Frei von der Leber weg

Tag 217 im Home Office

(Achtung hier kommt viel mimimi kotz und jammer)

Der März ist zu mehr als der Hälfte um und heute jährt sich das Home Office. Seit einem Jahr arbeite ich also von zu Hause. Das hätte ich damals auch nie gedacht… Immer wieder gab es damals Verlängerungen um zwei Wochen und immer wieder hatte ich Angst, dass ich ins verhasste Großraumbüro zurück muss. Inzwischen kümmern mich die Ankündigungen, dass das Home Office bis dann und dann verlängert wird nicht, weil ich nicht glaube, dass ich so schnell wieder zurück komme. Und wenn, dann wird es auf freiwilliger Basis sein.

Tja, der Februar ist rum. Es war ein Achterbahnmonat. Der kürzeste Monat, aber gespickt mit den meisten Emotionen… Ich war ja eh schon in einer schwierigen Verfassung im Januar, aber dass unser Hund gestorben ist, hat mich dann richtig in ein Loch gerissen. Inzwischen gehts, aber manchmal muss ich trotzdem noch ein bisschen heulen.

Nachdem ich fast drei Wochen nur geheult, lethargisch rumgesessen und in die Luft gestarrt und mich zurückgezogen hab, hab ich auf den Rat meiner Freundin gehört und bin einfach spazieren gegangen. Auslöser war eigentlich, dass ich ein paar Tage vorher vom Einkaufen zurück kam, und der Sonnenuntergang über dem verschneiten Feld und in der eisigen Luft einfach wunderschön aussah. Also hab ich mich angezogen, hab mein Hörbuch angemacht und bin losgelaufen. Ich wollte ungefähr an die Stelle, wo ich mit dem Auto langgefahren war, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Da gibts eine Brücke, über die Felder kommt man ziemlich direkt hin, das sind ungefähr 2,5km von zu Hause.
Beim Losgehen hab ich mich eigentlich schon gehasst, weil ich solche Spaziergänge jeden Tag mit dem Hund hätte machen können, aber nur ganz selten gemacht habe… Der Hund war einfach immer den ganzen Tag in der Firma und da war er gut aufgehoben. Trotzdem hätte sie sich riesig gefreut, wenn ich jeden Tag oder wenigstens jeden zweiten Tag mit ihr spazieren gegangen wäre…
Unterwegs hab ich dann ausgerechnet auch megaviele Hunde getroffen… ganz schön ätzendes Gefühl, wenn man allein und sinnlos da rumläuft… Ein Hund hat mich angeguckt und ich hab ihn auch angeguckt und konnte auch nicht weggucken, was ihn dann wohl animiert hat auf mich zuzukommen. Der hat mich dann angesprungen und sich auf den Boden geworfen und wollte gekrault werden… da musste ich dann heulen.

Als ich dann an dieser scheiß Brücke angekommen war, sah der Sonnenuntergang wenigstens auch schön aus, aber dann musste ich ja zurück laufen. Und natürlich wurde es dann dunkel… irgendwie hatte ich das nicht so richtig durchdacht. Ich bin dann nämlich an der Straße zurück gelaufen, weil ich im Dunkeln nicht über die matschigen Feldwege laufen wollte. Es wurde immer dunkler, der Weg gefühlt nicht kürzer und dann hab mich mich noch mehr gehasst, weil ich so eine blöde Idee hatte und mir schon alles weh tat… am Liebsten hätte ich den Namenlosen angerufen, dass er mich abholt.
Weil ich am nächsten Tag Muskelkater hatte, hab ich gedacht, ich lauf gleich noch ne Runde, weil mir Bewegung immer gegen Muskelkater hilft. Am dritten Tag hab ich wieder eine kleine Runde gemacht, weil ich gedacht hab, ich könnte mir das irgendwie angewöhnen. Aber danach hatte ich dann keine Lust mehr zu laufen. Jetzt kenn ich ja quasi alle Wege in Laufnähe. Wo soll ich hingehen? Das war auch immer ein bisschen die Ausrede, wieso wir fast immer nur die gleiche Gassirunde gegangen sind. Weil es irgendwie auch nicht viele Möglichkeiten in der direkten Umgebung gibt. Und außerdem war immer noch der Gedanke und das Schuldgefühl so präsent, dass ich jetzt auf einmal spazieren gehe und das früher mit Hund nie gemacht hab.

Wie auch immer. Eine weitere Woche war übestanden und irgendwie sinnvoll gefüllt. Tatsächlich hat es mir ganz gut getan, mal raus zu kommen. Wenistens ab und zu sollte ich das wirklich mal machen. Und ich musste ja wenigstens auch nicht mit meinen Gedanken alleine sein, weil ich ein Hörbuch hatte. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich noch schlechter gefühlt.

Dann hatte ich Geburtstag und obwohl ich allen gesagt hatte, dass ich nichts will und nichts brauche, hat meine Mutter mir trotzdem ein riesen Paket geschickt, auf das ich dann schon mal aus Prinzip keine Lust hatte… Aber das hängt mit ihrer Person zusammen.
Das Ding ist, sie hatte ein Geschenk für mich. Trotzdem hat sie mich dann noch gefühlt 20x gefragt, was ich mir denn wünsche, weil sie in ihrem beschränkten Kopf wieder denkt, das Geschenk wäre nicht genug. Nicht groß genug und erst Recht nicht teuer genug… eine Diskussion, die ich schon tausend mal mit ihr geführt habe. Aber sie kriegt es einfach nicht in ihren Schädel, dass es bei Geschenken auf den Geste und nicht auf den Preis ankommt.
Jedenfalls waren in dem Paket zusätzlich zu dem eigentlichen Geschenk noch mehrere kleine Päckchen, in die dann Süßigkeiten, Likör und Kram eingewickelt war… alles einzeln. Ach ja und der Namenlose hatte auch ein Geschenk dabei, damit er nicht nur zugucken muss, wie ich auspacke… ja, der hätte sonst bestimmt angefangen zu weinen.

Ach, ich bin gemein. Bei jedem anderen hätte ich es nett gefunden, wenn für ihn was mit dabei gewesen wär. Aber das geht bei ihr nicht. Und das Geschenk hat mich auch fertig gemacht… Und nicht im positiven Sinne. Sie hat was selbst gemacht und ich kann mir richtig vorstellen, wie sie da Spaß dran hatte uns ich gefreut hat, dass sie das für mich macht und wie stolz sie dann war und hofft, dass ich mich freue… und ich kann es einfach nicht wertschätzen. Ich will es nicht wertschätzen. Weil ich mich von ihr nicht wertgeschätzt fühle und immer nur das Gefühl hatte, ich bin ihr zu viel und unerwünscht. Ich weiß, dass ihr das heute leid tut und dass sie da heute drunter leidet und das gern wieder gut machen würde. Aber es geht verdammte scheiße nun mal nicht! Und ich bin nicht bereit, es einfach unter den Tisch zu kehren.
Eher im Gegenteil. Ich hab im letzten Jahr so viel über die Situation mit ihr nachgedacht und mir sind so viele Sachen bewusst geworden, dieses Ablehnungsgefühl ist so präsent in mir, dass es einfach alles überlagert. Ich kann und will es nicht ausblenden und ich will das Geschenk beschissen finden und am liebsten hätte ich es direkt in den Müll befördert, aber dazu bin ich zu anständig. Da ist noch genug Skrupel in mir, dass ich mich das nicht traue. Also steht es jetzt im Karton im Schrank. Ich will es nicht sehen, schon gar nicht benutzen. Einfach vergessen, dass es da ist.

So und jetzt überlege ich, ob ich diesen Absatz wieder lösche, weil ich mich schlecht fühle, sowas so offen zu sagen… Ich komme mir undankbar vor… na ja…

Tja und generell ist es auch grad irgendwie schwierig. Ich stelle momentan vieles in Frage… Besonders die Beziehung zum Namenlosen. Seit Wochen habe ich das Bedürfnis auszubrechen. Am liebsten würde ich mir mal für 4 Wochen eine Ferienwohnung an der Ostsee mieten und mein Home Office dort hin verlagern. Eine Zeit lang ist mir hier extrem die Decke auf den Kopf gefallen. Im Moment geht es wieder, aber der Gedanke an eine eigene Wohnung ist trotzdem noch ziemlich präsent in mir. Und das zieht natürlich Gedanken nach sich. Ich will ausziehen. Will ich auch Schluss machen? Ich weiß es nicht.
Fakt ist, dass mich viele Sachen und Kleinigkeiten immer mehr stören und aufregen. Ich sag ihm das immer wieder, aber so richtig ändert sich da nichts und wenn ich es zum dritten mal angesprochen hab, komm ich mir langsam auch blöd und nörgelig vor.
Fakt ist aber auch, dass wir uns ja nicht streiten oder sonst irgendwie blöd anmachen. Bis auf diese Kleinigkeiten verstehen wir uns ja. Und diese Kleinigkeiten nerven mich auch unterschiedlich doll. Je nach dem, wie die Grundstimmung bei mir ist. Deshalb weiß ich nicht, ob ich dem ganzen eine so schwerwiegende Bedeutung geben soll. Wird es besser, wenn ich ausziehe? Zumindest ist mein Bad dann sauber und in der Küche nichts verkleckert. Aber macht mich das glücklicher? Jetzt will ich lieber alleine sein, aber wenn ich es dann wirklich bin? Wenn ich dann immer alleine essen muss… würde ich für mich allein überhaupt was kochen? Ist es nicht total deprimierend, wenn man dann am Wochenende alleine zu Hause rumgammelt?
Eigentlich will ich das alles nicht in Frage stellen. Wir verstehen uns ja gut, wir haben den selben Humor, wir haben sehr ähnliche Vorstellungen so ganz generell vom Leben. Trotzdem drängen sich doch immer wieder Fragen in den Vordergrund. Ob wir nicht einfach nur noch aus Gewohnheit zusammen sind. Weil wir die Vorzüge zu schätzen wissen und weil es bequem ist… Ich kann auch überhaupt nicht einschätzen, wie er das ganze sieht. Vielleicht empfindet er das genauso wie ich. Vielleicht fällt er aber auch aus allen Wolken und ist komplett vor den Kopf gestoßen, wenn ich das anspreche. Ich müsste es ansprechen, aber ich weiß nicht wie. Also lass ich es…

Neues Jahr, neues…

Tag 166 im Home Office

Auf ein Neues also. Gestern habe ich erfahren, dass der Name Januar sich vom römischen Gott Janus ableitet, der immer mit zwei Gesichtern dargestellt wird, die in verschiedene Richtungen blicken. Janus gilt als Gott des Anfangs und des Endes. So wie Janus in zwei Richtungen schaut, blickt der Januar auch zurück ins alte und nach vorn ins neue Jahr.
Fand ich sehr interessant, das wusste ich noch nicht. Wenn das mal bei Wer wird Millionär gefragt wird, wisst ihr bescheid 😉

Heute ist der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Ich tu mich sehr schwer, mich zu konzentrieren. Normalerweise fange ich nach dem Urlaub gern mit einer kurzen Woche an und nehme deshalb meistens Montag und Dienstag auch noch frei. Das geht aber zum Monatsabschluss nicht. Also bin ich heute früh mehr oder weniger frisch ans Werk gegangen…
Aber selbst wenn die Woche kurz wäre, wäre es mir heute wohl schwer gefallen, wieder rein zu kommen. Aber um dem was Positives abzugewinnen: Ich bin froh, dass ich nichts ins Büro musste 😉
Im Februar muss ich dann ein mal ins Büro, weil dann eine obligatorische Brandschutzübung stattfindet. Gut, dass ich das schon seit zwei Wochen weiß, so habe ich tatsächlich genug Zeit, mich darauf einzustellen 😀 Das wird sehr seltsam, wenn ich wieder ins Büro fahre. Aber da mein Arbeitsplatz abgesperrt ist, damit die Abstände eingehalten werden können, werde ich wohl auch nur zur Übung hinfahren, bevor ich mir da also für den einen Tag einen anderen Arbeitsplatz einrichte. Aber in dem Zuge werde ich sicher auch gleich mal das ein oder andere Gedöns aus dem Büro mit nach Hause nehmen. Ich hab zB ein Foto von meinen Neffen dort, das finde ich dann jetzt irgendwie seltsam, wenn ich eh nicht da bin 😉 Ich kann dann auch gleich meinen Tee und meine Tassen mit nach Hause nehmen. Wer weiß nämlich, wann ich mal wieder im Büro einen Tee trinke. Und dann kann ich auch eine Tasse aus der Teeküche verwenden.

Ich hatte jetzt 11 Tage frei, und wie schon im November, kam mir die Zeit unglaublich lang vor. Woran liegt das? ich hab nichts weiter gemacht. Ich hab gehäkelt, Hörbücher gehört, gelesen, Fernsehen geschaut. Wir sind auch nicht weggefahren. Früher ist die Zeit nie so langsam vergangen. Selbst wenn ich im Urlaub nur zu Hause gewesen bin. So langsam hätten früher mal 6 Wochen Sommerferien vergehen sollen! 😉
Ich war in den 11 Tagen auch nur einmal draußen zum einkaufen und auch da brauchte ich nur ein paar wenige Kleinigkeiten, weil ich alles andere ganz gut vorausgeplant und bereits gekauft hatte und außerdem haben wir uns mal wieder eine Hello fresh Box gekauft, somit haben wir uns die große Einkauferei zwischen den Feiertagen geschenkt 🙂
Hello fresh war auch wieder lecker, aber ich muss schon ehrlich sagen, ich finde es verhältnismäßig teuer. Natürlich muss das alles verpackt und verschickt werden, keine Frage. Aber deshalb bestellen wir so eine Box tatsächlich immer nur alle Jubeljahre mal. Viele Rezepte kann man ja trotzdem einsehen, das ist dann doch immer mal eine gute Inspirationsquelle. Die Gerichte von letzter Woche haben auch schon Einzug in unsere Lieblingsrezepte gefunden.

Und noch was: natürlich gabs auch mein jährliches Jahresrückblick-Stöckchen, aber da es nicht im Reader angezeigt wird (warum auch immer…), hat das wohl kaum jemand gesehen. Aber ich will es euch ja nicht vorenthalten 😉 (pf… jetzt, nach Veröffentlichung dieses Beitrags, isser doch im Reader. Das soll einer verstehen…)
Also, alles Gute fürs neue Jahr, vor allem Gesundheit. Und mit 2020 macht was ihr wollt – streichen, vergessen… ich behalte es trotz allem in guter Erinnerung, weil es für mich doch auch vieles Schöne bereit gehalten hat.

The longest time

Dienstag, 14. Juli 2020
Tag 76 im Home Office

So schnell legt man also eine Gewohnheit wieder ab… Da schreib ich hier wochenlang täglich, finde scheinbar immer was zu erzählen, und dann auf einmal gehts aber auch wochenlang ohne…

Kurzer Abriss der vergangenen Wochen:
– Ich bin immer noch im Home Office und will hier nie nie nie wieder weg!

– Ich mache immer noch regelmäßig Sport, auch wenn ich nicht mehr streng nach Plan vorgehe. Manchmal lege ich einfach zwei Trainingstage zusammen oder lasse einen ausfallen.

– Ich treffe mich wenig mit Leuten und gehe an sich wenig raus. Das kommt meinem introvertierten Eigenbrödler-Ich sehr entgegen. Ich finde es zwar schön, mich ab und zu mit Leuten zu treffen, aber wie mir ganz deutlich bewusst wurde, gibt es Menschen in meinem Umfeld, mit denen ein Treffen eher energiezehrend als bereichernd ist.

– Ich lese viel. Ich lese jeden Abend vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten und die faulenzigen Wochenenden verbringe ich auch lesend. Wir könnten auch was unternehmen, aber da haben wir beide keine Lust zu, also lese ich.

– Ich häkle wieder und höre dabei mal wieder Harry Potter.

– Ich hab seit Wochen nicht genäht, ach was, seit Monaten. Dabei hab ich so viel Stoff und eigentlich so viele Pläne… Aber ich hab keine Lust. Aber auch das kommt wieder.

– Ich hab das Interview für den Talent-Pool hinter mich gebracht, und es lief ganz gut. Ich hatte ein ziemlich gutes Gefühl hinterher und Neu-Chefin hat sich scheinbar über drei Ecken bei den Beteiligten erkundigt und mein Gefühl trügt scheinbar nicht. Ob ich da nun aber reinkomme, ist trotzdem nicht gewiss. Kommt drauf an, wie gut die ganzen anderen Bewerber sind. Ich kann mich ja nur mit denen vergleichen, die in meiner Bewerberrunde dabei waren.

– In ein paar Wochen wird mein großer Neffe eingeschult und ich werde tatsächlich meinen „Papa“ wieder sehen. Zumindest ist er eingeladen und hat zugesagt. Aber wer weiß, ob er nicht doch kurzfristig absagt. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es aber so aus, als würde ich ihn tatsächlich wiedersehen.
Nachdem ich jetzt ein paar Mal geheult hab deswegen, weil diese Vorstellung einfach irgendwie überwältigend ist, gehts mir gut mit dem Gedanken und ich freu mich. Ich weiß nicht, ob wir uns irgendwas zu sagen haben werden, ich weiß auch nicht, wie ich ihm gegenüber treten soll. Soll ich ihn umarmen? Ihm die Hand geben? Meine Mutter wird erwarten, dass ich ihn ignoriere, schätze ich…
Das macht mich grad ein bisschen fertig, dass sie erwarten wird, dass ich ihn mit dem Arsch nicht angucke. Nur weil sie immer noch in ihrem Stolz verletzt ist, sich nicht reflektieren kann und damit nicht abschließen kann. Sie hat immer noch so einen Groll auf ihn und ich befürchte, dass sie das auch von mir erwartet. Dass ich auf ihrer Seite stehe…
Das nervt mich ziemlich, dass ich mir darum Gedanken mache!
Na ja, ich lass es auf mich zukommen. Wenn ich da beim letzten Besuch bei meiner Schwester schon mal drüber nachgedacht hätte, dann hätte man vielleicht schon mal vorab ein Treffen organisieren können…
Hätte hätte. Ich muss es jetzt einfach auf mich zukommen lassen.

Ansonsten passiert bei mir echt nix aufregendes, nix neues. Es wechseln sich Lethargie-Phasen in denen ich fast ein bisschen depressiv bin mit Phasen ab, in denen ich gut drauf und motiviert bin. Es gibt Momente, in denen ich so viel in Frage stelle… Ich weiß nicht, ob das ausgeprägter ist, als früher, wenn ja, ob das durch Corona so ist oder ob ich einfach langsam eine Midlife-Crisis bekomme…

Freitags-Füller 23/2020

Freitag, 5. Juni 2020
Tag 51 im Home Office

1. Bei Rhabarber fällt mir als erstes der Geschmack von eingekochtem Rhabarberkompott mit Vanillesoße ein. Oh man, das ist so eine richtige Kindheitserinnerung. Meine Oma hatte immer Rhabarber im Garten. Ich hab den aber auch oft roh gegessen, in Zucker eingetaucht, weil er einfach so sauer war. Die Zähne sind immer ganz stumpf davon geworden. Dass da irgendeine giftige Säure drin ist, hat wohl damals niemanden interessiert 😉.

2. Was ich nie für möglich gehalten hätte ist eingetreten: Das Home Office hat negative Seiten. Waaaaaaas? Ja… Ich will trotzdem nicht zurück ins Büro, aber dieses ewige rumtelefoniere mit Leuten, die einem dann ständig ins Wort fallen (weil die Verbindung verzögert ist??), oder die mit der Technik nicht zurecht kommen und dadurch alles verzögern, oder die nicht raffen, dass man das Mikrofon auch stumm schalten kann und die dann wie Darth Vader hinein atmen… das neeeeervt. Und meine Zündschnur ist sehr kurz im Moment. Keine Ahnung wieso, was genau es auslöst. Ich könnte nämlich eigentlich rundum zufrieden sein. Bin ich etwa einfach eine unzufriedene Meckertante, die immer ein Haar in der Suppe suchen muss?? Schluss damit! Ich muss und will zu der Gelassenheit zurück, die ich in den ersten Tagen hatte. Denn ich will ja gar nicht zurück ins Büro!
Dieses Jahr war ich bisher übrigens öfter am heimisches Schreibtisch, als im Büro. In Anbetracht der Tatsache, dass Home Office bei uns bisher immer ziemlich verpönt war, finde ich diese Quote
spektakulär.

3. Ich verstehe nicht wie man Spaß an Gartenarbeit finden kann. Ich hasse Gartenarbeit. Ich hab es als Kind schon gehasst, wenn ich Unkraut zupfen musste, oder wenn ich zB Erdbeeren pflücken sollte. Ich hab immer Ausschlag an den Händen/Armen davon bekommen. Außerdem sind da immer Spinnen und Käfer rumgekrochen – ekelhaft! Jedenfalls wollte ich nie einen Garten haben, weil ich weiß, dass ich keine Lust habe, mich darum zu kümmern. Und was hab ich gemacht? Hab mir einen Mann angelacht, der einen Garten hat… Toll… Ich mein, wir beschränken die Gartenarbeit ja schon auf ein absolutes Minimum, aber selbst darauf hab ich schon nicht so Lust. Am Wochenende müssten wir mal wieder ein bisschen was tun...

4. Obwohl ich jeden Tag meine Pille nehme (und deshalb wissen müsste, welcher Wochentag ist) und obwohl ich jeden Tag am Computer sitze, wo das Datum bei jeder Mail und unten rechts in der Ecke ständig eingeblendet ist, weiß ich nie welcher Tag heute ist. Letztens dachte ich, es wäre Wochenende, obwohl ich an dem Tag gearbeitet hatte… Vermutlich liegts am Home Office, daran, dass ich nur noch 1x die Woche zum einkaufen gehe und sonst alle Tage einfach genau gleich sein, dass ich nie weiß „wann“ ich bin. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Uhr (mit Datumsanzeige) zulegen, denn offensichtlich bin ich momentan völlig zeitlos.

5. Das Gefühl von Stolz ist in letzter Zeit etwas in mir aufgekeimt, weil ich immer noch die Sommer-Body-Challenge durchhalte.

6. Sport ist aber nach wie vor Mord 😉 Mir fehlt immer noch das Hochgefühl am Ende, daher kann ich nicht sagen, das wäre wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Königsberger Klopse, morgen habe ich geplant, Brokkoli-Honig-Hähnchen zu kochen und Sonntag möchte ich Risotto mit Tomaten und Rucola machen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

All good things (come to an end)

Mittwoch, 20. Mai 2020
Tag 42 im Home Office

42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.
Ist Home Office die Antwort auf alles?
Ich möchte kurz betonen, dass nach zwei Monaten Home Office meine Neurodermitis vollständig weg ist. Und dass ich mega entspannt und gelassen bin.

Das mit dem Home Office wird bei uns noch eine Weile so bleiben und ich werde nicht eine der ersten sein, die zurück muss. Meine Befürchtung war, dass ich wieder dort hin muss, weil ich keine Kinder habe und nicht in der Risikogruppe bin.
Aber die Rückkehr ins Büro findet auf freiwilliger Ebene statt. Es werden vorerst auch nur maximal 5 Leute gleichzeitig im Büro sein dürfen. Aber nicht vor dem 2. Juni. Bis dahin gelten noch die alten Maßnahmen.
Mein Arbeitgeber wollte den Mitarbeitern Masken zur Verfügung stellen, bisher sind die aber noch nicht da. Das ist scheinbar einer der Gründe, wieso wir noch immer von zu Hause arbeiten sollen.
Im Büro wurden Laufwege in Treppenhäusern gekennzeichnet, Abstandslinien vor den Aufzügen aufgeklebt und überall hängen Schilder, die an die Abstandsregeln erinnern. Noch dazu wurden vom Gebäudedienst Arbeitsplätze abgesperrt und diese Absperrung ist streng zu befolgen. Daran darf auch nichts eigenmächtig geändert werden.
Mein Arbeitsplatz ist (leider leider 😉) einer der abgesperrten Arbeitsplätze. Somit müsste ich mir auf jeden Fall einen anderen Tisch zum arbeiten suchen, wenn ich ins Büro gehe. Aber da die Rückkehr nachher sowieso auf maximal 5 Leute beschränkt ist und freiwillig ist, wird sich für mich hier vorerst nichts ändern. Ich bleibe so lange zu Hause, wie es geht. Meine Arbeit ist dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ich bin dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ganz im Gegenteil!

Und damit beende ich mein tägliches Home-Office-Update. So langsam wusste ich nämlich schon gar nicht mehr, was ich noch so erzählen soll 😉

Urlaubsplanung

Dienstag, 19. Mai 2020
Tag 41 im Home Office

Ich hab mal wieder Luxusprobleme. Ich muss noch diese Woche meinen Urlaub für den Rest des Jahres verplanen. Jetzt hab ich noch 6 Tage übrig, und weiß nicht, wo ich sie hinstecken soll… immer hat schon jemand Urlaub. Im Juni der eine, im Juli die andere, im August wieder der eine. Im September hab ich dann, im Oktober erst die andere, dann wieder der eine. So, dann könnte ich im November noch ne Woche nehmen…
Ich muss das nachher mal mit dem Namenlosen besprechen. Wobei es ihm wahrscheinlich auch egal ist. Solange jemand da ist, der den Hund nehmen kann. Sofern man dann überhaupt wegfahren könnte. Und selbst wenn, würden wir es machen?! Vielleicht eine Ferienwohnung, als Selbstversorger-Urlaub irgendwo, wo man mit dem Auto hinkommt. Das lassen wir einfach auf uns zukommen.

Aber das ist halt ein bisschen das nervige daran. Wenn ich Urlaub hab, weil ich ihn ja nun mal nehmen muss, und wir nicht wegfahren, dann ist das ein bisschen ätzend für mich, weil der Namenlose trotzdem aufsteht, weil er dann nicht frei nimmt. Und dann werde ich jeden Morgen wach und kann nicht ausschlafen und mich so richtig erholen. Noch mal weiterschlafen, wenn er aus dem Haus gegangen ist, ist alles andere als wirklich erholsam. Das hab ich oft genug durch. Vielleicht frag ich mal meine Schwester, wie es bei ihr aussieht. Sie hat ja auch irgendwann Urlaub und wegfahren ist ja vielleicht eher schlecht. Dann könnte ich vielleicht dort hin fahren. Obwohl das natürlich auch alles andere als erholsam wäre 😉

Powernapping in der Mittagspause

Montag, 18. Mai 2020
Tag 40 im Home Office

Eine kurze Woche steht bevor, weil ich mir den Brückentag am Freitag freigenommen habe. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich so ein langes Wochenende ja mal nutzen könnte, um meine Neffen zu besuchen, oder mit dem Namenlosen mal einen kurzen Trip zu machen. Tja… ist wohl alles nix. Wobei ich ja jetzt zu meinen Neffen fahren könnte… Aber das ist wohl jetzt etwas kurzfristig.
Na ja, dann komm ich wenigstens nicht in die Versuchung, mein Sportprogramm auszusetzen.

Am Samstag war ein Pausentag und ich hatte befürchtet, dass ich kaum kriechen könnte, aber es war eigentlich ok. Hat ein bisschen hier und da gezogen, aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Aber müde bin ich. Scheißmüde. Auch gerade hab ich ein richtiges Tief und würde mich am liebsten hinlegen… Am besten ich mach jetzt Mittagspause und döse mal 20 Minuten.

Ein kleines Futter-Update gibt es auch und wieder der Hinweis auf die Sammlung meiner Lieblingsrezepte und Standard-Mahlzeiten.
Zucchini-Kartoffel-Eintopf
– Strammer Max
Würstchengulasch
Ofenhähnchen
– Schlemmerfilet
– Hähnchen mit Linsensalat mit roter Bete

Ich liebe es…

Donnerstag, 14. Mai 2020
Tag 38 im Home Office

…wenn ein Plan funktioniert! Ich habe ein Schlupfloch gefunden 😀
Ich hab bestimmt schon mal vom „Firmen-Skype“ erzählt?! Das ist unser firmeninternes Chat-Programm, mit dem wir telefonieren und Web-Meetings machen. Die Software dazu ist jetzt neu und man kann den Status nicht mehr ändern. Nach 10 Minuten Inaktivität schaltet der automatisch auf „Seit 10 Minuten inaktiv“ um. Ich kann nicht mehr selbst den Status eingeben. Bei der alten Software hab ich zB. „Mittagspause“ eingegeben, wenn ich Mittag gemacht hab. Dann wusste jeder, ich bin grad nicht da. Das geht jetzt nicht mehr. Erst nach 5 oder 10 Minuten kann der andere sehen, dass ich inaktiv bin. Das finde ich zum einen blöd und zum anderen finde ich das auch irgendwie Stasi-mäßig, wenn das dann im 5-Minutentakt hochzählt. Seit 15 Minuten inaktiv. Seit 55 Minuten inaktiv.

Super nervig. Ich war schon früher bei ICQ immer nur inkognito unterwegs, weil ich eigentlich überhaupt nicht wollte, dass jemand sieht, ob ich online bin oder nicht. Aus dem gleichen Grund hab ich auch die blauen Haken und den „zuletzt online-Zeitstempel“ bei Whatsapp ausgeschaltet. Ist mir zu viel „Überwachung“. Wenn ich jetzt also während der Arbeitszeit mal 10 Minuten am Handy rumdaddel oder so, dann fällt das gleich auf. Manchmal gibt es aber eben auch so Tage, da häng ich dann auch mal länger am Handy, weil dann einfach nichts zu tun ist, oder wenn ich auf Rückmeldung warten muss oder so… Ich fühle mich dadurch jedenfalls überwacht.
Also hab ich gegooglet und ein Skript gefunden, mit dem jede Minute eine Mausbewegung simuliert wird, solange es ausgeführt wird. 😉 Das funktioniert und somit ist mein Status dauerhaft aktiv 😁

Pläne sind dazu da…

Dienstag, 12. Mai 2020
Tag 36 im Home Office

…um über den Haufen geworfen zu werden.
Eigentlich wollte ich heute einkaufen. Jetzt hock ich aber immer noch vor dem PC. Na dann geh ich morgen. Für heute ist noch was zu essen da, also kein Problem.

Für die Geschäftsführung müssen wir momentan Auswertungen zum Zahlverhalten der kunden machen. Die wollen daraus Risiken ableiten jetzt in der Corona-Krise. Es gibt sicher bei einigen Kunden früher oder später Zahlungsschwierigkeiten.
Jetzt sollen wir also jeden Tag melden, wie hoch die Zahlungseingänge waren und wie der Stand der offenen Posten, gerastert nach Fälligkeit ist.
Aussagekraft hat das ganze meiner Meinung nach nicht. Natürlich sind die Zahlen morgen anders als heute. Aber nur weil im Raster 1-30 Tage Fälligkeit die Zahlen sinken, heißt das nicht, dass das auch alles bezahlt ist.
Vielleicht sind sie in der Fälligkeit einfach ins Raster 30-60 Tage gerutscht. Ja, müsste man ja sehen, weil das dann ansteigt. Ok, aber wenn aus dem Raster 30-60 Forderungen bezahlt wurden? Dann bleibt das auf einem Niveau. Oder von da sind Forderungen nach >60 gerutscht…
Es könnte auch einfach sein, dass Gutschriften überfällig geworden sind. Wenn Kunden schlecht zahlen, halten wir Gutschriften manchmal zurück. Es könnte auch sein, dass sich nachträglich Zahlungen geklärt haben und die offenen Posten ausgeglichen wurden.
Es gibt einfach zu viele Faktoren, die dort reinspielen.

Und vor hin kam dann eine Mail, weil unsere Zahlen angeblich nicht stimmen und jetzt hab ich da ne Stunde rumgemacht, weil ich natürlich wieder mal als erstes dachte, wir hätten was falsch gemacht.
Weil wir gestern nur super wenig Zahlungseingang hatten, gab es einen Hinweis, dass das Forderungsmanagement aufpassen soll. Totaler Schwachsinn, das kann doch ein einmaliger Ausreißer gewesen sein! Wenn wir jetzt tagelang kaum Geld kriegen, dann kann man mal beim Forderungsmanagement anklopfen.
Jedenfalls ist in dem Zuge aufgefallen, dass unsere Auswertung und deren Auswertung nicht übereinstimmen, weil wir eine unterschiedliche Basis betrachten. Wir betrachten sämtliche Forderungen. Das Forderungsmanagement natürlich nur die einbringlichen… Tja, es wäre gut gewesen, wenn wir alle die gleiche Basis betrachten bzw. wenn man uns gesagt hätte, welche wir nehmen sollen. Aber dass wir diese Auswertung machen sollen war auch so übers Knie gebrochen. Wir brauchen die offenen Posten. Sortiert nach Fälligkeit. In Raster eingeteilt… Corona ist da, uiuiui, wir müssen das Zahlverhalten monitoren. Bei uns wird alles gemonitort…
Zumindest scheint durch die verschiedenen Betrachtungsgrundlagen das ganze noch weniger Aussagekraft zu haben.

Ich hab jetzt mal ausführlich dargelegt, was wir eigentlich genau auswerten. Jetzt ist Neu-Chefin (jetzt übrigens doch endlich mal offiziell) am Zug und soll mal klären, welche Basis wir verwenden sollen und ich mach Feierabend.

Who let the dogs out?

Freitag, 8. Mai 2020
Tag 34 im Home Office

Gestern wurde doch noch ein wenig spektakulär – leider. Hundipups hat sich beim Gassi gehen verletzt und wir mussten abends um 8 noch mal zum Tierarzt. Dieser Mann ist auch echt zu gut für diese Welt. Die Alternative wäre gewesen, in die Tierklinik zu fahren. Aber das ist uns erspart geblieben. Dort hätten wir bestimmt, wie in der Notaufnahme, erstmal ewig warten müssen. Aber wir konnten um 8 kurz zum Tierarzt hinfahren, er hat die abgeknickte Daumenkralle gezogen und dann waren wir nach 3 Minuten fertig.
Und weil wir grad da waren hat er sich auch das Humpelproblem vom Humpelhund angeschaut. In letzter Zeit war es besser geworden. Sie hat nicht mehr nach jedem Aufstehen gehumpelt und wenn, dann auch nicht mehr so doll. Man hat es eigentlich fast gar nicht mehr gesehen, daher dachte ich, es wäre besser geworden. Hundi hatte leider verstopfte Analdrüsen, die leider auch schon angefangen haben sich zu entzünden. Nicht so appetitlich 😉 Der Tierarzt meinte, es könnte davon sein. Nächste Woche müssen wir noch mal hin, dann drückt er sie noch mal aus und dann sehen wir weiter. Wenn es nicht davon kam, dann kann es langsam wohl auch einfach altersbedingt sein. Ich bin gespannt.

Der Abend war für den Hund gestern natürlich gelaufen. Sie wollte auch nicht mehr bei uns liegen, sondern hat sich relativ schnell ins Arbeitszimmer verzogen, wo sie immer schläft. Normalerweise geht sie dann irgendwann nachts oder früh morgens wieder zurück in ihr Körbchen im Wohnzimmer. Heute früh lag sie immer noch im Arbeitszimmer und ist erst nach Aufforderung aufgestanden.
Das war dann wohl hoffentlich genug Aufregung für die nächsten Monate!

Heute ist es bisher ansonsten so unspektakulär wie gestern. Laut Ankündigung sollte mein Stoffpaket heute kommen, dann hätte ich noch ein paar Masken nähen können. Ist ja nicht so, dass ich im Moment täglich eine bräuchte, aber ich will welche zum Wechseln haben. Und vor allem will ich schöne Masken haben 😉
Aber DHL war heute nicht in der Lage das Paket zuzustellen. Gründe: kein Zugang zum Gebäude, kein Schild an der Klingel oder Empfänger verzogen. Pf… stimmt alles nicht. Außerdem war ja vorgestern grad einer da und hat das Burgerfreundepaket zugestellt! Joa… danke dann…
Also nix mit nähen, dann können wir ja, je nach Wetter, mal einen Garteneinsatz machen… Wir müssen da dringend mal das ein oder andere Unkraut entfernen. Ich hasse Gartenarbeit…

Games people play

Mittwoch, 6. Mai 2020
Tag 32 im Home Office

Es gibt einen neuen „Kettenbrief“ im Social Media. Jetzt gehts ums trinken. Man filmt sich dabei, wie man erst etwas „Hartes“ zur „Desinfektion“ trinkt, danach ein Bier und zum Abschluss noch einen Schnaps. Und dann schickt man dieses Video an 5 Freunde, mit denen man mal wieder gern zusammen trinken möchte und nominiert sie damit, ebenfalls so ein Video zu machen. Und wenn man es nicht macht, schuldet man demjenigen einen Kasten Bier.

Oh man… so ein Blödsinn. Das ist ja so auch kein „zusammen trinken“, wenn man es allein vor der Kamera macht. Und überhaupt, ich möchte doch nicht zwei Schnäpse und ein Bier exen. Denn darauf läuft es hinaus, wie lang soll denn sonst das Video werden?? Ich kann auch kein Bier exen, dann krieg ich Schluckauf und außerdem möchte ich es genießen.
Jetzt bin ich also der Spielverderber, der bei sowas wieder nicht mitmacht. Na ja, dann ist es halt so. Wäre nicht das erste mal. Kettenbriefe werden eigentlich immer von mir unterbrochen.
Ich fand es als Kind schon blöd. „Schicke diesen Brief an 10 Freunde…“ so viele hatte ich gar nicht. Und außerdem war ich immer eine der letzten, die so einen Brief bekommen hat und dann waren ja auch keine 10 mehr übrig, die diesen Brief noch nicht hatten. Ein zweites Mal wollte keiner diesen Brief.
Na ja und heute… Ehrlich gesagt würden mir da jetzt auch keine 5 Freunde einfallen, denen ich diesen Video-Kettenbrief schicken würde 😉
Höchstens die Burgerfreunde.

Von denen haben wir gestern ein Care-Paket bekommen, damit wir sie nicht vergessen. Wie könnten wir denn?!? 😀 In dem Paket war für alle was dabei: Leckerli fürs Hundi, Pechkekse, Gummibärchen-Hamburger und verschiedene Süßigkeiten für uns, ein Mini-Vodak und Energy, Konfettibomben (die wir auf jeden Fall mit zu denen nach Hause nehmen, wenn wir mal wieder hin dürfen!!!!) und das „Beste“: Groschenromane 😀 für den Namenlosen ein Wild-West-Roman mit Cowboys und für mich natürlich eine Liebesschnulze, die tausendmal schlimmer ist als Rosamunde Pilcher und Nicholas Sparks zusammen 😀
Also wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde mehr 😉 Für mich waren in dem Paket noch schreckliche Labels mit Einhörnern und Regenbogen drauf und „handmade with love“ und so, die man sich an seine Klamotten nähen kann… Frau Burger bekommt also von mir noch eine Maske, wo sämtliche dieser Labels darauf genäht werden. Sie hat es nicht anders gewollt 😀
Irgendwas werden wir uns für die beiden noch überlegen 😉

Itsy bitsy spider

Dienstag, 5. Mai 2020
Tag 31 im Home Office

Woher kommen eigentlich Spinnen im Haus?? Wenn jetzt im Badezimmer, in der Badewanne eine Spinne sitzt, dann frage ich mich, wo die herkam.
Im Schlafzimmer ist Fliegengitter dran. Da kann sie eigentlich nicht her sein. Im Arbeitszimmer ist das Fenster eigentlich nie auf. Vielleicht mal zwei Minuten, aber das reicht nicht, um reinzukommen. Außerdem scanne ich den Fensterrahmen immer ab, wenn das Fenster auf ist, um eben zu vermeiden, dass so ein Vieh rein kommt! Das Fenster wäre schneller als Lichtgeschwindigkeit wieder zu!!
Also muss sie ja durchs Wohnzimmerfenster kommen. Also durch die Balkontür. Wenn der Namenlose rauchen geht, ist die Tür auf. Dann könnte die rein.
Das bedeutet aber auch, dass das Vieh durch die halbe Wohnung läuft, ohne bemerkt zu werden. Wieso sieht man sie nicht laufen? Läuft die nur nachts? Und wo war die denn noch überall? War sie auch im Schlafzimmer? Hat sie nachts oben in der Ecke gesessen und runtergeschaut? Ist sie auch schon übers Bett gekrochen? Wie ekelhaft diese Vorstellung ist!!
Und wieso geht sie dann ins Bad?
Oder kommt sie durch die Lüftung? Geht das? Wir haben im Bad so einen Lüfter. Wenn es draußen windig ist, klappert das Ding manchmal. Hat das also einen Ausgang nach draußen? Ich dachte, das wäre einfach nur ein… keine Ahnung wie das funktioniert! Gehen die Dinger nach draußen? Aber wie denn? 10 Meter durch die Decke oder wie? Dann kommt sie vielleicht auch von dort rein… Und dann krabbelt sie in die Badewanne um dort leider einen unschönen Tod durch Haarspray zu finden.

Es tut mir leid, Spinne. Aber du hättest einfach nicht in meine Wohnung kommen sollen!

Rain in May

Donnerstag, 30. April 2020
Tag 29 im Home Office

Es ist ja noch nicht Mai, aber fast. Und den ganzen Tag regnet es schon immer mal. Aber das ist eher kein soft warm spray… 😉 Ich hoffe ihr habt jetzt auch einen Ohrwurm, ich werde den nämlich schon seit Stunden nicht los.

Ich warte gerade mal wieder. Darauf, dass ich eine Rückmeldung bekomme. Vorher kann ich nicht weiter machen. Die anderen Sachen hab ich schon erledigt, um die Zeit zu überbrücken. Jetzt mampfe ich M&M’s. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich letzte Woche eine Packung gekauft habe, und sie dem Namenlosen vorenthalten habe, weil ich sie alleine essen wollte. Ich hab auch die ganze Woche die kleine Schale hier versteckt, damit er sie nicht zufällig sieht. Man bin ich gemein…

Mit dem Masken-Nähen bin ich vorerst auch durch. Ich hab 7 oder 8 Stück genäht. Eine Bluse muss noch gesäumt werden. Als nächstes sind noch 2 Blusen, 3 T-Shirts, eine letzte Tasche und eigentlich eine Jacke geplant. Die Jacke lass ich wohl erstmal, wenns jetzt warm wird, zieh ich sie ja nicht an.
Dann kriege ich auf Youtube immer mehr Videos zum Thema Patchwork und Quilts angezeigt… Ich hätt schon mal wieder Bock drauf, eine Patchworkdecke zu nähen. Es steht nur in näherer Zukunft kein Baby im Umfeld an 😀 und für uns mach ich sowas nicht. Das Ding müsste dann ja riesig werden. Aber jetzt hab ich überlegt, ob ich mal neue Kissenbezüge für die Kissen auf der Couch mache. Ich versuche mich gerade zu erinnern, seit wann unsere Wand petrol ist. Die Kissen sind nämlich grün und passen so gar nicht… Vorher war die Wand grau, da war das ok 😉 Tja, also vielleicht mach ich das mal.

Take me where the sun is shining

Mittwoch, 29. April 2020
Tag 28 im Home Office

Gestern Abend haben wir eine Doku über Schottland gesehen… hach, da verfalle ich wieder ins Träumen, vom Urlaub dort, vom Auswandern dorthin… hach ja 🙂 Es fällt mir schwer, mich in Geduld zu üben… Ich wüsste so gern, wann das alles vorbei ist, wann man wieder in den Urlaub fahren kann. Können wir im Oktober nach London?? Wann wird man das wissen? Da ist sie wieder, die Ungewissheit…

Gestern war ich das erste mal mit Maske einkaufen… Es war erst komisch, aber das ging schnell vorbei, weil man ja jetzt muss. Letzte Woche wäre ich mir vielleicht länger komisch vorgekommen. Zu Anfang war es nervig, weil ich es nicht hinbekommen hab, die Maske so anzuziehen, dass mir nicht ständig die Brille beschlägt. Obwohl ich eine mit Nasenbügel habe. Als ich es dann hatte, ging es eigentlich. Aber zum Ende hin (und ich war höchstes eine dreiviertel Stunde in dem Laden) hatte ich das Gefühl, dass die Maske undurchlässiger wurde. Das Atmen fiel mir schwerer, ich hatte das Bedürfnis tiefer einzuatmen, was dazu führte, dass die Maske sich an mein Gesicht gesaugt hat, was auch etwas nervig war. Ich weiß nicht, ob das einfach nur Kopfsache war oder ob die warme, feuchte Atemluft die Durchlässigkeit des Stoffs wirklich beeinträchtigt hat… Ich hoffe zumindest, dass mein Stoffpaket bald kommt, denn der Hemdenstoff ist vielleicht auch einfach zu dicht gewebt und daher nicht so super für die Masken geeignet.
Auf jeden Fall kann ich mir wirklich nicht vorstellen, so ein Ding den ganzen Tag im Büro zu tragen. Hut ab vor allen Menschen, die das auf der Arbeit schon immer müssen.
Meine Schwester meinte übrigen, dass das Brillebeschlagen mit den Einwegmasken nicht so schlimm ist. Ich hab sie nämlich gestern erstmal gefragt, wie sie ihren Arbeitsalltag so überleben kann 😉
Für alle Brillenträger ein Trick, den ich aber noch nicht ausprobiert habe: Man soll die Brille mit Seife waschen, dann hilft angeblich dagegen. Ich hab da jetzt schon zwei Varianten gehört. Entweder mit Seife waschen und polieren oder mit Seife einreiben und polieren. Ich probiere beides mal aus.
Wer sonst Tipps gegen beschlagene Brillengläser hat, immer her damit!

Sing Hallelujah

Dienstag, 28. April 2020
Tag 27 im Home Office

Noch nichts neues vom potentiellen Home-Office-Ende. Nur meine blöde Kollegin hat noch mal raushängen lassen, dass sie ja noch länger bleiben wird, weil ja ihre Tochter nicht zur Schule kann.
Mein Gott… ihr Mann arbeitet auch noch von zu Hause und das Kind ist 14. Das wird doch mal 6 Stunden ohne Mutter auskommen?!
Ich schätze, dass ich morgen in unserem wöchentlichen Meeting vor versammelter Mannschaft verkündet bekomme, dass ich ins Scheißbüro zurück muss. Damit will neu-Chefin garantiert eine Diskussion umgehen. Oah mich regt das echt so auf… ich kann den Gedankenstrudel darum auch nicht abschalten… Ich will nicht, dass es vorbei ist! Ich will einfach nicht! Wozu denn auch?!

Und gerade kommt die Info, dass sich voraussichtlich an den bisherigen Regelungen vorerst bis zum 18.5. nichts ändert. Die offizielle Info folgt noch, daher ist das nicht 100%ig spruchreif, aber ich glaube nicht, dass sich daran jetzt noch was ändert, sonst hätten wir das jetzt nicht gesagt bekommen. Gott sei Dank! Wieder mal umsonst aufgeregt… Ich habs versucht, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

Sewing me, sewing you ;)

Montag, 27. April 2020
Tag 26 im Home Office

Die Zeit verging heute mal wie im Flug, weil viel zu tun war. Jetzt ist alles erledigt, ich habe meine Zeit ausgestochen, aber möchte meinen täglichen Home-Office-Bericht nicht versäumen.
Das Wochenende war gar nicht so furchtbar langweilig, obwohl ich nicht viel gemacht habe. Aber ich fand es dieses mal nicht so frustrierend. Der Namenlose war Samstag und den halben Sonntag in der Firma – er entwickelt neue Produktideen. Irgendwie muss er Umsatz generieren… Er merkt einen Rückgang in der Auftragslage. Seine Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit gesetzt, er arbeitet gefühlt doppelt so viel wie vorher… Aber so ist das als Selbstständiger. Zumindest hat er Ideen und er setzt sie um. Jetzt hoffen wir, dass es ankommt.

Ich hab am Wochenende natürlich auch Masken genäht. Morgen oder übermorgen muss ich einkaufen… Dann brauch ich auf jeden Fall eine Maske.
Der Stoff vom Kleideroberteil hat für so eine runde Maske gereicht. Aber so richtig gut finde ich die nicht. Ich werde wohl einfach die „normalen“ mit den Falten nähen. Die sind auch einfacher zu nähen. Vom Namenlosen hab ich ein Hemd aussortiert, das er in den ganzen 8 Jahre bestimmt noch nie anhatte. Es ist war nämlich ein kurzärmeliges Hemd, aber er trägt keine kurzärmeligen Hemden.
Ein bisschen Skrupel hatte ich, es zu zerschneiden. Bei ein paar Nähten hab ich mir sogar die Mühe gemacht und sie aufgetrennt, um zu sehen, wie es genäht war. Ziemlich gut gemacht und ehrlich schade, daraus jetzt Masken zu machen… Aber wie gesagt, er hat das Hemd eh nie getragen.

Gilt die Maskenpflicht dann eigentlich auch unter Kollegen? Der Namenlose hat seine Maske heute mitgenommen, eine Mitarbeiterin ist da. Eigentlich müssten beide eine tragen, oder? Und wenn ich nächste Woche ins Büro zurück müsste, dann müsste ich wohl auch eine tragen… Ich bin ja echt gespannt, was das dann wird. Ich denke mal übermorgen werde ich Bescheid bekommen… Drückt mir die Daumen 😉

Und jetzt näh ich noch ein paar Masken.

Freitags-Füller 17/2020

Freitag, 24. April 2020
Tag 25 im Home Office

1. Au weia, es wäre echt lustig, wenns nicht so blöd wäre… Ich habe vor ein paar Wochen meiner Schwester sämtliche meiner Baumwollstoffreste geschickt, weil sie fürs Krankenhaus Gesichtsmasken und OP-Hauben genäht hat, weil die Beschaffung der Einwegdinger so schwierig war. Jetzt hab ich selbst aber keinen Stoff da, um uns Masken zu nähen… Ich hab welchen bestellt, aber das dauert ja momentan ewig. bis zu 14 Tage… Irgendwie fällt es mir auch noch schwer, mir vorzustellen, dass wir diese Masken vermutlich die nächsten sechs, acht, zwölf Monate brauchen...

2. Wir haben nicht mal alte Hemden vom Namenlosen, die ich zerschneiden könnte. Wenn eins zerschlissen war, haben wir es eigentlich direkt entsorgt. Ich hab mal angefangen mir ein Sommerkleid zu nähen. Das hängt inzwischen tatsächlich seit zwei Jahren auf der Schneiderpuppe, weil die Stoffauswahl für den Rockteil falsch war. Es ist eine Art Leinen und ist nicht so weich und fällt deshalb nicht schön und sieht echt blöd aus, daher hab ich das Kleid nie fertig genäht. Den Stoff vom Rockteil finde ich für Masken zwar nicht so geeignet, aber velleicht reicht der Stoff vom Oberteil. Der wär sogar schön. Der ist gemustert mit so 60er-Jahre-Pril-Blumen.

3. Im Grunde genommen ist es egal welchen Stoff man nimmt. Ich hätte zwar lieber den nicht dehnbaren normalen Baumwollstoff, aber ich hab bestimmt auch irgendwo ein zu eng gewordenes T-Shirt. Ist ja nicht so, dass ich in der Home-Office-Phase abgenommen hätte… Ich hab hier zwar nicht sinnlos in mich reingefressen, aber ich hab mich noch weniger bewegt als vorher. dass das überhaupt möglich ist...

4. Diese Woche gabe es bei uns folgendes zu essen:
– Wraps gefüllt mit den Resten vom Chili con carne
– marinierte Hähnchenbrust und Salat
– Spaghetti Carbonara (schon wieder)
– Thai-Curry à la Keschu (TK-Asia-Gemüsemischung, Hähnchen, Thai-Currpy-Paste und Kokosmilch)
– Schweinefilet und Spätzle
– Bouletten und Lauchgemüse
Heute gibt es Grillkäse und ein Kräuterbutterbaguette. Dazu mache ich einen Salat mit Melonenstückchen und panierten Feta-Würfeln. Das Salat-Rezept war mal in einer Hello Fresh Box und war sehr lecker und frisch
, dieses Rezept gehört für mich zum Sommeranfang.

5. Ich war gestern genau 2x für je 10 Minuten draußen. Als der Namenlose nach Hause kam und abends sind wir kurz mit dem Hund Gassi gegangen.

6. Ich schade mir ja bloß selbst… Mich nicht öfter und mehr zu bewegen ist eigentlich ganz schön dumm.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen Skype-Chat mit meinen Lernmädels… Also ob ich mich da freue, da bin ich mir noch nicht so sicher. Ich glaube ich komme mir dabei blöd vor 😉 Aber es gibt Alkohl dazu, dann wird das schon, morgen habe ich geplant, Stoff zu suchen um wenigstens zwei Masken zu nähen und Sonntag möchte ich vielleicht noch mal zwei Masken nähen!

Den Freitags-Füller von Barbara findet ihr hier.

Don’t speak

Mittwoch, 22. April 2020
Tag 23 im Home Office

Ich bin effizient. Vielleicht bezeichnen manche es als unhöflich oder sozial inkompetent. Aber ich will mich nicht schlecht machen, also bezeichne ich es als effizient. 😉

Bestes Beispiel: Mitteilung über die Fertigstellung einer Auswertung und Ablage am üblichen Speicherort

Was ein Kollege mir dann per Mail mitteilen würde:

Hallo Keschu,

ich hoffe es geht dir gut. Wie läuft es bei dir im Home Office?
Ich habe heute wieder die Auswertungen über blablabla und bliblablub gemacht. Es ist etwas ausführlicher geworden, als beim letzten mal und ich habe mit Farben die wichtigsten Zahlen gekennzeichnet. Jetzt ist auf den ersten Blick ersichtlich, was wichtig ist. Ich habe die Datei wieder auf dem Laufwerk A im Ordner Y abgelegt, aber du findest sie auch hier im Anhang.

Solltest du noch weitere Fragen haben, so komme bitte gern auf mich zu.

LG, eine schöne Restwoche und bleib gesund
Kollege

Was ich einem Kollegen per Chat mitteile:

Hi Kollege, die Auswertung ist fertig. VG, Keschu

Wenn ich nett bin, packe ich noch den Link zum Ordner auf dem Laufwerk dazu, wenn es allerdings der übliche Speicherort ist, dann lass ich es wahrscheinlich sein. Und ich gehe außerdem davon aus, dass der andere 1. sieht, wenn ich farblich die wichtigen Sachen hervorgehoben habe und 2. schon fragen wird, wenn er Fragen hat, ohne dass ich ihn explizit dazu auffordere.

Nächstes Beispiel: man hat einfach eine Frage

Was ein Kollege mit mir per Telefon besprechen würde:
Kollege: Hallo Keschu, na wie geht es dir? Was macht das Home Office?
Ich: Jup, läuft alles gut.
Kollege:
Ich: (stelle fest, dass eine Rückfrage erwartet wird) Und bei dir?
Kollege: Ja hier ist auch alles in Ordnung. (Es folgen Ausführungen über das Wetter, über das vergangene Wochenende, über das kommende Wochenende, über Gesundheit und die Aussicht aus dem Fenster)
Ich: … (weiß nicht, was ich außer „aha“ und „ok“ dazu sagen soll)
Kollege: Ja, weswegen ich eigentlich anrufe…
An dieser Stelle kommt die eigentliche Frage, die ich dann beantworte. Danach folgen wieder blabla und die momentan allseits übliche Floskel „Bleib schön gesund!“

Was ich mit einem Kollegen per Chat bespreche:
Ich: Hi, (an dieser Stelle folgt die Frage)
Kollege: Hallo Keschu, (beantwortet mir dir Frage)
Ich: alles klar, danke, bis dann!

Ich bin halt ein Fan von Informationsaustausch. Klare, kurze Anweisungen und Infos. Aber viele Leute haben die Anwandlung, total ausschweifend zu werden oder sich sogar zu rechtfertigen, warum man zB. eine Frage hat.
Ja, mir wird immer mal wieder bewusst, dass da noch Lernpotenzial habe. Dass dieser Smalltalk von vielen gewünscht und erwartet wird, aber meistens check ich das erst hinterher, dass es unhöflich wirken könnte. Wenn ich zB aus dem Urlaub zurück komme und mein Kollege neben mir mich dann begrüßt mit „Na Urlauberin, wieder da?“ dann war meine Reaktion früher immer „Joa“ und gedacht habe ich: Ja sieht wohl so aus, sonst wär ich ja nicht hier… Inzwischen habe ich gelernt, dass dann zumindest ein kurzer Abriss des Urlaubs erwartet wird. Und genauso auch andersrum. Wenn der Kollege neben mir aus dem Urlaub zurück kommt, erwartet er, dass ich frage, wie es war. Inzwischen mach ich das auch, aber ich muss gestehen, dass es mich meistens eigentlich nicht interessiert.
Diese Umgangsformen muss ich wohl bei Online-Kommunikation auch noch lernen…

It ain’t over ´til it’s over

Dienstag, 21. April 2020
Tag 22 im Home Office

Liebes Home Office, gedanklich werde ich mich schon mal von dir verabschieden. Gedanklich werde ich mich schon mal auf die verkackte Großraumbutze einstellen. Ich weiß zwar nicht, wie die das dann machen wollen, aber es steht im Raum, dass es ab dem 4. Mai wieder dorthin gehen soll. Sollen wir dann dort mit einem Mundschutz sitzen? Immerhin fangen einige Bundesländer und einzelne Städte an, diesen zur Pflicht zu machen. In Geschäften und ÖPNV. Gilt das dann auch für ein Großraumbüro? Dort sitze ich zwar nicht so dicht neben meinen Kollegen, wie im Bus, aber immer noch dicht genug.

Und ich wette es geht dann so los, dass ich natürlich eine der ersten sein werde, die wieder dort hin muss. Weil ich ja keine Kinder hab, die nicht zur Schule können. Weil ich auch nicht mit den Öffentlichen fahre… Also hab ich ja keine Verpflichtungen und kein Risiko. Danke. Wo krieg ich jetzt schnell ein Kind her???
Ach man… Ok, es sind ungelegte Eier, also verschwende ich auf diese Gedanken nicht noch mehr Energie. Aber gedanklich muss ich mich trotzdem schon auf die letzten Tage in absoluter Ruhe vorbereiten.

Heute fühle ich mich „energiegeladen“ genug, um zu nähen. Es liegt schon ein halb fertig vorbereitetes Schnittmuster bereit. Es ist abgepaust und gekürzt. Nur die Ärmel fehlen noch. Dann kann ich den Stoff zuschneiden. Ein neues Hörbuch hab ich auch rausgesucht. Könnte also nach Feierabend direkt losgehen. Aber grad ist mir eingefallen, dass ich heute einkaufen muss… aaaaah… Hoffentlich ist es wieder so schön leer, wie in den letzten Wochen immer. Dann geht es nämlich schneller.