Leseliste November/Dezember 2019

Every Day (Letztendlich sind wir dem Universum egal) von David Levithan

A hat keine Freunde, keine Familie, kein Zuhause – und keinen eigenen Körper. Er ist nie länger als einen Tag dieselbe Person. Mal männlich, mal weiblich taucht er in die unterschiedlichsten Leben ein. Das ist sein Alltag, etwas anderes kennt er nicht. Doch dann lernt er Rhiannon kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Und auf einmal wünscht er sich mehr Kontinuität, als das Universum ihm zugesteht.

Nette Grundidee. War ganz ok für zwischendurch. Es ist halt ein Jugendbuch und da bin ich nicht mehr die Zielgruppe.

Thanks for the memories (Ich hab dich im Gefühl) von Cecelia Ahern

Joyce überlebt nur knapp einen Unfall – und weiß, dass sie ab jetzt ganz anders leben will. Doch irgendetwas ist seltsam: Sie kann auf einmal fremde Sprachen und erinnert sich an Dinge, die sie gar nicht erlebt habt.
Justin ist als Gastdozent in Dublin. Er ist verdammt einsam, würde das aber nie zugeben. Als er eine junge Frau trifft, die ihm ungewöhnlich bekannt vorkommt, ist er verwirrt – er kommt einfach nicht drauf, woher er sie kennen könnte …

Als ich nach dem Besuch von Marsh’s Library auf dem Heimweg war, bin ich an einem Trödelladen vorbei gekommen. In den Tagen hatte ich öfter darüber nachgedacht, dass ich doch langsam mal anfangen sollte Serien auf Englisch zu schauen und Bücher auf Englisch zu lesen (und zwar nicht nur Harry Potter). Also bin ich in den Laden rein und hab ein wenig gestöbert. Tja… da hatte ich nun die Auswahl zwischen x Büchern, dessen Titel mir nichts sagten und dessen Autoren ich teilweise auch noch nie gehört hatte. Und dann hab ich Cecelia Ahern gesehen und dachte mir, für 4 Euro kannste das mal mitnehmen.
Also… es ist schon echt ein himmelweiter Unterschied zu Harry Potter. Rein sprachlich. Bereits auf den ersten 20 Seiten musste ich 5 Wörter nachschlagen, weil ich sie noch nie gehört hatte! Mit der Zeit hab ich dann gelernt, darauf zu vertrauen, dass ich die richtige Bedeutung aus dem Kontext erkenne, ohne die exakte Übersetzung zu wissen. Das hat den Lesefluss zwar beschleunigt, aber englisch zu lesen ist trotzdem anstrengend und dauert ewig. Ich bin noch nicht ganz fertig, aber ich schaffe es noch dieses Jahr.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste Oktober 2019

Das Wunder von Narnia von C. S. Lewis

Eine verborgene Tür, ein geheimes Arbeitszimmer und zwei gelbe und grüne Ringe lassen zwei Kinder eine verrückte Geschichte erleben: Die Reise in die tote Stadt Charn der furchtbaren Königin Jadis und in das phantastische Reich Narnia, welches der Löwe Aslan mit einem Lied erschafft.

Der nächste Schritt, eine kleine Bildungslücke zu schließen 😉 Ich kannte weder die Filme, noch die Bücher. Das Wunder von Narnia ist nicht das erste Buch aus der Reihe, das Lewis geschrieben hat, aber er empfiehlt es zuerst zu lesen. In diesem wird nämlich erklärt, wie Narnia entsteht und woher die böse Zauberin kommt.

PS, I love you (P.S. Ich liebe dich) von Cecelia Ahern

Hollys Mann Gerry ist tot. Und Holly weiß nicht, wie sie alleine weiterleben soll. Doch dann entdeckt sie, dass Gerry ihr während seiner letzten Tage Briefe geschrieben hat. Mit Aufgaben für Holly. Sich endlich eine Nachttischlampe zu kaufen, beispielsweise. Oder öffentlich Karaoke zu singen. Aufgaben, die Holly ins Leben zurückführen.

Eigentlich hatte ich auf Youtube Thanks for the Memories als Hörbuch gesucht (das Buch, was ich mir in Dublin gekauft habe), weil Englisch lesen relativ anstrengend ist. Aber stattdessen hab ich PS, I love you gefunden. Das Buch kannte ich zwar schon, aber das ist jetzt auch schon wieder 15 Jahre her.
Zumindest hab ich jetzt mal ein anderes englisches Hörbuch als Harry Potter gehört. Das war auch ein himmelweiter Unterschied. Harry Potter wird relativ langsam und in feinstem Oxford English gelesen (bis auf einige Figuren, denen der Sprecher einen Dialekt gegeben hat) aber Cecelia Ahern ist Irin und das Buch wurde von einer Irin gelesen, mit entsprechendem Dialekt, etwas schneller, etwas umgangssprachlicher… Anfangs war das echt eine Herausforderung und ich hätte gern das Buch zum mitlesen gehabt, aber ich hab mich schnell dran gewöhnt. Vielleicht schaff ich dann jetzt auch Thanks for the memories 😉

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste September 2019

Ich. Darf. Nicht. Schlafen von S. J. Watson

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Jetzt, wo die Prüfungen rum sind, hab ich mir endlich mal wieder die Zeit genommen zu lesen. Bzw ich bin auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen. Dieses hier hab fast am Stück durchgehört, weil es wirklich spannend war. Und weil ich trotzdem bis zur Auflösung nicht wusste, dass es so ausgehen würde. Hat mir echt gut gefallen.
Das Buch ist sogar verfilmt worden.

Wenn du mich tötest von Karen Winter

Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig. Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren …

Als ich mal auf der Suche nach Buchempfehlungen war, hab ich dieses Buch gefunden. Ich bin eigentlich nur hängen geblieben, weil es in Schottland in den Highlands spielt. In der Ecke, wo das Buch spielt, waren wir damals nicht, aber als von Oban, Ullapool und Inverness die Rede war, hatte ich Erinnerung vor Augen. Aber das wars dann auch schon. Ich hatte mich auf mehr Landschaftsbeschreibungen gefreut, aber davon gab’s wenig. Und die Story war am Ende auch ein bisschen dünn. Es bestätigt leider wieder mein Klischee, dass Frauen keine Krimis und Thriller schreiben können 🤷🏼‍♀️

Das Jahr in dem ich dich traf von Cecilia Ahern

Das Jahr, in dem sich mein Leben veränderte – das Jahr, in dem ich zu mir fand – das Jahr, in dem ich dich traf.
Der Spiegel-Top-Bestseller von Cecelia Ahern jetzt im Taschenbuch: Vier Jahreszeiten voller Aufbruch, Freundschaft, Liebe und Hoffnung.

Jasmine liebt ihre Schwester und ihre Arbeit. Als sie für ein ganzes Jahr freigestellt wird, weiß sie überhaupt nicht mehr, was sie tun soll – und wer sie eigentlich ist.
Matt braucht seine Familie und den Alkohol. Ohne sie steht er vor dem Abgrund.
Jasmine und Matt sind Nachbarn, doch sie haben noch nie miteinander gesprochen. Da Jasmine so viel freie Zeit zu Hause hat, beginnt sie, Matt zu beobachten. Sie macht sich ihre Gedanken über ihn und fängt in ihrem Kopf Gespräche mit ihm an. Nur in echt will sie mit diesem Kerl nichts zu tun haben – dafür hat sie ihre eigenen, guten Gründe.
Doch dann beginnt ein Jahr voll heller Mondnächte, langer Gartentage und berührender Überraschungen – ein Jahr, das alles verändert.

Den Klappentext dazu lese ich grad zum ersten Mal. Ich hab es als Hörbuch angefangen zu hören, weil ich „PS: Ich liebe dich“ so toll fand.
Aber dass Jasmin Selbstgespräche mit Matt führt ist mir erst nach einem Drittel bewusst geworden. Ich hab die ganze Zeit gedacht, Matt wäre schizophren oder so, und deshalb würde sie ihn in der Mehrzahl ansprechen.
Also insgesamt war das Buch okay. Ich hatte keine Erwartungen, also konnte auch nichts enttäuscht werden. Aber es spielte zumindest in Dublin, was ich dann jetzt doch auch ganz passend fand.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste April/Mai 2019

Die ewigen Toten von Simon Beckett

Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das stillgelegte Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren verlassen und heruntergekommen, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche aufgefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Leiche, das sieht Dr. David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert. Als der forensische Anthropologe sie näher untersucht, stellt er fest, dass es sich um eine Frau handelt. Eine schwangere Frau. Beim Versuch, die Tote zu bergen, entdeckt die Polizei ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…

Tjahaaa… nahtlos weiter 😉 Und gewohnt gut. So, wie ich die anderen auch in Erinnerung hatte. Ich hab das Buch im Flugzeug angefangen zu lesen, weil ich leider einen Gangplatz hatte und somit meine Zeit nicht mit aus dem Fenster schauen rumgekriegt habe. Nach 6 oder 7 Tagen war ich damit durch!
Mir war zwar irgendwann klar, wer der Täter ist, aber nicht die ganzen Abgründe, die sich dann auftaten.

Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Bastian Balthasar Bux entdeckt in einer Buchhandlung ein geheimnisvolles Buch, „Die unendliche Geschichte“. Begeistert liest er von den Abenteuern des Helden Atréju und seinem gefährlichen Auftrag: Phantásien und seine Herrscherin, die Kindliche Kaiserin, zu retten. Zunächst nur Zuschauer, findet er sich unversehens selbst in Phantásien wieder. TU WAS DU WILLST lautet die Inschrift auf dem Symbol der unumschränkten Herrschaftsgewalt. Doch was dieser Satz in Wirklichkeit bedeutet, erfährt Bastian erst nach einer langen Suche. Denn seine wahre Aufgabe ist es nicht, Phantásien zu beherrschen, sondern wieder herauszufinden. Wie aber verlässt man ein Reich, das keine Grenzen hat?

Hach, wie ich mir als Kind immer gewünscht hab, dass ich in der Geschichte dabei sein könnte… 🙂 Ich hätte Phantásien auch retten können 😉 Rückblickend schon schade, dass ich das Buch nicht schon als Kind gelesen hab.
Obwohl es schon von 1979 hat es nicht nicht viel an Aktualität verloren: Bastian wird gehänselt und gemobbt, er fühlt sich nicht gut genug und eifert einem Ideal nach um anerkannt zu sein und um sich wehren zu können, als er die Möglichkeit dazu hat. Aber am Ende merkt er, dass das nicht alles ist, und dass ihm Stärke und Mut nichts nützen, ohne Liebe.

Cottage mit Kater von Hermien Stellmacher

Schwere Zeiten für die Krimiautorin Nora: die Mutter gestorben, der Lebensgefährte auf und davon. Da kommt ihr die Einladung in ein Cottage an der Küste Cornwalls gerade recht. Endlich alles hinter sich lassen, Spaziergänge durch leuchtend bunte Blumenwiesen, Sonnenuntergänge am Strand und in Ruhe schreiben – wunderbare Aussichten!
Doch wieder einmal macht das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kleiner Kater, den sie von einer Klippe rettet, weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Immer wieder schmuggelt er sich heimlich ins Haus und wirbelt ihren Alltag durcheinander. Mit dem neuen Manuskript geht es auch nicht wie erhofft voran. Es ist zum Verzweifeln!
Aber da ist noch Phil, der nette, gut aussehende Nachbar, der immer wieder seine Hilfe anbietet.

Über das Buch bin ich im Hugendubel-Newsletter gestolpert, und ja, ich habe es eigentlich nur gekauft, weil auf dem Cover eine Katze über den Titel läuft 😀
Ich glaube, ich bin nicht ganz die Zielgruppe für den Roman, ich konnte mich jedenfalls nicht so richtig mit Nora identifizieren. Dafür konnte ich mir das kleine Örtchen in Cornwall umso besser vorstellen, in dem sie gelandet ist. Sehr idyllisch und am liebsten wäre ich da jetzt auch und hätte dann natürlich auch gern so einen kleinen Kater 😉

Das Erbe der Insel: Isle of Wight Teil 1 von Wendy K. Harris

Die Schriftstellerin Jane erbt ein altes Cottage auf der Isle of Wight – von Lilly, der stets totgeschwiegenen Schwester ihrer Mutter. Auf der Suche nach Antworten fährt Jane auf die Insel und lernt Lillys Familie und Freunde kennen: den schweigsamen Fischer Neptun, die kauzige, aber warmherzige Emmeline und Marguerite, Lillys verträumte Tochter. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sich Jane willkommen und geliebt. Begeistert lauscht sie Emmelines Erzählungen von der wilden Zeit vor vierzig Jahren – doch die drängendsten Fragen bleiben unbeantwortet: Warum haben Janes Eltern die Insel damals Hals über Kopf verlassen? Und warum hüllen sich alle darüber in Schweigen? Bald wird Jane klar, dass die Antworten ihr Leben für immer verändern werden.

Dieses Buch ist 2005 schon mal unter dem Titel „Die fremde Schwester“ erschienen und ich finde ihn etwas passender. Der aktuelle Titel impliziert, dass es noch Folgebände gibt, aber die anderen Bücher von ihr, die auf der Isle of Wight spielen, handeln von völlig unabhängigen Sachen.
Das Buch hat mir rückblickend wirklich gut gefallen. Es war sehr bildlich. Ich sehe es alles vor Augen, das Cottage, die Personen… Als ich etwa ein Viertel gelesen hatte, dachte ich allerdings zu wissen, wie das Buch ausgeht und war erst etwas enttäuscht, weil ich dachte, es wäre so vorhersehbar. Das war aber nur ein Vorgeschmack auf das Drama, das nach und nach aufgedeckt wird.

Sturm von Uwe Laub

Weltweit häufen sich scheinbar unerklärliche Wetterphänomene. Australien: Extreme Wasserverdampfung bringt Ökosysteme zum Einsturz. Sibirien: Nach einem signifikanten Temperaturanstieg taut der Permafrostboden. Gebäude sacken zusammen, Straßen und Städte werden zerstört. Deutschland: Das Olympiastadion in Berlin wird von einem Tornado verwüstet, in weiten Teilen Hannovers wüten Hagelstürme. Zahllose Tote und Verletzte werden geborgen, die Nation ist im Schockzustand. Es beginnt der Kampf gegen einen Feind, der uns alle umgibt …

Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt, ob es diese ganzen Behörden und Institute wirklich gibt, von denen im Buch berichtet wird. Organisationen, die das Wetter beeinflussen. Oder zumindest damit experimentieren. Und wenn es nicht so spannend gewesen wär, hätte ich mehr zwischendurch gegooglet. Tatsächlich hat China 2008 vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking Wolken geimpft, damit es regnet und zur Eröffnungsfeier schönes Wetter ist. Im Nachwort wird gesagt, dass es die ganzen Institute wirklich gibt und was von den genannten Wetterkatastrophen Realtität war und was er sich ausgedacht hat.
Vom Wolkenimpfen an sich hatte ich schon mal gehört, das ist echt so abgefahren! Und natürlich hat alles eine Auswirkung, wenn man in die Natur eingreift. Im Buch wird das Schreckensszenario dargestellt, was passieren könnte, wenn man die Natur kontrollieren will.
Sehr spannend und gut zu lesen, auch wenn es mir zum Ende hin etwas zu hollywoodmäßig wurde.

Intuitiv abnehmen von Elyse Resch und Evelyn Tribole

Schluss mit dem Diätwahn und zurück zu einem natürlichen Körpergefühl und Essgenuss ohne schlechtes Gewissen – diese Botschaft vermitteln die beiden Autorinnen in ihrem Buch „Intuitiv Abnehmen“. Denn wer bewusst und ohne Schuldgefühle isst und auf seinen Körper hört, der wird lernen seinen Körper zu akzeptieren. So fällt es ganz leicht, stressfrei und auf natürliche Weise abzunehmen.

Bellona hat drüber geschrieben, Sternenkratzer dann auch. Da bin ich neugierig geworden.
Ich hab ein Vierteljahr lang Intervallfasten 16/8 ausprobiert. Ich hab sogar drei oder vier Zentimenter Umfang am Hintern verloren, aber so richtig hat es trotzdem nicht funktioniert. Ich hab es zwar hinbekommen, vor 12 Uhr nichts zu essen, aber es ist mir sehr schwer gefallen, nach 20 Uhr nichts mehr zu essen. Das 8 Stunden Essens-Intervall war mir zu kurz. Ich hatte abends manchmal richtige Heißhungerattacken, besonders dienstags und donnerstags nach der Schule und auch vormittags habe ich irgendwann immer richtig Hunger bekommen. Das ging dann zwar auch wieder weg und bis 12 Uhr oder sogar länger durchzuhalten war kein Problem, aber ich bin schon immer der Meinung, dass man auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl achten muss aber dass man das erstmal wieder lernen muss, überhaupt wahrzunehmen. Nichts anderes beschreibt das Buch.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste Februar/März 2019

Purple Sky von Lucia Vaughan

Zane McNamara hat das, wovon viele nur träumen: Eine glänzende Karriere, Geld im Überfluss und ein blendendes Aussehen. Doch hinter der schillernden Fassade lauern Dämonen, die ihn seit einem schweren Unfall verfolgen. Nie hätte er geglaubt, sich wieder einer Frau öffnen zu können, bis er der reizvollen Trish begegnet. Die charismatische Krankenschwester mit den türkisblauen Augen geht ihm sofort unter die Haut. Gleichzeitig ist sie ihm ein einziges Rätsel. Was steckt hinter ihrer Panikattacke, über die sie partout nicht sprechen will, und warum ist sie mit einem Mann liiert, den sie offenkundig nicht liebt? Als Trish nur knapp einer Entführung entgeht und um ihr Leben fürchten muss, legt Zane sich mit einem der mächtigsten Männer von Baltimore an – wohlwissend, auf welch gefährliches Terrain er sich begibt.

Ach ehrlich… es lohnt sich in der Regel nicht, 2-Euro-Ebooks zu lesen.

Totenfang von Simon Beckett

Sein fünfter Fall führt Dr. David Hunter in die Backwaters, ein unwirtliches Mündungsgebiet in Essex, wo die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen. Aber die wahren Gefahren lauern nicht in der Tiefe, sondern dort, wo er sie am wenigsten erwartet.
Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.
Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverholener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut…

Als vor ein paar Jahren Die Chemie des Todes erschienen ist, war ich ziemlich gefesselt von den Thrillern um Dr. Hunter. Bei Totenfang war ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Seit Verwesung, dem vierten Buch in der Reihe, war ja jetzt doch ne ganze Menge Zeit vergangen.
Totenfang ist doch ziemlich actionreich, es passieren ganz schön viele gefährliche Sachen, die ich fast schon abstrus finde, vor allem in der Häufigkeit. Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob auch die anderen Bücher so waren. Ich kann mich dunkel an ein paar Sachen erinnern… Also er entrinnt doch öfter mal dem Tod, der gute Hunter 😉
Dass jetzt so viel Zeit dazwischen lag, hat der Geschichte ein wenig einen Abbruch getan. Vieles, was in den vorhergehenden Bänden passiert, wird aufgegriffen und natürlich gibt es eine kurze Rückschau auf die Dinge. Aber wenn ich nicht vorher noch mal die Zusammenfassungen bei Wikipedia gelesen hätte, hätte ich das alles vermutlich nicht mehr so richtig einordnen können.
Insgesamt hat es mir ganz gut gefallen, auch wenn das Ende mir dann doch ein paar Wendungen zu viel hatte. Das hatta ja schon fast was von Fitzek… *Augenverdreh* 😉
Der nächste Band, Die ewigen Toten, ist auch gerade erschienen. Mal sehen, obs da für mich weiter geht. Irgendwie muss ich ja bis zum nächsten Sebastian Bergman überbrücken 😉

Die Haarteppichknüpfer von Andreas Eschbach

In einer fernen Zeit … Schon seit je fertigen die Haarteppichknüpfer für den Kaiser Teppiche, die aus den Haaren ihrer Frauen bestehen. Von dem Erlös eines Teppichs kann eine ganze Generation der Knüpfer leben. Doch eines Tages landet ein Raumschiff auf der Welt, um dem Geheimnis der Haarteppiche auf den Grund zu gehen – einem Geheimnis, das alle Vorstellungskraft übersteigt.

Ich hab mich mal wieder an einen Eschbach gewagt. Und ich weiß auch dieses mal nicht so richtig… Das Geheimnis um die Haarteppiche (eigentlich ne ganz schön widerliche Vorstellung 😉 ) wird nach und nach aufgedeckt. Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, die mehr oder weniger ihren Teil zu dem Geheimnis und der Lösung beiträgt. Fast wie einzelne Kurzgeschichten. Zuerst geht es um einen Haarteppichknüpfer und seine Familie, dann um einen Haarteppichhändler, dann um die Passagiere eines Raumschiffs usw. Zwischendurch hat man Kapitel, die man so gar nicht einordnen kann, wo auch keine Personen benannt werden, aber am Ende… ja… wird alles aufgelöst und ergibt es alles einen Sinn.
Ich bin wohl einfach kein Sci-Fi-Fan… Und Eschbachs doch teilweise nüchterne Art ist auch nicht so meins.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste Januar 2019

Die Opfer die man bringt von Hjorth & Rosenfeldt
Ich spare mir an der Stelle den Klappentext, denn er steht ja schon hier. Ich war ratzfatz damit durch und frage mich nun:
Wann kommt der nächste Band raus????
Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich bis nachts um halb 3 gelesen habe, weil ich es einfach nicht aushalten konnte, wegen der letzten 100 Seiten noch zu warten und den Lesefluss durch sowas unnötiges wie schlafen zu unterbrechen! Und das Ende… Oh! Mein! Gott! Das Ende ist wieder der absolute Knaller!
Mir ist es vorher nie aufgefallen, aber ich finde, dass es dieses mal spürbar war, dass zwei Autoren an diesem Buch geschrieben haben. Vielleicht haben sie auch nur einfach was neues ausprobiert. An einer Stelle gab es so einen richtigen Bruch im Schreibstil. Plötzlich erfuhr man als Leser etwas, was der Figur noch gar nicht passiert ist. Statt „Er bog um die Ecke und erlitt den Schock seines Lebens, als er die Leiche sah“ verwendeten sie „Er wusste nicht, dass er gleich den Schock seines Lebens erleiden würde, wenn er die Leiche fand, die um die Ecke lag.“ Ich weiß wie gesagt nicht, ob sowas in den vorherigen Büchern auch schon vorkam… Tat dem Buch jetzt auch keinen Abbruch. Ich bin nur drüber gestolpert.

Wenn du mich siehst von Nicholas Sparks

Erkenne die Liebe. Erkenne die Gefahr. Mitten auf einer einsamen nächtlichen Landstraße bleibt Marias Auto liegen. Ein Wagen hält, ein bedrohlich aussehender, muskelbepackter Mann steigt aus – und wechselt ihr freundlich den Reifen. Colin Hancock hat schon viele dumme Entscheidungen in seinem Leben getroffen und bitter dafür büßen müssen, eine Beziehung ist das Letzte, was er sucht. Doch so wenig Maria und Colin zusammenzupassen scheinen und so sehr sie sich auch dagegen wehren: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Aber ihnen droht größte Gefahr, denn ein finsteres Kapitel aus ihrer Vergangenheit holt Maria ein und lässt sie um ihr Leben fürchten. Werden die alten Dämonen alles zerstören, oder kann ihre Liebe Colin und Maria in der dunkelsten Stunde retten?

Ich hab mir für zwischendurch ein paar Bücher von Nicholas Sparks ausgeliehen, weil ich irgendwie dachte, das wär ganz nett. Die Verfilmungen sind ja schon ganz nett. So zur Abwechslung.
Aber das hier… Also man kann sich ja denken, wie die Bücher der männlichen Rosamunde Pilcher enden… Das Buch ist voller Klischees und entwickelt sich unpassenderweise von einem Kitschroman zu einem Thriller und zurück zu einem Kitschroman.

Ohne ein einziges Wort von Rosie Walsh

Stell dir vor, du begegnest einem Mann, einem wundervollen Mann, und verbringst sieben Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Das ist die große Liebe, und es geht ihm ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.

Eins der wenigen Bücher, bei dem ich tatsächlich nach dem Lesen noch mal durchgeblättert und reingelesen habe, weil mir einiges unlogisch erschien. Ich muss auch sagen, dass mich dieses Buch beim Lesen geärgert und frustriert hat. Im Buch wechseln sich Erzählungen über Sarah in der Gegenwart mit Erzählungen aus der Woche mit Eddie ab. Dazu kommen zwischendurch Briefe, die an eine nicht benannte Person geschrieben werden. Die Briefe sind auch nicht mit Namen unterschrieben. Also weiß man eigentlich nicht von wem und an wen sie sind.
Ich möchte nichts spoilern… nur so viel: man macht sich beim Lesen natürlich Gedanken darüber, wer den Brief schreibt, und man reimt sich aufgrund dessen Hintergründe zu der Geschichte zusammen. Wenn dann aber ungefähr auf Seite 200 von 350 rauskommt, dass die Briefe von und an jemand anderen sind, als die ganze Zeit gedacht und somit die gesamte Geschichte, die man im Kopf hatte, komplett einstürzt und sich um 180 Grad dreht, dann finde ich das echt frustrierend.

Ich glaub, ich lese einfach noch mal Harry Potter. Da muss ich mich nicht ägern 😉

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste 4. Quartal 2018

Unterleuten von Juli Zeh

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Mein erster Gedanke war, was bildet sich diese Trulla aus Bonn eigentlich ein, über Brandenburger zu schreiben? Denn immer wenn es um das Ost-West-Thema geht, fühle ich mich schnell angegriffen und stigamtisiert. Und was zu meinem Stigma-Gefühl hinzu kommt: Ich bin nicht nur aus dem Osten, ich bin aus Brandenburg. Ja, ich kenne das Lied „Brandenburg“. Jeder Brandenburger kennt es, glaubt mir. Und jeder Brandenburger ist es leid, dass das das einzige ist, was man zu hören bekommt, wenn man sagt, dass man aus Brandenburg ist…
So, also ich dachte, was bildet die sich ein, über Brandenburger zu schreiben? Bis ich dann herausgefunden habe, dass Juli Zeh in Brandenburg lebt. Ok. Gut. Dann zieht sie sich ja nicht alles aus den Fingern. Es soll also ein Gesellschaftsroman 20 Jahre nach dem Mauerfall sein. Es geht um Wessis, die im Osten wohnen, um Ossis, die mit den neuen Dorfmitbewohnern aus dem Westen auskommen müssen… ich verstehe, dass Brandenburg sich da anbietet, weil nun mal Berlin mittendrin liegt.

Also, um aber mal zum Buch zu kommen… es hatte ja ziemlich gute Kritiken überall, wurde doch ganz schön gehypt, Spiegel Bestseller… ich hatte schon mit Leere Herzen so meine Probleme und ich fand auch Unterleuten jetzt nicht so den Brüller. Vielleicht, weil ich mich permanent als dummer Brandenburger Ossi dargestellt fühle, der noch der guten alten Kommunistenzeit hinterher trauert.
Ich weiß, dass das im Grunde einfach mein Problem ist, dass ich mich bei sowas so schnell persönlich angegriffen fühle, aber ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun soll. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich einige Leute kenne, die genau in das Klischee vom „Früher war alles besser!“-Ossi, der sich nicht davon lösen kann, passen.
Aber auch so: Ich bin kein Fan von Juli Zeh. Ich mag ihre nüchterne Art zu schreiben nicht. Ich hatte bei Leere Herzen immer nur graue und wenig ausgeformte Bilder im Kopf. Und auch hier, obwohl ich bei Unterleuten in Farbe gedacht habe, waren es doch erstaunlich wenig Bilder, die sich beim Lesen formiert haben und das finde ich eigentlich schade. Das ist ja das, was Lesen für mich ausmacht.

Zeit im Wind von Nicholas Sparks

Es ist das letzte Highschool-Jahr für den draufgängerischen, überall beliebten Landon, als er sich beim Schulball notgedrungen mit der Außenseiterin Jamie arrangieren muss. Vollkommen überraschend aber wandelt sich Landons anfängliche Herablassung Jamie gegenüber, sobald er sie näher kennenlernt, und eine zarte erste Liebe erwächst. Allzu schnell ziehen Schatten über dem jungen Glück auf, als Jamie Landon ihr lang gehütetes erschütterndes Geheimnis preisgibt. Er wehrt sich mit allen Mitteln gegen das scheinbar Unabwendbare: Er ist bereit, alles für seine große Liebe zu tun.

Was ne Schnulze 😉 Aber ganz ok für zwischendurch. Ganz ok, wenn man einschlafen will, nachdem man sich aufgeregt hat und sich nachts um halb 2 immer noch die Gedanken im Kopf überschlagen.

The girl before von JP Delaney

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches. Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

Auch wenn jedes Kapitel mit „damals“ oder „heute“ überschrieben war, fiel es mir doch schwer zu unterscheiden, bei welcher Person ich mich gerade befinde. Aber so sollte es wohl auch sein. Die Grundstory war ganz interessant, die Geschichte baut sich gut auf und löst sich nach und nach auf. Das Ende war überraschend und mal wieder hab ich vorher nichts gemerkt 😉 Ein ganz guter Krimi für zwischendurch.

Die Opfer die man bringt von Hjorth & Rosenfeldt

Sebastian Bergman. Kriminalpsychologe. Er ist hochintelligent. Steht vor seiner schwersten Entscheidung. Aber wird er auch das Richtige tun? Kriminalpsychologe Sebastian Bergman hat sich damit abgefunden, dass er Kommissar Höglunds Team bei der Reichsmordkommission verlassen musste. Er widmet sich seinem Buchprojekt und hält Vorträge, einzig zu Tatortanalytikerin Ursula hat er noch Kontakt. Seine Tochter Vanja will ihn weder sehen noch sprechen. Vanja arbeitet inzwischen bei der Polizei in Uppsala, sie ermittelt in einer perfiden Vergewaltigungsserie. Als die Reichsmordkommission eingeschaltet und auch Sebastian Bergman hinzugezogen wird, trifft das Team von einst wieder zusammen: Alte Konflikte drohen zu eskalieren. Und der brutale Vergewaltiger schlägt weiter zu. Bei der Suche nach ihm verdichten sich die Hinweise, dass er seine Opfer nicht zufällig auswählt. Doch gleich mehrere Personen scheinen verhindern zu wollen, dass die Verbindung zwischen den Frauen ans Licht kommt und der Täter gefasst wird.

Mein Lieblingsarschloch Sebastian Bergmann!! Ich hab zwar nach dem letzten Band gesagt, dass es eigentlich reicht, aber als ich wusste, dass es doch einen weiteren Band geben wird, habe ich doch drauf hingefiebert. Über ein Jahr musste ich auf die Fortsetzung warten und normalerweise hätte ich das Buch jetzt auch noch gar nicht, weil ich eigentlich zu geizig für Hardcover bin 😉 Ich hätte mir das Buch eigentlich, wie die anderen alle, als Taschenbuch für 3 oder 4 Euro auf ebay geschossen… aber der Weihnachtsmann kam mir zuvor 😀
Ich weiß nicht, ob ich es dieses Jahr noch schaffe, aber ich strenge mich an.
Im vorherigen Band haben sich ja die Einzelschicksale des Teams zugespitzt und jetzt bin ich einfach gespannt, wie es weiter geht!

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Zusätzlich zu diesem recht schwachen Lesequartal habe ich Blinkist entdeckt. Blinkist ist eine App (bzw. es geht auch am PC), in der Sachbücher so zusammengefasst sind, dass man sie in durchschnittlich 15 Minuten lesen kann. Oftmals ist es ja so, dass Sachbücher ellenlange Ausführungen beinhalten, die sich tatsächlich auf wenige Kernaussagen runterbrechen lassen.
In der kostenlosen Basismitgliedschaft kann man jeden Tag ein zufälliges Blink (so heißen die zusammengefassten Bücher) lesen. Wenn man sich anmeldet, hat man zu Beginn 24h lang einen kostenlosen Premium-Zugriff und man hat in der Zeit Zugriff auf alle Bücher und kann so viel lesen, wie man in 24h schafft 😉 Der Premium-Testzugang läuft dann ab, man ist danach Basis-Mitglied und es entstehen keine Kosten, man hat kein Abo an der Backe oder so. Man muss nicht mal seine E-Mail-Adresse verifizieren, wenn man nicht will. Die App funktioniert trotzdem.
Ich finds echt gut, es ist alles gut leserlich und kurz und knackig zusammengefasst. Aufgrund meiner persönlichen Situation habe ich direkt mal ein paar Bücher gelesen, in denen es um Selbstfindung und so geht Sowas wie „Am Arsch vorbei führt auch ein Weg“ und sowas 😉 Falls ihr das interessant findet, und wenn ihr euch über den Link da oben registriert bekomme ich übrigens 7 Tage kostenlosen Premiumtarif 😉 Vielen Dank 😉

Leseliste 3. Quartal 2018

Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes

Einmal angenommen …

… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …

Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?

Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Das war jetzt das vierte Buch von Jojo Moyes und ich muss sagen, ich mag sie. Beim Lesen hab ich ganz starke Bilder vor Augen, wie ein Film. So mag ich Bücher. Und so plastisch schafft das nicht jeder Autor.
Die Geschichte ist gar nicht so besonders. Sie ist nett. Glaub ans Gute und tu Gutes und dir passiert Gutes. Eigentlich passiert gar nicht so viel, die Geschichte spielt sich in einem kurzen Zeitrahmen ab, es sind einfach die Charaktere und ihre Erzählweise, die es so sympathisch machen. Und die mich wirklich packen. Ich war total geschockt und musste fast heulen, als… ich verrate nix 😉
Es ist definitiv was leichtes für zwischendurch, wenn man mal abschalten will und sich in eine heile Welt flüchten will.

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Für den Müßiggänger Dorian Gray wird der ewige Menschheitstraum wahr: Er kann nicht altern. Stattdessen altert sein gemaltes Porträt. Sein Aussehen ebnet ihm den gesellschaftlichen Erfolg, Jahr ums Jahr zieht ins Land, aber Dorian Gray bleibt der begehrenswerte, blendend aussehende Jüngling. Während er immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres jung und makellos schön. Nur der Maler seines Bildes schöpft Verdacht, zu wunderlich scheint ihm Grays‘ Alterslosigkeit. Das Geheimnis droht entdeckt zu werden.

Puh, also die Grundidee von Dorian Gray kannte ich, aber es war sehr anstrengend zu lesen. Es zieht sich wie Kaugummi hin, wenn er sich mit Lord Henry unterhält, wenn er bei irgendwelchen Damen zum Tee hockt… Es ist teilweise sehr ausschweifend, aber langweilig ausschweifend. Ich habe vieles nur überflogen, weil es einfach unwichtig für die Story war.
Letztlich ist die Geschichte ziemlich dünn: Das Bild altert an seiner Stelle und jegliche Züge, die sich ins Gesicht graben, was aus schlimmen Erfahrungen her rührt, zeichnen sich ebenfalls nur im Bild und nicht auf seinem echten Gesicht ab. Dadurch wird er kalt und grausam und am Ende… tja… das wird nicht gespoilert.

The Chemist – Die Spezialistin von Stephenie Meyer

[…] der neue Ausnahme-Pageturner der Weltbestsellerautorin Stephenie Meyer – knallhart, kompromisslos und ultraspannend.
Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.
Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Ich möchte dazu echt nichts sagen. Ich bin froh, dass ich für so einen Scheiß kein Geld ausgegeben habe…

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Die Geschichte der Bienen stand seit diesem Review auf meiner Leseliste, weil ich ja mal auf der Suche nach „was anderem“ war. Und dieses Buch ist wirklich mal was anderes. Ich hatte es in drei Tagen durchgelesen, weil ich einfach mit jeder der drei Figuren mitgefiebert habe und wissen wollte, welches Ende es nimmt.
Einiges habe ich zwischendurch gegooglet, weil ich wissen wollte, ob die Autorin sich das jetzt ausgedacht hat, oder ob es Fakten sind, einfach, weil ich kaum etwas über Bienen wusste. Und es ist Fakt, dass in China Obstbäume per Hand bestäubt werden. Jetzt schon, weil es keine Bienen mehr gibt. Und es ist auch Fakt, dass 2007 ein rätselhaftes Bienenverschwinden in den USA stattgefunden hat.
Wie wichtig Bienen sind, das ist einem gar nicht so bewusst. Es ist so selbstverständlich, dass an den Maispflanzen Kolben wachsen und dass Obstbäume Früchte tragen. Aber nur wegen der Bienen! Es ist wirklich ein sehr interessantes Buch und es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen!

Leere Herzen von Juli Zeh

Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet – und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben.
Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Was genau hinter der Firma steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als ihre Firma unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma, sondern auch ihr Leben in Gefahr…
„Leere Herzen“ ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Und es ist zugleich ein verstörender Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

Auch das sollte mal „was anderes“ werden und auch das hatte ich vom Bücher-Inspirationsblog 😉 Ich hab es dem Namenlosen letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt, auch in der Absicht, es selbst zu lesen 😉
Also was anderes war es auf jeden Fall. Es spielt in naher Zukunft und ich bin überrascht, fast etwas erschrocken, wie realistisch dieses dystopisch angehauchte Szenario doch ist. Aber irgendwie war ich dann nicht so begeistert wie alle anderen. Mich hat das nicht so geflasht, oder verstört. Und das Ende hab ich auch nicht verstanden… Eigentlich passiert kaum was, aber man liest es trotzdem recht schnell weg. Es plätschert so ein bisschen lang hin. Vielleicht hab ich dabei was verpasst, dass ich das Ende nicht verstehe…
Wie auch immer. War nicht schlecht, Knaller aber auch nicht.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste 2. Quartal 2018

1984 von George Orwell

»Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, daß zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles übrige von selbst.«
Der Klassiker über einen allmächtigen Überwachungsstaat ist und bleibt beklemmend aktuell: Mit 1984 schuf George Orwell eines der einflußreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts.

Ja, beklemmend ist es wirklich. Schon auf den ersten Seiten, wo über den Teleschirm erzählt wird, der in jedem Wohnzimmer hängt und Sender und Empfänger zugleich ist, wurde mir ganz anders. Alexa ist wohl nichts anderes… Wenn Fernseher anfangen Webcams zu haben, dann kann wohl auch niemand mehr erkennen, ob sich da jemand eingehackt hat und die Zuschauer auf dem Sofa beobachten…
Ich finde es immer noch unfassbar erstaunlich, wie man kurz nach dem 2. Weltkrieg, als die technische Entwicklung lange nicht so weit fortgeschritten war, wie heute, wie man also damals so eine unfassbare Fantasie haben konnte, wie man sich sowas, für damalige Verhältnisse, vollkommen abstruses ausdenken konnte! Und heute ist die Realtität so nah dran, dass es einem unheimlich sein muss!
Der große Bruder beobachtet dich. Ja, das macht er jetzt auch schon. Nur noch nicht so offensichtlich.
Was auf den ersten Seiten tatsächlich beklemmend war, hat sich im zweiten Teil eher zu einem politischen Manifest entwickelt und war im dritten Teil eigentlich nur eine Demonstration eines vollkommen totalitären Systems und es geht nur noch darum, ob es gewinnt oder nicht.
Ich fand es etwas anstrengend zu lesen, obwohl ich eine neuere Übersetzung hatte. Und obwohl es jetzt schon länger her ist, dass ich mit dem Buch fertig bin, kann ich nicht sagen, was ich davon halten soll. Irgendwie gleichgültig. Leer. Undefiniert.

Heidi Teil 2 von Johanna Spyri
War genauso heimelig und kurzweilig wie Teil 1.

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Neulich bin ich über „Mein Herz in zwei Welten“ gestolpert und dachte, das ist was seichtes für zwischendurch. Dann habe ich gemerkt, dass es eine Fortsetzung von Ein ganzes halbes Jahr sein muss und habe dann festgestellt, dass das bereits der dritte Teil ist. Also hab ich noch was auf dem Lesestapel 😉
Den Film Ein ganzes halbes Jahr kannte ich schon, von daher hat mich nicht schockiert oder überrascht was im Buch passiert ist. Es ist eine schöne Geschichte, ein polarisierendes Thema, das sich aber gar nicht so in den Vordergrund drängt, sondern der Liebesgeschichte den Vortritt lässt.

Sofies Welt von Jostein Gaarder

Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung.

Noch so ein Klassiker, den man irgendwie gelesen haben sollte. Ich weiß noch, wie meine Mitbewohnerin damals davon geschwärmt hat… Ich weiß nicht, ob ich irgendwie komisch bin… ich hab mich ziemlich schwer getan mit diesem Buch. Hab mich die ganze Zeit gefragt, was dieser Typ davon hat, diesem Mädchen Briefe schreibt und dass das alles kein Roman sondern einfach ein Abriss der Geschichte der Philosophie ist… Tja und dann hat es sich aufgelöst und ich habe nach über der Hälfte dann doch einen Zugang dazu gefunden und fand es wirklich charmant!

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl

Tief unten im Schacht liegt Ashley – sie ist tot – erst 24 Jahre alt – eine Leiche in einer verlassenen Lagerhalle Manhattans. Ein Unfall? Oder Selbstmord? Und was hat Cordova, der übermächtige Vater und besessene Filmemacher mit ihrem Tod zu tun? Der Schlüssel zum Geheimnis liegt in seinen magischen Filmen, die nach und nach zu einer Wirklichkeit werden, aus der es kein Entkommen gibt. Gnadenlos, packend und zuweilen verstörend ergründet Marisha Pessl die dunklen Seiten des Lebens.

Puh… ein dicker Wälzer, den ich in zwei Tagen weggelesen hab, weil er mich einfach gepackt hat! Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal bis um 2 Uhr nachts gelesen habe, weil ich ein Buch unbedingt zu Ende lesen wollte…
Die amerikanische Nacht ist eine Filmtechnik, bei der eine tagsüber gedrehte Filmszene mit Filtern und Beleuchtung in eine Nachtszene verwandelt wird. Was sagt dieser Buchtitel nun über das Buch? Dass es nicht so ist, wie es scheint? Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob es am Ende des Buches heißt „Cut, danke das wars!“ und damit die gesamte Handlung als ein Film abgetan wird… Oder dass sich am Ende alles als ein Traum herausstellt…
Ich meine, natürlich ist das eine ausgedachte Geschichte. Aber die Zufälle waren so kontruiert, dass cih zwischenzeitlich wirklich ein eine gescriptete Realität gedacht habe.
Der Tod von Ashley wird aufgeklärt. Zwei mal. Und wie war es nun wirklich? Das bleibt offen.
Gutes Buch, hat mich echt gefesselt!

Ein ganz neues Leben von Jojo Moyes

«Du hast mich mitten ins Herz getroffen, Clark. Vom ersten Tag an, an dem du mit deinen lächerlichen Klamotten hereingestapft bist. Du hast mein Leben verändert.» Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.

In meinen Augen hätte es keine Fortsetzung gebraucht und angeblich war sie auch nicht geplant. Angeblich hätten die Leser alle gefragt, wie es mit Lou weiterging, deshalb hat Moyes dann diese Fortsetzung geschrieben. (Und weils dann wohl eine kleine Goldgrube war auch noch einen dritten Teil….)
Aber es ist trotzdem toll zu lesen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, auf Lous Schulter zu sitzen und direkt am Geschehen zu sein. Vielleicht aber auch nur, weil ich selbst jemanden verloren hab und eben genau weiß, was danach kommt. Lou geht in eine Trauergruppe und was da über Verlust und Verarbeitung erzählt wurde, konnte ich an ganz vielen Stellen genau so unterschreiben. Auch das Gefühlschaos, als sie einen neuen Mann kennen lernt.
Was ich etwas übertrieben und für die Geschichte nicht sonderlich förderlich fand, war der Konflikt der Eltern. Da habe ich mich immer gefragt, was das soll, das kam mir eher seitenfüllend vor. Aber gut. Es war trotzdem ein schönes Buch. Trotz der Thematik etwas seichtes für zwischendurch.

Mein Herz in zwei Welten von Jojo Moyes

„Trag deine Ringelstrumpfhosen mit Stolz. Führe ein unerschrockenes Leben. Fordere dich heraus. Lebe einfach.“ Diese Sätze hat Will Louisa mit auf den Weg gegeben. Doch nach seinem Tod brach eine Welt für sie zusammen. Es hat lange gedauert, aber endlich ist sie bereit, seinen Worten zu folgen und wagt in New York den Neuanfang. Die glamouröse Welt ihrer Arbeitgeber könnte von Lous altem Leben in der englischen Kleinstadt nicht weiter entfernt sein. Dort ist ein Teil ihres Herzens zurückgeblieben: bei ihrer liebenswert chaotischen Familie und vor allem bei Sam, dem Mann, der sie auffing, als sie fiel. Während Lou versucht, New York zu erobern und herauszufinden, wer Louisa Clark wirklich ist, muss sie feststellen, wie groß die Gefahr ist, sich selbst und andere auf dem Weg zu verlieren. Und am Ende muss sie sich die Frage stellen: Ist es möglich, ein Herz zu heilen, das in zwei Welten zuhause ist?

Irgendwie seltsam, wie sehr ich mich auch in dieses Buch verloren hab, obwohl ich es eigentlich kitschig finde. Vielleicht, weil ich mich einfach gut mit Lou identifizieren kann. Es ist nicht nur der Verlust, sondern auch dieses sich selbst finden. Eigentlich nicht richtig zu wissen, wer man ist und was man will, weil man immer versucht hat, es anderen Recht zu machen. Vielleicht hat es mir deshalb so gut gefallen.

Flugangst 7A von Sebastian Fitzek

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein seelisch labiler Passagier.
Und ein Psychiater, der diesen Passagier dazu bewegen soll, die Maschine zum Absturz zu bringen – sonst stirbt der einzige Mensch, den er liebt.

Der neue Psychothriller von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek: In der Tradition von PASSAGIER 23 spielt er mit den menschlichen Urängsten des Eingeschlossenseins und der Hilflosigkeit an Bord eines Flugzeugs.

„In der Tradition…“ Also ob man das jetzt als eine Tradition bezeichnen will… weil da ein Buch war… man man man… Also… Das war besser als die früheren Bücher, hatte nicht ganz so viele obskure Wendungen. Ich glaub ich habs schon tausend mal gesagt, aber ich möchte manchmal Bücher noch mal lesen, wenn ich weiß, wie sie ausgehen, nur um Ungereimtheiten zu entdecken. Aber ich hab keinen Bock, das noch mal zu lesen.
Fitzek und ich werden wohl nie Freunde, aber ich wollte was zum schnell weglesen für zwischendurch, weil ich keine Lust auf sowas Anspruchsvolles wie Buddenbrooks hatte, was ich mir mal vorgenommen hab, weil ich das nicht kenne…

Ich finde dich von Harlan Coben

Natalie war die Liebe seines Lebens. Doch sie hat ihn verlassen, hat wie aus dem Nichts einen anderen Mann geheiratet, und Jake Fischer war am Boden zerstört. Bei ihrem Abschied musste er Natalie zudem schwören, sie zu vergessen, sie nie mehr zu kontaktieren. Doch als sechs Jahre später etwas Unglaubliches geschieht, bricht Jake sein Versprechen – und macht sich auf die Suche nach Natalie. Eine Suche, die seine eigene gutbürgerliche Existenz für immer zerstört. Und die ihm offenbart, dass die Frau, die er zu lieben glaubte, nie wirklich existiert hat …

Ich hab den Klappentext gar nicht gelesen, bevor ich das Buch angefangen hab. Und als dann das „Unglaubliche“ schon ziemlich weit am Anfang geschieht, hab ich mich gefragt, wie die restlichen Seiten nun mit „Ich finde dich“ gefüllt werden sollen. Aber es war gefüllt. Ich fand, es war nicht wirklich unvorhersehbar, wie sich alles entwickelt hat. Anfangs bestand noch die Möglichkeit, dass es in eine andere Richtung geht, aber als das ausgeschlossen war, war es doch irgendwie klar, wohin es geht. Vielleicht habe ich aber wirklich schon zu viele Krimis gelesen…
Aber nichtsdestotrotz hat mir die Art des Autors gut gefallen. Er spricht die Leser zwischendurch an. „Sie können sich vorstellen, dass…“ oder so. Ich fand das nett. Außerdem hält er sich nicht mit Namen von unwichtigen Leuten auf, die man nach drei Seiten wieder vergessen hat. Er gibt ihnen Spitznamen, die sich aus markanten Eigenschaften ableiten. Glitzeranzug für einen Typen, dessen Anzug leicht glänzt. Oder Bienenkorb für eine Frau, deren Haare aufgetürmt und festbetoniert sind, dass sie an einen Bienenkorb erinnern. Da ist das hier auch mache, fand ich das super sympathisch, auch wenn das Buch jetzt nicht soooo megaspannend war, wie ich mir das vielleicht erhofft hatte. Aber ich glaube ich habe einen neuen Thriller-Autoren gefunden, von dem ich noch ein, zwei Sachen lesen werde, bis der neue Sebastian-Bergmann-Krimi rauskommt 😉

Zwei an einem Tag von David Nicholls

15. Juli 1988, Emma und Dexter, zwei eigentlich füreinander bestimmte Menschen, lernen sich mit zwanzig kennen, aber schon am nächsten Tag trennen sich ihre Wege. David Nicholls beschreibt über zwanzig Jahre hinweg jeden 15. Juli im Leben der beiden – wie sie sich immer wieder treffen und immer wieder verpassen.

Das ist der was-weiß-ich-wievielte Versuch dieses Buch zu lesen. Ich hab es vor ein paar Jahren mal als Hörbuch gekauft, aber konnte mich nicht wirklich darauf einlassen. Auf der Couch bin ich eingeschlafen, damals im Fitnessstudio auf dem Crosstrainer hatte ich irgendwann auch abgeschaltet… Ich hab das Hörbuch dann verschenkt. Jetzt hab ich im Bücherschrank auf der Arbeit die Taschenbuchausgabe gefunden – das war ein Wink und ich dachte, ich versuche es halt noch mal. Im Juni schaffe ich es nicht mehr. Vielleicht schaffe ich es auch nie, weil ich mich schwer dazu aufraffen kann, es in die Hand zu nehmen. Irgendwie hatte ich es mir romantischer vorgestellt, wie sich die Wege von Emma und Dexter immer wieder kreuzen…

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste 1. Quartal 2018

Jeder von Thomas Seidl

John Down, ein heruntergekommener Privatdetektiv, wird zu einem Auftrag ins beschauliche Dörfchen Steakbeaver in der Nähe von London gerufen, wo die Tochter der einflussreichen Familie Sterling seit zwei Monaten verschwunden ist. Die Polizei glaubt nicht an ein Verbrechen, denn Susan hinterließ einen Abschiedsbrief. Je tiefer aber John Down in den Fall eindringt, desto mehr wird ihm bewusst, dass es hier um mehr geht, denn in diesem Dorf werden mehrere junge Mädchen vermisst, und anscheinend hat hier JEDER seine Geheimnisse. Ein spannender Krimi, der unter die Haut geht, und den man nicht einfach beiseitelegt. Verschachtelt, gewieft und verzwickt. Ein wendungsreicher Krimi mit vielen Thrillerelementen. Sie werden ihn verschlingen und sich immer wieder dabei ertappen, wie Sie versuchen, die Geschichte zu entwirren. Wer hat hier welche Geheimnisse, und wie wird das alles enden? Warum wurden die Frauen entführt? Oder sind es keine Entführungen? Welche Geheimnisse hat die Familie Sterling? Warum wurde ausgerechnet ein heruntergekommener Privatdetektiv engagiert? Was macht diese alte, kauzige Dame in diesem Dörfchen? Und wo steckt Susan Sterling? Oder ist sie schon lange tot? Viele dieser Fragen werden Sie sich während des Lesens stellen, und ich warne Sie vor, denn Sie werden mitfiebern und es nicht erwarten können, die ganze schreckliche Wahrheit zu kennen.

Also im Ernst, das Buch war so schlecht, dass ich dazu eigentlich nichts sagen möchte. Der Krimit ist in einem Doppelband „Bis sie alle schweigen“, aber das zweite Buch da drin hab ich nicht mehr gelesen.
Es war sprachlich nicht so der Knaller, ich bin immer wieder über eine Redensart gestolpert, die ich schon wieder vergessen habe, die aber gefühlt auf jeder zweiten Seite vorkam und die sich für mich umgangssprachlich angehört hat.
Außerdem war diese ganze Story so emotionslos und hölzern geschrieben… da findet der eine gefolterte, vergewaltigte Frau und der entstehenden Dialog ist eher so „Oh, ich habe dich gefunden. Du lebst ja noch. Alle dachten du wärst schon tot. Keine Angst! Ich hole dich hier raus!“ Und dann sie: „Oh, ich hoffe du holst mich hier raus! Ich kann langsam nicht mehr. Er foltert und vergewaltigt mich!“ Und dann wieder er: „Keine Sorge Katy, ich hole dich hier raus!“ Furchtbar. Es kommt null rüber, wie zerstört sie emotional nach so einer langen Zeit wär.
Und dieser heruntergekommene Detektiv, der noch dazu Down heißt, ist natürlich auch wieder so ein Typ, der ne psychische Störung hat…
Es war ein Versuch. Nicht jeder kann schreiben. Und nicht jeder kann Krimis schreiben.

Oliver Twist von Charles Dickens in Die beliebtesten Klassiker der Kinderliteratur in einem Band: Romane, Bildergeschichten, Märchen und Sagen

Als ich meinen Tolino gekauft habe, hab ich mir auch diesen Sammelband gekauft, weil ich so viele Kinderbücher gar nicht kenne. Nach und nach hole ich das dann mal nach 😉
Oliver Twist kannte ich gar nicht und ich hab es jetzt auch nicht fertig gelesen, sondern mir den Artikel bei Wikipedia durchgelesen. Ehrlich, Oliver Twist fand ich total schrecklich und ich bezweifle stark, dass man das in die Kinderliteratur einordnen kann! Laut Wikipedia ist es ein Gesellschaftsroman.

Oliver Twist wird als Findelkind in einem Waisenhaus abgegeben und wächst später, als er zu alt fürs Waisenhaus wird, in einem Armenhaus auf. Die Umstände sind katastrophal, es gibt nicht genug zu essen, schon gar keine menschliche Nähe und Zuneigung. Er wird, weil er nach mehr essen fragt, an einen ortsansässigen Leichenbestatter verkauft und flieht nach Schlägen und Demütigung mit nichts nach London. Dort wird er von einem Hehler aufgegabelt, der ihn als Taschendieb „ausbilden“ will…

Ja, das geht dann so weiter, er rutscht irgendwie von einem Missverständnis ins nächste, keiner hört ihm zu, egal was er sagt, man glaubt ihm nicht, man glaubt immer dem anderen. Also so ein richtig armer Junge, der halt schon im zarten Alter von 9 Jahren die Ungerechtigkeiten des Lebens mitmachen muss.
Abgesehen davon, dass es vom Schreibstil sehr anstrengend zu lesen war, hab ich eben was ganz anderes erwartet. Ich wusste ja, dass Oliver ein Waisenjunge war, aber dass die Geschichte so krass ist, und eigentlich eine Anprangerung der damaligen Lebensumstände war, wusste ich nicht. Deshalb finde ich das Buch in einer Kinderbuchsammlung deplatziert.

Heidi von Johanna Spyri in Die beliebtesten Klassiker der Kinderliteratur in einem Band: Romane, Bildergeschichten, Märchen und Sagen

Ich weiß nicht, ob jeder von euch Heidi kennt. Ich kannte es nicht. Meine Oma hat es mir mal zum 9. oder 10. Geburtstag geschenkt, und ich wusste, dass es um das Mädchen beim Almöhi ging, aber ich hab das Buch nie auch nur angerührt. Heidi… da musste ich automatisch an das Musikantenstadl denken 😉
Heute lese ich es also und finds ganz heimelig. Inzwischen wirkt es sprachlich altmodisch, aber grundsätzlich hat die Geschichte an nichts verloren.

AchtNacht von Sebastian Fitzek Oder: Ich lerne nicht aus meinen Fehlern 😉

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

Der neue Blockbuster von Sebastian Fitzek, dem „Meister des Wahns“ – exklusiv im Taschenbuch.

Blockbuster… wenn ich das schon lese. Ja, ich weiß nicht, was mich geritten hat, das Buch zu lesen, wo ich Fitzek so abgeneigt bin!! Ziemlich bescheuert von mir… Schon auf den ersten Seiten geht es genauso so los wie immer: Es gibt zwei Zeitschienen. Einen Monat danach und einen Monat davor. Einen Monat danach gibt es wieder einen Psychiater (ich glaube es ist auch der gleiche, wie schon in anderen Büchern und langsam komme ich mir vor wie bei GZSZ, wo auch immer die gleichen Charaktere in ihrem Mikrokosmos handeln), der mit einer Patientin spricht. Und einen Monat davor beginnt, wieder mal mit Ultimatumsanzeige über den Kapiteln, die Rückblende und die Geschichte wird erzählt.
Also, es ist mal wieder so, dass ich ja nicht sagen kann, es wäre nicht spannend. Aber am Ende kamen die Fitzektypischen unerwarteten Wendungen… und immer diese Rosamunde-Pilcher-Happy-Ends… ich wollte nie wieder was von Fitzek lesen, ich weiß nicht, wieso ich mich nicht einfach dran gehalten hab.

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. >Was man von hier aus sehen kann< ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Das Buch ist auch eins, das ich aus den Buchvorstellungen von Lesen in vollen Zügen habe. Da ich ja mal von den ganzen Krimis weg wollte, hab ich mir da die ein oder andere Inspiration geholt.
Mit diesem Buch hab ich mich am Anfang ein wenig schwer getan. Ich hab mich schwer getan daran, dass Fülle durch Banalitäten erzeugt wurde. Dass also tausend mal gesagt wurde, wie seltsam ein Okapi ist oder dass ihnen nie aufgefallen ist, dass Selma aussieht wie Rudi Carell. Obwohl man das doch sieht. Jeder sieht das doch sofort, jetzt kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie man das nicht vorher schon bemerken konnte. Es ist doch so offensichtlich. Ähm ja. Dann habe ich mich schwer daran getan, dass die Autorin immer wieder die gleichen Motive aufgreift. Etwas ist so schwer, wie das Herz eines Blauwals. Oder so groß wie die Zunge eines Blauwals. Und immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, dass Haare angeklatscht sind, bis auf eine Haarsträhne. Und diese Wiederholungen beziehen sich nicht nur auf Motive, sondern auf ganze Sätze, die genau so mehrfach im Buch wiederholt werden.
»Warum bist du so ruhig?« – »Ich bin so ruhig weil du nervös bist.«
oder
»Möchtest du mit uns zurückfahren, Marlies?«
»So weit kommt das noch«, sagte sie, schulterte ihr Paket und ging.
»Könnten Sie mir die Anschrift von Ihrem Buddhisten geben?«, fragte Doktor Maschke.
»So weit kommt das noch«, sagte ich, und dann rannte ich mit meinem Brief über die Straße, hin zum Optiker, und fiel ihm in die Arme.
oder
Alaska erhob sich. Es dauerte, bis etwas so Großes, etwas so Steinaltes sich fertig erhoben hatte.
Ich bin da immer wieder drüber gestolpert und habe erst im Verlauf des Buchs kapiert, wie damit die Verbundenheit betont werden soll. Kitschig? Vielleicht ein bisschen, aber eigentlich auch nicht, weil es nicht so pathetisch ist, sondern eigentlich eher banal. Eigentlich ist es fast kunstvoll, wie inszeniert das alles ist. Einer steht an einer bestimmten Stelle im Haus und die Erzählerin hält Rückschau, wie jeder genau dort gestanden hat und sein Erlebnis an genau diese Stelle hat.
Doch… schönes Buch. Ich muss nur gestehen, dass ich nicht weiß, was der Titel zu bedeuten hat. Und dass ich gern gewusst hätte, was mit Marlies los ist.

Der Vorleser von Bernhard Schlink

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

Viel mehr will ich fast gar nicht sagen, ohne zu spoilern, falls irgendwer das noch nicht gelesen hat. Bei meiner Schwester stand es in Deutsch auf dem Lehrplan, ich habs nicht in der Schule gelesen und wusste auch überhaupt nicht worum es geht.
Anfangs dachte ich, es ist eine Erzählung. Dann dachte ich, es ist eine Autobiographie. Tja, bis zum Schluss weiß ich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Irgendwie fand ichs blöd. Vielleicht hab ich es nicht verstanden. Vielleicht hab ich mir mehr Roman und weniger eine Abhandlung über juristische und ethische Fragen in Bezug auf Schuld und Täterschaft im Nationalsozialismus erwartet. Überhaupt ist das Buch streckenweise ziemlich nüchtern. Personen sind namenlos und für mich gesichtslos. Es wird kaum auf Empfindungen eingegangen, weil die Geschichte einzig aus der Sicht von der Hauptperson erzählt wird. Deshalb hat es für mich auch einen Autobiographie-Charakter. Zum Ende hin nimmt es wieder mehr den Roman-Charakter an, aber das Mittelstück war echt zäh. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht, finde ich.

Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Leseliste September 2016

Drei Bücher im September. Trotz Urlaub. Normalerweise schaffe ich allein im Urlaub schon drei Bücher, aber dieses Jahr war das alles ein bisschen anders. Abends war ich meistens viel zu kaputt um noch was zu lesen 😉

Sie sehen mit dem Herzen, Mylord! von Sophia James
Der Sommer der Sternschnuppen von Ava Jordan
Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Klappentexte sind von der Hugendubel-Homepage zitiert.

Sie sehen mit dem Herzen, Mylord! von Sophia James

Ein Kutschenunfall in einer eiskalten Winternacht beschert Beatrice ein unvergessliches Erlebnis: Sie und ihr Mitreisender Lord Taris Wellingham müssen in einer abgelegenen Scheune Unterschlupf suchen, wo sie sich überraschend schnell näher kommen. In seinen starken Armen, unter seinen zärtlichen Berührungen erwacht in ihr eine nie gekannte Leidenschaft. Doch als der Morgen graut, blickt Taris ihr nicht in die Augen. Voller Scham glaubt Beatrice, dass der Lord sie für zu unscheinbar hält und die Liebesnacht bereut. Sie ahnt nichts von seinem düsteren Geheimnis …

Lord Wellingham… allein schon der Name ist furchtbar schnulzig 😉 Das Buch war Schnulze pur, aber ich fand es trotzdem schön zu lesen. Es war doch sehr gewählt ausgedrückt, das war mal was anderes zu lesen! Als Leser ist einem natürlich klar, was passiert und wie es ausgeht, aber es war sehr entspannend zu lesen und ein bisschen in der Romantik zu schwelgen.

Der Sommer der Sternschnuppen von Ava Jordan

Ella ist auf der Flucht vor ihrem alten Leben. Sie verlässt überstürzt New York und fährt nach New Harbor, den Ort ihrer Jugend. Dort trifft sie nicht nur ihre Jugendfreundin Tara wieder, sondern lernt auch den Schriftsteller David kennen. Aber das mit David ist kompliziert. Mindestens genauso kompliziert wie mit ihrem Ehemann Tom. Und was soll sie mit Mo tun, die viel zu früh Verantwortung für ein eigenes Kind übernehmen muss? Ein Roman übers Erwachsenwerden, übers Elternwerden und darüber, wie viel das Leben uns abverlangt. Nämlich immer grad so viel, wie wir aushalten können, auch wenn wir das nicht glauben. Auftakt zu einer neuen Reihe. Die einzelnen Bände können unabhängig voneinander gelesen werden. Der Sommer der Sternschnuppen Ein Regenbogen im Winter (folgt im Herbst 2016) Teil 3 – N.N. (folgt im Frühjahr 2017)

Ich hab den Klappentext vorher nicht gelesen. Ich dachte, es wär auch so eine seichte Lektüre, perfekt für den Urlaub. Ja, leicht war es auch, aber eigentlich überhaupt nicht mein Thema. Es ging ums Kinderkriegen, den Kinderwunsch an sich … na ja. Es war ok um die Zeit im Flieger und anschließend zwei, drei Abende vorm Schlafengehen zu füllen. Aber die Folgebände werde ich nicht lesen.

Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt …

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.

Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …

Dieses Buch haben wir am Flughafen noch gekauft und der Namenlose hat es ziemlich schnell weggelesen. Als er jetzt fertig war, hab ich es mir geschnappt und hab es ebenfalls ziemlich schnell weggelesen.
Es war mein erstes Buch von Fitzek. Ich weiß nicht, warum ich bisher immer einen Bogen um ihn gemacht hab… bei Thrillern war ich bisher immer sehr auf die skandinavischen Autoren eingeschossen, wahrscheinlich deshalb.
Aber es war sehr spannend, irgendwie auch mal schön, vertraute Städtenamen und Personennamen zu lesen.
Am Schluss gabs eine Wendung, die ich anfangs kurz in Betracht gezogen hab, von der Fitzek mich aber schnell wieder abgelenkt hat. Umso überraschter war ich, dass es dann am Ende doch so war und wie einfach ich mich davon abbringen lassen hab. Ganz schön naiv von mir 😉
Also… ich hatte kurz überlegt, ob wir eine Kreuzfahrt machen sollen im nächsten Urlaub… aaaber… hm… nach diesem Buch vielleicht lieber nicht 😀
Also insgesamt wirklich gutes Buch. Sehr fesselnd geschrieben und weglegen war eigentlich keine Option, weswegen ich es auch nach vier Tagen durch hatte.