Bye-bye Dublin – 12./13.10.2019

Eigentlich war der Samstag total unspektakulär. Ich bin nach Bray gefahren, was ca. eine dreiviertel Stunde von Dublin mit dem Zug entfernt ist. Aber die Fahrt war richtig super, weil es die ganze Zeit an der Küste entlang ging und es einfach atemberaubend schön aussah! Am liebsten wäre ich unterwegs schon ausgestiegen, aber ich hatte ja ein Ziel.
In Bray angekommen bin ich natürlich direkt erstmal an den Strand gegangen und hab den Wellen zugehört.

Mein eigentliches Ziel lag etwa 2,5 km entfernt am Küstenwanderweg: Der älteste Cache Irlands, der außerdem der älteste und somit erste Cache Europas ist! Europe’s First. Huiuiui 😀
Ich bin also in strahlendem Sonnenschein los gelaufen, an der Strandpromenade entlang, vorbei an einem Eisladen, der auch Waffeln und Crêpes verkauft hat (oh das hat so lecker gerochen!!) und konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Jacke anlassen oder ausziehen soll. Es war einfach nur schön.
Den Küstenweg entlang lagen noch ein paar andere Caches, die ich auch noch gefunden hab und dann konnte ich den allerersten Cache in Europa bestaunen. Wow, diese Kiste liegt da also schon seit fast 20 Jahren! Ok, nicht ganz… die ursprüngliche Kiste war ungefähr drei Jahre später weg und es wurde vor 15 Jahren eine neue Kiste gelegt. Trotzdem ziemlich cool!

Ich bin den Küstenweg noch ein Stückchen weiter gelaufen, aber da ich mein Ziel ja schon erreicht hatte und richtig Bock auf einen Nutella-Crêpe hatte, bin ich umgedreht. Auf dem Rückweg habe ich einen anderen Cacher an Europe’s First gesehen – ein beliebter Cache in der Ecke 😉

Zurück am Strand hab ich mir also einen unfassbar überteuerten Crêpe geholt. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir gegönnt hätte, wenn ich den Preis vorher gesehen hätte. Aber ich hatte schon bestellt und dann erst die Karte gesehen. 6,30 Euro wollten die von mir, für einen Nutella-Crêpe! Ich hoffte nur, dass das wenigstens der beste Crêpe der Welt ist, mit Goldflitter im Teig… pf… also es war halt ein Nutella-Crêpe. Keine 6,30 Wert, aber man gönnt sich ja sonst nix 😉
Danach hab ich mein Standard-Strandfoto gemacht und den Rest des Nachmittags im warmen Sand gelegen und mir die Sonne aufs Haupt scheinen lassen, bis die Sonne rumgewandert war und schon etwas tiefer stand und es mir zu frisch wurde. Dann bin ich nach Hause gefahren und hatte ein bisschen Angst, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt hatte. Aber war alles gut.

Abends war ich mit den Pub-Mädels wieder in „The Church“ und anschließend noch im Pub vom Vortag, bevor ich mich allmählich von Dublin verabschieden musste. Und das war nicht so leicht. Ich war wirklich richtig traurig, dass ich zurück musste, obwohl ich mich gleichzeitig natürlich auch auf zu Hause gefreut habe!

Mein Flug am Sonntag ging um 9 und ich wollte um halb 7 den Bus zum Flughafen nehmen.
Zum Abschied hat Dublin geheult wie ein Schlosshund 😀 Es hat geschüttet wie aus Eimern, und obwohl ich jetzt einen Fensterplatz hatte, konnte ich wieder nichts sehen, weil Dublin unter einer dicken fetten grauen Wolkendecke lag… schade 😦 Dafür empfing mich Deutschland mit strahlendem Sonnenschein und 26 Grad… ich war viel zu warm angezogen als wir in unser Stamm-Café zum späten Frühstück gefahren sind.

Montag und Dienstag hatte ich dann noch frei, das war auch ganz gut so. Ich war einfach so müde und kaputt, dass ich mich vom (Bildungs-)Urlaub erstmal erholen musste.
Und jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder arbeiten, bin voll im Trott angekommen aber träume mich immer mal wieder nach Dublin zurück, denn ich hab ja noch meine neuen Instagram-Freunde, die immer viel posten 🙂

Dublin, sei dir sicher, ich werde zurück kommen! Und ich will auch noch ganz viel von Irland sehen!

Ich & Dublin – 07.10.- 11.10.2019

Die erste Woche war also nun schon rum und ich hab mich in Dublin schon richtig heimisch gefühlt. Ich bin bei rot über die Straße gelaufen, wenn nix kam, ich hab meistens in die richtige Richtung geguckt, wenn ich die Straße überqueren wollte, ich bin auf dem Gehweg auf der „richtigen“ Seite ausgewichen und hab „Sorry“ gesagt, wenn ich andere fast angerempelt hab. Ganz wie die locals 🙂 Ich war auch schon eine richtige Dublinerin 😀 Die Leute da sind nämlich echt unglaublich freundlich. Jeder entschuldigt sich, auch wenn überhaupt nichts war. Aber wenn man sich auf der Straße ausweichen muss, hört man alle Augeblicke „I’m sorry!“. Und sie halten Türen auf. Ich mein, ich mach das ja auch wenn jemand unmittelbar hinter mir ist. Aber die machen das auch, wenn man noch echt weit weg ist. Die warten dann und halten die Tür auf und ich bin dann immer schneller geworden, weil ich nicht wollte, dass die da ewig auf mich warten müssen 😀

Und was mir zu Beginn der zweiten Woche noch aufgefallen ist: Ich war so richtig in der Sprache drin und ich war froh, dass ich noch eine Woche vor mir hatte und nicht schon nach Hause musste 🙂

In der zweiten Woche bekamen wir eine neue Teilnehmerin in den Kurs. Sie kam aus Österreich. Ich wusste nicht so richtig, ob ich das gut oder doof finden soll, weil einerseits dachte ich, dass sie vielleicht auch eine wäre, mit der man nachmittags was zusammen machen könnte. Andererseits dachte ich, dass ich ja gar kein deutsch sprechen wollte, in den zwei Wochen… Das hab ich dann auch gar nicht so viel, denn sie war gar nicht so häufig in der Schule 😉 Nur am Freitag haben wir den Nachmittag zusammen verbracht und im Nachhinein bin ich froh, dass es nur der Freitag war 😉

Dazu später mehr. Erstmal Montag: Nach der Schule bin ich zum „seat eating tree“ gegangen. Den hab ich natürlich nur gefunden, weil ein Cache so hieß 🙂 Den Cache, der nicht dort, aber eben ganz in der Nähe war, hab ich nicht gefunden, aber das war nicht so schlimm. Ich hab den Nachmittag in der Sonne auf der eingewachsenen Bank verbracht und hab meine Zeit vertrödelt. Mir taten vom Vortag immer noch die Füße weh und ich glaube, ein richtiger Wanderurlaub wäre doch nichts für mich. Ich würde ja gern mal so einen Fernwanderweg laufen, aber da läuft man ja mehrere Tage hintereinander so um die 10 km. Ich glaube das schaffe ich gar nicht!
Der Baum war gar nicht so weit von der Schule und der Unterkunft weg, aber ich bin wieder mit brennenden Füßen nach Hause gekommen!

Am Dienstag bin ich Souvenirs shoppen gegangen. Wobei Souvenirs jetzt übertrieben ist. Ich hab nämlich nur dem Namenlose was mitgebracht 😉 Ich hab dieses mal auch nicht mal Postkarten verschickt… Der Namenlose steht auf Whiskey und er hat viele in seinem Regal. Aber alles nur schottische. Also dachte ich, ich bringe ihm einen irischen Whiskey mit. Das ist zwar nicht so leicht, einen Whiskey zu kaufen, wenn man selbst keinen mag, aber ich hab mich halt mehr oder weniger im Laden beraten lassen. Wahrscheinlich hat der sich gedacht, was für ne dumme und ignorante blöde Touristin ich doch bin… aber egal, der sieht mich nie wieder 😉 Und der soll sich mal auch nicht so anstellen, schließlich hab ich was gekauft!
Im Nachhinein dachte ich nämlich noch wie blöd das doch war… ich hätts am Flughafen im duty free shop kaufen sollen… dann hätte ich die Flasche nämlich ins Handgepäck nehmen können… Nun ja. Nun hatte ich die Flasche aber gekauft.
Auf dem Rückweg bin ich in einen Laden, in dem man traditionelle Strickpullis und so kaufen konnte. Hach, die waren alle so schön! Alle mit unterschiedlichen keltischen Zopfmustern… aber wie schon gesagt, die Wolle war ziemlich teuer… Und ich hab ja auch noch Wolle zu Hause.

Am Mittwoch war wieder Pub Night. Und ich weiß gar nicht mehr, was ich am Nachmittag noch gemacht hatte… Mist, wenn man nicht gleich alles aufschreibt!
Auf jeden Fall war ich im Lidl einkaufen und war überrascht und hocherfreut, dass ich dort richtiges Brot bekommen hab! Also richtiges Brot. Sonst gibts da überall nur Toastbrot oder Brot, das irgendwie wie Kuchen schmeckt und auch so krümelig wie Kuchen ist. Das konnte ich nicht mehr sehen und hab mir dann einen Laib Mehrkornbrot gekauft. Also, es war zwar trotzdem anders, als deutsches Brot, aber um Welten besser, als dieses ätzende Toastbrot… 😀
So, abends war jedenfalls Pub Night und wir waren in einem anderen Pub als die Woche davor. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Gedenkstätte für politsche Gefangene auf der ganzen Welt vorbei gekommen. The Universal Links of Human Rights. Die Flamme in der Skulptur brennt ständig zu Ehren der Menschenrechte.
Der Pub heute war keine so gute Wahl. Keine Musik, etwas unterkühlt… also sind wir wieder in den Pub von letzter Woche gegangen. Mit so vielen Leuten und kurz vor Showbeginn (da war nämlich täglich Live-Musik), war das etwas ungünstig, wir haben nämlich keinen Platz mehr bekommen. Aber egaaaaal, ich fand es jedenfalls nicht schlimm zu stehen.
Die Musik war wieder toll und der Abend wurde länger als geplant. Und es wurden auch mehr Cider als geplant 😉

So bin ich dann Donnerstag mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, aber ich hatte Aspirin in meiner Reiseapotheke 😉 Die gabs zum Frühstück. Danach Kaffee und eine Scheibe Brot, dann Schule.
Eigentlich wollte ich am Donnerstag nach der Schule nach Malahide zum Schloss und an den Strand fahren. Ich war nämlich in der ganzen Zeit jetzt noch nicht am Meer gewesen! Obwohl Dublin direkt am Meer liegt. Eine Schande! Aber irgendwie hab ich mich dann doch umentschieden. Um 4 erst nach Malahide loszufahren… Tja irgendwie war mir das zu spät.
Inzwischen hatte ich aber auch Marsh’s Library gefunden und ich hab mir überlegt, lieber dort hin zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung, auch wenn meine Beine mich unterwegs fast umgebracht haben!
Von der Schule zur Bibliothek, die direkt neben der St Paul’s Cathedral liegt, waren es 2,5km. Und die Bibliothek machte um 5 zu! Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht am Sonntag schon drin war, aber sonntags hat sie gar nicht auf.

Als ich um halb 5 dort ankam, waren nur zwei weitere Touristen dort und drei Angestellte. Eine hat mir einen Flyer in die Hand gedrückt, aber den musste ich dann gar nicht lesen, weil sie mir eigentlich alles über die Bibliothek erzählt hat. Marsh’s Library war 1707 die erste öffentliche Bibliothek in Irland und sie ist heute noch genau so, wie damals. Selbst die Bücher stehen alle am gleichen Platz, wo sie mal eingeordnet worden sind.
Man kann in den Büchern sogar lesen oder recherchieren, allerdings muss man dazu einen Termin machen und ankündigen, welche Bücher man braucht. Diese werden dann rausgesucht und zur Verfügung gestellt.
James Joyce hat in dieser Bibliothek studiert und auch Bram Stoker war einige Male dort. Als ich da war, war gerade eine Ausstellung der Bücher, die Bram Stoker sich damals ausgeliehen hat.
Man darf in der Bibliothek leider nicht fotografieren, nur im hinteren Bereich gibt es eine Abteilung, wo man Fotos machen darf. Die Regale sind hinter vergitterten Türen, mein Handy hat genau durch die Gitter durchgepasst 😉
Aber die Bibliothek hat einen Instagram-Account. Hier mal noch ein paar Impressionen:

Also wer auf alte Bücher steht, der sollte unbedingt in Marsh’s Library gehen und nicht in die Book of Kells Ausstellung. Die Bibliothek ist zwar bestimmt viel beeindruckender, aber dort schiebt man sich eben mit vielen vielen anderen Leuten durch.
In Marsh’s Library war ich quasi alleine, es war ganz leise, die Dielen haben geknarzt beim Laufen. Es hat nach alten Büchern gerochen, nach Papier, nach Druckerschwärze, nach Holz… Das hatte einfach Flair! Hat sich wirklich gelohnt dort hin zu gehen.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen und ich hab Schutz in einem Second Hand Laden gesucht und mir spontan eine Liebesschnulze von Cecelia Ahern auf Englisch gekauft 😉

Am Wochenende hatte ich übrigens neue Nachbarn bekommen. Ich hab mir ja mit drei Mitbewohnern die Küche geteilt. In der ersten Woche hatte ich ja den Schweizer ab und zu mal gesehen, die anderen beiden Damen waren aus Brasilien und haben nur portugiesisch miteinander gesprochen, auch wenn ich dabei war…
Jetzt hatte ich also neue Nachbarn und wie sich herausgestellt hatte, war eine davon eine von meinen neuen Instagram-Freundinnen. Sie war am Wochenende nämlich umgezogen in dieses Zimmer, weil ihr Mann nachgekommen war und im Zimmer nebenan gewohnt hat. Nicht, weil zu zweit wohnen verboten wäre, aber die Zimmer waren einfach viel zu klein, um zu zweit zu wohnen!
Die beiden sind am Freitag früh nach London geflogen und so haben wir am Donnerstag Abend zusammen gekocht und gegessen. Das war wirklich wirklich ein schöner Abend!

Nun war er also schon da, der letzte Schultag. Irgendwie waren es zwei lange und volle Wochen, aber trotzdem war der Freitag schneller da, als gedacht.
Im Unterricht haben wir eine kleine Exkursion gemacht. Zuerst waren im im Garden of Rememberance. Dieser gedenkt den Menschen, die im Kampf um Irlands Freiheit gestorben sind. Am Ende des kleinen Parks steht ein Brunnen mit einer Skulptur, die diesen Kampf darstellen soll. Und zwar ist die Skulptur angelehnt an die irische Mythologie der Kinder des Lir.
Lir war ein König und hatte drei Töchter. Als seine Frau starb, hat er neu geheiratet und die hat die Kinder aus Eifersucht in Schwäne verzaubert. Sie mussten 900 Jahre Schwäne bleiben, auf unterschiedlichen Gewässern in Irland, und konnten erst zurück verwandelt werden, wenn sie christliche Kirchenglocken läuten hörten. Am Ende wurden sie durch christliche Kirchenglocken eines Klosters in der Nähe des letzten Gewässers befreit und sie verwandelten sich zurück in nun 900 Jahre alte Frauen, die dann zufrieden sterben konnten.
Danach gingen wir noch in die Hugh Lane Kunstgalerie, die von Hugh Lane als erste öffentliche Kunstgalerie der Welt 1908 eröffnet wurde, die direkt gegenüber ist. Joa… Kunst halt 😉 Aber mit dem Zitat an der Wand konnte ich mich ganz gut identifizieren 😉
Freitags war ja nur Unterricht bis halb 2 und ich hatte mich mit der Österreicherin verabredet, am Nachmittag etwas zu unternehmen. Wir fuhren nach Malahide (na bloß gut war ich nicht Donnerstag schon da!), guckten uns das Schloss an und gingen dann dort zum Strand.
Tja, also dieser kleine Ausflug hat mich etwas genervt und ich habe tatsächlich enorme Vorzüge am allein reisen entdeckt 😉 bzw. auch mal wieder gemerkt, wie toll der Namenlose und ich zusammen passen. Die Österreicherin war etwas gehetzt, wollte überall schnell durch. Schnell zum Schloss, Foto machen, weiter. Schnell durch den Souvenir-Shop. Schnell zum Strand, Foto, weiter…
Ich hätte gern mehr Zeit am Schloss verbracht, wär gern noch ein bisschen durch den Park gelaufen, hätte vielleicht den ein oder anderen Cache gemacht. Hätte gern mehr Kleinigkeiten entdeckt… Da war zB. ein Schild „Fairy Trail“ und eigentlich hätte ich diesen Feenweg gern gesucht. Später in einem Vorgarten hab ich auch einen kleinen Feengarten gesehen, da waren Puppenmöbel aufgebaut und ein kleiner Springbrunnen, kleine Pflänzchen, sodass die Feen sich da also kurz ausruhen können 😉 Und der Feenweg war dann sicherlich auch sowas winziges im Beet. Na ja, aber Madame wollte schnell weiter, also hab ich nicht lange rumgesucht… Sie war schon etwas irritiert, als ich am Schloss noch über den Rasen zu zwei herbstlich roten Bäumen wollte… Und dass ich am Strand dann noch weiter laufen wollte und nicht bloß ein Foto schießen und weiter…
Also rein ausflugsmäßig haben wir so überhaupt nicht zusammen gepasst und deshalb war ich dann froh, dass wir uns nicht schon am Montag mega angefreundet hatten und ich nicht drum rum gekommen wäre, jeden Tag was mit ihr zu unternehmen.

Abends bin ich mit den Mädels vom letzten Freitag wieder unterwegs gewesen. Wir sind in einen Pub gegangen und haben was getrunken. Der Pub war super, es wurde Live-Musik gespielt (kein Irish Folk, aber trotzdem gut), ein paar Leute haben Billard gespielt und es war einfach mega voll, sodass es fast kuschelig an der Bar war. Aber so hatte ich Gelegenheit mich endlich mal so richtig mit Einheimischen zu unterhalten! Also so richtig richtig! Die anderen sind weiter gezogen in einen Club, da hatte ich sowieso keine Lust drauf, also bin ich geblieben, hab mich weiter super nett unterhalten (und unglaublich viele Komplimente für mein Englisch bekommen :D) und bin dann irgendwann zu einer humanen Zeit nach Hause gegangen. Ich wollte nicht zu lange bleiben und auch nicht eskalieren, weil ich für Samstag noch einen Ausflug geplant hatte und nicht zu spät los wollte.

Dublin & ich – 01.- 04.10.2019

Am Dienstag bin ich nach der Schule erstmal zum Social Afternoon gegangen. Die Schule hat jeden Tag einen Programmpunkt angeboten, damit man mit den Leuten in Kontakt kommt und sich nicht langweilt. Dienstag war also Social Afternoon mit Spielen. Ich hab gedacht, ich schau einfach mal, vielleicht lernt man ja ein paar nette Leute kennen, denn das hatte sich bisher nicht ergeben. Von allen, die am Montag angefangen hatten, war ich allein in einen Kurs eingeteilt worden, die anderen waren teilweise zu zweit oder zu dritt. Noch dazu waren von den etwa 10 Neuanfängern 6 Brasilianer, ein Spanier und ein Chilene, die sich gleich zusammengerottet haben. Und in meinem Kurs selbst waren zwei, die nachmittags arbeiten mussten, vier, die erst 17 waren und einer, der über 50 war. Also… Spielenachmittag…
Beim Spielenachmittag war das dann aber auch nur eine Gruppe Brasilianer, die sich alle schon kannten und ich hab mich irgendwie nicht so dazugehörig gefühlt und hab da nicht so reingefunden…

Nach einer Runde Uno bin ich dann also wieder gegangen und auf eigene Faust durch Dublin gelaufen. Mein erstes Ziel waren diverse Schuhläden, weil ich Angst hatte, dass ich mit 3 Paar Schuhen, davon ein paar Sneakers, nicht trocken durch die zwei Wochen komme. Wenn es noch mal so regnen würde, wie am Montag, hätte ich irgendwie gern Gummistiefel… Außerdem hatte ich mich für Samstag für einen Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wer konnte schon voraussehen, wie das Wetter werden würde? Und ich wollte echt nicht noch mal bis an die Knie nass werden…
Das mit dem Wetter war eh so ein Ding. Den Wetterbericht konnte man knicken. Zumindest die 3-Tages-Vorschau oder länger. Man konnte morgens gucken, was angesagt war, das hat zumindest für die nächsten 6 Stunden gestimmt 😉

Ich bin also rumgelaufen, hab ein bisschen die Gegend erkundet, und bin ohne Gummistiefel nach Hause gegangen, als mir der Magen geknurrt hat.

Am Mittwoch gings mir nicht so gut. Ich hatte Kopfschmerzen, ich war totmüde und mir war schlecht. Aber am Mittwoch war Pub-Night und ich wollte die Chance nicht verstreichen lassen, doch noch Anschluss zu finden. Also bin ich nach der Schule nach Hause, hab mich ausgeruht und hab mich dann um halb 7 zusammengerissen und bin trotzdem zur Pub Night gegangen, obwohl es mir echt nicht sooo super ging.
Aber es war eine gute Entscheidung. Der Abend war nämlich trotzdem lustig, im Pub gabs Live-Musik und am Ende des Abends hatte ich drei neue Instagram-Freunde 😉

Nachdem ich am Donnerstag nach der Schule wieder erfolglos auf Gummistiefelsuche war (ich hatte die Auswahl zwischen pinken Punkten, pinkem Glitzer oder pinken Rosen) und es mir immer noch nicht so hunderprozentig gut ging, bin ich abends um 8 trotzdem noch mal schnell zum Spar an die Ecke und hab eine Flasche Cider geholt, denn zwei von meinen neuen Instagram-Freunden wohnten in dem gleichen Wohnheim wie ich und wir hatten uns zur Küchenparty verabredet. Endlich Anschluss 😉 Und so in der Art hatte ich mir auch das Leben dort vorgestellt, dass man zusammen isst, Fernsehen schaut oder einfach quatscht.
Wir waren eine Italienerin, eine Französin und eine Brasilianerin und ich hab ihnen Mau-Mau beigebracht, weil wir nur ein normales Kartenspiel hatte und das das einzige war, das ich noch zusammengekriegt hab 😀

Am Freitag war ja schon früher Schulschluss, sodass ich also viel mehr Zeit hatte, um Dublin zu erkunden. Mir ging es auch endlich besser und das Wetter war schön, sodass ich also losgestiefelt bin.
Zuerst am Liffey entlang Richtung Hafen. Dort stehen überall neue Gebäude, die neue Bürostadt sozusagen. In Dublin haben sich in den letzten Jahren immer mehr Firmen angesiedelt und in diesen Bezirken wurden also viele neue Bürogebäude errichtet.
Über die Samuel Beckett Brücke ging es auf der anderen Seite des Ufers zurück. Vorbei am Famine Monument, einem Denkmal an die Große Hungersnot in Irland, bei der über eine Million Menschen gestorben sind. Das war schon beklemmend…
Dann hab ich wieder den Liffey überquert und bin in die Grafton Street gegangen. Das ist so diiiiie Einkaufsstraße in Dublin schlechthin. Überall waren Straßenmusiker, überall gabs Souvenirshops aber auch ganz normale Geschäfte. Ich hab tatsächlich noch mal nach Gummistiefeln Ausschau gehalten, aber inzwischen hatten mir schon so viele Leute versichert, dass diese Regenmenge von Montag total untypisch wäre… Vielleicht hält das Wetter ja auch.
Weiter gings zum Trinity College. Ich hatte kurz überlegt, in die Book of Kells Ausstellung zu gehen, allerdings wäre ich da eher wegen der Bibliothek reingegangen, nicht wegen der illustrierten Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert 😉 Zwei Seiten davon kann man da nämlich besichtigen, jeden Tag wird umgeblättert, man kann also jeden Tag zwei andere Seiten sehen… Ja, ehrlich gesagt hat mich das nicht soooo brennend interessiert, ich wollte eigentlich nur diese alte Bibliothek sehen, die einfach aussah, wie aus Harry Potter 😉 In den Google Bewertungen hatte ich aber gelesen, dass man da durchgeschleust wird und noch 1000 andere Leute mit da sind, sodass es eigentlich kein wirkliches Flair hat. Und dafür wollte ich dann keine 14 Euro ausgeben. Abgesehen davon war es schon 30 Minuten vor Schließung und es standen trotzdem noch sehr viele Leute an.
Inzwischen hatte ich eine Verabredung mit den neuen Instagram-Freunden aus dem Apartment ausgemacht, sodass ich dann auch einfach wieder zurück gegangen bin. Auf dem Rückweg habe ich noch einen Schmuckladen gefunden (ich hatte auf der Grafton Street schon gesucht, aber das hat mir alles nicht so gefallen) und ich hab mir Ohrringe mit dem Trinity-Zeichen gekauft. Ich muss gestehen, die religiöse Bedeutung (Vater, Sohn, heiliger Geist) war mir gar nicht sooo bewusst, aber es gibt ja auch noch die keltische/spirituelle Bedeutung Körper, Geist und Seele oder Luft, Wasser und Erde und durch die Unendlichkeit dieses Knotens der Glaube in ein Leben nach dem Tod. Aber wie auch immer, ich finde diese keltischen Muster und Knoten einfach schön.

Abends waren wir dann in „The Church“ essen und das Ding heißt nicht umsonst The Church, es ist tatsächlich eine Kirche, die zu einem Restaurant umgebaut wurde. In Edinburgh gabs sowas ja auch. Ist scheinbar recht üblich da. Gibts sowas auch bei uns? Ich glaube nicht, oder?

Welcome to Dublin – 29./30.09.2019

Nachdem ich nach meiner letzten Prüfung gesoffen und am nächsten Tag einfach gar nichts gemacht hatte, war ich ein paar Tage bei meiner Schwester und bin anschließend von dort aus nach Dublin geflogen.
Ganz entgegen meiner Überlegungen bin ich also doch wieder alleine in den Urlaub gefahren. Wobei es kein so richtiger Urlaub war mit entspannen und so, sondern ich habe Bildungsurlaub gemacht.

Für alle, die das nicht kennen: Bildungsurlaub sind zusätzliche freie Tage, die der Arbeitgeber dem Angestellten für Bildungszwecke gewähren muss. Die gesetzliche Grundlage dazu regeln die Länder eigenständig. Außer Sachsen und Bayern haben alle Bundesländer Bildungsurlaubsgesetze. Die können jedoch unterschiedlich ausgestaltet sein.
Pro Jahr stehen einem Angestellten also 5 Tage Bildungsurlaub zu, und man kann maximal zwei Jahre zusammenfassen – also 10 Tage. Der Lehrgang muss der politischen, geschichtlichen, sozialen oder persönlichen beruflichen Bildung dienen und er muss vom Sozialministerium als Bildungsurlaub anerkannt ist. Dann muss der Arbeitgeber die Maßnahme genehmigen, außer es sprechen dringende betriebliche Maßnahmen dagegen.

Ok, also da der Löwenanteil meines Urlaubs dieses Jahr zum Lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf ging, hab ich mir also überlegt, Bildungsurlaub zu machen, um hinterher wenigstens ein bisschen sowas wie Urlaub zu machen. Deshalb sollte es eine Sprachreise ins Ausland sein und kein Lehrgang über die Aufarbeitung der NS-Zeit an der hiesigen VHS. Für Englisch hab ich mich dann entschieden, weil ich das schon kann, und ich gedacht hab, dass das entspannter wäre und somit der Urlaubscharakter mehr überwiegen würde. Und für Dublin hab ich mich entschieden, weil ich noch nie dort war und eh schon immer mal nach Irland wollte.
Als ich dann im Flieger saß, war ich mir da kurz nicht mehr so sicher. Ich bin mit Aer Lingus, einer irischen Fluglinie geflogen und somit waren die Durchsagen nur auf englisch. Und ich habe nichts von dem verstanden, was der Stewart durchgesagt hat. Gar nichts! 🤦🏼‍♀️

Ich bin also am Sonntagmittag in Dublin gelandet und habe leider nichts sehen können, weil ich (mal wieder 🙄) einen Gangplatz im Flieger hatte… Das war so schade, weil nämlich richtig schönes Wetter war und man also richtig schön was hätte sehen können.
Dann bin ich mit dem Airlink-Bus ins Zentrum gefahren und zu meiner Unterkunft gelaufen. Die Unterkunft war ein Wohnheim der Sprachschule und beides lag ziemlich zentral in Dublin. Überhaupt hatte ich das Gefühl, in Dublin ist alles zentral. Ich bin fast nur zu Fuß unterwegs gewesen, weil die Entfernungen alle nicht so groß waren. Ich bin gelaufen, gelaufen, gelaufen, gelaufen! So viel, wie im ganzen Jahr noch nicht, würde ich behaupten 😉

Mein Zimmer war ein kleiner, gefühlt 4 Quadrameter großer Hamsterkäfig, aber das war schon ok. Ich wollte ja da nur pennen. Immerhin war es sehr sauber. Die „fully equipped kitchen“ und gleichzeitig Aufenthaltsraum hab ich mir mit den anderen drei Bewohnern auf dem Flur geteilt. Aber die Küche war jetzt nicht so der Knaller… unter fully equipped stell ich mir dann doch was anderes vor. Es gab drei Töpfe, von denen nur einer einen Deckel hatte, es gab auch nur ein großes Messer um mal was zu schneiden. Aber ok, ich blieb ja nur zwei Wochen, da kocht man nicht groß. Ich zumindest nicht 😉 Und auch sonst war die Küche ein kleines bisschen ranzig. Der Spüllappen lag nass und zusammengeknautscht da rum und hat vor sich hin gestunken. Und Teller und Besteck habe ich vor dem Benutzen lieber noch mal gespült 😉

Ich bin dann also erstmal zum Lidl gelaufen und konnte da schon mal den ersten Blick auf den Spire of Dublin werfen. Dublin hielt super schönes Wetter für mich bereit!

20190929_151534-01.jpeg

Dann hab ich ein paar Sachen eingekauft. Müsli, Joghurt, Nudeln usw. Immerhin musste ich mich selbst versorgen. Anschließend bin ich schon mal zur Sprachschule gelaufen, damit ich Montag früh dann bescheid wusste, wo ich lang muss. 😉
Zurück im Apartment hab ich einen der anderen Bewohner getroffen. Einen Schweizer, der aber nur Französisch konnte. Er hat nicht wirklich viel mit mir gesprochen, hat mir aber zumindest gezeigt, wie der Herd funktioniert. Immerhin. Ob in den anderen beiden Zimmern jemand wohnt, das wusste er gar nicht. Folglich war meine Frage, ob sie denn was zusammen machen, zB. kochen oder in den Pub gehen, überflüssig.
Er ist dann wieder in sein Zimmer verschwunden, ich hab mir irgendwas zu essen gemacht und bin an dem Tag doch verhältnismäßig früh ins Bett gegangen, denn der Tag war doch ziemlich anstrengend und aufregend und ich war einfach platt. Ein bisschen vereinsamt kam ich mir vor und ich hatte einen kurzen Heimwehanfall, aber verglichen mit meinem Heimweh, das ich auf Teneriffa hatte, war das gar nix!

Da sich ja in Dublin das Thema Bildung ein bisschen versucht hat in den Vordergrund zu drängen, hatte ich an den einzelnen Tagen gar nicht sooo viel Zeit, um viel zu machen. Ich hatte jeden Tag 5 Stunden Unterricht und ich habe natürlich auch jeden Tag eine Stunde Selbststudium gemacht 😉 In Hessen muss man nämlich für Bildungsurlaub 30 Zeitstunden pro Woche für die Bildungsmaßnahme nachweisen.

Die Schule ging morgens immer erst um 9 los, was einerseits toll war, weil ich eigentlich jeden Tag ein bisschen ausschlafen konnte und in Ruhe gefrühstückt hab, bevor es los ging. Allerdings war die Schule auch immer erst um 15:45 Uhr zu Ende, außer freitags, da schon um 13:30 Uhr. Somit blieben mir also für die Erkundungen immer nur ein paar Stunden am Tag, die ich aber so gut es ging genutzt habe.

Kurz zum Unterricht: Man wurde zu Beginn auf Grund eines Sprachtests in ein Unterrichtslevel eingeteilt und ich hatte den Eindruck, dass die anderen Schüler sich ein bisschen darüber definieren. Wenn man small talk in der Kantine hatte, war die zweite Frage (nach „Woher bist du?“) welches Level man hat. Und dann waren sie entweder beeindruckt oder haben es abgetan, dass Englisch für uns Deutsche ja so einfach zu lernen wäre… Ich weiß nicht, ob es für mich wirklich leichter war/ist, als für einen Brasilianer. Aber tatsächlich fiel und fällt mir Englisch leicht.
An der Schule, bzw. überhaupt in Dublin, waren unglaublich viele Brasilianer! Das hängt scheinbar mit dem Visum zusammen. In Irland können die nämlich auch arbeiten, daher sind so viele dort und nicht in den USA zum Englisch lernen.
Der Unterricht war immer ganz nett, ich hab sehr viel gesprochen, weil wir ständig Partnerübungen machen mussten und wir waren auch eine sehr kleine Gruppe. Vormittags in der ersten Woche waren wir 7, in der zweiten Woche dann nur noch 4 Leute. Nachmittags waren wir in der ersten Woche 5 und in der zweiten Woche 6 Leute.

So, jetzt aber zum eigentlichen Urlaub 🙂
Am Montag war nach der Schule Orientation-Tour. Eine kleine Stadtführung durch das Zentrum, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Leider hat es den ganzen Montag gegossen wie aus Eimern!
Erste Station war der Spire of Dublin. Den hatte ich ja nun am Vortag schon gesehen. Aber jetzt stand ich unmittelbar davor und konnte die tatsächliche Größe bewundern 😀 Er trägt auch den Spitznamen „Stiffy by the Liffey“. Liffey ist nämlich der Fluss durch Dublin und Stiffy… na ihr könnts euch denken 😉
Als unser Guide den Spitznamen erwähnt hat, fiel mir direkt ein, dass ich einen Geocache mit genau diesem Namen in gesehen hatte. Jetzt wusste ich also, was das bedeuten sollte und so konnte ich gleich unseren ersten Cache in Irland loggen 🙂
Tja, also der Stif… Der Spire, der auch „Stiletto in the ghetto“ genannt wird, ist einfach eine 120m hohe Edelstahlnadel, die einfach nur unglaublich viel Geld gekostet hat und einfach ein bisschen sinnlos ist 🤷🏼‍♀️ Eigentlich sollte sie zum Millennium fertig sein, hat sich aber um 3 Jahre verzögert. Hat unglaublich viel Geld verschlungen und hat genau null Funktion 😉 Zur Orientierung ist es vielleicht nicht verkehrt, allerdings sieht das Ding ja von allen Seiten gleich aus. Man kann also immer drauf zu laufen, aber wenn man sich nicht auskennt dann hilft „Wenn ich den Stiffy von hier sehe, dann die nächste Straße links“ nicht so viel 😉
Neben dem Stiffy steht eine Bronzestatue von James Joyce, dem Autor einiger wichtiger irischer Werke, unter anderem Ulysses. Merkt euch das, das wird am Sonntag relevant 😉
Nach dem Stiffy haben wir am General Post Office gestanden (immer noch im strömenden Regen) und haben ne kurze Geschichtsstunde zur Unabhängigkeit Irlands gehört. Aber ehrlich gesagt hab ich das alles wieder vergessen. Fakt ist, Irland ist erst seit etwa 100 Jahren unabhängig von England bzw. Großbritannien.
Vorbei am Trinity College und der Bank of Ireland, ging es weiter zu Molly Malone, die auch als „The Tart with the Cart“ oder als „Dish with the Fish“ bezeichnet wird (die Iren haben offenbar eine Vorliebe für Reime ;)). Molly war eine Fischhändlerin, aber ob es sie wirklich gab, ist nicht richtig nachgewiesen. Zumindest gibt es ein Volkslied, in dem sie besungen wird, und dass sie Muscheln verkauft hat, und das ist die inoffizielle Hymne von Irland. Als wir an der Statue gestanden haben, wurde uns der Refrain natürlich gleich beigebracht. Jaja, der Touristenkram eben 😉
Die ganze Tour, die vielleicht eine Stunde gedauert hat, fand wie gesagt im strömenden Regen statt. Nicht alle hatten einen Schirm dabei… (Halloooo? Wir sind in Irland!) Na ja, aber trotz Schirm war ich nass. Meine Schuhe waren durchnässt, meine Socken auch, meine Jeans waren fast bis an die Knie nass… Aber jetzt kam das eigentliche Highlight der Orientation-Tour: Ein Pub-Besuch. Die anderen hatten keinen Bock mehr, also bin ich mit dem Guide alleine in den Pub gegangen. Das ist offenbar der Stamm-Pub für die Sprachschule, denn die Neuen am nächsten Montag waren auch da und überhaupt ist das so ein (Touristen-)Show-Pub, denn die veranstalten da immer Tanz-Abende wo die Touristen dann ein paar Tanzsschritte lernen und auch auf der Bodhrán spielen können. Vermutlich trifft man dort sonst keinen Einheimischen 😉
Im Pub jedenfalls hab ich mir mein eigenes Guinness gezapft (jaja, nur ein Half Pint, aber ich hatte auch noch nix gegessen!) und hatte dann sogar auch die Gelegenheit auf der Bodhrán (eine irische Trommel) zu spielen und bin dann halbwegs getrocknet nach Hause gelaufen.
Inzwischen hatte es auch fast aufgehört zu regnen und dann konnte ich wenigstens noch mal von einigen Stationen Fotos machen.
Da hätten wir die Wall of Fame, das sind alles irische Musiker, dann bin an dem Pub schlechthin vorbei gelaufen: The Temple Bar in Temple Bar. Eine Schande, dass ich gar nicht drin war aber ich fahr ja mit dem Namenlosen noch mal hin 🙂

Ein ereignisreicher erster Tag. Zurück im Apartment hab ich erstmal alle Klamotten aufgehängt und gehofft, dass in dem winzigen Zimmer alles gut trocknet.

Militärzone – 14.04.2019

Carpe diem! Ja, das machen wir, und so war es erst kurz nach 8, als ich schon lesend auf dem Balkon gesessen hab, dick eingemummelt, weil es recht frisch war, und gewartet hab, dass der Namenlose wach wird.

Wir sind heute wieder Richtung Santa Ponça gefahren. Von El Toro kommt man zu einer ehemaligen Militärzone auf diesem Landzipfel, die als Naherholungsgebiet genutzt wird und dort sind noch Bunkeranlagen vorhanden. Dort liegt gleich eine ganze Cache-Serie und zwei davon wollten wir uns anschauen.
Ausgerüstet mit Wanderschuhen und Trekking-Hosen, Taschenlampen, Wasser, Sonnencreme und ein paar Keksen, sind wir losgelaufen. Auf dem Schotterweg waren wir ganz froh, dass wir so festes Schuhwerk hatten.
Zuerst suchten wir den Zugang zu der Bunkeranlage. Ich hatte ein paar wenige Fotos vorher gesehen und war mir nicht sicher, ob ich da runterklettern möchte. Nicht die Dunkelheit hat mich nervös gemacht, sondern die Angst, dass da Spinnen sein könnten 😉
Als wir oben am Schacht standen, hörten wir unten schon Leute da drin. Das Runterklettern erwies sich mit den Wanderschuhen als eher schwierig, denn man hatte durch die dicke Sohle nicht so viel Gefühl. Aber es ging schon. Ich war zwar am zittern, weil mir plötzlich eine nicht gekannte Höhenangst bewusst wurde, aber ich kam heile unten an. Ich hoffte nur, dass wir da nicht wieder hoch mussten 😉 Der Zugangsschacht war doch relativ schmal, und zur Höhenangst kam auch eine leichte Beklemmung deswegen, aber unten im Tunnel wars dann ziemlich geräumig. Der Tunnel war recht hoch und breit. Und ein Luftzug wehte auch, also alles gut 🙂

Der Cache-Beschreibung folgend kletterten wir dann allerdings durch eine Gittertür in einen schmalen Stollengang. Da war dann doch gleich wieder ein leichtes Beklemmungsgefühl da. Aber wir fanden den Cache und gingen zurück. Dann stromerten wir durch die gesamte Tunnelanlage. Früher wurden da offenbar Granaten gelagert. Es gab Aufzugsvorrichtungen, an denen man die wieder zur Oberfläche befördern konnte. In anderen Räumen standen früher wohl mal Generatoren oder so. Es roch teilweise nach Öl. Ansonsten war da unten außer Grafitti nichts zur finden.
Nachdem wir alle Gänge abgelaufen waren, fanden wir einen bequemen Ausgang mit Treppe.
Wir zogen weiter auf dem Gelände und schauten uns noch einige Ruinen an, die da rumstanden. Alles Gebäude aus der Zeit des Militärs. Wir suchten den zweiten Cache, fanden auch den Zugang, der uns auch wieder in den Tunnel führte, aber den zweiten Cache haben wir nicht gefunden. Also sind wir wieder raus. Inzwischen hatten wir nämlich auch Hunger bekommen.

Wir fuhren nach Santa Ponça und suchten etwas zu Essen, aber dort standen nur Villen. Scheint auch eine eher noble Gegend zu sein. Sogar die Villa Colani haben wir zufällig entdeckt. (Goodbye Deutschland-Gucker kennen den Fürst von Sayn-Wittgenstein 😉)
Wir fuhren weiter, Richtung Strand und fanden auf der Suche nach einem Parkplatz auch ein Restaurant nach unserem Geschmack. Und wir wurden wieder nicht enttäuscht. Es war sehr lecker und günstig. Keine Touristenpreise, wie direkt an der Strandpromenade.

Dort haben wir aber trotzdem einen Kaffee getrunken bevor wir weiter gefahren sind nach Peguera, wo wir einen kurzen Blick auf Krümels Stadl und das Schwarzwald-Café geworfen haben 😄 kurz den medialen Voyeurismus befriedigen 😉

An diesem Abend waren wir mal nicht im Bierkönig, sondern sind in die andere Richtung gegangen, denn da gab’s ein Pub. Da haben wir einen Abend der Schottland-Tradition mit Bier und Cider gefröhnt 😊

Entspannung – 15.07.2018

Mein Plan für Sonntag sah genau so viel vor:
Richtig. Nichts. Außer der Massage. Ich hab also auch wirklich nichts weiter gemacht, als auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. Ich hatte auch keine Lust an den Pool zu gehen. Es war sowieso kein Platz mehr im Schatten frei. Mittags bin ich noch mal ans Meer und hab noch mal bei schönem Wetter Fotos gemacht. Der Wind war nicht so viel besser geworden, perfekt für die Surfschule, die in der Nähe war. Außerdem ist mir aufgefallen, wie kurz die Schatten über die Mittagszeit sind 🙂
Zurück auf dem Balkon hab ich Besuch von Taubi bekommen. Hab mich voll erschrocken, als die da auf einmal auf dem Geländer lang lief und auf jedem Balkon geschaut hat, ob sie was zu fressen findet 😀
Als die Sonne rum kam, bin ich wieder rein und habe meinen Koffer schon mal gepackt. Das hatte ich echt noch nie! Niemals vorher war es so, dass ich wieder nach Hause wollte! Aber an diesem Sonntag war ich irgendwie doch froh, dass ich es fast geschafft hatte.
Am späten Nachmittag hab ich mich dann noch im Spa verwöhnen lassen. Das war echt richtig schön! Peeling und Massage… ich krieg jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke 😉
Abends war ich wieder im Pub. Wieder alleine. Wieder ohne bestellen zu müssen. Die Musik war wieder toll, ich hab nach dem großen noch einen kleinen Cider bestellt, den der Keller mir nicht abkassiert hat 😉

 

Boot auf dem Trockenen – 14.07.2018

Da war er nun dahin, der Plan, den ich mir gemacht hatte… Ursprünglich war der Plan, freitags auf den Teide zu fahren und samstags dann nach La Orotava. Nun war ich Freitag schon in La Orotava und wollte da heute nicht noch mal hingurken. Irgendwie war der ganze Samstag total vergammelt. Obwohl ich am Vortag festgestellt hatte, dass Autofahren üüüüberhaupt nicht schlimm ist, konnte ich mich nicht aufraffen, am Samstag noch mal loszufahren. Ich saß nach dem Frühstück auf dem Balkon, hab gelesen, Postkarten geschrieben und festgestellt, dass die Kalima so viel besser geworden ist, dass man sogar La Gomera sehen konnte!. Aber die ganze Zeit hab ich gedacht, dass ich meine Zeit besser nutzen müsste… Zu Fahren bereitete mir trotzdem ein Flattern im Magen. Was ist, wenn ich dann keinen Parkplatz finde… Wirklich dämlich.

Um 15 Uhr, als die Sonne voll auf meinen Balkon geknallt hat und ich nicht mehr draußen sitzen konnte, hab ich mich einfach zusammen gerissen, mich mit Juan im Partnerlook angezogen und bin noch mal losgefahren. Und als ich dann am Fahren war, war es auch wieder überhaupt nicht schlimm. Völlig selbstverständlich irgendwie. Ich bin noch mal nach Costa Adeje gefahren, da war ein Boot an der Straße. Daneben eine ganz winzige, alte Kirche. Den Cache, der da in der Nähe war (natürlich, sonst hätte ich das Boot wohl nie gefunden ;)), hab ich allerdings nicht gefunden.

Zufrieden mit mir, dass ich doch noch mal aus meiner Komfortzone rausgekommen bin, bin ich wieder zurück gefahren.
Auf dem Rückweg hab bin ich noch zu einer Tankstelle gefahren. Ich hatte Juan 3/4-voll bekommen und sollte ihn auch 3/4-voll zurück geben. Um mir also den Stress mit dem Tanken am Montag auf dem Weg zum Flughafen zu ersparen, wollte ich das gleich erledigen. Sehr clever von mir, fand ich 😉 Nicht so clever war allerdings, dass ich mir nicht hatte zeigen lassen, wo der Tankdeckel auf geht. Ich stand also vor der Zapfsäule (bloß gut auf der richtigen Seite!! :D) und hab auf der Fahrerseite nach einem Knopf gesucht, um den zu öffnen… hab keinen gefunden. Dann dachte ich, vielleicht geht der Deckel ja so auf und muss dann mit dem Schlüssel aufgeschlossen werden.
So war es auch. Die Klappe ging auf, nur war da kein Schlüssel, sondern direkt die Öffnung zum tanken, die allerdings irgendwie versperrt aussah. Also ich hab geguckt, wie ein Schwein ins Uhrwerk und hab auch nur gedacht, wie blöd, dass ich mir das nicht erklären lassen hab! Dabei hatten wir noch übers tanken gesprochen, weil ich noch 2x nachgefragt hatte, was ich tanken muss und wie das auf Spanisch heißt…
Ich hab dann einfach mal den Tankrüssel genommen und reingesteckt, diese Verschlussklappe ging dann auch zur Seite (ich hatte mit dem Finger gedrück, da hat die sich keinen Millimeter bewegt), aber tanken ging dann nicht. Hab gedrückt, aber da kam nix… Ich kam mir wirklich langsam vor, wie der erste Mensch. Wenigstens war niemand hinter mir, der sieht, wie blöd ich mich anstelle! 😉 Heute denke ich mir, wenn einer hinter mir gewesen wäre, hätte der mir helfen können. Auf einmal piepte dieser Tankrüssel 3x, dann fing die Zapfsäule an zu rauschen, als wär sie aktiviert worden und dann ging das auch mit dem Tanken.
Ganz seltsame Technik haben die da in Spanien! 😀

Zufrieden, dass ich auch dieser Hürde gemeister hatte, bin ich zum Hotel gefahren und hab einen noch viel besseren Parkplatz gefunden. Puh! Ich hatte irgendwie einen Lauf 😉 Das Essen abends war auch wieder sehr lecker, der Sonnenuntergang war richtig schön, nur fürs Pub hatte sich niemand gemeldet. Da bin ich halt alleine gegangen und kaum saß ich an der Bar, hatte ich meinen Cider vor mir. Der Kellner vom Vortag war da und wusste, was ich trinke 😉

Nuckelpinne – 13.07.2018

Der Tag der Tage! Autofahren im Ausland. Warum mich das vor so eine Herausforderung gestellt hat… ich weiß es nicht. Ich hab es mir halt einfach nicht zugetraut.
Ich bin zu der Tiefgarage gebracht worden, wo die Vermietung die Autos stehen hatte und bin da noch mal eingewiesen worden. Ich war sowas von aufgeregt, dass ich sehr froh war, dass die Mitarbeiterin eine Deutsche war! Ich kann gut Englisch, aber ich glaube ich hätte die Hälfte nicht verstanden.
Ich bin also mit dem Fiat Panda (ich hab ihn liebevoll Juan genannt) aus der Tiefgarage rausgefahren und wollte zum Pico del Teide und stand dann irgendwie mitten in Los Cristianos an einem vollen, zweispurigen Kreisel. Aber statt dass dieser Moment Panik in mir ausgelöst hätte, bin ich da einfach rein und rausgefahren, als hätte ich nie was anderes gemacht. Ich mein… es ist ja auch nicht anders als hier. Die Verkehrsregeln sind die gleichen, die Schilder sind ziemlich die gleichen… Es war einfach nur eine fremde, neue Situation, die mir (wie üblich) Angst gemacht hat.

Am Vortag hatte ich eine E-Mail bekommen, dass meine Seilbahnfahrt auf den Teide storniert wurde, weil die Wetterbedingungen zu schlecht waren. Es war zu windig, da fährt die Seilbahn nicht. Ich bin trotzdem hingefahren, weil ich dachte, vielleicht entscheiden sie sich spontan anders…
Der Teide war ausgeschildert und es gibt ja im Grunde auch nur fünf Straßen auf Teneriffa 😉 deshalb bin ich ohne Navi gefahren, weil ich mir meinen Akku für eine Rücknavigation aufsparen wollte. Ich hatte nämlich kein Kfz-Kabel dabei und Fotos wollte ich ja auch noch machen… Das war auch wirklich kein Problem, denn als ich erstmal auf der Straße zum Vulkan war, gabs keine Möglichkeit mehr sich zu verfahren.

Natürlich war die Seilbahn trotzdem geschlossen. Das war echt schade. Laut Vorhersage auf der Homepage sollte am Sonntag wieder geöffnet sein, aber alle Zeitslots, für die man Karten vorab kaufen konnten, waren bis 16 Uhr ausgebucht… Das ging natürlich nicht, weil ich am Sonntag um 16 Uhr meine Massage hatte.
Sehr schade. Also bin ich da „nur“ im Nationalpark ein bisschen rumspaziert, hab einen Cache gefunden und bin dann weiter Richtung Norden. Ich wollte nach La Orotava, weil das wohl ein hübsches Städtchen wär und da gabs auch einen Sightseeing-Cache.
Ich war inzwischen auf der Nordseite des Berges/der Insel angekommen. Dort hingen die Wolken fest und plötzlich war durch die Feuchtigkeit dort auch alles grün bewachsen. Ich musste durch die Wolkendecke fahren und kam mir kurz vor wie in Schottland, als wir durch die Wolke über den Gebirgspass gefahren sind 😉

Auch nach La Orotava konnte man sich nicht verfahren, denn vom Teide aus führte genau eine Straße dorthin. Im Ort wollte ich dann irgendwo parken, ich bin da also durch die Straßen gefahren, war dann mitten in der Altstadt mit ihren schmalen Gässchen und wirklich hübschen Häusern, aber es gab nirgends einen Parkplatz und die Straßen waren teilweise so schmal, dass genau ein Auto durchgepasst hat. Also auch nix mit anhalten und googlen, wo man parken kann, weil dann niemand hinter mir mehr durch kommt. Irgendwann war ich am Ortsausgang und dachte, ich fahr einfach zum nächsten Kreisel und dreh da um und guck noch mal. Aber wie es dann so ist: es kam kein Kreisel. Erst ewig später, da waren auch freie Parkplätze, also hab ich mich kurz da hingestellt um zu gucken, wo ich überhaupt bin und wie weit es jetzt zu dem Cache ist. Ich hätte ja vielleicht laufen können.
Inzwischen war es 14 Uhr, bis zum Cache waren es zwei, drei Kilometer und ich hatte irgendwie keinen Bock mehr. Ich war in San Antonio, was scheinbar ein Ortsteil von La Orotava ist, aber etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt. Ich bin da etwas rumgelaufen, hab direkt um die Ecke von dem Parkplatz eine Tapas Bar gefunden und erstmal was gegessen. Die Kellner konnten so gut wie kein Englisch, ich ja kein Spanisch, aber irgendwie haben wir es trotzdem hingekriegt, dass ich Essen auf dem Tisch hatte 😉 Und die rote Mojo-Soße war unfassbar lecker!

Als ich dann um 3 fertig war mit essen, hatte ich die Wahl, noch mal nach Orotava oder nach Hause? Laut Google Maps brauchte ich noch 1,5h zurück zum Hotel. Auf der Nordseite der Insel war es zwar kühler aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Ich war klitschenass, kaputt und hatte eigentlich keine Lust mehr, also bin ich zurück gefahren. Den weiteren, aber sicher komfortableren Weg um die Nordspitze rum und über die einzige Autobahn zurück an die Südecke von Teneriffa. Da hab ich dann doch das Navi angemacht und hab tatsächlich 1,5h gebraucht. Die Autobahn war sogar teilweise 4-spurig, da hab ich mich doch gleich gefühlt wie zu Hause 😀 Mit einem Parkplatz hatte ich dann auch Glück (das war nämlich meine andere Sorge!)

Der Tag war der einzige, an dem es abends mal nicht geschmeckt hat, und das wo das der kanarische Abend war! 😉 Abends hab ich mich noch mal mit dem Paar vorm Vorabend im Pub getroffen, aber dieses mal gings nicht so lange.

Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag nichts sinnvolles gemacht habe. Ich bin eigentlich ziemlich sinnlos einmal quer über die Insel gefahren, hab so zwar viel gesehen, aber ich hatte halt nichts von dem gemacht, was eigentlich der Plan war… trotzdem war das ein ziemlich guter Tag, weil ich mal ganz deutlich festgestellt hab, dass ich mir nicht immer so einen Kopf machen muss. Dass ich mir ruhig viel mehr zutrauen kann. Irgendwie, dass ich doch alles schaffen kann, was ich will.

 

Laufen laufen laufen – 12.07.2018

Am Donnerstag war die andere Richtung von der Strandpromenade dran. Auch da war ein Multi-Cache, der mich mehrere Stationen führen sollte. Als ich los wollte, hab ich mir spontan überlegt, das Rad für den Tag stehen zu lassen. Das war mir ein wenig nervig am Vortag, es die ganze Zeit zu schieben. Und grad bei einem Multi-Cache, wo man sich an jeder Station Notizen machen muss… nee… da lauf ich lieber. Eigentlich lauf ich sowieso lieber, als dass ich das Rad nehme.
Ich bin also losgelaufen und hab mich schon nach ein paar Metern gefreut, zu Fuß zu sein, weil man einfach auch viel besser aufs Meer gucken konnte. Ganz dicht am Hotel war ein Kieselstrand und ich fands einfach total beruhigend, wie die Wellen gerauscht haben. Und ich war auch ein bisschen fasziniert davon, wie sehr das Meer doch den Untergrund bewegt 😉 Ich hab auch noch an anderen Stellen Videos gemacht, weil ich so das Gefühl hatte, dem Namenlosen besser zeigen zu können, was ich sehe. Also eigentlich ist es total unspektakulär, aber ich hätte da echt sitzen bleiben und zuhören können 😉

Ich bin dann zur ersten Station von meinem Cache gekommen und gescheitert, weil ich die benötigte Information da nicht gefunden habe. Na gut, dann mach ich den nicht. Egal.
Ich bin trotzdem weiter gelaufen und es war ganz schön windig und das Meer hat ganz schön gegen das Ufer gepeitscht.
In Puerto Colon, wo die Katamarantour losging, bin ich auch auf der Mole bis zum Leuchtturm gelaufen. Der war genauso unspektakulär, wie der in Los Cristianos, nur war der grün 😉 Irgendwo da war auch ein Cache, allerdings konnte ich den alleine nicht bergen, weil er scheinbar in 2m Höhe in einem Rohr gesteckt hat. Es kam auch niemand, der nach Cacher aussah, den ich hätte fragen können 😉

Weiter gings, immer schön in der Sonne… aber ich hatte mich ja ordentlich mit meiner 50+ Sonnencreme eingeschmiert 😉 Ziel des Tages war ein Aussichtspunkt in Costa Adeje, wo das Meer wie eine Fontäne durch ein Loch im Felsvorsprung spritzt. Bloß gut, dass es heute so windig war! 🙂 Das war echt schön da. Ich hab da bestimmt ne halbe Stunde gestanden und zugeguckt, wie das Wasser da immer wieder hochschießt.
Aber auch da hab ich mich ein wenig verloren gefühlt. Ich hab mich gefreut wie ein Keks, wenn das Wasser da raus geschossen kam, und ich hätte so gern jemanden (am liebsten den Namenlosen) neben mir gehabt, den ich ständig hätte anstoßen können und dem ich immer hätte sagen können „Uuuiii guck mal guck mal!!“
Dank Internet konnte ich dem Namenlosen zwar direkt eine Whatsapp schicken, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Und außerdem musste er ja auch arbeiten und ich wollte ihn nicht ständig stören.

Langsam bekam ich Hunger, mein Tagesziel hatte ich erreicht, also ging ich wieder zurück und wollte mir etwas zu essen suchen. An der Strandpromenade lag natürlich ein Restaurant am anderen, aber sowas wollte ich nicht. Ich bin vom Strand weggelaufen, ortseinwärts, weil ich dachte, hier muss es irgendwo sowas geben, wie in Lanzarote. Das war nämlich wie in Playa Blanca, wo wir dann in einer Bar an einem Taxistand hervorragend gegessen haben. Nur befindet sich Costa Adeje genau im touristischen Zentrum von Teneriffa. Da war ein Hotel am anderen. Ein Souvenirshop nebem dem nächsten. Ich lief und lief, immer bergauf und fand nichts zu essen. Nur Tücher, Magneten, Hotels.
Dann kam ich an eine größere Straße, vorbei an einem Einkaufszentrum und dann sah ich plötzlich Sonnenschirme, billige Plastikstühle und -tische, ein Kabuff ohne Fenster, mit Theke und da saßen ganz viele Leute. Normale Leute. Bauarbeiter, Security-Uniformierte, Spanier. Genau sowas hab ich gesucht! Ich hab erstmal gar keinen freien Tisch gesehen und bin etwas schüchtern da auf die Terasse. Ich hätt lieber am Rand gesessen, aber es war nur ein Tisch mittendrin in dem Trubel frei.
Etwas schüchtern hab ich dann ein Wasser bestellt und nach Tapas gefragt, weil auf der Karte auch nur Burger und sowas standen, aber auch ein Hinweis auf Tapas. Da haben sie vermutlich jeden Tag ein paar andere. Die waren in der Theke, ich bin also gucken gegangen und hab mir Hackfleischbällchen und ein Stück Kartoffelomelett bestellt. Und weil ich von den vorherigen Urlauben wusste, dass kleine Portionen vollkommen ausreichend sind, hab ich mir also auch nur kleine Portionen bestellt. Trotzdem war das Stück Kartoffelomelette echt viel und die Bedienung meinte eigentlich, dass eine kleine Portion Hackfleischbällchen nur 4 Stück wären und das hätte auch völlig ausgereicht. Aber vielleicht sah ich halb verhungert aus 😉

Es hat wirklich gut geschmeckt, ich war pappensatt hinterher und hätte auch diesen Moment gern mit dem Namenlosen geteilt. Hätte ihn gern gegenüber gehabt. Hätte mich gern mit ihm zusammen darüber gefreut, dass wir das hier gefunden hatten und nicht ne Tapasplatte für 25 Euro an der Strandpromenade gegessen haben… Ich war auch hier wieder ein bisschen stolz auf mich, dass ich weiter gesucht hab, dass ich mich da alleine reingesetzt hab… irgendwie komm ich mir grad blöd vor, das so zu sagen, auf so eine Kleinigkeit stolz zu sein, aber noch vor ein paar Jahren, hätte ich mich da niemals alleine reingetraut. Keine Ahnung wieso…
Nach dem essen hab ich mir noch einen Condensado, einen Kaffee mit süßer Kondensmilch bestellt und habe insgesamt nur 6,50 bezahlt! Unfassbar wie günstig das war!

Dann hab ich mich auf den Rückweg gemacht, habe mein obligatorisches Füße-im-Wasser-Urlaubsbild gemacht und trotz hohem Wellengang, der eine Strandbar komplett überflutet hat, ist meine Hose dabei dieses Mal trocken geblieben 😀 Zufälligerweise hatte ich die gleiche Hose an, wie auf Lanzarote 😉

Dieser Tag hat mir irgendwie trotz alleinsein-Gefühl einen ganz schönen Selbstbewusstseinsschub gegeben. Ich hab mich zum Abendessen richtig hübsch zurecht gemacht, und das macht echt was fürs Befinden aus… Dann hab ich in dieser App geschrieben, dass ich ab halb 10 im Pub bin und dass ich nichts gegen Gesellschaft habe und bin dann alleine dorthin gegangen. Hab ein Cider bestellt, hab der Live-Musik zugehört, die wirklich gut war und hatte einen schönen Abend. Ich hab immer mal wieder in die App reingeschaut und dann hatte sich tatsächlich noch ein Paar gemeldet, die auch tatsächlich gekommen sind und wir haben bis halb 2 da gesessen und gequatscht, da haben die uns von der Bar schon fast rausgeschmissen!

Touritour – 10.07.2018

Heute stand also die Katamarantour an, auf die ich mich eigentlich auch gefreut hatte. Wale und Delfine gucken, auf dem Meer umschippern… ich sollte um 8:15 abgeholt werden, ab 7:30 gabs Frühstück. Ich hatte alles vorbereitet, Tasche gepackt, Wasser, Sonnencreme, Klamotten rausgesucht. Könnte frisch sein auf dem Meer, außerdem will ich ja nicht verbrennen. Ich hab also eine lange Hose und einen 3/4-ärmeligen Pulli angezogen. Alles was rausgeguckt hat, habe ich eingecremt, auch wenn ich das total ekelhaft fand!

Typisch deutsch war ich um 8:05 am vereinbarten Abholpunkt und habe gewartet. Und ich war nicht die einzige. Das schien eine beliebte Abholstelle zu sein.
Es wurde 8:15. Es wurde 8:20. Mein Bus kam nicht. 8:25. Es kamen tausende Busse, die die Leute zum Loro Park und zur Siam-Mall und weiß ich nicht alles abgeholt haben. Aber mein Bus kam nicht. 8:30. Ich hatte eine Telefonnummer von dem, der mir den Abholtreff- und -zeitpunkt mitgeteilt hat. Ich hab also versucht den anzurufen. Ging keiner dran… oh man… hatte ich meinen Bus jetzt verpasst? Bei den vielen Bussen die da inzwischen Touristen eingesammelt hatten… Inzwischen hatte ich sogar überlegt, mir ein Taxi zu nehmen. 8:40 Ich hatte immer noch niemanden unter der Telefonnummer erreicht, da hab ich ein paar andere Deutsche irgendwas von Royal Dolphin sagen hören. So hieß mein Katamaran. Ich hab die also angesprochen und die meinten dann, es wären ja noch 5 Minuten bis zum Treffpunkt. WAS? Ja, 8:45 hätte die Tui-Tante, über die sie gebucht hatten, zu ihnen gesagt. Toll… danke für nichts! Ich hätte mir denken können, dass der Veranstalter, bei dem ich nämlich direkt gebucht hatte, da einen zu-spät-komm-Puffer eingebaut hatte!
Na ja, zumindest kam dann der Bus und hat uns alle da hin gekarrt.

Beim Einsteigen waren da Fotografen, die jeden fotografieren wollten. Da hatte ich ja mal gar keinen Bock drauf! Das Paar vor mir auch nicht,sie wurden aber ziemlich unfreundlich darauf hin gewiesen, dass die Leute da bloß ihren Job machen. Ich konnte mich vor dem Foto drücken 😉
Dann gings los, entlang der Küste. Es hat ganz schön geschaukelt und es war aufgrund von Kalima recht diesig, sodass man nicht so viel gesehen hat.
Kalima, wie ich später gegooglet habe, ist ein Wetterphänomen auf den Kanaren. Von der Sahara weht Sand/Staub rüber und alles ist diesig und nebelig. Wie Smog. Das hat man besonders deutlich abends gesehen, wenn die Sonne untergegangen ist. Es hatte auch einen Vorteil: Die Sonne hat nicht so erbarmungslos geknallt, sodass die Sonnenbrandgefahr nicht so hoch war.

Die Reiseleiterin hat auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Holländisch erzählt, was wir sehen: Ein 5-Sterne-Hotel, noch ein 5-Sterne-Hotel, dahinten ist noch ein 5-Sterne-Hotel, und ein Hard Rock Hotel, ach ja und wenn man um die Landzunge rumkommt, ist da noch ein 5-Sterne-Hotel… Ich kam mir vor wie auf einer Verkaufsveranstaltung.
Dann haben wir den ersten Stopp gemacht, wo wir ein paar Delfine gesehen haben. Leider waren die irgendwie noch müde oder träge oder so, die sind immer nur kurz aufgetaucht und haben Luft geholt. Also nix mit rumspringen oder so, wie man sich das vorher ausmalt… und wie es einem auch durch diverse Fotos suggeriert wird. Nach nur 10 Minuten gings auch schon weiter. Viel zu kurz, finde ich!

Dann sind wir weiter gefahren zu den Felsen von Los Gigantes, was halt bis zu 450m hohe Steilklippen sind. Na ja… ja, ist hoch, aber irgendwie auch unspektakulär. Dort haben wir eine dreiviertel Stunde Pause gemacht, zum baden und essen. Mir war inzwischen ganz schön schlecht, weil es so geschaukelt hat auf dem Boot, aber ich hab trotzdem was gegessen, weil ich zum Frühstück schon nicht viel reinbekommen hatte. Und das Essen war wenigstens nicht schlecht! Ins Wasser bin ich nicht gegangen, da waren mir zu viele kleine Fische 😉
Danach gings dann weiter zu einer Stelle, an der man Wale beobachten konnte. Aber wie bei den Delfinen, sind die nur super kurz aufgetaucht um Luft zu holen. Von oben hat man eigentlich nix weiter gesehen. Und auch hier haben wir nur kurze 10 Minuten gehalten.

Danach gings zurück zum Ausgangshafen, was aber auch noch mal fast ne Stunde gedauert hat. Mir war inzwischen echt richtig schlecht und ich hab unter Deck soweit es ging mittig gesessen, damit ich das schaukeln nicht so stark merke und hab Cola getrunken, um meinen Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Unterwegs kamen noch die Fotografen an Board und haben den Leuten ihre Fotos vertitscht. Und echt, jeder hat die gekauft!
Mit dem Bus gings dann zurück zum Hotel. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und bin dann noch ein bisschen durch die Gegend gelaufen, wo die ganzen Restaurants und Kneipen sind. Im Hellen hab ich gesehen, dass da auch eine Europcar-Station war und ich hab mal gefragt, was ein Auto kostet. Aber ich konnte mich nicht entschließen, ein Auto zu mieten. Ich hatte doch zu viel Schiss dort zu fahren und es war jetzt auch nicht gerade günstig…
Zurück im Hotel hab ich dann ein bisschen gedöst und noch mal nach Flügen gegooglet. Es gab auf jeden Fall noch freie Plätze, aber ganz so schnell wollte ich nicht aufgeben. Also hab ich mir einen Plan für die nächsten drei Tage gemacht und mir vorgenommen, dass ich erstmal weiter schaue und vielleicht dann am Samstag oder Sonntag statt Montag schon zurück fliege.

Über eine App hatte ich mich für diesen Abend mit ein paar Leuten im Pub verabredet. Ich wollte da nicht wieder alleine hin, aber ich wollte auch nicht auf dem Zimmer hocken und in Grübeleien und Heulerei versinken.
Einer kam auch tatsächlich zum Treffen, das hatte mich wirklich gefreut und wir saßen da doch recht lange, haben uns wirklich nett unterhalten. Er war Schweizer und auch allein im Urlaub. Das andere Paar aus der App kam nicht mehr, aber das war dann nicht schlimm, ich war in guter Gesellschaft und hab für einen Moment auch mein Selbstmitleid vergessen! 😉

Was machst du da eigentlich? – 09.07.2018

Es ist Montag 4:30, als der Wecker klingelt. Alles ist gepackt, die Klamotten sind schon rausgelegt. Schnell Zähne putzen, Kaffee und ab zum Flughafen. Ich bin noch nicht eingecheckt, weil ich die Hoffnung auf einen Fensterplatz noch nicht aufgegeben habe… Als ich online einchecken wollte, hatte ich gesehen, dass mir ein Gangplatz vor den Klos zugewiesen wurde…

Der Abschied am Flughafen fällt mir schwer, mir kommen die Tränen. Was mache ich da eigentlich? Alleine in den Urlaub fliegen, bist du eigentlich total bescheuert? Das wird wie damals im Ferienlager, als du keine Freunde gefunden hast und die ganze Zeit Heimweh hattest…
Beim Check-in heißt es auf meine Frage, ob ich am Fenster sitzen kann „Nee, is voll.“ Na super. Ich sitze also, wie geplant auf 38D und hoffe, dass die Klos nicht stinken.

Am Gate sehe ich, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Na toll… dann hätten wir auch später losfahren können… Es ist noch nicht mal jemand wach, mit dem ich whatsappen kann… alleine da zu warten ist komisch. Irgendwie fühle ich mich, als hätte ich ein Leuchtsignal auf dem Kopf „Achtung Alleinreisende! Sie hat niemanden, der mit ihr in den Urlaub fährt!“ Was ja so nicht stimmt, nur konnte eben jetzt zu dem Zeitpunkt leider niemand.

Im Flieger sitzt ein Paar neben mir. Er, riesig, am Fenster… ich traue mich nicht zu fragen, ob wir tauschen. Und dann guckt der nicht mal raus, als wir starten! Man!
Als die Anschnallzeichen erlöschen, bildet sich schlagartig eine Schlange zum Klo. Alle Leute stehen neben mir und halten sich an meinem Sitz fest, der also die ganze Zeit ruckelt. Der Typ vor mir klappt seinen Sitz auch noch zurück, sodass ich gefühlt 20cm Luft habe. Dafür ramme ich ihm immer wieder und unerbittlich meine Knie in den Rücken.
Lesen funktioniert nicht richtig, ich werde laufend müde dabei. Schlafen geht aber nicht, weil laufend mein Sitz ruckelt. Ich kriege Durst und kaufe mir für 2,50 ein Wasser, das für den Wucherpreis hoffentlich wirklich mit Gold versetzt ist!

Als ich meinen Transferbus suche, ärgere ich mich das erste mal, dass ich kein Auto gemietet habe, ich doofer Schisser! Als ich im Transferbus sitze und ewig rumgurken muss, weil er x Hotels anfährt, ärgere ich mich das nächste mal, dass ich kein Auto gemietet hab, ich olle Schisserkuh! Als wir an meinem Hotel ankommen, sind sämtliche Parkplätze, die ich sehen kann, belegt und ich denke mir, wie gut es ist, dass ich kein Auto gemietet habe!
Auf dem Zimmer beschallt mich lautstark Musik vom Pool. Ich fange an zu heulen und frage mich, was ich hier mache! Ich bin müde, das Zimmer ist winzig und karg, am Pool ist Party und die Fenster halten überhaupt keinen Schall ab! Es ist gerade alles irgendwie ein bisschen viel. Zu viele Eindrücke, zu viel neues und das allein. Ich will schlafen, aber das kann ich ja wohl mal knicken. Meine Balkontür schließt nicht und die Nachbarbalkons sind nur durch Blumenkübel abgetrennt, sodass man rüber klettern kann. Bei offener Tür schlafen und das Meeresrauschen hören kann ich also auch knicken. Ich schmeiße mich aufs Bett und suhle mich kurz im Selbstmitleid. Heule, vermisse den Namenlosen und will eigentlich sofort wieder nach Hause. Ich google nach Rückflügen und sogar nach einem anderen Hotel! Was kostet die Welt? Mir egal!

Irgendwann reiße ich mich zusammen. Ich ziehe mich um und gehe zum Supermarkt um die Ecke, um Wasser zu kaufen. Und Kaugummis. Dann suche ich den Fahrradverleih auf, aber der hat noch zu. Dann sage ich an der Rezeption bescheid, dass meine Balkontür nicht richtig schließt. Sofort kommt jemand und repariert es. Ok, wenigstens kommt jetzt keiner von außen rein. Wer auch immer da reinkommen sollte. Aber wenn es jemand vor hätte…

Ich fange schon wieder an zu heulen, reiße mich aber schnell zusammen und gehe noch mal ein bisschen raus. Ein paar Meter an der Strandpromenade lang. Meer gucken. Vielleicht die Füße ins Wasser halten. Vor meinem Hotel sind allerdings nur steinige Strände. Ich tappe über einen drüber und versuche das Rauschen zu genießen. Ich mache zwei, drei Selfies, aber ein Lächeln will mir einfach nicht gelingen. Stattdessen muss ich schon wieder heulen und komme mir langsam echt bescheuert vor. Nicht, weil ich als erwachsene Frau da in der Öffentlichkeit rumflenne, sondern weil ich irgendwie glauben konnte, dass alleine Urlaub machen super wär.
Ok, für Dienstag habe ich eine Katamarantour gebucht, die ich jetzt nicht mehr stornieren kann. Die mach ich noch und dann kann ich immer noch nach Hause fahren.

Beim Abendessen ist das Hotelpersonal mehr als nur überrascht, als ich einen Tisch für eine Person anfordere. Wie blöd, dass sie das zweite Gedeck abräumen, so wird es erst recht für jeden ersichtlich, dass ich alleine bin. Auch beim Essen kommen mir laufend die Tränen und wieder habe ich das Gefühl, dass ich die Warnleuchte auf dem Kopf hab und jeder denkt „Oh nein die Aaaarme, die ist alleine hier!“ Vermutlich fällt es aber niemandem auf.
Nach dem Essen hadere ich noch eine Weile mit mir, ob ich ins Pub um die Ecke gehe, oder nicht. Da es mir aber reicht, dass ich mich selbst als Schisser bezeichne, und nicht vom Namenlose so bezeichnet werden will, gehe ich schließlich, trinke einen Cider, der mich an all unsere Urlaube erinnert und schicke ihm, nicht ohne ein bisschen Stolz, ein Foto vom Glas. Ich finde, ich habe genug Mut bewiesen für heute, trinke zügig aus und gehe zurück ins Hotel, wo leider noch die Show läuft, die mich erstmal vom Einschlafen abhält.

Und jetzt? – 19.09.2016

An diesem morgen sind wir wieder ziemlich früh aufgewacht. Wir haben uns einen Kaffee gemacht und uns mit der Tasse und ein paar Cookies an die Promenade gesetzt, wo ein paar Hundebesitzer, aber hauptsächlich Möwen beobachten konnten.
Inverness liegt ja an der Mündung des Flusses Ness, der aus dem Loch Ness kommt und ein Teil des Caledonian Canal ist, den wir schon an Neptune’s Staircase gesehen haben. Der Kanal verbindet Nordsee und Atlantik.

Gegen halb 8 sind wir schon losgefahren, aus Inverness raus, Richtung Süden am Loch Ness entlang und zum Urquhart-Castle.
Bis dort hin war es viel dichter, als gedacht und wir waren schon gegen halb 9 dort. Die Parkplätze waren noch total leer, es standen nur zwei andere Autos da.
Für die Ruine der Burg musste man natürlich wieder Eintritt zahlen und der war mit 16,50 Pfund ganz schön happig. Außerdem hat das Besucherzentrum, durch das man durch musste um zur Burg zu gelangen, erst um halb 10 aufgemacht.
Gerade da kam ein Mitarbeiter, der mit seinem kleinen Trecker da durchs Tor gefahren ist, wir haben den einfach angesprochen, aber er meinte, er könnte uns leider nicht einfach mit rein nehmen, weil das Auto seines Chefs schon da stand. 😉 Überhaupt konnte er nicht verstehen, wieso die Touristen sich „den Haufen Steine“ angucken wollten 😀 er hat uns lieber zurück geschickt, und den Weg in eine schöne Ecke zum Wandern erklärt, wo man auch wieder Adler beobachten könnte.
Echt alles am Loch Ness ist auf Nessie ausgerichtet. Es gibt ein Loch Ness Exhibition Center, einen Nessie Shop, Bed and Breakfasts heißen Nessie Lodge… und es gibt Nessieland… „Please, don’t go to Nessiland“ hat der Mitarbeiter gesagt und ich hab ihm angesehen, wie er beschämt am liebsten noch den Kopf geschüttelt und die Hand vors Gesicht geschlagen hätte 😉

Na ja, aber wandern wollten wir auch nicht, also haben wir von der Mauer nur ein Foto gemacht (das der Namenlose mir immer noch nicht geschickt hat!!!) und sind dann weiter gefahren, Richtung Fort Augustus, was am anderen Ende von Loch Ness liegt.
Dort haben wir gefrühstückt, sind an den See gegangen und haben die Weite bestaunt. Der See ist 37 km lang… so weit kann man gar nicht gucken.
Am Südende des Loch Ness fährt man dann mit dem Boot in den Caledonian Canal, wo wieder ein Schleusensystem den Höhenunterschied zum Loch Oich überwindet. Dort steht auch der kleinste Leuchtturm in UK, damit man die Einfahrt nicht verpasst 😉

Im Grunde hatten wir alles mögliche angeguckt und abgehakt. Auch wenn die Tour ganz anders gelaufen war, als geplant. Wir haben Burgen und Schlösser gesehen, wir waren in Pubs, in er Einsamkeit, wir haben hunderte Schafe und eine handvoll Kühe gesehen, wir sind bis ans Ende der Welt gefahren, über schmale Straßen im Regen, bei Sonnenschein und Nebel… Das nächste große Ziel war Edinburgh, aber bis dahin waren es noch 250 km. Und außerdem war ja erst Montag.
Wir fuhren also erstmal östlich des Loch Ness nach Norden bis zum Loch Ruthven, wo ein Vogelschutzgebiet war. Dort haben wir in einem Unterstand am See ein paar Fasane beobachtet und dann noch was gefuttert, bevor wir weiter gefahren sind.
Irgendwann haben wir uns dann überlegt, dass es sinnlos ist, noch weiter nach Norden zu fahren. Weil wir das gar nicht schaffen, noch um den Rest an der Ostküste rumzufahren. Dann hätten wir nämlich nicht mehr viel Zeit für Edinburgh…
So ein richtiges Ziel hatten wir nun eigentlich gar nicht, Aberdeen wär noch schön gewesen, ich wär gern ins Katzencafé gegangen 🙂 Aber das hatte ich dann in den ersten Tagen wieder fallen lassen. Hatte auch vorher nichts gebucht, weil ich nicht wusste, ob wir es überhaupt schaffen und das Risiko, dass wir dann davor stehen und nicht rein können, war mir zu groß.
Also entschieden wir uns, dass wir nach St. Andrews weiter fahren, bzw. dass wir mal schauen, wie weit wir noch kommen, aber wir haben es bis nach St. Andrews geschafft und haben uns dort an den Strand gestellt. Fast 😉
Hinter dem Strand verliefen Dünen, dann kam eine Straße und dahinter war dann ein Wiesenstreifen direkt am Golfplatz. Dort haben wir uns hingestellt, haben die Räder genommen und sind nach St. Andrews reingefahren um, natürlich, wieder in einen Pub zu gehen 😉
Der erste war so ein schicki-micki Golfertreff. Da war es gerammelt voll, wir haben ein Bier/Cider getrunken und sind dann weiter gezogen. Es war nämlich einfach nur voll, aber hatte keine so richtig schöne Atmosphäre.
Wir sind ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben einen anderen Pub gefunden, wo es echt nett war. Da gabs dann noch zwei Cider und Bier und zwei Whiskey und um 11 Uhr lagen wir wieder im Bett, waren fix und alle und haben geschlafen wie Steine.

After Shock in Inverness – 18.09.2016

An der Nordküste entlang, bis hoch zum Ende der Welt. Es war der schönste Sonnenschein und wir hatten super gute Sicht. In Thurso haben wir die Fähre gerade ablegen sehen, die zu den Orkney-Inseln fährt. Wir waren so froh, endlich einen Lidl gefunden zu haben… da konnten wir uns ein wenig besser eindecken, als in den winzigen Sparmärkten, die es sonst in den kleinen Orten in den Highlands nur gibt. Der Lidl dort sieht ganz genauso aus wie bei uns. Selbst die Durchsage, wenn eine Kasse öffnet oder schließt, klingt genauso 😉
Wir haben uns also erstmal ein paar Apfeltaschen und Schoko-Croissants zum Frühstück geholt und haben 5 Parkplätze blockiert, als wir das erstmal aufgefuttert haben.
Dann gings weiter bis ans Ende der Welt. Man beachte die Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Navi anzeigt. Man durfte dort 60mph fahren, was knapp 100 km/h sind. und wir sind 26 (ca. 40 km/h) gefahren. Mehr hat die Straßensituation nicht erlaubt…

Am nördlichsten Punkt von Großbritannien konnten wir superweit gucken. Wir konnten zurück nach Thurso gucken und wir konnten die Orkney-Inseln sehen. Panoramas haben wir auch gemacht, weil wir auch grad die Sonne im Rücken hatten.
Auf dem Hügel um Dunnet Head standen noch ein paar Bunker, die zu Kriegszeiten errichtet worden sind. Die Armee hat natürlich die Küsten überwacht um Angriffen von der See aus direkt begegnen zu können.
Vom Dunnet Head gings weiter zum Duncansby Head, dem nordöstlichsten Punkt der Insel. Von dem Ort John o’Groats, der da liegt, aus gibt es bis nach Land’s End, dem südwestlichsten Zipfel von Großbritannien, die längste Straßenverbindung über die Insel.
Auf dem Weg zum Aussichtspunkt hoch, haben wir schon eine „Parkplatz“ gesehen, wor wir dann auf dem Rückweg angehalten haben. Es war eigentlich nur eine Wiese. Ich hatte ein bisschen Schiss, dass wir uns festfahren, aber der Boden war trocken und fest. Man konnte von dort schon Strandsand sehen, dahinter musste eine Bucht sein. Wir wollten einfach mal gucken und wurden mit einer total einsamen Bucht überrascht, in der Robben ziemlich dicht am Ufer schwammen.

An der Ostküste ging es weiter nach Süden. Irgendwie war die Fahrt ziemlich ernüchternd, weil wir so tolle Landschaften gesehen hatten und hier sah nun alles irgendwie… na ja… nicht so spektakulär aus. Die Gegend war viel dichter besiedelt, als wir das bisher gewohnt waren, links und rechts waren Felder, die beackert wurden…
Wir hielten nach einem Platz Ausschau, wo wir Pause machen konnten, aber die Parkbuchten an den vielbefahrenen Straßen waren alles andere als schön, es gab auch nicht so oft welche, wie an der Westküste und deshalb sind wir nach Lybster abgebogen und bis an den Hafen gefahren.
Da ich nicht direkt an der Kaimauer stehen wollte und mir ein Ei braten wollte, haben wir uns auf die Wiese gestellt, wo auch Picknicktische standen.

Lecker gefuttert, dann wollten wir weiter… ja scheiße… diese Wiese war nicht trocken und fest… Wir steckten richtig tief im Matsch, nachdem die Reifen zig mal durchgedreht waren…
Ich also ans Steuer, hab versucht den dicken Lewis da rauszuschaukeln, der Namenlose hat von hinten geschoben. Aber das konnte man voll vergessen. Wir waren einfach zu schwer und steckten zu tief drin…
Gott sei Dank kamen grad ein paar Leute vorbei. Die haben netterweise mit angeschoben und dann haben wir es geschafft…
Wir haben dann erstmal an der nächstbesten Tanke angehalten, um den Matsch abzukärchern. Soo wollten wir das WoMo dann doch nicht zurück geben, sonst hätten wir das erklären müssen 😉

Unser nächstes Ziel war das Dunrobin Castle. Es war schon später Nachmittag, das Schloss hatte natürlich schon geschlossen… aber wir konnten trotzdem rumlaufen und uns den Garten angucken. Da war sogar ein Crocket-Platz und den Spaß haben wir uns auch nicht nehmen lassen 😀 das letzte mal hab ich das als Kind bei uns im Garten gespielt…

Unser Tagesziel war Inverness. Gegen halb 8 kamen wir auch dort an und haben einen Platz zum übernachten gesucht. Wir wollten natürlich nicht zu weit am Arsch der Welt stehen, wir wollten schließlich noch ein bisschen was von der Stadt sehen und noch in einen Pub gehen 😉
Wir haben uns dann auf den Parkplatz einer Kathedrale gestellt – trotz offiziellem Verbotsschild. Da stand schon ein anderes WoMo, wir dachten, wir fragen die Leute einfach mal, was die denken. Aber das waren Franzosen, die kein einziges Wort Englisch konnten. Kein Wunder, dass die um halb 8 mit zugezogenen Jalousien in ihrem WoMo saßen. Die hätten sich ja nicht mal ein Bier im Pub bestellen können!
Ich hab denen also in meinem gebrochenen Schulfranzösisch versucht zu erklären, dass es eigentlich verboten ist, dort zu übernachten. Aber die haben einfach gar nichts verstanden. Wir haben also beschlossen, es genauso zu machen, wie die Franzosen: Wenn einer kommt, verstehen wir einfach kein Wort 😉
Dann haben wir die Räder genommen, sind noch ne Stunde durch die Stadt gefahren, bevor wir vor einem Pub standen, aus dem laute Musik drang. Einer hat aus dem Fenster geguckt, hat uns stehen sehen und uns reingewunken, wie alte Bekannte 🙂
Nach einem Drink sind wir weiter gezogen, noch in einen zweiten Pub, da ist dem Namenlosen eingefallen, dass er damals in Schottland After Shock getrunken hat. Ein Cassis-Likör, der beim Abgang ganz schön brennt. After shock eben 😉 die hatten da auch welchen, aber nicht den Cassis. Die anderen beiden Sorten Zimt und Zitrone waren jedenfalls richtig ekelhaft 😉
Wieder mal leicht angeschleudert sind wir zurück gefahren, haben uns noch eine 5-Minuten-Terrine gemacht (Alkohol auf nüchternen Magen wirkt sich auch immer besonders gut aus…) und haben uns nicht mehr drum geschert, dass der Council of Inverness oder was das war, das overnight parking dort verbietet 😉

Highland-Highlight – 16.09.2016

Natürlich war eigentlich der Viadukt mein Urlaubs-Highlight. Aber ich wollte unbedingt Highland-Rinder sehen. Eine Kuh hatten wir ja schon gesehen, aber die war hinterm Zaun. Und die war nicht so schön rot 😉 Mein Klischeebild einer Highland-Kuh ist rothaarig, zottelig, gemächlich mit riesigen Hörnern 😉
Das hab ich bekommen!

Wir sind in Applecross sehr früh wach geworden. Nachdem wir jetzt alle möglichen Schlafvarianten ausprobiert hatten, haben wir die auf dem Bett unten, was man jeden Tag bauen muss, als die beste Variante empfunden. Und um es vorweg zu nehmen, ich hab den restlichen Urlaub gut geschlafen. Meistens, weil ich von so viel frischer Luft, so viel Aktivität und einem oder zwei Cidern am Abend einfach so knülle war, dass ich auch auf einem Holzbrett hätte schlafen können 😉

Also morgens in Applecross haben wir Kaffee gemacht, die Stühle rausgeholt und draußen am Meer den Kaffee getrunken. Es war so ruhig und schön, total windstill, sodass es kaum Geräusche vom Wasser gab. Leider optimale Bedingungen für Mücken… Aber mit Autan ging das schon.
Unser Nachbar in dieser Nacht war auch schon früh auf den Beinen. Ein Rentner, der zusammen mit seiner Frau und Hund Holly WoMo-Urlaub macht. Er hat uns ein Gespräch aufgedrückt, aber ich hab ihn mehr schlecht als recht verstanden. Alter hatte der einen Akzent! Und er hat nicht mal ansatzweise versucht, deutlicher zu sprechen, nachdem wir bei jedem zweiten Satz nachfragen mussten 😉

Wir haben uns dann verabschiedet und sind losgefahren. Weiter die Küste hoch nach Norden. Es war noch kein Mensch unterwegs, nur ein paar Schafe. Das Wetter war super. Man hatte klare Sicht nach Raasay, einer Insel zwischen dem Festland und Skye. Die Sonne ging grad auf und auf einem Parkplatz haben wir angehalten und versucht, das Licht einzufangen. Was uns natürlich nicht gelungen ist, aber wir haben es trotzdem versucht 😉
Als wir dann über die nächste Bergkuppe gefahren sind, waren sie da: die Rinder! Die Sonne stand noch so tief, dass sie total warm und orange-gelb geleuchtet hat, wir hatten die Sonne im Rücken und es war echt der perfekte Moment! Das Fell der Kühe hat gestrahlt in dem schönen Licht. Ein Auto kam hinter uns, aber die haben nur zwei, drei Fotos gemacht und sind dann weiter gefahren. Ich hätte meine ganze Speicherkarte voll knipsen können, so begeistert war ich von den Tieren und dem Licht.
Es war so toll! Die Kühe sind am Straßenrand entlang gelaufen, haben gefressen und sich überhaupt nicht von uns stören lassen. Bevor wir ausgestiegen sind, kam eine ans WoMo rangelaufen und hat neugierig geguckt, was das ist 😀 Wir hatten ein wenig Angst um unseren Spiegel und den Lack. Die Hörner sind doch echt gewaltig und respekteinflößend. Überhaupt sind die einfach sehr groß, wenn die vor einem stehen. Und massig. Also wenn die losrennen und einen anrempeln… puh… Da sie auch Kälbchen hatten, hab ich mich zuerst auch nicht so dicht rangetraut. Ich bin in der Hocke auf sie zugegangen, weil ich nicht wollte, dass sie mich als Bedrohung empfinden. Aber die waren sehr ruhig und sanftmütig. Wahrscheinlich dachten sie, ich wär ihre Schwester 😀

Schweren Herzens hab ich mich dann losgerissen und wir sind an der Küste weiter gefahren. Wir haben kaum ein Auto getroffen, es war ja immer noch früh am Tag.
Wir hätten alle paar Meter anhalten können, um Fotos zu machen, es sah einfach so schön aus! In Kinlochewe haben wir dann wieder getankt und anschließend Pause gemacht, bevor wir weiter gefahren sind in Richtung Ullapool.

Ullapool – ultracool 😉 Wir wollten da hin, weil es da die besten Fish&Chips der Welt gibt 😉 Der Namenlose war in seiner Schottland-Zeit damals einmal kurz in Ullapool hatte welche gegessen und er wollte da unbedingt noch mal hin.
Unterwegs haben wir ein paar super schöne Buchten gesehen. Bei Ebbe ist das ziemlich faszinierend, weil das Wasser sooo weit zurück geht…
In Ullapool mussten wir feststellen, dass der beste Fish&Chips-Laden geschlossen hatte… na toll! Ausgerechnet! Wir haben dann in einem anderen „award winning“ Imbiss Fish&Chips geholt. Das muss ja mindestens der zweitbeste gewesen sein 😉
Im Tesco haben wir anschließend noch unsere Vorräte aufgefüllt, bevor wir immer weiter nach Norden gefahren sind. An einer Straße stand dann wieder dran, dass sie nicht für Wohnmobile geeignet ist… das hat den Namenlosen aber wieder nicht gestört. Ich hab an den super engen Stellen und Kurven einfach die Augen zu gemacht…

In Inverkirkaig, am Arsch der Welt, haben ungefähr 5 Leute gewohnt, dafür ungefähr 100 Schafe 😉 Es gab eine Telefonzelle und einen Briefkasten und ich hab beschlossen, die Pause zu nutzen um noch ein paar Karten zu schreiben, die ich in Ullapool nachgekauft hatte.

Ach, als ich am Freitag übrigens erzählt hab, dass die Karten immer noch nicht da sind, haben mich dann doch noch ein paar Nachrichten erreicht, dass sie nun doch angekommen waren. Wenn man vom Teufel spricht also 🙂 Deshalb werde ich jetzt auch gleich darüber wettern, dass die vier Karten, die ich dort eingesteckt hab, auch immer noch nicht angekommen sind!! Und ich hoffe, dass sich das damit heute von selbst erledigt 😉
Selbst die Karte an meinen Chef-Arsch ist gestern angekommen, obwohl ich sie noch 5 Tage später abgeschickt habe…

Von Inverkirkaig gings dann das letzte Stück nach Lochinver, wir die Nacht am Hafen verbracht haben. Nicht ohne vorher in den Campingstühlen den Sonnenuntergang anzuschauen und dabei ein Dosenbier/-cider zu trinken und anschließend noch im Hafenpub ein frisch gezapftes Bier und Cider 😉