Edinburgh – 21.-23.09.2016

Also das mit der zweiten Chance für Edinburgh war nicht so einfach…
Edinburgh war wirklich nett zu mir. Hat mich mit einem super schönen Sonnenaufgang begrüßt. Noch dazu hab ich eine kleine Jakobsmuschel am Strand gefunden. Trotzdem war meine Stimmung im Keller, wenn ich nur daran dachte, dass jetzt gleich die Fahrerei wieder los ging…
Wir mussten tanken (waren schon wieder auf Reserve), wir mussten frühstücken, ich wollte dringend duschen und die Haare waschen. Aber mit nur viertelvollem Wassertank kann man das vergessen. Die Haare hätte ich mir eigentlich gern schon am Vortag gewaschen, entsprechend hab ich mich dann schon gefühlt…
schlimm. Es gibt nichts schlimmeres für mich, als fettige Haare. Ich fühle mich dann so eklig und finde, dass ich ungepflegt wirke…

Die damaligen Vermieter des Namenlosen, haben in Edinburgh ein kleines B&B und er wollte natürlich mal vorbei schauen.
Wir sind dann hingefahren, durch den dicken Verkehr… *Augenroll*
An der Straße haben wir dann auch einen Parkplatz gefunden, aber so ein WoMo ist eben breiter als ein Auto. Wir haben uns trotzdem hingestellt und während der Namenlose draußen eine geraucht hat, hab ich mich drinnen ein bisschen fertig gemacht. So notdürftig wie das eben ging… Hab mir das Gesicht gewaschen, mich geschminkt und draußen sind die Autos und Busse an uns vorbei gerauscht und jedes Mal hat der dicke Lewis gewackelt, als würde die Erde beben. Als ich mir dann die Haare gekämmt hab, hab ich angefangen zu heulen. Das war alles zu viel für mich. Edingburgh war scheiße. Die vielen Autos, der laute Verkehr, die vielen Menschen, kein Wasser, meine fettigen Haare… und nun wollten wir also die Vermieter besuchen gehen… na da mach ich ja gleich den allerbesten Eindruck. Verheult, ungepflegt, mies gelaunt…
Ich habe mich sehr zusammengerissen, aber als der Namenlose dann ein Foto von mir an dem Frühstückstisch in diesem furchtbar kitschigen Frühstücksraum, mit dem furchtbar kitschigen Porzellan machen wollte (die beiden haben uns zum Frühstück eingeladen), da brach es ein wenig aus mir heraus.
Er war ziemlich schockiert darüber, wie sehr mir das an die Nieren ging und hat dann zugestimmt, dass wir auf einen Campingplatz fahren. Ich wollte einfach nicht noch mal abends zwei Stunden durch die Stadt gurken, um einen mehr schlechten als rechten Übernachtungsplatz zu suchen und dann immer noch kein Wasser im Tank zu haben.

Wir sind dann nach dem Frühstück direkt zum Campingplatz gefahren. Da war es still, ruhig, entspannt… oh man hat mir das gut getan!!

Am Vortag waren wir ja mit den Rädern unterwegs, aber bei dem vielen Verkehr und fehlenden Radwegen war mir das einfach zu gefährlich. Dann noch Linksverkehr. Und vom Campingplatz war es eh zu weit um mit dem Rad zu fahren.
Wir sind zur Bushaltestelle gelaufen und mit dem Bus in die Stadt gefahren. Im Doppelstockbus war oben die ersten Reihe frei und wir hatten eine gute Sicht auf alles. Mit dem Bus zu fahren war sehr entspannend, auch für den Namenlosen war es gut, so konnte er nämlich auch ein bisschen gucken und entspannen.

Wir sind bis ins Zentrum gefahren und dann erstmal bis zum Schloss hoch gelaufen. Auf dem Platz vor dem Schloss waren gerade noch Abbauarbeiten von Tribünen zu sehen. Dort fand nämlich das Royal Edinburgh Military Tattoo (ein Musikfestival) statt.
Ins Schloss sind wir nicht reingegangen. Mir persönlich reicht es, wenn ich es von außen sehe.
Wir sind dann die Royal Mile, die vom Schloss bis zum Holyrood Palace (der offiziellen Residenz der Queen, den ich leider gar nicht fotografiert hab…) führt, entlanggelaufen und haben immer mal links und rechts in die Gässchen geguckt. Die Royal Mile an sich ist ja gespickt mit Touristenläden, wo man zB. Schottenmützen mit roten Haaren dran kaufen kann *Augenroll*
In der ehemaligen Highland Tolbooth Church, die jetzt „The Hub“ heißt, ist jetzt die Festivalzentrale drin. Ursprünglich war das mal eine Kirche. Sieht von außen auch noch so aus, aber innen ist das Gebäude komplett umgebaut worden. Da ist jetzt ein Café drin, Veranstlatungsräume… Irgendwie seltsam. Wir haben irgendwo auch ein for sale Schild an einer Kirche gesehen… also, wer mal eine Kirche kaufen will, kann das in Schottland durchaus tun 😉

Von der Royal Mile gings auf direktem Weg über die North Bridge zum Regent’s Garden, wo wir vom Calton Hill einen super Blick auf Arthur’s Seat um den wir ja am Vortag halb rumgelaufen sind.

Zurück in der Innenstadt hatte sich vor der Nationalgalerie eine Straßenband hingestellt. Mit Schlagzeug, Bass und Dudelsack haben sie eine recht große Menschentraube unterhalten. Auch die Ansagen zwischendurch waren witzig. Immer wieder haben sie ihre CD angepriesen 😉

Wir sind dann durch den Princes Street Garden und bekamen langsam ein bisschen Hunger und sind ins Standing Order, einem früheren Bankgebäude, gegangen. Das Standing Order ist auch aus dem Bankenhintergrund so benannt worden, auf Deutsch heißt das nämlich Dauerauftrag. Da haben wir uns einen ziemlich geilen Burger gegönnt und sind danach, vollgefressen und mit Magenschmerzen, mit irgendeinem Bus bis zur Endstation gefahren und mit einem anderen von dort wieder in die Stadt rein.
Das war ganz nett, weil wir vom Bus aus noch die königliche Yacht Britannia gesehen haben, die man im Hafen von Leith besichtigen kann. Leider wars schon dunkel und ich habs zu spät gesehen, deshalb gibts kein Foto.
Überhaupt hatte es leider angefangen zu regnen und die Scheibe im Bus ist immer wieder beschlagen.

Wieder im Zentrum sind wir dann noch zum Grassmarket gegangen, wo bis ins späte 18. Jahrhundert Leute öffentlich hingerichtet wurden.
Daran erinnern noch dunkle Pflastersteine in Form eines Galgens. Am Grassmarket sind wir wieder in einen Pub gegangen und haben einen gepichelt, bevor wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz gefahren sind, wo ich trotz des Pegels und trotz der späten Stunde noch eine ziemlich lange heiße Dusche genommen hab!
Oh man war das geil! ohne sich Ellenbogen und Knie irgendwo zu stoßen und ohne dass das Wasser nach ein paar Minuten kühl wurde 😉

Am Donnerstag sind wir nach einem Frühstück dann mit dem Rad zur Bushaltestelle gefahren. Wozu hatten wir denn die Räder?! und zum Bus war es schon ein ganzes Stück…
Im Gegensatz zum Mittwoch, wo es ein bisschen grau und regnerisch war, war heute super geiles Wetter. Blauer Himme und Sonnenschein. beim dem Wetter wollte ich noch mal ein besseres Bild von der Royal Mile machen. Gestern wars viel zu dunkel in den Straßen.
Direkt oben am Schloss war auch die Camera Obscura & World of Illusions. Das hatte ich im Vorfeld schon im Internet gesehen und dachte, das bietet sich an, wenn schlechtes Wetter ist. Hatten wir nun nicht, aber wir sind trotzdem rein gegangen. Wir hatten Glück, denn nur 15 Minuten später fing direkt eine Vorstellung an.
Ich wusste eigentlich gar nicht, was mich erwartet, denn ich wusste gar nicht, was eine Camera Obscura überhaupt ist… Und zwar ist das nämlich ein dunkler Raum, in den das Licht durch ein kleines Loch fällt und das Bild von außen dann dort an die Wand projiziert. In Edinburgh hatten sie im Dach des Gebäudes einen Spiegel, der das Bild von außen durch Linsen auf einen Tisch projiziert hat. Der Spiegel war einmal komplett rundrum schwenkbar und das Bild auf dem Tisch war ein gestochen scharfes Bild. Echt abgefahren. Und wieder Glück gehabt, dass wir so gutes Wetter hatten, so konnten wir nämlich echt viel sehen, bei dieser kleinen virtuellen Stadtführung 🙂

Wir sind anschließend erstmal wieder rausgegangen, weil wir das Wetter noch nutzen wollten. Es kann ja doch schnell mal umschlagen. Mit einem Stempel auf der Hand, wie in der Disco, konnten wir später wieder in diese Ausstellung reingehen. Sehr praktisch!
In der „Stadtführung“ haben wir ein paar nette Dinge erfahren, nämlich wo der Pub ist, in dem Rowling Harry Potter geschrieben hat… Huuuui, eigentlich wollte ich da gern einen Kaffee trinken 😉 aber als ich gesehen hab, wie sehr das ganze touristisch ausgeschlachtet wird, hatte ich keine Lust mehr auf Kaffee… Auf der Scheibe klebt ganz groß „Birthplace of Harry Potter“ und die Leute haben sich durch den Laden geschoben.
Um die Ecke lag der Greyfriars Kirkyard, der Kirchhof rund um die Greyfriars Church. Dort liegt ein gewisser Thomas Riddell begraben, der Rowling angeblich zur Figur von Voldemort inspiriert haben soll. Auf diesem riesigen Friedhof haben wir uns einige Gräber angeguckt, aber das von Riddell nicht gefunden. Wie auch, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll zu suchen.
Hinter dem Friedhof liegt eine Schule, die sie zu Hogwarts inspiriert haben soll.

Zum Greyfriars Kirkyard gibts auch noch eine traurige Geschichte: Dort ist der Polizist John Gray beerdigt worden, dessen Hund Bobby noch 14 Jahre lang immer an sein Grab gegangen ist. Weil der Hund so treu war, ist für „Greyfriars Bobby“ ein Denkmal errichtet worden und es bringt Glück, wenn man seine Nase berührt.
Fotografiert hab ich die Statue nicht, sie war umringt von anderen Touristen, aber ich hab mich kurz durchgedrängelt und einmal über die Nase gerieben 😉

Nach so viel Potty haben wir uns bei Subway ein kleines Sandwich geholt und in der Sonne im Princes Street Garden gegessen. Die Straßenband vom Vortag stand wieder am gleichen Ort. Wir haben wieder in bisschen zugehört, bevor wir in die Nationalgalerie gegangen sind um uns einen kleinen Kulturkick zu geben. Impressionismus, van Gogh, Monet und keine Ahnung wer noch alles 😉 Ich muss ja gestehen, dass ich so mit Kunst nicht viel anfangen kann… ich kenn mich da auch zu wenig aus. Aber es war trotzdem ganz nett.

Danach sind wir dann durch die Ausstellung der World of Illusion gegangen und haben uns letztlich ungefähr zwei Stunden darin aufgehalten, bevor wir dann noch ein bisschen durch die Sonne und wieder in einen Pub gelaufen sind. Ein kurzer Trinkzwischenstopp. Außerdem taten uns die Füße langsam weh…
Auch an diesem Tag sind wir wieder im Standing Order essen gegangen bevor wir dann ganz schön kaputt in den Bus nach Hause eingestiegen sind. Yay, wir müssen nicht mehr laufen, wenn wir haben ja die Räder an der Bushaltestelle abgestellt. Und es geht alles nur noch bergab!! 🙂

Tja. denkste.

Die Räder haben sie uns nämlich geklaut. Ja, im Ernst. Das Schloss lag durchgeknipst auf der Straße, die Räder waren weg.
Wir sind noch ungefähr eine Stunde durch die Gegend gelaufen, weil wir gehofft haben, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hatte und die Räder an die nächste Bushaltestelle gestellt hatte… Wir dachten noch, dass es vielleicht verboten war, Räder dort anzuschließen…
Es half nix, wir fanden sie nicht und mussten zu Fuß zum Campingplatz zurück laufen.

Am Freitag haben wir morgens alles gepackt, das WoMo sauber gemacht, alles entleert, noch mal getankt, Gas aufgefüllt und haben es dann fast pünktlich um halb 12 zurück gebracht.
Nachdem wir den Diebstahl erklärt, Ort und Zeit festgehalten hatten, und geklärt hatten, inwiefern das jetzt unsere Verantwortung war und wir dafür aufkommen müssen, haben wir die Übergabe gemacht und uns vom dicken Lewis verabschiedet 😦
Das Taxi hat uns zum Flughafen gebracht, wo wir noch ein paar Stunden warten mussten. Aber das war ok. Wir hatten Bücher, Chips und Äpfel dabei und haben unsere restlichen 13,78 Pfund für zwei warme Gerichte am Flughafen ausgegeben.
Zu Hause angekommen waren wir dann ganz schön überwältigt davon, wie viel Platz wir doch in der Wohnung hatten 😉

Tja… das wars… Schade, schon vorbei mit erzählen…
Wenn der Namenlose mir endlich seine Fotos schickt und die Videos, dann kann ich noch mal was nachtragen 😉

Kulturschock – 20.09.2016

Tja, wenn man schon gegen halb 12 schläft, dann ist es kein Wunder, dass man morgens um 7 schon aufwacht. Der Vorteil dabei ist, dass man richtig viel vom Tag hat und dass man die Chance auf einen Sonnenaufgang hat.

St. Andrews liegt an der Ostküste und der ganze Strandabschnitt guckt nach Osten, wo die Sonne an diesem Morgen wunderschön in allen Farben aufging!
Als wir das gesehen haben, als wir einen Blick nach draußen geworfen haben, da war ich aber ganz schnell angezogen und der Kaffee war auch erstmal zweitrangig 😉

Als es hell war haben wir uns die Räder genommen und sind noch mal nach St. Andrews reingefahren. Am Vortag hatten wir ja eigentlich nichts gesehen. Wir sind am Golfplatz vorbei gefahren, durch kleine Gässchen. Vorbei an der Uni, der Schlossruine bis zur Ruine der St. Andrews Cathedral. Meine Güte war das mal eine riesige Kathedrale!
Dann sind wir weiter zum kleinen Hafen, weiter durch die Gassen bis in die Stadt zurück.
Bei einem Kaffee haben wir rumgesponnen, dass wir dort hin ziehen und an die Golftouristen geile Fotodrucke verkaufen 😉 ich würde an der Uni arbeiten, weil ich natürlich wirtschaftlich unabhängig von ihm sein will.
jaja 😉 Ich habe nicht schnell genug geschaltet, um das als Aufhänger zu nehmen und das Zusammenzieh-Thema anzusprechen. Aber egal, das rennt ja nicht weg *Augenroll*

In einem Laden hab ich dann noch eine Postkarte für meinen ARsch-Chef gekauft, hab schnell was nettes draufgekritzelt und eingesteckt. Die Karte kam letzten Dienstag schon an und er hat sich wirklich sehr darüber gefreut.
Ich hoffe er merkt sich das 😉

Nachdem wir im WoMo noch was ordentliches gegessen hatten, sind wir losgefahren Richtung Edinburgh.
Ich hatte gehofft, dass wir unterwegs noch mal einen Service Point finden, wo wir Wasser nachfüllen können, denn der Tank war inzwischen nur noch viertel voll. Aber wir haben keinen gesehen.
Na gut… in Edinburgh gibts bestimmt was.

Der Namenlose ist mit dem dicken Lewis da in die Stadt reingefahren, ganz ohne Navi… Dass er ein halbes Jahr da gewohnt hat, war aber inzwischen 13 Jahre her… trotzdem kannte er sich noch erstaunlich gut aus!
Ich hatte derweil die ganze Zeit Angst um den linken Außenspiegel, um die parkenden Autos, um die Reifen… denn der Namenlose ist ziemlich weit links gefahren. Er hat jeden Gullydeckel mitgenommen und ich hab uns schon die Bordsteine schleifen sehen.
Oh man es war so voll in Edinburgh.
Nach ner halben Stunde Verkehrschaos war ich ehrlich gesagt am Limit. Ich war angespannt, genervt, ich wollte aus dem WoMo aussteigen…
Wir haben dann in der Nähe wo der Namenlose damals gewohnt hat dann einen Parkplatz gefunden und sind erstmal zu der alten Wohnung. Anschließend dann mit den Rädern in den Holyrood Park, denn dort gab es einen Multi-Cache.
Das ganze erwies sich als megaanstrengend, weil es einfach extrem bergig dort war. Und die Räder waren ziemlich schrottig. Die Gangschaltung ging nicht… Die Sonne schien und es war ziemlich warm. Wenn Wind aufkam, war es jedoch gleich wieder frisch.
Ich war komplett genervt… Alles war falsch. Zu warm, Jacke aus, zu kalt, Jacke wieder an. Durst, zu bergig… er wollte mit mir auf Arthur’s Seat klettern, dem Berg in Edinburgh. Aber ich hatte keine Lust. Ich hatte auch keine Lust die Aussicht von dort über die Stadt zu genießen. Ich fand die Stadt doof. Sie war laut, voll, bergig und anstrengend. Ich hatte richtig Stress, so dass ich das körperlich gespürt hab. Und das tat mir gleichzeitig total leid, weil ich gern wollte, dass mir Edinburgh gefällt. Weil er mir seine Stadt zeigen wollte.

Nach ewigem hin und her, nach Gezicke meinerseits, nach Geheule, weil ich den Stress nicht kompensieren konnte, haben wir wenigstens den blöden Cache gefunden.
Wir sind dann zum WoMo zurück und wollten einen Schlafplatz für die Nacht suchen, damit wir die Sorge aus den Rippen haben.
Nach bestimmt zwei Stunden sinnlosestem Rumgegurke durch Edinburgh, haben wir uns dann doch in Portobello an den Strand gestellt. Es war am Arsch der Welt, aber das war mir inzwischen egal, ich wollte nur irgendwo ankommen. Wir sind an dem Tag nicht mehr in die Stadt gefahren, sondern in der Spelunke von Pub hängen geblieben. Ich hab mir gleichen einen großen Cider bestellt und ihn schnell ausgetrunken. Dass wir kein Wasser mehr gefunden hatten, war mir dann auch egal. Ich wollte nur noch, dass dieser Tag zu Ende ist. Morgen würde Edinburgh eine zweite Chance von mir bekommen.

Und jetzt? – 19.09.2016

An diesem morgen sind wir wieder ziemlich früh aufgewacht. Wir haben uns einen Kaffee gemacht und uns mit der Tasse und ein paar Cookies an die Promenade gesetzt, wo ein paar Hundebesitzer, aber hauptsächlich Möwen beobachten konnten.
Inverness liegt ja an der Mündung des Flusses Ness, der aus dem Loch Ness kommt und ein Teil des Caledonian Canal ist, den wir schon an Neptune’s Staircase gesehen haben. Der Kanal verbindet Nordsee und Atlantik.

Gegen halb 8 sind wir schon losgefahren, aus Inverness raus, Richtung Süden am Loch Ness entlang und zum Urquhart-Castle.
Bis dort hin war es viel dichter, als gedacht und wir waren schon gegen halb 9 dort. Die Parkplätze waren noch total leer, es standen nur zwei andere Autos da.
Für die Ruine der Burg musste man natürlich wieder Eintritt zahlen und der war mit 16,50 Pfund ganz schön happig. Außerdem hat das Besucherzentrum, durch das man durch musste um zur Burg zu gelangen, erst um halb 10 aufgemacht.
Gerade da kam ein Mitarbeiter, der mit seinem kleinen Trecker da durchs Tor gefahren ist, wir haben den einfach angesprochen, aber er meinte, er könnte uns leider nicht einfach mit rein nehmen, weil das Auto seines Chefs schon da stand. 😉 Überhaupt konnte er nicht verstehen, wieso die Touristen sich „den Haufen Steine“ angucken wollten 😀 er hat uns lieber zurück geschickt, und den Weg in eine schöne Ecke zum Wandern erklärt, wo man auch wieder Adler beobachten könnte.
Echt alles am Loch Ness ist auf Nessie ausgerichtet. Es gibt ein Loch Ness Exhibition Center, einen Nessie Shop, Bed and Breakfasts heißen Nessie Lodge… und es gibt Nessieland… „Please, don’t go to Nessiland“ hat der Mitarbeiter gesagt und ich hab ihm angesehen, wie er beschämt am liebsten noch den Kopf geschüttelt und die Hand vors Gesicht geschlagen hätte 😉

Na ja, aber wandern wollten wir auch nicht, also haben wir von der Mauer nur ein Foto gemacht (das der Namenlose mir immer noch nicht geschickt hat!!!) und sind dann weiter gefahren, Richtung Fort Augustus, was am anderen Ende von Loch Ness liegt.
Dort haben wir gefrühstückt, sind an den See gegangen und haben die Weite bestaunt. Der See ist 37 km lang… so weit kann man gar nicht gucken.
Am Südende des Loch Ness fährt man dann mit dem Boot in den Caledonian Canal, wo wieder ein Schleusensystem den Höhenunterschied zum Loch Oich überwindet. Dort steht auch der kleinste Leuchtturm in UK, damit man die Einfahrt nicht verpasst 😉

Im Grunde hatten wir alles mögliche angeguckt und abgehakt. Auch wenn die Tour ganz anders gelaufen war, als geplant. Wir haben Burgen und Schlösser gesehen, wir waren in Pubs, in er Einsamkeit, wir haben hunderte Schafe und eine handvoll Kühe gesehen, wir sind bis ans Ende der Welt gefahren, über schmale Straßen im Regen, bei Sonnenschein und Nebel… Das nächste große Ziel war Edinburgh, aber bis dahin waren es noch 250 km. Und außerdem war ja erst Montag.
Wir fuhren also erstmal östlich des Loch Ness nach Norden bis zum Loch Ruthven, wo ein Vogelschutzgebiet war. Dort haben wir in einem Unterstand am See ein paar Fasane beobachtet und dann noch was gefuttert, bevor wir weiter gefahren sind.
Irgendwann haben wir uns dann überlegt, dass es sinnlos ist, noch weiter nach Norden zu fahren. Weil wir das gar nicht schaffen, noch um den Rest an der Ostküste rumzufahren. Dann hätten wir nämlich nicht mehr viel Zeit für Edinburgh…
So ein richtiges Ziel hatten wir nun eigentlich gar nicht, Aberdeen wär noch schön gewesen, ich wär gern ins Katzencafé gegangen 🙂 Aber das hatte ich dann in den ersten Tagen wieder fallen lassen. Hatte auch vorher nichts gebucht, weil ich nicht wusste, ob wir es überhaupt schaffen und das Risiko, dass wir dann davor stehen und nicht rein können, war mir zu groß.
Also entschieden wir uns, dass wir nach St. Andrews weiter fahren, bzw. dass wir mal schauen, wie weit wir noch kommen, aber wir haben es bis nach St. Andrews geschafft und haben uns dort an den Strand gestellt. Fast 😉
Hinter dem Strand verliefen Dünen, dann kam eine Straße und dahinter war dann ein Wiesenstreifen direkt am Golfplatz. Dort haben wir uns hingestellt, haben die Räder genommen und sind nach St. Andrews reingefahren um, natürlich, wieder in einen Pub zu gehen 😉
Der erste war so ein schicki-micki Golfertreff. Da war es gerammelt voll, wir haben ein Bier/Cider getrunken und sind dann weiter gezogen. Es war nämlich einfach nur voll, aber hatte keine so richtig schöne Atmosphäre.
Wir sind ein bisschen durch die Straßen gezogen und haben einen anderen Pub gefunden, wo es echt nett war. Da gabs dann noch zwei Cider und Bier und zwei Whiskey und um 11 Uhr lagen wir wieder im Bett, waren fix und alle und haben geschlafen wie Steine.

After Shock in Inverness – 18.09.2016

An der Nordküste entlang, bis hoch zum Ende der Welt. Es war der schönste Sonnenschein und wir hatten super gute Sicht. In Thurso haben wir die Fähre gerade ablegen sehen, die zu den Orkney-Inseln fährt. Wir waren so froh, endlich einen Lidl gefunden zu haben… da konnten wir uns ein wenig besser eindecken, als in den winzigen Sparmärkten, die es sonst in den kleinen Orten in den Highlands nur gibt. Der Lidl dort sieht ganz genauso aus wie bei uns. Selbst die Durchsage, wenn eine Kasse öffnet oder schließt, klingt genauso 😉
Wir haben uns also erstmal ein paar Apfeltaschen und Schoko-Croissants zum Frühstück geholt und haben 5 Parkplätze blockiert, als wir das erstmal aufgefuttert haben.
Dann gings weiter bis ans Ende der Welt. Man beachte die Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Navi anzeigt. Man durfte dort 60mph fahren, was knapp 100 km/h sind. und wir sind 26 (ca. 40 km/h) gefahren. Mehr hat die Straßensituation nicht erlaubt…

Am nördlichsten Punkt von Großbritannien konnten wir superweit gucken. Wir konnten zurück nach Thurso gucken und wir konnten die Orkney-Inseln sehen. Panoramas haben wir auch gemacht, weil wir auch grad die Sonne im Rücken hatten.
Auf dem Hügel um Dunnet Head standen noch ein paar Bunker, die zu Kriegszeiten errichtet worden sind. Die Armee hat natürlich die Küsten überwacht um Angriffen von der See aus direkt begegnen zu können.
Vom Dunnet Head gings weiter zum Duncansby Head, dem nordöstlichsten Punkt der Insel. Von dem Ort John o’Groats, der da liegt, aus gibt es bis nach Land’s End, dem südwestlichsten Zipfel von Großbritannien, die längste Straßenverbindung über die Insel.
Auf dem Weg zum Aussichtspunkt hoch, haben wir schon eine „Parkplatz“ gesehen, wor wir dann auf dem Rückweg angehalten haben. Es war eigentlich nur eine Wiese. Ich hatte ein bisschen Schiss, dass wir uns festfahren, aber der Boden war trocken und fest. Man konnte von dort schon Strandsand sehen, dahinter musste eine Bucht sein. Wir wollten einfach mal gucken und wurden mit einer total einsamen Bucht überrascht, in der Robben ziemlich dicht am Ufer schwammen.

An der Ostküste ging es weiter nach Süden. Irgendwie war die Fahrt ziemlich ernüchternd, weil wir so tolle Landschaften gesehen hatten und hier sah nun alles irgendwie… na ja… nicht so spektakulär aus. Die Gegend war viel dichter besiedelt, als wir das bisher gewohnt waren, links und rechts waren Felder, die beackert wurden…
Wir hielten nach einem Platz Ausschau, wo wir Pause machen konnten, aber die Parkbuchten an den vielbefahrenen Straßen waren alles andere als schön, es gab auch nicht so oft welche, wie an der Westküste und deshalb sind wir nach Lybster abgebogen und bis an den Hafen gefahren.
Da ich nicht direkt an der Kaimauer stehen wollte und mir ein Ei braten wollte, haben wir uns auf die Wiese gestellt, wo auch Picknicktische standen.

Lecker gefuttert, dann wollten wir weiter… ja scheiße… diese Wiese war nicht trocken und fest… Wir steckten richtig tief im Matsch, nachdem die Reifen zig mal durchgedreht waren…
Ich also ans Steuer, hab versucht den dicken Lewis da rauszuschaukeln, der Namenlose hat von hinten geschoben. Aber das konnte man voll vergessen. Wir waren einfach zu schwer und steckten zu tief drin…
Gott sei Dank kamen grad ein paar Leute vorbei. Die haben netterweise mit angeschoben und dann haben wir es geschafft…
Wir haben dann erstmal an der nächstbesten Tanke angehalten, um den Matsch abzukärchern. Soo wollten wir das WoMo dann doch nicht zurück geben, sonst hätten wir das erklären müssen 😉

Unser nächstes Ziel war das Dunrobin Castle. Es war schon später Nachmittag, das Schloss hatte natürlich schon geschlossen… aber wir konnten trotzdem rumlaufen und uns den Garten angucken. Da war sogar ein Crocket-Platz und den Spaß haben wir uns auch nicht nehmen lassen 😀 das letzte mal hab ich das als Kind bei uns im Garten gespielt…

Unser Tagesziel war Inverness. Gegen halb 8 kamen wir auch dort an und haben einen Platz zum übernachten gesucht. Wir wollten natürlich nicht zu weit am Arsch der Welt stehen, wir wollten schließlich noch ein bisschen was von der Stadt sehen und noch in einen Pub gehen 😉
Wir haben uns dann auf den Parkplatz einer Kathedrale gestellt – trotz offiziellem Verbotsschild. Da stand schon ein anderes WoMo, wir dachten, wir fragen die Leute einfach mal, was die denken. Aber das waren Franzosen, die kein einziges Wort Englisch konnten. Kein Wunder, dass die um halb 8 mit zugezogenen Jalousien in ihrem WoMo saßen. Die hätten sich ja nicht mal ein Bier im Pub bestellen können!
Ich hab denen also in meinem gebrochenen Schulfranzösisch versucht zu erklären, dass es eigentlich verboten ist, dort zu übernachten. Aber die haben einfach gar nichts verstanden. Wir haben also beschlossen, es genauso zu machen, wie die Franzosen: Wenn einer kommt, verstehen wir einfach kein Wort 😉
Dann haben wir die Räder genommen, sind noch ne Stunde durch die Stadt gefahren, bevor wir vor einem Pub standen, aus dem laute Musik drang. Einer hat aus dem Fenster geguckt, hat uns stehen sehen und uns reingewunken, wie alte Bekannte 🙂
Nach einem Drink sind wir weiter gezogen, noch in einen zweiten Pub, da ist dem Namenlosen eingefallen, dass er damals in Schottland After Shock getrunken hat. Ein Cassis-Likör, der beim Abgang ganz schön brennt. After shock eben 😉 die hatten da auch welchen, aber nicht den Cassis. Die anderen beiden Sorten Zimt und Zitrone waren jedenfalls richtig ekelhaft 😉
Wieder mal leicht angeschleudert sind wir zurück gefahren, haben uns noch eine 5-Minuten-Terrine gemacht (Alkohol auf nüchternen Magen wirkt sich auch immer besonders gut aus…) und haben uns nicht mehr drum geschert, dass der Council of Inverness oder was das war, das overnight parking dort verbietet 😉

Highland-Games – 17.09.2016

Am heutigen Tag sollten die letzten Highland-Games des Jahres stattfinden. Ich hatte das ja in meiner ursprünglichen Planung berücksichtigt, und die Route wie eine 8 geplant, damit wir die Spiele nicht verpassen, aber auch nicht extra einen Umweg fahren müssen und trotzdem alles sehen, was wir sehen wollten.
Als wir die Planung in den Wind geschossen haben, hatte ich die Spiele für mich dann schon abgeschrieben.

Die letzten Tage aber sind wir doch viel weiter gekommen, als wir gedacht haben, und von Lochinver nach Bonar Bridge, wo die Spiele stattfanden, war es dann nicht mehr sooo weit. Knapp 80 Kilometer.
Und man muss ja nicht gleich schon um halb 10, wenns losgeht, da sein. Der Plan war hinzufahren und zu gucken, und wenn wir dann genug haben, dann wollten wir weiter fahren.

Unterwegs sind wir am Ardvreck Castle vorbei gekommen. Eins der vielen vielen Schlösser, die da überall stehen. Wir hätten mal dichter ran gehen sollen, denn im Grunde sehen alle Burgen und Schlösser so aus. Aber bei einigen Ruinen muss man Eintritt zahlen. Aber wir hatten ja ein Ziel 😉 also sind wir nach einem kurzen Fotostopp weiter gefahren.

Das Wetter wurde immer besser und als wir in Bonar Bridge ankamen, hat die Sonne so geschienen, dass uns in den Jacken fast zu warm war. Auf den Bildern sieht man das leider gar nicht so richtig.

Für die Highland-Games ist ein großer Acker gemäht worden. Man hat, wie in einem Stadion, eine ovale Bahn gemäht, auf denen dann Laufwettbewerbe und Radrennen stattgefunden haben. Auf dem Stoppelacker 😉 in der Mitte der Bahn wurden dann die klassischen Highland-Games-Wettbewerbe durchgeführt: Hammerwerfen, Kugelstoßen, Gewicht-Hochwurf, Tauziehen und Baumstammwerfen.
Links und rechts der „Arena“ waren noch Podeste, auf denen Wettbewerbe im Tanzen und im Dudelsackspielen durchgeführt wurden 🙂
Natürlich gab es auch Fress- und Souvenier-Zelte, wo es Burger, Süßigkeiten, keltischen Schmuck, Strick- und Tweed-Sachen gab, aber es waren höchstens 10 solcher Zelte/Stände und es war erfrischen unkommerziell und fast untouristisch.
Klar waren einige Touristen da, aber es wird nicht der Touristen wegen veranstaltet. Sondern der Tradition wegen.

Ja, das ganze hat echt Spaß gemacht. Wir haben unsere Campingstühle ausgepackt und haben uns da an den Rand gesetzt und zugeguckt, wie die Parade vorbei zieht und die Hühnen Gewichte über eine Stange werfen. Der Moderator der Spiele, der auch immer angesagt hat, wann was stattfindet und wer sich wo einfinden muss, das war ein in Kilt gekleideter älterer Herr, der sehr langsam gesprochen hat, so dass ich ihn trotz des schottisches Akzents sehr gut verstanden hab. Beim Gewicht über die Stange werfen meinte er dann, man soll sich vorstellen man würde ein siebenjähriges Kind über einen Doppeldeckerbus werfen.

Als es Mittag wurde, haben wir uns einen Angus-Cheese-Burger und danach weiter in der Sonne gehockt, sodass ich am Ende des TAges sogar einen Sonnenbrand hatte!
Aber wir mussten bis zum Schluss bleiben, weil ich gern das Baumstammwerfen sehen wollte 😉 Und das kam leider erst als letzte Disziplin dran.

Nach diesem entspannenden Tag sind wir total ungeplant nach Norden gefahren. Wenn man gute Straßen hat, dann schafft man doch mehr, als wir zu Anfang dachten. Also wollten wir noch zum nördlichsten Punkt der Insel.
Wir sind wieder über weitläufige Ebenen gefahren, die Sonne stand schon tief, es sah einfach unglaublich schön aus. Wir hätten wieder an jeder Ecke ein Foto machen können. Der Namenlose hat immer Panoramafotos gemacht. Wir haben überlegt, dass wir den Eltern und Großeltern zu Weihnachten einen Kalender mit Panoramabildern machen.
Einmal hielt ein Auto an, als wir grad in so einer Ausweichbucht standen um zu fotografieren. Wir dachten, wir kriegen jetzt einen Anschiss, weil man da ja nicht parken soll… Aber der Typ meinte, wir sollen weiter fahren, da würds noch viel schöner werden 😉

Als es dann dunkel wurde, waren wir kurz vor Bettyhill und wir haben entschieden dort noch hin zu fahren. Auf der Karte sah es groß genug aus, dass es dort einen Pub geben könnte 😉 Und so war es auch.
Als wir dann angeschleudert zurück gekommen sind, bin ich fast sofort eingeschlafen, der Namenlose hat noch gelesen. Nach ner halben Stunde oder so bin ich dann wieder wach geworden. Keine Ahnung wieso, aber der Namenlose meinte zu mir, dass da draußen jemand oder etwas wär. Wir standen auf einem Schotterparkplatz. Auf einer Seite waren Büsche, auf der anderen eine Straße mit Wohnhäusern. In einigen Fenstern war noch Licht. Der Mond schien total hell und eine Laterne war da auch.
Ich hab gelauscht… ja… es hat gescharrt draußen. Wie wenn jemand durch Schotter läuft.

Ich, müde und alkoholisiert, hab die totale Panik geschoben und hab mich gar nicht getraut die Jalousien hoch zu machen und raus zu gucken. Total bescheuert, aber ich dachte, wenn ich die Jalousie hoch mache, steht direkt vor dem Fenster ein fieser Clown mit ner Axt in der Hand oder so 😀
Der Namenlose wollte rausgehen und gucken, aber ich hatte so Schiss, dass ich ihm das verboten hab 😉

Wir sind dann auf einen anderen, zentraler gelegenen Parkplatz gefahren, wo auch ein Klohäuschen war. Hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen gleich mal Wasser auffüllen, Abwasser ablassen und das Klo ausleeren konnten.

Wie sich herausgestellt hat, war da draußen aber nix. Wir hatten nur die Dachluke offen und die Jalousie zugezogen. Der Wind hat dann die Jalousie bewegt und das hat so geraschelt, als würde draußen jemand über Schotter laufen 😉

Highland-Highlight – 16.09.2016

Natürlich war eigentlich der Viadukt mein Urlaubs-Highlight. Aber ich wollte unbedingt Highland-Rinder sehen. Eine Kuh hatten wir ja schon gesehen, aber die war hinterm Zaun. Und die war nicht so schön rot 😉 Mein Klischeebild einer Highland-Kuh ist rothaarig, zottelig, gemächlich mit riesigen Hörnern 😉
Das hab ich bekommen!

Wir sind in Applecross sehr früh wach geworden. Nachdem wir jetzt alle möglichen Schlafvarianten ausprobiert hatten, haben wir die auf dem Bett unten, was man jeden Tag bauen muss, als die beste Variante empfunden. Und um es vorweg zu nehmen, ich hab den restlichen Urlaub gut geschlafen. Meistens, weil ich von so viel frischer Luft, so viel Aktivität und einem oder zwei Cidern am Abend einfach so knülle war, dass ich auch auf einem Holzbrett hätte schlafen können 😉

Also morgens in Applecross haben wir Kaffee gemacht, die Stühle rausgeholt und draußen am Meer den Kaffee getrunken. Es war so ruhig und schön, total windstill, sodass es kaum Geräusche vom Wasser gab. Leider optimale Bedingungen für Mücken… Aber mit Autan ging das schon.
Unser Nachbar in dieser Nacht war auch schon früh auf den Beinen. Ein Rentner, der zusammen mit seiner Frau und Hund Holly WoMo-Urlaub macht. Er hat uns ein Gespräch aufgedrückt, aber ich hab ihn mehr schlecht als recht verstanden. Alter hatte der einen Akzent! Und er hat nicht mal ansatzweise versucht, deutlicher zu sprechen, nachdem wir bei jedem zweiten Satz nachfragen mussten 😉

Wir haben uns dann verabschiedet und sind losgefahren. Weiter die Küste hoch nach Norden. Es war noch kein Mensch unterwegs, nur ein paar Schafe. Das Wetter war super. Man hatte klare Sicht nach Raasay, einer Insel zwischen dem Festland und Skye. Die Sonne ging grad auf und auf einem Parkplatz haben wir angehalten und versucht, das Licht einzufangen. Was uns natürlich nicht gelungen ist, aber wir haben es trotzdem versucht 😉
Als wir dann über die nächste Bergkuppe gefahren sind, waren sie da: die Rinder! Die Sonne stand noch so tief, dass sie total warm und orange-gelb geleuchtet hat, wir hatten die Sonne im Rücken und es war echt der perfekte Moment! Das Fell der Kühe hat gestrahlt in dem schönen Licht. Ein Auto kam hinter uns, aber die haben nur zwei, drei Fotos gemacht und sind dann weiter gefahren. Ich hätte meine ganze Speicherkarte voll knipsen können, so begeistert war ich von den Tieren und dem Licht.
Es war so toll! Die Kühe sind am Straßenrand entlang gelaufen, haben gefressen und sich überhaupt nicht von uns stören lassen. Bevor wir ausgestiegen sind, kam eine ans WoMo rangelaufen und hat neugierig geguckt, was das ist 😀 Wir hatten ein wenig Angst um unseren Spiegel und den Lack. Die Hörner sind doch echt gewaltig und respekteinflößend. Überhaupt sind die einfach sehr groß, wenn die vor einem stehen. Und massig. Also wenn die losrennen und einen anrempeln… puh… Da sie auch Kälbchen hatten, hab ich mich zuerst auch nicht so dicht rangetraut. Ich bin in der Hocke auf sie zugegangen, weil ich nicht wollte, dass sie mich als Bedrohung empfinden. Aber die waren sehr ruhig und sanftmütig. Wahrscheinlich dachten sie, ich wär ihre Schwester 😀

Schweren Herzens hab ich mich dann losgerissen und wir sind an der Küste weiter gefahren. Wir haben kaum ein Auto getroffen, es war ja immer noch früh am Tag.
Wir hätten alle paar Meter anhalten können, um Fotos zu machen, es sah einfach so schön aus! In Kinlochewe haben wir dann wieder getankt und anschließend Pause gemacht, bevor wir weiter gefahren sind in Richtung Ullapool.

Ullapool – ultracool 😉 Wir wollten da hin, weil es da die besten Fish&Chips der Welt gibt 😉 Der Namenlose war in seiner Schottland-Zeit damals einmal kurz in Ullapool hatte welche gegessen und er wollte da unbedingt noch mal hin.
Unterwegs haben wir ein paar super schöne Buchten gesehen. Bei Ebbe ist das ziemlich faszinierend, weil das Wasser sooo weit zurück geht…
In Ullapool mussten wir feststellen, dass der beste Fish&Chips-Laden geschlossen hatte… na toll! Ausgerechnet! Wir haben dann in einem anderen „award winning“ Imbiss Fish&Chips geholt. Das muss ja mindestens der zweitbeste gewesen sein 😉
Im Tesco haben wir anschließend noch unsere Vorräte aufgefüllt, bevor wir immer weiter nach Norden gefahren sind. An einer Straße stand dann wieder dran, dass sie nicht für Wohnmobile geeignet ist… das hat den Namenlosen aber wieder nicht gestört. Ich hab an den super engen Stellen und Kurven einfach die Augen zu gemacht…

In Inverkirkaig, am Arsch der Welt, haben ungefähr 5 Leute gewohnt, dafür ungefähr 100 Schafe 😉 Es gab eine Telefonzelle und einen Briefkasten und ich hab beschlossen, die Pause zu nutzen um noch ein paar Karten zu schreiben, die ich in Ullapool nachgekauft hatte.

Ach, als ich am Freitag übrigens erzählt hab, dass die Karten immer noch nicht da sind, haben mich dann doch noch ein paar Nachrichten erreicht, dass sie nun doch angekommen waren. Wenn man vom Teufel spricht also 🙂 Deshalb werde ich jetzt auch gleich darüber wettern, dass die vier Karten, die ich dort eingesteckt hab, auch immer noch nicht angekommen sind!! Und ich hoffe, dass sich das damit heute von selbst erledigt 😉
Selbst die Karte an meinen Chef-Arsch ist gestern angekommen, obwohl ich sie noch 5 Tage später abgeschickt habe…

Von Inverkirkaig gings dann das letzte Stück nach Lochinver, wir die Nacht am Hafen verbracht haben. Nicht ohne vorher in den Campingstühlen den Sonnenuntergang anzuschauen und dabei ein Dosenbier/-cider zu trinken und anschließend noch im Hafenpub ein frisch gezapftes Bier und Cider 😉

Durch die Wolken – 15.09.2016

Nach einer getrennt geschlafenen Nacht (ich oben allein im Alkoven, der Namenlose wollte unbedingt in dem Doppelstockbett im hinteren Teil des WoMos schlafen) sind wir auf der Suche nach Frühstück durch Portree auf Skye gelaufen. Es war noch ziemlich früh (wir sind immer ziemlich früh aufgewacht) und die Stadt war noch ziemlich ausgestorben. Die Läden hatten alle noch zu und Touristen waren noch nicht unterwegs. Die saßen in ihren Frühstücksräumen und haben gefuttert. wir haben es draußen gerochen 😉
Weil es noch nirgendswo Frühstück gab, nicht mal einen Kaffee, sind wir aus der Stadt raus gefahren, haben uns irgendwo hingestellt und erstmal gefrühstückt und dann geduscht. Das waren irgendwie Sachen, die wir nicht auf dem Parkplatz in Portree machen wollten 😉

Anschließend sind wir weiter gefahren nach Armadale. Das ist der Ort, wo die Fähre von Mallaig ankommt, die wir zwei Tage vorher eigentlich nehmen wollten. In Armadale war ein Cache, der versprach, dass man dort Robben sehen könnte. Eigentlich sind wir nur deshalb hingefahren 😉 Aber die Straße war sehr gut, das ging dann echt ganz fix.
Vor Ort haben wir einen perfekten Parkplatz bekommen, weil grad einer mit seinem Bulli weggefahren ist 🙂
Dann sind wir losspaziert, haben endlich unseren ersten Schottland-Cache gefunden!! Yaaay 🙂 Und Robben haben wir auch gesehen. Wir sind dann noch ein wenig nach draußen auf die Felsen geklettert um sie noch etwas besser sehen zu können. Es war grad Ebbe, daher konnte man da gut rausgehen.
Der Namenlose kam dann auf die Idee den „Seeweg“ zurück zum Camper zu nehmen… „Wir müssen nur da um die Ecke, da in der nächsten Bucht stehen wir schon“, hat er gesagt. Und meine Unfähigkeit zur Orientierung ausgenutzt!! 😉
Es war dann doch weiter als gedacht, aber hatten ja gute Schuhe und Kleidung an. Wieder einmal waren wir echt froh darüber, dass wir noch im Globetrotter shoppen waren!

Wir hatten uns am Vorabend überlegt, dass wir unsere Route nach Applecross ausdehnen, das sollte laut unserem Vermieter sehr schön dort sein. Wir hatten von ihm einige Infos über verschiedene Routen in Schottland bekommen. Es gibt zB. eine Whiskey-Route, die einen an allen möglichen Destillen vorbei führt. die Coastal Route führt dann, wie der Namen sagt, an der Küste lang. Die sind wir gefahren.
Ich hatte ein bisschen Schiss vor der Fahrt, weil ich inzwischen geglaubt habe, das Straßensystem verstanden zu haben… und weiße Straßen waren schmal und nicht sooo toll. Und weiße Straßen mit einer Pfeilspitze waren steil! Aber gut, wir hatten ja jetzt keinen Winter… trotzdem war mir mulmig und ich sollte Recht behalten!! An der Passstraße stand noch ein Schild, dass diese nicht für Wohnmobile geeignet ist, aber das hat der Namenlose geflissentlich igoniert. Außerdem hatte ich gesehen, was da für ne fette Wolke am Berg hing.
Leute… ich wär fast gestorben! Es war echt schlimm für mich. Ich bin grundsätzlich kein schlechter Beifahrer, aber auf diesem Stück war so angespannt und hab laufend sowas wie „Pass auf!“ oder so gesagt… Die Wolke… wir waren so hoch… Wir konnten kaum 20m weit gucken, entgegen kommende Autos hat man erst gesehen, als sie schon direkt vor einem waren… und dann musste man auf dieser schmalen Straße im Zweifel rückwärts zur letzten Ausweichbucht fahren… Das war echt die Hölle für mich. Wir, und auch alle anderen, sind mit Warnblinker gefahren, weil wir uns eingebildet haben, dass man das durch den dichten Nebel besser und schneller sieht. Aber Pustekuchen! Und es waren echt einige Autos auf dieser Passstraße unterwegs. Oben auf dem Berg war ein Parkplatz und wir haben kurz angehalten. Normalerweise hat man da bestimmt eine unglaublich schöne Sicht. Was wir gesehen haben, war eine Wolke! Meine Haare waren nass als ich wieder eingestiegen bin.
Ich weiß auch, warum sie die Straße nicht für WoMos geeignet war… es gab ein paar Haarnadelkurven, wo man ganz schön ausholen musste. Da in den Kurven auch immer Ausweichbuchten waren, hätte man genug Platz gehabt, sofern dort nicht grad einer stand, der den Gegenverkehr durchlassen wollte… Wir konnten froh sein, dass unser Lewis nur sehr dick, aber nicht extrem lang war. Es ging alles. Aber das Paar, das wir am Vortag getroffen haben, die meinten, es war eine Katastrophe mit deren Riesending von Wohnmobil…
Ja, so Hinweisschilder können schon mal irgendwie sinnvoll sein…

Als wir dann endlich durch die Wolke durch waren, war ich echt fix und fertig. es war wieder hell, wir konnten wieder weit gucken… man das war erholsam für meine Nerven.
In Applecross angekommen haben wir im Applecross Inn eine Kleinigkeit gegessen und getrunken (Ich hab Haggis probiert, aber das ist nicht meins) und sind anschließend, obwohl es noch relativ früh war, dort an der Bucht stehen geblieben und haben da übernachtet. Es hat leider geregnet, so dass wir im WoMo saßen und gelesen haben. Aber später sind wir dann doch noch rausgegangen und sind da rumspaziert. Wir hätten gern den Hirsch gesehen, der da angeblich jeden Abend/Nacht an die Bucht kommt und Seegras frisst, aber der hatte im Regen wohl keine Lust dazu 😉

Dort die Nacht zu verbringen und nicht weiter zu fahren und irgendwo zu stehen, sollte sich am nächsten Tag als die beste Entscheidung überhaupt herausstellen! 🙂

Skye pur – 14.09.2016

Der Ausblick am morgen auf die Bucht, das zarte Licht – das war traumhaft! Und vor allem weil ich endlich mal ausgeschlafen war 🙂

Wir sind den ganzen Tag fast über die ganze Insel gefahren. Die Weite, die Unberührtheit… Wahnsinn. Einfach unglaublich schön. Überall laufen Schafe rum. Die liegen auf der Wiese, fressen und gucken den vorbeifahrenden Autos zu.
Wir sind mit dem Uhrzeigersinn um Skye gefahren. Irgendwo sind wir in eine winzige Straße abgebogen, weil wir dachten, wir kommen da runter zum Meer. Allerdings wurde die Straße immer schlechter, dann ein Schotterweg und ich hab den dicken Lewis schon feststecken sehen. In einem Anflug von Panik deswegen, hab ich den Namenlosen angepflaumt, dass er umdrehen soll.
Dabei sind wir dann auf die erste Hochlandkuh gestoßen 😉

Weiter gings bis nach Milovaig, fast am letzten Ende auf dem einen Zipfel von Skye. In Glendale haben wir dann in einem kleinen Café angehalten, haben einen Kaffee getrunken und eine warme Suppe gegessen. Es war nämlich doch recht frisch und immer mal etwas regnerisch an dem Tag.
In dem Café hab ich dann auch gleich die Zeit genutzt, um meine Postkarten zu schreiben. In Milovaig hatte ich nämlich einen Briefkasten am Arsch der Welt gesehen und irgendwie fand ich es lustig, die Karten in so einen einsamen Briefkasten zu stecken 😉
Hab ich dann später auch… Ich hätts lassen sollen, denn bis heute ist keine einzige Karte angekommen… 😦

Von Glendale ging es Richtung Claigan, dort soll es schöne Strände geben – die Coral Beaches. Unterwegs sind wir am Dunvegan Castle vorbei gekommen. Aber die Parkplätze waren voll, also sind wir weitergefahren. An den Coral Beaches gab es auch keinen Platz für uns. Wir wollten auch nicht riskieren uns festzufahren und außerdem fing es auch an zu regnen, da hätte ich keine 1,5km bis zum Strand wandern wollen.
Also weiter, den nächsten Zipfel hoch, nach Stein. Dort haben wir unten am Hafen Pause gemacht, uns ein Rührei gebraten (beim Toast in der Pfanne toasten haben wir wieder den Feuermelder ausgelöst 😉 ) und die Flut beobachtet.

Da es erst 15 Uhr war, wollten wir noch ein bisschen fahren. Wir hatten den Zeitplan so einigermaßen wieder eingeholt, aber im GRunde haben wir darauf nichts mehr gegeben. Man weiß vorher nicht, wie die Straßen sind, also wollten wir das Tageslicht noch nutzen und gucken, wie weit wir kommen.
Weiter gings also um die Bucht herum und den großen Zipfel hoch. In Uig haben wir getankt, auch wenn er noch halb voll war. Aber in der Einöde weiß man nie, wann die nächste Tanke kommt.

Ganz im Norden der Insel steht die Ruine des Duntulm Castles. Jetzt wohnen da Schafe 😉 Es ist natürlich abgesperrt, weil es direkt an der Klippe steht. Aber ein Mann ist da hinter der Absperrung rumgelaufen und hat Fotos gemacht und dann sind wir auch über den Zaun gestiegen 😉
Die ganzen Schafe, die sonst am Straßenrand, direkt an der Leitplanke liegen und gemütlich fressen und sich nicht drum scheren, dass ein dickes WoMo an ihnen vorbei fährt, rennen weg, sobald mal auf sie zu geht, weil man sie streichen will… pfff 😉
An der Ruine haben wir dann zufälligerweise das Paar vom Vortag noch einmal getroffen. So klein ist die Welt! Die haben uns angeraten, wie Coastal Route zu fahren, eine Küstenstraßen, weil sie so wunderschön wär. Das lag zwar nicht so richtig auf dem Plan, den ich gemacht hatte, aber egal. Der war ja eh verworfen.

Weiter nach Norden, um die Spitze rum trafen wir auf einsame Telefonzellen, die zwischen zwei Orten an der Straße stehen und einen der ebenso einsamen Briefkästen, in den ich dann die Karten eingeworfen hab…
Rush Hour hatten wir auch noch… Wir mussten die Kuhherde durchlassen 😀

Gegen 19 Uhr waren wir am Old Man of Storr, einem Felsen, der da einfach so rumsteht. Und eigentlich wollte ich da hin, aber vom Parkplatz aus war das ein etwa 2-stündiger Fußmarsch bis da hoch. Das hatte uns das englische Paar erzählt. Und nun war es schon spät. Gegen halb 8 ging die Sonne unter und der Wanderweg hatte sogar Öffnungszeiten. Zu gefährlich im Dunkeln.
Also sind wir weiter gefahren nach Portree, wo wir zum ersten mal wieder in richtiger Zivilisation übernachtet haben. Auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Wir haben uns dann aus unseren Trekkingklamotten geschält und Jeans angezogen, bevor wir dort essen und was trinken gegangen sind.
Und auch die nächste Nacht hab ich wieder gut geschlafen 😉

Abfahrt von Gleis 9 3/4 – 13.09.2016

Ach, was hatte ich wieder kacke geschlafen!! Dieses mal wollten wir nicht oben in den Alkoven kriechen, sondern haben uns unten das Bett gebaut. Das ist natürlich gleich ziemlich aufwändig… Tisch muss weg, Polster müssen umgebaut werden, Laken drüber ziehen… ach man… Und wie gesagt, besser geschlafen hab ich trotzdem nicht. Mir war erst kalt, dann war mir zu warm, es hat nachts gegossen wie aus Eimern und das war ziemlich laut. Ach ja und der Bach hat gerauscht…
Also wenn das die restlichen 10 Tage so geht, dann Prost Mahlzeit…

Aber erstmal gabs Kaffee und Cornflakes zum Frühstück, bevor wur uns auf den Weg nach Fort William gemacht haben. Bzw. eigentlich noch ein Stück weiter nach Banavie zu Neptune’s Staircase. Aber erstmal wollten wir in Fort William den Harry Potter Zug sehen, der da losfährt. (*hust* obwohl ich natürlich weiß, dass er eigentlich in King’s Cross vom Gleis 9 3/4 fährt… aber ich will mal nicht so sein 😉 ) Aber wir haben die Einfahrt zum Bahnhof verpasst und dann wars auch egal. Ich wusste nicht mal, ob er da überhaupt steht oder schon losgefahren war.
Also auf zu Neptune’s Staircase. Das ist eine Schleusentreppe vom Caledonian Canal ins Loch Eil. Die längste Schleusentreppe in Großbritannien übrigens. Sie besteht aus acht aneinander gereihten Schleusen, die die Schiffer passieren müssen, wenn sie da durch wollen.
Früher mussten die Schiffer die Schleusentore manuell öffnen und ihr Boot dann in die nächste Kammer ziehen, dann die Schleuse schließen und die nächste öffnen. Heute kann man die Tore mechanisch bedienen, aber der Prozess bleibt der gleiche.
Wir hatten grad Glück, zwei Boote schleusten sich gerade durch den Kanal und waren an einer der unteren Stufen angekommen.
An den Schleusen war auch irgendwo ein Cache, aber wir haben ihn nicht gleich gefunden und wir wollten dann da auch nicht ewig rumsuchen, denn ich wollte unbedingt weiter zum Glenfinnan Viaduct, das auf dem Weg nach Skye lag 🙂

Ich hatte über Google Streetview schon vorher geguckt, wo man da gut anhalten kann 😉 Vom Viadukt geht ein Weg zur Straße, da ist ein kleiner Parkplatz und von da hätte man gut laufen können.
Hätte ich mir aber sparen können, denn die haben da ein ganzes Besucherzentrum eingerichtet. Nicht nur für den Viadukt, sondern auch für das Glenfinnan Monument, das auf der anderen Straßenseite steht.
Aaaaaaber, das interessiert ja kaum noch einen, es geht ja allen nur noch um den Harry Potter Zug 😉
Ja, um den ging es mir auch, aber da ich wusste, dass der nur zwei mal am Tag da lang fährt (bzw. 4x, je 2x hin und zurück), hab ich mir keinen großen Hoffnungen gemacht, dass wir das zeitlich so abpassen können, dass wir genau dann da sind, wenn der Zug fährt.

Als wir auf dem Parkplatz ankamen hatten wir erstmal Glück, dass wir überhaupt noch einen Platz mit unserem dicken Lewis bekommen haben. Ein netter Einweiser hat uns einen Platz zugewiesen. Als hätte er auf uns gewartet 🙂
Und als wir ihn dann fragten, wann denn der Zug über den Viadukt fährt, meinte er in 20 bis 25 Minuten.
Waaaaaaaaaaaaaassss?? Yaaaaaaaaaaaay! 😀 Schnell, Schuhe anziehen, hoch hoch hoch!! Es gab da einen Felsen, von dem aus man gut gucken konnte, man konnte von unten auch schon Leute dort oben stehen sehen!
Oh ich war so aufgeregt 😀 wie ein kleines Kind am ersten Schultag. Wie Harry, als er zum ersten Mal nach Hogwarts gefahren ist 😉 (Und vielleicht auch wie sein Sohn James, als er nur 12 Tage zuvor zum ersten Mal drin gesessen hat ;D)

Also um das an der Stelle mal klar zu stellen: Dieser Zug ist der Jacobite Steam Train, der da schon ewig da lang fährt. Und der Viadukt (das klingt so komisch… ich dachte immer es heißt das Viadukt…) wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts gebaut.
Aber für den Hogwarts-Express war das natürlich das passendste an Kulisse überhaupt und deshalb hat das Ding und der Zug an so viel Bekanntheit gewonnen.
Ich gebe zu, dass ich sonst auch nichts davon gewusst hätte. Wir wären sonst daran vorbei gekommen und hätten wohl gesagt: „Oh guck mal, was für ne krasse Brücke. Und oooh guck mal, da fährt ne Dampflok drüber… das ist ja geil!“
Aber durch Harry Potter pilgern da die Massen hin. In der Zeit wo wir oben gewartet haben, kamen noch ein paar Reisegruppen an, die alle noch in völlig unpassenden Sachen den Weg hochgekrakselt sind und dann da im Matsch (denn es hatte wohl vorher ordentlich geregnet) gestanden und gewartet haben. Wir sind, weil wir die perfekte Ausrüstung an Klamotten hatten, noch den Berg am Aussichtspunkt ein Stück hochgeklettert, durch den Modder, weil wir, bzw. ich, ja keine Köpfe auf meinen Fotos haben wollte 😉 Hatte ich aber trotzdem. Aber nur am Rand, das kann ich abschneiden…

So… lange Rede… wir standen da und mussten noch eine halbe Stunde auf den Zug warten, weil er zu spät war!! Er hat auch schön einmal ge…tutet… gehupt? ihr wisst was ich meine… So wussten wir alle, dass er kommt und dass wir nun die Kameras bereithalten müssen ;D
und dann wars auch ganz schnell vorbei. Eigentlich völlig unspektakulär. Ein Zug fährt über eine Brücke und stößt Dampf aus. Aber ich fand das sooo schön, dass ich ein kleines bisschen heulen musste 😉

Nachdem wir dann da noch einen Kaffee getrunken und einen Muffi gefuttert hatten, und im Souveniershop die ganzen sinnlosen Potty-Sachen angschaut haben (Zauberstäbe, Schmuck usw.), hab ich da aber wenigstens ein paar Postkarten gekauft. Die sind aber immer noch nicht angekommen. Ich hab sie in der Pampa in einen Briefkasten gesteckt, vielleicht wird der nur ein mal wöchentlich geleert 😉
Wir sind dann weitergefahren nach Mallaig, wo wir mit der Fähre nach Skye rüber wollten. Und enttäuscht wurden, weil die Fähre bis zum nächsten Tag ausgebucht war… toll… Ich hatte noch im Internet gelesen, dass man die Fähre im Voraus buchen kann, aber ich hätte nicht gedacht, dass man das tun sollte… na ja, aber wir wären ja eh zu spät gewesen. In meiner Planung wären wir schon etwas eher gefahren, dh. hätte ich gebucht, wäre das Ticket verfallen…
Tja, das bedeutete nun für uns, dass wir über die Brücke nach Skye müssen. Grundsätzlich kein Problem… aber es ist weit… Wir mussten bis Fort William zurück, dann nach Norden und dann wieder nach Westen rüber zur Brücke.
Auf dem Umweg hielten wir noch kurz an den Silver Sands of Morar an – weißsandige Strände in der Nähe von Mallaig. Das war echt richtig schön da, der Sand war weißer als in der Domrep. an einem Baum hin ein Seil, da sind wir noch ein bisschen umhergeschaukelt 😉 Ich glaube nur nicht, dass die Flut so hoch kommt, dass man von da abspringen könnte…

Auf dem langen Weg zur Skye Bridge haben wir kurz vorher noch mal bei tief stehender Sonne am Eilean Donan Castle angehalten. Das ist die Burg aus dem Film Highlander und ist das meistfotografierte Schloss in Schottland. Wir haben uns das auch nicht nehmen lassen 😉 Auch wenn die Sonne dafür etwas ungünstig stand und so nicht die besten Fotos entstanden sind.
Auf dem Parkplatz hat dann noch ein englisches Paar, ebenfalls mit einem Camper, angehalten und wir kamen ins Gespräch. Mit WoMo kommt man immer gleich ins Gespräch 😉 man ist so eine Gang irgendwie. WoMo-Fahrer grüßen sich auch immer untereinander 😀
Jedenfalls, die hatten ein Riesenschlachtschiff an WoMo… ich hätt ja gern mal reingeguckt, aber ich hab mich nicht getraut zu fragen.

Dann ab über die Brücke nach Skye, dort haben wir direkt an einer Bucht in einem der ersten Orte einen Stellplatz gefunden. Dann haben wir uns die Räder geschnappt und sind in den Ort reingefahren und haben im Pub unser erstes Bier bzw. den ersten Cider im Urlaub getrunken. Prost!
Angetüdelt gabs im Camper dann noch irgendwas zu essen… Ich glaube Tortellini… Oder 5 Minuten-Terrine oder so… ich weiß es gar nicht mehr 😀 Es war jedenfalls köstlich und ich habe in der folgenden Nacht ganz hervorragend geschlafen! Endlich! 🙂

Kühe, Gräber, Pub & Wald – 12.09.2016

Nachdem wir am ersten Tag nur ca. 70 km gefahren waren, hab ich gedacht, dass wir unsere Route uuuuuunbedingt kürzen müssen. Wir hatten ungefähr 2/3 des ersten Abschnittes geschafft. Ich war völlig verzweifelt, weil ich das alles so falsch eingeschätzt hatte. Die Straße, auf der wir nachts gefahren waren, war eine kleine Katastrophe… man konnte nicht schnell fahren, laufend kam was entgegen und man musste ausweichen… also wenn das die ganze Zeit so geht, dachte ich, dann schaffen wir höchstens die Hälfte von dem, was ich geplant hatte…

Wir sind am ersten Morgen schon um halb 7 wach geworden. Ich hatte ja eh total schlecht geschlafen und lag schon seit einer halben Stunde wach. Ich hab dann gelesen, weil ich den Namenlosen nicht wecken wollte. Hätte ich aber, wenn ich über ihn rüber geklettert wär. Außerdem wär ich dann bestimmt runtergefallen 😉
Wir sind dann also aufgestanden, haben hinters WoMo gepischert 😀 und sind dann zurück in den letzten Ort gefahren, weil da ein See war. Da haben wir uns dann einen Kaffee gemacht (so scheiße wie befürchtet hat der lösliche Nescafe gar nicht geschmeckt 😉 ) und die Campingstühle rausgeholt und die Stille genossen. Echt es war soooo still. Man hört nichts. Ein leichtes Plätschern vom Wasser am Ufer, ein sanftes Rauschen vom Wind in den Baumen. Hier und da mal ein Vogel… Und ein Blöken oder Muhen 🙂

Als wir dann nach weiteren 1,5h endlich in Balloch am Loch Lomond ankamen, hatten wir Hunger und haben uns kein Müsli gemacht, sondern sind richtig frühstücken gegangen. Ein richtiges Frühstück musste her, mit Bohnen, Würstchen und Black Pudding. Was ich dann gar nicht so eklig fand, wie ich dachte 😉
Alles haben wir verputzt und sind dann mit den Rädern ein Stück am Loch Lomond lang gefahren. Den Berg hoch zu Schloss Balloch haben wir uns geschenkt, als wir gesehen haben, dass da ein Bauzaun drum war. Man muss ja nicht gleich am Anfang übertreiben.

Wir wollten am zweiten Tag eigentlich noch bis nach Oban, weil ich immer dachte, der Namenlose hätte da irgendwie eine sentimentale Verbindung hin. Hatte er aber nicht. Aber wir sind trotzdem hingefahren. Unterwegs haben wir einen Abstecher in die Bucht vom Loch Etive gemacht, einfach, weil wir von weitem schon gesehen hatten, dass es da schön aussah. Da war dann eine kleine Kirche und wir haben den ältesten Grabstein gesucht. So wie die aussahen, hätte man denken können, sie wären von 1600-irgendwas gewesen, aber der älteste war „nur“ von 1792.
Bevor wir dann nach Oban gefahren sind, haben wir noch am Dunstaffnage Castle angehalten, aber die wollten da Eintritt. Also haben wir uns nur die Ruine der zugehörigen Kapelle angeguckt, aber es fing dann so an zu regnen, dass wir zurück zum WoMo gelaufen sind und endlich nach Oban gefahren sind. Da ließ uns das Wetter dann wieder im Stich. Es fing an zu regnen. Erst nicht schlimm, so dass wir trotzdem ein bisschen durch die kleine Stadt spaziert sind, aber dann wurde es immer stärker. Wir sind dann in einen Pub geflüchtet, wo wir zwei Cola getrunken haben, weil wir dachten, es würde vielleicht noch aufhören.

Um dann noch ein bisschen Strecke zu machen und ein bisschen aufzuholen, sind wir dann weiter gefahren Richtung Fort William, wo wir am nächsten Tag hin wollten. Da der Namenlose ja doch nicht so verbunden mit Oban war, wie ich dachte, mussten wir da auch nicht länger bleiben. Es war auch ziemlich touristisch und voll da, das hat uns nicht so gefallen 😉
Wir wollten nicht wieder so lange fahren, wie am Vorabend, weil es einfach echt stockfinster ist, wenn sie Sonne dann weg ist und sind deshalb abgebogen nach Port Appin, weil wir dachten, dass man sich da schön hinstellen kann, mit Blick aufs Meer… Na ja Blick hatte man, aber Hinstellen konnten wir vergessen. Denn da war ein Fähranleger und direkt daneben ein Restaurant, das sehr sehr gut besucht war 😉 Wir hatten etwas Mühe unser Riesen-WoMo vor aller Augen zu wenden, aber wir haben es geschafft und ein paar Meilen weiter einen Parkplatz gefunden. Mitten im Wald, eigentlich für Wanderer, die von dort aus ihre Tour starten wollen.
Es war so dunkel dort, dass ich es fast gruselig fand. Der laute rauschende Bach daneben… man hätte uns nicht mal schreien hören, obwohl die nächsten Häuser gar nicht soooo weit weg waren. Also man hätte hin rennen können, wenn irgendwas gewesen wär 😉

Im Gegensatz zum Vortag haben wir doch einiges an Strecke geschafft, weil wir auch über etwas größere Straßen gefahren sind. Wo der Verkehr ganz normal auf einer zweispurigen Straße fährt, wo keiner ausweichen muss. Wo man auch mal schneller fahren kann.
Ich hatte Hoffnung, dass wir dann doch einen größeren Teil unserer Route schaffen könnten.
Aber darüber wollten wir uns die nächsten Tage erst Gedanken machen. nach zwei, drei weiteren Tagen konnte man besser abschätzen, wieviel man so schafft.

Hauptsache der Koffer kommt an! – 11.09.2016

Der Urlaub nach Schottland begann für mich mit einem mittelgroßen Aufreger. Wir hatten unseren Flug mit Lufthansa gebucht, und man ist es ja inzwischen gewöhnt, dass man sich selbst online eincheckt, oder auch an so einem Automaten am Flughafen. Wir sind ja ein Volk der Selbermacher, außerdem will ja jeder seinen Platz aussuchen und so weiter.
Ich check ja meistens auch online selbst ein, wenn ich irgendwohin fliege. Dann muss man sich zwar noch mal anstellen und sein Gepäck aufgeben, also könnte man sich das einchecken auch vorher sparen, aber grad, wenn man nur mit Handgepäck fliegt, ist das sehr komfortabel, weil man direkt zur Sicherheitskontrolle gehen kann.

So, jetzt hatten wir ja nun Gepäck dabei, haben uns erst an einem Automaten selbst eingecheckt und sind dann zum Schalter gegangen, wo man sein Gepäck aufgibt. Dieser Schalter war ein weiterer Automat…
Bei Lufthansa gibt man als „Billigpassagier“ der Economy-Class sein Gepäck selbst auf. Für die Businessclass gabs einen echten Schalter mit echtem Mitarbeiter zur Gepäckaufgabe. Aber so billig war der Flug gar nicht. Ist ja nicht so, dass Lufthansa mit Easyjet vergleichbar wär… nö… Also mich hat das wahnsinnig aufgeregt, dass überall am Service gespart wird, aber die Flüge nicht günstiger werden.
Da steht man also vor diesem Kackautomaten, muss sich von einem Mitarbeiter noch anfotzen lassen, weil man nicht sofort checkt wie das jetzt funktioniert und einen falschen Knopf gedrückt hat… Ganz im Ernst, ich hatte Angst dass einer oder beide Koffer im falschen Flugzeug landen… und wir hatten nicht gemischt gepackt…
Das ist das gleiche wie mit den Selbstscan-Kassen im Supermarkt. Das finde ich ne Frechheit. Die Produkte werden nicht billiger, wenn ich sie selbst scanne… Und wenn ich dann noch einen Fehler mache, wird mir nachher noch Diebstahl unterstellt…

Das nächste: an der Passkontrolle bin ich vorher stehen geblieben und hab mein Portemonnaie rausgekramt, wo mein Perso drin war, und dann motzt mich auch ein Mitarbeiter an, dass ich da jetzt durch gehen muss und zeigt auf die Passkontrolle.
Ähm… ja ich weiß du Blödmann! Ich bin ja nicht bescheuert!

Also eigentlich war der Tag für mich da gelaufen, ich war komplett genervt, hatte schlechte Laune und Hunger.

Im Flieger war dann aber alles vergessen, in Schottland erst Recht.
Der Flug über die Nordsee war sogar ziemlich spannend, weil man immer wieder große Containerschiffe sehen konnte, oder Windparks oder auch Ölplattformen.

Am Flughafen wurden wir mit dem Taxi abgeholt und zum WoMo-Vermieter gebracht. Wir hatten Glück und konnten schon eher hinkommen und das WoMo übernehmen. Wir hätten eigentlich bis 15 Uhr warten müssen.
Der Vermieter hat uns dann unser WoMo Lewis vorgestellt und uns erklärt, wie das alles funktioniert.
Es gab einen 110-Liter-Frischwassertank, es gab einen Abwassertank für Dusch- und Abwaschwassertank. Er hat uns gezeigt, wie man diese befüllt bzw. entleert. Die Entleerung des Klotanks ist in die Zuständigkeit des Namenlosen gefallen 😉 Aber das war auch halb so schlimm. Eine wirklich einfache und saubere Angelegenheit. Außerdem haben wir jedes öffentliche Klo und jeden Busch benutzt, um zu vermeiden, dass der Tank zu schnell voll wird 😉
Er hat uns erklärt, wo wir das Gas aufdrehen, was wir alles beachten müssen, wenn wir morgens wieder losfahren (Fenster alle zu ) und so weiter und so fort. Diese Einweisung hat doch relativ viel Zeit in Anspruch genommen, aber ich denke der Vermieter hat die Zeit auch genutzt um uns ein bisschen kennen zu lernen. Immerhin ist das sein Wertgegenstand, der ihm seinen Lebensunterhalt sichert und den er uns anvertraut.

Ein bisschen komisch war es dann, dass wir uns am ersten Urlaubstag nicht einfach erstmal aufs Bett schmeißen um ne halbe Stunde später an den Strand zu gehen. Sondern wir sind gleich losgefahren. Erstmal kurz eine kleine Runde in dem Industriegebiet, wo wir den Camper abgeholt haben, um ein bisschen vertraut zu werden.
Erster Stopp war dann die Forth Bridge ein Stückchen von Edinburg weg in Queensferry. Die Brücke ist eine Eisenbahnbrücke und ziemlich hoch und führt über den Forth of Firth. Da lag eigentlich irgendwo ein Cache, aber als wir einen Parkplatz für den Camper gefunden und losmarschiert waren, hatten wir alle Unterlagen vergessen. Na nicht so wichtig.
Erstmal hatten wir Hunger und haben uns in eins der Restaurants dort gesetzt und einen Salat und Fish&Chips gegessen und den Blick auf die drei Brücken genossen (die Eisenbahnbrücke, eine für Autos und eine neue, die grad gebaut wird)

Nächster Halt war dann am Falkirk Wheel, ein ziemlich abgefahrenes Schiffshebewerk, das wie ein Riesenrad funktioniert.
Leider waren wir zu spät da, das war dann geschlossen, sodass wir es nicht live sehen konnten, aber imposant war das ganze trotzdem!

Eigentlich wollte ich am ersten Tag noch bis ans Loch Lomond fahren und dort irgendwo übernachten, aber es wurde nun schon allmählich dunkel, wir hatten noch nichts zu essen eingekauft und wir waren auch kaputt.
Also haben wir einen Supermarkt gesucht, einen ganz winzigen gefunden und dort einen Rieseneinkauf gemacht, der die Kassiererin leicht überfordert hat 😉 und die Frau hinter uns, die nur Milch hatte, hat auch gekotzt…
Wir sind dann noch weiter gefahren Richtung Balloch über winzig schmale Straßen, die grad so breit waren, wie das WoMo. Alle paar Meter gabs Ausweichbuchten, aber es war auch einfach stockfinster sodass wir uns dann entschieden haben, uns einen Platz zu suchen, wo wir übernachten können.
In unserem Navi waren Wild Camping Spots eingespeichert und einer war nicht weit weg, also haben wir uns da einfach hingestellt und gepennt.
Etwas abschüssig, aber das war uns egal, wir waren einfach totmüde. Leider hab ich total besch… geschlafen. Wir haben oben im Alkoven gepennt, und ich hab mir beim Umdrehen ein paar mal den Ellenbogen angerammelt und es war so eng und irgendwie mit dem Dach so direkt über einem… also das war nicht so angenehm. Ich lag nämlich in dem vorderen Teil, weil ich kleiner bin 😉

Schottland

Ach, ich hänge selbst noch meinen Gedanken nach! Ich weiß gar nicht, wie und wo ich anfangen soll. Ich weiß nicht, ob ich jeden Tag einzeln machen soll, oder mehrere Tage zusammenfassen…
Ich schau mal.

Ich fange mit einer Zusammenfassung an: aus geplanten 1.500 km durch Schottland wurden mehr, auch wenn ich das am ersten Tag nie geglaubt hätte. wir sind unglaubliche 2.193 Kilometer gefahren. Dabei sind noch nicht die zusätzlichen Kilometer mitgezählt, die wir durch Verfahr-Aktionen und sinnloses Rumgegurke in Edinburgh gefahren sind. Reine Route waren also knapp 2.200 Kilometer – unser Tacho hat etwa 1.450 Meilen angezeigt, was nach Umrechnung in Kilometer dann ca. 2.300 sind. Also das kommt schon ungefähr hin. Irgendwas dazwischen sind wir wohl gefahren.

unbenannt

Wahnsinn… Armer Schatz, der musste so viel fahren, denn ich bin nicht gefahren.
Zum einen, weil es in der Versicherung für das WoMo extra gekostet hätte, zum anderen, weil das WoMo einfach riesig war und ich mir das nicht zugetraut hab. An den Linksverkehr hat man sich doch recht schnell gewöhnt. Zumindest aus Autosicht. Als Fußgänger war ich bis zum Schluss immer noch verwirrt, von wo die Autos nun kommen 😉

Das WoMo… unser Lewis war riesig… also so von den Abmaßen. Es ist eben ganz was anderes als ein Auto, erst recht ganz was anderes als mein kleiner Peter, den ich ja nur gewöhnt bin. Und in einem Rechtslenker-WoMo wie man es nun mal in Schottland braucht, sitze ich nun mal auf der gleichen Seite, wie in meinem kleinen Peterle… und da fallen einem die Dimensionen erstmal richtig auf. Aber obwohl er so groß war, war es doch ganz schön eng und klein da drin. Man konnte kaum an einander vorbei, besser war es, einer ist auf den Sitz ausgewichen, damit der andere vorbei konnte 😉 Es ist nun mal alles auf engstem Raum da drin. Betten, Sitzecke, Schränke, Küche und Bad… Alles ziemlich opti da drin eingebaut. Geht schon für zwei Wochen. Ich kann mir aber ehrlich gesagt keinen Dauerurlaub da drin vorstellen. Obwohl… eigentlich pennt man ja da nur… na ja.

Also mit uns beiden hat das da drin jedenfalls ganz gut funktioniert. Wir sind uns nicht auf den Keks gegangen! Das war mir ja das wichtigste 😉 Obwohl ich eine ganz schlimme Frustphase hatte, aber dazu komme ich noch. Der Namenlose hat den Frust ertragen, der war auch berechtigt und er selbst war auch gefrustet.
Mein nächster Urlaub muss jetzt trotzdem irgendwo ans Meer gehen oder so, wo man doch etwas mehr Platz im Hotellzimmer hat, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, wieder so einen Urlaub zu machen! 🙂 In Island oder Norwegen 🙂

1.495 km durch Schottland

Noch 2x arbeiten, noch 3x schlafen bis Schottland 🙂
Die Route steht. Es soll ja keine ganz festgelegte Route sein, es ist nur eine Orientierung.
Schottland
Es gibt nur zwei Punkte, die mir wichtig sind, die ich unbedingt dabei haben muss: das ist einmal das Glenfinnan Viaduct (zwischen F und G), wo der Jacobite Steam Train drüber fährt. Bekannter ist er wohl unter dem Namen Harry-Potter-Zug 😉
Jaaa ich würde eigentlich gern damit fahren, aber wir werden keine Zeit dafür haben. Außerdem müssten wir hin und zurück fahren, wir müssen ja wieder zum WoMo… Mist… 12 Tage sind viel zu wenig!!!

Das nächste, was für mich unbedingt dabei sein muss, ist der Besuch der letzten Highland Games des Jahres (bei L). Vielleicht ist es total unspektakulär, aber ich wills mal sehen.
Das einzig ungünstige dabei ist, dass die genau in der Mitte unserer Zeit liegen, aber nicht in der Mitte der Route, deshalb hab ich jetzt eine Schleife eingeplant. oh maaaaan… 12 Tage sind einfach viiiieeeel zu wenig 😉

ich freu mich schon wie blöd! Ich habe ungefähr eine Million Fotos von meinem Handy gelöscht. Eine neue Kamera hab ich mir nicht gekauft, denn ich hatte andere Ausgaben… Am Samstag waren wir beim Globetrotter und haben uns ordentliche Wanderschuhe gekauft und dazu gleich noch eine Softshell-Jacke.
Jetzt sind wir gut ausgerüstet und wehe ich kriege nasse Füße! dann bring ich die Schuhe direkt wieder zurück.
Ich hoffe so sehr, dass das Wetter einigermaßen hält. Wolken und Wind sind nicht schlimm, ein bisschen Niesel auch nicht, aber einigermaßen trocken wär schon toll…

Talfahrt -28.05./29.05.

Samstag bin ich um 5:50 wach geworden. Ich bin dann aufgestanden, hab mich warm angezogen und hab mich auf den Balkon gesetzt. Die Sonne ging grad auf. Das Dorf lag noch total im Schatten, es war total still, keine Menschenseele draußen unterwegs und überhaupt war es da sooooo still, weil ja keine Autos fahren 🙂 Die Schafe am Hang gegenüber haben auch noch geschlafen 🙂

ich hab zugeguckt, wie sich das Licht über den Berg schiebt. Wie erst nur der Bergkamm erleuchtet war und dann die Sonne immer weiter gewandert ist. Richtig schön!
Am Matterhorn hing eine kleine Wolke und ich dachte, ich sitze hier einfach und warte, bis sie weggezogen ist, damit ich es dann endlich sehe und ein Foto machen kann.
Eine Stunde habe ich gesessen und gewartet und immer gedacht, gleich zieht die Wolke weg! die Zeit kam mir gar nicht so lange vor… Aber die Wolke blieb da wie festgesaugt.

Der Namenlose kam irgendwann dazu und hat ein Zeitraffervideo gemacht. Da kann man sehr schön sehen, wie sich die Wolke eigentlich die ganze Zeit um die Bergspitze dreht 😉 (Schade, das Video kann ich nicht hochladen, weil ich „nur“ Free-Mitglied bin)
Und über den Kamm schoben sich von der anderen Seite richtig dicke Wolken. Da, wo die Bergstation war, wo wir hin wollten.
Mit leerem Magen denkt es sich nicht gut, wir sind dann also im Ort in einer kleinen Bäckerei frühstücken gegangen und haben uns dann überlegt, dass wir nicht aufs Klein-Matterhorn hochfahren. Der Berg hängt eh in Wolken, die Webcam war sogar vernebelt, man hätte vermutlich gar nichts gesehen und wir haben uns gedacht, dass wir uns dann die 100 Franken pro Person (!!) sparen und nicht da hoch fahren.
Schade, aber dafür, dass ich nachher nix sehe, bin ich dann zu geizig.

Wir sind dann also gegen 10 mit dem Taxi zurück gefahren zum Auto, haben das Navi programmiert und wollten nach Freiburg. Ankunft 15 Uhr, ja das war doch eine gute Zeit.
Bis das Navi uns an einen Bahnhof geleitet hat. Das haben wir gar nicht gecheckt und sind erstmal vorbei gefahren. Das war natürlich falsch. Bis zum nächsten Ort, wo wir wenden konnten war es ein Stück. Zurück. Bahnhof also… Aaaah, jetzt hatten wir verstanden. es war ein Autozug durch den Berg.
Nach einem Kassensturz hatten wir noch ungefähr 28 Franken. Die Fahrt sollte 29,50 Franken kosten. Pro PW. Personenwagen?? Wir waren uns nicht sicher. Ich weiß im Nachhinein auch gar nicht, wieso wir nicht einfach die fehlenden 1,50 in Euro bezahlt haben… Was uns da abgehalten hat… Fakt ist, dass wir das Navi neu programmiert haben und Fähren aus der Navigation ausgeschlossen haben. Also mussten wir ein ganzes Stück weg zurück, mussten einen Umweg fahren und haben dann einen noch größeren Umweg gemacht, weil wir dann noch in Lausanne anhalten wollten. Gegen 14 Uhr waren wir da, haben am Hafen geparkt und einen Kaffee getrunken und ein Stückchen Kuchen gegessen, bevor es weiter ging nach Freiburg.

Freiburg war die einzige Station, wo wir nicht vorher ein Zimmer gebucht hatten. Wieso eigentlich nicht??
Auf jeden Fall war alles voll und wir haben dann das letzte teurer Zimmer im Novotel am Konzerthaus genommen. Immerhin hatten wir ja 200 Franken für die Bergfahrt am Matterhorn gespart 😉

In Freiburg zu übernachten war schon eine sehr gute Idee, weil es einfach anstrengend gewesen wär, am gleichen Tag noch bis nach Hause zu fahren. Wir sind noch ein bisschen durch die Altstadt gelaufen, haben sehr lecker gegessen, haben in einer Bar noch ein paar Shots getrunken und haben dann suuuuuuupergut in dem tollen Bett geschlafen. Das war ein ganz neues Bett mit irgendsoeiner schickimicki teuren Boxspring-Latexschaum-Matratze, was weiß ich 😉 ich hab jedenfalls richtig richtig gut geschlafen 🙂
auschecken mussten wir erst um 12, also sind wir morgens lange liegen geblieben, haben uns Kaffee gemacht, denn hier gabs eine Nespresso-Maschine 🙂 haben dann in Ruhe geduscht und den kleinen Regenschauer abgewartet, bevor wir zum Auto zurück gegangen sind.
Der Plan war, dass wir noch kurz nach Colmar nach Frankreich fahren, so weit ist das nämlich nicht, und da was zum Mittag essen und dann in Ruhe nach Hause fahren.

Aber der Plan ging nicht auf.
In Freiburg zu übernachten war nämlich keine sehr gute Idee, weil sie uns nachts das Auto aufgebrochen hatten… Wir kamen da also mega entspannt an, haben den Scherbenhaufen auf dem Sitz gesehen und einen Zettel von der Polizei, dass wir uns bitte melden sollen.
Die Polizeidienststelle war echt nur 50m Luftlinie weg… es wurden in der Nacht mehrere Autos aufgebrochen, sie haben den Täter auch erwischt, aber das half uns in dem Moment nix.
Also Planänderung: Zur Polizei, Anzeige unterschreiben und Wertsachen holen, die sie aus dem Auto genommen hatten. Dann den gröbsten Dreck beseitigen und zur Tanke fahren. Die restlichen Scherben wegsaugen, Brötchen und Kaffee holen und Heimfahrt antreten. Mit offenen Fenster. Bloß gut, dass es über 20 Grad war. Aber die Wolken sahen übel aus.
An einem Rasthof haben wir LKW-Fahrer nach Folie gefragt… die haben doch sowas… ich glaube einen Straßenzulassung hätte die Konstruktion nicht bekommen, aber zumindest hat es einen Zweck erfüllt, als wir eine viertel Stunde später in den Regen fuhren…

Das hätte zum Schluss echt nicht sein müssen, aber es war trotzdem ein sehr sehr schönes verlängertes Wochenende 🙂 Und das Fenster ist inzwischen repariert.

Von Berg zu Berg – 27.05.

Unser Zimmer war mit einem Wasserkocher und Kaffee und Tee ausgestattet und so gabs am nächsten Morgen einen Kaffee auf dem Balkon, mit Blick auf die Berge 🙂
Danach haben wir in Ruhe ausgecheckt, die Sachen ins Auto gebracht und im strahlendsten Sonnenschein ein kleines Frühstück genossen, bevor es weiter ging in Richtung nächstem Berg: dem Matterhorn.

Auf der Fahrt war es unglaublich warm und sonnig und irgendwie zog sich die Fahrt wie Kaugummi…
In Frankreich hatten wir noch tanken wollen, weil es in der Schweiz teurer ist. Wir haben also erst eine Tankstelle gesucht und nur eine gefunden, wo man vorher sagen musste, für wie viel man tanken will und man durfte auch nur 30 Liter tanken.
also haben wir eine andere Tanke gesucht und sind noch durch ein Nachbarörtchen gegurkt, haben hier und da Halt gemacht, um die schönen Häuschen anzuschauen und haben eine Sesselliftstation gefunden, die so richtig idyllisch aussah.
Mit vollem Tank gings dann weiter, ein Stück des Weges zurück, den wir am Vortag gekommen waren. Man kommt eben nur diesen einen Weg über den Berg. Durch den Mont-Blanc-Tunnel zu fahren hätte sich nicht gelohnt, das wär ein ziemlicher Umweg geworden. Unterwegs haben wir auch noch mal angehalten, weil wir einen Kaffee trinken wollten und noch Geld tauschen mussten.

Wir kamen dann endlich irgendwann in Täsch an. Nach Zermatt darf man ja nicht mit dem Auto fahren, es sei denn, man hat eine Sondergenehmigung.
Da wir die nicht hatten und auch keine 400 Euro Strafe zahlen wollten, mussten wir das Auto in Täsch parken und mit dem Taxi nach Zermatt fahren. Es gibt auch eine Bahn, aber wir waren dafür zu bequem 😉 Vor allem weil wir einen Koffer dabei hatten… jaaa… für eine Nacht… aber wir mussten ja alles einpacken, was wir brauchten. Wintermantel und so mussten wir auch mitnehmen, weil es oben auf dem Berg einfach scheiß kalt ist und Schnee liegt.

Unsere Unterkunft war ein ziemlich großes Apartment mit zwei Zimmern, einer kleinen Küchenzeile und Bad mit Fenster. Einen Balkon mit Blick aufs Matterhorn hatten wir sogar auch 🙂 Allerdings hatte es sich im Laufe des Tages etwas zugezogen, sodass wir es nicht sehen konnten.
Zuerst haben wir uns ein wenig geärgert, dass das Apartment so am Arsch der Welt ist, aber als wir dann durch Zermatt gelaufen sind (was auf dem Plan auch viel größer aussah als es ist) und uns das kleine nette Örtchen angeschaut haben, haben wir festgestellt, dass wir im Grunde eine Toplage haben.
Denn aus kaum einer anderen Unterkunft hat man das Matterhorn gesehen, weil immer ein anderes Gebäude die Sicht versperrte.

Zermatt besteht ja im Grunde echt nur aus Hotels, Apartments, Restaurants und Souvenirshops.
Und die Preise sind echt gepfeffert! Also die Schweiz ist ja generell ziemlich teuer, aber für eine Portion Spaghetti Bolognese zahlt man da 26 Franken. Und ein Crêpe geht bei 11 Franken los. Um in Euro umzurechnen muss man ungefähr mal 0,9 rechnen.

Wir hatten schon vorher überlegt, dass wir ja in Zermatt auch selbst was zu essen kochen können, wir haben ja schließlich eine komplett eingerichtete Wohnung mit Küche zur Verfügung. Und nachdem wir uns die Füße platt gelaufen hatten, zwei Caches gesucht, aber nicht gefunden hatten und einfach hungrig waren, haben wir das dann wirklich so gemacht. Einen Mann mit Hund haben wir angesprochen, weil wir dachten, dass der da wohnen könnte, wenn der da einen Hund hat 😉 war auch so, der konnte uns dann sagen, wo wir einen Supermarkt finden. Also haben wir eingekauft und haben uns total reich gespart 😀 Für zwei Personen haben wir mit Wein ca. 30 Franken ausgegeben und hatten ein sehr leckeres Essen auf dem Balkon mit Blick aufs Matterhorn 🙂 Und wir konnten danach direkt auf die Couch, von wo aus wir den Berg auch sehen konnten. Also fast… es hingen leider immer noch Wolken dran.

So viel laufen, gucken, fahren und auch das warme Wetter hat uns ganz schön geschlaucht, so dass wir einigermaßen pünktlich ins Bett gegangen sind. Wir wollten ja auch am nächsten Tag pünktlich raus, wir wollten ja noch auf den Berg.

Roadtrip in die Berge – 26.05.

So, eeeeeendlich finde ich die Zeit, von unserem doch-noch-Urlaub zu erzählen 🙂
Mittwoch am frühen Abend konnten wir uns dann nämlich doch noch entscheiden. Berge. Seit wir auf der Zugspitze waren, hat uns das wohl irgendwie angefixt 😉 Ich hätte früher nie gedacht, dass mich das wirklich mal so fasziniert. Wobei ich immer noch denke, dass ein Entspannungsurlaub am Meer sein muss. In den Bergen ist es auch entspannend, aber da ist man viel aktiver als am Meer.

Also, Mittwoch, 19:30 Uhr. Zimmer für die ersten zwei Nächte waren gebucht und wir hatten aus dem letzten Roadtrip gelernt und haben uns vorbereitet! Wir sind noch schnell zum Lidl gefahren, haben Wasser, Kekse und Schoki gekauft, waren sogar noch mal tanken 😉 und haben dann eine Liste geschrieben, woran wir unbedingt denken müssen. Das Kissen zum Beispiel.

Donnerstag 5:10 Uhr Abfahrt nach … tätärätäääää… Chamonix-Mont-Blanc. Ja, wir wollten aufs Dach Europas 😉
Ganz so einfach ist das dann doch nicht. Man muss dann schon Bergsteigen wenn man auf den Gipfel will, aber soooo krass sind wir dann doch nicht drauf 😉
Gegen 7 Uhr waren wir in Freiburg und wollten noch einen Kaffee beim Mäcces holen, aber der hatte zu… Hat erst um 8 aufgemacht. an einer Autobahnraststätte. also das hab ich ja auch noch nicht erlebt!

Naja, weiter gings dann mit maximal 120 durch die Schweiz bis nach Montreux am Genfer See. Da haben wir einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und einen Kaffee und ein Milchshake bei Mäcces geholt. Die Parkgebühren waren sogar ganz human. Aber die Trulla bei Mäcces hat uns total abgezockt.
Wir hatten noch keine Franken getauscht, weil wir ja erstmal bis nach Frankreich wollten. Man kann ja in der Schweiz auch überall mit Euro zahlen. Das wussten wir, weil wir vor ein paar Wochen an den Rheinfällen waren und in Stein am Rhein eine Bratwurst gegessen haben, die 11 Franken kosten sollte. Als wir gesagt haben, dass wir nur Euro haben, war das kein Problem. Uns wurde der Preis in Euro genannt: 11 😉

Lange Rede… Ein Kaffee und ein Milchshake sollten 7,50 CHF kosten. Euro ging, aber sie hat nur Scheine genommen. 10 Euro also, das Rückgeld war wieder in Franken. 1,60 CHF, was viel zu wenig ist, wie uns hinter aufgefallen ist. Aber egal. Umgerechnet ca. 6,70 für einen Kaffee und ein Mini-Milchshake war schon zu viel 😉

Wir haben dann am riesigen Genfer See gesessen und getrunken, bevor es dann weiter ging Richtung Frankreich.
In Chamonix angekommen haben wir erstmal ins Hotel eingecheckt und ich hab mich sogar getraut, das auf Französisch zu machen. Ich hab allerdings nichts von dem verstanden, was er mir danach erzählt hat 😀
Das Highlight des Tages war dann die Seilbahnfahrt auf den Aiguille du Midi, einem Vorgipfel am Mont Blanc-Massiv.

Auf 3777 m Höhe war es eiskalt und extrem windig. Leider schien die Sonne auch nicht, so dass wir uns darin nicht aufwärmen konnten. Aber wir waren ja warm angezogen und es gab ja auch Räumlichkeiten, in denen man sich aufhalten konnte. Bevor wir die letzte Seilbahn nach unten genommen haben, hab ich zum Beispiel im Café noch einen Tee für schlappe 3,50 getrunken 😉
Einen Cache gab’s da oben auch zu finden und da gefühlt nur drei andere Leute mit uns auf dem Berg waren, hat uns auch niemand gesehen, als wir den gesucht haben.

Das eigentliche Highlight da oben ist aber der Glaskasten. Step into the void – der Schritt ins Leere.
Wir haben unten schon Werbung dafür gesehen und ich wollte da unbedingt rein 😀 von der Bergstation fährt man mit einem Fahrstuhl noch mal ca. 60 m hoch, auf den Gipfel des Aiguille du Midi, auf 3842 m und dort ist noch mal eine kleine Aussichtsplattform und eben dieser Glaskasten. Der Warteschlangen-Aufbau zeigte ein Schild „Ab hier warten Sie 45 Minuten“ und wir waren wieder froh, dass keine Saison war und nur so wenig Leute oben waren. Wir konnten ohne zu warten mit dem Fahrstuhl hoch fahren und direkt in den Glaskasten steigen 😀
Oh man, ging mir die Muffe 😀 ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen soll, ich hab gezittert wie Espenlaub und mein Puls war mindestens auf 180 😀 aber es war ziemlich cool!

Von da ganz oben haben wir dann noch mal versucht den Mont Blanc zu sehen, aber es war sehr wolkig und er hat sich uns nicht gezeigt. Man sieht auf dem Bild, wo die Tafel mit drauf ist, wo er sein müsste 😉

Dann gings also mit der letzten Bahn wieder runter. Pro 150 m ein Grad wärmer, haben wir irgendwo gelesen… Kann hinkommen. Unten empfingen uns 23 Grad und wir haben uns erstmal wieder ausgezogen.
Ab ins Hotel, das eine Tür am Bad hatte 😉 und dann haben wir erstmal gepennt. Das war alles doch ganz schön viel für einen Tag!

Als wir gegen halb neun wieder wach waren, hatten wir Hunger und sind noch mal los und haben uns ein leichtes 3-Gänge-Menü gegönnt 😉 und sind dann kaputt und satt ins Bett gefallen.

Schloss Neuschwanstein und Stau heimwärts – 02.01.

Weil wir ja nun grad in der Gegend waren und ich noch nicht da gewesen bin, sind wir gleich noch zum Schloss Neuschwanstein gefahren, bevor wir den Heimweg angetreten haben.

Also wirklich: Deutschland ist wirklich schön! Auch zu dieser Jahreszeit. Es sieht einfach sooo schön aus, wenn der Nebel da an den Bergen hängt oder über den Feldern steht.
Unser Vorteil zu dieser Jahreszeit war, dass es nicht so voll war. Und das ist eigentlich ein Widerspruch in sich, denn es war voll! Ich sags auch hier gern noch mal: ich will ü-ber-haupt-gar-nicht wissen, was da im Sommer los ist!
In dem Dorf „unter“ Neuschwanstein sind sämtliche Hinweisschilder auch auf japanisch. Das ist wahrscheinlich das ultimative Ziel in Deutschland 🙂
Es ist aber auch ein wirklich schönes Schloss. Leider waren wir nicht drin, weil wir erst oben gecheckt haben, dass es Tickets dafür nur unten im Ort gab… Wir Trottel 😉
Aber gut, es war auch von außen sehr schön und eigentlich steh ich eh nicht so drauf, mich mit Menschenmassen im 5-Minuten-Takt durch abgesteckte Wege zu drängen…
Dafür haben wir oben am Schloss noch einen Cache gemacht. Unbemerkt von allen anderen, weil die ja nur Augen fürs Schloss hatten 😉

Vom Schloss oben hatte man dann einen schönen Blick auf die Marienbrücke und den Pöllatfall in der Pöllatschlucht. Wegen Steinbruchgefahr waren die Wege in die Schlucht leider abgesperrt. Wir wären sonst gern mal runter gegangen, denn auch die Schlucht an sich stellte einen Cache dar. (ein sog. Earth-Cache, falls das jemanden interessiert 😀 )

Unten im Ort sind wir dann auch noch mal zum Alpsee gelaufen, denn dort gab es ein altes Bootshaus, wo auch ein Cache versteckt war. So dicht am Tourismustrouble und doch so idyllisch und ab vom Schuss! Richtig schön war das da.

Anschließend haben wir uns in den Stau nach Hause gestellt. um 15 Uhr sind wir losgefahren. Wir hätten in vier Stunden daheim sein können. Es hat dann aber 6,5 Stunden gedauert, weil wir von einem Stau in den nächsten gerollt sind…
Zu Hause gabs dann wieder Pizza und wir waren froh, dass der Supermarkt am Hauptbahnhof sonntags geöffnet hat, sonst hätt es Sonntag schon wieder Pizza geben müssen 😉
Und überhaupt war es ganz gut, dass wir schon samstags zurück waren, so konnten wir den Sonntag noch mal ausruhen, bevor es heute wieder losging mit dem Ernst des Lebens.

Zugspitze – 01.01.

Nach dem Ausschlafen haben wir uns wieder dick eingepackt. Das Ziel war die Zugspitze! Was für ein Start ins neue Jahr! 🙂

Erstmal sind wir nach Garmisch-Partenkirchen gefahren, weil von da die Zugspitzbahn fährt. Wir wollten ja nicht hochwandern 😉 Dazu war es eh auch schon zu spät. wir sind ja erst um elf oder so aus München losgefahren.
In Garmisch sind wir ein bisschen umher gefahren und ich ägere mich ein bisschen, dass ich nicht aus dem Auto heraus versucht hab die Skisprungschanze zu fotografieren. Aber man hat sie immer nur so kurz gesehen und wir sind dann leider nicht näher herangefahren. war ja wegen des Neujahrsspingens alles dicht 😉 Um das Eisstadion herum, von wo scheinbar ein Shuttlebus gefahren ist, gab es keinen einzigen feien Parkplatz mehr. Keine Ahnung ob und wie man zur Schanze direkt gekommen wär, aber gut. Wir haben sie ja trotzdem gesehen. Zumindest kurz.

Dann haben wir uns da in ein Wirtshaus gesetzt und haben erstmal Mittag gegessen und noch mal gegooglet, wie man jetzt auf die Zugspitze kommt.
Von Garmisch dauert das mit der Zugspitzbahn (eine Zahnradbahn) über eine Stunde… Mit Stopps in ein paar Orten zwischendurch. und die letzte Bahn fuhr scheinbar nicht mehr nach Garmisch sondern nur noch nach Eibsee, von wo aus auch ne Seilbahn fährt, was die zweite Möglichkeit ist, da hoch zu kommen… Also haben wir entschieden, dass wir selbst nach Eibsee fahren (was mitm Auto höchstens 20 Minuten gedauert hat) und von dort überlegen, ob wir die Seilbahn oder die Zahnradbahn nehmen.

Hoch sind wir mit der Seilbahn gefahren, weil das schneller ging. 2 Kilometer in 10 Minuten. Unten war alles grau und nebelig. Man konnte nicht mal sehen, wo die Seilbahn hinfährt, weil der Nebel am Berg hing.
Aber als wir dann durch die Nebel- und Wolkenschicht durch waren, empfing uns strahlender Sonnenschein. es war uuuunglaublich schön! Echt! Schade, dass man wegen der Wolken nicht nach unten gucken konnte, aber wie die Gipfel aus den Wolken rausgucken, das hatte auch was für sich!
Kalt wars da oben! -7 Grad. Aber die Sonne hatte richtig Kraft und wenn man an einer windgeschützten Stelle stand, dann wars gar nicht kalt.
Da oben sind wir dann auch mal schnell nach Österreich rüber gegangen und haben da einen Kaffee und einen Tee getrunken 😀
Über 1,5 Stunden haben wir uns da oben aufgehalten, bevor wir mit der Gletscherbahn vom Gipfel zum Zugspitzplatt rüber gefahren sind und von dort mit der Zahnradbahn nach unten.

Leute, wenn ihr da hoch und runter wollt und keine Höhenangst habt, dann nehmt die Seilbahn! Es dauert einfach mal nur 10 Minuten und man sieht was. (es sei denn man hat Nebel 😉 )
Die Bahn fährt von oben nach Eibsee nur durch einen Tunnel, man sieht einfach gar nix und es dauert ewig. 45 Minuten. Von Eibsee nach Garmisch fährt sie draußen und dann mag das wieder nett sein, aber das Stück nach oben lohnt sich mit der Bahn überhaupt nicht.
Und mir gings auf einmal dreckig. Mir ist oben auf einmal übel geworden. ich konnte nicht mehr stehen. Mir wurde kalt. Ich war froh, dass wir in der Kack-Bahn einen Sitzplatz hatten. Ich hätte das nicht stehen können, dann wär ich umgekippt. Der Namenlose hat gesagt, dass es in der Bahn unglaublich warm war, völlig überheizt… aber ich hab gefroren. Ich saß da dick eingepackt in die Jacke, mit Schal, Mütze und Handschuhen und hab am ganzen Körper gezittert.
Ich konnte es kaum abwarten, aus dieser Bahn auszusteigen.
An der frischen Luft wurde es dann auch langsam besser. Der Namenlose hat mir dann erstmal ein Stück Schoki aufgeholfen, um den Blutzuckerspiegel zu heben. Ich hab mich zur Bewegung gezwungen und bin zügig umhergelaufen, als der Namenlose noch eine geraucht hat, um den Kreislauf anzuregen…
Ganz seltsam.
Trotzdem war es ein wahnsinnig schöner Ausflug nach da oben! 🙂

Achso: einen Cache haben wir da oben natürlich auch gemacht 😉 aber wegen der Baustelle kam man nicht direkt zu der Dose. Ein Foto hat dann gereicht.

Silvester-Roadtrip nach München – 30.12.

Um euch nicht zu erschlagen, mach ich pro Tag getrennte Einträge 😉

Der Nordseeplan war nun also auch gestorben, wir haben frustriert unsere Pizza gegessen und uns dann überlegt, dass wir nicht im Strampler auf der Couch bleiben XD sondern auf die Zugspitze fahren. Da wollte ich eh mal hoch.
Hotels in Garmisch-Partenkirchen waren aber natürlich wegen des Neujahrsspringens restlos ausgebucht. Also haben wir überlegt, dass wir nach München fahren. Da ist Silvester vielleicht auch mehr los, als in Garmisch. Und ein Hotel findet man dort ganz sicher. Und wenn nicht zentral, dann eben außerhalb.

Die Koffer lagen gepackt im Auto und wir sind am 30.12. früh um 7 losgefahren.
Als wir schon in Richtung Autobahn abbiegen wollten, ist uns eingefallen, dass wir noch mal tanken müssten.
Als wir dann auf der Autobahn waren, ist uns eingefallen, dass wir ja mit dem verdammten Auto fahren und nicht mehr fliegen und wir also ruhig allen Scheiß hätten einpacken können… wir hätten also ruhig mal einen Anzug und ein Kleid für Silvester einpacken können.
Als wir noch weiter gefahren waren, ist uns eingefallen, dass wir das Kissen vom Namenlosen vergessen hatten… Er hat so ein Tempurkissen, das nimmt er immer mit, weil Hotelkissen meistens kacke sind. Und das war im Oslo-Koffer, aber wir hatten es wieder mit reingenommen.
Man man man, wir sind echt so Trottel! vollkommen planlos, irgendwie…

Aber gut. gegen 11 Uhr waren wir in München und hatten Hunger und sind erstmal durch die Einkaufsstraße geschlendert und haben ein Café zum Frühstücken gesucht. Von dort haben wir dann auch ein sehr zentrales und wirklich schönes Hotel gebucht (tatsächlich nur 500m vom Hauptbahnhof weg). Anschließend sind wir noch ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen, waren bei Dallmayr gucken, aber da war es ja einfach nur vollvollvoll.
Als uns dann kalt wurde, sind wir noch ins Spielzeugmuseum gegangen und haben uns das ganze alte Spielzeug angeschaut. Einiges kannte ich sogar, weil ich es von meiner Mutter (oder vielleicht sogar Omi?) hatte. Richtig tolle Sachen gab es früher. So schön ist das heute alles gar nicht mehr. Na ja, dafür ist es anders.

Um 16 Uhr waren wir dann am Hotel. Da gabs sogar Parkplätze davor. Natürlich nicht kostenlos 😉 Aber auf dem Schild stand werktags von 9-18 Uhr. Das waren ja nur noch 2 Stunden und morgen früh könnten wir das Auto in ein Parkhaus bringen. 50 Cent für 12 Minuten macht nach Adam Riese 5 Euro… Alter Schwede! Aber ok.
Als wir die eingeworfen hatten, haben wir das zweite Schild gesehen, das besagte, dass werktags von 18-23 Uhr ebenfalls kostenpflichtig geparkt wurde. Pf… wieso schreibt man das nicht gleich zusammen?? Aber das war schon wieder mal total trottelig von uns 😉

Wir haben dann erstmal unser wirklich sehr schönes Hotelzimmer bezogen (groß, hell, sehr modern!) und nach Parkhäusern gegooglet. Haben dann das Auto in ein Parkhaus gefahren und sind durch das Treppenhaus zum Ausgang auf die Lobby eines Hostels gestoßen. Da war ne Bar unten drin, das sah echt super gemütlich und nett aus und die Preise waren auch sehr erträglich. Da könnten wir doch Silvester feiern.

Danach haben wir uns noch mal warm angezogen und sind zum Stachus gelaufen. Das waren auch nur ein paar hundert Meter entfernt. Da war eine Eisbahn und daneben eine Glühweinbude und wir haben da den Eisläufern zugesehen und den ersten Glühwein des Jahres getrunken, weil es bei uns bisher noch gar nicht so kalt war 😉
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dann gleich zwei Caches eingesammelt und beim selbsternannten besten Döner Münchens einen Salat mit Bulgur und ein Dürüm mitgenommen.
Also wenn das der beste Döner Münchens ist, dann muss man die anderen wirklich nicht probieren, aber auch der hat sich nicht sooo richtig gelohnt 😉