Jahresrückblick-Stöckchen 2019

Der alljährliche Jahresrückblick… hier für 2019.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2020! Ein neues Jahrzehnt startet. Endlich wieder eins, das man ordentlich aussprechen kann. Die 20er. Die neuen 20er… Obwohl ja genau genommen das neue Jahrzehnt erst am 1.1.21 beginnt… Aber wir wollen mal nicht so sein.

Zugenommen oder abgenommen?
Auf jeden Fall zugenommen! Mein Konsum an Süßigkeiten (insbesondere Snickers und Lachgummi-Milchgeister), Chips und vor allem Alkohol hat sich über die letzten Monate des Jahres auf ein Level gesteigert, von dem ich nicht wusste, dass ich es vertrage. Eigentlich wird mir bei Süßkram schnell schlecht. Aber meine Toleranzgrenze ist da deutlich angestiegen. In einer Tüte Milchgeister sind angeblich 11 Portionen. Aha… Bei mir waren es höchstens 1,5. Manchmal sogar nur eine Portion 🤷🏼‍♀️ Und für Silvester mit den Burger-Freunden bin ich bestens vorbereitet. Ich werde alle unter den Tisch saufen!

Mehr Geld oder weniger?
Dank tariflicher Erhöhung mehr. Ich kann meinen Arbeitgeber eigentlich nicht verlassen 🤔

Der hirnrissigste Plan?
Überstunden anhäufen zu wollen, um meine Frei-Zeit vor und nach der Prüfung auszudehnen… Ich wollte nämlich hinterher zwei Wochen richtig schön weit wegfahren und vorher brauchte ich aber auch Zeit, weil ich noch mal alles durchgehen wollte. Druck, Druck, Druck… Wie viel kann man in zwei Wochen vorher schon noch lernen?? Wenn man es bis dahin nicht drauf hat, ist es eh zu spät. Und wie immer macht man sich nur total verrückt, je mehr Ruhe man vorher hat.
Im Endeffekt hatte ich genug Zeit vorher, aber das tat mir auch gut. Und auch mein Bildungsurlaub hinterher war das beste, was ich machen konnte!

Schlimmstes Ereignis?
Krebsdiagnose von meinem Stiefvater.

Schönstes Ereignis?
– Bildungsurlaub in Dublin ☘️
– Bestandene Bilanzbuchhalterprüfung 🎉

Die gefährlichste Unternehmung?
Vielleicht war es ein bisschen gefährlich, in die Bunker auf Mallorca hinunter zu steigen. Da ging mir schon ein bisschen die Pumpe. Und auch der kleine Ausflug auf die Beleuchterbrücke im Es Fogueró Palace in Alcúdia könnte man wohl als gefährlich bezeichnen. Wer weiß denn schon, ob das alles noch hält???

Die teuerste Anschaffung?
Der Plan war eigentlich eine Overlockmaschine. Damit wollte ich mich zum Bibu-Abschluss belohnen. Aber da ich nicht weiß, welche es werden soll, beschäftige ich mich damit in Ruhe, und verschiebe diese Investition ins neue Jahr.

Das leckerste Essen?
In diesem Jahr war essen doch meistens auch nur Nahrungsaufnahme… Nach meiner bestandenen Prüfung waren wir beim Perser essen. Da ist es immer super lecker. Aber es gab bestimmt noch viele anderen leckere Sachen, die ich bloß einfach vergessen habe.

Das beeindruckendste Buch?
An dieser Stelle kommt mein alljährlicher Verweis auf meine Leselisten. Dieses Jahr bin ich auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Ich hab sogar auch einige Sachbücher gelesen und gehört, zusammen gefasst über Blinkist. Ich finde das ganz praktisch. (Wenn ihr euch über diesen Link anmeldet, bekomme ich eine Woche Premium-Zugriff.)

Die meiste Zeit verbracht mit?
– dem Namenlosen
– meinen Lernmädels
– meinen Lernunterlagen

Die schönste Zeit verbracht mit?
– dem Namenlosen
– meinen Lernmädels
– Dublin

Die größte Veränderung des Jahres?
Ich glaube ich bin selbstsicherer geworden. Ich hab mal wieder festgestellt, wie ehrgeizig ich sein kann und dass ich Biss habe und durchhalten kann. Und ich habe angefangen mich selbst zu mögen. Ich kann noch nicht von Selbstliebe sprechen, aber ich habe einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, auch wenn ich in den letzten Wochen einen krassen Rückfall in alte Gewohnheiten und alte Denkmuster hatte. Daher fühlt es sich momentan soan, als hätte ich auch wieder zwei Schritte zurück gemacht…

2019 zum ersten Mal getan?
– Bildungsurlaub gemacht
– in Dublin gewesen
– mich richtig richtig richtig entspannt

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Mallorca besucht
– beim Ed Sheeran Konzert gewesen
– eine Prüfung geschrieben
– feiern gewesen
– Trauzeugin gewesen

2019 leider gar nicht getan?
Den Job gewechselt. Immer noch nicht…

Wort des Jahres?
Bilanzbuchhalterprüfung

Erkenntnis des Jahres?
Ich bin genug. In jeglicher Hinsicht. Ich muss es mir aber immer wieder bewusst machen, denn noch vergesse ich es öfter.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– auf die Krebsdiagnose von meinem Stiefvater
– auf die Wartezeit auf die schriftlichen Ergebnisse
– auf den Anflug von Minderwertigkeitskomplexen zum Jahresende

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich davon, dass ich genüge.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hab ich dieses Jahr überhaupt was verschenkt? 🤔 Ich kann mich nicht erinnern. 2019 ist genauso schnell an mir vorbei gegangen, wie 2018. Beide Jahre waren so schnell rum und sie sind so ineinander verschwommen, dass ich manchmal überlegen muss, wann was gewesen ist. Aber ab nächstes Jahr kann ich mir da wieder ordentliche Gedanken drum machen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Als ich vor der Prüfung frei hatte, um noch mal einen Lernendspurt hinzulegen, hat die Post bei mir geklingelt und ein Paket gebracht. Da ich nichts bestellt hatte, war ich äußerst verwundert, was ich da bekommen sollte. Es war Nervennahrungs-kühlen-Kopf-bewahren-Glücks-Überraschungspaket! Darüber hab ich mich riesig gefreut! 😊

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich bin sehr stolz auf dich!

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Es war nicht nur ein Satz, es war ein ganzer Brief von meinem vergangenen Ich an mein heutiges Ich. Das hatte ich komplett vergessen und umso gerührter war ich.

2019 war mit einem Wort?
Kräftezehrend.

Zahlen, Daten, Fakten – Bibu-Update XI

Wenn man die Bilanzbuchhalter-Prüfung nach der neuen Prüfungsverordnung (seit 2015) vor der IHK ablegt, muss man drei schriftliche Prüfungen à 240 Minuten schreiben.
Im ersten Teil geht es um „Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen“ und hier werden hauptsächlich Fragen zu den nationalen Standards gefragt, aber wir haben ja auch die internationalen Standards (IFRS) gelernt und deshalb wird auch das in der Prüfung abgefragt. Zusätzlich gibt es Fragen aus dem Bereich „Ein internes Kontrollsystem sicherstellen“ und „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sicherstellen“ (KFZ).
Im zweiten Teil wird „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ (Berichterstattung), „Finanzmanagement des Unternehmens wahrnehmen, gestalten und überwachen“ und noch mal KFZ abgefragt.
Im dritten und letzten schriftlichen Teil kommt dann „Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen“ und „Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert anwenden“.

Man kann in jeder der drei Prüfungen 100 Punkte, also maximal 300 Punkte erreichen und bestanden hat man den schriftlichen Teil mit mindestens 150 Punkten. Egal wie die sich zusammensetzen. Man muss also nicht jede schriftliche Prüfung für sich bestanden haben und hat somit auch keine mündliche Ergänzungsprüfung mehr. Das war mein Glück, denn in der Steuerprüfung hab ich etwas abgekackt und ich weiß nicht, ob ich das mündlich rausgehauen hätte.
Aus den drei schriftlichen Prüfungen wird dann das arithmetische Mittel gebildet und diese Punktzahl zählt dann 50% zur Gesamtnote.

Spätestens zur dritten schriftlichen Prüfung muss man das Thema für seine Präsentation zur mündlichen Prüfung einreichen. An der mündlichen Prüfung darf man nur teilnehmen, wenn man die schriftliche bestanden hat. Das Thema muss trotzdem eingereicht sein, ansonsten ist man nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen, wenn man die schriftliche bestanden hat.
Das Thema für die Präsentation zur mündlichen Bilanzbuchhalterprüfung muss aus dem Gebiet Berichterstattung kommen und man muss ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis darstellen.
Das Problem dabei: Niemand sagt einem, was genau ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis ist und so muss man erstmal richtig Gehirnschmalz in die Frage investieren, welches Thema man nun für die mündliche Prüfung wählt… Man muss auch aufpassen, dass man nicht zu sehr in ein anderes Themengebiet rutscht. Die Fächer überschneiden sich ja in vielen Sachen und gerade das Thema Berichterstattung hat viele Überschneidungen mit dem Fach Finanzmanagement. Wenn man nachher das Thema mit der Präsentation verfehlt hat, muss man trotzdem das Fachgespräch machen, aber uns wurde gesagt, man wäre mit einem verfehlten Thema durchgefallen.

Die mündliche Bibu-Prüfung besteht dann aus dieser Präsentation, die nicht länger als 15 Minuten dauern soll, und einem anschließenden 30-minütigen Fachgespräch, das sich zum Teil auf die Präsentation beziehen soll aber in dem auch sämtliche anderen Fachbereiche abgefragt werden können. Mindestens 3 verschiedene Fachbereiche sollten es schon sein.
In der Präsentation und dem Gespräch sind auch jeweils 100 Punkte zu erreichen, wobei das Fachgespräch doppelt gewertet wird. Maximal also wieder 300 Punkte, aus denen das arithmetische Mittel gebildet wird und auch hier muss man wieder auf mindestens 50 Punkte kommen. Dieses Ergebnis sind dann die anderen 50% zur Gesamtnote.

Die Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter sind ziemlich hoch. Leider gibt es keine öffentlichen Statistiken darüber. Das ist echt schade, weil man immer so von 70% Durchfallquote munkelt… Keine Ahnung, ob da was dran ist. Bei den großen IHK’n vielleicht, weil dort vielleicht die Anzahl derer, die sich nicht von der Prüfung abmelden oder auch zwischendrin abbrechen vielleicht größer ist.
Ich kann jetzt nur von mir sprechen und deshalb hier meine unrepräsentative Statistik der Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter im Herbst 2019:
Aus meinem Lehrgang waren 19 zur Prüfung angemeldet. Von externen Anbietern kamen noch 8 dazu. Einer aus meinem Lehrgang kam nicht zur Prüfung, der zählt automatisch als durchgefallen, weil er sich nicht rechtzeitig abgemeldet hat. Schriftlich bestanden haben von uns 9 und von den externen 3. Das ist schon hammerhart!
Die Durchfallquote in der schriftlichen Bilanzbuchhalter-Prüfung lag bei uns internen also bei satten 52,6%, bei den externen sogar bei 62,5%. Insgesamt sind es 55,55%.
In einer anderen IHK war es noch krasser, das hat uns Mr. Generalprobe erzählt, der dort im Prüfungsausschuss sitzt: 58 waren zur schriftlichen Prüfung angemeldet, von denen sind aber 7 einfach nicht gekommen und gelten damit automatisch als durchgefallen. Von den verbleibenden 51 haben 15 bestanden. Das entspricht einer Durchfallquote von 74%.

Und dass man die mündliche Bilanzbuchhalterprüfung dann nicht unterschätzen sollte, zeigt unser diesjähriges Ergebnis: einer ist tatsächlich durchgefallen. Nur weil man die schriftliche Prüfung bestanden hat, darf man sich nicht zu sicher fühlen. Die mündliche Prüfung klopft noch mal breites Grundwissen ab, gerade bei denen, die die schriftliche Prüfung nur knapp bestanden haben.

Von insgesamt 27 Prüflingen zur Bibu-Prüfung im Herbst 2019 haben es nur 10 geschafft und dürfen jetzt den Titel „Geprüfter Bilanzbuchhalter“ tragen.

Geprüfte Bilanzbuchhalterin – Bibu-Update X

Call me Weizen 😉

Ja… also auch wenn sich jetzt vielleicht einige denken „Das war doch klar, dass sie das besteht“… Nein, die mündliche Bilanzbuchhalterprüfung ist nicht nur Makulatur! Man kann durchaus durchfallen und hat den Titel nicht automatisch in der Tasche. Die verschenken den Titel nicht und gerade wenn man schriftlich nur knapp bestanden hat, muss man sich in der mündlichen darauf gefasst machen, dass breitgefächerte Grundlagen abgeklopft werden.

Ich war mittags mit meiner Prüfung dran, aber natürlich war ich morgens schon wieder um halb 6 wach und konnte nicht weiter schlafen. Also hab ich morgens noch mal gelernt. Eigentlich dämlich, weil, was bis dahin nicht im Kopf ist, bleibt so kurz vorher auch nicht mehr hängen.
Aber irgendwas musste ich ja tun, um die Zeit zu überbrücken.
Gegen 10 Uhr bin ich dann zur IHK gefahren. Ich konnte einfach nicht länger zu Hause rumsitzen und die Zeit abwarten.

Meine Lernmädels waren schon da, und noch zwei andere Prüflinge aus meinen Kurs saßen da und hatten es schon hinter sich. Natürlich hab ich gleich erstmal durch die Tür gespäht um zu gucken wer in meinem Prüfungsausschuss sitzt. Und natürlich tauscht man sich mit den anderen darüber aus, wie es gelaufen ist und vor allem, was für Fragen im Fachgespräch gestellt wurden. Das war das wichtigste, denn darüber findet man so gut wie gar nichts, wenn man googlet!

Als ich dann dran war, war mir ganz schön schlecht. Zuerst wird man natürlich gefragt, ob man gesund ist (nein, ich bin erkältet, aber das hab ich kurz mal ignoriert) und die Prüfung antreten will, dann wird man gefragt, ob man Vorbehalte gegen den Ausschuss hat, die persönlichen Daten werden überprüft und man wird darauf hingewiesen, dass die Prüfung nicht öffentlich ist und dass man diese eben nicht mitschneiden darf. Irgendwie ist das ja selbstverständlich, obwohl mich eine Tonaufzeichnung schon interessieren würde, denn an vieles kann ich mich nicht mehr erinnern!
Dann gings los.
Meine Präsentation lief ganz gut. Sie war nicht so locker wie zur Generalprobe und schon gar nicht so locker wie zu Hause. Das fand ich echt schade, weil ich mit meiner Präsentation ja wirklich zufrieden war und sie sowohl optisch als auch inhaltlich echt gut fand.
Wenn da aber drei Leute vor einem sitzen, von der eine unentwegt was mitkritzelt und die anderen beiden mit relativ verbissenen Blicken an die Wand starren… Also irgendwie hat mich das irritiert… Wenigstens hat meine Stimme aber durchgehalten.
Danach wurde ich kurz rausgeschickt, und vermutlich haben die sich darauf geeinigt, wie viele Punkte sie mir für die Präsentation, das Auftreten und das Vortragen geben und wer jetzt die Fragerunde leitet und welche Themen sie abfragen werden.
Ich war erleichtert, als ich raus kam, weil ich kein schlechtes Gefühl hatte, aber ich hatte richtig Angst vor dem folgenden Gespräch…

Im Gespräch war ich dann tatsächlich auch ein bisschen blank… ich wusste bei ein paar Fragen nicht, worauf sie hinaus wollten, sie mussten mir doch öfter einen Stupser in die richtige Richtung geben. Zuerst kamen ein paar Fragen tatsächlich zu meiner Präsentation. Ich hatte in meinem „komplexen Problem aus der betrieblichen Praxis“ ein Unternehmen vorgestellt, das kurz vor der bilanziellen Überschuldung steht. Also haben sie mich gefragt, wann denn dieser Fall eintritt und welche Konsequenzen das hat. Danach sind sie übergegangen zu den Maßnahmen, die ich erläutert habe, um diese Gefahr abzuwenden. Sie wollten wissen, welche Auswirkungen das zB auf verschiedene Kennzahlen hat, welche Alternativen es noch gäbe und welche Nachteile das hätte.
Dann hat mein Dozent, der in meinem Ausschuss saß, das Gespräch übernommen und ich wusste jetzt kommen Steuern dran… weil der Dozent kann nur Steuern… ich hatte so Angst davor, weil das einfach nicht mein Steckenpferd ist… Auch er musste mich bei einigen Fragen doch etwas leiten. Aber im Groben wusste ich doch alles. Ich war nur relativ vorsichtig in meinen Antworten, weil ich Angst hatte, dass ich sie mit dem was ich sage auf dumme Ideen bringe, noch tiefergehend zu fragen. Also hab ich tatsächlich nur die Fragen beantwortet, ohne etwas weiter auszuholen. Das hat mich bestimmt Punkte gekostet, weil das ganze ja ein Gespräch und kein Frage-Antwort-Spiel sein sollte…
Er hat mich zwei, drei Sachen zu Umsatzsteuer gefragt, dann wollte er Sachen zu Gewerbesteuer wissen, anschließend hat er mich ein paar Sachen aus Abgabenordnung gefragt und dann war ich erlöst. Puh!
Ich wurde also wieder rausgeschickt und der Ausschuss hat sich beraten. Ich hab draußen gewartet und hab mich eigentlich ganz gut gefühlt. Ich war mir eigentlich sicher, dass es zu gut gelaufen war, als dass sie mir jetzt sagen würden, dass ich durchgefallen bin. Aber als sie mich dann wieder rein geholt haben und mir gesagt haben, dass ich bestanden habe, musste ich trotzdem vor Erleichterung anfangen zu heulen 😉

Hinterher wollten wir eigentlich mit Sekt anstoßen, aber irgendwie hatten wir alle drei da keine Lust drauf. Also haben wir noch auf die letzte aus unserem Lehrgang gewartet, die grad noch im Fachgespräch war und sind dann was essen gegangen.

Jetzt warte ich auf mein Zeugnis und den Brief, in dem mir die detaillierten mündlichen Ergebnisse mitgeteilt werden – das interessiert mich jetzt natürlich schon. Davon, dass ich meine Gesamtnote auf eine 3 verbessern könnte, hab ich mich inzwischen verabschiedet. Es ist jetzt halt so. Ich habe es trotzdem bestanden. Auch wenn ein ganz ganz kleiner Stachel in mir nagt, weil ich natürlich weiß, dass meine Lernmädels beide viel besser waren als ich und ich meinen Abschluss damit als minderwertiger empfinde… Aber dann hätte ich für die mündliche mehr lernen müssen. Ich hätte mehr lernen können, aber ich muss auch zugeben, ich wollte am Ende nicht mehr. Ich wollte nur noch, dass es vorbei ist und ich hab mir gedacht, wenn es mit dem, was ich kann und weiß nicht reicht, na ja, dann hab ich es vielleicht auch wirklich nicht verdient.
Aber es ist ja alles gut gegangen. Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss 😉

Keschu hat Husten – Bibu-Update IX

Weihnachten ist echt im Arsch, wenn ich die mündliche Prüfung nicht bestehe. Und meine Prüfung ist echt im Arsch, wenn meine Erkältung sich nicht zur Spontanheilung entschließt.

Ich bin im Arsch. Seit Tagen schlafe ich mal wieder schlecht. Ich träume von Präsentationen, von Fachgesprächen, von Fragen. Ich werde wach, weil die Nase verstopft ist oder vom Husten. Seit Tagen trinke ich Ingwertee mit Zitrone und Honig, Erkältungstees, habe Hühnersuppe gekocht und halte mich warm. Aber die Erkältung hält sich hartnäckig.
Ich habe Kopfschmerzen, konzentrieren fällt mir schwer, ich habe auch das Gefühl, mein Kopf ist leer und ich weiß gar nichts mehr. Ich habe Angst vor dem Fachgespräch.

Meine Präsentation zur mündlichen Bilanzbuchhalterprüfung finde ich echt gut. Meine IHK hat uns sogar einen Generalprobentermin organisiert, wo wir das ganze schon mal durchspielen konnten. Vor einem Fachmenschen, der selbst (an einer anderen IHK) die mündlichen Prüfungen abnimmt. Er weiß also, wovon er redet.

Und was soll ich sagen?! An meiner Präsentation hatte er nichts zu meckern! Außer, dass ich ein Quellenverzeichnis einfügen soll. Aber das ist ja die leichteste Übung. Er fand das Thema sehr gut, er fand es sehr gut aufbereitet und sehr schön strukturiert und übersichtlich dargestellt.
Und: er fand es rhetorisch sehr gut und mein anschließendes Kommunikationsverhalten war perfekt, hat er gesagt. F*ck you Wirtschaftsfachwirt-Prüfer, die mir damals empfohlen haben, doch mal einen Rhetorik-Kurs zu belegen!!
Ja, das nagt heute immer noch an mir, ich war und bin da echt beleidigt! Weil reden kann ich, wenn ich mir mein Thema selbst auswählen kann und mehr als 30 Minuten Zeit zur Vorbereitung habe. Reden kann ich, und in der Hinsicht habe ich auch auch meine Selbstsicherheit wieder. Reden kann ich, es sei denn meine Erkältung hat da andere Pläne für mich…

Ich habe eine sehr schöne Präsentation gebastelt, da steht auf jeder Folie jede Tabelle auf den Millimeter genau exakt übereinander. Da wackelt beim Weiterblättern nix rum! Und sie ist optisch ansprechend in grau und petrol gehalten (ich liebe petrol!). Ich habe super schöne Handouts gedruckt und gebunden und sogar Moderationskarten, die auf der Rückseite die Titelseite meiner Präsentation haben.
Ich weiß, das klingt super nerdig, aber ich finde, das sind die Kleinigkeiten, die eine Präsentation abrunden. Vielleicht fällt es niemandem auf, mir würde es aber auffallen und ich bin mir absolut sicher, dass ich mit meiner Präsentation punkten werde.

Aber ich habe richtig Schiss in der Hose vor dem Fachgespräch… Dazu findet man fast nichts im Internet. Und außerdem sind die Fragen ja extrem individuell. Sie sollen sich auf die Präsentation beziehen. Mit der kenne ich mich aus, und wenn sie tiefer gehende Informationen abfragen, kann ich da antworten. Aber sie müssen ja auch die Fachbereiche aus dem ganzen Unterrichtsstoff abdecken. Mindestens 3. Also muss ich auf alles vorbereitet sein. Es kommt auch sehr auf die Prüfer an, die fragen natürlich da, wo sie sich selbst am besten auskennen, mehr.
Ich hab Angst, dass mir spontan nicht die richtigen Sachen einfallen.
Ich habe Angst, dass sie Paragraphen abfragen (was richtig scheiße wäre, weil, die kann ich nicht auswendig, schließlich kann ich sie doch nachlesen, wenn ich sie brauche).
Ich habe Angst, dass sie meine Lücken finden, und sich daran festbeißen.
Und in der mündlichen noch durchzufallen, ist tatsächlich gar nicht so schwer. Laut Fachmenschen von der Generalprobe beträgt die Durchfallquote bei der mündlichen auch noch mal ca. 30%.

Aber: meine Präsentation ist gut und reden kann ich. Wenn ich annehme, dass ich allein mit der Präsentation nur 75% erreiche (was arroganterweise niedrig angesetzt ist), dann reichen mir 37% im Fachgespräch zum Bestehen. Und das werde ich doch wohl schaffen, oder nicht??
Man ich will jetzt einfach nur, dass es vorbei ist!

Zahl des Tages – Bibu-Update VIII

62.

Seit heute Nacht um 12 konnte man die Ergebnisse online abrufen. Ich mache heute extra Home Office, weil in den letzten Tagen meine Hoffnung so sehr geschwunden ist, dass ich dachte, ich muss in Ruhe zu Hause heulen können, wenn ich durchgefallen bin. Weil ich es natürlich nicht aushalte, erst nach der Arbeit zu gucken.

Am Montag hab ich eine Absage auf meine Bewerbung kassiert. Ich glaube inzwischen zu wissen, woran es immer lag. Ich glaube, dass ich mir einfach zu viel Aufwand gemacht habe. Mein Lebenslauf war zu ausführlich, vieles war einfach nicht relevant und er war komisch sortiert. Ich persönlich fand das sehr übersichtlich, aber es war eben nicht so chronologisch, sondern mehr nach Themen geclustert.
Ich habe meinen Lebenslauf jetzt also gekürzt und umgestellt. Jetzt passt er sogar auf eine Seite. Mal gucken, ob das jetzt was bringt.
Und auch im Anschreiben werde ich mir nicht mehr so einen Kopf machen. Ich hab die Anschreiben von meinen Lernmädels gelesen, die beide bei der ersten Bewerbung gleich eine Einladung und ein Jobangebot bekommen haben… Also, ich machs dann auch abgespeckter. Mal gucken, ob das was bringt.

Jedenfalls war ich am Montag dann echt geknickt und das hat sich auch auf meine Prüfungshoffnung ausgewirkt. Ich war absolut der Meinung, dass ich durchgefallen wäre. Tag 3 war einfach zu beschissen gelaufen! Und nach Tag 1 war ich ja auch nicht so glücklich… Also war ich die ganze Zeit eh unsicher, ob ich mit Tag 2, der wirklich gut lief, die anderen beiden ausgleichen konnte. Und eigentlich hab ich gedacht, dass es wahrscheinlich nicht so ist, aber gleichzeitig konnte ich nicht glauben, dass ich so schlecht gewesen sein soll, dass ich es nicht bestanden haben könnte. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es doch gereicht hat.
Aber am Montag war die komplett weg. Also hatte ich für heute Home Office angemeldet, damit ich in Ruhe heulen kann. Schließlich hätte ich nicht bis nach der Arbeit warten wollen, um mir das Ergebnis anzuschauen.

Gestern Abend wollte ich eigentlich auch bis 12 wach bleiben, um gleich zu gucken, aber dann war ich zum einen nicht sicher, ob das wirklich schon ab Mitternacht drin ist, und zum anderen hab ich überlegt, dass ich lieber schlafen als heulen will und bin um halb 12 doch ins Bett gegangen.
Aber so beschissen hab ich selten geschlafen! Um 12 war ich immer noch wach und hab kurz überlegt, ob dich doch gucke. Aber der Namenlose hat geschlafen und ich wollte nicht alleine heulen müssen. Um halb 2 war ich wieder wach. Das nächste mal um 3. Um halb 5. Um 5.
Um halb 6 bin ich wach geworden, weil ich geträumt hatte, dass ich bestanden hab und kreischend vor Freude im Bett sitze. Also hab ich nachgeguckt.

62. Im ersten Moment habe ich gedacht, das wäre nur das Ergebnis vom ersten Prüfungstag und hab runter gescrollt um nach den anderen Tage zu gucken. Aber da stand nichts weiter. Dann hab ich kapiert, dass das der Durchschnitt aus den 3 schriftlichen Prüfungen ist.
Bestanden.
Ok.
Ich dachte, es würde sich Freude und Erleichterung breit machen. Aber irgendwie hab ich es nur zur Kenntnis genommen und war/bin ehrlich gesagt sogar etwas enttäuscht. Ich weiß, dass das bescheuert ist. Zum einen fragt nachher niemand nach der Note. Und zum anderen weiß ich, dass immer viele durchfallen. Aber so richtig Freude kam trotzdem nicht auf. Vielleicht noch der Schock, dass ich doch bestanden habe… Ich muss aber auch sagen, dass ich irgendwie gar keine Lust hab, es jemandem zu erzählen. Ich hab nicht mal den Namenlosen geweckt, um es ihm gleich zu sagen. Ich hab gewartet, bis er wach war. Als er dann gefragt hat, musste ich zwar trotzdem ein kleines Freudentränchen verdrücken, aber naja… eine 4 ist eigentlich nicht mein Anspruch an mich…

Die aus meiner Lerngruppe, die so schlimm am ersten Tag geheult hatte, die hatte nachts um 3 schon geschrieben, dass sie geguckt hat. Und was ist? Sie hat bestanden. Mit 71 Punkten.
Ich bin neidisch.
Mich würde brennend interessieren, wie es bei den anderen gelaufen ist.
Dass ich mich aber auch immer vergleichen muss…

Na ja, jedenfalls geht es jetzt also echt in die letzten Züge und ich mir fehlt ein bisschen die Motivation. Mit der 4 im Mittelfeld kann ich nicht mehr so viel reißen. Ich kann mich ausruhen und auf der 4 hocken bleiben. Ich kann mich ein bisschen anstrengen und auf eine 3 kommen. Dazu reichen mir nachher 72%. Auf eine 2 würde ich es nur schaffen, wenn ich 100% in der Mündlichen schaffe und das ist ja wohl utopisch. Außerdem wäre es eine 2 an der untersten Untergrenze, also eigentlich auch eine 3. Wozu also soll ich mir den Arsch aufreißen?
Aber zumindest ist der ganze Spuk noch dieses Jahr vorbei. Und ja, ich versuche mich jetzt zu freuen und diesen Perfektionismus abzulegen. Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss 😉 Und nachdem ich inzwischen von ein paar Leuten das Ergebnis weiß, bin ich mit meiner mittelguten 4 momentan sogar die drittbeste… Wahnsinn…

ABC im November 2019

A wie audiobook
Ich bin inzwischen echt auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Und in letzter Zeit auch auf den Geschmack von englischen Hörbüchern. Wieso hab ich das nicht schon früher gemacht? Der nächste Schritt wäre dann jetzt wohl, auch mal Serien/Filme auf englisch zu schauen.

B wie Banane
Im Frühjahr haben wir überlegt, dass wir uns ruhig mal ein paar Pflanzen auf den Balkon stellen können. Da wir aber Nordseite haben, geht da auch nicht alles. Meine Tomaten zB waren nicht richtig geschmackvoll, obwohl es kleine Cherrytomaten waren. Aber die Sonne hat da wohl nicht ausgereicht.
Jedenfalls haben wir Bananenpflanzen gekauft, weil der Mieter über uns welche hat und die so schön aussehen und man gleich ein bisschen Urlaubsgefühl hat. Wir haben aber eine kleinere Sorte als er, was uns jetzt aber zugute kam, als wir die Töpfe ins Wohnzimmer geschleift haben. Mal schauen, ob sie den Winter bei uns überleben. Bei uns müssen Pflanzen hart im nehmen sein 😉

C wie Chemotherapie
Mein Stiefvater hat Lungenkrebs. Wir haben die Diagnose vor ungefähr 3 Monaten bekommen. Inzwischen ist er operiert worden und bekommt jetzt Chemo. Jetzt sind seine Leukozytenwerte total im Keller und er muss aufpassen, dass er nicht krank wird… oh man… ich hoffe so sehr, dass er alles gut übersteht!

D wie dunkel
Die Zeitumstellung vertrage ich dieses mal relativ gut. Wahrscheinlich, weil ich jetzt quasi wieder in der „Dublin-Zeit“ bin 😉 Aber dass es um 17 Uhr schon dunkel wird, ist nicht so schön. Und auch morgens ist es jeden Tag etwas dunkler, wenn ich zur Arbeit fahre. Ich sollte mal wieder anfangen, Kerzen anzuzünden, dann ist die dunkle Zeit gleich viel gemütlicher.

E wie Ergebnisse
Die Prüfungsergebnisse sind noch nicht da. Als ich in Dublin war, hab ich kaum daran gedacht. Aber jetzt, wo ich zurück bin, bin ich hibbelig und will jetzt endlich wissen, ob ich mich auf die mündliche oder die erneute schriftliche Prüfung vorbereiten muss…
Geplant sind die Ergebnisse in etwa 1,5 Wochen. Gesagt hab ich aber allen, dass sie erst Ende November kommen. Dann kann ich zwei Wochen still leiden, bevor ich es allen sagen muss…

F wie Freunde zum Altwerden
Letztens waren wir wieder bei den Burger-Freunden zur Geburtstagsfeier eingeladen. Es ist echt immer sooo unglaublich lustig mit denen und ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen! Und sie uns auch nicht. Am nächsten Tag haben sie sich für den schönen Abend bedankt und gesagt, dass sie mit uns alt werden wollen 🙂

G wie Gesicht
Ich hab schon mal erzählt, dass man in meinem Gesicht lesen kann, wie in einem offenen Buch… ich krieg das auch nicht unter Kontrolle, ich seh mich ja nicht… Manchmal glaube ich aber, dass ich einfach ein blödes Gesicht mache, wenn ich konzentriert bin. Eine Lehrerin in der Schule hat damals schon immer gesagt, ich würde immer so böse gucken. Gut, ich mochte sie auch nicht, also vielleicht hat sie also einfach nur gesehen, was ich gefühlt habe 😉 Aber trotzdem glaube ich, dass mein Gesichtsausdruck im konzentrierten, gelangweilten, angestrengten oder auch entspannten Zustand immer genervt aussieht. Ein sogenanntes resting bitch face. Ja, ich musste das auch erstmal googlen 😉

H wie Hundepups
Unser Hund wird jetzt alt… Letztes Jahr mussten wir sie ja operieren lassen, weil sie einen Knoten an einer Zitze hatte… Tja… jetzt hat sie einen Knubbel an der Seite. Könnte ein Fetteinschluss sein. Könnte aber auch ein neuer Knoten sein. Wir werden es mal beobachten, ob es größer wird.

I wie Inselhüpfen
Der Wohnmobil-Urlaub in Schottland war einer der schönsten, den ich je gemacht habe. Ich will das auch noch in Irland, Island und Skandinavien machen. Da müssen wir erstmal rausfinden, ob man da mit dem WoMo frei stehen kann, wie in Schottland. Aber nichtsdestotrotz will ich auch unbedingt noch mal mit dem WoMo nach Schottland und die verschiedenen Inseln besuchen.

J wie Jobsuche
Läuft wieder.

K wie Klassentreffen
Vor vier Wochen oder so hatte ich in unserer Bibu-Whatsapp-Gruppe gefragt, ob wir nicht noch ein „Klassentreffen“ machen wollen, bevor die Ergebnisse da sind. von 22 Leuten haben sich 5 zurück gemeldet… und zwei von den 5 sind die Mädels aus meiner Lerngruppe. Zwei von den restlichen 3 hatten zugesagt, aber am Wochenende abgesagt.
Tja… also das wars dann wohl. Ich renn den Leuten nicht hinterher. Ich finds aber trotzdem schade. Zwei Jahre lang reden alle davon, wie toll unser Zusammenhalt in der Gruppe ist und dass wir unbedingt einen Stammtisch hinterher machen müssen. Ja, so viel also dazu.
Dann gehen meine Lernmädels und ich eben allein weg!

L wie lernfaul
Seit der Prüfung hab ich jetzt echt nichts mehr gemacht. Ich habe nichts für die Präsentation in der mündlichen Prüfung vorbereitet, nichts mehr gelernt… Weil ich ja noch nicht weiß, ob ich zur mündlichen zugelassen bin. Aber eigentlich ist es fatal, weil zwischen Ergebnissen und mündlicher Prüfung ist nicht mehr soooo viel Zeit. Warum sollte man sich also eigentlich diesen Druck machen?? Aber wenn ich sowieso nicht zugelassen bin? Tja, dann hätte ich trotzdem schon was machen können, weil ich es ja dann im Frühjahr noch mal versuche.

M wie müde
Auch wenn mir die Zeitumstellung dieses Mal nicht so sehr zu schaffen macht, fühle ich mich trotzdem jeden Abend wie erschlagen. Auf der Couch fallen mir die Augen zu und manchmal komme ich dann gar nicht mehr richtig zu mir. Das muss an der Dunkelheit liegen, denn tagsüber gehts.

N wie Nein!
Memo an mich: Ich werde mich nicht einmischen, solange ich nicht nach Hilfe gefragt werde!
Der schwule Kollege ist krank. Der, der hier immer alles irgendwie reißt und sich um alles kümmert. Der leider das meiste von dem abgefangen hat, seit ich mich raushalte. Jetzt ist er krank und ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht in alte Gewohnheiten verfalle. Ich hab spaßeshalber mal geschaut, was so anliegt… zwei E-Mails hab ich gelesen und mich gefragt, wieso… hätten die richtig gelesen, hätte das schon erledigt sein können.
Aber nein, solange ich nicht um Hilfe gebeten werde, mische ich mich nicht ein!

O wie Overlock
Ich hab jetzt wirklich wirklich lange nicht genäht. Ich würde schon mal gern wieder, aber ich trau mich nicht, was anzufangen, weil ich weiß, dass ich eigentlich ganz andere Sachen machen müsste. Präsentation für die mündliche Prüfung vorbereiten. Lernen, damit mein Wissen nicht in den hintersten Ecken meines Gehirns verschwindet…
Ich hatte gesagt, dass ich mir, wenn ich bestanden habe, eine Overlock-Nähmaschine schenke. Als Belohnung. Irgendwann bin ich aber dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich mit einer belohne, auch wenn ich nicht bestanden habe. Allerdings… wenn ich nicht bestanden habe, werde ich wohl auch erstmal nicht nähen, weil ich dann für die nächste Prüfung lernen muss…
Oh man, ich will es jetzt endlich wissen!!!!!

P wie Pssst
Ich hätt so gern Stille um mich rum… Aber solange ich mich nicht selbstständig mache und in einem kleinen Kämmerlein allein vor mich hin arbeiten kann, wird mir das wohl nie vergönnt sein…

Q wie Quitte
Ich hab einen neuen Lieblingsapfelwein. Bisher mochte ich am liebsten den Rosé-Apfelwein, der mit Johannisbeere versetzt ist. Aber jetzt wo ich den mit Quitte kenne, finde ich den Rosé viel zu süß!

R wie Rauchentwöhnung
Ich hätte ja gern, dass der Namenlose aufhört zu rauchen. Aber er will das eigentlich nicht. Also kann ich da nicht viel machen. Als mein Stiefvater die Krebsdiagnose bekommen hat, war er natürlich gleich sehr sensibilisiert, aber inzwischen hat sich das auch wieder gelegt… :-/

S wie Selbstbewusstsein
Letztens ist mir der Unterschied zwischen meinen Kollegen und mir aufgefallen: Wenn auf der Arbeit irgendwas ist, wenn zB. einer anruft und einen Fehler meldet, dann suche ich als allererstes bei mir. Mein Kollege nicht, der geht mal selbstbewusst davon aus, dass die Lieferung, auf der aufbauend er was bearbeitet hat, fehlerhaft gewesen sein muss. Der zieht überhaupt nicht in Betracht, dass er was falsch gemacht haben könnte.
Diese Einstellung sollte ich mir auch mal aneignen.

T wie Tannenbaum
Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Wir werden dieses Jahr wieder bei uns sein und es uns hier gemütlich machen. Heiligabend sind wir dann wieder beim Vater vom Namenlosen, hoffentlich kocht er was Leckeres 😉 Auf jeden Fall wird das wieder ein sehr entspannter Abend, abgesehen von der komischen Freundin von ihm. Das ist so eine, die immer alles besser weiß und irgendwie sone blöde Art hat, dass ich einfach nicht widerspreche. Es ist einfach entspannter, wenn man der einfach zustimmt und sich seinen Teil denkt. Die bringt nämlich sonst einfach nur Totschlagargumente, gegen die man sowieso nicht ankommt. Die Nerven kann ich mir gleich sparen und trink lieber einen großen Schluck Wein, statt zu reagieren 😉

U wie Unternehmenskultur
Jetzt hat es mal ein Bauernopfer gegeben. Bei uns ist jemand fristlos wegen Arbeitszeitenbetrug entlassen worden. Nicht in meinem unmittelbaren Umfeld, aber in der Firma. Bekannt wurde es, weil der Betriebsrat das als Anlass gesehen hat, die „Unternehmenskultur“ in Frage zu stellen. Kollegen haben per Hand aufgeschrieben, wann derjenige gekommen und gegangen ist. Offenbar war denen mal auffällig geworden, dass er spät kommt und früh geht und haben sich gefragt, wie das funktioniert, dass er dann trotzdem Gleittage nehmen kann, oder freitags noch früher gehen kann.
Ja, petzen ist irgendwie Kindergarten und jemanden in die Pfanne hauen ist auch nicht die feine Art. Aber ich muss ehrlich sagen, ich stelle in der Sache trotzdem lieber die Einstellung des Zeitbetrügers in Frage und nicht die Einstellung der Petzer.
Wir haben keine Stechuhren, aber auch keine Vertrauensarbeitszeit. Wir müssen unseren Zeiten selbst im System eintragen, und da sind schnell mal 5 oder 10 Minuten mehr eingetragen. Ich finde es also viel schlimmer, dass man seine Zeit bescheißt, als dass man petzt. Was ist das für ein Mensch, der offenbar ohne schlechtes Gewissen seine Pflichten als Arbeitnehmer nicht erfüllt? Spät kommt, früh geht, Gleittage nimmt, trotzdem bezahlt wird und andere die Arbeit für ihn mit machen? Welche Kultur ist denn das bitte?

V wie Vierzig
Die Zeit rennt, wir werden langsam doch älter. Unglaublich, aber wahr. Jetzt gabs im Freundeskreis schon mehrmals die 40 zu feiern. Zu meinem 40. will ich eine Harry Potter Überraschungsparty 😀 Die Vorbereitungszeit ist ja lang genug und ich hab das auch schon kundgetan 😉 Jetzt muss ich das nur noch bis dahin wieder vergessen 😉

W wie was wäre wenn…?
Das ist eins meiner „Lieblingsspiele“. Stundenlang können sich meine Gedanken um hypothetische Sachen drehen. Was wäre, wenn… …ich damals nicht dieses Studium angefangen hätte? …ich damals in der S-Bahn sitzen geblieben wäre? …ich mich damals gegen den Umzug entschieden hätte? …ich mich für die andere Ausbildung entschieden hätte?
Manchmal wüsste ich gern, ob es doch Paralleluniversen gibt, in denen es alternative Realitäten gibt. Wo wäre ich? Und wer wäre ich dann heute?

X wie X
10 Jahre bin ich jetzt schon in dieser Firma und im Großen und Ganzen ist es schon ok hier. Ich mag halt meine Kollegen nicht so… Ich hoffe einfach, dass ich bald woanders unterkomme. Was hier mich am meisten stört, ist die Einstellung der meisten Leute. Schon in der Ausbildung wurde mir gesagt, ich solle langsamer arbeiten, sonst hätte ich ja nachmittags nichts mehr zu tun. Und diese Einstellung wird jedem Ausbildungsjahrgang aufs neue vermittelt. Daher wird sich hier niemals was ändern. Ich kann diese Einstellung nicht leiden. Das ist doch nichts, worauf man am Ende des Tages stolz sein kann…

Y wie why?
Das ist doch die ganz große Frage im Leben. Warum? Ich will gar nicht zu philosophisch werden, aber man fragt sich doch oft nach dem Warum, ich zumindest, auch wenn ich weiß, dass es keine Antwort gibt. Ich suche trotzdem immer nach einem Grund, nach einer Erklärung, warum die Dinge so gekommen sind, wie sie gekommen sind. Irgendwann gebe ich mich zufrieden und nehme es als gegeben hin und hinterfrage nicht mehr. Bis ein Kamel das Gras abfrisst, das gewachsen ist.
Es gibt keine Antwort. Höchstens: Darum. Weil das Leben so ist. Gläubige Menschen sagen wohl, weil Gott es so wollte und sie sind mit dieser Antwort zufrieden. Manchmal frage ich mich, ob gläubige Menschen glücklicher sind, weil sie immer jemanden verantwortlich machen können. Manche Sachen sind einfach so unglaublich (egal ob positiv oder negativ), dann frage ich mich, ob da vielleicht doch jemand ist, der die Strippen zieht. Der entscheidet, dass einem dieses widerfährt und jenes nicht.

Z wie Zahlen
Zurück zu was rationalem: Ich arbeite in der Buchhaltung und ich bin hier genau richtig. Ich liebe Zahlen, ich will immer, dass alles stimmt, ich bin in vielen Sachen ziemlich pedantisch. Eigentlich will ich, dass in den M&M’s-Tüten von jeder Farbe gleich viel drin sind… Ich zähle Stufen, Schritte, Güterzugwaggons, Brückenpfeiler, Besteck beim Spülmaschine ausräumen… und das mach ich schon seit ich denken kann. Ich konnte schon im Kindergarten bis 100 zählen, weil ich immer wissen wollte, welche Zahl danach kommt. System verstanden, also ging das zählen immer weiter. Tja, seit dem lassen mich Zahlen nicht mehr los.

Abwarten und Tee trinken

So… jetzt habe ich es also geschafft. Heute war mein erster Tag in vorläufiger Freiheit. Ich habe nichts gemacht. Ich habe aus dem Fenster gestarrt und ein Hörbuch gehört. Ich habe nicht mal selbst gelesen! 😀 Ich habe mir vorlesen lassen und dabei einfach nur rumgegammelt. Aber das war schön!

Ich kanns noch gar nicht glauben, dass es jetzt erstmal vorbei ist! Und ich bin froh, dass ich heute noch nicht arbeiten musste. Und dass ich das auch vorläufig noch nicht muss 😉 Zum einen hätte ich keine Lust gehabt, heute auf die Frage, wie es gelaufen ist zu antworten, zum anderen waren die letzten Wochen doch wirklich sehr sehr kräftezehrend und anstrengend und ich bin froh, über die Pause, die mir noch bleibt.

Morgen fahre ich erstmal zu meiner Schwester und dann geht’s für mich zwei Wochen nach Dublin. Mein Koffer ist gepackt. Das war das einzige, was ich heute gemacht hab. Hoffentlich hab ich nichts vergessen. Aber dann muss ich in Dublin wohl shoppen gehen 😁
Einen Stoffladen will ich da auch noch ausfindig machen, ich will mir dann was nähen, was mich immer an Dublin erinnert. Und am allerliebsten würde ich mir da einfach einen Job suchen und alles in Deutschland hinter mir lassen 🤷🏼‍♀️
Aber morgen geht’s erst mal mit dem Flixtrain los. Für die fünf Stunden Fahrt hab ich mir noch ein paar Hörbücher runter geladen. Ich hab viel zu wenig gelesen in den letzten Monaten!

Und wie wars nun?

Tja… ich kanns nicht einschätzen. Nur den zweiten Tag kann ich einschätzen, der lief super. Was die anderen beiden Tage betrifft… ich weiß es einfach nicht.
Tag 1 war im ersten Gefühl eigentlich okay. Je länger ich dann darüber nachgedacht habe und je mehr Kommentare ich im Internet gelesen habe, desto schlechter wurde mein Gefühl. Und auch für Tag 2 ist mein Gefühl nach Diskussionen und Kommentarelesen schlechter als unmittelbar danach.
Wo mein Gefühl gleich schlecht war und gar nicht noch schlechter werden kann ist in Bezug auf Tag 3. Die Prüfung war einfach wirklich schwer.
Aber klar, der Abschluss soll nicht geschenkt sein. Ist in Ordnung. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass ein bisschen was von dem dran gekommen wäre, was in den letzten 10 Prüfungen dran war…

Tja… Ich hatte eben einfach Pech mit der Themenwahl. Ich hab mich aber auch zu sehr darauf verlassen, dass die gängigen Sachen wieder dran kommen. Aber wenn man 10 Prüfungen durchgeht und sich immer wieder die gleichen 4 Themen abwechseln…
Hach… Ich kanns jetzt nicht mehr ändern.
Ich hoffe einfach, dass es gereicht hat, gleichzeitig frage ich mich, ob ich das verdient habe.
Ich meine, ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich zu wenig gemacht habe. Ich kann so viel, ich hatte einfach ein bisschen Pech, dass davon so wenig abgefragt wurde und ich also nicht zeigen konnte, was ich alles kann. Von daher finde ich eigentlich schon, dass ich verdient habe zu bestehen. Und ich will das einfach nicht im Frühjahr noch mal schreiben müssen! Aber eigentlich hätte ich auch einen etwas höheren Anspruch an mich selbst, als gerade so über die Hürde zu kommen 🙄

Aber wie gesagt, jetzt kann ich es nicht mehr ändern. Jetzt kann ich nur noch abwarten und Tee trinken und hoffen. Meine Neffen und Dublin lenken mich hoffentlich erst mal ab und danach ist der Ärger über die Prüfungen und über mich hoffentlich erstmal verflogen.

T minus 7 Tage

Heute in 7 Tagen hab ich den ersten Teil schon hinter mir. Ich bin gespannt, ob ich dann entspannt bin oder hysterisch heule 😉

Gerade gönne ich mir eine kleine Pause – mehr oder weniger gezwungen. Unsere Putzfrau ist da und das stört mich in meiner Konzentration. Also mampfe ich einen kleinen Snack und dachte, ich geb mal einen kurzen Stand ab.

Nachdem ich mir ja letztens ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert habe, muss ich das inzwischen revidieren. Ich habs mit klassischer Musik versucht. Ich weiß nicht, wieso ich da nicht vorher schon drauf gekommen bin. Auf der Arbeit hab ich das schon ab und zu mal gemacht, wenn ich mich ganz stark konzentrieren musste. Dann hab ich Kopfhörer reingesteckt und hab klassische Musik gehört. Letztens dachte ich, ich versuchs halt einfach und was soll ich sagen? Es läuft! Gott sei Dank! Es ist nämlich so frustrierend, wenn man sich ständig ablenken lässt… Wenn ich gesehen hab, welches Pensum vor mir liegt, dann dachte ich, dass ich das in dem Arbeitstempo niemals schaffen kann! Dann hab ich mich geärgert, dass ich so viel Zeit verplempert hab und gleichzeitig Panik bekommen, dass genau das dran kommt, was ich deshalb nicht geschafft hatte zu lernen…

Ich hab jetzt seit ner Woche Urlaub, stehe morgens mit dem Namenlosen auf, trinke mit ihm einen Kaffee und wenn er zur Arbeit geht, geh ich an meinen Schreibtisch. Klar gibts da auch unterschiedliche Tage, gestern saß ich hier 9 Stunden. Aber ich hab eigentlich nur 6 gelernt. Ja, ich bin trotzdem zufrieden, weil ich immerhin 6 Stunden gelernt hab. Irgendwann ist der Kopf auch dicht und dann geht nix mehr. Aber trotzdem hab ich mich irgendwie ein bisschen geärgert, weil vorgestern saß ich nur 8 Stunden und hab 6,5 h gelernt.
Also man sieht, irgendwann ist da auch ein Maß erreicht, dann ist Schluss.
Heute sitze ich seit 8 Uhr und ich denke, länger als bis 16 Uhr werde ich nicht machen. Es lohnt sich einfach nicht. Selbst, wenn ich dann noch was lese, das bleibt nicht hängen.

Aber auch wenn es mit dem Lernen ganz gut läuft und ich auch so kurz vorher immer noch Aha-Momente habe, schwanke ich immer mal wieder zwischen Panik, Resignation und Zuversicht. Die Zuversicht überwiegt, aber mich überkommen doch ab und an mal Wellen von „wie soll ich das alles in meinen Kopf kriegen?!“
Im gleichen Moment denke ich dann, das klingt, als hätte ich noch gar nix gelernt, aber das stimmt ja nicht! Aber bei manchen Prüfungsaufgaben, da hab ich das Gefühl, dass ich das noch nie gehört hab! Dann blätter ich in meine Gesetze, um mir die Sachen zu markieren, und stelle fest, dass sie schon markiert sind.
Aber wie gesagt, meistens bin ich zuversichtlich.
Meine Gesetze sind gut präpariert und die Grundlagen kann ich. Wenn ich sie nicht kann, dann weiß ich, dass es irgendwo im Gesetz steht und da steht eigentlich alles drin. Man muss es nur finden, aber dafür habe ich gesorgt. Also finde ich das und kann es auch lösen. Und man muss das ein oder andere vielleicht auch auf ganz neue Sachverhalte übertragen können. Das ist das schwierigste dabei, aber auch das kriege ich hin. Nicht zu 100% aber ich denke die Hälfte davon sollte auch drin sein.
Kennzahlen zur Jahresabschlussanalyse ballere ich mir noch kurz vorher in mein Kurzzeitgedächtnis, das sind einfach zu viele… Und dann hoffe ich, dass wir ein ordentliches Betriebsergebnis berechnen müssen, wie das geht, steht nämlich im Gesetz 😉 Oder ich hoffe, dass wir einen Kapitalflussrechnung machen müssen, dazu kriegen wir nämlich ein Schema, an dem man sich entlang hangeln kann.
Das, was nicht in den Gesetzen steht, hab ich gelernt. Ich kann ausrechnen, ob sich eine Investition lohnt oder nicht, ich kann eine Kapitalbedarfsermittlung durchführen, ich kann einen Finanzplan für mehrere Monate aufstellen. Ich kann einen Break-Even-Punkt berechnen, ich kann entscheiden, ob Eigenfertigung oder Fremdbezug günstiger ist, ich kann ein optimales Produktionsprogramm planen. Ich kriege auch eine Plankostenrechnung und eine Maschinenstundensatzrechnung hin, auch wenn das nicht meine Lieblingsthemen wären.

Insgesamt sollte ich also aufhören, mir einen zu großen Kopf zu machen, denn was ich nicht beeinflussen kann, das sind die Aufgaben. Die sind schon lange erstellt und die sind, wie sie sind. Ich muss einfach ein bisschen Glück haben, dass es genau die Sachen sind, die mir liegen. Ich kann Pech haben und es ist eine Archlochprüfung… aber davon gehe ich nicht aus. Erfahrungsgemäß sind immer ein paar Sachen dabei, von denen man denkt, das kann man nie.
Aber in der Prüfung arbeite ich immer noch mal anders, als bei einer bloßen Übung. Da bin ich noch konzentrierter, hab richtig Biss und gebe nicht auf. Dann denk ich so lange nach und blätter so lang in den Gesetzen, bis ich doch noch was passendes finde, womit ich das lösen kann. Und wenn ich bloß ein paar Teilpunkte damit raushole. Oder wenn die Grundlage falsch ist, kriege ich trotzdem Folgefehlerpunkte.
Bloß keine Aufgabe unbeantwortet lassen, das wäre das schlimmste, was man machen kann!

To do – Bibu-Update VII

Unterrichtsstunden 918/920
Im Grunde hab ich es geschafft. Unglaublich! Aber trotzdem haben wir noch 3x Schule. Morgen, Samstag und nächsten Dienstag.

Die letzte Woche war hammerhart. Eigentlich war es die letzte Sommerferienwoche, aber da die IHK sich ein wenig mit den Unterrichtsstunden verplant hatte, und wir die 920 nicht ganz voll bekommen hätten (was nachher für einige ein Anlass hätte sein können, gegen das Prüfungsergebnis Widerspruch einzulegen), haben sie uns letzte Woche eine „Repetitoriumswoche“ angesetzt. Mo-Do Unterricht, jeweils schon eine dreiviertel Stunde früher als üblich. Also war ich letzte Woche 21 Stunden in der IHK, zusätzlich zu meinen 38 Stunden Arbeit. Die Wäsche ist liegen geblieben, war ich nicht einkaufen, ich bin eigentlich nur morgens aufgestanden, abends zurück gekommen und wieder ins Bett gegangen.
Aber die Woche war schon sehr gut, das muss ich sagen. Der KÖ-Dozent, bei dem ich die ganze Zeit daran gezweifelt hab, dass er imstande ist, etwas simpel und kompakt zu erklären, hat sich von einer ganz anderen Seite gezeigt. Hätte er seinen Unterricht die ganze Zeit so gemacht, wie letzte Woche – ich hätte nie daran gezweifelt, dass KÖ eigentlich nicht so schwer ist!

Diese Woche ist ganz normal Unterricht, Dienstag noch mal ein zusätzlicher Tag, weil der Dozent ein paar mal eine Stunde früher Schluss machen musste und uns aber die Stunden nicht vorenthalten will. Ich finds gut, ich geh da auch hin. Das ist die letzte Gelegenheit noch mal Fragen zu stellen, er wiederholt sicher noch mal einiges und man nimmt immer was dabei mit!

Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zur Prüfung… Ich schwanke stündlich zwischen Hoffnung, Zuversicht und Pessimismus.
In den nächsten 30 Tagen hab ich noch einiges zu tun…

Ich muss meine Gesetze neu präparieren.
In Abgabenordnung bin ich auf ein anderes Buch umgestiegen. Ich muss also meine Querverweise überarbeiten und auch die Post-its an den Seiten. Allerdings sind das so viele, dass ich eigentlich nicht genug Platz dafür habe. Da muss ich mir noch was überlegen.
In Einkommensteuer war ich zu faul meine tausenden Markierungen, Querverweise und Post-its in die Ausgabe von 2018 zu übertragen… Ich hab gedacht, ich arbeite einfach mit der aus 2017, ich hab geschaut, so viel hat sich tatsächlich nicht geändert. Jetzt bin ich aber doch unsicher, dass ich was übersehen haben könnte und überlege, ob ich doch noch mal alles übertrage. Aber das ist ne Sauarbeit!
In Umsatzsteuer hatte ich ja richtig doll Probleme, aber das hat sich inzwischen zu einem Großteil gegeben. Für USt hab ich mir jetzt ein neues Gesetz gekauft, weil ich die Markierungen neu machen will. Farbliche Unterscheidung nach verschiedenen Sachverhalten, damit man schneller findet, was man sucht.

Ich muss die Prüfungsaufgaben durchgehen.
Ich habe die Prüfungen der letzten zwei Jahre ausgedruckt und weil es in dieser Übergangszeit 2 Prüfungsverordnungen gab, hab ich also doppelt so viele Prüfungen zum lernen. Mit den Prüfungen zu lernen hat den Vorteil, dass man sich an die Art der Fragestellung der IHK gewöhnt und ein Gefühl dafür bekommt, was und wieviel die als Antwort hören wollen.
Außerdem schreibe ich nach Fächern und Themen sortiert alles auf, was mir dabei auffällt, worauf man achten muss. Das ist nachher ein guter kompakter Leitfaden zum Kurzzeitwiederholen zwei Tage vor der Prüfung. Schade, dass ich auf die Idee nicht schon vor einem halben Jahr gekommen bin.
Ich muss mir vor allem angewöhnen, meine Fragen nicht mehr auf Klebezettel zu schreiben, sondern am besten im Handy zu notieren. Klebezettel verschwinden nämlich ständig! Aber ich notier mir die Fragen ja nicht umsonst, ich will das mit meinen Lernmädels besprechen… Nächsten Freitag treffen wir uns wieder zum lernen. Dann sinds nur noch 3 Wochen. Oh man, ich hätts schon so gern hinter mir!

Ich muss mir die Kennzahlen und Formeln in den Kopf prügeln. Noch dazu, was sie bedeuten und wie man sie interpretiert.
Ich muss das Thema meiner mündlichen Prüfung anmelden. Dazu muss ich es ein bisschen ausformulieren und rechtzeitig bei der IHK abgeben.
Die erste Prüfung schreiben wir nicht im IHK-Gebäude. Ich muss gucken, wie ich da hin komme und wo ich da parken kann.
Ich muss nebenbei noch ein Geburtstagsgeschenk für den Namenlosen besorgen, und ein bisschen was zur Partyvorbereitung beitragen.
Ich muss meinen neuen Personalausweis beantragen und abholen.
Ich muss eine Packliste für Dublin machen. Ich muss ein Zugticket zu meinen Eltern buchen. Ich muss einen Rückflug aus Dublin buchen – dazu muss ich mit dem Namenlosen abklären, ob er am Freitag kommt und mich „abholt“ und ob wir dann noch bis Montag bleiben.
Und: Ich muss noch einen Stift suchen, mit dem ich die Prüfung schreiben kann. Die Kulis, die ich hab, sind entweder schon so alt, dass ich Angst habe, dass sie zwischendurch alle werden, oder sie liegen blöd in der Handy. Ich muss schließlich 4 Stunden lang damit schreiben…

Shortcut

Kurze Meldung, weil ich mich sonst in zehn Jahren ärgere, dass ich in dieser stressigen Zeit nichts geschrieben hab und somit nichts über mich weiß. Und mit nichts meine ich nichts. Ich weiß heute nicht mal mehr, was ich gestern für Klamotten an hatte!

1. ich bin maximal genervt
Der Monatsabschluss steht bevor und geht jetzt in die heiße Phase. Gestern saßen wir zusammen und haben die Kontensalden überprüft, damit genug Zeit ist, eventuell Korrekturbuchungen zu machen. Auf dem Bürgschaftskonto war ne Differenz… also haben wir gesucht, wo die her kommt und wer war Schuld? Natürlich Zeittotschläger, der dumme Idiot. Weil er einfach mal so gemacht hat, wie er in seinem dummen Kopf gedacht hat. Aber es kam ihm schon komisch vor, weil sowas hatte er ja noch nicht… Da frag ich mich, wieso er dann sein verdammtes Maul nicht aufkriegt und mal fragt! Nee, da bucht er wild drauf los…
Es hat sich herausgestellt, dass es keine Bürgschaft sondern eine Kaution war, die er buchen sollte. Irgendwie auch idiotisch bei einer Kundenzahlung von Bürgschaft zu reden. Vollidiot!

2. ich bin dauermüde
Variante 1: Ich gehe abends in Bett, schlafe ein, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt und dann bewege ich mich die ganze Nacht nicht. Ich liege wie ein Stein und schlafe aber ich habe morgens trotzdem nicht das Gefühl, dass ich ausgeschlafen und erholt bin.
Variante 2: Ich gehe abends ins Bett, liege bis halb 2 wach und wälze mich hin und her. Immer wieder dämmere ich kurz weg, aber schrecke dann wieder auf, weil ich Mist träume oder weil da eine Mücke ist, oder vielleicht auch einfach nur, weil mein Körper meint, kurz aufschrecken zu müssen.
Wie auch immmer die Nacht ist, ich bin morgens nicht ausgeschlafen, nicht erholt, fühle mich nicht frisch. Das verstärkt leider auch die maximale Genervtheit.

3. ich fresse wie eine siebenköpfige Raupe
Ich esse nicht, weil ich Hunger habe, sondern aus Langeweile. Um einen Grund zu haben, mich vor dem Lernen zu drücken. Das ist mir die letzten Tage aufgefallen. Man siehts auch schon. Hintern ist breiter geworden, die Oberschenkel reiben noch etwas mehr aneinander… Vor allem hab ich auch nur Scheiß gefuttert. Jetzt versuche ich mich also zusammenzureißen, mich mal etwas länger am Stück zu konzentrieren und nur zu essen, wenn ich Hunger oder wirklich Lust hab und nicht nur aus Langeweile und Ablenkung.

4. ich habe vielleicht ein Alkoholproblem
Gestern und vorgestern habe ich mal nichts getrunken. Aber ich glaube die letzten vier Wochen jeden Tag… Ich bin nach Hause gekommen und hab mir erstmal einen Äppler gegönnt. Jeden Tag. Oder ein Bierchen. Blöd, dass wir überhaupt Alkohol im Haus haben, normalerweise ist höchstens mal ne Flasche Wein da, wenn wir Risotto oder Gulasch kochen. Aber irgendwie ist das eingerissen, dass jetzt immer Äppler oder Bier/Radler da ist.
Also diese Selbstverständlichkeit, mit der ich zu Hause direkt zum Kühlschrank gehe und erstmal was trinke, hat mich doch ein bisschen… erschrocken ist übertrieben, ich kann auch sofort aufhören, aber es ist wohl eine Stresshandlung. Also bleib ich die Woche erstmal abstinent.
Spielt übrigens auch in die Gewichtszunahme mit rein.

5. ich habe ein Aufmerksamkeitsdefizit
Ich setze mich hin, arbeite eine Prüfung durch und nach kurzer Zeit MUSS ich mich ablenken. Ich habe das Gefühl, dass ich sonst platze. Ich MUSS auf mein Handy gucken, oder was essen oder oder oder. 11 Minuten ist meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich hab nämlich mal auf die Uhr geschaut, weil es mir noch kürzer vorkam. Vielleicht sollte ich mir mal Ritalin besorgen. 😉

6. ich werde bestehen
Am Samstag waren wir bei Mittelpunkt zum grillen. Ihr Freund macht auch gerade den Bibu-Kurs. Er hat ein Jahr nach mit angefangen und macht nächstes Frühjahr seine Prüfung. Es hat echt so gut getan ein bisschen mit ihm darüber zu quatschen, ein bisschen übers Pensum, ein bisschen sich über Arbeitsweisen auszutauschen. Ich weiß nicht, ob wir uns vor der Prüfung noch mal sehen, aber zumindest hat er mir schon mal viel Erfolg gewünscht und alle sind ein sein Mantra „Du wirst bestehen“ eingefallen. Das war schon motivierend und lässt die Hoffnung neu aufkeimen.

7. ich fahre nach Dublin
Weil der Großteil meines Urlaubs zum lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf geht, hab ich gedacht, ich brauch mehr Urlaub dieses Jahr. Jetzt hätte ich ja einfach gelben Urlaub machen können, aber das mach ich ja sowieso nicht, also hab ich letztes Jahr schon in weiser Voraussicht meinen Bildungsurlaub von 2018 nach 2019 übertragen und mache nach der Prüfung zwei Wochen Bildungsurlaub in Dublin.
Gebucht und bestätigt ist es. Einen Flug hab ich noch nicht. Ursprünglich wollte ich mit dem Namenlosen schon ein paar Tage eher hin, aber daraus wird nichts. Er kann nicht weg, weil sein Vater nicht da ist. Somit kann keiner auf den Hund aufpassen, bzw. den würden wir schon unterkriegen, aber dann ist auch niemand in der Firma, das geht mal einen Tag, wenn man ein verlängertes WE macht, aber nicht ne knappe Woche… na ja. Aber es geht auch von meiner Seite nicht, ich muss nämlich mal wieder zu meinen Eltern. Also fahr ich nach der Prüfung zu denen und fliege dann von dort nach Dublin.

Ende.

Nervenbündel – Bibu-Update VI

Nur noch 9 Wochen.
Unterrichtsstunden: 888/920
Der Countdown läuft. Er läuft ja schon lange, ich zähl ja schon ewig die Tage runter… jetzt sind es also nur noch 9 Wochen. Und das hier wird ein richtiger Jammer-Eintrag.

Mir geht echt die Flatter. Ich bin innerlich so unruhig. Mir rennt die Zeit davon. Ich habe das Gefühl, dass ich so viel noch nicht weiß. Und dass ich vieles nur so ein bisschen kann!
Ich habe das Gefühl, dass ich keine richtigen Lernunterlagen hab. Ich hab tausend Sachen angefangen zusammenzufassen und kompakt zu schreiben, aber nix fertig. Das eine auf Karteikarten, das andere am PC, das dritte per Hand auf normalen Blättern… Weil ich nicht weiß, wie ich es anpacken soll. Ich finde alle drei Möglichkeiten blöd. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es sonst will.

Ich frage mich, ob ich mir noch ein Buch kaufen soll. Aber wie viele Unterlagen will ich denn noch?? Ich hab Skripte von der IHK und Skripte von den Dozenten, ich habe Skripte von Endriss und massenhaft alte Prüfungen. Was will ich denn noch alles lesen, wenn ich doch das vorhandene noch nicht mal alles durch hab? Das geht doch nicht! Das schaffe ich auch zeitlich gar nicht mehr!

Ich schwanke momentan zwischen heulen und hysterisch lachen. Am liebsten würd ich mich einbuddeln. Ich kann mich auch so schlecht konzentrieren im Moment. Ich lese was, und verstehe nix. Dann lese ich noch mal, schreibe drei Stichpunkte und hab keine Lust mehr. Ich bin innerlich so angespannt und möchte manchmal aufspringen und schreien, um irgendwie den Druck loszuwerden! Ich hab Rückenschmerzen vom ständigen sitzen. Ich bin erschöpft und hab keine Lust was anderes zu machen. Gleichzeitig denke ich mir, dass ich mir gar keine Zeit nehmen darf, um was anderes zu machen. Aber dann bin ich frustriert, wenn ich nichts anderes gemacht hab. Und ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich weder gelernt, noch was anderes gemacht hab…

In 6,5 Wochen hab ich Urlaub. Ich weiß nicht, ob und wie ich das aushalten soll bis dahin. Aber selbst wenn ich jetzt schon zu Hause wär… ich weiß nicht, wie viel ich zu Hause schaffen würde. Ich lasse mich ständig ablenken. Handy, Hunger, Klo, Handy, Vogel im Garten, Handy, Hund im Garten, Namenloser im Garten… So schön ich meinen Schreibtisch direkt am Fenster finde… sobald sich draußen was bewegt bin ich raus aus der Konzentration. Inzwischen sitze ich oft am Esstisch, mit dem Rücken zum Fenster. Und wenn ich mein Handy außer Reichweite hab, dann renn ich eben schon wieder aufs Klo oder an den Kühlschrank. Und wenn ich den Laptop an hab und was google, dann bleib ich garantiert bei irgendwas hängen und zack ist schon wieder ne viertel Stunde um.

Selbst auf der Arbeit fahr ich grad alles runter und mach hier nur das allerallernötigste… Schande auf mich… aber eigentlich passe ich mich da bloß an die allgemeine Arbeitseinstellung hier an… Ich hab mir ein paar IHK-Skripte eingescannt und schreibe hier Zusammenfassungen, aber auch hier gehts mir so, dass ich drei Stichpunkte schreibe und dann nicht mehr kann. Ich muss mich richtig doll zwingen, dass ich mal 15 Minuten am Stück konzentriert was mache… Aber dann ist doch wieder was anderes. Dann schreib ich ne Bewerbung zum Beispiel (drückt mir die Daumen) und aktualisiere nach dem dritten Stichpunkten schon wieder mein Postfach. Oder ich starre hier aus dem Fenster. Oder ich renn zum Tisch mit den Süßigkeiten. Und ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Das macht mir zusätzlich Druck und Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.
Die verdammte Zeit rennt. Die letzten Wochen sind einfach so schnell vergangen. Selbst Kacktage wie Montage, die sich sonst wie Kaugummi ziehen, vergehen wie im Flug. Und ich komme nicht voran…

Montag war echt ein richtig beschissener Scheißtag. Ich hab mich vielleicht auch ein bisschen reingesteigert, aber ich schätze ich bin jetzt an einer Grenze angekommen.
Am Montag hab ich mich fürs heulen entschieden. Schon auf dem Heimweg im Auto. Dann musste ich zum Arzt ein Rezept holen. Ich hab extra angerufen vorher, damit sie das fertig machen, und musste trotzdem 25 Minuten warten. Das hat mich so genervt, weil ich nur daran gedacht hab, was ich in den 25 Minuten zu Hause hätte durcharbeiten können. Auch wenn ich mich bestimmt auch wieder ablenken lassen hätte, sodass ich sowieso effektiv nur 10 Minuten was gelesen hätte.
In der Apotheke hatten sie das Medikament dann nicht vorrätig, also musste ich am Dienstag noch mal da hin. Aber es hätte auch nichts gebracht, in eine andere Apotheke zu fahren, denn erfahrungsgemäß hat das nie eine da…
Dann musste ich noch zum Aldi, weil kein Brot mehr da war. Ich fress nämlich auch in letzter Zeit nur Scheißdreck. Einen Haufen Süßkram, der im Büro immer vorrätig ist, weil ich nie ein Brot dabei hab… Also wollte ich Brot holen. Und dann stand ich mit drei Sachen da und es war eine Kasse auf und gefühlt 100 Leute in der Schlange.
Ich hab kurz überlegt, ob ich einfach alles auf den Boden schmeiße, mich direkt dazu werfe und einen Heulkrampf kriege… Hab mich dann aber doch zusammen gerissen. Und Aldi war gnädig und hat zwei weitere Kassen aufgemacht.

Am Dienstag war ich dann trotzdem ohne Brot auf der Arbeit und hab mich von Hanuta, Oblaten und einem Apfel ernährt… Abends gabs dann Lasagne und ich hab mir auch gleich Brote für die Arbeit am Mittwoch gemacht.

Alles in allem war das ne Scheißwoche, daran wird auch heute und morgen nix mehr ändern, und ich mach mir ein paar Sorgen, dass das die nächsten 9 Wochen so weitergeht…

Neunundneunzig – Bibu-Update V

99 nicht Luftballons… sondern Tage übrig bis zur Prüfung. Ich kann es immer noch nicht fassen, wie schnell die Zeit rumgegangen ist. Es sind noch 3 Monate. Oder 14 Wochen. Oder eben 99 Tage. Und nur noch 18x zur Schule. Achtzehn! Ich fass es nicht!

Unterrichtsstunden: 840/920

Fächer: Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen, Finanzwirtschaftliches Management, Kommunikation und Zusammenarbeit, Führungsmethoden, Kosten- und Leistungsrechnung, Abgabenordnung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Berichterstattung, Umsatzsteuer, Gewerbe-/Grundsteuer, Erstellung von Abschlüssen nach internationalen Standards, Internes Kontrollsystem, Internationale Besteuerung

Im Grunde sind wir durch. In manchen Fächern sind wir durch mit dem Stoff. In Jahresabschluss national und international machen wir schon länger nur noch Übungen. Dabei besprechen wir dann alte Prüfungsaufgaben und gehen auf die Besonderheiten und Unterschiede dabei ein. Und man stößt irgendwie immer auf ein Thema, das man noch nie besprochen hat. Das macht mir auch für die Prüfung dann ein bisschen Sorgen, dass doch irgendwas dran kommt, was man noch nie besprochen hat.
Mit Kosten- und Leistungsrechnung sind wir auch durch. Ich weiß noch, wie ich nach der ersten Unterrichtsstunde geschockt von der Dozentin war und noch dachte, wir werden nie Freunde 😀 Aber inzwischen ist KLR eins meiner Lieblingsfächer. Ach… eigentlich ist es mein Lieblingsfach! Es liegt mir einfach. In diesen Prüfungsteil lege ich auch echt große Hoffnungen, denn der wird zusammen mit Steuern geschrieben. Und da sind meine Hoffnungen nicht ganz so groß :-/

Ich hab immer noch große Lücken in Umsatzsteuer, da muss ich mich noch mal richtig auf den Arsch setzen. Das hab ich bisher immer ein bisschen vor mir hergeschoben… Aber jetzt muss das sein. Internationale Besteuerung hab ich komplett aufgegeben, aber das kann eigentlich nicht so kompliziert sein. Da muss ich mich auch noch mal reinknien.
Abgabenordnung und Einkommensteuer waren die Fächer, in denen wir zum Jahresanfang einen Dozentenwechsel hatten. Der neue Dozent zieht sehr systematisch noch mal alles durch und hat mit dem Stoff bei null angefangen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Inzwischen habe ich da einen ganz gute Einblick, aber ich weiß, dass wir noch bis zum Ende also in noch 6 Unterrichtseinheiten, Stoff Stoff Stoff machen werden. Es wird nicht allzuviel Zeit zum Wiederholen bleiben. Das müssen wir allein machen.
Der letzte Unterricht in Körperschaftsteuer liegt jetzt drei Monate zurück, wir haben im August noch mal einen Block als Repetitorium. Ich glaube ich hab alles schon wieder vergessen… Ich hatte ja da eh meine Probleme, aber wir haben oft samstags nach dem Unterricht gesessen und die KÖ-Hausaufgaben gemacht. Das hat mir mehr gebracht als der Unterricht und eigentlich hatte ich es dann ganz gut begriffen. Da muss ich also auffrischen.
Gewerbesteuer liegt jetzt auch schon lange zurück, das muss ich vor dem nächsten Unterricht noch mal wiederholen. Das war eigentlich wirklich nicht schwer. Grundsteuer besprechen wir dann auch noch. Das scheint nicht viel zu sein, daher reicht ein kurzer Unterrichtsblock.

Nächste Woche haben wir die letzte Stunde Finanzwirtschaftliches Management, da muss ich dringend am Wochenende noch mal meine Unterlagen durchgehen, um den Dozenten noch mal nach dem ein oder anderen zu fragen. Da haben wir nämlich auch kein Repetitorium, das muss ich dann so auf die Kette kriegen.
In Berichterstattung sind wir eigentlich auch mit dem Stoff durch. Eigentlich heißt das Fach „Jahreabschlüsse aufbereiten und auswerten“, aber ich kann jetzt trotzdem keinen Jahresabschluss analysieren… Die Dozentin hat selbst keine Ahnung, das merkt man immer daran, wie sie ins Schwimmen und Stottern kommt, wenn mal einer genauer nachfragt… Wir haben sämtliche Kennzahlen durchgekaut, aber mehr so „Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital. Die Kennzahl setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital.“ Toll. Danke. Und was genau sagt das nun aus?! Das hat sie uns dann nicht erklärt. Diese ganzen Interpretationen muss ich mir also selbst noch irgendwo herholen.

In den restlichen Laberfächern Führung, Kommunikation & Zusammenarbeit, Internes Kontrollsystem und Berufsausbildung planen sind durch, in Kommunikation und Führung haben wir noch mal je eine Stunde. Das sind so Fächer, wo ich mir echt keine Sorgen mache. In allen drei Prüfungsteilen können Fragen aus diesen Themen dran kommen. Aber das sind Sachen, die man auch mit gesundem Menschenverstand lösen kann. Sowas wie „Wie sollte ein gutes Mitarbeitergespräch vorbereitet und strukturiert sein?“ Da muss man sich eigentlich nur mal an sein eigenes MA-Gespräch erinnern und darüber nachdenken, was gut war und was nicht.

Mit den beiden Mädels aus dem Kurs, mit denen ich im April feiern war, hat sich jetzt auch eine kleine Gruppe herauskristallisiert. Wir sind in den nächsten Wochen zum Lernen verabredet. Ich glaube wir ergänzen uns ganz gut. Die eine hat einfach echt ein breites Wissen und kann zu allem was beitragen. Ich wette, sie würde die Prüfung jetzt schon bestehen, wenn sie schreiben müsste. Sie hat auch ihre Lücken, besonders auch in den Steuerfächern, aber mit ihr über die einzelnen Themen zu reden ist immer sehr effektiv und gewinnbringend. Die andere ist Steuerfachangestellte und hat uns schon bei den KÖ-Sachen viel geholfen. Ich hab durch ihre Erklärungen mehr verstanden, als durch den Unterricht. Mit ihr hoffe ich auch, dass ich Umsatzsteuer und internationale Besteuerung noch soweit checke, dass ich wenigstens den Großteil der Punkte holen kann.
Sie hat so ihre Schwierigkeiten mit KLR. Da können wir anderen zwei ihr dann im Gegenzug gut helfen.

Ich bin ganz froh um das kleine Grüppchen. Wenn wir nach dem Unterricht in so einer großen Runde zusammen gesessen hatten, war das nur effektiv, wenn wir einen Plan hatten. Aber niemand hat sich so richtig dafür verantwortlich gefühlt. Es waren auch immer die gleichen, die gefragt haben, ob wir nach dem Unterricht noch die Hausaufgaben machen wollen. Ich zum Beispiel, oder die zwei aus meinem Grüppchen. Der Rest hat sich halt dran gehängt und profitiert, aber selbst nichts beigetragen.
Einmal wollten wir nur Lernen, ohne Hausaufgaben. Das war dann ziemlich chaotisch, wir wussten nicht, wo wir anfangen sollen, jeder hatte ein anderes Problem. Das waren einfach zu viele Leute.

Jetzt ist tatsächlich der Punkt da, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Es gibt viele, die kaum oder gar nicht mehr zum Unterricht kommen. Es gibt einige, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie riesige Lücken haben. Es gibt auch ein paar, die schon gesagt haben, sie melden sich im Herbst nicht zur Prüfung an.
Von anfangs 22 Leuten ist einer schon ziemlich schnell gegangen, dann kam eine aus dem Vorgängerkurs dazu. Die hat uns aber auch wieder verlassen. Bleiben 21. Von zweien weiß ich ganz sicher, dass sie die Prüfung nicht im Herbst schreiben. 19. Fünf weitere kommen immer mal zum Unterricht, dann wieder nicht. Ich hab nicht drauf geachtet, ob das nur bestimmte Fächer betrifft… Wie machen die das? Arbeiten die das zu Hause alleine auf? Ich würde das nicht schaffen… Ich brauche diesen Kurs. Wenn ich jetzt nicht mehr hingehen würde, zu den letzten 18 Unterrichtsblöcken, ich würde zu Hause auch nichts machen! Ich bin in letzter Zeit relativ faul zu Hause. Wenigstens sitze ich vor dem Unterricht in der IHK und lerne da. Und dann freue ich mich auf die Lerntreffen und ich hoffe, dass wir das in den Sommerferien öfter machen. Ich brauch das wirklich. Ich will Weizen sein! 😉

Freitags-Füller 20/2019

1. Wenn ich an die mündliche Prüfung denke, wird mir schlecht. Gestern saß ich vor dem Unterricht wieder in der Cafeteria, wo wir uns vor dem Unterricht immer treffen und quatschen, und dann kam eine, die zur mündlichen Prüfung in den Raum gerufen wurde. Und prompt wurde mir richtig schlecht. Es ist total bescheuert, weil ich ja zuerst überhaupt mal die schriftliche schaffen muss. Sagt mir mein Unterbewusstsein etwa, dass ich mir darum keine Sorgen machen soll? 😉 Man muss ja alles positiv sehen...

2. In Kartoffelsalat muss auf jeden Fall genug Flüssigkeit sein. Wenn man fast daran erstickt, weil zu wenig Mayo oder Essig/Öl, dann ist das einfach kein guter Kartoffelsalat. Ich mag beide Varianten ganz gern. Aber Gürkchen sollten schon mit drin sein!

3. Es ist hart mit anzusehen wenn Leute zwei Räume nicht unterscheiden können… Wir haben zwei kleine Besprechungsräume, die haben wir in Raum 1 und Raum 2 benannt und es gibt für jeden einen eigenen Kalender um ihn zu blocken. Wenn jetzt jemand Raum 2 gebucht hat, seine Besprechung dann aber in Raum 1 abhält, dann triggert mich das! Kann das so schwer sein? Wenn der andere Raum leer ist, ist das ja eeeeeigentlich kein Problem (außer für meine nerdige Psyche), aber grad wenn im anderen Raum jemand ist, und danach wieder jemand und sich das überschneidet, dann verschiebt sich alles und dann sitzt man am Ende im falschen Raum und muss dann raus, weil ein anderer rein will, weil er gebucht hat… klingt kompliziert? Ich hab nie gesagt, dass ich ein einfacher Mensch bin 😉.

4. Ich hab ja früher auch schon immer gesagt, dass die Zeit rennt, aber momentan ist das richtig schlimm. Durch die Schule ist die Woche so getaktet und plötzlich war man schon 2x in der Schule und dann ist auf einmal Freitag. Und vom Wochenende hat man auch irgendwie nicht so viel. Und dann geht die Woche an einem vorbei und irgendwie sind alle Wochen gleich, alles ist ein Einheitsbrei, weil ich ja auch nicht viel was anderes mache… Der Schnee schmilzt, die Bäume werden grün, abends nach der Schule ist es noch hell, wenn ich nach Haue fahre und zack ist auf einmal fast Juni.

5. Ich wette heute bleibt wieder die halbe Belegschaft im sogenannten „Home Office“. Chef ist nämlich nicht da. Aber abgesehen davon mach ich das nächste Woche auch mal. Mein Auto muss zur Inspektion und zum TÜV und ich hab keinen Bock mich in den Bus zu setzen (ich weiß nicht mal, wie ich mit den Öffentlichen zur Arbeit komme) oder mich vom Namenlosen bringen und abholen zu lassen. Und was mache ich an dem Tag? Na klar, Wäsche waschen, essen kochen, auf der Couch rumlümmeln 😉 arbeiten natürlich. Ein bisschen. Und lernen.

6. Der Wind in den Bäumen,
der Regen auf meinem Gesicht,
bin momentan mehr in Räumen,
darum merke ich das nicht
.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein hoffentlich gutes Essen in so einem blöden Hip-Restaurant, wo es natürlich nur nachhaltiges, und natürlich auch veganes Essen gibt und Öko-Brause mit wiederverwertbaren Strohhälmen. Hoffentlich ist das auch alles laktosefrei, glutenfrei und mindestens doppelbio, damit sich der doppelte Preis auch richtig lohnt. Ach ja, aber Hauptsache ne essreife Flugavocado dabei… die ist ja auch so richtig nachhaltig und umweltschonend. Aber ok, meine Freundin will da mal hin. Es gibt auch drei Fleischgerichte, ich werde also nicht verhungern 😉 Das würde mir ja grundsätzlich an Aktivität fürs Wochenende ausreichen, aber dieses WE ist richtig voll, morgen habe ich geplant, nach der Schule den Junggesellinnenabschied meiner Freundin zu feiern. Und ich hoffe, dass es nicht regnet (drückt mir die Daumen!), eigentlich wollten wir nämlich vorher picknicken. Die Prognose ist nicht berauschend. Nach dem Essen machen wir eine Comedytour in einem Sightseeingbus, da kanns von mir aus auch regnen, aber wenn wir dann noch ein wenig durch die Kneipen ziehen, dann wärs schön, wenns trocken wär. Aber ob das was wird? Schließlich sind da auch wieder Muttis dabei, die „eine kleine Maus“ zu Hause haben… Warum haben alle Mäuse zu Hause?? Als ob da nicht auch mal der Vater aufpassen könnte. Das sind keine Säuglinge mehr… So, und Sonntag möchte ich dann eigentlich nichts machen, aber wir sind mit dem Vater und dem Halbbruder des Namenlosen verabredet. Erfahrungsgemäß wird das sehr lustig, aber ich hab trotzdem schon jetzt keinen Bock drauf. Danach hab ich eigentlich Urlaub nötig. Ist mir alles etwas viel auf einmal grad!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

Freitags-Füller 19/2019

1. Ich persönlich glaube, heute mal wieder, dass ich meine Prüfung schaffe. Wie das morgen aussieht, weiß ich nicht. Es schwankt immer mal wieder zwischen

  • Zuversicht: Das wird schon. 50+!
  • Hoffnung: Hoffentlich schaff ich das…
  • Angst: Oh man, nur noch 126 Tage!
  • Panik: Ach du scheiße, nur noch 126 Tage, wie soll ich das alles in meinen Kopf kriegen? Ich weiß gaaaar nix!!!
  • Arroganz: Wenn ich mir angucke, wer das vor mir schon geschafft hat…
  • Niedrigstapeln: 50%, du musst nur für 50% schaffen, das schaffst du, du kannst zu allem ein bisschen sagen.
  • Realismus: Sei mal ehrlich zu dir, klar kannst du nicht alles, aber es sind auch noch 4 Monate und den Rest kriegst du bis dahin drauf. Natürlich schaffst du die Prüfung!

Das Problem ist, dass für mich ein Durchfallen überhaupt nicht in Frage kommt. Diesen Gedanken habe ich bisher einfach nicht zugelassen. Auch wenn mich Panik ergriffen hat, der Gedanke war immer „Natürlich schaffst du das, durchfallen ist keine Option!“ Aber je näher die Prüfung kommt, desto hartnäckiger kratzt der Gedanke „Und wenn du doch durchfällst?“ an meinem Bewusstsein. Und ich stelle fest, dass mich dieser Gedanke komplett überfordert, weil ich nicht weiß, wie ich dann damit umgehen soll. Ich habe keinen Plan B. Klar, dann steht ein halbes Jahr später der Zweitversuch an, aber ich wär erstmal richtig niedergeschmettert.

2. Aber den Gedanken schüttle ich jetzt schnell wieder ab. Denn es überwiegt immer noch die Zuversicht, dass ich die Prüfung schon schaffe. und mich mit was anderem verrückt zu machen ist totaler Quatsch.

3. Meine Nachbarn haben sich eine schwarze Katze gekauft, die immer am Fenster sitzt und rausguckt. Ich schätze, das wird eine reine Wohnungskatze bleiben. Wenn ich mir nämlich vorstelle, die stromert durch unseren Garten und trifft auf den Hund… eieiei… Und die anderen Nachbarn sind ein Paar. Das klingt erstmal nicht ungewöhnlich, aber sie wohnen nicht zusammen. Der eine Nachbar wohnt über uns, der andere unter uns.

4. Neulich hab ich Schuhe gekauft, das hatte ich im letzten Freitagsfüller schon erwähnt… Seit dem hatte ich die Schuhe kein einziges mal an und davor auch nur höchstens drei mal… Eigentlich hab ich das im Laden schon gewusst, ich war nicht so richtig von ihnen überzeugt, obwohl sie total bequem und weich sind… Aber das war ein Fehlkauf.

5. Wenn ich frische Blumen kaufe, sind das jetzt am liebsten Gerberer. Die Tulpensaison ist ja vorbei, jetzt gibt es überall Gerberer zu kaufen. Die letzten haben sogar richtig lange gehalten.

6. Gestern hatte ich Schule und als ich zurück kam, hatte mir der Namenlose die Reste von vorgestern warm gemacht: Tortellini Bolognese mit Käse überbacken hatte ich gestern zum Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend zu zweit, morgen habe ich geplant, zur Schule zu gehen und gut aufzupassen und Sonntag möchte ich nicht schon wieder im Garten ackern, aber vermutlich komme ich da nicht drum rum 😉 Schließlich will ich ja auch, dass er schön ist!

Den FF von Barbara und alle anderen Mitmacher findet ihr wie immer hier.

ABC im April 2019

A wie ausgelaugt
Seit den letzten Ferien sind jetzt fast 13 Wochen vergangen. 13 Wochen, die vollgepackt waren mit Leben, Arbeit, Schule, Haushalt, Alltag, Gartenarbeit und sogar mit ein paar sozialen Interaktionen. Und ich muss wirklich sagen, es schlaucht und ich fühle mich richtig ausgelaugt. Ich bin so froh, dass wir wegfahren, denn Urlaub während der Namenlose arbeiten geht, ist alles andere als erholsam.

B wie bunte Eier
Ostereier wirds bei uns nicht geben. Ich hab das ab und zu schon mal gemacht, aber meistens bleiben die dann ewig liegen, keiner isst sie und am Ende werfe ich sie weg, weil ich mich dann ekle.

C wie Cortison-Salbe
Am Montag war ich shoppen, hauptsächlich, weil ich in die Apotheke wollte. Aber die Apotheke in dem Einkaufszentrum gibt es nicht mehr. Toll…
Ich brauch noch für die Reiseapotheke meine Cortison-Salbe, die ich immer auf meine Neurodermitis-Stellen schmiere, wenn sie schlimm werden. Aber dann hab ich überlegt, dass ich die noch nie im Urlaub gebraucht habe.

D wie durchtanzte Nacht
Am Samstag war ich mit drei Mädels aus dem Bibu-Kurs verabredet. Eine ist in der Woche vorher krank geworden, aber mit den anderen beiden bin ich abends losgezogen, nachdem wir Pizza gefuttert, gequatscht, gelästert und getrunken haben 😉 Wir sind in einen Club gegangen, die Musik war ganz gut, ich hab viel zu viel getrunken, aber irgendwie nichts davon gemerkt… Es hat echt viel Spaß gemacht und als ich irgendwann auf die Uhr geschaut hab, war es halb 4!!! Um 4 sind wir dann gegangen und um halb 5 war ich im Bett. Halb fünf!!!!
Schlauerweise hab ich noch vor dem Schlafen gehen 3 Gläser Wasser getrunken, so gings mir am nächsten Tag, abgesehen von der Müdigkeit, ganz gut 🙂

E wie Ende, Michael
Ich lese zum ersten mal Die unendliche Geschichte. Ich hab auch den Film noch nie gesehen!

F wie Frühjahrsmüdigkeit
Meine Frühjahrsmüdigkeit fällt dieses Jahr irgendwie schlimmer aus, hab ich den Eindruck. Vermutlich spielt aber alles zusammen: Stress, Zeitumstellung und dass es immer noch recht früh dunkel wird.

G wie Geocaching
Da der Urlaub vor der Tür steht, und wir da ja wieder cachen gehen, haben wir uns am Wochenende mal mit „Wherigo-Caches“ beschäftigt, die wir vorher noch nie gemacht haben. Bei uns in der Nähe ist einer, aber wir haben das noch nie gemacht, weil man dafür immer irgendwas runterladen musste und blabla… ich hab das immer nicht verstanden, wie das geht.
Neulich dachte ich aber, dafür muss es doch inzwischen eine App geben und Videos auf Youtube vielleicht… und so war es. Am Sonntag haben wir dann so einen Cache mal ausprobiert, haben verstanden wie es geht und können dann genau so einen Cache auch im Urlaub machen 😉

H wie Habit-Tracker
Seit dem 1.1. habe ich eine App, mit der man Gewohnheiten tracken kann. Das funktioniert bei mir tatsächlich ganz gut, weil ich eine Gewohnheit immer abhaken will 😉 Zum Beispiel bin ich seit Anfang Februar immer spätestens um halb 8 im Büro gewesen. Und bis auf 3 Tage hab ich jeden Tag gelesen. Auch wenns nur zwei, drei Seiten waren. Seit Mitte Januar halte ich mich auch an meine „maximal 30 Minuten Instagram am Tag“-Vorgabe.

I wie Intervallfasten
Seit Januar hab ich auch Intervallfasten ausprobiert und ich hab auch was abgenommen. Ich hab zumindest 2-3cm Umfang am Hintern verloren. Aber irgendwie ist es trotzdem nicht meins. Ich hab das 16/8-Fasten ausprobiert, dh. 8h Essen, 16 Stunden fasten. Die Schlafenszeit gehört in die Fastenzeit.
Ich hatte grundsätzlich kein Problem damit, erst ab 12 Uhr zu essen, aber es fiel mir die ganze Zeit total schwer, nach 20 Uhr nichts mehr zu essen. Das hat auch mit Habit-Tracker nicht funktioniert und ich hab das oft nicht eingehalten, sodass ich also kein wirkliches Intervallfasten gemacht habe, also lass ich das auch wieder sein und versuche mich einfach auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl zu besinnen, und mich von Zucker und Süßkram fernzuhalten.

J wie jammern
Nachdem ich den Eintrag jetzt fertig hatte, hab ich das ursprüngliche J durch jammern ersetzt. Weil es echt ein einziger Jammereintrag ist. Sorry dafür 😉

K wie Kosten-Leistungs-Rechnung
Am Samstag hab ich eigentlich KLR-Unterricht. Aber ich schwänze die Stunden, damit wir schon Freitag in den Urlaub fliegen können. Weil es Freitag einfach mal 400 Euro billiger war, als Sonntag zu fliegen.

L wie Lost Places
Für den Urlaub hab ich ein paar Caches rausgesucht, da sind auch wieder viele Lost Places dabei. Wir werden uns die Tage nicht so voll packen, wie beim letzten Mal, immerhin haben wir dieses mal mehr Zeit, aber ein paar Lost Places müssen sein! 🙂

M wie Motivationsloch
Im Moment bin ich so urlaubsreif und unmotiviert, dass ich seit 3 Wochen nichts gelernt habe! Ich hab mich vorher eigentlich immer 3x die Woche hingesetzt und hab was durchgearbeitet, abgeschrieben, gelernt… Seit 3 Wochen hab ich nichts mehr gemacht.

N wie nie wieder
Grad gestern haben wir uns vor dem Unterricht unterhalten, dass wir alle froh sind, wenns endlich vorbei ist. Die Chefin der einen meinte dann, sie soll sich doch mal gleich informieren, wie es mit dem Bilanzbuchhalter International ab Oktober aussieht. Unglaublich… Wir sind uns alle einig, dass wir nie wieder eine Weiterbildung machen 😉

O wie offline
Im Urlaub werde ich wieder so ziemlich offline sein. Ich hab ein Handy dabei, aber ohne Whatsapp, mal schauen, ob ich es im Flugmodus lasse, oder nicht. Aber zumindest gibts keine Mails und kein Whatsapp!

P wie Pausenbrot
Ich bin auch seit Wochen zu faul, mir ein Pausenbrot zu machen. Jedes mal, wenn ich mir in der IHK-Cafete was kaufen muss, ärgere ich mich über deren Preise… Aber selbst Schuld.

Q wie Quasselstrippe
Die eine Kollegin, die einem immer ne Kassette ins Ohr schiebt… Das ist auch die, die immer flüstert. Super ätzend! Ich weiß gar nicht, ob ich für die schon mal einen Namen hab. Aber Quasselstrippe trifft es auf den Punkt!

R wie Rasen
Die letzten Wochenenden haben wir mal wieder einiges im Garten gemacht, weil der momentan einfach scheiße aussah. Wenn alles wieder anfängt zu blühen, dann versucht man doch, es irgendwie schön zu machen… Mal schauen, ob wir dieses Jahr mal den Rasen hinkriegen… Die letzten zwei Jahre hatten wir Maulwürfe und Wühlmäuse, die alles umgegraben haben. Und vor allem haben wir sau viel Moos, Klee und Unkraut. Es ist halt auch leider ziemlich schattig und noch dazu Nordseite, sodass das mit dem Rasen echt nicht so leicht ist…

S wie Strand
Am Freitag! Endlich!

T wie Tolinohülle
Seit ich meinen Tolino habe, weiß ich jedes mal nicht, wie ich ihn einpacken soll, wenn ich in unterwegs dabei habe. Ich habe nämlich keine Hülle. Diese Cases finde ich blöd, und andere Hüllen waren einfach teuer oder hässlich. Oder beides. Jetzt habe ich letztens Filz gekauft und nähe einfach selbst welche. Eine für mich und eine für den Namenlosen.

U wie Unruhe
Wenn ich an die Prüfung und die wenige verbleibende Zeit denke, dann befällt mich eine Unruhe, die nicht mehr schön ist. Gerade auch, weil ich seit drei Wochen nichts mehr gelernt habe… Ich weiß, was ich noch alles tun muss… In Umsatzsteuer und internationale Besteuerung muss ich richtig aufarbeiten, in den anderen (Steuer)-Fächern ist es nicht so schlimm, aber trotzdem lückenhaft. Ich muss die Prüfungen durcharbeiten und die Besonderheiten rausarbeiten. Ich muss meine neuen Gesetzestexte präparieren… und ich habe Angst, dass mir die Zeit davon läuft.
Ich hoffe, ich kann im Urlaub wirklich abschalten.

V wie Vorabend-Check-in
Weil wir morgens um viertel vor 5 fliegen (was haben wir uns bloß dabei gedacht???), werden wir uns und unsere Koffer schon abends einchecken. Wir habens nicht weit zum Flughafen, da lohnt sich das, wenn man dafür morgens erst um 4 da sein muss, statt 3.

W wie Wasser
In letzter Zeit schaffe ich meine 2 Liter am Tag nur schwer…

X wie xxx
Ich mach drei Kreuze, wenn alles endlich rum ist!

Y wie Yay
Yay, nur noch 2 Tage arbeiten.
Yay, nur noch 5 Monate bis zur Prüfung, nur noch 4 Monate, bis die Schule vorbei ist. Das sind wegen der Sommerferien nur noch 10 reguläre Woche und eine Woche Repetitorium. Das bedeutet nur noch noch 33x Unterricht. Jetzt bloß nicht wieder unruhig werden…

Z wie Zähne
Ich glaube in letzter Zeit beiße ich im Schlaf meine Zähne sehr fest aufeinander. Morgens fühlt es sich jedenfalls so an. Ich bin auch echt unter Druck und kann mich echt nicht entscheiden, ob ich langsam einfach nur will, dass es vorbei ist, oder ob ich noch ein halbes Jahr länger bis zur Prüfung hab…

Neues Jahr…

… neues Glück. … altes Ich? … neues Ich? 365 neue Chancen 😉

Ich weiß gar nicht, ob ich mir großartig Vorsätze machen möchte. Für dieses Jahr gibt es eigentlich nur einen einzigen Vorsatz: Die Prüfung zu bestehen!

Aber ein paar Kleinigkeiten möchte ich dennoch im neuen Jahr umsetzen. Es sind keine so richtigen Vorsätze, einfach ein paar alltägliche Dinge.
Ich möchte zum Beispiel genug trinken, um mal was ganz banales zu nennen. Bisher schaffe ich das immer ganz gut, auf der Arbeit trinke ich mindestens 1,5 Kannen Tee, zu Hause oder in der Schule trinke ich auch noch mal ganz gut und so komme ich unter der Woche eigentlich immer auf mindestens 2 Liter. Am Wochenende fällt mir das schwerer und das macht sich öfter im Laufe des Sonntags als Kopfschmerzen bemerkbar.
Ich möchte jeden Tag lesen. Abends, direkt vor dem Schlafen, hab ich die Angewohnheit, noch mal am Handy rumzuspielen. Dann scrolle ich durch Instagram oder spiele Candy Crush. Das lasse ich weg und lese stattdessen jeden Abend vor dem Schlafen noch mal ein bisschen. Und wenns nur eine Seite ist.
Dann habe ich mir vorgenommen, netter zu mir selbst zu sein. Mich nicht mehr, (bzw. für den Anfang erstmal weniger) zu kritisieren. Mich im Spiegel anzuschauen, ohne etwas Abfälliges zu denken.
Ich hab da noch ein paar mehr Sachen. Ich möchte zB mal Intervallfasten ausprobieren, ich möchte gern jeden Tag spätestens um halb 8 im Büro sein, dazu muss ich morgens etwas eher aufstehen. Ich möchte öfter eine Bluse und/oder einen Blazer ins Büro anziehen, ich möchte am Wochenende größere Runden mit dem Hund laufen, ich möchte (meiner Haut zuliebe) nicht mehr so heiß und so lange duschen… Um das umsetzen zu können, habe ich mir eine Gewohnheits-App runtergeladen. Und immer, wenn ich zB. gelesen habe, oder nur kurz geduscht habe, oder wenn ich um spätestens halb 8 im Büro war, dann kann ich die Sache darin abhaken. Und das ist ein kleines psychologisches Phänomen, denn ich WILL diesen Haken machen können 😉 Gestern und heute war ich zB um 5 nach halb 8 im Büro und finds dann doof, dass ich den Haken nicht kriege 😉 Ganz simples Belohnungssystem also, das irgendwie bei mir zu funktionieren scheint.
Wenn ich nach dem Bilanzbuchhalter wieder Zeit habe, versuche ich das mit Sport 😉

Ansonsten überlege ich ja schon länger, dass ich nach der Prüfung gerne wegfahren möchte. Das würde ich natürlich gern mit dem Namenlosen zusammen machen, aber ich kenn uns ja… er plant nicht so langfristig, was mir normalerweise egal ist, aber ich möchte zwischen Prüfung und wegfahren nicht viel Zeit verstreichen lassen, sonst muss ich ja wieder arbeiten gehen 😉 Außerdem könnte es sein, dass sein Vater grad auch weg ist und also keiner den Hund nehmen kann. Das muss ich einfach mal klären.
Als Alternative hatte ich dann schon überlegt, ob ich nach der Prüfung Bildungsurlaub mache, eine Sprachreise irgendwohin. Am liebsten nach Schottland oder Irland 😉 Das muss ich mit ihm mal besprechen, weil sowas muss man ja rechtzeitig beantragen usw. Das könnte ich mir jedenfalls auch gut vorstellen. Dann könnten wir beide einfach im Januar wegfahren. Das ist erfahrungsgemäß eine ruhige Zeit bei ihm und solange ich keine anderen als die aktuellen Aufgaben habe, ist das auch für mich eine ganz gute Zeit zum wegfahren.

Albträume

Heute stehe ich irgendwie neben mir.
Ja, Zähne hab ich geputzt, aber ich hab mir die Haare nicht gekämmt. Ich sehe aus wie… na ja, grad aufgestanden. Wenigstens hab ich eine Hose an und bin unfallfrei im Büro angekommen.

Ich habe mal wieder geträumt. Und ich kann mich erinnern:
Ich hab geträumt, ich schreibe meine Prüfung. Wir saßen draußen in einem Innenhof. Es war nicht überdacht, aber da waren so Holzstreben quer drüber, an denen Efeu oder Wein oder irgendwas gewachsen ist. Die Ranken hingen stellenweise runter. Jeder hatte einen eigenen Tisch und wir bekamen unsere Prüfung. Ich kann mich nicht an die Aufgabe erinnern, aber ich konnte sie nur mehr schlecht als recht beantworten. Die zweite Frage ging mir total ab.
Ich saß da und hab vor mich hingedacht. Hab versucht die Antwort in meinem Kopf zu finden, statt einfach mit der nächsten Frage weiterzumachen. Alle anderen haben geschrieben wie wild.

Dann fing es an zu nieseln und wir sollten reingehen. Drinnen saßen wir bei grellem, künstlichen Licht. Es war unruhig, einige haben getuschelt. Ich hab mich nicht getraut mit jemandem zu reden, weil ich nicht durchfallen wollte.
Dann saß plötzlich jemand mit an meinem Tisch. Scheinbar waren drinnen nicht genügend Tische. Mit den tausend dicken Gesetzesbüchern, den Prüfungsfragen, Lösungs- und Schmierpapier war es dann doch ganz schön eng auf dem Tisch. Als mir das bewusst wurde, hab ich nach rechts geschaut. Es war ein Mädchen aus meiner Schulklasse, die mich da angestrahlt hat.
Ich konnte die zweite Frage immer noch nicht beantworten.

Dann war irgendwie Mittagspause. Es gab ein Buffett mit indischen Gerichten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die das jetzt überprüfen wollen, dass sich niemand über die Prüfung unterhält und sich gegenseitig hilft. Ich hab mit niemandem gesprochen, ich wollte nicht wegen Betrugsversuch durchfallen. Ich wollte was essen, hab aber keinen Teller gefunden. Irgendwann hatte ich einen ganz alten, der war schon gesprungen und sah schmutzig aus und ein Stück war abgeplatzt. Dann hab ich mir etwas zu essen drauf getan, aber irgendwie gar nicht gegessen.
Ich hab einen der Dozenten, der das Prüfungsfach unterrichtet, sagen hören, dass er doch hofft, dass wir gut zurecht kommen und ihm keine Schande bereiten.

Plötzlich war ich in einem Hausflur, der mich jetzt im Nachhinein an das Wohnheim erinnert, wo ich während des Studiums gewohnt habe. Ich bin mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren, mit mir war noch ein Rollstuhlfahrer und seine Pflegerin. Ich war unter Zeitdruck, weil ich zur Prüfung zurück musste, aber wir mussten dann wegen der anderen beiden auf dem 3. Stockwerk noch anhalten.
Endlich unten angekommen hatte ich keine Schuhe an, ich hatte nur schnell meine Filzhausschuhe beim rausgehen gegriffen. Das alte Paar, mit dem Loch in der Sohle. Die hab ich dann angezogen und bin losgerannt zurück zur Prüfung.
Weil ich schnell vorangekommen bin, dachte ihc noch, das kann kein Traum sein, das muss echt sein, weil ich normalerweise in Träumen nicht vorankomme, wenn ich renne. Dann klebe ich immer auf der Stelle. Dann war da wieder der Dozent, der gerufen hat, ich solle mich doch mal beeilen. Und dann kam ich wieder nur wie Kaugummi vorwärts.

Als ich wieder im Prüfungsraum saß, fiel mir auf, dass ich nicht mal eine Hose an hatte…

Oh man… also das sind so viele worst case Szenarien in einem, dass ich es gar nicht fassen kann! Und wenn das jetzt schon losgeht, dass ich sowas träume, na dann herzlichen Glückwunsch. Sind ja nur noch 11 Monate bis zur Prüfung… Und eigentlich hatte ich in den letzten Tagen eher ein ziemlich zufriedenes Gefühl, weil sich mir so langsam die ganzen komplexen Zusammenhänge erschließen, weil ich sogar Steuerkram auf Anhieb verstehe und Fragen dazu richtig beantworte. Eigentlich gibt es also keinen Grund, in so eine Panik zu verfallen.
Ich hoffe, das legt sich wieder.

Zumindest haben wir gestern die Weihnachtsplanung auf die Reihe gekriegt. Der Namenlose hat keine Lust hinzufahren, aber er kommt mit, weil er ja auch einsieht, dass es halt mal wieder für ihn dran ist 😉
Wir buchen die Ferienwohnung. Ich hoffe meine Schwester ist mir da nicht böse, aber andersrum ist es für sie vermutlich auch eher erleichternd, wenn nicht zwei Leute da sind, die sich zwischen den Kindern auch noch ins Bad drücken und deren Betten und Koffer da rumstehen, und man eigentlich nicht mehr treten kann. Das Haus ist einfach nicht ausgelegt für 4 Erwachsene und zwei Kinder. Sie sollte darüber nachdenken, die Garage auszubauen 😀
Meine Mutter wird wahrscheinlich höchst beleidigt sein, dass wir nicht bei ihnen schlafen, wenn wir nicht bei meiner Schwester schlafen… die haben nämlich ein relativ großes Gästezimmer, aber ich will das nicht. Außerdem müssten wir dann immer fahren, weil die nämlich im Nachbardorf wohnen und nicht fußläufig erreichbar. Und so würden wir das Gästezimmer auch nicht blockieren, denn bestimmt will meine Omi da übernachten ;D (Worauf meine Mutter bestimmt tierisch Bock hat. Nicht. Also soll sie sich mal nicht so anstellen, wenn ich keinen Bock hab, bei ihr zu übernachten.)

Dem Namenlosen hab ich versprochen, dass ich mich stark zusammenreiße an Weihnachten. Ein Albtraum, aber ich muss mich da irgendwie unter Kontrolle kriegen. Bisher war das immer so, dass ich schon Tage vorher komplett genervt war, wenn ich wusste, ich muss ihr begegnen.
Ich hab da in letzter Zeit auch wirklich viel drüber nachgedacht, wieso das so ist. Ich weiß nicht wieso ich plötzlich darüber nachdenke. Vielleicht weil ich wusste, dass Weihnachten ansteht, und weil ich selbst auch will, dass das Problem endlich mal gelöst wird. Dabei kann ich es gar nicht benennen.

Ich kann meine Gefühle meiner Mutter gegenüber schwer definieren. Ich hasse sie jetzt nicht, so schlimm ist es nicht. Aber ich mag sie auch nicht. Es ist aber auch nicht neutral. Eher negativ. Ich kann ihr nicht sagen, dass ich sie lieb habe. Eigentlich kann ich das niemandem sagen. Aber ihr schon mal gar nicht, weil es gelogen wäre. Das ist der Hauptknackpunkt.
Ich dachte immer, ich kann meiner Mutter nicht sagen, dass ich sie lieb habe, weil sie es mir nie gesagt hat. Aber ich kann es ihr nicht sagen, weil es einfach nicht so ist. Anderen kann ich es nicht sagen, weil ich es nie gehört hab. So wird ein Schuh draus.
Das löst und benennt aber trotzdem noch nicht das eigentliche Problem.

Ich hab sogar überlegt, ob ich mal in eine Therapie gehe, um herauszufinden, was ich eigentlich wirklich für ein Problem hab, denn ich komme einfach nicht selbst drauf.
Ein kleines Aha-Erlebnis hatte ich neulich, als ich mal mit meiner Schwester telefoniert hatte, und genau das Thema auf den Tisch kam. Dass halt jeder merkt, wie genervt ich bin. Alle sind dann angespannt… Also, ich hatte immer angenommen, dass ich mich gut zurückhalte – offenbar hab ich mich da vollkommen fehleingeschätzt…
Meine Schwester und meine Mutter hatten da schon mal drüber gesprochen und meine Mutter hat wohl zu ihr gesagt, dass ich mich so wenig melde, dass sie gar nichts mehr über mich weiß, dass es ihr vorkommt, als hätte sie nur noch eine Tochter. Und da schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Dann hat sie doch, was sie immer wollte.

Und jetzt frage ich mich, ob das die simple Lösung sein soll. Aber das verstehe ich nicht, denn dass sie mich nicht wollte, ist mir nicht erst in dem Telefonat mit meiner Schwester bewusst geworden. Dass sie mich nicht wollte… tja, das weiß ich eigentlich schon immer. Zuerst wusste ich nur, dass ich nicht geplant war. Aber irgendwie war mir schon mit 9 Jahren aufgrund ihres Tonfalls und der Art, wie sie das gesagt hat, bewusst, dass ich dieser Unfall klein Glücksfall war… später hat sie es im Streit auch deutlicher gesagt. Spätestens da wären alle Hoffnungen darauf, dass ich kein schlimmer Unfall war, vernichtet gewesen.
Aber wie gesagt, dieses Wissen hab ich schon so lange, dass das doch jetzt nicht der Auslöser für meinen Unwillen sein kann, mich auch nur 5 Minuten mit ihr auseinander zu setzen?! Vor allem ist das auch erst jetzt in den letzten paar Jahren so schlimm geworden. Es gab Zeiten, da haben wir wöchentlich stundenlang telefoniert. Hab ich zu dieser Zeit dieses Wissen einfach ausgeblendet? Und was war der Auslöser dafür, dass es dann jetzt so präsent ist, dass es sich so stark auf mein Verhalten auswirkt? Und werde ich jetzt, wo ich vermute, dass dieses Wissen der Auslöser sein könnte, entspannter sein?