Zahlen, Daten, Fakten – Bibu-Update XI

Wenn man die Bilanzbuchhalter-Prüfung nach der neuen Prüfungsverordnung (seit 2015) vor der IHK ablegt, muss man drei schriftliche Prüfungen à 240 Minuten schreiben.
Im ersten Teil geht es um „Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen“ und hier werden hauptsächlich Fragen zu den nationalen Standards gefragt, aber wir haben ja auch die internationalen Standards (IFRS) gelernt und deshalb wird auch das in der Prüfung abgefragt. Zusätzlich gibt es Fragen aus dem Bereich „Ein internes Kontrollsystem sicherstellen“ und „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sicherstellen“ (KFZ).
Im zweiten Teil wird „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ (Berichterstattung), „Finanzmanagement des Unternehmens wahrnehmen, gestalten und überwachen“ und noch mal KFZ abgefragt.
Im dritten und letzten schriftlichen Teil kommt dann „Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen“ und „Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert anwenden“.

Man kann in jeder der drei Prüfungen 100 Punkte, also maximal 300 Punkte erreichen und bestanden hat man den schriftlichen Teil mit mindestens 150 Punkten. Egal wie die sich zusammensetzen. Man muss also nicht jede schriftliche Prüfung für sich bestanden haben und hat somit auch keine mündliche Ergänzungsprüfung mehr. Das war mein Glück, denn in der Steuerprüfung hab ich etwas abgekackt und ich weiß nicht, ob ich das mündlich rausgehauen hätte.
Aus den drei schriftlichen Prüfungen wird dann das arithmetische Mittel gebildet und diese Punktzahl zählt dann 50% zur Gesamtnote.

Spätestens zur dritten schriftlichen Prüfung muss man das Thema für seine Präsentation zur mündlichen Prüfung einreichen. An der mündlichen Prüfung darf man nur teilnehmen, wenn man die schriftliche bestanden hat. Das Thema muss trotzdem eingereicht sein, ansonsten ist man nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen, wenn man die schriftliche bestanden hat.
Das Thema für die Präsentation zur mündlichen Bilanzbuchhalterprüfung muss aus dem Gebiet Berichterstattung kommen und man muss ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis darstellen.
Das Problem dabei: Niemand sagt einem, was genau ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis ist und so muss man erstmal richtig Gehirnschmalz in die Frage investieren, welches Thema man nun für die mündliche Prüfung wählt… Man muss auch aufpassen, dass man nicht zu sehr in ein anderes Themengebiet rutscht. Die Fächer überschneiden sich ja in vielen Sachen und gerade das Thema Berichterstattung hat viele Überschneidungen mit dem Fach Finanzmanagement. Wenn man nachher das Thema mit der Präsentation verfehlt hat, muss man trotzdem das Fachgespräch machen, aber uns wurde gesagt, man wäre mit einem verfehlten Thema durchgefallen.

Die mündliche Bibu-Prüfung besteht dann aus dieser Präsentation, die nicht länger als 15 Minuten dauern soll, und einem anschließenden 30-minütigen Fachgespräch, das sich zum Teil auf die Präsentation beziehen soll aber in dem auch sämtliche anderen Fachbereiche abgefragt werden können. Mindestens 3 verschiedene Fachbereiche sollten es schon sein.
In der Präsentation und dem Gespräch sind auch jeweils 100 Punkte zu erreichen, wobei das Fachgespräch doppelt gewertet wird. Maximal also wieder 300 Punkte, aus denen das arithmetische Mittel gebildet wird und auch hier muss man wieder auf mindestens 50 Punkte kommen. Dieses Ergebnis sind dann die anderen 50% zur Gesamtnote.

Die Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter sind ziemlich hoch. Leider gibt es keine öffentlichen Statistiken darüber. Das ist echt schade, weil man immer so von 70% Durchfallquote munkelt… Keine Ahnung, ob da was dran ist. Bei den großen IHK’n vielleicht, weil dort vielleicht die Anzahl derer, die sich nicht von der Prüfung abmelden oder auch zwischendrin abbrechen vielleicht größer ist.
Ich kann jetzt nur von mir sprechen und deshalb hier meine unrepräsentative Statistik der Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter im Herbst 2019:
Aus meinem Lehrgang waren 19 zur Prüfung angemeldet. Von externen Anbietern kamen noch 8 dazu. Einer aus meinem Lehrgang kam nicht zur Prüfung, der zählt automatisch als durchgefallen, weil er sich nicht rechtzeitig abgemeldet hat. Schriftlich bestanden haben von uns 9 und von den externen 3. Das ist schon hammerhart!
Die Durchfallquote in der schriftlichen Bilanzbuchhalter-Prüfung lag bei uns internen also bei satten 52,6%, bei den externen sogar bei 62,5%. Insgesamt sind es 55,55%.
In einer anderen IHK war es noch krasser, das hat uns Mr. Generalprobe erzählt, der dort im Prüfungsausschuss sitzt: 58 waren zur schriftlichen Prüfung angemeldet, von denen sind aber 7 einfach nicht gekommen und gelten damit automatisch als durchgefallen. Von den verbleibenden 51 haben 15 bestanden. Das entspricht einer Durchfallquote von 74%.

Und dass man die mündliche Bilanzbuchhalterprüfung dann nicht unterschätzen sollte, zeigt unser diesjähriges Ergebnis: einer ist tatsächlich durchgefallen. Nur weil man die schriftliche Prüfung bestanden hat, darf man sich nicht zu sicher fühlen. Die mündliche Prüfung klopft noch mal breites Grundwissen ab, gerade bei denen, die die schriftliche Prüfung nur knapp bestanden haben.

Von insgesamt 27 Prüflingen zur Bibu-Prüfung im Herbst 2019 haben es nur 10 geschafft und dürfen jetzt den Titel „Geprüfter Bilanzbuchhalter“ tragen.

ABC im November 2019

A wie audiobook
Ich bin inzwischen echt auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Und in letzter Zeit auch auf den Geschmack von englischen Hörbüchern. Wieso hab ich das nicht schon früher gemacht? Der nächste Schritt wäre dann jetzt wohl, auch mal Serien/Filme auf englisch zu schauen.

B wie Banane
Im Frühjahr haben wir überlegt, dass wir uns ruhig mal ein paar Pflanzen auf den Balkon stellen können. Da wir aber Nordseite haben, geht da auch nicht alles. Meine Tomaten zB waren nicht richtig geschmackvoll, obwohl es kleine Cherrytomaten waren. Aber die Sonne hat da wohl nicht ausgereicht.
Jedenfalls haben wir Bananenpflanzen gekauft, weil der Mieter über uns welche hat und die so schön aussehen und man gleich ein bisschen Urlaubsgefühl hat. Wir haben aber eine kleinere Sorte als er, was uns jetzt aber zugute kam, als wir die Töpfe ins Wohnzimmer geschleift haben. Mal schauen, ob sie den Winter bei uns überleben. Bei uns müssen Pflanzen hart im nehmen sein 😉

C wie Chemotherapie
Mein Stiefvater hat Lungenkrebs. Wir haben die Diagnose vor ungefähr 3 Monaten bekommen. Inzwischen ist er operiert worden und bekommt jetzt Chemo. Jetzt sind seine Leukozytenwerte total im Keller und er muss aufpassen, dass er nicht krank wird… oh man… ich hoffe so sehr, dass er alles gut übersteht!

D wie dunkel
Die Zeitumstellung vertrage ich dieses mal relativ gut. Wahrscheinlich, weil ich jetzt quasi wieder in der „Dublin-Zeit“ bin 😉 Aber dass es um 17 Uhr schon dunkel wird, ist nicht so schön. Und auch morgens ist es jeden Tag etwas dunkler, wenn ich zur Arbeit fahre. Ich sollte mal wieder anfangen, Kerzen anzuzünden, dann ist die dunkle Zeit gleich viel gemütlicher.

E wie Ergebnisse
Die Prüfungsergebnisse sind noch nicht da. Als ich in Dublin war, hab ich kaum daran gedacht. Aber jetzt, wo ich zurück bin, bin ich hibbelig und will jetzt endlich wissen, ob ich mich auf die mündliche oder die erneute schriftliche Prüfung vorbereiten muss…
Geplant sind die Ergebnisse in etwa 1,5 Wochen. Gesagt hab ich aber allen, dass sie erst Ende November kommen. Dann kann ich zwei Wochen still leiden, bevor ich es allen sagen muss…

F wie Freunde zum Altwerden
Letztens waren wir wieder bei den Burger-Freunden zur Geburtstagsfeier eingeladen. Es ist echt immer sooo unglaublich lustig mit denen und ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen! Und sie uns auch nicht. Am nächsten Tag haben sie sich für den schönen Abend bedankt und gesagt, dass sie mit uns alt werden wollen 🙂

G wie Gesicht
Ich hab schon mal erzählt, dass man in meinem Gesicht lesen kann, wie in einem offenen Buch… ich krieg das auch nicht unter Kontrolle, ich seh mich ja nicht… Manchmal glaube ich aber, dass ich einfach ein blödes Gesicht mache, wenn ich konzentriert bin. Eine Lehrerin in der Schule hat damals schon immer gesagt, ich würde immer so böse gucken. Gut, ich mochte sie auch nicht, also vielleicht hat sie also einfach nur gesehen, was ich gefühlt habe 😉 Aber trotzdem glaube ich, dass mein Gesichtsausdruck im konzentrierten, gelangweilten, angestrengten oder auch entspannten Zustand immer genervt aussieht. Ein sogenanntes resting bitch face. Ja, ich musste das auch erstmal googlen 😉

H wie Hundepups
Unser Hund wird jetzt alt… Letztes Jahr mussten wir sie ja operieren lassen, weil sie einen Knoten an einer Zitze hatte… Tja… jetzt hat sie einen Knubbel an der Seite. Könnte ein Fetteinschluss sein. Könnte aber auch ein neuer Knoten sein. Wir werden es mal beobachten, ob es größer wird.

I wie Inselhüpfen
Der Wohnmobil-Urlaub in Schottland war einer der schönsten, den ich je gemacht habe. Ich will das auch noch in Irland, Island und Skandinavien machen. Da müssen wir erstmal rausfinden, ob man da mit dem WoMo frei stehen kann, wie in Schottland. Aber nichtsdestotrotz will ich auch unbedingt noch mal mit dem WoMo nach Schottland und die verschiedenen Inseln besuchen.

J wie Jobsuche
Läuft wieder.

K wie Klassentreffen
Vor vier Wochen oder so hatte ich in unserer Bibu-Whatsapp-Gruppe gefragt, ob wir nicht noch ein „Klassentreffen“ machen wollen, bevor die Ergebnisse da sind. von 22 Leuten haben sich 5 zurück gemeldet… und zwei von den 5 sind die Mädels aus meiner Lerngruppe. Zwei von den restlichen 3 hatten zugesagt, aber am Wochenende abgesagt.
Tja… also das wars dann wohl. Ich renn den Leuten nicht hinterher. Ich finds aber trotzdem schade. Zwei Jahre lang reden alle davon, wie toll unser Zusammenhalt in der Gruppe ist und dass wir unbedingt einen Stammtisch hinterher machen müssen. Ja, so viel also dazu.
Dann gehen meine Lernmädels und ich eben allein weg!

L wie lernfaul
Seit der Prüfung hab ich jetzt echt nichts mehr gemacht. Ich habe nichts für die Präsentation in der mündlichen Prüfung vorbereitet, nichts mehr gelernt… Weil ich ja noch nicht weiß, ob ich zur mündlichen zugelassen bin. Aber eigentlich ist es fatal, weil zwischen Ergebnissen und mündlicher Prüfung ist nicht mehr soooo viel Zeit. Warum sollte man sich also eigentlich diesen Druck machen?? Aber wenn ich sowieso nicht zugelassen bin? Tja, dann hätte ich trotzdem schon was machen können, weil ich es ja dann im Frühjahr noch mal versuche.

M wie müde
Auch wenn mir die Zeitumstellung dieses Mal nicht so sehr zu schaffen macht, fühle ich mich trotzdem jeden Abend wie erschlagen. Auf der Couch fallen mir die Augen zu und manchmal komme ich dann gar nicht mehr richtig zu mir. Das muss an der Dunkelheit liegen, denn tagsüber gehts.

N wie Nein!
Memo an mich: Ich werde mich nicht einmischen, solange ich nicht nach Hilfe gefragt werde!
Der schwule Kollege ist krank. Der, der hier immer alles irgendwie reißt und sich um alles kümmert. Der leider das meiste von dem abgefangen hat, seit ich mich raushalte. Jetzt ist er krank und ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht in alte Gewohnheiten verfalle. Ich hab spaßeshalber mal geschaut, was so anliegt… zwei E-Mails hab ich gelesen und mich gefragt, wieso… hätten die richtig gelesen, hätte das schon erledigt sein können.
Aber nein, solange ich nicht um Hilfe gebeten werde, mische ich mich nicht ein!

O wie Overlock
Ich hab jetzt wirklich wirklich lange nicht genäht. Ich würde schon mal gern wieder, aber ich trau mich nicht, was anzufangen, weil ich weiß, dass ich eigentlich ganz andere Sachen machen müsste. Präsentation für die mündliche Prüfung vorbereiten. Lernen, damit mein Wissen nicht in den hintersten Ecken meines Gehirns verschwindet…
Ich hatte gesagt, dass ich mir, wenn ich bestanden habe, eine Overlock-Nähmaschine schenke. Als Belohnung. Irgendwann bin ich aber dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich mit einer belohne, auch wenn ich nicht bestanden habe. Allerdings… wenn ich nicht bestanden habe, werde ich wohl auch erstmal nicht nähen, weil ich dann für die nächste Prüfung lernen muss…
Oh man, ich will es jetzt endlich wissen!!!!!

P wie Pssst
Ich hätt so gern Stille um mich rum… Aber solange ich mich nicht selbstständig mache und in einem kleinen Kämmerlein allein vor mich hin arbeiten kann, wird mir das wohl nie vergönnt sein…

Q wie Quitte
Ich hab einen neuen Lieblingsapfelwein. Bisher mochte ich am liebsten den Rosé-Apfelwein, der mit Johannisbeere versetzt ist. Aber jetzt wo ich den mit Quitte kenne, finde ich den Rosé viel zu süß!

R wie Rauchentwöhnung
Ich hätte ja gern, dass der Namenlose aufhört zu rauchen. Aber er will das eigentlich nicht. Also kann ich da nicht viel machen. Als mein Stiefvater die Krebsdiagnose bekommen hat, war er natürlich gleich sehr sensibilisiert, aber inzwischen hat sich das auch wieder gelegt… :-/

S wie Selbstbewusstsein
Letztens ist mir der Unterschied zwischen meinen Kollegen und mir aufgefallen: Wenn auf der Arbeit irgendwas ist, wenn zB. einer anruft und einen Fehler meldet, dann suche ich als allererstes bei mir. Mein Kollege nicht, der geht mal selbstbewusst davon aus, dass die Lieferung, auf der aufbauend er was bearbeitet hat, fehlerhaft gewesen sein muss. Der zieht überhaupt nicht in Betracht, dass er was falsch gemacht haben könnte.
Diese Einstellung sollte ich mir auch mal aneignen.

T wie Tannenbaum
Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Wir werden dieses Jahr wieder bei uns sein und es uns hier gemütlich machen. Heiligabend sind wir dann wieder beim Vater vom Namenlosen, hoffentlich kocht er was Leckeres 😉 Auf jeden Fall wird das wieder ein sehr entspannter Abend, abgesehen von der komischen Freundin von ihm. Das ist so eine, die immer alles besser weiß und irgendwie sone blöde Art hat, dass ich einfach nicht widerspreche. Es ist einfach entspannter, wenn man der einfach zustimmt und sich seinen Teil denkt. Die bringt nämlich sonst einfach nur Totschlagargumente, gegen die man sowieso nicht ankommt. Die Nerven kann ich mir gleich sparen und trink lieber einen großen Schluck Wein, statt zu reagieren 😉

U wie Unternehmenskultur
Jetzt hat es mal ein Bauernopfer gegeben. Bei uns ist jemand fristlos wegen Arbeitszeitenbetrug entlassen worden. Nicht in meinem unmittelbaren Umfeld, aber in der Firma. Bekannt wurde es, weil der Betriebsrat das als Anlass gesehen hat, die „Unternehmenskultur“ in Frage zu stellen. Kollegen haben per Hand aufgeschrieben, wann derjenige gekommen und gegangen ist. Offenbar war denen mal auffällig geworden, dass er spät kommt und früh geht und haben sich gefragt, wie das funktioniert, dass er dann trotzdem Gleittage nehmen kann, oder freitags noch früher gehen kann.
Ja, petzen ist irgendwie Kindergarten und jemanden in die Pfanne hauen ist auch nicht die feine Art. Aber ich muss ehrlich sagen, ich stelle in der Sache trotzdem lieber die Einstellung des Zeitbetrügers in Frage und nicht die Einstellung der Petzer.
Wir haben keine Stechuhren, aber auch keine Vertrauensarbeitszeit. Wir müssen unseren Zeiten selbst im System eintragen, und da sind schnell mal 5 oder 10 Minuten mehr eingetragen. Ich finde es also viel schlimmer, dass man seine Zeit bescheißt, als dass man petzt. Was ist das für ein Mensch, der offenbar ohne schlechtes Gewissen seine Pflichten als Arbeitnehmer nicht erfüllt? Spät kommt, früh geht, Gleittage nimmt, trotzdem bezahlt wird und andere die Arbeit für ihn mit machen? Welche Kultur ist denn das bitte?

V wie Vierzig
Die Zeit rennt, wir werden langsam doch älter. Unglaublich, aber wahr. Jetzt gabs im Freundeskreis schon mehrmals die 40 zu feiern. Zu meinem 40. will ich eine Harry Potter Überraschungsparty 😀 Die Vorbereitungszeit ist ja lang genug und ich hab das auch schon kundgetan 😉 Jetzt muss ich das nur noch bis dahin wieder vergessen 😉

W wie was wäre wenn…?
Das ist eins meiner „Lieblingsspiele“. Stundenlang können sich meine Gedanken um hypothetische Sachen drehen. Was wäre, wenn… …ich damals nicht dieses Studium angefangen hätte? …ich damals in der S-Bahn sitzen geblieben wäre? …ich mich damals gegen den Umzug entschieden hätte? …ich mich für die andere Ausbildung entschieden hätte?
Manchmal wüsste ich gern, ob es doch Paralleluniversen gibt, in denen es alternative Realitäten gibt. Wo wäre ich? Und wer wäre ich dann heute?

X wie X
10 Jahre bin ich jetzt schon in dieser Firma und im Großen und Ganzen ist es schon ok hier. Ich mag halt meine Kollegen nicht so… Ich hoffe einfach, dass ich bald woanders unterkomme. Was hier mich am meisten stört, ist die Einstellung der meisten Leute. Schon in der Ausbildung wurde mir gesagt, ich solle langsamer arbeiten, sonst hätte ich ja nachmittags nichts mehr zu tun. Und diese Einstellung wird jedem Ausbildungsjahrgang aufs neue vermittelt. Daher wird sich hier niemals was ändern. Ich kann diese Einstellung nicht leiden. Das ist doch nichts, worauf man am Ende des Tages stolz sein kann…

Y wie why?
Das ist doch die ganz große Frage im Leben. Warum? Ich will gar nicht zu philosophisch werden, aber man fragt sich doch oft nach dem Warum, ich zumindest, auch wenn ich weiß, dass es keine Antwort gibt. Ich suche trotzdem immer nach einem Grund, nach einer Erklärung, warum die Dinge so gekommen sind, wie sie gekommen sind. Irgendwann gebe ich mich zufrieden und nehme es als gegeben hin und hinterfrage nicht mehr. Bis ein Kamel das Gras abfrisst, das gewachsen ist.
Es gibt keine Antwort. Höchstens: Darum. Weil das Leben so ist. Gläubige Menschen sagen wohl, weil Gott es so wollte und sie sind mit dieser Antwort zufrieden. Manchmal frage ich mich, ob gläubige Menschen glücklicher sind, weil sie immer jemanden verantwortlich machen können. Manche Sachen sind einfach so unglaublich (egal ob positiv oder negativ), dann frage ich mich, ob da vielleicht doch jemand ist, der die Strippen zieht. Der entscheidet, dass einem dieses widerfährt und jenes nicht.

Z wie Zahlen
Zurück zu was rationalem: Ich arbeite in der Buchhaltung und ich bin hier genau richtig. Ich liebe Zahlen, ich will immer, dass alles stimmt, ich bin in vielen Sachen ziemlich pedantisch. Eigentlich will ich, dass in den M&M’s-Tüten von jeder Farbe gleich viel drin sind… Ich zähle Stufen, Schritte, Güterzugwaggons, Brückenpfeiler, Besteck beim Spülmaschine ausräumen… und das mach ich schon seit ich denken kann. Ich konnte schon im Kindergarten bis 100 zählen, weil ich immer wissen wollte, welche Zahl danach kommt. System verstanden, also ging das zählen immer weiter. Tja, seit dem lassen mich Zahlen nicht mehr los.

Abwarten und Tee trinken

So… jetzt habe ich es also geschafft. Heute war mein erster Tag in vorläufiger Freiheit. Ich habe nichts gemacht. Ich habe aus dem Fenster gestarrt und ein Hörbuch gehört. Ich habe nicht mal selbst gelesen! 😀 Ich habe mir vorlesen lassen und dabei einfach nur rumgegammelt. Aber das war schön!

Ich kanns noch gar nicht glauben, dass es jetzt erstmal vorbei ist! Und ich bin froh, dass ich heute noch nicht arbeiten musste. Und dass ich das auch vorläufig noch nicht muss 😉 Zum einen hätte ich keine Lust gehabt, heute auf die Frage, wie es gelaufen ist zu antworten, zum anderen waren die letzten Wochen doch wirklich sehr sehr kräftezehrend und anstrengend und ich bin froh, über die Pause, die mir noch bleibt.

Morgen fahre ich erstmal zu meiner Schwester und dann geht’s für mich zwei Wochen nach Dublin. Mein Koffer ist gepackt. Das war das einzige, was ich heute gemacht hab. Hoffentlich hab ich nichts vergessen. Aber dann muss ich in Dublin wohl shoppen gehen 😁
Einen Stoffladen will ich da auch noch ausfindig machen, ich will mir dann was nähen, was mich immer an Dublin erinnert. Und am allerliebsten würde ich mir da einfach einen Job suchen und alles in Deutschland hinter mir lassen 🤷🏼‍♀️
Aber morgen geht’s erst mal mit dem Flixtrain los. Für die fünf Stunden Fahrt hab ich mir noch ein paar Hörbücher runter geladen. Ich hab viel zu wenig gelesen in den letzten Monaten!

Und wie wars nun?

Tja… ich kanns nicht einschätzen. Nur den zweiten Tag kann ich einschätzen, der lief super. Was die anderen beiden Tage betrifft… ich weiß es einfach nicht.
Tag 1 war im ersten Gefühl eigentlich okay. Je länger ich dann darüber nachgedacht habe und je mehr Kommentare ich im Internet gelesen habe, desto schlechter wurde mein Gefühl. Und auch für Tag 2 ist mein Gefühl nach Diskussionen und Kommentarelesen schlechter als unmittelbar danach.
Wo mein Gefühl gleich schlecht war und gar nicht noch schlechter werden kann ist in Bezug auf Tag 3. Die Prüfung war einfach wirklich schwer.
Aber klar, der Abschluss soll nicht geschenkt sein. Ist in Ordnung. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass ein bisschen was von dem dran gekommen wäre, was in den letzten 10 Prüfungen dran war…

Tja… Ich hatte eben einfach Pech mit der Themenwahl. Ich hab mich aber auch zu sehr darauf verlassen, dass die gängigen Sachen wieder dran kommen. Aber wenn man 10 Prüfungen durchgeht und sich immer wieder die gleichen 4 Themen abwechseln…
Hach… Ich kanns jetzt nicht mehr ändern.
Ich hoffe einfach, dass es gereicht hat, gleichzeitig frage ich mich, ob ich das verdient habe.
Ich meine, ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich zu wenig gemacht habe. Ich kann so viel, ich hatte einfach ein bisschen Pech, dass davon so wenig abgefragt wurde und ich also nicht zeigen konnte, was ich alles kann. Von daher finde ich eigentlich schon, dass ich verdient habe zu bestehen. Und ich will das einfach nicht im Frühjahr noch mal schreiben müssen! Aber eigentlich hätte ich auch einen etwas höheren Anspruch an mich selbst, als gerade so über die Hürde zu kommen 🙄

Aber wie gesagt, jetzt kann ich es nicht mehr ändern. Jetzt kann ich nur noch abwarten und Tee trinken und hoffen. Meine Neffen und Dublin lenken mich hoffentlich erst mal ab und danach ist der Ärger über die Prüfungen und über mich hoffentlich erstmal verflogen.

T minus 7 Tage

Heute in 7 Tagen hab ich den ersten Teil schon hinter mir. Ich bin gespannt, ob ich dann entspannt bin oder hysterisch heule 😉

Gerade gönne ich mir eine kleine Pause – mehr oder weniger gezwungen. Unsere Putzfrau ist da und das stört mich in meiner Konzentration. Also mampfe ich einen kleinen Snack und dachte, ich geb mal einen kurzen Stand ab.

Nachdem ich mir ja letztens ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert habe, muss ich das inzwischen revidieren. Ich habs mit klassischer Musik versucht. Ich weiß nicht, wieso ich da nicht vorher schon drauf gekommen bin. Auf der Arbeit hab ich das schon ab und zu mal gemacht, wenn ich mich ganz stark konzentrieren musste. Dann hab ich Kopfhörer reingesteckt und hab klassische Musik gehört. Letztens dachte ich, ich versuchs halt einfach und was soll ich sagen? Es läuft! Gott sei Dank! Es ist nämlich so frustrierend, wenn man sich ständig ablenken lässt… Wenn ich gesehen hab, welches Pensum vor mir liegt, dann dachte ich, dass ich das in dem Arbeitstempo niemals schaffen kann! Dann hab ich mich geärgert, dass ich so viel Zeit verplempert hab und gleichzeitig Panik bekommen, dass genau das dran kommt, was ich deshalb nicht geschafft hatte zu lernen…

Ich hab jetzt seit ner Woche Urlaub, stehe morgens mit dem Namenlosen auf, trinke mit ihm einen Kaffee und wenn er zur Arbeit geht, geh ich an meinen Schreibtisch. Klar gibts da auch unterschiedliche Tage, gestern saß ich hier 9 Stunden. Aber ich hab eigentlich nur 6 gelernt. Ja, ich bin trotzdem zufrieden, weil ich immerhin 6 Stunden gelernt hab. Irgendwann ist der Kopf auch dicht und dann geht nix mehr. Aber trotzdem hab ich mich irgendwie ein bisschen geärgert, weil vorgestern saß ich nur 8 Stunden und hab 6,5 h gelernt.
Also man sieht, irgendwann ist da auch ein Maß erreicht, dann ist Schluss.
Heute sitze ich seit 8 Uhr und ich denke, länger als bis 16 Uhr werde ich nicht machen. Es lohnt sich einfach nicht. Selbst, wenn ich dann noch was lese, das bleibt nicht hängen.

Aber auch wenn es mit dem Lernen ganz gut läuft und ich auch so kurz vorher immer noch Aha-Momente habe, schwanke ich immer mal wieder zwischen Panik, Resignation und Zuversicht. Die Zuversicht überwiegt, aber mich überkommen doch ab und an mal Wellen von „wie soll ich das alles in meinen Kopf kriegen?!“
Im gleichen Moment denke ich dann, das klingt, als hätte ich noch gar nix gelernt, aber das stimmt ja nicht! Aber bei manchen Prüfungsaufgaben, da hab ich das Gefühl, dass ich das noch nie gehört hab! Dann blätter ich in meine Gesetze, um mir die Sachen zu markieren, und stelle fest, dass sie schon markiert sind.
Aber wie gesagt, meistens bin ich zuversichtlich.
Meine Gesetze sind gut präpariert und die Grundlagen kann ich. Wenn ich sie nicht kann, dann weiß ich, dass es irgendwo im Gesetz steht und da steht eigentlich alles drin. Man muss es nur finden, aber dafür habe ich gesorgt. Also finde ich das und kann es auch lösen. Und man muss das ein oder andere vielleicht auch auf ganz neue Sachverhalte übertragen können. Das ist das schwierigste dabei, aber auch das kriege ich hin. Nicht zu 100% aber ich denke die Hälfte davon sollte auch drin sein.
Kennzahlen zur Jahresabschlussanalyse ballere ich mir noch kurz vorher in mein Kurzzeitgedächtnis, das sind einfach zu viele… Und dann hoffe ich, dass wir ein ordentliches Betriebsergebnis berechnen müssen, wie das geht, steht nämlich im Gesetz 😉 Oder ich hoffe, dass wir einen Kapitalflussrechnung machen müssen, dazu kriegen wir nämlich ein Schema, an dem man sich entlang hangeln kann.
Das, was nicht in den Gesetzen steht, hab ich gelernt. Ich kann ausrechnen, ob sich eine Investition lohnt oder nicht, ich kann eine Kapitalbedarfsermittlung durchführen, ich kann einen Finanzplan für mehrere Monate aufstellen. Ich kann einen Break-Even-Punkt berechnen, ich kann entscheiden, ob Eigenfertigung oder Fremdbezug günstiger ist, ich kann ein optimales Produktionsprogramm planen. Ich kriege auch eine Plankostenrechnung und eine Maschinenstundensatzrechnung hin, auch wenn das nicht meine Lieblingsthemen wären.

Insgesamt sollte ich also aufhören, mir einen zu großen Kopf zu machen, denn was ich nicht beeinflussen kann, das sind die Aufgaben. Die sind schon lange erstellt und die sind, wie sie sind. Ich muss einfach ein bisschen Glück haben, dass es genau die Sachen sind, die mir liegen. Ich kann Pech haben und es ist eine Archlochprüfung… aber davon gehe ich nicht aus. Erfahrungsgemäß sind immer ein paar Sachen dabei, von denen man denkt, das kann man nie.
Aber in der Prüfung arbeite ich immer noch mal anders, als bei einer bloßen Übung. Da bin ich noch konzentrierter, hab richtig Biss und gebe nicht auf. Dann denk ich so lange nach und blätter so lang in den Gesetzen, bis ich doch noch was passendes finde, womit ich das lösen kann. Und wenn ich bloß ein paar Teilpunkte damit raushole. Oder wenn die Grundlage falsch ist, kriege ich trotzdem Folgefehlerpunkte.
Bloß keine Aufgabe unbeantwortet lassen, das wäre das schlimmste, was man machen kann!

To do – Bibu-Update VII

Unterrichtsstunden 918/920
Im Grunde hab ich es geschafft. Unglaublich! Aber trotzdem haben wir noch 3x Schule. Morgen, Samstag und nächsten Dienstag.

Die letzte Woche war hammerhart. Eigentlich war es die letzte Sommerferienwoche, aber da die IHK sich ein wenig mit den Unterrichtsstunden verplant hatte, und wir die 920 nicht ganz voll bekommen hätten (was nachher für einige ein Anlass hätte sein können, gegen das Prüfungsergebnis Widerspruch einzulegen), haben sie uns letzte Woche eine „Repetitoriumswoche“ angesetzt. Mo-Do Unterricht, jeweils schon eine dreiviertel Stunde früher als üblich. Also war ich letzte Woche 21 Stunden in der IHK, zusätzlich zu meinen 38 Stunden Arbeit. Die Wäsche ist liegen geblieben, war ich nicht einkaufen, ich bin eigentlich nur morgens aufgestanden, abends zurück gekommen und wieder ins Bett gegangen.
Aber die Woche war schon sehr gut, das muss ich sagen. Der KÖ-Dozent, bei dem ich die ganze Zeit daran gezweifelt hab, dass er imstande ist, etwas simpel und kompakt zu erklären, hat sich von einer ganz anderen Seite gezeigt. Hätte er seinen Unterricht die ganze Zeit so gemacht, wie letzte Woche – ich hätte nie daran gezweifelt, dass KÖ eigentlich nicht so schwer ist!

Diese Woche ist ganz normal Unterricht, Dienstag noch mal ein zusätzlicher Tag, weil der Dozent ein paar mal eine Stunde früher Schluss machen musste und uns aber die Stunden nicht vorenthalten will. Ich finds gut, ich geh da auch hin. Das ist die letzte Gelegenheit noch mal Fragen zu stellen, er wiederholt sicher noch mal einiges und man nimmt immer was dabei mit!

Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zur Prüfung… Ich schwanke stündlich zwischen Hoffnung, Zuversicht und Pessimismus.
In den nächsten 30 Tagen hab ich noch einiges zu tun…

Ich muss meine Gesetze neu präparieren.
In Abgabenordnung bin ich auf ein anderes Buch umgestiegen. Ich muss also meine Querverweise überarbeiten und auch die Post-its an den Seiten. Allerdings sind das so viele, dass ich eigentlich nicht genug Platz dafür habe. Da muss ich mir noch was überlegen.
In Einkommensteuer war ich zu faul meine tausenden Markierungen, Querverweise und Post-its in die Ausgabe von 2018 zu übertragen… Ich hab gedacht, ich arbeite einfach mit der aus 2017, ich hab geschaut, so viel hat sich tatsächlich nicht geändert. Jetzt bin ich aber doch unsicher, dass ich was übersehen haben könnte und überlege, ob ich doch noch mal alles übertrage. Aber das ist ne Sauarbeit!
In Umsatzsteuer hatte ich ja richtig doll Probleme, aber das hat sich inzwischen zu einem Großteil gegeben. Für USt hab ich mir jetzt ein neues Gesetz gekauft, weil ich die Markierungen neu machen will. Farbliche Unterscheidung nach verschiedenen Sachverhalten, damit man schneller findet, was man sucht.

Ich muss die Prüfungsaufgaben durchgehen.
Ich habe die Prüfungen der letzten zwei Jahre ausgedruckt und weil es in dieser Übergangszeit 2 Prüfungsverordnungen gab, hab ich also doppelt so viele Prüfungen zum lernen. Mit den Prüfungen zu lernen hat den Vorteil, dass man sich an die Art der Fragestellung der IHK gewöhnt und ein Gefühl dafür bekommt, was und wieviel die als Antwort hören wollen.
Außerdem schreibe ich nach Fächern und Themen sortiert alles auf, was mir dabei auffällt, worauf man achten muss. Das ist nachher ein guter kompakter Leitfaden zum Kurzzeitwiederholen zwei Tage vor der Prüfung. Schade, dass ich auf die Idee nicht schon vor einem halben Jahr gekommen bin.
Ich muss mir vor allem angewöhnen, meine Fragen nicht mehr auf Klebezettel zu schreiben, sondern am besten im Handy zu notieren. Klebezettel verschwinden nämlich ständig! Aber ich notier mir die Fragen ja nicht umsonst, ich will das mit meinen Lernmädels besprechen… Nächsten Freitag treffen wir uns wieder zum lernen. Dann sinds nur noch 3 Wochen. Oh man, ich hätts schon so gern hinter mir!

Ich muss mir die Kennzahlen und Formeln in den Kopf prügeln. Noch dazu, was sie bedeuten und wie man sie interpretiert.
Ich muss das Thema meiner mündlichen Prüfung anmelden. Dazu muss ich es ein bisschen ausformulieren und rechtzeitig bei der IHK abgeben.
Die erste Prüfung schreiben wir nicht im IHK-Gebäude. Ich muss gucken, wie ich da hin komme und wo ich da parken kann.
Ich muss nebenbei noch ein Geburtstagsgeschenk für den Namenlosen besorgen, und ein bisschen was zur Partyvorbereitung beitragen.
Ich muss meinen neuen Personalausweis beantragen und abholen.
Ich muss eine Packliste für Dublin machen. Ich muss ein Zugticket zu meinen Eltern buchen. Ich muss einen Rückflug aus Dublin buchen – dazu muss ich mit dem Namenlosen abklären, ob er am Freitag kommt und mich „abholt“ und ob wir dann noch bis Montag bleiben.
Und: Ich muss noch einen Stift suchen, mit dem ich die Prüfung schreiben kann. Die Kulis, die ich hab, sind entweder schon so alt, dass ich Angst habe, dass sie zwischendurch alle werden, oder sie liegen blöd in der Handy. Ich muss schließlich 4 Stunden lang damit schreiben…

Nervenbündel – Bibu-Update VI

Nur noch 9 Wochen.
Unterrichtsstunden: 888/920
Der Countdown läuft. Er läuft ja schon lange, ich zähl ja schon ewig die Tage runter… jetzt sind es also nur noch 9 Wochen. Und das hier wird ein richtiger Jammer-Eintrag.

Mir geht echt die Flatter. Ich bin innerlich so unruhig. Mir rennt die Zeit davon. Ich habe das Gefühl, dass ich so viel noch nicht weiß. Und dass ich vieles nur so ein bisschen kann!
Ich habe das Gefühl, dass ich keine richtigen Lernunterlagen hab. Ich hab tausend Sachen angefangen zusammenzufassen und kompakt zu schreiben, aber nix fertig. Das eine auf Karteikarten, das andere am PC, das dritte per Hand auf normalen Blättern… Weil ich nicht weiß, wie ich es anpacken soll. Ich finde alle drei Möglichkeiten blöd. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es sonst will.

Ich frage mich, ob ich mir noch ein Buch kaufen soll. Aber wie viele Unterlagen will ich denn noch?? Ich hab Skripte von der IHK und Skripte von den Dozenten, ich habe Skripte von Endriss und massenhaft alte Prüfungen. Was will ich denn noch alles lesen, wenn ich doch das vorhandene noch nicht mal alles durch hab? Das geht doch nicht! Das schaffe ich auch zeitlich gar nicht mehr!

Ich schwanke momentan zwischen heulen und hysterisch lachen. Am liebsten würd ich mich einbuddeln. Ich kann mich auch so schlecht konzentrieren im Moment. Ich lese was, und verstehe nix. Dann lese ich noch mal, schreibe drei Stichpunkte und hab keine Lust mehr. Ich bin innerlich so angespannt und möchte manchmal aufspringen und schreien, um irgendwie den Druck loszuwerden! Ich hab Rückenschmerzen vom ständigen sitzen. Ich bin erschöpft und hab keine Lust was anderes zu machen. Gleichzeitig denke ich mir, dass ich mir gar keine Zeit nehmen darf, um was anderes zu machen. Aber dann bin ich frustriert, wenn ich nichts anderes gemacht hab. Und ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich weder gelernt, noch was anderes gemacht hab…

In 6,5 Wochen hab ich Urlaub. Ich weiß nicht, ob und wie ich das aushalten soll bis dahin. Aber selbst wenn ich jetzt schon zu Hause wär… ich weiß nicht, wie viel ich zu Hause schaffen würde. Ich lasse mich ständig ablenken. Handy, Hunger, Klo, Handy, Vogel im Garten, Handy, Hund im Garten, Namenloser im Garten… So schön ich meinen Schreibtisch direkt am Fenster finde… sobald sich draußen was bewegt bin ich raus aus der Konzentration. Inzwischen sitze ich oft am Esstisch, mit dem Rücken zum Fenster. Und wenn ich mein Handy außer Reichweite hab, dann renn ich eben schon wieder aufs Klo oder an den Kühlschrank. Und wenn ich den Laptop an hab und was google, dann bleib ich garantiert bei irgendwas hängen und zack ist schon wieder ne viertel Stunde um.

Selbst auf der Arbeit fahr ich grad alles runter und mach hier nur das allerallernötigste… Schande auf mich… aber eigentlich passe ich mich da bloß an die allgemeine Arbeitseinstellung hier an… Ich hab mir ein paar IHK-Skripte eingescannt und schreibe hier Zusammenfassungen, aber auch hier gehts mir so, dass ich drei Stichpunkte schreibe und dann nicht mehr kann. Ich muss mich richtig doll zwingen, dass ich mal 15 Minuten am Stück konzentriert was mache… Aber dann ist doch wieder was anderes. Dann schreib ich ne Bewerbung zum Beispiel (drückt mir die Daumen) und aktualisiere nach dem dritten Stichpunkten schon wieder mein Postfach. Oder ich starre hier aus dem Fenster. Oder ich renn zum Tisch mit den Süßigkeiten. Und ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Das macht mir zusätzlich Druck und Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.
Die verdammte Zeit rennt. Die letzten Wochen sind einfach so schnell vergangen. Selbst Kacktage wie Montage, die sich sonst wie Kaugummi ziehen, vergehen wie im Flug. Und ich komme nicht voran…

Montag war echt ein richtig beschissener Scheißtag. Ich hab mich vielleicht auch ein bisschen reingesteigert, aber ich schätze ich bin jetzt an einer Grenze angekommen.
Am Montag hab ich mich fürs heulen entschieden. Schon auf dem Heimweg im Auto. Dann musste ich zum Arzt ein Rezept holen. Ich hab extra angerufen vorher, damit sie das fertig machen, und musste trotzdem 25 Minuten warten. Das hat mich so genervt, weil ich nur daran gedacht hab, was ich in den 25 Minuten zu Hause hätte durcharbeiten können. Auch wenn ich mich bestimmt auch wieder ablenken lassen hätte, sodass ich sowieso effektiv nur 10 Minuten was gelesen hätte.
In der Apotheke hatten sie das Medikament dann nicht vorrätig, also musste ich am Dienstag noch mal da hin. Aber es hätte auch nichts gebracht, in eine andere Apotheke zu fahren, denn erfahrungsgemäß hat das nie eine da…
Dann musste ich noch zum Aldi, weil kein Brot mehr da war. Ich fress nämlich auch in letzter Zeit nur Scheißdreck. Einen Haufen Süßkram, der im Büro immer vorrätig ist, weil ich nie ein Brot dabei hab… Also wollte ich Brot holen. Und dann stand ich mit drei Sachen da und es war eine Kasse auf und gefühlt 100 Leute in der Schlange.
Ich hab kurz überlegt, ob ich einfach alles auf den Boden schmeiße, mich direkt dazu werfe und einen Heulkrampf kriege… Hab mich dann aber doch zusammen gerissen. Und Aldi war gnädig und hat zwei weitere Kassen aufgemacht.

Am Dienstag war ich dann trotzdem ohne Brot auf der Arbeit und hab mich von Hanuta, Oblaten und einem Apfel ernährt… Abends gabs dann Lasagne und ich hab mir auch gleich Brote für die Arbeit am Mittwoch gemacht.

Alles in allem war das ne Scheißwoche, daran wird auch heute und morgen nix mehr ändern, und ich mach mir ein paar Sorgen, dass das die nächsten 9 Wochen so weitergeht…

Neunundneunzig – Bibu-Update V

99 nicht Luftballons… sondern Tage übrig bis zur Prüfung. Ich kann es immer noch nicht fassen, wie schnell die Zeit rumgegangen ist. Es sind noch 3 Monate. Oder 14 Wochen. Oder eben 99 Tage. Und nur noch 18x zur Schule. Achtzehn! Ich fass es nicht!

Unterrichtsstunden: 840/920

Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Im Grunde sind wir durch. In manchen Fächern sind wir durch mit dem Stoff. In Jahresabschluss national und international machen wir schon länger nur noch Übungen. Dabei besprechen wir dann alte Prüfungsaufgaben und gehen auf die Besonderheiten und Unterschiede dabei ein. Und man stößt irgendwie immer auf ein Thema, das man noch nie besprochen hat. Das macht mir auch für die Prüfung dann ein bisschen Sorgen, dass doch irgendwas dran kommt, was man noch nie besprochen hat.
Mit Kosten- und Leistungsrechnung sind wir auch durch. Ich weiß noch, wie ich nach der ersten Unterrichtsstunde geschockt von der Dozentin war und noch dachte, wir werden nie Freunde 😀 Aber inzwischen ist KLR eins meiner Lieblingsfächer. Ach… eigentlich ist es mein Lieblingsfach! Es liegt mir einfach. In diesen Prüfungsteil lege ich auch echt große Hoffnungen, denn der wird zusammen mit Steuern geschrieben. Und da sind meine Hoffnungen nicht ganz so groß :-/

Ich hab immer noch große Lücken in Umsatzsteuer, da muss ich mich noch mal richtig auf den Arsch setzen. Das hab ich bisher immer ein bisschen vor mir hergeschoben… Aber jetzt muss das sein. Internationale Besteuerung hab ich komplett aufgegeben, aber das kann eigentlich nicht so kompliziert sein. Da muss ich mich auch noch mal reinknien.
Abgabenordnung und Einkommensteuer waren die Fächer, in denen wir zum Jahresanfang einen Dozentenwechsel hatten. Der neue Dozent zieht sehr systematisch noch mal alles durch und hat mit dem Stoff bei null angefangen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Inzwischen habe ich da einen ganz gute Einblick, aber ich weiß, dass wir noch bis zum Ende also in noch 6 Unterrichtseinheiten, Stoff Stoff Stoff machen werden. Es wird nicht allzuviel Zeit zum Wiederholen bleiben. Das müssen wir allein machen.
Der letzte Unterricht in Körperschaftsteuer liegt jetzt drei Monate zurück, wir haben im August noch mal einen Block als Repetitorium. Ich glaube ich hab alles schon wieder vergessen… Ich hatte ja da eh meine Probleme, aber wir haben oft samstags nach dem Unterricht gesessen und die KÖ-Hausaufgaben gemacht. Das hat mir mehr gebracht als der Unterricht und eigentlich hatte ich es dann ganz gut begriffen. Da muss ich also auffrischen.
Gewerbesteuer liegt jetzt auch schon lange zurück, das muss ich vor dem nächsten Unterricht noch mal wiederholen. Das war eigentlich wirklich nicht schwer. Grundsteuer besprechen wir dann auch noch. Das scheint nicht viel zu sein, daher reicht ein kurzer Unterrichtsblock.

Nächste Woche haben wir die letzte Stunde Finanzwirtschaftliches Management, da muss ich dringend am Wochenende noch mal meine Unterlagen durchgehen, um den Dozenten noch mal nach dem ein oder anderen zu fragen. Da haben wir nämlich auch kein Repetitorium, das muss ich dann so auf die Kette kriegen.
In Berichterstattung sind wir eigentlich auch mit dem Stoff durch. Eigentlich heißt das Fach „Jahreabschlüsse aufbereiten und auswerten“, aber ich kann jetzt trotzdem keinen Jahresabschluss analysieren… Die Dozentin hat selbst keine Ahnung, das merkt man immer daran, wie sie ins Schwimmen und Stottern kommt, wenn mal einer genauer nachfragt… Wir haben sämtliche Kennzahlen durchgekaut, aber mehr so „Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital. Die Kennzahl setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital.“ Toll. Danke. Und was genau sagt das nun aus?! Das hat sie uns dann nicht erklärt. Diese ganzen Interpretationen muss ich mir also selbst noch irgendwo herholen.

In den restlichen Laberfächern Führung, Kommunikation & Zusammenarbeit, Internes Kontrollsystem und Berufsausbildung planen sind durch, in Kommunikation und Führung haben wir noch mal je eine Stunde. Das sind so Fächer, wo ich mir echt keine Sorgen mache. In allen drei Prüfungsteilen können Fragen aus diesen Themen dran kommen. Aber das sind Sachen, die man auch mit gesundem Menschenverstand lösen kann. Sowas wie „Wie sollte ein gutes Mitarbeitergespräch vorbereitet und strukturiert sein?“ Da muss man sich eigentlich nur mal an sein eigenes MA-Gespräch erinnern und darüber nachdenken, was gut war und was nicht.

Mit den beiden Mädels aus dem Kurs, mit denen ich im April feiern war, hat sich jetzt auch eine kleine Gruppe herauskristallisiert. Wir sind in den nächsten Wochen zum Lernen verabredet. Ich glaube wir ergänzen uns ganz gut. Die eine hat einfach echt ein breites Wissen und kann zu allem was beitragen. Ich wette, sie würde die Prüfung jetzt schon bestehen, wenn sie schreiben müsste. Sie hat auch ihre Lücken, besonders auch in den Steuerfächern, aber mit ihr über die einzelnen Themen zu reden ist immer sehr effektiv und gewinnbringend. Die andere ist Steuerfachangestellte und hat uns schon bei den KÖ-Sachen viel geholfen. Ich hab durch ihre Erklärungen mehr verstanden, als durch den Unterricht. Mit ihr hoffe ich auch, dass ich Umsatzsteuer und internationale Besteuerung noch soweit checke, dass ich wenigstens den Großteil der Punkte holen kann.
Sie hat so ihre Schwierigkeiten mit KLR. Da können wir anderen zwei ihr dann im Gegenzug gut helfen.

Ich bin ganz froh um das kleine Grüppchen. Wenn wir nach dem Unterricht in so einer großen Runde zusammen gesessen hatten, war das nur effektiv, wenn wir einen Plan hatten. Aber niemand hat sich so richtig dafür verantwortlich gefühlt. Es waren auch immer die gleichen, die gefragt haben, ob wir nach dem Unterricht noch die Hausaufgaben machen wollen. Ich zum Beispiel, oder die zwei aus meinem Grüppchen. Der Rest hat sich halt dran gehängt und profitiert, aber selbst nichts beigetragen.
Einmal wollten wir nur Lernen, ohne Hausaufgaben. Das war dann ziemlich chaotisch, wir wussten nicht, wo wir anfangen sollen, jeder hatte ein anderes Problem. Das waren einfach zu viele Leute.

Jetzt ist tatsächlich der Punkt da, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Es gibt viele, die kaum oder gar nicht mehr zum Unterricht kommen. Es gibt einige, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie riesige Lücken haben. Es gibt auch ein paar, die schon gesagt haben, sie melden sich im Herbst nicht zur Prüfung an.
Von anfangs 22 Leuten ist einer schon ziemlich schnell gegangen, dann kam eine aus dem Vorgängerkurs dazu. Die hat uns aber auch wieder verlassen. Bleiben 21. Von zweien weiß ich ganz sicher, dass sie die Prüfung nicht im Herbst schreiben. 19. Fünf weitere kommen immer mal zum Unterricht, dann wieder nicht. Ich hab nicht drauf geachtet, ob das nur bestimmte Fächer betrifft… Wie machen die das? Arbeiten die das zu Hause alleine auf? Ich würde das nicht schaffen… Ich brauche diesen Kurs. Wenn ich jetzt nicht mehr hingehen würde, zu den letzten 18 Unterrichtsblöcken, ich würde zu Hause auch nichts machen! Ich bin in letzter Zeit relativ faul zu Hause. Wenigstens sitze ich vor dem Unterricht in der IHK und lerne da. Und dann freue ich mich auf die Lerntreffen und ich hoffe, dass wir das in den Sommerferien öfter machen. Ich brauch das wirklich. Ich will Weizen sein! 😉

Bibu-Update IV

Noch 7 Monate bis zur Prüfung. Noch 7 Monate, bis ich wieder frei bin.
So langsam kann ich es kaum erwarten, dass es zu Ende geht.

Unterrichtsstunden: 648/920
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Die letzten zwei Fächer sind nun auch endlich dazu gekommen.
Internes Kontrollsystem ist genau so ein Laberfach, wie Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit. Da kann man sich zur Not immer was aus den Fingern saugen, wenn man einfach mit logischem Menschenverstand nachdenkt. Der Dozent ist ganz okay, der ist ganz neu bei uns in der IHK. Aber er arbeitet schon als Dozent an einer Uni.
Ich frag mich immer, wie die Dozenten das machen… die haben alle einen Hauptjob, machen irgendwas noch nebenbei und sind noch Dozent. Haben die kein Leben?? Der von IKS ist bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angestellt, hat nebenbei noch eine Anwaltskanzlei, dann doziert er noch an einer Uni und nun auch noch bei uns. Die Dozentin von Kommunikation und Zusammenarbeit ist nebenbei auch noch in einem Verein tätig, dann noch freiwillig beim DRK und doziert bei uns… echt, ich frag mich wie die das machen. Ich werde einfach nur froh sein, wenn ich am Ende wieder Zeit für mich habe 😉

In Jahresabschluss haben wir letzten Samstag eine Übungsprüfung geschrieben. Unangekündigt. Und der Dozent hat sie sogar eingesammelt und will sie zum nächsten Unterricht zurückgeben und mit uns besprechen. Ich bin ja gespannt. Ich habe eigentlich kein schlechtes Gefühl und ganz ehrlich: Es würde mich wundern, wenn ich nicht mindestens 50 Punkte habe. Ich hoffe, ich überschätze mich da nicht, aber es würde mich echt erschrecken und in leichte Panik versetzen, wenn ich weniger als 50 Punkte hab.

Wir schreiben am Ende drei Prüfungen über jeweils 4 Stunden. In jeder kann man 100 Punkte erreichen und insgesamt muss man mindestens 150 Punkte haben, um den schriftlichen Teil bestanden zu haben. Natürlich ist mein Ziel nachher mehr als 150 Punkte zu haben, aber ich will mich mal nicht allzu stark unter Druck setzen 😉 50+ lautet die Devise 😉
Zeitlich bin ich zumindest ganz gut hingekommen. Zwischendurch wusste ich mal nicht weiter und hab gefühlt ne halbe Stunde was im Gesetz gesucht und gelesen, und trotzdem war ich noch 40 Minuten vor der Zeit fertig. In der echten Prüfung hätte ich dann noch mal alles gelesen, das hab ich jetzt nicht gemacht.
Aber ich fands wirklich gut. Ich sehe, wo ich stehe, der Dozent merkt auch, dass er das eine Thema unbedingt noch mal mit uns besprechen sollte 😉

Die Steuerfächer sind gewohnt schwierig… In Abgabenordnung und Einkommensteuer haben wir zumindest einen neuen Dozenten. Der holt jetzt nach, was das blöde Dozenten-Duo vorher nicht gemacht hat. Ich glaube das macht es uns auch in den anderen Steuerfächern so schwer… Weil uns einfach Grundlagen aus AO und ESt fehlen, verstehen wir das ein oder andere in Körperschaftsteuer nicht.
Internationale Besteuerung baut am Ende auch auf alles auf… Der Dozent war etwas erschrocken, als wir ihm gesagt haben, was für Lücken wir noch haben, aber er hat dann halt das ein oder andere einfach erklärt. Im Gegensatz zu anderen, die erstmal 10 Minuten diskutiert hätten, wieso wir das nicht wissen und dann noch mal 5 Minuten sich aufregen, dass sie nicht den Unterricht anderer machen können…
Es wird hoffentlich. Ich bin mit dem neuen Dozenten doch ziemlich zuversichtlich. Und in Körperschaftsteuer sind wir jetzt öfter samstags nach dem Unterricht noch im Raum sitzen geblieben, haben die Hausaufgaben gemacht und so einiges dabei durchgesprochen. Wir haben eine Steuerfachangestellte dabei, die hat uns das alles ganz gut erklärt. Die Prüfungsfragen sind auch einfacher und weniger komplex, als die Hausaufgaben, die wir von ihm immer kriegen.

Unsere Dozentin in Berichterstattung hat im letzten Jahr immer mit allen Teilnehmern über die mündliche Prüfung gesprochen. Aus diesem Fach muss ja die Präsentation für die Prüfung sein und sie hat mit den Leuten eben über das Präsentationsthema gesprochen und ihnen Hilfestellung gegeben, was zu wenig Stoff wäre usw. Uns hat sie nun mitgeteilt, dass sie das bei uns nicht machen wird, weil sie nämlich im Prüfungsausschuss sitzt.
Toll… Logisch, dass sie uns dann nicht zur mündlichen Prüfung beraten kann. Da kommt sie ja in einen Rollenkonflikt. Aber komisch, das hätte sie doch letztes Jahr schon merken müssen. Da war sie nämlich auch schon im Prüfungsausschuss… Wir haben also niemanden, der uns sagt, ob wir mit der Themenwahl gut oder daneben liegen…
Noch dazu haben wir erfahren, dass auch der Dozent aus Finanzwirtschaftliches Management im Prüfungsausschuss sitzt. Also, auch wenn ich den gut leiden mag, aber ich weiß nicht, ob ich mir von dem meine Prüfung abnehmen lassen möchte. Ich versteh das auch nicht, dass die das dürfen. Ich würde niemandem, den ich unterrichtet hab, eine Prüfung abnehmen wollen. Da bin ich doch beeinflusst. Wenn ich den mag, stell ich ihm ganz leichte Fragen und bin bei der Beurteilung nicht so streng. Oder erst recht streng… hm… wie auch immer. Bis dahin ist es noch wirklich viel Zeit.

Alles in allem weiß ich nicht genau, ob ich schon panisch werden muss/soll oder nicht 😉 Ich habe eigentlich ständig ein leichtes Flattern in der Magengegend. Ich schwanke ständig zwischen Angst und Zuversicht. Ich stelle immer wieder fest, wie viel ich noch nicht kann, wie viel mir im Unterricht zu schnell geht und irgendwie komme ich mit nacharbeiten nicht hinterher. Ich muss aufpassen, dass ich nicht das Gefühl bekomme, ein unüberwindbarer Berg würde vor mir liegen. Diese Gefühl kenne ich nämlich nur zu gut, da neige ich dazu dicht zu machen… Ich muss mich in so einem Anflug immer wieder runterholen und darf nicht daran denken, was noch fehlt, sondern ich muss es einfach Stück für Stück abbauen. Und mir vor allem auch bewusst machen, wie viel ich auch schon kann! Ich hoffe, dass mir diese Übungsprüfung da ein Stück Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zurück gibt und es nicht noch weiter einreißt…

Tja… also noch 7 Monate. 30 Wochen. 211 Tage.

Bibu-Update III

Unterrichtsstunden: 536/920
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berufsausbildung planen, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards

Ich habe mich tatsächlich zu einem richtigen Streber entwickelt. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel gelernt wie jetzt. Weder fürs Abi, noch für die Ausbildung. Im Studium auch nicht. Mangelndes Interesse, wie ich mir eingestehen muss und somit fehlende Motivation. Deshalb hab ich das ja auch gegen die Wand gefahren. Aber selbst für den Wirtschaftsfachwirt hab ich nicht so viel gelernt. Rückblickend muss ich echt sagen, dass ich den ganz schön auf die leichte Schulter genommen hab, und das meiste nicht mit der Ernsthaftigkeit durchgearbeitet hab, die ich jetzt habe, die aber auch damals schon nötig gewesen wär und mir heute sicher auch ein bisschen was einfacher machen würde 😉 Für die Wirtschaftsfachwirtprüfung hab ich eine Woche vorher Bulimielernen betrieben. Aber das ist etwas, das beim Bilanzbuchhalter nicht funktioniert. Man muss es verstanden haben, man muss die Zusammenhänge herstellen und den Überblick haben.
Und was soll ich sagen? Vorhin hatte ich eine Hammererleuchtung 😀
An dieser Stelle könnt ihr überspringen, wenn es euch nicht interessiert 😉

Aber mir ist was völlig Banales klar geworden: Wenn ich die Körperschaftsteuer ermitteln will, muss ich das zu versteuernde Einkommen ermitteln. Und das geht alles vom Gewinn in der Handelsbilanz aus. Aber der muss korrigiert werden um verschiedene Sachen. Und manche Gewerbetreibenden müssen zusätzlich zur Handelsbilanz eine Steuerbilanz aufstellen. Und genau das ist der erste Teil der Korrekturen. Und wenn man dann weitere Korrekturen durchführt, erhält man den Gewinn aus Gewerbebetrieb, mit dem man weiterrechnen kann, um die Gewerbesteuer zu ermitteln. Gleichzeitig ist er die nächste Stufe, wenn man das zu versteuernde Einkommen einer Körperschaft ermitteln will. Im dritten Schritt werden nun noch die letzten Korrekturen durchgeführt und dann kann man die Köperschaftsteuer berechnen…
Ich sag ja, völlig banal.

Ab hier könnt ihr weiterlesen 😀
Wieso mir da jetzt erst ein Licht aufgegangen ist? Wieso das nicht gleich klar war? Keine Ahnung… frag ich mich jetzt auch. Der Gesamtzusammenhang hat halt irgendwie gefehlt. Vier unterschiedliche Dozenten für handels- und steuerrechtliche Abschlüsse, Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer…
Aber diese Erleuchtungen und Momente, in denen ich richtig hören kann, wie der Groschen fällt, die sind so schön! Und die geben mir die Motivation zurück, die mir vor ein paar Monaten anfing zu fehlen. Ich muss es an der Stelle mal sagen: Ich hab doch echt mein Ding gefunden! 🙂 Ich bin glücklich mit der Weiterbildung, es macht mir inzwischen richtig Spaß und daher sitze ich freiwillig jeden Tag nach der Arbeit und sogar am Wochenende am Schreibtisch und lerne. Ich gehe den Stoff durch, schreibe Sachen noch mal neu und ordentlich auf, mache Übungen… Und es zeigt Wirkung. Ich habe nicht mehr das Gefühl, nichts zu wissen, weil sich immer mehr Zusammenhänge erschließen und nach jetzigem Stand und Gefühlslage habe ich keine Angst mehr vor der Prüfung.
Dafür vernachlässige ich aber weiterhin soziale Kontakte, Familie, Wäsche und Hobbys. Ich nähe nicht mehr, ich stricke nicht mehr. Das kostet zu viel Zeit. Aber ich lese abends immer mal oder whatsappe auch mal, aber ich versuche mich gerade zu erinnern, wann ich zB meine Hochzeitsfreundin zuletzt getroffen hab. Oder die Burgerfreunde. Das ist alles schon wieder länger her…

Was den Unterricht angeht haben wir gerade einen ziemlichen Disput mit den Dozenten, die Abgabenordnung und Einkommensteuer unterrichten. Ich hatte ja schon im letzten Update berichtet, dass die beiden schwierig sind, aber es ist halt noch schlimmer geworden.
Letzten Samstag haben wir dann um ein Gespräch gebeten, weil ich gehofft hatte, dass man das irgendwie klären kann, aber die sind überhaupt nicht auf unsere Argumente eingegangen, die wollten das Problem überhaupt nicht einsehen und sind nur wieder darauf rumgeritten, dass wir zu dumm für den Lehrgang sind, weil uns ja die 3-jährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten fehlt. Tja… das ist nicht sonderlich motivierend. Inzwischen wissen wir, dass der Dozent in Gewerbesteuer auch für Einkommensteuer einspringen würde und deshalb haben wir jetzt angeleiert, die beiden Dozenten abzusetzen. Nach diesem ergebnislosen und unbefriedigenden Gespräch haben wir alle keine Lust mehr auf die. Und die auf uns ja offenbar auch nicht. Sie betonen ja immer wieder, dass wir der letzte Kurs sind, den sie unterrichten und dass sie keine Lust mehr haben, weil das Niveau ja so gesunken ist… Im Gespräch haben sie dann gedroht, dass sie sich bis Weihnachten überlegen, ob sie den Unterricht im Januar überhaupt noch weiter führen wollen.

Mit keinem anderen Dozenten haben wir so ein Problem und ich verstehe nicht, warum sich die Fronten mit denen so verhärtet haben. Selbst mit der KLR-Dozentin, die in der ersten Stunde auch ziemlich herablassend war, kommen wir inzwischen sehr gut zurecht. Sie hat einfach einen Plan in ihrem Unterricht. Sie geht strukturiert vor, zu jedem Thema macht sie eine einfache Übungsaufgabe mit uns zusammen, um das System zu erläutern und danach machen wir zwei schwierigere Aufgaben allein.

In Umsatzsteuer und Gewerbesteuer läuft es genauso: Wir gehen das Gesetz Paragraph für Paragraph durch und zu jedem wird eine Übung gemacht um zu verstehen, was der meint. Am Ende setzt man das Puzzle zusammen.

Körperschaftsteuer ist weiterhin etwas schwieriger, weil der Dozent nicht ganz so strukturiert vorgeht. Aber bei dem haben wir zumindest ein dickes Skript, in dem alles (und noch viel mehr) drin steht und damit kann man sich das trotzdem irgendwie erarbeiten. Aber happig ist es trotzdem. Seine Übungsaufgaben sind auch immer noch sinnlos, weil sie so schwer sind und direkt so komplex, dass es schwer ist, alleine damit zurecht zu kommen. Da muss ich also trotzdem noch einiges nacharbeiten, aber wie gesagt, vorhin gabs ja eine Erleuchtung und ich gebe die Hoffnung für KÖ noch nicht auf 😉

Jahresabschlüsse nach internationalen Standards ist neu dazu gekommen… Ich finde das ein bisschen ätzend und das wird wohl das einzige sein, bei dem ich eher Mut zur Lücke beweise… nach der Prüfungsverordnung von 2015 wird das Fach auch nicht mehr so stark gewichtet. Nach der alten Verordnung hat man für dieses Fach eine eigene 90-minütige (? oder sogar länger??) Klausur geschrieben, in der es 100 Punkte zu erreichen gab und man musste mindestens 50 Punkte holen. Bei mir ist das nachher anders: Wenn ich Glück habe, so wie die Prüflinge jetzt im Herbst, dann wird zu dem Thema gar nichts abgefragt. Wenn ich „Pech“ habe, gibts ein paar Teilfragen, mit hoffentlich höchstens 10 Punkten.
Wen das interessiert, der kann ja nämlich noch den Abschluss Bilanzbuchhalter international machen.

Und alle anderen Fächer laufen auch ganz gut. Wir haben, wie gesagt, mit keinem anderen Dozenten so ein Problem, wir kommen mit allen gut aus, was für eine entspannte Unterrichtsatmosphäre sorgt. Alle Kursteilnehmer kommen gut miteinander aus und dass der Kurs so einen Zusammenhalt hat, das gab es wohl seit Jahren nicht bei der IHK 🙂
Meine Unterlagen sind total ordentlich, ich hab alles abgeheftet, keine Zettelwirtschaft! Vielleicht sind die Mitschriften nicht immer in Schönschrift 😉 Aber zumindest das, was ich zu Hause lerne und nacharbeite, ist sehr übersichtlich und ordentlich.
Und ich glaube ich habe auch irgendwie doch langsam meinen Platz in der Gruppe gefunden. Ich bin da sehr akzeptiert, stelle ich fest und das freut mich riesig 🙂 Das schweißt doch ganz schön zusammen und ich hoffe, der ein oder andere Kontakt bleibt danach bestehen.

ABC im September 2018

A wie Ausnahmezustand
Unsere Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Mein Koffer aus dem Urlaub liegt noch immer im Schlafzimmer und ist noch nicht vollständig wieder ausgeräumt… In der Küche stapelt sich das Geschirr, weil wir die Spüma noch nicht wieder ausgeräumt haben. Wenigstens haben wir eine Putzfrau… Die hält das Chaos einigermaßen in Grenzen. Auch wenn ich mit ihrer eigentlichen Putzleistung nicht so zufrieden bin, zumindest räumt sie auf und das ist diese Woche echt ganz bitter nötig.
Irgendwie muss ich mein desaströses Zeitmanagement besser in den Griff kriegen… Einkaufen, Wäsche machen, aufräumen, lernen… ich frage mich immer noch, wie die Mütter das in meinem Kurs hinkriegen. Ich schaff das irgendwie nicht gleichzeitig.

B wie Bücherausgabe
Die IHK macht für uns Sammelbestellungen, wenn wir neue Gesetzesbücher brauchen. Hat nur leider den Nachteil, dass ich manches jetzt doppelt habe… Wir haben solche Gesetzessammlungen bekommen, wo alles wichtige drin ist. Aber Dozent X will lieber mit der Beck-Ausgabe arbeiten und Dozent Y lieber mit der BMF-Ausgabe… jetzt hab ich zB das Einkommenssteuergesetz drei mal und das Umsatzsteuergesetz zwei mal. Besser wärs gewesen, vorher eine Liste zu kriegt, welche Gesetze wir alle brauchen und nicht welche Bücher die Dozenten haben wollen. Na ja, hinterher ist man immer schlauer.

C wie Teil C
Teil C ist die mündliche Prüfung. Die ist noch soooo lange hin… Denn auch wenn immer davon geredet wird, dass der Lehrgang zwei Jahre geht, und dass die Prüfung im Herbst 2019 geschrieben wird – damit bin ich noch lange keine Bilanzbuchhalterin im Herbst 2019. Wenn ich Glück habe, bekomme ich die Prüfungsergebnisse aus dem schriftlichen Teil noch vor Weihnachten. Wenn ich dann noch mehr Glück habe, dann ist die mündliche Prüfung schon im Januar direkt… Ansonsten zieht sich das noch länger hin

D wie dauermüde
Mir reicht der Schlaf momentan wirklich nicht aus. Wenn wir um 10 ins Bett gehen, kann ich ewig nicht einschlafen, wenn wir um halb 12 gehen, schlafe ich sofort. Aber es reicht mir morgens einfach nicht. Und sonntags werde ich auch um halb 8 wach… das kann man ja wohl wirklich nicht ausschlafen nennen! :-/

E wie Eremit
Ich kapsel mich immer mehr von allen ab. Ich hab ja bisher wenigstens über Whatsapp einige Kontakte gehalten. Zumindest auch mal zu meiner Familie. Die haben wenigstens über die Whatsapp-Familiengruppe mal was von mir gehört. Inzwischen gebe ich da allerhöchstens einen Kommentar ab, wenn meine Schwester Neffi-Fotos schickt.
Und auch Freunde müssen gerade ganz schön zurückstecken. Meine Hochzeitsfreundin hat vor fast zwei Wochen das letzte mal was von mir gehört. Nachdem sie gefragt hat, wies mir geht. Davor lagen bestimmt vier Wochen zwischen dem letzten Lebenszeichen… Aber ich hab auch keine Lust… ich hab keine Lust zu reden oder zu schreiben. Ich will einfach nur in die Luft starren, wenn ich abends Ruhe hab.

F wie Freunde finden
Das leidige Thema… Ja, im Kurs mögen die Leute mich. Und ich mag sie auch. Und trotzdem mache ich Übungsaufgaben allein, weil links von mir zwei sitzen, die zusammenarbeiten und rechts von mir genauso… Ich hock also wie immer dazwischen, gehöre nirgends so richtig dazu und mach mein Ding mal wieder alleine…

G wie Gewohnheit
Dass ich dienstags und donnerstags nach der Arbeit zur IHK fahre ist tatsächlich so richtig zur Gewohnheit geworden. Ich stelle es auch überhaupt nicht in Frage, ich fahre einfach hin. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe, denn mich zwingt ja niemand. Nicht mal zum Sport hab ich damals so eine Gewohnheit gehabt und da hat mich auch niemand gezwungen.

H wie Halbzeit!!!
Fast genau vor einem Jahr bin ich zu meiner ersten Unterrichtstunde gegangen. Wie schnell die Zeit vergangen ist!! Und ja, ich merke, wie mir das Pensum in den Knochen steckt. Gerade jetzt, wo so lange Sommerferienpause war und wo jetzt wieder die dunkle Jahreszeit kommt. Wenn ich jetzt abends nach Hause fahre, dann ist es stockdunkel und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist es auch morgens noch dunkel, wenn ich samstags zum Unterricht muss.

I wie innere Unruhe
Ich weiß nicht so richtig, wohin mit mir. Ich bin unruhig, fühle mich rastlos und bin irgendwie voller Tatendrang, aber kann mich gleichzeitig schlecht konzentrieren. Ich schreibe hier einen halben Satz und schweife mit den Gedanken ab.

J wie Jahresabschlussanalyse
Aus diesem Fach muss mein Thema für die mündliche Prüfung sein. Und auch wenns noch so lange hin ist, fang ich natürlich schon an, mir Gedanken zu machen. Ich kann mir ehrlich gesagt noch nicht vorstellen, was ich da machen soll. Die Dozentin meinte, zB eine Eigenkapitalquote berechnen. Ok… das dauert 20 Sekunden. Ich finde nicht, dass das genug hergibt, um eine 15-minütige Präsentation zu halten. Vielleicht denke ich aber auch nur schon wieder zu kompliziert und mach es mir selbst schwer.

K wie Kopfschmerzen
Sind neuerdings mein ständiger Begleiter… :-/

L wie Lernplan
Mo, Mi, Fr, Sa. Jeweils 1-2h. Das ist der Plan. Aber Pläne sind bekanntlich da, um nicht eingehalten zu werden. Aber letzte Woche hat es ganz gut geklappt, deshalb sie aber die Wohnung auch aus wie Sau (siehe Punkt A)

M wie Motivation
Wie kann man nur so zweigeteilt sein: Für die Weiterbildung ist die Motivation gleichbleibend hoch. Ich bin etwas überrascht darüber, geb ich zu, aber ich freu mich auch. Für die Arbeit ist die Motivation allerdings total am Boden. Ich hab keine Lust mir für irgendwen hier den Arsch aufzureißen. Ich mach was ich muss und kein Stück mehr.

N wie Nervennahrung
Snickers, Yes, M&Ms… Kaffee mit Karamellsirup… Kakao… also ich war selten so ein Süßmaul wie in letzter Zeit. Der Arsch dankt!

O wie Ohropax
Sollte ich dringend mal ausprobieren. Auch in Hinblick auf die Prüfung. Ich habs gern still um mich herum.

P wie Prüfungsaufgaben
In fast jedem Unterricht kriegen wir Prüfungsaufgaben zum üben. Und auch wenn ich mich anstrenge, irgendwie schaffe ich es meistens nicht, die Ernsthaftigkeit dazu an den Tag zu legen, die ich in der echten Prüfung nachher an den Tag legen würde. Deshalb schneide ich bei den Übungen immer nur eher mittelmäßig ab, was mich auf Dauer frustriert.

Q wie q
q = 1+i. Und q kommt in vielen Formeln vor: Abzinsungsfaktor, Aufzinsungsfaktor, Annuitätenfaktor, Diskontierungsfaktor, Kapitalwertfaktor, Rentenbarwertfaktor, Endwertfaktor… ein paar Begriffe davon bezeichnen dasselbe. Ich seh aber nicht mehr durch und kriege auch die Kurve nicht, wann ich welchen Faktor einsetzen muss. Und das ganze dann noch in den Taschenrechner zu tippen ist Herausforderung Nummer drei, nachdem man die zweite Hürde, nämlich ob man mal oder geteilt rechnen muss, gemeistert hat… aaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

R wie Rente mit 50
Neulich haben wir eine Reportage gesehen, über Leute, die mit Anfang 40 in den Ruhestand gegangen sind. Weil sie viel gespart haben, weil sie passive Einkünfte haben und weil sie einen gemäßigten Lebensstandard haben. Es gibt ja die Typen, die 80h die Woche arbeiten und Kohle anhäufen und sich dann drei Autos, ein Boot und eine Villa kaufen. Und dann gibt es die, denen diese Statussymbole nicht wichtig sind. Die arbeiten normal bis vielleicht etwas mehr und sparen, weil sie einfach ein normales Leben führen, ohne viel Luxus. Und dann zehren sie von den Ersparnissen.
So viel Geld zu sparen, dass ich mit Anfang 40 mich zur Ruhe setzen kann, das schaff ich nicht 😉 Aber Rente mit 50 wär der Hammer! Und wenn dann die ersten schlimmen Zipperlein kommen, dann ist das Geld vermutlich aufgebraucht, dann geht man in die Schweiz und trinkt einen Cocktail und niemand muss mir den Sabber aus dem Mundwinkel wischen. Guter Plan, finde ich. Jetzt muss ich noch rausfinden, wie ich mein Geld bis dahin noch am gewinnbringendsten vermehren kann 😉

S wie Stille
Stille gibt es hier niemals. Weder im Büro, noch zu Hause. Ich höre ständig irgendwas. Uhrenticken, Lüfterrauschen, Flüstern, Kauen, Schmatzen, Schniefen, Nasepfeifen, Handyvibration, Gemurmel, Gerede, Fingertrommeln, Stöhnen, Seufzen, Klicken, Mausrad scrollen, Tastaturenklappern. Das sind die Hauptgeräusche im Büro. Wenn ich in der Teeküche bin, rauschen da zwei Kühlschränke, der Wasserkocher und/oder die Spüma ist garantiert grad an und die Kaffeemaschine reinigt sich selbst. Außerdem ist man da niemals auch nur 10 Minuten am Stück alleine. Und niemand schafft es, einfach mal nichts zu sagen.
Selbst auf dem Klo höre ich die Kollegen wenn sie in der Teeküche johlen… Wenn ich dann zu Hause bin, höre ich Flugzeuge, die Bahn, die Straße. Wenn der Wind andersrum steht, die Autobahn. Die Musik der Nachbarn. Die Kinder der Nachbarn. Den Hund, der die Leute hinterm Zaun anbellt.
Fenster zumachen dämpft es nur, aber es ist trotzdem nie still. So wie in Schottland. Da war das einzige, das ich gehört habe, mein Tinnitus.

T wie Taschenrechner
Mein Schultaschenrechner gibt allmählich den Geist auf. Bzw. er hat schon zum Wirtschaftsfachwirt langsam seinen Geist aufgegeben. Damals hab ich exakt das gleiche Modell noch mal gekauft, damit ich durch die Prüfung komme. Dieser neuere ist aber kaputt und der alte gibt noch immer seinen Geist auf. Also hab ich mir einen neuen gekauft, voll super was der alles kann. zB Gleichungen mit zwei Unbekannten auflösen. Toll! Brauch ich vermutlich für die Prüfung nicht. Aber egal. Plus und Minus kann er auch 😉 Leider hab ich noch nicht herausgefunden, wie die Speicherfunktion an dem Ding funktioniert, denn die würde ich wirklich oft benutzen…

U wie urlaubsreif
In drei Wochen hab ich wieder Urlaub, und ich weiß, dass ich ihn brauche, ich merke es. Aber am liebsten würde ich ihn verschieben, weil der Namenlose keinen Urlaub hat, wir wieder nicht gemeinsam wegfahren und ich also nicht ausschlafen werde, weil er morgens aufsteht und arbeiten geht… Vielleicht fahr ich doch zu meiner Schwester. Obwohl das auch nicht erholsam ist… außerdem hab ich keine Lust auf den Stress in den das alles wieder ausartet!

V wie Verlust
Einen haben wir wohl aus unserem Lehrgang verloren. Er hat schon vor dem Sommer wochenlang gefehlt und kam auch nach den Sommerferien nicht zurück… Irgendwie hatte ich gehofft, dass wir alle durchziehen.

W wie Wunschkonzert
Wenns nach mir ginge, würden wir in den Herbstferien wegfahren. Oder in den Weihnachtsferien. Wenn ich den Rente-mit-50-Plan über Board werfe vielleicht auch in beiden Ferien 😉 Aber so läuft das nicht. Ich muss arbeiten. Am 1. und 2. Oktober. Und zwischen Weihnachten und Neujahr, an Silvester und am 2. und 3. Januar auch… Warum bloß hab ich mir den verkackten Abschlussjob aufzwängen lassen??

X wie X-AG
Wird oft als beispielhafte Firma benutzt. Wenn nicht X dann auch gern A.

Y wie Y-GmbH
Ist immer der Geschäftspartner der X-GmbH. Wenn nicht Y, dann gern auch B 😉

Z wie Zottelhund
Ich weiß jetzt, wieso der Hund so fett geworden ist, dass ihr das Halsband zu eng wurde: Ich hab letztes mal blöderweise Seniorfutter gekauft. Allerdings ist sie noch so agil, dass sie keine zusätzlichen Nährstoffe braucht 😉 Mal gucken, ob sie das wieder runter kriegt, oder jetzt so speckig bleibt 😀

Bibu-Update II

Unterrichtsstunden: 342/920 noch nicht mal die Hälfte
Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Führungsmethoden, Kommunikation und Zusammenarbeit, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berufsausbildung planen und Berichterstattung
Heute kommt noch Umsatzsteuer und nach den Sommerferien kommt dann noch Gewerbe-/Grundsteuer und Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards dazu.

In Jahresabschluss machen wir seit längerem schon nur noch Prüfungsübungen, denn laut Dozent sind wir mit dem Stoff durch. Mir persönlich macht es Sorgen, dass für diesen Bereich so viele Stunden im Plan stehen und er will nach nicht mal einem Jahr mit dem Stoff durch sein?? Ich finde es ja gut, dass wir Prüfungen üben, aber bisher ist es ziemlich demotivierend, wenn ich vor der Aufgabe sitze und mich jedes verdammte mal frage, was die von mir wollen… Obwohl wir doch alles besprochen haben…

In Finanzwirtschaftlichem Management haben wir mit dem Thema Finanzierung weiter gemacht. Wir haben über Aktien gesprochen, wie das alles funktioniert… ich weiß gar nicht, ob wir schon mit dem dritten Block „Investition“ angefangen hatten… Das Fach haben wir erst wieder nach den Sommerferien, bis dahin finde ich das noch raus 😉

Führungsmethoden war weiterhin genauso lächerlich wie vorher. Ich kann den Typen einfach nicht ernst nehmen. Wir haben unter anderem über Motivation gesprochen. Motivation von innen heraus. Die gibt es für ihn nicht. Ich konnte mich nicht beherrschen ihm da zu widersprechen, denn wenn ich nicht von innen heraus motiviert wäre, dann würde ich da nicht 3x die Woche sitzen. Sowas kann nicht von außen motiviert werden. Wenn von außen einer sagt, ich soll das machen, oder wenn der Anreiz auschließlich mehr Geld ist, dann funktioniert das vielleicht am Anfang, aber wenn von innen, von mir selbst keine Motivation da ist, dann ist das zum Scheitern verurteilt!

Kommunikation und Zusammenarbeit ist weiterhin echt super. Die Dozentin mag uns, wir mögen sie, der Unterricht ist entspannt. Sie hat von unserem Vorgängerkurs erzählt, dass die sich alle gegen das Thema gesperrt haben, keine Gruppenarbeiten oder Präsentationsübungen machen wollen, dass sie einige Leute zur Prüfungsvorbereitung zum ersten mal gesehen hat…
Im Moment beschäftigen wir uns mit Personalauswahl. Es ist halt echt ein Schwafelthema, aber ich finde es ganz angenehm, dass wir nicht zu jedem Termin nur mit Paragrafen bombardiert werden.
Am Samstag vor den Sommerferien haben wir mit ihr den letzten Unterricht und sie hat letztes mal gesagt, dass sie eine Flasche Sekt mitbringt 😉

KLR hat sich normalisiert. Die Dozentin ist wirklich okay. Die erste Stunde mit ihr war ja für mich etwas einschüchternd, aber seit der zweiten Stunde, seit auch sie gemerkt hat, dass wir umgänglich, zugänglich, lernwillig und nett sind, ist sie auch nett zu uns. Nur dumme Fragen kann sie nicht ab. Aber wirklich dumme Fragen. Und das kann ich wiederum gut verstehen 😉

Abgabenordnung und Einkommensteuer haben wir bei den gleichen Dozenten. Sie sind zu zweit, teilen sich den Unterricht auf, aber nicht heute der eine, nächstes mal der andere, sondern sie sind beide immer da. Ein Mann und eine Frau. Ich hab sie für ein Ehepaar gehalten, sind sie aber nicht. Dann haben sie aber bestimmt eine Affäre 😉
Er ist ein richtiges Arschloch. Überheblich lässt er uns spüren, dass wir etwas nicht wissen. Er setzt im Grunde Steuerberaterwissen voraus. Tja… in seinen Augen können wir die Prüfung gar nicht schaffen, wenn wir ja „nur Debitoren buchen“. Puh…
Sie ist Kettenraucherin und Alkoholikerin, so sieht sie zumindest aus. Sie bringt ihn immer mal ein wenig runter, aber ich finde sie genauso ätzend wie ihn.
Es wird für mich wirklich schwierig da mitzukommen, weil ich oft den Gedankensprüngen nicht folgen kann. Ich werde auch keine Fragen mehr stellen, weil ich mir kein Augenverdrehen und Seufzen antun will. WIr haben uns über die schon beschwert. Die mögen uns genauso wenig wie wir die… aber ich glaube es gibt keine anderen Dozenten. Dabei sollten sie schnell neue suchen, denn wir sind der letzte Kurs, den sie unterrichten wollen. Das Niveau der Teilnehmer nimmt ja stetig ab, die haben ja immer weniger Vorwissen, darauf haben sie keine Lust mehr. Aha.

Körperschaftsteuer ist mega anstrengend. Der Dozent weiß alles, aber er schafft es nicht das zu vermitteln. Er hat uns den ersten Teil seines Skripts ausgeteilt. 200 Seiten… Da steht alles drin, wir brauchen keine anderen Bücher, wir brauchen nicht mal mitschreiben. „Ich weiß gar nicht, was Sie da alles aufschreiben, es steht doch alles im Skript?“ Tja… wenn man aber nicht weiß, worüber er gerade spricht, dann kann man auch nicht die entsprechende Seite aufschlagen und da eventuell ein paar Notizen machen.
Auch hier mache ich mir Gedanken, ob ich das in meinen Schädel kriege… In der letzten KÖ-Stunde war ich nicht da und habe noch nichts nachgearbeitet… das muss ich am WE dringend machen, denn nächste Woche gehts ja schon weiter im Stoff.
Der Typ ist wirklich… speziell… Wir dürfen im Unterricht nicht essen, was für mich nicht schlimm ist, weil ich vorher genug Zeit habe, aber viele kommen erst zum Unterrichtsbeginn und können auch nicht viel eher da sein. Wir dürfen kein Handy draußen haben, tuscheln dürfen wir eigenltich auch nicht, zu spät kommen ist auch nicht erwünscht… Wenigstens dürfen wir trinken, aber am liebsten wärs ihm, wir würden es lassen…
Seine Übungsaufgaben sind sinnlos, weil wir sie nicht lösen können. Er teilt sie aus und erzählt uns dann freudestrahlend, dass selbst seine Finanzamts-Kollegen mit 150 Jahren Berufserfahrung die nicht lösen konnten. Danke, das ist sehr motivierend! Da denkt man dann, man hätte einen Ansatz und dann kommt er mit einem grinsenden „Aaaaber…“ daher, das den ganzen Fall kippt und für mich nicht mehr nachvollziehbar macht… Wieso kann er uns nicht einfach ein paar ganz einfache Fälle vorlegen, ganz eindeutige Sachen, damit wir erstmal das Grundprinzip kapieren, die Herangehensweise?

Berufsausbildung planen ist genauso ein Schwafelfach wie Kommunkation. Für mich war das bisher nix neues. Rechte und Pflichten von Auszubildenden Jugendarbeitsschutz, Berufsbildungsgesetz.

Berichterstattung hatten wir erst einmal. Die Dozentin hat selbst erst 2016 ihre Bibu-Prüfung gemacht und weiß also, wie es uns geht. Sie schreibt unfassbar viel auf im Unterricht, ich werde nachher wohl einen dicken Ordner Mitschriften haben… Leider kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, was wir in der ersten Stunde gemacht haben. Ist ja super hängen geblieben… Na ja, es geht letztlich um die Jahresabschlussanalyse, Berechnung von Kennzahlen und so, um den Jahresabschluss auswerten zu können.
Ich weiß noch nicht, wie gut ich ihren Unterricht finde… Sie schreibt alles auf Folien am Overheadprojektor auf, wir schreiben ab. Wer schreibt, der bleibt… Aber ich fänds sinnvoller, wenn sie das Thema wirklich erklären würde und sie dann von mir aus Zusammenfassungen diktieren würde. Mal sehen, nächste Woche sind wir wieder dran.

Umsatzsteuer und Gewerbe-/Grundsteuer machen mir jetzt schon ein bisschen Angst… Weil ich schon in Einkommensteuer und KÖ keinen richtigen roten Faden erkennen kann und noch nicht sehe, worauf das alles hinausläuft… Und Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards bringt mich hoffentlich nicht zu sehr mit den HGB-Richtlinien durcheinander…

Insgesamt bin ich momentan in einem kleinen Motivationsloch. Ich frage mich, wozu ich das mache, wenn ich Stellenausschreibungen lese, denke ich eh nur „kann ich nicht, kann ich nicht, hab ich noch nie gemacht“. Ich frage mich, ob ich damit wirklich weiter komme. Ich frage mich, ob ich das wirklich schaffe. Ich lerne viel zu wenig! Ich habe auf verschiedene Weisen probiert, zusammen zu fassen. Habe versucht eine Excelübersicht für Jahresabschluss und die handels- und steuerrechtlichen Bewertungsrichtlinien zu erstellen. Ich habe angefangen, selbst eine Art Skript zu schreiben, das sich am IHK-Rahmenlehrplan orientiert. Ich habe einen eigenen Blog erstellt, in dem ich nach Themen sortiert einiges zusammen fasse… Irgendwie finde ich alles nicht so gut und ich weiß noch nicht, wie ich weiter vorgehen soll… Das macht mir Druck und Angst. Es ist noch über ein Jahr bis zur Prüfung. Rational denkend, weiß ich, dass ich das schaffen kann. Aber trotzdem habe ich Angst, dass ich es nicht schaffe… Weil ich das Gefühl habe, in Jahresabschluss nichts zu wissen, in KÖ nichts zu raffen und ich Einkommensteuer und Abgabenordnung total dicht zu machen, weil die so asozial sind… Wenigstens habe ich Ordnung in meinen Mitschriften…

BiBu-Update

Im Moment sind gerade Weihnachtsferien, noch dazu hat die IHK den Stundenplan schon eine Woche früher frei gelassen, und zwei Wochen sind jetzt noch, so dass wir auf vier volle Wochen schulfrei kommen 🙂 Das ist echt richtig gut! Ich hab nur schon ein bisschen Angst vor dem ersten Tag…
Aber wie ich im Jahresrückblick gesagt habe, ich hab mir das abendliche/samstägliche dort hocken echt schlimmer vorgestellt.

Anfangs habe ich Dienstag und Donnerstag so lange gearbeitet, dass ich pünktlich zum Kursbeginn bei der IHK war. Das habe ich inzwischen geändert. Ich mache ziemlich regulär Feierabend und fahre trotzdem schon hin. Dort habe ich dann Gelegenheit noch mal in die Unterlagen zu schauen und etwas zu essen. Und vor allem komme ich etwas runter. Dieser Abstand ist schon wichtig und vermutlich kann ich deshalb besser mit dem Pensum umgehen.

von 920 geplanten Unterrichtsstunden habe ich jetzt 132 hinter mir. Ja, ich Nerd hab mir einen Countdownzähler gebastelt 😀
Inhalt dieser 132 Stunden waren bisher Lern- und Arbeitsmethodik, Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Führungsmethoden, Kommunikation und Zusammenarbeit und wir hatten bisher eine Doppelstunde Kosten- und Leistungsrechnung.
Im Januar kommt dann das Fach Abgabenordnung hinzu, im Februar haben wir dann ein paar Stunden zum Thema Berufsausbildung planen, denn mit Abschluss des Bilanzbuchhalters ist man automatisch von der schriftlichen Prüfung für den Ausbilderschein befreit. Den hab ich zwar schon, aber es kann nicht schaden, sich das Thema noch mal anzuhören 😉 Im März kommt dann noch das Fach Körperschaftssteuer hinzu, damit sind wir dann mit Kommunikation und Zusammenarbeit und Führungsmethoden durch. Zumindest für das erste „Semester“. Zusätzlich geben wir uns im März und April dann die volle Breitseite KLR, daüfr ist dann Finanzwirtschaftliches Management erstmal durch.

In Jahresabschluss haben wir uns bisher eigentlich nur mit dem dritten Buch des Handelsgesetzes beschäftigt. Allgemeine Vorschriften für Kaufleute, wie Buchführungspflicht und Inventur, Aufstellung einer Bilanz, Ansatzvorschriften und Bewertungsgrundsätzen. Dazu haben wir ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften besprochen, Aufstellung einer GuV und Offenlegung und Prüfung eines Konzernabschlusses.
Der Dozent ist fachlich wirklich großartig. Er ist selbst seit Jahren auch im Prüfungsausschuss und in der Prüfungskommission und weiß daher genau, worauf es nachher ankommt. Allerdings ist er lehrtechnisch nicht so der Brüller. Aber ich komme damit zurecht, im Gegensatz zur Mehrheit des Kurses.

In Finanzwirtschaftlichem Management ging es zuerst um Grundlagen im Zahlungsverkehr und anschließend um Investitionsrechnung. Welche Verfahren es da gibt, um zu errechnen, ob sich eine Investition lohnt oder nicht und natürlich haben wir da gerechnet und gerechnet und gerechnet. Jetzt haben wir grad den Themenblock Finanzierung angefangen. Also, wo kommt die Kohle eigentlich her.
Der Dozent ist ganz gut. Wir hatten einen sehr unglücklichen Start, ich denke er hatte entweder einen furchtbar schlechten Tag, als wir die erste Stunde hatten, oder er wollte einfach gleich mal zeigen, wer das sagen hat und uns einschüchtern. Auf jeden Fall hat sich das aber gegeben, er ist ganz witzig und schafft es sein Thema wirklich anschaulich rüber zu bringen.

In Führungsmethoden ging es, ach wie überraschend, um Führungsmethoden. Tja, das war bisher eine Doppelstunde, der Typ der das lehrt ist in meinen Augen eine arrogante Witzfigur. Wenn das mein Chef wär, könnte ich den nicht ernst nehmen. Er hat vor Stolz fast platzend erzählt, dass er 500 Mitarbeiter „unter sich“ hat. Dann hat er immer mal wieder ein „Alltagsbeispiel“ aus seinem Berufsalltag eingeworfen, um den Stoff zu verdeutlich. Aber da gings laufend darum, dass er den „blöden Mitarbeiter“ irgendwie „loswerden“ will, aber nicht „nicht so einfach rauskriegt“ und sich dann halt „arrangieren muss“. Aber ist ja auch nicht mehr lange, der hat ja nur noch zwei, drei Jahre…
Man man man. Und rhethorisch ist der auch echt schlecht. Manchmal redet er so leise, dass man kaum was versteht und dann brüllt er wieder, dass es in den Ohren wehtut. Er denkt offenbar, dass das ein gelungenes Stilmittel in seiner Präsentation. Ich finde es einfach nur anstrengend. Und er nuschelt, das macht es auch noch schwieriger.
Insgesamt glaube ich, dass er einfach total unsicher ist und eigentlich Angst hat, vor uns zu stehen, und das durch diese ätzende Art und Weise verstecken will.

Kommunikation und Zusammenarbeit ist hingegen sehr lustig. Die Dozentin ist auch immer super nervös, das merkt man ihr an, weil sie manchmal so zu Schnappatmung neigt. Dabei muss sie das gar nicht. Wir haben sie alle wirklich gut angenommen, machen gut mit und eigentlich ist der Unterricht mit ihr echt entspannt.
Wir haben über die verschiedenen Formen der Wahrnehmung gesprochen. Und über Kommunikation im eigentlichen. Dass gesprochene Worte auf vier verschiedenen Ebenen gemeint sein und verstanden werden können. Sofern diese Ebenen nicht übereinstimmen, kommt es zu Missverständnissen.
Wir haben über Körpersprache gesprochen, welches Signal gewisse Körperhaltungen aussenden. Alles im Hinblick darauf, dass eine Führungskraft (und Bilanzbuchhalter sollen wohl potenzielle Führungskräfte sein) solche Sachen im Hinterkopf haben muss, damit er auf seine unterschiedlichen Mitarbeiter eingehen kann.

Lern- und Arbeitsmethodik hatten wir nur ganz am Anfang. Da gings halt drum, uns ein bisschen darauf einzustellen, dass jetzt eben ein anderes Leben anfängt 😉 Er hat uns sensibilisiert, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt und dass man seinen vielleicht noch rausfinden muss. Und er hat uns darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich zu strukturieren und sich feste Zeiten zum Lernen einzuräumen.
Kurz vor der Prüfung werden wir noch mal ein, zwei Stunden bei ihm haben, wo es noch mal um den Umgang mit Prüfungssituationen und Prüfungsangst geht.

Also bisher musste ich mich in der Hauptsache nur auf zwei Fächer konzentrieren. Da ist das alles noch nicht so tragisch. Die Abstände zwischen den Unterrichtseinheiten sind nicht so groß, man ist dann doch immer ganz gut dabei. Wenn es jetzt im neuen Jahr aber mit Abgabenordnung, Körperschaftssteuer und richtig KLR losgeht, dann muss ich mich echt auf meinen Arsch setzen und zu Hause wiederholen.
Das ist mir bisher nämlich noch nicht so gelungen. Die ersten zwei, drei Wochen hab ich sogar wirklich noch meine Notizen in Reinschrift gebracht. Das habe ich seit dem nicht mehr gemacht!! Dafür hab ich mich bemüht, gleich viel ordentlicher mitzuschreiben. Und in Zukunft muss ich mir aber, wie in den ersten Stunden Lern- und Arbeitsmethodik gelernt, wirklich einen Plan machen, in dem ich mir feste Zeiten zum Lernen vornehme.
Lernen meint in dem Sinne dann, dass ich den Stoff noch mal durchgehe, wiederhole, evtl. kleinere Zusammenfassungen schreibe… Das wird schwer, mich dazu aufzuraffen! Aber ich muss das machen. Ich kann nicht erst alles am Ende vor der Prüfung lernen. Vor allem wär es halt gut, wenn bis dahin alles soweit aufbereitet ist, dass ich nicht seeeeeitenweise Kram durchgehen muss…
Und gerade in KLR werde ich die zusätzliche Zeit zu Hause brauchen. Die Dozentin ist echt der Knaller. Im negativen Sinne… Eine Doppelstunde hatten wir erst und ich hasse sie! Ich weiß nicht, ob ich je mit ihr warm werde, aber irgendwie muss ich halt zusehen, dass ich mich auf sie einstelle. Und dazu werde ich die zusätzliche Lerneinheit brauchen, denn mir ging das alles viel zu schnell. Ich brauche in dem Fach einfach länger für gewisse Sachen und ich denke, ich muss gerade in diesem Unterricht mich davon befreien, gleich alles verstehen zu wollen. Ich muss es dann wohl irgendwie hinnehmen, dass ich einfach erstmal nur mitschreibe und mir dann zu Hause die Zeit nehmen, es nachzuvollziehen.

Im Dezember habe ich in einem Anfall von Aktionismus mal den Keller durchsucht. Ich war der Meinung, dass ich noch irgendwelche Unterlagen vom Wirtschaftsfachwirt haben muss. Und was soll ich sagen?! Ich war der Meinung, ich hätte alles bis auf ein, zwei Bücher weggeworfen 😀 Aber habe ich nicht. Sämtliche Lernhefte vom Fernkurs bei der SGD sind noch da gewesen und ich habe mir gleich mal die passenden für KLR, Jahresabschluss und Führung und Kommunikation rausgesucht.
Jetzt brauche ich noch Ordner. Bisher habe ich meine Blätter nur auf Heftstreifen abgeheftet und diese dann zum Unterricht mitgenommen. Aber das ist blöd. Zum einen sind es jetzt schon so viele Seiten, dass die Streifen langsam schlapp machen, zum anderen ist es einfach auch unpraktisch im Regal, die Blätter stehen ja nicht und alles zu stapeln ist auch nicht so praktisch.
Ich muss mich zusammenreißen und darf meinem Chaos-Gen in der Hinsicht keine Chance geben. Ich muss Aktenordner kaufen. Und ich hätte gern ganz viele bunte, weil ich jedem Fach eine andere Farbe zugewiesen habe. Oder ich nehme weiße und klebe bunte Schilder drauf. Das ist vielleicht einfacher…
Aber zumindest heißt es in Zukunft, strukturierter und geplanter vorzugehen. Nicht mehr so viel „ich schau mal was auf mich zukommt“, das kann ich vielleicht im Urlaub machen, aber an meinen schulfreien Tagen brauch ich genauso wie für die Unterrichtsstunden einen Lernplan, sonst verliere ich den Anschluss. Und wenn meine Unterlagen schön sind, macht das ganze auch mehr Spaß.

Im Grunde genommen sind das dann doch ein paar gute Vorsätze:
– Aktenordner besorgen
– alles sortieren, ordnen und wegheften
– regelmäßig alles durchgehen

Frau Keschu lernt wohl wieder

Ich glaube ich habe mich entschieden. Bzw. eigentlich hatte ich mich die ganze Zeit schon entschieden, nur hatte ich Angst vor meiner eigenen Courage.
Natürlich mach ich mir Gedanken darüber, ob ich es schaffe. Die Durchfallquote ist hoch, irgendwo hab ich gelesen, dass jeder zweite durchfällt. Das finde ich zwar etwas arg viel, aber es könnte ja sein. Man muss natürlich auch immer ein bisschen Glück mit den Fragen haben, aber das war auch bei allen vorhergehenden Prüfungen, die ich geschrieben habe so.

Tja, also es geht noch mal auf die Schulbank. Das ist mir eigentlich ganz Recht. Nach dem Wirtschaftsfachwirt habe ich gesagt, dass ich nie wieder was als Fernlehrgang machen will. Ich habe es jetzt trotzdem in Betracht gezogen. Ich habe auch ein Studium in Betracht gezogen, aber das ist nicht das was ich will.
Ob der Bilanzbuchhalter genau das ist, was ich will, kann ich ehrlich gesagt auch nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, aber es ist viel eher das was ich will, als ein allgemeiner BWL-Bachelor. Noch dazu dauert der Bachelor 8 Semester, eines könnte ich mir durch den Wirtschaftsfachwirt höchstens anerkennen lassen – das finde ich unverhältnimäßig und ungerechtfertig. Aber ok. Ich will eh kein allgemeiner Bachelor sein. Und rückblickend gesehen würde ich alles anders machen, wäre aber vielleicht trotzdem beim Bilanzbuchhalter gelandet.

Rückblickend muss ich sagen, dass der Wirtschaftsfachwirt mir überhaupt nichts gebracht hat. Fachlich. Persönlich bin ich dadurch natürlich gewachsen. Ich habe es durchgezogen, bis zum bitteren Ende. Habe mich komplett selbstorganisiert allem gestellt, um alles gekümmert… Aber fachlich finde ich ihn im Nachhinein umsonst.
Der Wirtschaftsfachwirt ist alles andere als auf die Art anerkannt, wie die IHK es weismachen will. Niemanden, den ich getroffen habe, konnte mit dem Wifawi etwas anfangen. Jedem musste ich erklären, dass das der Meisterprüfung im Handwerk gleichgestellt ist und trotzdem konnte sich wohl keiner richtig etwas darunter vorstellen. Dass man damit im mittleren Management arbeiten kann, halte ich für ein Gerücht.
Jeder, der nach der Ausbildung überlegt, ob der den Wirtschaftsfachwirt oder ein Studium machen soll, dem würde ich aus meiner Erfahrung zum Studium raten. In allen Stellenbeschreibungen, die ich gelesen habe, stand unter Voraussetzungen „abgeschlossenes Studium“. Selbst wenn da steht „oder vergleichbar“ nimmt der Arbeitgeber nachher den mit dem Studium, weil er sich darunter etwas vorstellen kann. Weil er wahrscheinlich denkt, dass ein Studium anspruchsvoller ist. Selbst dass der Wifawi staatlich anerkannt ist, bringt nichts, wenn niemand den Abschluss kennt. Also im Ernst, denkt nicht lange nach, macht ein Studium. Könnte ich noch mal entscheiden, würde ich es machen.

Aber selbst mit einem Studium würde ich jetzt an dieser Stelle stehen, und mich fragen, ob nicht der Bilanzbuchhalter mein Weg ist, denn ein Studium ist genauso allgemeingefächert, wie der Wirtschaftsfachwirt. Ich glaube, fachlich ist der BiBu genau mein Ding. Nur vor dem Pensum habe ich Respekt. Andersrum denke ich (und hoffe ich), dass einem etwas leicht fällt, wenn es einem Spaß macht. Ich hoffe natürlich auch, dass die Leute da nett sind, dass sich vielleicht auch eine kleine Gruppe bildet, mit der man zusammen lernen kann, oder sich auch darüberhinaus gut versteht. Das macht es einem ja auch leichter sich drei mal die Woche dazu aufzuraffen. Denn das würde es in Zukunft bedeuten: Dienstag und Donnerstag Abend und Samstag bis Mittag. Frei nur in den regulären Schulferien. Und das betrifft dann also nicht nur mich, sondern auch den Namenlosen. Er hat schon gesagt, dass es ihn nicht stören würde, wenn jetzt zwei Jahre lang auch samstags der Wecker um 7 klingelt. Aber das ist es ja nicht nur… Er hat sich ansonsten noch nicht dazu geäußert, wie er es findet, wenn ich das mache. Vermutlich, weil er weiß, dass ich meine Entscheidung nicht von ihm abhängig mache. Aber ich möchte natürlich trotzdem wissen was er denkt… Bisher hat er sich aber noch nicht so richtig auf ein Gespräch darüber eingelassen, ich hab es schon mehrfach angeschnitten, aber er sagt nix weiter dazu und nach zwei drei Sätzen zu dem Thema ist es irgendwie rum…

Dafür hab ich heute mit meinem Chef gesprochen. Er war total begeistert von der Idee und er hat da großen Respekt vor. Das war tatsächlich sehr ehrlich gemeint. Ich weiß ja wie er ist und er redet viel, wenn der Tag lang ist, aber er hat sich zum Beispiel sofort an seine Vorgesetzte gewandt, wegen der Kostenübernahme durch die Firma. Also wenns nach ihm geht, dann ist das schon in Sack und Tüten.
Wenns nach mir geht eigentlich auch, aber ich möchte schon auch den Namenlosen 100% hinter mir wissen…