Der Super-GAU

Tag 229 im Home Office

Nach vielem nachdenken, reflektieren, mich doch mal einer Freundin anvertrauen, reden, nachdenken und reflektieren, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mein Ausbruchswille und das teilweise extremste Genervtsein von Kleinigkeiten doch Symptome sind, die auf das Ende der Beziehung hindeuten. Je mehr ich diesen Gedanken ausgesprochen und zugelassen habe, desto klarer wurde mir mein Wunsch: Ich möchte diese Beziehung nicht mehr. Ich liebe ihn nicht mehr. Deshalb ertrage ich auch die körperliche Nähe nicht mehr, deshalb nervt es mich so abartig, wenn er was dreckig macht, was ich gerade eben sauber gemacht habe.

Das Eingeständnis ist aber noch weit entfernt davon, es auszusprechen und durchzuziehen… aber natürlich belastet der Gedanke. Will ich 9 Jahre einfach so wegschmeißen? Gibt es wirklich keine Chance mehr? Will ich dem ganzen keine Chance mehr geben? Ich muss mit ihm reden. Aber wie? Wie soll ich das sagen? Und vor allem, was denkt er? Das finde ich natürlich ohne Gespräch nicht raus. Aber wie führt man dieses Gespräch? Und wann? Garantiert nicht an einem Sonntagabend. Oder Montag nach der Arbeit… aber es gibt den richtigen Zeitpunkt natürlich nicht.

Es gab zig vertane Chancen und bei jedem Mal hab ich mir stärker in den Arsch gebissen, dass ich es nicht einfach sage. Inzwischen hatte er natürlich gemerkt, dass etwas nicht stimmt und hatte nachgefragt. Also hab ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr liebe und nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Und ich habe gesehen, wie es ihn schockiert hat und wie etwas in ihm zerbrochen ist… Es war natürlich auch nicht die beste Wortwahl. Ich hätte es anders ausdrücken können, aber ich war so unter Druck, dass ich es schon tagelang vor mir hergeschoben habe und ich wusste, das Zeitfenster, es jetzt zu sagen, wird immer kleiner… ich habs einfach nur loswerden wollen…

Spoiler: wir trennen uns nicht, wir wollen es noch mal versuchen. Ich will es noch mal versuchen.

Das Osterwochenende war emotional sehr aufwühlend, auch für mich. Wir haben so viel geredet, wie noch nie, würde ich sagen. Wir haben ganz offen geredet, über alles, wirklich alles. Auch über Sachen, über die wir sonst wahrscheinlich nie gesprochen hätten, die auch unangenehm sind, die dem anderen vielleicht auch weh tun.
Natürlich war es für ihn am wichtigsten zu wissen, warum ich ihn nicht mehr liebe. Und seit wann. Aber das kann ich ihm nicht beantworten. Es gibt rational keinen Grund. Alltag, sich selbstverständlich nehmen, sich nicht mehr viel umeinander bemühen. Und zwar ich genauso wie er. Nur dass das mit mir eben was gemacht hat. Dass ich mich dabei unbewusst emotional zurück gezogen habe. Das Ding ist: Ich war der Meinung, dass er es genauso sieht wie ich, dass er mich auch nicht mehr liebt und dass wir nur noch aus Gewohnheit und Bequemlichkeit zusammen sind. Aber ich hab ihn da total falsch eingeschätzt. Weil er es mir aber auch nicht mehr gezeigt hat, dass es anders ist.
Aber ich will gar nicht mit Schuldzuweisungen anfangen.
Ich will es also noch mal versuchen. Natürlich ist mir und auch ihm klar, dass man Gefühle nicht einfach an und aus schalten kann, und dass man sie nicht erzwingen kann. Und uns und vor allem ihm ist bewusst, dass es auf eine erneute Verletzung für ihn hinauslaufen könnte. Ich hab auch Angst davor, ihm Signale zu senden, die er falsch interpretiert. Ich hab Angst, dass er so viel Hoffnung hat, die am Ende doch enttäuscht wird. Ich kann halt nicht sagen, ob bei mir wieder was aufflammt. Aber ich weiß auch, was ich an ihm hab, ich schätze ihn ja auch sehr – aber momentan eben eher als Freund, denn als Mann. Und ich möchte ich 9 Jahre eben nicht einfach so wegschmeißen. Ich muss aber eben schauen, ob nicht einfach nur die Nähe und Vertrautheit, die sich durch die intensiven Gespräche am Wochenende wieder angefangen hat zu zeigen, mit Liebe verwechsle. Aber das sehen wir in ein paar Wochen oder Monaten.

Love yourself

Freitag, 15. Mai 2020
Tag 39 im Home Office

Mal wieder was zum Thema Selbstliebe. Damit hab ichs ja nicht so, obwohl ich mir Mühe gebe und auch bereits Fortschritte erzielt habe. Es ist fast ein Jahr her, dass ich beschlossen habe, nichts mehr auf die Meinung anderer zu geben. Aber dieses Gefühl, das sich damals in mir breit gemacht hat, ist auch mit der Zeit wieder schwächer geworden. Dazu kam eine Unzufriedenheit mit meiner körperlichen Verfassung.
Ich habe zugenommen. Ich bin selbst bei zwei Stockwerken völlig außer Atem. Ich schaffe 25 Hampelmänner, und dann kollabiere ich fast. Mein Zustand ist definitiv nicht gesund und ich gefalle mir so auch nicht. Aber wie soll ich mich akzeptieren und sogar lieben, wenn ich mir nicht gefalle? Ich muss also was ändern.

Ich muss.

Das war wohl bisher so der Knackpunkt. Ich wusste immer, dass ich was ändern muss, aber ehrlich gesagt war ich zu faul dazu. Ich hatte keine Lust auf Sport. Immer hatte ich eine Ausrede. Zwei, drei mal hab ich mir ein Aerobic-Video rausgesucht und das gemacht und war nach 20 Minuten derartig am Arsch und am pumpen, dass erst recht keine Lust hatte, weiter zu machen.
Ich hatte auch keine Lust weniger zu essen. Wobei man sagen muss, dass es nicht an der Menge liegt, sondern an den Zutaten. Aber wenn ich Sahne an meine Soße machen will, dann will ich da Sahne dran machen. Und wenn ich Bock auf einen Döner habe, dann will ich einen essen. Ich will auch mal ein Stück Kuchen oder ein Eis essen. Fakt ist: Ich will mich nicht kasteien. Deshalb hab ich die Zuckerverzicht-Sache auch nach drei Tagen wieder aufgegeben.
Als ich gestern einkaufen war, hab ich nämlich mal auf die Zutatenlisten geachtet. In so gut wie jedem Lebensmittel ist Zucker drin. In jeder Wurst ist Zucker drin. Was soll ich denn dann noch essen? Ich will nicht nur Käse essen, der ist nämlich ohne Zucker. Und ich will auch nicht nur Obst und Gemüse essen. Es gibt auch so viel, was ich nicht mag und irgendwie bleibt da gefühlt nichts mehr übrig.
Also, wenn da jetzt 2g Zucker auf 100g in dieser Wurst sind… ja, drauf geschissen!

Außerdem hilft mir die Ernährung nicht, die Treppe ohne zu kollabieren hoch zu laufen.
Also bleibt wieder nur die alte Leier: Sport. Ich muss Sport machen. Und irgendwie will ich es jetzt auch mal. Ich hab auf Youtube so eine 4 Wochen Sommer-Body Challenge gefunden und ich will das jetzt mal durchziehen. Ich muss nicht, aber ich will.
Drei Tage hab ich schon geschafft und ich habe Muskelkater ohne Ende und zwar überall. Ich laufe wie gehbehindert die Treppe runter, ich kann mich nur unter ächzen auf die Couch setzen, wobei das eher ein fallen lassen als ein setzen ist und die letzten beiden Nächte bin ich wach geworden, weil ich beim Umdrehen meinen Muskelkater gespürt habe. So unfit bin ich und so wenig Muskeln habe ich, dass mich 15 Squats und Sit-ups so fertig machen!
Ich schaffe es nicht immer, alle Übungen durchzuhalten und ich musste bisher immer die einfache Variante einer Übung machen, weil ich es körperlich einfach nicht anders geschafft habe, aber ich will das jetzt mal die 4 Wochen durchziehen. Deshalb erzähle ich auch davon. Das baut mehr Druck auf 😉 (Ja ich komme mir blöd wegen der superkurzen Zuckerverzichts-Sache vor. Noch blöder komme ich mir vor, wenn ich das Sport-Ding jetzt nicht durchziehe!) Ich hab sogar Vorher-Fotos gemacht, die ich dann doch etwas erschreckend fand und deshalb hier nicht zeige 😉
Ich werde berichten. Tag 1, 2 und 3 von 28 sind geschafft. Morgen ist Pause und Sonntag geht es weiter. Drückt mir die Daumen!

Sing Hallelujah

Dienstag, 28. April 2020
Tag 27 im Home Office

Noch nichts neues vom potentiellen Home-Office-Ende. Nur meine blöde Kollegin hat noch mal raushängen lassen, dass sie ja noch länger bleiben wird, weil ja ihre Tochter nicht zur Schule kann.
Mein Gott… ihr Mann arbeitet auch noch von zu Hause und das Kind ist 14. Das wird doch mal 6 Stunden ohne Mutter auskommen?!
Ich schätze, dass ich morgen in unserem wöchentlichen Meeting vor versammelter Mannschaft verkündet bekomme, dass ich ins Scheißbüro zurück muss. Damit will neu-Chefin garantiert eine Diskussion umgehen. Oah mich regt das echt so auf… ich kann den Gedankenstrudel darum auch nicht abschalten… Ich will nicht, dass es vorbei ist! Ich will einfach nicht! Wozu denn auch?!

Und gerade kommt die Info, dass sich voraussichtlich an den bisherigen Regelungen vorerst bis zum 18.5. nichts ändert. Die offizielle Info folgt noch, daher ist das nicht 100%ig spruchreif, aber ich glaube nicht, dass sich daran jetzt noch was ändert, sonst hätten wir das jetzt nicht gesagt bekommen. Gott sei Dank! Wieder mal umsonst aufgeregt… Ich habs versucht, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

22 Jahre

Donnerstag, 23. April 2020
Tag 24 im Home Office

Wo ich gerade das Datum sehe, fällt mir auf, dass mein „Papa“ heute 60 wird… Komplizierte Geschichte bei mir. Mein „Papa“ war nicht mein biologischer Vater, aber das habe ich nie gespürt. Ich habe Papa zu ihm gesagt, und ich mochte ihn lieber als meine Mutter. Und ich glaube, er mochte mich auch lieber als meine Schwester, obwohl sie sein leibliches Kind war. Bis zu dem Punkt, wo sich meine Eltern getrennt haben. Das ist fast 22 Jahre her und seit dem habe ich ihn nicht mehr gesehen… Und seitdem finde ich es auch komisch, weiterhin Papa zu sagen, wenn ich von ihm rede. Aber ihn beim Namen zu nennen, oder „er“ zu sagen, es besonders zu betonen und vielleicht sogar die Anführungszeichen zu gestikulieren, finde ich genauso komisch.
Irgendwann vor ein paar Jahren hab ich bei meiner Schwester ein Foto von ihm an der Wand entdeckt. Das kam so unvorbereitet, dass mich das so richtig ins Herz getroffen hat. Damit hab ich einfach nicht gerechnet und das hat mich richtig aus der Bahn geworfen.

Seit über 20 Jahren hab ich also nichts mehr von ihm gehört. Wahnsinn, wieviel Zeit das ist! Als ich ihn das letzte mal gesehen habe, hat er sein Werkzeug aus dem Keller geholt. Meine Mutter war nicht da, ich war alleine zu Hause um hab ihm die Tür aufgeschlossen und stand heulend neben ihm. Rotzblasen hab ich geheult und ich hatte so einen Kloß im Hals, dass ich einfach nichts sagen konnte. Ich wollte einfach nur, dass er wieder zurück kommt. Oder zumindest, dass ich ihn nicht verliere. Aber ich durfte an den Wochenenden nicht zu ihm. Ich war ja nicht seine leibliche Tochter.
Damals war ich so verletzt und habe geglaubt, dass er mich zurück gewiesen hat. Heute glaube ich eher, dass das von seiner neuen Frau ausging. Meine Schwester durfte hin, aber mich wollte sie vermutlich nicht bei sich haben. Ich wäre aber auch nicht hingegangen, schätze ich. Aber ich hätte trotzdem gern Kontakt zu ihm gehabt.
Als er alles gepackt hatte, hat er mich noch mal in den Arm genommen und gesagt „Die Zeit heilt alle Wunden, mein Kind.“ Jetzt muss ich tatsächlich ein bisschen heulen. Obwohl es so lange her ist, sitzt die Verletzung immer noch tief und schon immer hab ich in Gedanken verbittert geantwortet, dass die Zeit keine einzige Wunde geheilt hat. Jetzt fällt mir aber erstmal auf, dass er „mein Kind“ gesagt hat…

Ich habe nie versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Vielleicht hat er darauf gewartet, dass ich den ersten Schritt mache… Aber ich finde nicht, dass ich am Zug war. Im Sommer war die Trennung und im folgenden Winter hat er mich zum Geburtstag angerufen und ich weiß noch, dass ich am Telefon gekämpft habe, nicht loszuheulen. Aber ich konnte auch nicht viel sagen, weil ich einen dicken fetten Kloß im Hals hatte. Vielleicht hat er dann gedacht, dass ich mit ihm nichts mehr zu tun haben möchte, denn er hat mich danach nie wieder angerufen.

Vor zehn Jahren hab ich einen Vorstoß gewagt. Da hab ich ihm zu seinem Geburtstag schöne Grüße ausrichten lassen. Damals, mit einer demütigen Einstellung dem Leben gegenüber, dachte ich, ich sollte es versuchen, bevor es vielleicht zu spät ist.
Vielleicht hätte ich ihn anrufen sollen, ihm einen Brief schreiben sollen… keine Ahnung… Aber außer, dass er sich über meine Geburtstagsgrüße gefreut hat, kam nichts zurück. Ein paar Monate lang hatte ich die Hoffnung, dass da noch was kommt, aber es kam nichts.
Dann hatte ich immer mal die Hoffnung, dass ich ihn auf einer Familienfeier bei meiner Schwester treffe – aber auch da kam er nie. Ich weiß nicht, wieso er nicht kommt. Meine Schwester meint, er kommt wegen meiner Mutter nicht, aber sorry… die werden sich doch wohl mal ein paar Stunden zusammenreißen können, wenn deren gemeinsamer Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn der zweite gemeinsame Enkel seinen 1. Geburtstag feiert. Oder wenn… tja… aber er kommt nie. Im Sommer wird mein großer Neffe eingeschult. Ich bin gespannt, ob man sowas dann wieder feiern darf, und wenn ja, dann bin ich gespannt, ob ich ihn da dann mal wieder sehen werde. Nach 22 Jahren. Ich würde mich tatsächlich freuen.

Shake it off

Donnerstag, 16. April 2020
Tag 19 im Home Office

Ich war gestern natürlich nicht beim Spargelhof. Aber heute geh ich. Sonst haben wir nämlich für heute wirklich nichts zu essen.
Kein Jammereintrag heute. Kein „ich hab gestern nichts gemacht“.
Ich war zwar nicht draußen, aber ich habe drei Maschinen Wäsche gewaschen und zusammen gelegt, ich hab die Küche aufgeräumt und geputzt und ich habe abends gekocht.
Heute war auf der Arbeit mal wieder nichts los. Ich hab eine Tasche für meine Schwester fertig genäht und ein weiteres Hörbuch fertig gehört. Drei Bücher gleichzeitig zu lesen/hören ist schon etwas blöd, aber jetzt ist es wieder auf eins reduziert.

Gestern Nachmittag kam noch eine Info, dass das Home Office um eine weitere Woche verlängert wird. Das war, bevor die Regierung das weitere Vorgehen verkündet hat. Ich weiß nicht, wieso man dann nicht einfach gewartet hat und heute mitgeteilt hat, wie es bei uns weiter geht.
Dieses wochenweise verlängern und hinkleckern finde ich nervig. Sollen sie sagen, die Home-Office-Regelung bleibt bis Mitte Mai wie sie ist, und fertig. Aber ok, ich wollte nicht jammern.

Gleiche mache ich Schluss für heute. Es ist nichts zu tun, was soll ich hier also sinnlos Zeit schinden. Und dann zieh ich mir was ordentliches an und gehe Spargel kaufen.
Ja, heute ist der zweite Tag in Folge, an dem ich meine Jogginghose an habe…
Aber egal, ich bin nicht unproduktiver, nur weil ich eine Jogginghose an hab. Ich bin auch mit Jeans nicht produktiver. Es ist einfach egal. Und ich darf zermürbt sein von dieser Situation. Ich muss nicht superaktiv sein, wenn ich es sonst auch nicht bin. Ich muss nicht zur Heimwerker-Queen werden. Und ich muss nicht einen Marathon laufen. Ich bin ich, und ich mache das hier in meinem Tempo. Ich sollte mein Zeitlimit für Instagram auch langsam mal wieder einhalten, dann lass ich mich vielleicht nicht so viel von irgendwelchen Möchtegern-Influencern beeinflussen und blenden.

Update: Haare & Futter

Mein Geist schrie also nach Veränderung. Irgendwie musste ich mal wieder ausbrechen, mal wieder tun, was keiner erwartet und mir auch offenbar nicht wirklich zutraut. Eine Freundin war ziemlich überrascht, als ich ihr eben ein Foto von meinen neuen Haaren gezeigt habe. „Du hast es wirklich gemacht!“
Ja… Hast du mir nicht geglaubt?
Meine Omi ist schockiert. Wie kann ich denn die schönen goldenen Haare… Die sind so selten und sowas Besonderes. Jetzt hab ich ja eine so gewöhnliche Haarfarbe, die ja jeder hat… Ach ja, meine Omi… Die ist echt ein Fall für sich.
Was hätte sie bloß gesagt, wenn ich doch grün gefärbt hätte??

Also das mit dem grün hab ich gestetet auf einem Haarbüschel aus der Bürste. Es sollte eigentlich ein blaugrün werden, aber mit meinen roten Haaren als Basis sah es aus wie eine Mischung aus grau und straßenköterblond mit verpfuschter Blondierung, die dann grün geworden ist. Es war einfach nur ein bräunlich-schmutziger graugrünlicher Farbton und ich war ziemlich froh, dass ich es wirklich auf dem Haarbüschel getestet hatte. Ich hatte es ja befürchtet.
Und genau deshalb hatte ich auch gleich noch eine Packung rot gekauft. Rot hatte ich schon mal, da wusste ich, dass es farblich was wird und mir gefallen wird und auch als Veränderung erstmal ausreicht.
Angeblich wäscht die Farbe sich nach 12-15 Haarwäschen raus, aber das bezweifle ich ein bisschen. Ich weiß von damals, dass diese Rotpigmente sehr hartnäckig sind.

So und dann gibt’s noch ein Futter-Update. Letzte Woche gab es folgendes:
– Marinierte Hähnchenbrust und grünen Salat
Kartoffel-Brokkoli-Gratin mit Schinken
– Grillhähnchen mit Farmersalat (nicht selbst gemacht, sondern vom Hähnchenmann)
– Kartoffelsuppe mit Würstchen
– Schnitzel mit Frankfurter grüner Soße und Bratkartoffeln

Heute gibt’s Frikassee und die übrige Brühe wird morgen für ein Risotto verwendet.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mittwoch, 8. April 2020
Tag 17 im Home Office

Ostern steht vor der Tür. Andere Leute färben Eier. Ich überlege, mir die Haare zu färben. 😀 Was gestern als fixe Idee begann (bzw. die hab ich ja schon länger), setzt sich immer mehr im Kopf fest. Ich wollte schon immer mal grüne Haare haben 😀 ich hab als Kind mal Punks gesehen und war total fasziniert von den bunten Irokesen 😀 Im Herzen bin ich ein Punk, auch wenn man das nach außen niemals sieht 😉
Und jetzt hab ich ne Midlife-Crisis und außerdem kommt man im Home Office ohne soziale Kontakte, die einen einnorden, auf dumme Gedanken…
Da sitzt das Teufelchen auf der einen Schulter und sagt „Los, mach die Haare grün! Oder pink. Oder beides!!!“
Und auf der anderen Schulter sitzt das Engelchen und sagt „Neeeeein, du bist doch so ein braves Mädchen, sowas macht man nicht. Das sieht doof aus, wenn sich das rauswäscht. Wenn, dann mach wenigstens was normales. Braun oder so. Aber auch das sieht doof aus, wenn es dann rauswächst. Lass es also einfach!!!!“
„Tu es, blau, grün, lila, knallpink! Mach mal was, was niemand erwartet. Komm, trau dich einfach!“
„Du bereust es hinterher.“
„Ach, das kann man überfärben. Oder ne Mütze aufsetzen. Oder Glatze. Hey, Glatze wär doch auch mal was?!“
„Alter, das ist jetzt aber schnell eskaliert! Frau Keschu, sei vernünftig.“

Aber ich bin doch immer vernünftig. Darf ich nicht mal unvernünftig sein?

„Jaaa, los, kauf dir Farbe, leg los!“
„Aber was, wenn es doof aussieht und du in 1,5 Wochen wieder ins Büro musst?“
„Musst du schon nicht, wird bestimmt noch verlängert.“

Aber was wenn nicht? Dann lachen mich alle aus.

„Drauf geschissen! Mach schon!“

Ja… so geht das seit Stunden im Kopf hin und her 😉 Und jetzt ist auch endgültig bewiesen, dass ich einen an der Klatsche hab 😀

Schöne Ostern. Ich habe jetzt frei bis nächsten Mittwoch. Vielleicht kommt mein Stoffpaket an, dann näh ich über Ostern was und bringe mich auf andere Gedanken 😉

Just another manic Monday

Ich bin zwar nicht zu spät auf der Arbeit und heute ist auch nicht Montag, aber es könnte einer sein…

Meine neue Overlockmaschine ist ein Träumchen!! 😍 Seit Samstag hab ich ganz viel rumprobiert und bin super zufrieden und will sie nicht mehr missen.
Gestern hab ich mir dann einen Cardigan genäht, den ich heute gleich angezogen hab. Er ist olivfarben, aber von innen ist der Stoff weiß und so ein kleines bisschen flauschig… Und ich war leider so blöd und hab einen schwarzen Pulli drunter gezogen 🙄 Ich seh aus heute! Und niemand hat ne Fusselrolle.
Aber verfusselt zu sein tut meiner Optik heute keinen Abbruch. Nach dem Zähneputzen und Haare kämmen hab ich mich nämlich angezogen und bin in die Küche um mir ein Brot für die Arbeit zu machen. Dann hab ich mich noch gewundert, wieso es noch so früh ist. Im Auto ist mir dann siedend heiß eingefallen, wieso ich so früh dran war: Ich hatte vergessen mich zu schminken 🤦🏼‍♀️ Oh man…
Im Büro angekommen hab ich dann erstmal an der Tür gezogen, obwohl ich seit über 5 Jahren weiß, dass man drücken muss…

Ich möchte bitte sofort wieder nach Hause. Kann mir jemand einen Entschuldigungszettel schreiben??

ABC im November 2019

A wie audiobook
Ich bin inzwischen echt auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Und in letzter Zeit auch auf den Geschmack von englischen Hörbüchern. Wieso hab ich das nicht schon früher gemacht? Der nächste Schritt wäre dann jetzt wohl, auch mal Serien/Filme auf englisch zu schauen.

B wie Banane
Im Frühjahr haben wir überlegt, dass wir uns ruhig mal ein paar Pflanzen auf den Balkon stellen können. Da wir aber Nordseite haben, geht da auch nicht alles. Meine Tomaten zB waren nicht richtig geschmackvoll, obwohl es kleine Cherrytomaten waren. Aber die Sonne hat da wohl nicht ausgereicht.
Jedenfalls haben wir Bananenpflanzen gekauft, weil der Mieter über uns welche hat und die so schön aussehen und man gleich ein bisschen Urlaubsgefühl hat. Wir haben aber eine kleinere Sorte als er, was uns jetzt aber zugute kam, als wir die Töpfe ins Wohnzimmer geschleift haben. Mal schauen, ob sie den Winter bei uns überleben. Bei uns müssen Pflanzen hart im nehmen sein 😉

C wie Chemotherapie
Mein Stiefvater hat Lungenkrebs. Wir haben die Diagnose vor ungefähr 3 Monaten bekommen. Inzwischen ist er operiert worden und bekommt jetzt Chemo. Jetzt sind seine Leukozytenwerte total im Keller und er muss aufpassen, dass er nicht krank wird… oh man… ich hoffe so sehr, dass er alles gut übersteht!

D wie dunkel
Die Zeitumstellung vertrage ich dieses mal relativ gut. Wahrscheinlich, weil ich jetzt quasi wieder in der „Dublin-Zeit“ bin 😉 Aber dass es um 17 Uhr schon dunkel wird, ist nicht so schön. Und auch morgens ist es jeden Tag etwas dunkler, wenn ich zur Arbeit fahre. Ich sollte mal wieder anfangen, Kerzen anzuzünden, dann ist die dunkle Zeit gleich viel gemütlicher.

E wie Ergebnisse
Die Prüfungsergebnisse sind noch nicht da. Als ich in Dublin war, hab ich kaum daran gedacht. Aber jetzt, wo ich zurück bin, bin ich hibbelig und will jetzt endlich wissen, ob ich mich auf die mündliche oder die erneute schriftliche Prüfung vorbereiten muss…
Geplant sind die Ergebnisse in etwa 1,5 Wochen. Gesagt hab ich aber allen, dass sie erst Ende November kommen. Dann kann ich zwei Wochen still leiden, bevor ich es allen sagen muss…

F wie Freunde zum Altwerden
Letztens waren wir wieder bei den Burger-Freunden zur Geburtstagsfeier eingeladen. Es ist echt immer sooo unglaublich lustig mit denen und ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen! Und sie uns auch nicht. Am nächsten Tag haben sie sich für den schönen Abend bedankt und gesagt, dass sie mit uns alt werden wollen 🙂

G wie Gesicht
Ich hab schon mal erzählt, dass man in meinem Gesicht lesen kann, wie in einem offenen Buch… ich krieg das auch nicht unter Kontrolle, ich seh mich ja nicht… Manchmal glaube ich aber, dass ich einfach ein blödes Gesicht mache, wenn ich konzentriert bin. Eine Lehrerin in der Schule hat damals schon immer gesagt, ich würde immer so böse gucken. Gut, ich mochte sie auch nicht, also vielleicht hat sie also einfach nur gesehen, was ich gefühlt habe 😉 Aber trotzdem glaube ich, dass mein Gesichtsausdruck im konzentrierten, gelangweilten, angestrengten oder auch entspannten Zustand immer genervt aussieht. Ein sogenanntes resting bitch face. Ja, ich musste das auch erstmal googlen 😉

H wie Hundepups
Unser Hund wird jetzt alt… Letztes Jahr mussten wir sie ja operieren lassen, weil sie einen Knoten an einer Zitze hatte… Tja… jetzt hat sie einen Knubbel an der Seite. Könnte ein Fetteinschluss sein. Könnte aber auch ein neuer Knoten sein. Wir werden es mal beobachten, ob es größer wird.

I wie Inselhüpfen
Der Wohnmobil-Urlaub in Schottland war einer der schönsten, den ich je gemacht habe. Ich will das auch noch in Irland, Island und Skandinavien machen. Da müssen wir erstmal rausfinden, ob man da mit dem WoMo frei stehen kann, wie in Schottland. Aber nichtsdestotrotz will ich auch unbedingt noch mal mit dem WoMo nach Schottland und die verschiedenen Inseln besuchen.

J wie Jobsuche
Läuft wieder.

K wie Klassentreffen
Vor vier Wochen oder so hatte ich in unserer Bibu-Whatsapp-Gruppe gefragt, ob wir nicht noch ein „Klassentreffen“ machen wollen, bevor die Ergebnisse da sind. von 22 Leuten haben sich 5 zurück gemeldet… und zwei von den 5 sind die Mädels aus meiner Lerngruppe. Zwei von den restlichen 3 hatten zugesagt, aber am Wochenende abgesagt.
Tja… also das wars dann wohl. Ich renn den Leuten nicht hinterher. Ich finds aber trotzdem schade. Zwei Jahre lang reden alle davon, wie toll unser Zusammenhalt in der Gruppe ist und dass wir unbedingt einen Stammtisch hinterher machen müssen. Ja, so viel also dazu.
Dann gehen meine Lernmädels und ich eben allein weg!

L wie lernfaul
Seit der Prüfung hab ich jetzt echt nichts mehr gemacht. Ich habe nichts für die Präsentation in der mündlichen Prüfung vorbereitet, nichts mehr gelernt… Weil ich ja noch nicht weiß, ob ich zur mündlichen zugelassen bin. Aber eigentlich ist es fatal, weil zwischen Ergebnissen und mündlicher Prüfung ist nicht mehr soooo viel Zeit. Warum sollte man sich also eigentlich diesen Druck machen?? Aber wenn ich sowieso nicht zugelassen bin? Tja, dann hätte ich trotzdem schon was machen können, weil ich es ja dann im Frühjahr noch mal versuche.

M wie müde
Auch wenn mir die Zeitumstellung dieses Mal nicht so sehr zu schaffen macht, fühle ich mich trotzdem jeden Abend wie erschlagen. Auf der Couch fallen mir die Augen zu und manchmal komme ich dann gar nicht mehr richtig zu mir. Das muss an der Dunkelheit liegen, denn tagsüber gehts.

N wie Nein!
Memo an mich: Ich werde mich nicht einmischen, solange ich nicht nach Hilfe gefragt werde!
Der schwule Kollege ist krank. Der, der hier immer alles irgendwie reißt und sich um alles kümmert. Der leider das meiste von dem abgefangen hat, seit ich mich raushalte. Jetzt ist er krank und ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht in alte Gewohnheiten verfalle. Ich hab spaßeshalber mal geschaut, was so anliegt… zwei E-Mails hab ich gelesen und mich gefragt, wieso… hätten die richtig gelesen, hätte das schon erledigt sein können.
Aber nein, solange ich nicht um Hilfe gebeten werde, mische ich mich nicht ein!

O wie Overlock
Ich hab jetzt wirklich wirklich lange nicht genäht. Ich würde schon mal gern wieder, aber ich trau mich nicht, was anzufangen, weil ich weiß, dass ich eigentlich ganz andere Sachen machen müsste. Präsentation für die mündliche Prüfung vorbereiten. Lernen, damit mein Wissen nicht in den hintersten Ecken meines Gehirns verschwindet…
Ich hatte gesagt, dass ich mir, wenn ich bestanden habe, eine Overlock-Nähmaschine schenke. Als Belohnung. Irgendwann bin ich aber dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich mit einer belohne, auch wenn ich nicht bestanden habe. Allerdings… wenn ich nicht bestanden habe, werde ich wohl auch erstmal nicht nähen, weil ich dann für die nächste Prüfung lernen muss…
Oh man, ich will es jetzt endlich wissen!!!!!

P wie Pssst
Ich hätt so gern Stille um mich rum… Aber solange ich mich nicht selbstständig mache und in einem kleinen Kämmerlein allein vor mich hin arbeiten kann, wird mir das wohl nie vergönnt sein…

Q wie Quitte
Ich hab einen neuen Lieblingsapfelwein. Bisher mochte ich am liebsten den Rosé-Apfelwein, der mit Johannisbeere versetzt ist. Aber jetzt wo ich den mit Quitte kenne, finde ich den Rosé viel zu süß!

R wie Rauchentwöhnung
Ich hätte ja gern, dass der Namenlose aufhört zu rauchen. Aber er will das eigentlich nicht. Also kann ich da nicht viel machen. Als mein Stiefvater die Krebsdiagnose bekommen hat, war er natürlich gleich sehr sensibilisiert, aber inzwischen hat sich das auch wieder gelegt… :-/

S wie Selbstbewusstsein
Letztens ist mir der Unterschied zwischen meinen Kollegen und mir aufgefallen: Wenn auf der Arbeit irgendwas ist, wenn zB. einer anruft und einen Fehler meldet, dann suche ich als allererstes bei mir. Mein Kollege nicht, der geht mal selbstbewusst davon aus, dass die Lieferung, auf der aufbauend er was bearbeitet hat, fehlerhaft gewesen sein muss. Der zieht überhaupt nicht in Betracht, dass er was falsch gemacht haben könnte.
Diese Einstellung sollte ich mir auch mal aneignen.

T wie Tannenbaum
Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Wir werden dieses Jahr wieder bei uns sein und es uns hier gemütlich machen. Heiligabend sind wir dann wieder beim Vater vom Namenlosen, hoffentlich kocht er was Leckeres 😉 Auf jeden Fall wird das wieder ein sehr entspannter Abend, abgesehen von der komischen Freundin von ihm. Das ist so eine, die immer alles besser weiß und irgendwie sone blöde Art hat, dass ich einfach nicht widerspreche. Es ist einfach entspannter, wenn man der einfach zustimmt und sich seinen Teil denkt. Die bringt nämlich sonst einfach nur Totschlagargumente, gegen die man sowieso nicht ankommt. Die Nerven kann ich mir gleich sparen und trink lieber einen großen Schluck Wein, statt zu reagieren 😉

U wie Unternehmenskultur
Jetzt hat es mal ein Bauernopfer gegeben. Bei uns ist jemand fristlos wegen Arbeitszeitenbetrug entlassen worden. Nicht in meinem unmittelbaren Umfeld, aber in der Firma. Bekannt wurde es, weil der Betriebsrat das als Anlass gesehen hat, die „Unternehmenskultur“ in Frage zu stellen. Kollegen haben per Hand aufgeschrieben, wann derjenige gekommen und gegangen ist. Offenbar war denen mal auffällig geworden, dass er spät kommt und früh geht und haben sich gefragt, wie das funktioniert, dass er dann trotzdem Gleittage nehmen kann, oder freitags noch früher gehen kann.
Ja, petzen ist irgendwie Kindergarten und jemanden in die Pfanne hauen ist auch nicht die feine Art. Aber ich muss ehrlich sagen, ich stelle in der Sache trotzdem lieber die Einstellung des Zeitbetrügers in Frage und nicht die Einstellung der Petzer.
Wir haben keine Stechuhren, aber auch keine Vertrauensarbeitszeit. Wir müssen unseren Zeiten selbst im System eintragen, und da sind schnell mal 5 oder 10 Minuten mehr eingetragen. Ich finde es also viel schlimmer, dass man seine Zeit bescheißt, als dass man petzt. Was ist das für ein Mensch, der offenbar ohne schlechtes Gewissen seine Pflichten als Arbeitnehmer nicht erfüllt? Spät kommt, früh geht, Gleittage nimmt, trotzdem bezahlt wird und andere die Arbeit für ihn mit machen? Welche Kultur ist denn das bitte?

V wie Vierzig
Die Zeit rennt, wir werden langsam doch älter. Unglaublich, aber wahr. Jetzt gabs im Freundeskreis schon mehrmals die 40 zu feiern. Zu meinem 40. will ich eine Harry Potter Überraschungsparty 😀 Die Vorbereitungszeit ist ja lang genug und ich hab das auch schon kundgetan 😉 Jetzt muss ich das nur noch bis dahin wieder vergessen 😉

W wie was wäre wenn…?
Das ist eins meiner „Lieblingsspiele“. Stundenlang können sich meine Gedanken um hypothetische Sachen drehen. Was wäre, wenn… …ich damals nicht dieses Studium angefangen hätte? …ich damals in der S-Bahn sitzen geblieben wäre? …ich mich damals gegen den Umzug entschieden hätte? …ich mich für die andere Ausbildung entschieden hätte?
Manchmal wüsste ich gern, ob es doch Paralleluniversen gibt, in denen es alternative Realitäten gibt. Wo wäre ich? Und wer wäre ich dann heute?

X wie X
10 Jahre bin ich jetzt schon in dieser Firma und im Großen und Ganzen ist es schon ok hier. Ich mag halt meine Kollegen nicht so… Ich hoffe einfach, dass ich bald woanders unterkomme. Was hier mich am meisten stört, ist die Einstellung der meisten Leute. Schon in der Ausbildung wurde mir gesagt, ich solle langsamer arbeiten, sonst hätte ich ja nachmittags nichts mehr zu tun. Und diese Einstellung wird jedem Ausbildungsjahrgang aufs neue vermittelt. Daher wird sich hier niemals was ändern. Ich kann diese Einstellung nicht leiden. Das ist doch nichts, worauf man am Ende des Tages stolz sein kann…

Y wie why?
Das ist doch die ganz große Frage im Leben. Warum? Ich will gar nicht zu philosophisch werden, aber man fragt sich doch oft nach dem Warum, ich zumindest, auch wenn ich weiß, dass es keine Antwort gibt. Ich suche trotzdem immer nach einem Grund, nach einer Erklärung, warum die Dinge so gekommen sind, wie sie gekommen sind. Irgendwann gebe ich mich zufrieden und nehme es als gegeben hin und hinterfrage nicht mehr. Bis ein Kamel das Gras abfrisst, das gewachsen ist.
Es gibt keine Antwort. Höchstens: Darum. Weil das Leben so ist. Gläubige Menschen sagen wohl, weil Gott es so wollte und sie sind mit dieser Antwort zufrieden. Manchmal frage ich mich, ob gläubige Menschen glücklicher sind, weil sie immer jemanden verantwortlich machen können. Manche Sachen sind einfach so unglaublich (egal ob positiv oder negativ), dann frage ich mich, ob da vielleicht doch jemand ist, der die Strippen zieht. Der entscheidet, dass einem dieses widerfährt und jenes nicht.

Z wie Zahlen
Zurück zu was rationalem: Ich arbeite in der Buchhaltung und ich bin hier genau richtig. Ich liebe Zahlen, ich will immer, dass alles stimmt, ich bin in vielen Sachen ziemlich pedantisch. Eigentlich will ich, dass in den M&M’s-Tüten von jeder Farbe gleich viel drin sind… Ich zähle Stufen, Schritte, Güterzugwaggons, Brückenpfeiler, Besteck beim Spülmaschine ausräumen… und das mach ich schon seit ich denken kann. Ich konnte schon im Kindergarten bis 100 zählen, weil ich immer wissen wollte, welche Zahl danach kommt. System verstanden, also ging das zählen immer weiter. Tja, seit dem lassen mich Zahlen nicht mehr los.

Hallo Zukunft!

Gerade habe ich mich in mein Spam-Spam-Postfach eingeloggt, weil ich eigentlich gucken wollte, ob ich darüber SMS empfangen kann (ich brauch eine Nummer für eine Bestätigung, aber ich will meine Handynummer nicht hingeben) und da sehe ich im Spam-Ordner eine Mail, die ich vor zwei Wochen erhalten habe. Ein Brief von vor zwei Jahren, von mir an mich.
Vor zwei Jahren und zwei Wochen hab ich nämlich überlegt, ob ich mich zum Bilanzbuchhalter anmelden soll oder nicht.

Dear FutureMe,

ich hoffe, du hast dich mit deinem Freund unterhalten und dich für die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter entschieden. Was sind schon zwei Jahre? Wie schnell ist 2017 schon wieder rum? Es ist August! Zwei Jahre, die hart sind, ja, aber du solltest bedenken, dass du deinen Sesselpupser-Job nicht ewig behalten wirst. Jaaa, ich male den Teufel an die Wand. Sicher… Aber du weißt wie es läuft. Überall wird gespart, „outgesourct“ und Personal abgebaut. Deine Firma ist da schon lange gut dabei. Hast ja bei den neuen Kollegen aus [***] gesehen wie das läuft. Standort zu, Job bleibt 100km weiter weg erhalten. Und wenn du nicht fahren willst, ja dann bist du eben raus. Ganz einfach. Und du musst dir Chancen eröffnen!

Tja, langes Geschwafel für die wichtige Frage: Wo stehst du heute? Kurz vor der Prüfung? Ich hoffe es.
Und wenn ja, dann hoffe ich, dass du stolz auf dich bist, was du geschafft hast. Nebenbei. Mach es dir bewusst und trage es nach außen. Rasseln gehört zum Handwerk, wie dein A*loch-Chef immer gesagt hat. Ist er noch dein Chef?

Und wenn du es geschafft hast, dann mach dich weiter auf den Weg und nutze das Gelernte. Keep going… Each step may get harder but don’t stop! The view is beautiful at the top!

Wenn du es nicht gemacht hast, dann wirst du deine Gründe dafür gehabt haben. Oder wenn du es noch nicht geschafft hast, dann hoffe ich, dass du dich heute nicht ärgerst. Ärgere dich nicht! Es ist schon alles richtig wie es kommt.

So, wie läuft es privat? Was macht dein Freundeskreis? Ich weiß wie schleppend es heute ist… wie schwer du dich tust, Kontakte zu halten. Aber du bist auch irgendwie selbst Schuld gewesen. Du hast sie zu wenig gepflegt. Ja ich weiß… Das muss sich auch bessern. Ist natürlich auch nicht so leicht, wenn ich jetzt noch über die zwei Jahre hinweg mich weiterbilden will.
Hauptsache du hast dich nicht zu sehr auf deinen Freund fixiert.

Bald feiert ihr Kleinneffis 3. Geburtstag. Der von Großneffi ist ja jetzt noch gar nicht so lang her. Ein guter Zeitpunkt, das Leben in die Hand zu nehmen!

Alles Liebe
Dein PastMe

Ich wusste gar nicht mehr, dass ich mir geschrieben hatte. Aber ich hab mich grad echt gefreut! Damals dachte ich, dass diese Mail nie ankommen wird, weil man sich nach dem Senden eigentlich noch irgendwie registrieren sollte oder so… weiß nicht mehr genau… jedenfalls hatte ich das dann nicht gemacht und daher war ich noch enttäuscht, weil ich dachte, dass mein Brief mich wohl nicht erreichen wird… Aber siehe da 🙂
Falls ihr auch mal wollt: https://www.futureme.org/

Ja, ich bin stolz auf mich, dass ich zwei Jahre durchgezogen hab. So eben nebenbei. Mit Vollzeit-Arbeit. Die letzte Hürde schaffe ich auch noch!
Und wirklich, wie schnell ist die Zeit vergangen?! Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich noch 2018 schreibe, wenn ich irgendwo ein Datum notiere. Weil die letzten zwei Jahre irgendwie eine Suppe waren. Die Zeit ging so schnell rum, es war so durchgetaktet und eigentlich monoton… 2019 ist auch bald rum. Unglaublich!
Mal schauen, ob ich zu Kleinneffis 3. Geburtstag fahren kann, ansonsten zu Großneffis 6. im Januar! Und Ende September besuche ich sie ja auch mal wieder.
Und mein Freundeskreis hat sich trotz begrenzter Zeit sogar vergrößert, weil ich im Lehrgang so viele Leute kennen gelernt hab, mit denen man ganz automatisch verbunden ist. Der Kontakt wird sich sicher nicht mit allen halten, aber ich hoffe, dass mir ein paar davon erhalten bleiben.

Freitags-Füller 26/2019

1. Mir gefällt meine neue Einstellung zu mir selbst. Ich frage mich aber, wieso es mir plötzlich so selbstverständlich vorkommt, mich gut zu finden. Und wieso ich es früher so selbstverständlich fand, mich wegen jeder Kleinigkeit zu kritisieren.

2. Nächsten Samstag sind wir bei Herrn und Frau Burger, die jetzt endlich offiziell Herr und Frau Burger sind, eingeladen. Dann weihen wir unser Hochzeitsgeschenk ein (eine Fackel für den Garten) und es gibt ein paar Leckere Sachen vom Grill.

3. Die Auswahl an Getränken ist einfach momentan: Wasser, Wasser, Wasser.

4. Im März hab ich ja meine Weisheitszähne raus bekommen. Eigentlich hätte ich zwei Tage später einen Termin bei einem normalen Zahnarzt gehabt, aber den hab ich dann natürlich abgesagt und natürlich keinen neuen vereinbart… Jetzt schiebe ich das wieder vor mir her. Sie wollte eine Füllung ersetzen… hach… allein der Gedanke… vielleicht warte ich noch mit dem Termin beim Zahnarzt.

5. Die Sommerferien sind fast da. Nur noch morgen Schule und dann hab ich 5 Wochen meine Ruhe! Fast. Lernen muss ich ja trotzdem und ich hoffe, dass ich mich oft genug abends zum lernen hinsetze. Aber das sollte kein Problem werden, denn ich habe in letzter Zeit so einige kleinere und mittelgrößere Erfolgserlebnisse bei Übungsaufgaben gehabt. Speziell bei den Steuerfächern. Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren.

6. Der Gedanke an die Prüfung bereitet mir trotzdem ein flaues Gefühl im Magen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Rest Eiswein, der noch im Kühlschrank steht, morgen habe ich geplant, hochkonzentriert an der Steuer-Probeklausur zu arbeiten und Sonntag möchte ich ein bisschen lernen, ein bisschen rumgammeln, ein bisschen Eis essen und mich ein bisschen über die nahende Freiheit freuen!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Das Sommerkleid

Ich habe heute ein Kleid an! Im Büro! Das hab ich im Leben noch nicht gemacht. Zumindest nicht im Sommer. Im Winter, wenn ich Stiefel anziehen konnte, die meine Waden versteckt haben, dann hab ich das schon ab und zu gemacht. Aber eigentlich kann ich es an einer Hand abzählen.

Die letzten Tage war es unglaublich warm. Im Büro ja eher nicht, da ist es klimatisiert und es zieht mir eigentlich eher. Aber wenn ich Schule hab, dann muss ich halt auch noch in der IHK ein paar Stunden aushalten… Und da sind lange Ärmel und geschlossene Schuhe nicht so angebracht.
Bisher gabs also das Zwiebelprinzip und ich hatte Wechselschuhe im Auto. Letzte Woche hab ich mich irgendwann getraut und ein neues (selbstgenähtes) Kleid zur IHK angezogen. Ich hab mich im Auto umgezogen, weil ich mich nicht getraut habe, das Kleid gleich morgens schon zur Arbeit anzuziehen. Außerdem hatte ich Angst, dass ich sonst im Büro friere. Das hab ich am Dienstag auch wieder gemacht. Also 2x in kürzester Zeit mit Sommerkleid im Alltag. Absolute Premiere für mich!

Gestern sollten es 39 Grad werden (und verdammt, mein Auto hat das auch tatsächlich angezeigt!!) und da hab ich schon kurz überlegt, ob ich das nun auch mal im Büro ein Kleid tragen soll… hab mich aber nicht getraut. Zumindest hatte ich aber mal Sandaletten an und gar nicht so schlimm kalte Füße gehabt, wie befürchtet. Zur Not geh ich halt mal raus und wärme mich wieder auf, hab ich mir gedacht 😉 Und zur allergrößten Not hätte ich Ballerinas im Auto gehabt.

Heute hab ich wieder Schule und ich stand vor dem Kleiderschrank und hab überlegt, was ich heute für den Nachmittag einpacke. ich muss ja schon sagen, dass ich sogar recht viele Kleider hab, die ich aber kaum trage. Ich hab ein paar Sommerkleider, die ich im Urlaub an hatte, aber ich hab sogar auch drei bürotaugliche Kleider, eins mit kurzen, zwei mit längeren Ärmeln, die ich aber bisher nur an hatte, wenn wir zum Jahrestag essen gegangen sind…
Heute morgen dachte ich mir dann „scheiß drauf“ es ist Sommer, es ist warm, ich will auch mal ein Kleid anziehen! Ein paar Kolleginnen haben auch immer ein Kleid an in letzter Zeit… Und die frieren ja auch nicht… Und wie gesagt, zur Not geh ich kurz vor die Tür. Aber wie ich heute früh schon gemerkt hab, reicht es, wenn ich ein Stockwerk die Treppen hoch steige, um in Schweiß auszubrechen…

Ich trage also heute ein Kleid!
Und niemand hat einen dummen Spruch gemacht.
🙂

Ein großer Schritt zur Selbstliebe

Gestern habe ich beschlossen, dass es mir egal ist, was andere Leute denken. Gestern habe ich einfach eine kurze Hose angezogen, als wir wählen gegangen sind. Weil ich das wollte. Weil es warm war. Weil ich mich wohl gefühlt hab. Mit mir und in meinem Körper. In kurzen Hosen und flachen Schuhen. Und zum ersten Mal habe ich nicht darüber nachgedacht, ob jemand hinter mir läuft und über meine Waden lästert. Weil es da nichts zu lästern gibt.
Ich saß im Auto, meine weichen Oberschenkel haben aus der kurzen Hose rausgeguckt uns sahen im sitzen so richtig breit aus. Gestern habe ich zum ersten Mal nicht abfällig darüber gedacht. Meine Hand lag auf den Oberschenkeln und zum ersten Mal habe ich nicht reingekniffen um die Dicke der Speckschicht abzuwägen. Sondern ich habe drüber gestreichelt und einfach nur die Haut wahrgenommen. Meine Oberschenkel sind eben so. Ja, ich könnte sie trainieren, aber wenn ich es nicht mache, weil ich dafür gerade nicht so viel Zeit habe und mir die Zeit auch nicht nehme, dann ist es auch nicht schlimm. Im Gegenteil. Ich akzeptiere meine Oberschenkel.
Gestern habe ich mich zum ersten mal wohlwollend im Spiegel angesehen. Liebevoll. So habe ich mich noch nie angeschaut. Ich habe mein Spiegelbild mit „Na, Hübsche!“ bedacht. Unwillkürlich. Nicht, um mich selbst zu manipulieren. Nicht wie ein „Du bist schön, glaub an dich“-Mantra, das irgendwann in Fleisch und Blut übergehen soll sodass man irgendwann anfängt es zu glauben, sondern einfach ganz unbewusst.
Gestern hatte ich auch zum ersten mal das Bedürfnis, mir etwas gutes zu tun. Mich einzucremen nach dem duschen. Nicht einfach nur, weil meine Haut trocken ist und sonst juckt, sondern um mich damit zu verwöhnen. Ich hab darüber nachgedacht, mir die Nägel zu lackieren, aber dazu möchte ich erstmal die angeknibbelten Nagelbetten heilen lassen. Ich habe zum ersten mal drüber nachgedacht mir ein Kleid zu kaufen, um es im Alltag zu tragen. Nicht nur im Urlaub, wo mich keiner kennt. Oder in der Freizeit, wenns einfach nicht anders geht, weils so heiß ist.

Dieses Gefühl, das sich seit gestern in mir breit macht ist einfach schön. Es ist schwer zu beschreiben und irgendwie so pathetisch, aber zum ersten Mal fühle ich mich genügend. Ich fühle mich größer, aufrechter. Strahlend. Ich mag mich auf einmal, ich empfinde Zuneigung für mich. Ich akzeptiere und mag meinen Körper so wie er gerade ist. Und es tut mir wirklich leid, dass ich so lange so nachlässig mit ihm war und so lange so bösartig und gemein zu mir selbst war. Ich möchte mich selbst in den Arm nehmen und mich entschuldigen! Niemand hat verdient, dass man so mit ihm umgeht. Erst recht nicht man selbst.

Man mag mich nicht mehr oder weniger, wenn ich superdünn und austrainiert bin. Man mag mich, weil ich bin, wie ich bin. Weil ich tue, was ich tue. Weil ich für andere da bin. Weil ich ehrlich bin. Und das ist die schönste Eigenschaft, die man haben kann. Das ist es, was einen Menschen schön macht. Empathiefähigkeit, Selbstlosigkeit, sich für andere aufrichtig freuen können. Das ist es, was mich ausmacht, das ist es, was mich von innen schön macht. Meine Waden sind vielleicht unproportional zum Rest. Na und? Meine Oberschenkel sind weich. Na und? Ich habe ständig blaue Flecken an den käseweißen Beinen, weil ich mich ständig irgendwo stoße. Na und? Und das meine ich so, wie ich es sage. Mein Körper ist, wie er ist. Aber das ist es nicht, was mich als Mensch ausmacht. Und wenn andere mich darauf reduzieren… na ja… dann ist es mir egal. Dann sollen sie das oberflächlicherweise tun. Diese Menschen gehören nicht in mein Leben. In mein Leben gehören die anderen, die mich so akzeptieren und lieben, wie ich bin.

Ich wünsche mir, dass ich mir dieses Gefühl bewahren kann, dass ich diese Einstellung zu mir behalten kann. Ich fühle mich so gut seit gestern, einfach so innerlich zufrieden und glücklich. So habe ich mich noch nie gefühlt und ich möchte mich nie wieder anders fühlen. Ich habe kapiert, dass ich einfach liebenswert bin. So wie ich bin. Weil ich so bin, wie ich bin. Und dass ich mich so auch mögen darf und muss. Ich möchte daran arbeiten, dass es so bleibt und irgendwann mehr als nur ein mögen ist.

Freitags-Füller 20/2019

1. Wenn ich an die mündliche Prüfung denke, wird mir schlecht. Gestern saß ich vor dem Unterricht wieder in der Cafeteria, wo wir uns vor dem Unterricht immer treffen und quatschen, und dann kam eine, die zur mündlichen Prüfung in den Raum gerufen wurde. Und prompt wurde mir richtig schlecht. Es ist total bescheuert, weil ich ja zuerst überhaupt mal die schriftliche schaffen muss. Sagt mir mein Unterbewusstsein etwa, dass ich mir darum keine Sorgen machen soll? 😉 Man muss ja alles positiv sehen...

2. In Kartoffelsalat muss auf jeden Fall genug Flüssigkeit sein. Wenn man fast daran erstickt, weil zu wenig Mayo oder Essig/Öl, dann ist das einfach kein guter Kartoffelsalat. Ich mag beide Varianten ganz gern. Aber Gürkchen sollten schon mit drin sein!

3. Es ist hart mit anzusehen wenn Leute zwei Räume nicht unterscheiden können… Wir haben zwei kleine Besprechungsräume, die haben wir in Raum 1 und Raum 2 benannt und es gibt für jeden einen eigenen Kalender um ihn zu blocken. Wenn jetzt jemand Raum 2 gebucht hat, seine Besprechung dann aber in Raum 1 abhält, dann triggert mich das! Kann das so schwer sein? Wenn der andere Raum leer ist, ist das ja eeeeeigentlich kein Problem (außer für meine nerdige Psyche), aber grad wenn im anderen Raum jemand ist, und danach wieder jemand und sich das überschneidet, dann verschiebt sich alles und dann sitzt man am Ende im falschen Raum und muss dann raus, weil ein anderer rein will, weil er gebucht hat… klingt kompliziert? Ich hab nie gesagt, dass ich ein einfacher Mensch bin 😉.

4. Ich hab ja früher auch schon immer gesagt, dass die Zeit rennt, aber momentan ist das richtig schlimm. Durch die Schule ist die Woche so getaktet und plötzlich war man schon 2x in der Schule und dann ist auf einmal Freitag. Und vom Wochenende hat man auch irgendwie nicht so viel. Und dann geht die Woche an einem vorbei und irgendwie sind alle Wochen gleich, alles ist ein Einheitsbrei, weil ich ja auch nicht viel was anderes mache… Der Schnee schmilzt, die Bäume werden grün, abends nach der Schule ist es noch hell, wenn ich nach Haue fahre und zack ist auf einmal fast Juni.

5. Ich wette heute bleibt wieder die halbe Belegschaft im sogenannten „Home Office“. Chef ist nämlich nicht da. Aber abgesehen davon mach ich das nächste Woche auch mal. Mein Auto muss zur Inspektion und zum TÜV und ich hab keinen Bock mich in den Bus zu setzen (ich weiß nicht mal, wie ich mit den Öffentlichen zur Arbeit komme) oder mich vom Namenlosen bringen und abholen zu lassen. Und was mache ich an dem Tag? Na klar, Wäsche waschen, essen kochen, auf der Couch rumlümmeln 😉 arbeiten natürlich. Ein bisschen. Und lernen.

6. Der Wind in den Bäumen,
der Regen auf meinem Gesicht,
bin momentan mehr in Räumen,
darum merke ich das nicht
.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein hoffentlich gutes Essen in so einem blöden Hip-Restaurant, wo es natürlich nur nachhaltiges, und natürlich auch veganes Essen gibt und Öko-Brause mit wiederverwertbaren Strohhälmen. Hoffentlich ist das auch alles laktosefrei, glutenfrei und mindestens doppelbio, damit sich der doppelte Preis auch richtig lohnt. Ach ja, aber Hauptsache ne essreife Flugavocado dabei… die ist ja auch so richtig nachhaltig und umweltschonend. Aber ok, meine Freundin will da mal hin. Es gibt auch drei Fleischgerichte, ich werde also nicht verhungern 😉 Das würde mir ja grundsätzlich an Aktivität fürs Wochenende ausreichen, aber dieses WE ist richtig voll, morgen habe ich geplant, nach der Schule den Junggesellinnenabschied meiner Freundin zu feiern. Und ich hoffe, dass es nicht regnet (drückt mir die Daumen!), eigentlich wollten wir nämlich vorher picknicken. Die Prognose ist nicht berauschend. Nach dem Essen machen wir eine Comedytour in einem Sightseeingbus, da kanns von mir aus auch regnen, aber wenn wir dann noch ein wenig durch die Kneipen ziehen, dann wärs schön, wenns trocken wär. Aber ob das was wird? Schließlich sind da auch wieder Muttis dabei, die „eine kleine Maus“ zu Hause haben… Warum haben alle Mäuse zu Hause?? Als ob da nicht auch mal der Vater aufpassen könnte. Das sind keine Säuglinge mehr… So, und Sonntag möchte ich dann eigentlich nichts machen, aber wir sind mit dem Vater und dem Halbbruder des Namenlosen verabredet. Erfahrungsgemäß wird das sehr lustig, aber ich hab trotzdem schon jetzt keinen Bock drauf. Danach hab ich eigentlich Urlaub nötig. Ist mir alles etwas viel auf einmal grad!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Neues Jahr…

… neues Glück. … altes Ich? … neues Ich? 365 neue Chancen 😉

Ich weiß gar nicht, ob ich mir großartig Vorsätze machen möchte. Für dieses Jahr gibt es eigentlich nur einen einzigen Vorsatz: Die Prüfung zu bestehen!

Aber ein paar Kleinigkeiten möchte ich dennoch im neuen Jahr umsetzen. Es sind keine so richtigen Vorsätze, einfach ein paar alltägliche Dinge.
Ich möchte zum Beispiel genug trinken, um mal was ganz banales zu nennen. Bisher schaffe ich das immer ganz gut, auf der Arbeit trinke ich mindestens 1,5 Kannen Tee, zu Hause oder in der Schule trinke ich auch noch mal ganz gut und so komme ich unter der Woche eigentlich immer auf mindestens 2 Liter. Am Wochenende fällt mir das schwerer und das macht sich öfter im Laufe des Sonntags als Kopfschmerzen bemerkbar.
Ich möchte jeden Tag lesen. Abends, direkt vor dem Schlafen, hab ich die Angewohnheit, noch mal am Handy rumzuspielen. Dann scrolle ich durch Instagram oder spiele Candy Crush. Das lasse ich weg und lese stattdessen jeden Abend vor dem Schlafen noch mal ein bisschen. Und wenns nur eine Seite ist.
Dann habe ich mir vorgenommen, netter zu mir selbst zu sein. Mich nicht mehr, (bzw. für den Anfang erstmal weniger) zu kritisieren. Mich im Spiegel anzuschauen, ohne etwas Abfälliges zu denken.
Ich hab da noch ein paar mehr Sachen. Ich möchte zB mal Intervallfasten ausprobieren, ich möchte gern jeden Tag spätestens um halb 8 im Büro sein, dazu muss ich morgens etwas eher aufstehen. Ich möchte öfter eine Bluse und/oder einen Blazer ins Büro anziehen, ich möchte am Wochenende größere Runden mit dem Hund laufen, ich möchte (meiner Haut zuliebe) nicht mehr so heiß und so lange duschen… Um das umsetzen zu können, habe ich mir eine Gewohnheits-App runtergeladen. Und immer, wenn ich zB. gelesen habe, oder nur kurz geduscht habe, oder wenn ich um spätestens halb 8 im Büro war, dann kann ich die Sache darin abhaken. Und das ist ein kleines psychologisches Phänomen, denn ich WILL diesen Haken machen können 😉 Gestern und heute war ich zB um 5 nach halb 8 im Büro und finds dann doof, dass ich den Haken nicht kriege 😉 Ganz simples Belohnungssystem also, das irgendwie bei mir zu funktionieren scheint.
Wenn ich nach dem Bilanzbuchhalter wieder Zeit habe, versuche ich das mit Sport 😉

Ansonsten überlege ich ja schon länger, dass ich nach der Prüfung gerne wegfahren möchte. Das würde ich natürlich gern mit dem Namenlosen zusammen machen, aber ich kenn uns ja… er plant nicht so langfristig, was mir normalerweise egal ist, aber ich möchte zwischen Prüfung und wegfahren nicht viel Zeit verstreichen lassen, sonst muss ich ja wieder arbeiten gehen 😉 Außerdem könnte es sein, dass sein Vater grad auch weg ist und also keiner den Hund nehmen kann. Das muss ich einfach mal klären.
Als Alternative hatte ich dann schon überlegt, ob ich nach der Prüfung Bildungsurlaub mache, eine Sprachreise irgendwohin. Am liebsten nach Schottland oder Irland 😉 Das muss ich mit ihm mal besprechen, weil sowas muss man ja rechtzeitig beantragen usw. Das könnte ich mir jedenfalls auch gut vorstellen. Dann könnten wir beide einfach im Januar wegfahren. Das ist erfahrungsgemäß eine ruhige Zeit bei ihm und solange ich keine anderen als die aktuellen Aufgaben habe, ist das auch für mich eine ganz gute Zeit zum wegfahren.

Jahresrückblick-Stöckchen 2018

Auch für 2018 gibt es den alljährlichen Jahresrückblick.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2019! Lasst das alte Jahr Revue passieren und kommt zur Ruhe. Es ist wie es ist, mit allen positiven und negativen Erfahrungen,die euch zu dem Menschen machen, der ihr seid. Und wenn euch etwas nicht gefällt, dann ist das neue Jahr ein guter Zeitpunkt, um Veränderungen anzugehen. Macht, was euch gut tut und haltet euch fern von dem, was euch nicht weiter bringt. Klingt so einfach. Ist es aber nicht, ich weiß. In diesem Sinne: wir strengen uns an 😉

Zugenommen oder abgenommen?
Ich glaube, auch wenn mir alle meine Klamotten noch passen, habe ich ganz schön zugenommen. Insgesamt ernähren wir uns zwar schon gesund. Essen Obst und Gemüse, kochen mindestens 5x die Woche frisch, würde ich sagen. Aber natürlich kochen wir nicht nur kalorien-/fettarm. Im Sommer essen wir viel Salat, dazu Pute oder Hähnchen, aber es gibt eben auch Nudeln, Soßen mit Sahne und auch deftiges Essen und klar gibts auch mal Döner, Pizza, Chips und Co 😉 Es fehlt definitiv die Bewegung um die Kalorienzufuhr irgendwie auszugleichen. Die Jeans sind enger als letztes Jahr, auch Oberteile kaufe ich manchmal doch lieber eine Nummer größer… Aber zumindest war ich jetzt im Dezember 3 Kilo leichter als im Mai. Meine Schwester hat nämlich ne Waage 😉

Mehr Geld oder weniger?
Es ist mehr. Ich hab ja auch keine Zeit viel auszugeben 😉 Wobei ich in den letzten zwei Monaten doch ganz schön auf dem Shoppingtrip war. Ein kleiner Anfall von „Ich hab nix zum anziehen!“ und Kleidungsstiländerung um irgendwie an meiner Ausstrahlung zu arbeiten.

Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht war es ein bisschen hirnrissig alleine in den Urlaub zu fahren. Als ich angekommen war, hab ich jedenfalls ziemlich schnell nach Rückflügen gegoogelt, aber im Nachhinein war es doch ganz schön und gar nicht so hirnrissig.

Schlimmstes Ereignis?
Mit Udo liegen zu bleiben. Ich muss gestehen, dass das mein Vertrauen in das Auto etwas erschüttert hat… Auch wenn ich weiß, dass das jetzt repariert ist, hab ich immer noch ein leicht unwohles Gefühl, besonders dann, wenn er irgendwelche Geräusche macht, die mir neu sind. Also… das wird keine große Liebe mehr zwischen uns…

Schönstes Ereignis?
– meine langjährige Freundin zum ersten mal zu treffen
Paragliden in Südtirol

Die gefährlichste Unternehmung?
Autofahren auf Teneriffa
– Paragliden in Südtirol

Der beste Sex?
immer 😉

Die teuerste Anschaffung?
Meine Urlaube, wenn man das als Anschaffung betrachten möchte. Aber das war mir egal. Ich bin sonst so sparsam!

Das leckerste Essen?
Die rote Mojo in San Antonio war einfach der Hammer und die Schlutzkrapfen und Strauben in Südtirol waren auch soooooo lecker!

Das beeindruckendste Buch?
Ich hab auch dieses Jahr meine Leselisten weiter geführt. Die Geschichte der Bienen war tatsächlich beeindruckend. Nicht weil das Buch irgendwie wahnsinnig herausragend wäre, aber das muss man sich mal überlegen: In China werden Obstbäume per Hand bestäubt, weil es keine Bienen mehr gibt…

Die meiste Zeit verbracht mit?
– dem Namenlosen
– aber gefühlt mit dem dem Bibu-Kurs

Die schönste Zeit verbracht mit?
– auch mit dem Namenlosen
– aber auch mit dem Bibu-Kurs 😉

Die größte Veränderung des Jahres?
Ich glaube ich habe mich dieses Jahr gar nicht so verändert. Zumindest nicht optisch offensichtlich. Und innerlich… na ich hoffe, dass die Veränderung noch kommt. Dass ich mich vielleicht selbst besser akzeptieren kann. Dass ich selbstbewusster auftreten kann…

2018 zum ersten Mal getan?
– alleine im Urlaub gewesen und das auch noch auf Teneriffa, wo ich vorher auch noch nicht war und da bin ich auch noch zum ersten mal im Ausland Auto gefahren
– in Südtirol gewesen
– Paragliding

2018 nach langer Zeit wieder getan?
2018 bin ich mal wieder auf die hirnrissige (das hätte vielleicht auch gut oben hingepasst) Idee gekommen meine Gitarre rauszukramen. Irgendwie war ich der Meinung, ich bräuchte einen Ausgleich zum Bibu-Lernen 😉 Aber ich hab das nach kurzer Zeit direkt wieder aufgegeben, weil ich mich nicht traue zu spielen, wenn mich jemand hören könnte 😉

2018 leider gar nicht getan?
Den Job gewechselt. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe, dass es nun erstmal zu spät ist. Mit dem Lernpensum, das ich noch habe, wollte ich mir irgendwann nicht mehr zumuten, mich in einen neuen Job und ein neues Team einzufinden. Also akzeptiere ich die Situation wie sie ist und nutze die Zeit, in der ich sonst aus dem Fenster schauen würde, zum lernen.

Wort des Jahres?
Immer noch und noch mehr als 2017: Bilanzbuchhalter. Dieser Lehrgang bestimmt derzeit tatsächlich mein Leben. Meinen Urlaub, meine Familienbesuche und meine sozialen Kontakte richte ich komplett danach aus. Wer damit nicht umgehen kann… tja… ehrlich gesagt, für den tut es mir leid, aber der Lehrgang ist absolut Prio 1. Alles andere steht erstmal hinten an.
Es gibt ein paar Leute, die das verstehen können. Meine Hochzeitsfreundin sagt auch immer, dass sie das versteht, aber ich glaube sie ist eigentlich beleidigt. Immer kommen so kleine Spitzen. Jetzt ist sie ja das zweite mal schwanger und ja, es war bestimmt schon 6 Wochen her, dass wir uns das letzte mal gesehen hatten… aber wir haben uns vorher auch nicht ständig getroffen. Als wir jetzt eine Verabredung zum Brunch nach Weihnachten ausgemacht hatten, kam direkt ein „Schade, dass es nicht früher klappt“ und „du erkennst mich bestimmt gar nicht wieder“ zurück.

Erkenntnis des Jahres?
Dass ich mich mögen muss… Und dass meine Mutter genauso wenig gewollt war, wie ich.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Streit mit dem dynamischen Dozenten-Duo in unserem Lehrgang
– die Lautstärke im Büro
– vorgeschobene Gründe um nicht mit uns Silvester zu feiern. So wirkt es zumindest…

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich einen Vertreter brauche. Und das habe ich geschafft. Auf einmal ging das… 2019 bin ich zu zwei Abschlüssen definitiv nicht da. Und ich wäre auch gern mal zu noch mehr Abschlüssen nicht da, weil ich gern auch mal meinen Urlaub so ausrichten würde, wie es mir passt… Und vielleicht wär ich dann irgendwann gern auch gar nicht mehr da 😉

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich glaube die Westernhagen-Konzertkarten sind super angekommen 🙂

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich habe mir selbst Ed-Sheeran-Karten für 2019 geschenkt 😉

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Keine Ahnung… Es war schön, von der IHK-Tante bestätigt zu bekommen, dass alle Dozenten uns super finden, und dass wir eine tolle Lehrgangsgemeinschaft sind. Und es war schön von fast allen Dozenten zu hören, dass wir die Prüfung schon schaffen werden.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ach Gott, ich hab so viel gesagt…

2018 war mit einem Wort?
Lernreich

Das mit dem „sich selbst lieben“

Das ist etwas, das ich wohl noch nie getan habe. Ich mag mich nicht mal selbst so wirklich. Eben hab ich meine alten privaten Einträge durchforstet und es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben… traurig…

2009:
ich hab mich noch nie auffällig gekleidet. immer graue maus. nie auffallen. immer in der masse verstecken. wieso? wieso hab ich zb ein problem damit, wenn andere leute mich anschauen? einen rock zu tragen finde ich noch heute in fast jeder situation unpassend. an mir jedenfalls. ich komme mir immer gleich überzogen aufgetakelt vor. an anderen frauen sieht es immer gut aus. und passend. stilvoll. schick. wieso an mir nicht?

2010:
wieso bin cih so eine graue maus? wieso bin cih manchmal sogar unsichtbar? wieso bin cih keine elegante frau? wieso fühle ich mich nicht als frau? wieso sehen die tollen klamotten von anderen an mir scheiße aus? wieso kann ich nicht wie jemand anders sein? wieso kann ich nicht jemand anders sein?
wieso kann ich nicht einfach zufrieden mit mir sein???

2015:
Ich renn halt auch iiiiiimmer gleich rum. Jeans und ein Pulli. Jeans und ein Shirt und Strickjacke. Immer gleich. Ich find mich ja selbst langweilig. Und ich brauch mich nicht wundern, dass man mich jünger schätzt. Ich finds nicht schlimm, jünger geschätzt zu werden. aber damit einher geht auch, dass man mich unterschätzt und mir weniger zutraut.

Der A-Figurtyp
Das liest sich für mich so:
– Ihr Oberkörper ist zart, aber Ihr Unterkörper ist völlig unproportional massig
– Ihre Schultern sind schmal, aber Ihre Hüften sind fett
– Ihre Taille ist schlank und deutlich ausgeprägt, weil Ihr Arsch riesig ist
– Ihr Po ist fett und schwabbelig
– Ihre gesamten Beine sind fett, sogar Ihre Knie und Fesseln!!
– Sie haben kurze Stummelbeine
Ach man, es ist echt eine Katastrophe. So denk ich oft über mich… Wie soll man da Spaß am Shoppen haben, wenn diese Gedanken immer im Kopf sind, wenn man was anprobiert…

2016:
Ich mache mich selbst fertig, indem ich vor dem Spiegel stehe und mich kritisiere. Indem ich mir selbst sage, wie schwabbelig mein Arsch ist. Indem ich mich einfach nicht akzeptiere.
Irgendwie muss ich es mal schaffen, dass ich nett zu mir bin.

2017:
Wieso kritisiere ich mich ständig selbst?
Wieso bin ich laufend unzufrieden mit mir?
Wieso fühle ich mich so oft ungenügend?

Ich bilde mir ein, dass alles besser wird, wenn ich mit meinem Körper zufrieden wäre. Aber selbst wenn die Speckfalten am Bauch weg sind, dann ist da immer noch der schwabbelige, große Hintern. Und die weichen, wabbeligen Oberschenkel. Und die fetten Waden mit den Stumpenfesseln, die in fast keine Stiefel oder Boots passen.
Aber auch wenn das alles weg wär… na ja, dann wärs halt was anderes.
Ich bin nicht sehr nett zu mir. Wenn ich mit anderen so reden würde, wie mit mir ihn meinem Kopf, dann würde niemand mehr was mit mir zu tun haben wollen… Und wenn andere was nettes zu mir sagen, dann ist es nicht so, dass ich das nicht glauben will. Ich würde es gern glauben, aber ich kann irgendwie nicht. Ich erlaube es mir nicht, das zu glauben…
Manchmal habe ich auch kurze Momente, in denen ich dann zu mir sage, dass ich gar nicht so fett bin, oder dass ich gar nicht so hässlich bin, oder sowas… Aber ich formuliere es immer so rum.

Der Namenlose und ich hatten zB vor einer Woche Jahrestag und sind essen gegangen. Und natürlich hab ich mich da auch mal mehr zurecht gemacht. Mit Lidstrich und Lippenstift. Und der Namenlose war richtig geplättet, als ich aus dem Bad kam… Aber der Kommentar, den ich für mich übrig hatte, war „Siehst schon gar nicht so scheiße aus, wenn du dich mal zurecht machst“ und nicht „Du siehst hübsch aus!“ Das fällt mir sogar schwer über mich zu schreiben. Ich sah hübsch aus an dem Abend. In dem Moment, wo ich das schreibe, zuckt meine Augenbraue nach oben.
Manchmal, wenn ich hier auf der Arbeit aufs Klo gehe, dann sehe ich mich im Augenwinkel von der Seite im Spiegel. Und manchmal gucke ich mich dann an und dann denke ich manchmal, dass ich ja gar nicht so fett bin. Nicht „Du hast eine gute Figur“ (und wieder fällt mir das Schreiben total schwer), sondern „Du bist gar nicht sooo fett.“ Aber ich stelle auch fest, dass diese Wirkung viel mit der Kleidung zusammen hängt. In manchen Klamotten wirke ich schmaler als in anderen. Das hängt davon ab, wo die Oberteile enden. Logisch. Aber trotzdem erstaunlich, wie viel mal so rein optisch beeinflussen kann.
Wenn ich mich dann allerdings nach dem duschen nackt im Spiegel sehe, da kann nix mehr kaschiert werden… Früher habe ich mich dann echt fertig gemacht. Hab in die Bauchspeckfalte gekniffen und bemängelt, wie viel ich da zwischen den Fingern hab, oder den Hintern angeschwabbelt und angewidert die Augen verdreht… heute mache ich das seltener. Nicht, weil ich mich nicht selbst runter machen will, sondern weil ich mich einfach ignoriere.
Ich schaue mich kaum im Spiegel an. Ich gucke mir nicht ins Gesicht, außer morgens zum Augenbrauen nachziehen und Wimpern tuschen. Ich gucke mich auch nicht nackt an. Mir fällt meine Speckfalte auf, meine weichen Oberschenkel, die innen komplett aneinander reiben, meine dicken Arschbacken, die Cellulite haben… Aber ich seh das nur im äußeren Blickfeld. Ich versuche einfach gar nicht hinzugucken.
Ich mag meinen Körper nicht. Ich widme ihm dadurch auch nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte (und der Namenlose somit auch…) Ich habe auf den großen Zehnägeln noch Nagellackreste vom Sommer… Und der Nagellack war im Sommer auch nur drauf, weil ich sonst nicht mit offenen Schuhen gelaufen wäre. Meine Beine rasiere ich alle paar Wochen mal. Ich mache nie Gesichtsmasken oder Haarkuren. Zum Jahrestag hab ich mir seit Moooooooonaten mal wieder die Augenbrauen gezupft und gefärbt, weil es halt mal einen Anlass gab. Gott sei Dank sind die sonst blond, sonst hätte ich schlimmer ausgesehen als Bert aus der Sesamstraße. Meine Fingernägel sind jetzt auch mal ok und ich bemühe mich seit einer Woche, nicht mehr so viel an den Nagelbetten rumzuknibbeln… Es sieht allmählich besser aus. Nur noch drei entzündete Stellen.

Aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll, wie ich anfangen soll, mich zu mögen. Mir ist klar, warum ich mich mögen sollte, aber ich weiß nicht, was ich an mir mögen soll… und wie… Ich bin wie ein Fremder für mich, mit dem man einfach nichts zu tun hat, zu dem man kein Verhältnis hat. Obwohl das stimmt ja so auch nicht. Ich habe ein Verhältnis zu mir, ein gestörtes, ein schlechtes. Aber da ich mich zB so wenig wie nötig im Spiegel angucke, mich so wenig wie nötig mit mir beschäftige, gehe ich fast dazu über, gar kein Verhältnis mehr zu mir zu haben. Harte Worte… Aber so ist das.

Gibt es irgendwas, was ich an mir mag?
Nachdem ich jetzt 8 Minuten darüber nachgedacht hab, ist mir trotzdem nichts eingefallen, außer „Ich mag meine Brille“. Aber immerhin. Als Kind/Teenie mochte ich meine Brille überhaupt nicht, hab dann über 10 Jahre nur Kontaktlinsen getragen und bin vor 4 oder 5 Jahren wieder zur Brille zurückgekehrt.
Vielleicht mag ich noch, dass ich doch irgendwie zielstrebig bin und mir selbst schon ein paar mal bewiesen habe, dass ich Sachen durchziehen kann. Und vielleicht mag ich auch noch, dass ich manchmal ganz witzig bin (und gleich hab ich das Bedürfnis, das wieder zunichte zu machen, indem ich sage „Ich wünschte ich wäre viel öfter so witzig und schlagfertig“…)
Ich hab da wohl einen ziemlich langen Weg vor mir.

Projekt: Ausstrahlung

Ich weiß nicht, obs das Wetter ist, oder ob ich grad mal wieder „Hormone“ hab, aber gestern hat mich die Kleidung einer Kollegin ganz schön angefressen. Es ist die alte Leier: Ich bin eine unscheinbare graue Maus.

Manchmal frage ich mich, ob ich verrückt werde, denn ich möchte zB im Einkaufszentrum an einer Menschentraube vorbei und sag „Entschuldigung, darf ich mal durch?“ und keiner reagiert. Sowas erlebe ich öfter mal und dann frage ich mich, ob ich zu leise bin. Also sag ich das bewusst lauter, als ich es normalerweise sagen würde, und trotzdem reagiert keiner. Manchmal ärgert mich das nur, manchmal frage ich mich aber, ob ich was gesagt hab, oder ob ich mir das nur eingebildet hab… Fast schon schizophren 😉
Aber vielleicht bin ich nur einfach die kleine, graue Maus, die in der Masse untergeht und eben einfach übersehen wird.

Und das hat mich gestern wieder angefressen, weil meine Kollegin immer hübsch angezogen ist und ich einfach neidisch bin, dass sie so eine Ausstrahlung hat und ich nicht. Dass dieses Kleid gestern an ihr einfach hübsch und normal aussieht, und ich mir gleich verkleidet und overdressed vorkäme.
Ich will mich nicht verkleiden, ich will keine Rolle spielen, für die die schickimicki Klamotten dann ein Kostüm sind. Ich will nicht steif und unnahbar wirken. Ich bin nur irgendwie neidisch auf die, die einen Raum betreten und plötzlich ist dieser hell und voll.

Wenn ich auch im Lehrgang die anderen Mädels sehe, die sind fast alle gut angezogen. Angemessen für die Arbeit. Ich komm mir da manchmal vor, wie ein Trampel der sich seit der Schulzeit nicht weiter entwickelt hat.
Aber natürlich ist ein Kapuzenpulli viel bequemer als ein Blazer, aber mit einem Blazer strahlt man eben gleich was anderes aus. Oder wenn man Pumps statt Turnschuhen trägt. Selbst wenn man bei der legeren Jeans bleibt: Mit Pumps und einem Blazer ist man eben gleich „angezogen“. Oder wenn man ein schlichtes Oberteil an hat (und mein Schrank besteht eigentlich nur aus schlichten und unscheinbaren Oberteilen), dann reicht vielleicht schon eine Kette, als Hingucker…

Also hab ich mit der Sturmtochter (menno… ich kann mich an den Namen nicht gewöhnen…) einen Plan ausgearbeitet:

1. Blazer kaufen
Ich habe einen Blazer in beige, der mir eigentlich nicht so steht, glaube ich. Den habe ich auch nie angehabt, außer auf den beiden letzten Bewerbungsfotos, die ich gemacht habe. Und dann habe ich einen grauen Blazer, der zu einem Hosenanzug gehört und mir inzwischen bestimmt zu eng ist.
Ich kann mich erinnern, dass ich den Blazer-Versuch schon mal gestartet hab, vor ein paar Jahren. Aber ich hab nichts passendes gefunden und daher alles wieder zurück geschickt. Nicht jede Länge und nicht jede Kragenform steht mir…

2. Ketten bzw. Accessoires kaufen
Ich habe zwei Ketten, die ich nie trage. Eine ist schwarz angelaufen, weil sie unecht ist. Und außerdem schlagen sie genau auf den Schreibtisch auf, wenn ich dran sitze. Deshalb trage ich auch keine Armbänder oder Armreifen. Wobei bei Armreifen zusätzlich das Problem besteht, dass die mir meistens zu groß sind und von der Hand rutschen.
Aber Schmuck ist dazu da, sich zu schmücken. Also kann ich meine unscheinbaren Oberteile weiter tragen und fühle mich vielleicht nicht mehr ganz so grau.

3. Schuhe kaufen
Das versuche ich schon länger. Aber es gibt nichts was mir gefällt. Oder was mir passt. Ich hätte zum Beispiel auch gern mal neue Stiefel für den Winter, aber ich krieg sie über meine fetten Waden einfach nicht zu. Schon mal gar nicht mit Hose drin. Ok… damit muss ich mich wohl abfinden. Aber ich muss zumindest mal ein paar neue knöchelhohe Schuhe finden. Mit ein bisschen Absatz. Bürotauglich. Aber es gibt im Moment einfach nur hässliche Schuhe!!

Und wenn dann einer im Büro sagt „uuuuuh so schick heute“, dann muss ich da drüber stehen, es eine Woche aushalten und dann ist hoffentlich jemand anderes Gesprächsthema Nummer 1.

Bei dieser ganzen Aktion geht es mir darum, dass ich anders wahrgenommen werden möchte. Ich bin fast 35 und hab so oft das Gefühl, dass man mich nicht ernst nimmt und mich oft übergeht. Grad auf der Arbeit.
Dass ich nicht wahrgenommen werde und in der Masse untergehe, das war früher als Teenie bewusst mein Ziel. Ich hab mich in weiten, großen Schlabberpullis versteckt, ich wollte nicht auffallen. Hab keine engen Jeans oder kurzen Röcke getragen. Ich bin einmal angegrabscht worden und irgendwie hab ich gedacht, dass ich keine Angriffsfläche mehr bieten darf, also darf ich möglichst nicht auffallen und darf schon gar nicht auch nur ansatzweise aufreizend sein. Deshalb hab ich mich auch nie geschminkt. Es war Fluch und Segen zugleich: Niemand hat mich mehr angegrabscht, aber für meine erste große Liebe war ich eben auch nur die hässliche Brillenschlange.

Ich kann halt auch schlecht damit umgehen, wenn Männer glotzen. Und es gibt immer die zwei, drei Exemplare, die das tun. Und das ist einfach so ekelhaft. Deshalb ziehe ich mich auch heute noch möglichst unscheinbar an um dieses ekelhafte Glotzen zu vermeiden… Ich kann mir auch nicht sagen „Lass sie doch glotzen, sollen sie doch“. Ich finds eklig, ich fühle mich dann direkt unwohl und verunsichert. Ich falle dann irgendwie in diese Grabsch-Situation zurück, in der ich wirklich Angst hatte. Und ich habe, wenn einer so eklig glotzt, Angst, dass der gleich aufsteht, zu mir kommt und mich auch angrabscht, weil er denkt, ich hätte ihn mit meinem Aufzug dazu aufgefordert.
Puh… tiefschürftende Erkenntnisse, die mir teilweise während des Schreibens jetzt erst kamen…

Na ja, ich will jedenfalls keine graue Maus mehr sein, was ja nicht automatisch bedeuten muss, dass ich in Etuikleidern zur Arbeit gehe. Aber ich brauch ein bisschen mehr Farbe. Im übertragenen Sinne.

Nur noch zwei Monate

Um an einen der letzten Einträge anzuknüpfen: Ich blogge zu wenig, ich muss/will mehr für mich festhalten.
Letztens habe ich ganz ganz alte Einträge von mir gelesen, von vor 10-12 Jahren, als ich mit dem Bloggen angefangen habe… eieiei 😀 da glaubt man, man wäre erwachsen und reif 😉 Vermutlich denke ich in weiteren 12 Jahren das gleiche über mein jetziges Ich.
Aber ich konnte nicht nur schmunzeln über mich… Ich hatte vor 11 Jahren eine Beziehung und als ich das gelesen habe, da konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich will die Beziehung jetzt nicht einfach nur schlecht reden, wir hatten unsere schönen Zeiten. Gerade unser Anfang hat sich gelesen wie ein Kitschroman. An vieles konnte ich mich nicht mal mehr erinnern.
Fakt ist, es war schön, so detailliert nachlesen zu können, was mich bewegt hat, welche Gedanken ich mir gemacht habe, auch wenn ich mich aus heutiger Sicht gern in die Vergangenheit schicken würde, um mich zu schütteln 😉
Aber gut, ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn ich diese Beziehung nicht geführt hätte.

Aber um auf den Punkt zu kommen: mehr für mich festhalten.

Gerade sind wir dabei, bzw. ich bin dabei, die Weihnachtsplanung für dieses Jahr zu machen. Was alleine irgendwie sinnlos ist, aber der Namenlose äußert sich nicht dazu.
Vor dem Urlaub hab ich das schon angesprochen und er meinte dann, dass wir ja (im Urlaub) dann 6 Tage Zeit hätten, das zu diskutieren. Ich frage mich, was man da diskutieren muss, aber ok… Ich habs dann im Urlaub selbst vergessen, auf der Rückfahrt ist es mir eingefallen.
Und dann sag ich: „Jetzt haben wir gar nicht über die Weihnachtsplanung gesprochen!“
Und dann sagt er: „Stimmt.“
Schweigen.

Es nervt mich echt total. Meine Schwester hat mir jetzt am Montag ihren finalen Dienstplan geschickt, sodass wir jetzt doch langsam mal festmachen könnten, wie wir das dieses Jahr machen wollen. Aber als ich das am Montag angesprochen hab, hat er auch wieder nichts dazu gesagt. Was ist denn daran so schwer? Wenn er nicht hin will, soll er es sagen. Die Brücke hab ich ihm sogar gebaut, weil ich weiß, dass er keine Lust hat. Ich hab auch keine Lust. Aber ich will meine Neffen noch mal sehen, ich hab die dieses Jahr erst ein mal gesehen! Also hab ich gesagt, dass ich sonst auch alleine fahre, wenn er nicht weg will. „Ja, das ist ja dann auch blöd“, sagt er. Klar… aber wäre dann nicht zu ändern!

Ich muss halt leider am 27./28.12. arbeiten und würde deshalb gern am 1. Feiertag wieder nach Hause fahren, damit ich noch einen Tag meine Ruhe hab und runterkommen kann, bevor ich arbeiten muss.
Meine Schwester hat ab dem 20.12. frei.
Der Namenlose muss aber noch bis zum 21.12. arbeiten, weil er nun mal selbstständig ist und gerade das Weihnachtsgeschäft sicher bis kurz vor knapp läuft. Es gibt halt immer Leute, die noch am Freitag was bestellen und dann hoffen, dass es noch Heiligabend ankommt.
Also hab ich gedacht, ich fahr schon am 20. mit dem Zug hin, er kommt Samstag in Ruhe nach und wir fahren dann Dienstag wieder zurück. Und weil die Schlafsituation bei meiner Schwester leider echt kacke ist, hab ich sogar gedacht, wir buchen eine Ferienwohnung, die da sogar fußläufig in der Nähe ist. Wir hätten morgens unsere Ruhe, könnten abends was trinken, müssten halt nicht mehr fahren. Wir hätten auch genug Platz und ein ordentliches Bett.

Aber er äußert sich einfach nicht! Und das kotzt mich echt an. Ich werde nachher einen weiteren Versuch starten, ihm ne Meinung dazu aus der Nase zu ziehen.
Also, ich weiß, dass er keine Lust hat da hin zu fahren. Ich weiß, dass ihm das alles zu stressig ist. Ich weiß, dass ihn diese durchgetakteten Tagesabläufe nerven. Und ich weiß, dass ihn die Kinder nerven. Und ich kann das alles verstehen. Deshalb hab ich die Ferienwohnung vorgeschlagen. Außerdem waren wir die letzten zwei Jahre zu Weihnachten nicht da und deshalb möchte ich dieses Jahr mal wieder hin. Gerade auch, weil Weihnachten dieses Jahr eigentlich so günstig liegt.
Ich weiß auch, dass ich ihn die Tage nerven werde, weil mich dieser ganze Familienstress schon nervt, wenn ich nur daran denke! Und weil meine Mutter mich sowieso nervt. Und gerade muss ich mir das lachen verkneifen, weil ich mich vor drei Jahren, als wir nämlich das letzte mal zu Weihnachten da waren, in einem Eintrag über den Stress ausgelassen hab, und darüber nachgedacht habe, mich auf dem Klo einzuschließen 😀

Ach man… ich hasse Weihnachten!

Urlaubsdrama again

Aaaach… dieses mal ist es wirklich ein Drama! Seit September weiß ich, dass ich dieses Jahr nur in den Ferien Urlaub machen kann. Geht wegen der Weiterbildung ja nicht anders. Jetzt sind Ferien. Ab Montag hab ich zwei Wochen Urlaub. Aber gebucht haben wir nix.
Das hat Gründe. Der Namenlose kann dieses Jahr definitiv nicht weg. Zumindest nicht jetzt im Juli. Auf gar keinen Fall. Das weiß ich, und damit habe ich mich arrangiert. Dieses ganz klare Nein gab es aber erst vor ein paar Tagen so richtig. Also hab ich auch erst vor ein paar Tagen überlegt, dass ich dann eben alleine wegfahre. Was er erst nicht so toll zu finden schien. Also hab ich nicht weiter gesucht, wo ich hin will und auch nix gebucht. Jetzt ist das aber geklärt, ich könnte alleine fahren.

Aber jetzt kommt das wirkliche Drama: Ich habe Angst. Ich wollte zB erst eine Kreuzfahrt auf der Ostsee machen. Die war dann aber leider ausgebucht, nachdem ich endlich mal den Arsch in der Hose hatte, das Thema mit dem Namenlosen final zu klären.
Ok, also keine Kreuzfahrt. Aber ich will nicht irgendwo bei 40 Grad rumschwitzen. Dann hab ich einen Wander-Zug-Urlaub in Schottland gefunden. Geht in Glasgow los, ein paar Etappen zu Fuß, ein paar mit dem Zug. Und alles organisiert: Unterkünfte, Zugtickets, Gepäcktransport für die Wanderetappen. Eigentlich ziemlich geil. Aber: ich hab Schiss alleine zu wandern. Außerdem ist es ein kleines bisschen kurzfristig, so etwas würde ich gern etwas besser vorbereiten. ZB. noch mal ne neue Hose kaufen, die auch etwas Regen abhält usw.
Ok, also auch nicht Schottland.
Dann vielleicht Kanaren? Da ist es warm, aber nicht so pralleheiß. Hoffe ich. Der Namenlose meinte, dann soll ich doch auf die Kanaren fliegen, mir da einen Mietwagen nehmen, dann kann ich ein bisschen rum fahren… Aaaaah… Da keimt in mir wieder Angst auf. Mietwagen? Ich? Im Ausland? Wo ich mich nicht auskenne? Um Gottes Willen!! Ich trau mich nicht, da zu fahren. Auch wenn ich weiß, dass Lanzarote zB nicht so schlimm war. Da hätte ich auch fahren können. Wieso trau ich mich nicht? Hier fahr ich doch auch.

Und das ist das eigentliche Drama daran: Ich trau mir selbst nix zu!
Deshalb wär die Kreuzfahrt so schön gewesen: Da hätte ich zB Ausflüge buchen können. Oder auch in Schottland. Es wäre alles organisiert und „vorgekaut“ gewesen. All Inclu auf Teneriffa? Wär ne Möglichkeit. Aber nach den eher aktiveren Urlauben, die wir gemacht haben, kann ich dem gar nicht mehr so viel abgewinnen. Ausflüge könnte ich dann zwar auch buchen… Oder mir dann vor Ort noch ein Auto für einen Tag mieten. Hach man, wieso bin ich bloß so schissig?