingt wie „Ich hab heute keine Lust“!!
Mich regt das echt so auf.

Den Vogel schießt aber gerade die Praktikantin hier ab. Die hat zwei Monate Praktikum gemacht, hat in der Zeit 3 Tage Urlaub bekommen, von denen zwei schon verbraucht sind.
Trotzdem hat sie heute Kuchen mit und ihren letzten Tag angekündigt. Wo sie den vierten Urlaubstag her kriegt, ist mir ein Rätsel. Überstunden kann sie nicht haben, denn Madam kommt um halb 9 und geht meistens um 3. da kann sich jeder mal ausrechnen, wie viel von 38h sie in der Woche gearbeitet hat!

Mich ärgert das alles so. Niemand nimmt seine Arbeit ernst, niemand legt mehr Pflichtbewusstsein an den Tag. Jeder springt auf den Zug auf. „Der geht laufend rauchen, dann kann ich auch laufend ein Schwätzchen halten.“ – „Der ist 6 Wochen krank, dann kann ich ja wohl wenigstens 2 machen.“ – Einer ist erkältet, dann „geht ja gleich die Grippe um“ und dann kann man drauf warten, dass fast alle Kollegen in den nächsten drei, vier Wochen mal drei, vier Tage fehlen.
Nicht mal die Azubis nehmen das alles ernst. Wie auch, wenn sie das so vorgelebt kriegen??
die neue Azubine ist jetzt seit drei Wochen da und fängt schon an, ihre Pause zu überziehen. niemand sagt was, bei 5 oder 10 Minuten, aber letzte Woche hat sie zwei mal 45 Minuten und einmal sogar eine ganze Stunde Pause gemacht. Ist aber trotzdem zu ihrer regulären Zeit gegangen…

Ich möchte nicht im Großraumbüro arbeiten, damit ich sowas alles nicht mitbekomme…

Freitags-Füller 28/2016

1. Die ganze Welt spielt neuerdings Pokémon Go und ich frage mich, was die alle daran finden. An mir ist das völlig vorbei gegangen, ich habe das erst mitbekommen, also so gut wie jeeeeder meiner Facebookfreunde irgendwas in dem Zusammenhang gepostet hat, so dass ich das dann auf meiner Startseite gesehen hab. Ich frage mich, wieso jeder auf diesen Zug aufspringt. Einige dieser Leute sind älter als ich und als Pokémon damals in war, war ich schon fast aus dem Alter raus. Mich hat es damals schon nicht interessiert, wie kann es dann heute jemanden interessieren, der 5 Jahre älter ist als ich und in seiner Kindheit damit kaum Berühungspunkte hatte?? Weil er/sie schon 17 war?? Na ja… eben mal wieder ein Trend, den ich nicht mitmache 😉

2. Mhmmm Schokokuchen… mit bunten Streuseln… njamnjam… will mehr.

3. Brauchen wir eigentlich einen Mini-Süßigkeiten-Greifautomaten im Büro?? Nein! Das dudelt Jahrmarktsmusik und ist eigentlich ganz lustig. Aber sowas könnten die Leute doch bitte einfach in die Teeküche stellen…

4. Ich meine mich zu erinnern, dass wir das schon mal hatten 🙂 Dank Klimaanlage ist es bei mir im Büro immer kühl, mir persönlich ist das sogar zu kalt, so dass ich immer lang- oder wenigstens dreiviertelärmlig bekleidet bin und nie im Leben kurze Hosen oder Röcke trage. Was mir ja sogar entgegen kommt, weil ich mich darin eh nicht wohl fühle. Und weils so kalt ist, gibts im Büro bei mir immer geschlossene Schuhe statt Flop-Flops.

5. Schneller geht es, aber dann macht man es meist noch ein zweites mal 😉

6. Da ich heute wieder pünktlich gehen will, werde ich zumindest auf der Arbeit heute nicht auf die Bremse treten .

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mexikanisches Essen mit meiner Hochzeitsfreundin, morgen habe ich einen Open-Air-Konzertbesuch geplant und Sonntag möchte ich bzw. muss ich wohl meine Mückenstiche verarzten!

Den FF von Barbara gibt es immer hier.

Freitags-Füller 09/2016

1. Nächste Woche und übernächste Woche noch, dann hab ich erstmal eine Woche Urlaub 🙂 Ich kanns kaum erwarten. Der Druck hier hat zwar etwas nachgelassen. Auch, weil wir uns diese Woche hier sehr gut organisiert haben. Aber man kommt halt doch immer besser zurecht. Ich bin froh, dass es doch relativ schnell ging und ich merke für mich wieder, dass ich schon clever bin 😉 hihi, na ja mal ohne Scheiß: ich stell mein Licht wirklich zu oft unter den Scheffel, ich mach mir zu viele Gedanken um Sachen, die ich vorher einfach nicht weiß. Klar laufen die ersten Tage nicht so rund. Aber ich lerne schnell, ich verstehe schnell, ich kann Gelerntes anwenden. Und jetzt ist es seit zwei Tagen sogar wieder so, dass ich mir nebenbei mal die Zeit nehmen kann und nehme, hier zu lesen, zu kommentieren und sogar zu bloggen 😉

2. Neulich hab ich diese Milchschnitte mit Joghurt gekauft. Lohnt sich nicht dafür fett zu werden 😉 Igendwie klang das in der Werbung lecker, leicht, frisch… Na ja… ich dachte halt, die muss ich unbedingt probieren.

3. Es ist immer noch nervig hier im Großraumbüro. So richtig gewöhnt man sich nicht daran. Auch wenn das alle gesagt haben. Es kommt immer auf meine Grundstimmung an. Wenn ich entspannt bin lässt sich das alles leichter ertragen. Wenn ich eh schon nervös bin, dann ist mir hier jedes Geräusch zu viel. Und wir haben hier sehr viele Geräusche!! Telefone, Handys (klingeln und vibrieren), Nase hochziehen, laufend räuspern, auf Tastaturen einschlagen… manche Kollegen haben das Telefon so laut, dass ich mithören kann, was der Anrufer erzählt. Manche telefonieren über den Lautsprecher. Manche lassen es hunderttausend mal klingeln, wenn sie irgendwo anrufen, bis das Telefon den Anrufversuch von allein abbricht. Manche reden mit sich selbst. Manche reden quer durchs Büro miteinander… Ich werde mich niemals an das GRB gewöhnen und mich auch nie damit anfreunden. Aber ich hab es inzwischen akzeptiert. Ich kanns ja eh nicht ändern..

4. Schneeglöckchen hab ich letztes Wochenende schon gesehen, als wir mitm Hund spazieren waren. Die Forsythien blühen auch schon und sogar einige Bäume haben schon Blüten. Die ersten zarten Farben in der Natur sind immer die ersten Frühlingsboten.

5. Mein Bügeleisen habe ich bestimmt seit einem Jahr nicht mehr benutzt 😀 Das letzte, was ich gebügelt hab, war der Vorhang, den ich mit einem Bügelband „umgenäht“ und gekürzt hab. ich bügle nie. Ich hänge alle Klamotten ordentlich und glatt zum Trocknen auf, sodass sie nicht hinterher geknittert sind. Ich hab aber auch nicht viel, was gebügelt werden muss. Blusen trage ich so gut wie nie und weeeeeenn, dann hat der Namenlose sie schon für mich gebügelt ❤

6. Der macht das nämlich ganz gern, sagt er. Ich putze lieber das Klo, als zu bügeln, ehrlich. ich hasse bügeln! Dass ihm das Spaß macht kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Lammfilet und überbackenen Schafskäse, morgen habe ich schon wieder kochen mit Freunden geplant und Sonntag möchte ich vielleicht endlich die Babydecke für meine Freundin fertig häkeln, damit ich das nächste anfangen kann 😀!

Den Freitagsfüller von Barbara gibts immer hier.

Gehört ja nicht mir – Großraumbüro-Wahnsinn #10

Es ist echt unmöglich, wie die Leute mit Sachen umgehen, die ihnen nicht gehören. Oder wie sie mit Sachen umgehen, um die sich ja jemand kümmert oder die für die Allgemeinheit sind.

ZB. unsere Teeküche. Ganz allgemein. Die sieht morgens schon aus wie hulle! Die Spüle ist dreckig, da sind überall Kaffeeflecken und Kaffeesatz, ringsrum ist alles nass. Ich versteh das überhaupt nicht, wie man das immer hinkriegt.
Aber es kommt auch niemand mal auf die Idee, da zu wischen. „Ich? Pff, ist ja nicht meine Küche. Außerdem haben wir ne Putzfrau.“ Genau. Weil die dafür da ist, nur hinter euch her zu räumen… „Ich? Nö, ich wisch doch nicht den Dreck der anderen mit weg.“ Ja… wenn du es nicht machst, macht es niemand, im Gegenteil.
Wenn jeder einfach gleich seinen Dreck weg machen würde, dann gäbs diese Diskussion überhaupt nicht. Das ist einfach egoistisch, unkollegial und asozial.

Ein Kollege hat neulich einen Kaffee gemacht und dann mitm Teelöffel umgerührt. Ja Mist, der Geschirrspüler lief grad. Wohin mit dem Löffel? Ach, werfen wir ihn doch einfach in die Spüle… Das macht dann jeder und irgendeiner ist dann blöd genug, das Zeug am Ende in die SpüMa zu räumen.
Einerseits will ich mich in sowas nicht einmischen. Es ist ja nur ein Löffel und ich will niemandem Vorschriften machen. Ja, aber das denkt sich der nächste auch. Ist ja nur ne Tasse, die jetzt dazu kommt. und der dritte denkt, dass er ja dann seinen Teller auch noch dazu stellen kann… Ich hab mich dann schon etwas geärgert, dass ich ihm nicht gesagt hab, dass er den Löffel doch einfach kurz per Hand abspülen kann. Vor allem weil das ja nun wirklich kein Aufwand gewesen wär, war ja nix verkrustetes dran…
Oder auch Wasserbehälter an der Kaffeemaschine nachfüllen. Wenns keiner sieht, dann lässt man es halt den nächsten machen. Der will ja Kaffee, soll er sich Wasser nehmen. „Wieso soll ich dem denn alles mundgerecht machen?“

Na ja, die Küche jedenfalls spricht Bände über den Umgang hier untereinander…

Schilderwald – Großraumbüro-Wahnsinn #9

Neuerdings haben wir einen Kaffeevollautomaten, der Kaffee, Espresso, Cappuccino und Latte kann. Und heißes Wasser, falls jemand Tee möchte.
Ich allerdings nutze zum Teekochen einen Wasserkocher und das Heißwasser aus der Kaffeemaschine nur dafür, den Kaffee auf ein Niveau zu verdünnen, dass man nicht gleich einen Herzkasper bekommt.
Wegen diesem Vollautomaten ist aber zumindest unsere Kaffeemaschinenausstellung reduziert. Jetzt steht da nur noch eine Senseo und eine Filterkaffeemaschine rum und man hat doch mal ein bisschen Platz.
Um dreckiges Geschirr abzustellen 😉

Seit wir keine Kaffeemaschinenausstellung mehr haben, hat sich der Schilderwald in der Küche vergrößert.
Während der Ausstellung hatten wir nur ein Schild an der Tür, das darauf hinwies, dass nur unsere zwei Teams die Küche benutzen dürfen. Ein zweites Schild am Schrank, erinnerte die, die das Türschild erfolgreich ignoriert hatten noch einmal, dass die Küche nicht für die Allgemeinheit ist und bedankte sich dafür, dass man hier nichts entwendete.
Jaa Leute, das ist Psychologie!! 😉

Jedenfalls, jetzt haben wir noch mehr Schilder. Es gibt hier eben Leute, die sich über alles aufregen, aber statt einfach den Mund aufzumachen, kleben sie Zettel.
Da klebt zum Beispiel ein Zettel auf dem Tisch neben dem Zuckerschälchen, dass doch derjenige, der den letzten Zucker nimmt, das Schälchen nachfüllen soll.
Dann klebt ein Zettel (so ein Streifen aus dem Etikettiergerät) am Wasserspender, dass man doch den Auslass bitte nicht Berühren soll.
Auf dem Vollautomaten klebt ein Zettel, dass das Fach oben mit der Klappe für die Reinigungstablette vorgesehen ist und nicht zum Wassernachfüllen.
Hier warte ich ehrlich gesagt noch auf den Zettel der sagt, dass doch bitte der, der das Wasser leer macht, auch den Tank nachfüllen soll. Oder dass der, der die Meldung kriegt, dass der Kaffeesatzbehälter geleert werden soll, das bitte auch tun soll.
Es gab übrigens auch nie einen Zettel an der Pumpkanne, die wir vorher hatten, dass doch bitte derjenige, der den letzten Kaffee holt auch neuen macht.
Wow… sind wir etwa so diszipliniert?
Nein 😉
Über der Spüle klebt ein Zettel, dass die Spüle kein Abstellplatz für dreckiges Geschirr ist, sondern dass andere Kollegen die Spüle vielleicht benutzen wollen. Was ja aber nicht geht, wenn sie voll ist mit dreckigem Geschirr. Und dass man das doch ruhig selbst spülen könnte, wenn der Geschirrspüler läuft.

Man man man…

Und eben wurde ich Zeuge, wie sich eine Kollegin bei nem anderen Kollegen darüber beschwert hat, dass die Latte-Gläser als Wassergläser benutzt werden!
Oh! Mein! Gott! 😉
Ich warte also auf das nächste Schild 😉

Bald kommt vielleicht noch eins, das erklärt, wie man den Müll trennt.
Oder dass man seine Reste aus dem Kühlschrank entfernen soll, wenn man sie nicht mehr möchte.
Oder dass man den Tisch abwischen soll, wenn man ihn dreckig gemacht hat.
Oder die Mikrowelle auswischen soll, nach Benutzung.
Oder oder oder.
Irgendwie sind das für mich teilweise auch selbstverständliche Sachen, aber die meisten bei uns denken sich, dass ja dafür die Putzfrau da ist…

Mach doch mal Yoga

Ich weiß nicht, wie stark hier schon durchgeklungen ist, dass ich mich von meinem Chef manchmal nicht Ernst genommen fühle. Falls das noch nicht so deutlich war: ich fühle mich von meinem Chef manchmal nicht Ernst genommen!
Und ich hasse das Großraumbüro. Und ich hasse den ständigen Luftzug da. Und ich hasse die Umstrukturierung und die unterschwellige Botschaft, dass hier bald Leute gehen werden. Und ich hasse die garstige Kollegin und die laute Kollegin und den pfeifenden Kollegen. Und den Kollegen, der dauernd die gleichen Sachen fragt. Und ich finde meine Arbeit langweilig. Und ich bin absolut urlaubsreif.

Und das alles führte dazu, dass ich mich letzte Woche mit Magenschmerzen und Migräne krank schreiben ließ.
Das wiedrum führte dazu, dass ich am Dienstag beim Chef saß, weil er ein Vorsorgegespräch mit mir führen musste. Es geht immer darum abzuchecken, ob der Ausfall an der Arbeitsbelastung liegt, um Burnout usw. vorzubeugen. Dieses Gespräch musste er damals auch mit mir führen, als ich nach der Blinddarm-OP zurück war. Was ihn am Dienstag dazu veranlasst das Gespräch abtun zu wollen. Er wollte das halt schnell erledigt haben. Den Haken setzen, dass er dieses Gespräch mit mir geführt hat.
Er sagte also zu mir: „Ja, also du weißt, ich muss dieses Gespräch mit dir führen. Ich muss dich das fragen. Aber dem Blinddarm gehts gut, oder?“ und dann grinst er blöd.
Er hat mich also nicht direkt gefragt, ob ich überlastet bin oder irgendwas in die Richtung.

Ich war am Montag und Dienstag noch viel zu sehr mitm Kopf in der zu-Hause-Woche und hatte gar keinen Bock auf den Laden und war gleich schon wieder genervt und irgendwie nervendünn. Ich saß dann also mit zitterndem Kinn, mit Tränen, die einfach aus den Augen rausrollten und sich nicht zurück halten ließen, in seinem Büro und hab ihm gesagt, dass mich die Bürosituation schon ganz schön angreift und belastet.

Fazit:
Ich soll mir ein dickeres Fell zulegen und cooler werden. und ich soll doch nicht so sehr mit dem Herzen dabei sein. und vielleicht sollte ich da mal mit einem Therapeuten drüber sprechen, wenn ich so überempfindlich auf Geräusche reagiere. ich muss das halt einfach hinnehmen, es wird ja überall so. Das Großraumbürokonzept weitet sich überall hin aus. Ich soll mich entspannen. ich solls doch mal mit Yoga probieren.

Danke.

Jammern auf hohem Niveau – Großraumbüro-Wahnsinn #8

Heute ist es megawarm draußen. Das wissen wir alle. Das sehen wir. Die Sonne brennt. Perfekter Sitz. Drei-Wetter-Taft… äh das war das Anderes 😉

Wir haben Außenjalousien, die normalerweise automatisch runterfahren, wenn die Sonne scheint. die halten auch die Hitze ganz gut ab.
So gut, dass es mit der Klimaanlage am Dienstag so kühl war, dass ich gefroren hab. Bei 22,1 Grad und Luftzug. Na ja, dann hab ich mir halt Söckchen angezogen.

Heute sind die Jalousien gesperrt, weil die Fenster geputzt werden. Die armen Kerle, die da in der prallen Sonne stehen müssen…
Das bedeutet dann aber auch, dass die Sonne seit sie aufgegangen ist in unser Büro scheint. Ostseite eben.
Wir haben jetzt tatsächlich „24,7 Grad im Büro! Das ist ja schon so viel wie gestern Nachmittag. 24,9. Das steigt jetzt rasant an.“
Aaaalter… Das ist doch noch ok. Was wollen die eigentlich? Ich versteh es nicht. Ihr müsstet die Gesichter von den Kollegen sehen, die hier gezogen werden. Total angepisst.
„Wir haben ja noch Ventilatoren, die können wir doch aufstellen.“
Jo, jetzt stehen hier plötzlich 3 Ventilatoren und pusten zum vorhandenen Luftzug noch mehr Luft umher.

Das ist soooo typisch für die Gattung Mensch: Es geht einem gut und man ist trotzdem nur am Jammern. ich will mich da gar nicht rausnehmen, ich mach das auch oft genug, aber grad fällts mir eben massiv auf und ich merke wie bescheuert das eigentlich ist.
Im alten Büro hatten wir schon morgens bestimmt 26 Grad.
und auf meiner alten Arbeit saß ich bei 29 Grad im Büro.
Und andere Leute müssen bei dem Wetter draußen arbeiten. Oder an einem Herd, weil sie Koch sind. Oder in einem kleinen, stickigen Zeitungskiosk. Und wir sitzen hier bei angenehmen 25 Grad im Schatten, weil wir ja innen auch noch Jalousien haben, die wir zuziehen können… Und die meckern immernoch. man man man man man.

PS: inzwischen sind es 25,2 Grad. „Guck mal, seit du hier stehst, sind es noch 0,5 Grad…“ U-(

Fenster geschlossen halten – Großraumbüro-Wahnsinn #7

Betonkernaktivierung ist das Stichwort. Das soll im Winter verhindern, dass das Gebäude zu stark auskühlt und im Sommer sich zu sehr aufheizt.
Klimaanlage ist das zweite Stichwort.
Luftumwälzungsanlage ist das dritte Stichwort. Die tauscht zwei mal pro Stunde die Luft komplett aus.

Die Temperatur zu regeln ist echt eine Kunst für sich.
Als wir eingezogen waren, mussten die Heizungen volle Pulle aufgedreht sein, weil noch nicht alle Stockwerke fertig waren und teilweise noch trocknen mussten.
Dann durften wir die Heizungen nicht höher als auf 3 drehen, weil die Heizkörper eingestellt werden sollten.
Jetzt dürfen wir die Fenster nicht aufmachen, weil die Klimaanlage eingestellt wird…

Letzte Woche, als es riiiiichtig warm war, da sollten also die Fenster zu bleiben. wir haben geschwitzt.
Am Freitag war auf einmal die Klimaanlage an. da hab ich gefroren, hatte Gänsehaut und kalte Füße.
Heute sind ungefähr 20 Grad draußen und es ist bewölkt – relativ kühl also. Die Klimaanlage läuft und kühlt schön… die Heizkörper warm. Und mir ist eiskalt.
Dazu kommt die Luftumwälzungsanlage, die hier die ganze Zeit einen leichten Luftzug verursacht.
Und durch die Betonkernaktivierung, die wahrscheinlich übers warme Wochenende das Gebäude gekühlt hat, ist es heute einfach schweinekalt hier drinnen…

Also wenn das den ganzen Sommer so bleibt, dann Prost Mahlzeit… Dann kann ich mir für die Arbeit dicke Socken und ne Strickjacke mitnehmen und wenn ich dann vor die Tür gehe, erschlägts mich… und ich muss höllisch aufpassen, dass ich mir nicht was weghole…

Kaffeemaschinenausstellung – Großraumbüro-Wahnsinn #6

Wir haben eine Teeküche, die inzwischen mehr an ein Regal im Media Markt erinnert, als an eine Teeküche.
Auf einer Arbeitsfläche von ungefähr 2,5 Metern ist kein Stück mehr frei, um die Arbeitsfläche tatsächlich zum Arbeiten zu benutzen.
Dort befinden sich 1 Wasserfilter, 2 Senseos, 2 Filterkaffeemaschinen, 3 Wasserkocher, 1 Mikrowelle und eine Riesenkaffeemaschine, mit der man Kaffee in so eine große Pumpkanne kocht.

Im alten Büro hatten die Leute alle ihre eigene Kaffeemaschine im Büro, das ist jetzt im Großraumbüro aber nicht mehr gestattet, also stellen sie die eben in der Teeküche auf. Schließlich wurde die ja extra mal angeschafft um im alten Büro keinen Schritt zu viel machen zu müssen. Und die muss jetzt weiter benutzt werden, sonst lohnt sich doch die Investition überhaupt nicht mehr!!
Darauf kleben dann Zettelchen, wer die Maschine benutzen darf, damit auch ja niemand anderes von dieser Investition profitiert.

Neuerdings klebt auch ein Zettel an der Tür, dass diese Teeküche nur von unseren zwei Teams benutzt werden darf.
Und am Schrank klebt ein Zettel, dass sich doch bitte niemand an unserem Kaffee und Geschirr bedienen darf, und dass doch bitte jeder seine eigene Teeküche bzw. den (Bezahl-)Kaffeeautomaten im Erdgeschoss benutzen soll.

So weit ist es gekommen…
Der Kaffee für die Pumpkanne wird übrigens vom Arbeitgeber bezahlt…

Den Vogel hat heute aber jemand anderes abgeschossen:
auf dem Tisch, an dem normalerweise 4 Personen sitzen können, steht seit vorhin ein 25-Liter-Topf, mit dem man entweder Obst einwecken kann, oder mit dem man Tee kochen kann… So ein großes Ding, wo auf Weihnachtsmärkten Glühwein drin ist…
Wozu?? Ich bin hier echt im Irrenhaus gelandet.