Zahlen, Daten, Fakten – Bibu-Update XI

Wenn man die Bilanzbuchhalter-Prüfung nach der neuen Prüfungsverordnung (seit 2015) vor der IHK ablegt, muss man drei schriftliche Prüfungen à 240 Minuten schreiben.
Im ersten Teil geht es um „Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen“ und hier werden hauptsächlich Fragen zu den nationalen Standards gefragt, aber wir haben ja auch die internationalen Standards (IFRS) gelernt und deshalb wird auch das in der Prüfung abgefragt. Zusätzlich gibt es Fragen aus dem Bereich „Ein internes Kontrollsystem sicherstellen“ und „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sicherstellen“ (KFZ).
Im zweiten Teil wird „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ (Berichterstattung), „Finanzmanagement des Unternehmens wahrnehmen, gestalten und überwachen“ und noch mal KFZ abgefragt.
Im dritten und letzten schriftlichen Teil kommt dann „Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen“ und „Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert anwenden“.

Man kann in jeder der drei Prüfungen 100 Punkte, also maximal 300 Punkte erreichen und bestanden hat man den schriftlichen Teil mit mindestens 150 Punkten. Egal wie die sich zusammensetzen. Man muss also nicht jede schriftliche Prüfung für sich bestanden haben und hat somit auch keine mündliche Ergänzungsprüfung mehr. Das war mein Glück, denn in der Steuerprüfung hab ich etwas abgekackt und ich weiß nicht, ob ich das mündlich rausgehauen hätte.
Aus den drei schriftlichen Prüfungen wird dann das arithmetische Mittel gebildet und diese Punktzahl zählt dann 50% zur Gesamtnote.

Spätestens zur dritten schriftlichen Prüfung muss man das Thema für seine Präsentation zur mündlichen Prüfung einreichen. An der mündlichen Prüfung darf man nur teilnehmen, wenn man die schriftliche bestanden hat. Das Thema muss trotzdem eingereicht sein, ansonsten ist man nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen, wenn man die schriftliche bestanden hat.
Das Thema für die Präsentation zur mündlichen Bilanzbuchhalterprüfung muss aus dem Gebiet Berichterstattung kommen und man muss ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis darstellen.
Das Problem dabei: Niemand sagt einem, was genau ein komplexes Problem aus der betrieblichen Praxis ist und so muss man erstmal richtig Gehirnschmalz in die Frage investieren, welches Thema man nun für die mündliche Prüfung wählt… Man muss auch aufpassen, dass man nicht zu sehr in ein anderes Themengebiet rutscht. Die Fächer überschneiden sich ja in vielen Sachen und gerade das Thema Berichterstattung hat viele Überschneidungen mit dem Fach Finanzmanagement. Wenn man nachher das Thema mit der Präsentation verfehlt hat, muss man trotzdem das Fachgespräch machen, aber uns wurde gesagt, man wäre mit einem verfehlten Thema durchgefallen.

Die mündliche Bibu-Prüfung besteht dann aus dieser Präsentation, die nicht länger als 15 Minuten dauern soll, und einem anschließenden 30-minütigen Fachgespräch, das sich zum Teil auf die Präsentation beziehen soll aber in dem auch sämtliche anderen Fachbereiche abgefragt werden können. Mindestens 3 verschiedene Fachbereiche sollten es schon sein.
In der Präsentation und dem Gespräch sind auch jeweils 100 Punkte zu erreichen, wobei das Fachgespräch doppelt gewertet wird. Maximal also wieder 300 Punkte, aus denen das arithmetische Mittel gebildet wird und auch hier muss man wieder auf mindestens 50 Punkte kommen. Dieses Ergebnis sind dann die anderen 50% zur Gesamtnote.

Die Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter sind ziemlich hoch. Leider gibt es keine öffentlichen Statistiken darüber. Das ist echt schade, weil man immer so von 70% Durchfallquote munkelt… Keine Ahnung, ob da was dran ist. Bei den großen IHK’n vielleicht, weil dort vielleicht die Anzahl derer, die sich nicht von der Prüfung abmelden oder auch zwischendrin abbrechen vielleicht größer ist.
Ich kann jetzt nur von mir sprechen und deshalb hier meine unrepräsentative Statistik der Durchfallquoten beim Bilanzbuchhalter im Herbst 2019:
Aus meinem Lehrgang waren 19 zur Prüfung angemeldet. Von externen Anbietern kamen noch 8 dazu. Einer aus meinem Lehrgang kam nicht zur Prüfung, der zählt automatisch als durchgefallen, weil er sich nicht rechtzeitig abgemeldet hat. Schriftlich bestanden haben von uns 9 und von den externen 3. Das ist schon hammerhart!
Die Durchfallquote in der schriftlichen Bilanzbuchhalter-Prüfung lag bei uns internen also bei satten 52,6%, bei den externen sogar bei 62,5%. Insgesamt sind es 55,55%.
In einer anderen IHK war es noch krasser, das hat uns Mr. Generalprobe erzählt, der dort im Prüfungsausschuss sitzt: 58 waren zur schriftlichen Prüfung angemeldet, von denen sind aber 7 einfach nicht gekommen und gelten damit automatisch als durchgefallen. Von den verbleibenden 51 haben 15 bestanden. Das entspricht einer Durchfallquote von 74%.

Und dass man die mündliche Bilanzbuchhalterprüfung dann nicht unterschätzen sollte, zeigt unser diesjähriges Ergebnis: einer ist tatsächlich durchgefallen. Nur weil man die schriftliche Prüfung bestanden hat, darf man sich nicht zu sicher fühlen. Die mündliche Prüfung klopft noch mal breites Grundwissen ab, gerade bei denen, die die schriftliche Prüfung nur knapp bestanden haben.

Von insgesamt 27 Prüflingen zur Bibu-Prüfung im Herbst 2019 haben es nur 10 geschafft und dürfen jetzt den Titel „Geprüfter Bilanzbuchhalter“ tragen.

Geprüfte Bilanzbuchhalterin – Bibu-Update X

Call me Weizen 😉

Ja… also auch wenn sich jetzt vielleicht einige denken „Das war doch klar, dass sie das besteht“… Nein, die mündliche Bilanzbuchhalterprüfung ist nicht nur Makulatur! Man kann durchaus durchfallen und hat den Titel nicht automatisch in der Tasche. Die verschenken den Titel nicht und gerade wenn man schriftlich nur knapp bestanden hat, muss man sich in der mündlichen darauf gefasst machen, dass breitgefächerte Grundlagen abgeklopft werden.

Ich war mittags mit meiner Prüfung dran, aber natürlich war ich morgens schon wieder um halb 6 wach und konnte nicht weiter schlafen. Also hab ich morgens noch mal gelernt. Eigentlich dämlich, weil, was bis dahin nicht im Kopf ist, bleibt so kurz vorher auch nicht mehr hängen.
Aber irgendwas musste ich ja tun, um die Zeit zu überbrücken.
Gegen 10 Uhr bin ich dann zur IHK gefahren. Ich konnte einfach nicht länger zu Hause rumsitzen und die Zeit abwarten.

Meine Lernmädels waren schon da, und noch zwei andere Prüflinge aus meinen Kurs saßen da und hatten es schon hinter sich. Natürlich hab ich gleich erstmal durch die Tür gespäht um zu gucken wer in meinem Prüfungsausschuss sitzt. Und natürlich tauscht man sich mit den anderen darüber aus, wie es gelaufen ist und vor allem, was für Fragen im Fachgespräch gestellt wurden. Das war das wichtigste, denn darüber findet man so gut wie gar nichts, wenn man googlet!

Als ich dann dran war, war mir ganz schön schlecht. Zuerst wird man natürlich gefragt, ob man gesund ist (nein, ich bin erkältet, aber das hab ich kurz mal ignoriert) und die Prüfung antreten will, dann wird man gefragt, ob man Vorbehalte gegen den Ausschuss hat, die persönlichen Daten werden überprüft und man wird darauf hingewiesen, dass die Prüfung nicht öffentlich ist und dass man diese eben nicht mitschneiden darf. Irgendwie ist das ja selbstverständlich, obwohl mich eine Tonaufzeichnung schon interessieren würde, denn an vieles kann ich mich nicht mehr erinnern!
Dann gings los.
Meine Präsentation lief ganz gut. Sie war nicht so locker wie zur Generalprobe und schon gar nicht so locker wie zu Hause. Das fand ich echt schade, weil ich mit meiner Präsentation ja wirklich zufrieden war und sie sowohl optisch als auch inhaltlich echt gut fand.
Wenn da aber drei Leute vor einem sitzen, von der eine unentwegt was mitkritzelt und die anderen beiden mit relativ verbissenen Blicken an die Wand starren… Also irgendwie hat mich das irritiert… Wenigstens hat meine Stimme aber durchgehalten.
Danach wurde ich kurz rausgeschickt, und vermutlich haben die sich darauf geeinigt, wie viele Punkte sie mir für die Präsentation, das Auftreten und das Vortragen geben und wer jetzt die Fragerunde leitet und welche Themen sie abfragen werden.
Ich war erleichtert, als ich raus kam, weil ich kein schlechtes Gefühl hatte, aber ich hatte richtig Angst vor dem folgenden Gespräch…

Im Gespräch war ich dann tatsächlich auch ein bisschen blank… ich wusste bei ein paar Fragen nicht, worauf sie hinaus wollten, sie mussten mir doch öfter einen Stupser in die richtige Richtung geben. Zuerst kamen ein paar Fragen tatsächlich zu meiner Präsentation. Ich hatte in meinem „komplexen Problem aus der betrieblichen Praxis“ ein Unternehmen vorgestellt, das kurz vor der bilanziellen Überschuldung steht. Also haben sie mich gefragt, wann denn dieser Fall eintritt und welche Konsequenzen das hat. Danach sind sie übergegangen zu den Maßnahmen, die ich erläutert habe, um diese Gefahr abzuwenden. Sie wollten wissen, welche Auswirkungen das zB auf verschiedene Kennzahlen hat, welche Alternativen es noch gäbe und welche Nachteile das hätte.
Dann hat mein Dozent, der in meinem Ausschuss saß, das Gespräch übernommen und ich wusste jetzt kommen Steuern dran… weil der Dozent kann nur Steuern… ich hatte so Angst davor, weil das einfach nicht mein Steckenpferd ist… Auch er musste mich bei einigen Fragen doch etwas leiten. Aber im Groben wusste ich doch alles. Ich war nur relativ vorsichtig in meinen Antworten, weil ich Angst hatte, dass ich sie mit dem was ich sage auf dumme Ideen bringe, noch tiefergehend zu fragen. Also hab ich tatsächlich nur die Fragen beantwortet, ohne etwas weiter auszuholen. Das hat mich bestimmt Punkte gekostet, weil das ganze ja ein Gespräch und kein Frage-Antwort-Spiel sein sollte…
Er hat mich zwei, drei Sachen zu Umsatzsteuer gefragt, dann wollte er Sachen zu Gewerbesteuer wissen, anschließend hat er mich ein paar Sachen aus Abgabenordnung gefragt und dann war ich erlöst. Puh!
Ich wurde also wieder rausgeschickt und der Ausschuss hat sich beraten. Ich hab draußen gewartet und hab mich eigentlich ganz gut gefühlt. Ich war mir eigentlich sicher, dass es zu gut gelaufen war, als dass sie mir jetzt sagen würden, dass ich durchgefallen bin. Aber als sie mich dann wieder rein geholt haben und mir gesagt haben, dass ich bestanden habe, musste ich trotzdem vor Erleichterung anfangen zu heulen 😉

Hinterher wollten wir eigentlich mit Sekt anstoßen, aber irgendwie hatten wir alle drei da keine Lust drauf. Also haben wir noch auf die letzte aus unserem Lehrgang gewartet, die grad noch im Fachgespräch war und sind dann was essen gegangen.

Jetzt warte ich auf mein Zeugnis und den Brief, in dem mir die detaillierten mündlichen Ergebnisse mitgeteilt werden – das interessiert mich jetzt natürlich schon. Davon, dass ich meine Gesamtnote auf eine 3 verbessern könnte, hab ich mich inzwischen verabschiedet. Es ist jetzt halt so. Ich habe es trotzdem bestanden. Auch wenn ein ganz ganz kleiner Stachel in mir nagt, weil ich natürlich weiß, dass meine Lernmädels beide viel besser waren als ich und ich meinen Abschluss damit als minderwertiger empfinde… Aber dann hätte ich für die mündliche mehr lernen müssen. Ich hätte mehr lernen können, aber ich muss auch zugeben, ich wollte am Ende nicht mehr. Ich wollte nur noch, dass es vorbei ist und ich hab mir gedacht, wenn es mit dem, was ich kann und weiß nicht reicht, na ja, dann hab ich es vielleicht auch wirklich nicht verdient.
Aber es ist ja alles gut gegangen. Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss 😉

Keschu hat Husten – Bibu-Update IX

Weihnachten ist echt im Arsch, wenn ich die mündliche Prüfung nicht bestehe. Und meine Prüfung ist echt im Arsch, wenn meine Erkältung sich nicht zur Spontanheilung entschließt.

Ich bin im Arsch. Seit Tagen schlafe ich mal wieder schlecht. Ich träume von Präsentationen, von Fachgesprächen, von Fragen. Ich werde wach, weil die Nase verstopft ist oder vom Husten. Seit Tagen trinke ich Ingwertee mit Zitrone und Honig, Erkältungstees, habe Hühnersuppe gekocht und halte mich warm. Aber die Erkältung hält sich hartnäckig.
Ich habe Kopfschmerzen, konzentrieren fällt mir schwer, ich habe auch das Gefühl, mein Kopf ist leer und ich weiß gar nichts mehr. Ich habe Angst vor dem Fachgespräch.

Meine Präsentation zur mündlichen Bilanzbuchhalterprüfung finde ich echt gut. Meine IHK hat uns sogar einen Generalprobentermin organisiert, wo wir das ganze schon mal durchspielen konnten. Vor einem Fachmenschen, der selbst (an einer anderen IHK) die mündlichen Prüfungen abnimmt. Er weiß also, wovon er redet.

Und was soll ich sagen?! An meiner Präsentation hatte er nichts zu meckern! Außer, dass ich ein Quellenverzeichnis einfügen soll. Aber das ist ja die leichteste Übung. Er fand das Thema sehr gut, er fand es sehr gut aufbereitet und sehr schön strukturiert und übersichtlich dargestellt.
Und: er fand es rhetorisch sehr gut und mein anschließendes Kommunikationsverhalten war perfekt, hat er gesagt. F*ck you Wirtschaftsfachwirt-Prüfer, die mir damals empfohlen haben, doch mal einen Rhetorik-Kurs zu belegen!!
Ja, das nagt heute immer noch an mir, ich war und bin da echt beleidigt! Weil reden kann ich, wenn ich mir mein Thema selbst auswählen kann und mehr als 30 Minuten Zeit zur Vorbereitung habe. Reden kann ich, und in der Hinsicht habe ich auch auch meine Selbstsicherheit wieder. Reden kann ich, es sei denn meine Erkältung hat da andere Pläne für mich…

Ich habe eine sehr schöne Präsentation gebastelt, da steht auf jeder Folie jede Tabelle auf den Millimeter genau exakt übereinander. Da wackelt beim Weiterblättern nix rum! Und sie ist optisch ansprechend in grau und petrol gehalten (ich liebe petrol!). Ich habe super schöne Handouts gedruckt und gebunden und sogar Moderationskarten, die auf der Rückseite die Titelseite meiner Präsentation haben.
Ich weiß, das klingt super nerdig, aber ich finde, das sind die Kleinigkeiten, die eine Präsentation abrunden. Vielleicht fällt es niemandem auf, mir würde es aber auffallen und ich bin mir absolut sicher, dass ich mit meiner Präsentation punkten werde.

Aber ich habe richtig Schiss in der Hose vor dem Fachgespräch… Dazu findet man fast nichts im Internet. Und außerdem sind die Fragen ja extrem individuell. Sie sollen sich auf die Präsentation beziehen. Mit der kenne ich mich aus, und wenn sie tiefer gehende Informationen abfragen, kann ich da antworten. Aber sie müssen ja auch die Fachbereiche aus dem ganzen Unterrichtsstoff abdecken. Mindestens 3. Also muss ich auf alles vorbereitet sein. Es kommt auch sehr auf die Prüfer an, die fragen natürlich da, wo sie sich selbst am besten auskennen, mehr.
Ich hab Angst, dass mir spontan nicht die richtigen Sachen einfallen.
Ich habe Angst, dass sie Paragraphen abfragen (was richtig scheiße wäre, weil, die kann ich nicht auswendig, schließlich kann ich sie doch nachlesen, wenn ich sie brauche).
Ich habe Angst, dass sie meine Lücken finden, und sich daran festbeißen.
Und in der mündlichen noch durchzufallen, ist tatsächlich gar nicht so schwer. Laut Fachmenschen von der Generalprobe beträgt die Durchfallquote bei der mündlichen auch noch mal ca. 30%.

Aber: meine Präsentation ist gut und reden kann ich. Wenn ich annehme, dass ich allein mit der Präsentation nur 75% erreiche (was arroganterweise niedrig angesetzt ist), dann reichen mir 37% im Fachgespräch zum Bestehen. Und das werde ich doch wohl schaffen, oder nicht??
Man ich will jetzt einfach nur, dass es vorbei ist!

Abwarten und Tee trinken

So… jetzt habe ich es also geschafft. Heute war mein erster Tag in vorläufiger Freiheit. Ich habe nichts gemacht. Ich habe aus dem Fenster gestarrt und ein Hörbuch gehört. Ich habe nicht mal selbst gelesen! 😀 Ich habe mir vorlesen lassen und dabei einfach nur rumgegammelt. Aber das war schön!

Ich kanns noch gar nicht glauben, dass es jetzt erstmal vorbei ist! Und ich bin froh, dass ich heute noch nicht arbeiten musste. Und dass ich das auch vorläufig noch nicht muss 😉 Zum einen hätte ich keine Lust gehabt, heute auf die Frage, wie es gelaufen ist zu antworten, zum anderen waren die letzten Wochen doch wirklich sehr sehr kräftezehrend und anstrengend und ich bin froh, über die Pause, die mir noch bleibt.

Morgen fahre ich erstmal zu meiner Schwester und dann geht’s für mich zwei Wochen nach Dublin. Mein Koffer ist gepackt. Das war das einzige, was ich heute gemacht hab. Hoffentlich hab ich nichts vergessen. Aber dann muss ich in Dublin wohl shoppen gehen 😁
Einen Stoffladen will ich da auch noch ausfindig machen, ich will mir dann was nähen, was mich immer an Dublin erinnert. Und am allerliebsten würde ich mir da einfach einen Job suchen und alles in Deutschland hinter mir lassen 🤷🏼‍♀️
Aber morgen geht’s erst mal mit dem Flixtrain los. Für die fünf Stunden Fahrt hab ich mir noch ein paar Hörbücher runter geladen. Ich hab viel zu wenig gelesen in den letzten Monaten!

Und wie wars nun?

Tja… ich kanns nicht einschätzen. Nur den zweiten Tag kann ich einschätzen, der lief super. Was die anderen beiden Tage betrifft… ich weiß es einfach nicht.
Tag 1 war im ersten Gefühl eigentlich okay. Je länger ich dann darüber nachgedacht habe und je mehr Kommentare ich im Internet gelesen habe, desto schlechter wurde mein Gefühl. Und auch für Tag 2 ist mein Gefühl nach Diskussionen und Kommentarelesen schlechter als unmittelbar danach.
Wo mein Gefühl gleich schlecht war und gar nicht noch schlechter werden kann ist in Bezug auf Tag 3. Die Prüfung war einfach wirklich schwer.
Aber klar, der Abschluss soll nicht geschenkt sein. Ist in Ordnung. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass ein bisschen was von dem dran gekommen wäre, was in den letzten 10 Prüfungen dran war…

Tja… Ich hatte eben einfach Pech mit der Themenwahl. Ich hab mich aber auch zu sehr darauf verlassen, dass die gängigen Sachen wieder dran kommen. Aber wenn man 10 Prüfungen durchgeht und sich immer wieder die gleichen 4 Themen abwechseln…
Hach… Ich kanns jetzt nicht mehr ändern.
Ich hoffe einfach, dass es gereicht hat, gleichzeitig frage ich mich, ob ich das verdient habe.
Ich meine, ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich zu wenig gemacht habe. Ich kann so viel, ich hatte einfach ein bisschen Pech, dass davon so wenig abgefragt wurde und ich also nicht zeigen konnte, was ich alles kann. Von daher finde ich eigentlich schon, dass ich verdient habe zu bestehen. Und ich will das einfach nicht im Frühjahr noch mal schreiben müssen! Aber eigentlich hätte ich auch einen etwas höheren Anspruch an mich selbst, als gerade so über die Hürde zu kommen 🙄

Aber wie gesagt, jetzt kann ich es nicht mehr ändern. Jetzt kann ich nur noch abwarten und Tee trinken und hoffen. Meine Neffen und Dublin lenken mich hoffentlich erst mal ab und danach ist der Ärger über die Prüfungen und über mich hoffentlich erstmal verflogen.

To do – Bibu-Update VII

Unterrichtsstunden 918/920
Im Grunde hab ich es geschafft. Unglaublich! Aber trotzdem haben wir noch 3x Schule. Morgen, Samstag und nächsten Dienstag.

Die letzte Woche war hammerhart. Eigentlich war es die letzte Sommerferienwoche, aber da die IHK sich ein wenig mit den Unterrichtsstunden verplant hatte, und wir die 920 nicht ganz voll bekommen hätten (was nachher für einige ein Anlass hätte sein können, gegen das Prüfungsergebnis Widerspruch einzulegen), haben sie uns letzte Woche eine „Repetitoriumswoche“ angesetzt. Mo-Do Unterricht, jeweils schon eine dreiviertel Stunde früher als üblich. Also war ich letzte Woche 21 Stunden in der IHK, zusätzlich zu meinen 38 Stunden Arbeit. Die Wäsche ist liegen geblieben, war ich nicht einkaufen, ich bin eigentlich nur morgens aufgestanden, abends zurück gekommen und wieder ins Bett gegangen.
Aber die Woche war schon sehr gut, das muss ich sagen. Der KÖ-Dozent, bei dem ich die ganze Zeit daran gezweifelt hab, dass er imstande ist, etwas simpel und kompakt zu erklären, hat sich von einer ganz anderen Seite gezeigt. Hätte er seinen Unterricht die ganze Zeit so gemacht, wie letzte Woche – ich hätte nie daran gezweifelt, dass KÖ eigentlich nicht so schwer ist!

Diese Woche ist ganz normal Unterricht, Dienstag noch mal ein zusätzlicher Tag, weil der Dozent ein paar mal eine Stunde früher Schluss machen musste und uns aber die Stunden nicht vorenthalten will. Ich finds gut, ich geh da auch hin. Das ist die letzte Gelegenheit noch mal Fragen zu stellen, er wiederholt sicher noch mal einiges und man nimmt immer was dabei mit!

Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zur Prüfung… Ich schwanke stündlich zwischen Hoffnung, Zuversicht und Pessimismus.
In den nächsten 30 Tagen hab ich noch einiges zu tun…

Ich muss meine Gesetze neu präparieren.
In Abgabenordnung bin ich auf ein anderes Buch umgestiegen. Ich muss also meine Querverweise überarbeiten und auch die Post-its an den Seiten. Allerdings sind das so viele, dass ich eigentlich nicht genug Platz dafür habe. Da muss ich mir noch was überlegen.
In Einkommensteuer war ich zu faul meine tausenden Markierungen, Querverweise und Post-its in die Ausgabe von 2018 zu übertragen… Ich hab gedacht, ich arbeite einfach mit der aus 2017, ich hab geschaut, so viel hat sich tatsächlich nicht geändert. Jetzt bin ich aber doch unsicher, dass ich was übersehen haben könnte und überlege, ob ich doch noch mal alles übertrage. Aber das ist ne Sauarbeit!
In Umsatzsteuer hatte ich ja richtig doll Probleme, aber das hat sich inzwischen zu einem Großteil gegeben. Für USt hab ich mir jetzt ein neues Gesetz gekauft, weil ich die Markierungen neu machen will. Farbliche Unterscheidung nach verschiedenen Sachverhalten, damit man schneller findet, was man sucht.

Ich muss die Prüfungsaufgaben durchgehen.
Ich habe die Prüfungen der letzten zwei Jahre ausgedruckt und weil es in dieser Übergangszeit 2 Prüfungsverordnungen gab, hab ich also doppelt so viele Prüfungen zum lernen. Mit den Prüfungen zu lernen hat den Vorteil, dass man sich an die Art der Fragestellung der IHK gewöhnt und ein Gefühl dafür bekommt, was und wieviel die als Antwort hören wollen.
Außerdem schreibe ich nach Fächern und Themen sortiert alles auf, was mir dabei auffällt, worauf man achten muss. Das ist nachher ein guter kompakter Leitfaden zum Kurzzeitwiederholen zwei Tage vor der Prüfung. Schade, dass ich auf die Idee nicht schon vor einem halben Jahr gekommen bin.
Ich muss mir vor allem angewöhnen, meine Fragen nicht mehr auf Klebezettel zu schreiben, sondern am besten im Handy zu notieren. Klebezettel verschwinden nämlich ständig! Aber ich notier mir die Fragen ja nicht umsonst, ich will das mit meinen Lernmädels besprechen… Nächsten Freitag treffen wir uns wieder zum lernen. Dann sinds nur noch 3 Wochen. Oh man, ich hätts schon so gern hinter mir!

Ich muss mir die Kennzahlen und Formeln in den Kopf prügeln. Noch dazu, was sie bedeuten und wie man sie interpretiert.
Ich muss das Thema meiner mündlichen Prüfung anmelden. Dazu muss ich es ein bisschen ausformulieren und rechtzeitig bei der IHK abgeben.
Die erste Prüfung schreiben wir nicht im IHK-Gebäude. Ich muss gucken, wie ich da hin komme und wo ich da parken kann.
Ich muss nebenbei noch ein Geburtstagsgeschenk für den Namenlosen besorgen, und ein bisschen was zur Partyvorbereitung beitragen.
Ich muss meinen neuen Personalausweis beantragen und abholen.
Ich muss eine Packliste für Dublin machen. Ich muss ein Zugticket zu meinen Eltern buchen. Ich muss einen Rückflug aus Dublin buchen – dazu muss ich mit dem Namenlosen abklären, ob er am Freitag kommt und mich „abholt“ und ob wir dann noch bis Montag bleiben.
Und: Ich muss noch einen Stift suchen, mit dem ich die Prüfung schreiben kann. Die Kulis, die ich hab, sind entweder schon so alt, dass ich Angst habe, dass sie zwischendurch alle werden, oder sie liegen blöd in der Handy. Ich muss schließlich 4 Stunden lang damit schreiben…

Shortcut

Kurze Meldung, weil ich mich sonst in zehn Jahren ärgere, dass ich in dieser stressigen Zeit nichts geschrieben hab und somit nichts über mich weiß. Und mit nichts meine ich nichts. Ich weiß heute nicht mal mehr, was ich gestern für Klamotten an hatte!

1. ich bin maximal genervt
Der Monatsabschluss steht bevor und geht jetzt in die heiße Phase. Gestern saßen wir zusammen und haben die Kontensalden überprüft, damit genug Zeit ist, eventuell Korrekturbuchungen zu machen. Auf dem Bürgschaftskonto war ne Differenz… also haben wir gesucht, wo die her kommt und wer war Schuld? Natürlich Zeittotschläger, der dumme Idiot. Weil er einfach mal so gemacht hat, wie er in seinem dummen Kopf gedacht hat. Aber es kam ihm schon komisch vor, weil sowas hatte er ja noch nicht… Da frag ich mich, wieso er dann sein verdammtes Maul nicht aufkriegt und mal fragt! Nee, da bucht er wild drauf los…
Es hat sich herausgestellt, dass es keine Bürgschaft sondern eine Kaution war, die er buchen sollte. Irgendwie auch idiotisch bei einer Kundenzahlung von Bürgschaft zu reden. Vollidiot!

2. ich bin dauermüde
Variante 1: Ich gehe abends in Bett, schlafe ein, kaum dass mein Kopf das Kissen berührt und dann bewege ich mich die ganze Nacht nicht. Ich liege wie ein Stein und schlafe aber ich habe morgens trotzdem nicht das Gefühl, dass ich ausgeschlafen und erholt bin.
Variante 2: Ich gehe abends ins Bett, liege bis halb 2 wach und wälze mich hin und her. Immer wieder dämmere ich kurz weg, aber schrecke dann wieder auf, weil ich Mist träume oder weil da eine Mücke ist, oder vielleicht auch einfach nur, weil mein Körper meint, kurz aufschrecken zu müssen.
Wie auch immmer die Nacht ist, ich bin morgens nicht ausgeschlafen, nicht erholt, fühle mich nicht frisch. Das verstärkt leider auch die maximale Genervtheit.

3. ich fresse wie eine siebenköpfige Raupe
Ich esse nicht, weil ich Hunger habe, sondern aus Langeweile. Um einen Grund zu haben, mich vor dem Lernen zu drücken. Das ist mir die letzten Tage aufgefallen. Man siehts auch schon. Hintern ist breiter geworden, die Oberschenkel reiben noch etwas mehr aneinander… Vor allem hab ich auch nur Scheiß gefuttert. Jetzt versuche ich mich also zusammenzureißen, mich mal etwas länger am Stück zu konzentrieren und nur zu essen, wenn ich Hunger oder wirklich Lust hab und nicht nur aus Langeweile und Ablenkung.

4. ich habe vielleicht ein Alkoholproblem
Gestern und vorgestern habe ich mal nichts getrunken. Aber ich glaube die letzten vier Wochen jeden Tag… Ich bin nach Hause gekommen und hab mir erstmal einen Äppler gegönnt. Jeden Tag. Oder ein Bierchen. Blöd, dass wir überhaupt Alkohol im Haus haben, normalerweise ist höchstens mal ne Flasche Wein da, wenn wir Risotto oder Gulasch kochen. Aber irgendwie ist das eingerissen, dass jetzt immer Äppler oder Bier/Radler da ist.
Also diese Selbstverständlichkeit, mit der ich zu Hause direkt zum Kühlschrank gehe und erstmal was trinke, hat mich doch ein bisschen… erschrocken ist übertrieben, ich kann auch sofort aufhören, aber es ist wohl eine Stresshandlung. Also bleib ich die Woche erstmal abstinent.
Spielt übrigens auch in die Gewichtszunahme mit rein.

5. ich habe ein Aufmerksamkeitsdefizit
Ich setze mich hin, arbeite eine Prüfung durch und nach kurzer Zeit MUSS ich mich ablenken. Ich habe das Gefühl, dass ich sonst platze. Ich MUSS auf mein Handy gucken, oder was essen oder oder oder. 11 Minuten ist meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich hab nämlich mal auf die Uhr geschaut, weil es mir noch kürzer vorkam. Vielleicht sollte ich mir mal Ritalin besorgen. 😉

6. ich werde bestehen
Am Samstag waren wir bei Mittelpunkt zum grillen. Ihr Freund macht auch gerade den Bibu-Kurs. Er hat ein Jahr nach mit angefangen und macht nächstes Frühjahr seine Prüfung. Es hat echt so gut getan ein bisschen mit ihm darüber zu quatschen, ein bisschen übers Pensum, ein bisschen sich über Arbeitsweisen auszutauschen. Ich weiß nicht, ob wir uns vor der Prüfung noch mal sehen, aber zumindest hat er mir schon mal viel Erfolg gewünscht und alle sind ein sein Mantra „Du wirst bestehen“ eingefallen. Das war schon motivierend und lässt die Hoffnung neu aufkeimen.

7. ich fahre nach Dublin
Weil der Großteil meines Urlaubs zum lernen und für die Zeit zwischen den Prüfungen drauf geht, hab ich gedacht, ich brauch mehr Urlaub dieses Jahr. Jetzt hätte ich ja einfach gelben Urlaub machen können, aber das mach ich ja sowieso nicht, also hab ich letztes Jahr schon in weiser Voraussicht meinen Bildungsurlaub von 2018 nach 2019 übertragen und mache nach der Prüfung zwei Wochen Bildungsurlaub in Dublin.
Gebucht und bestätigt ist es. Einen Flug hab ich noch nicht. Ursprünglich wollte ich mit dem Namenlosen schon ein paar Tage eher hin, aber daraus wird nichts. Er kann nicht weg, weil sein Vater nicht da ist. Somit kann keiner auf den Hund aufpassen, bzw. den würden wir schon unterkriegen, aber dann ist auch niemand in der Firma, das geht mal einen Tag, wenn man ein verlängertes WE macht, aber nicht ne knappe Woche… na ja. Aber es geht auch von meiner Seite nicht, ich muss nämlich mal wieder zu meinen Eltern. Also fahr ich nach der Prüfung zu denen und fliege dann von dort nach Dublin.

Ende.

Nervenbündel – Bibu-Update VI

Nur noch 9 Wochen.
Unterrichtsstunden: 888/920
Der Countdown läuft. Er läuft ja schon lange, ich zähl ja schon ewig die Tage runter… jetzt sind es also nur noch 9 Wochen. Und das hier wird ein richtiger Jammer-Eintrag.

Mir geht echt die Flatter. Ich bin innerlich so unruhig. Mir rennt die Zeit davon. Ich habe das Gefühl, dass ich so viel noch nicht weiß. Und dass ich vieles nur so ein bisschen kann!
Ich habe das Gefühl, dass ich keine richtigen Lernunterlagen hab. Ich hab tausend Sachen angefangen zusammenzufassen und kompakt zu schreiben, aber nix fertig. Das eine auf Karteikarten, das andere am PC, das dritte per Hand auf normalen Blättern… Weil ich nicht weiß, wie ich es anpacken soll. Ich finde alle drei Möglichkeiten blöd. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es sonst will.

Ich frage mich, ob ich mir noch ein Buch kaufen soll. Aber wie viele Unterlagen will ich denn noch?? Ich hab Skripte von der IHK und Skripte von den Dozenten, ich habe Skripte von Endriss und massenhaft alte Prüfungen. Was will ich denn noch alles lesen, wenn ich doch das vorhandene noch nicht mal alles durch hab? Das geht doch nicht! Das schaffe ich auch zeitlich gar nicht mehr!

Ich schwanke momentan zwischen heulen und hysterisch lachen. Am liebsten würd ich mich einbuddeln. Ich kann mich auch so schlecht konzentrieren im Moment. Ich lese was, und verstehe nix. Dann lese ich noch mal, schreibe drei Stichpunkte und hab keine Lust mehr. Ich bin innerlich so angespannt und möchte manchmal aufspringen und schreien, um irgendwie den Druck loszuwerden! Ich hab Rückenschmerzen vom ständigen sitzen. Ich bin erschöpft und hab keine Lust was anderes zu machen. Gleichzeitig denke ich mir, dass ich mir gar keine Zeit nehmen darf, um was anderes zu machen. Aber dann bin ich frustriert, wenn ich nichts anderes gemacht hab. Und ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn ich weder gelernt, noch was anderes gemacht hab…

In 6,5 Wochen hab ich Urlaub. Ich weiß nicht, ob und wie ich das aushalten soll bis dahin. Aber selbst wenn ich jetzt schon zu Hause wär… ich weiß nicht, wie viel ich zu Hause schaffen würde. Ich lasse mich ständig ablenken. Handy, Hunger, Klo, Handy, Vogel im Garten, Handy, Hund im Garten, Namenloser im Garten… So schön ich meinen Schreibtisch direkt am Fenster finde… sobald sich draußen was bewegt bin ich raus aus der Konzentration. Inzwischen sitze ich oft am Esstisch, mit dem Rücken zum Fenster. Und wenn ich mein Handy außer Reichweite hab, dann renn ich eben schon wieder aufs Klo oder an den Kühlschrank. Und wenn ich den Laptop an hab und was google, dann bleib ich garantiert bei irgendwas hängen und zack ist schon wieder ne viertel Stunde um.

Selbst auf der Arbeit fahr ich grad alles runter und mach hier nur das allerallernötigste… Schande auf mich… aber eigentlich passe ich mich da bloß an die allgemeine Arbeitseinstellung hier an… Ich hab mir ein paar IHK-Skripte eingescannt und schreibe hier Zusammenfassungen, aber auch hier gehts mir so, dass ich drei Stichpunkte schreibe und dann nicht mehr kann. Ich muss mich richtig doll zwingen, dass ich mal 15 Minuten am Stück konzentriert was mache… Aber dann ist doch wieder was anderes. Dann schreib ich ne Bewerbung zum Beispiel (drückt mir die Daumen) und aktualisiere nach dem dritten Stichpunkten schon wieder mein Postfach. Oder ich starre hier aus dem Fenster. Oder ich renn zum Tisch mit den Süßigkeiten. Und ich weiß nicht, wie ich das ändern soll. Das macht mir zusätzlich Druck und Angst, dass ich es nicht schaffen könnte.
Die verdammte Zeit rennt. Die letzten Wochen sind einfach so schnell vergangen. Selbst Kacktage wie Montage, die sich sonst wie Kaugummi ziehen, vergehen wie im Flug. Und ich komme nicht voran…

Montag war echt ein richtig beschissener Scheißtag. Ich hab mich vielleicht auch ein bisschen reingesteigert, aber ich schätze ich bin jetzt an einer Grenze angekommen.
Am Montag hab ich mich fürs heulen entschieden. Schon auf dem Heimweg im Auto. Dann musste ich zum Arzt ein Rezept holen. Ich hab extra angerufen vorher, damit sie das fertig machen, und musste trotzdem 25 Minuten warten. Das hat mich so genervt, weil ich nur daran gedacht hab, was ich in den 25 Minuten zu Hause hätte durcharbeiten können. Auch wenn ich mich bestimmt auch wieder ablenken lassen hätte, sodass ich sowieso effektiv nur 10 Minuten was gelesen hätte.
In der Apotheke hatten sie das Medikament dann nicht vorrätig, also musste ich am Dienstag noch mal da hin. Aber es hätte auch nichts gebracht, in eine andere Apotheke zu fahren, denn erfahrungsgemäß hat das nie eine da…
Dann musste ich noch zum Aldi, weil kein Brot mehr da war. Ich fress nämlich auch in letzter Zeit nur Scheißdreck. Einen Haufen Süßkram, der im Büro immer vorrätig ist, weil ich nie ein Brot dabei hab… Also wollte ich Brot holen. Und dann stand ich mit drei Sachen da und es war eine Kasse auf und gefühlt 100 Leute in der Schlange.
Ich hab kurz überlegt, ob ich einfach alles auf den Boden schmeiße, mich direkt dazu werfe und einen Heulkrampf kriege… Hab mich dann aber doch zusammen gerissen. Und Aldi war gnädig und hat zwei weitere Kassen aufgemacht.

Am Dienstag war ich dann trotzdem ohne Brot auf der Arbeit und hab mich von Hanuta, Oblaten und einem Apfel ernährt… Abends gabs dann Lasagne und ich hab mir auch gleich Brote für die Arbeit am Mittwoch gemacht.

Alles in allem war das ne Scheißwoche, daran wird auch heute und morgen nix mehr ändern, und ich mach mir ein paar Sorgen, dass das die nächsten 9 Wochen so weitergeht…

Nur noch zwei Monate

Um an einen der letzten Einträge anzuknüpfen: Ich blogge zu wenig, ich muss/will mehr für mich festhalten.
Letztens habe ich ganz ganz alte Einträge von mir gelesen, von vor 10-12 Jahren, als ich mit dem Bloggen angefangen habe… eieiei 😀 da glaubt man, man wäre erwachsen und reif 😉 Vermutlich denke ich in weiteren 12 Jahren das gleiche über mein jetziges Ich.
Aber ich konnte nicht nur schmunzeln über mich… Ich hatte vor 11 Jahren eine Beziehung und als ich das gelesen habe, da konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich will die Beziehung jetzt nicht einfach nur schlecht reden, wir hatten unsere schönen Zeiten. Gerade unser Anfang hat sich gelesen wie ein Kitschroman. An vieles konnte ich mich nicht mal mehr erinnern.
Fakt ist, es war schön, so detailliert nachlesen zu können, was mich bewegt hat, welche Gedanken ich mir gemacht habe, auch wenn ich mich aus heutiger Sicht gern in die Vergangenheit schicken würde, um mich zu schütteln 😉
Aber gut, ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn ich diese Beziehung nicht geführt hätte.

Aber um auf den Punkt zu kommen: mehr für mich festhalten.

Gerade sind wir dabei, bzw. ich bin dabei, die Weihnachtsplanung für dieses Jahr zu machen. Was alleine irgendwie sinnlos ist, aber der Namenlose äußert sich nicht dazu.
Vor dem Urlaub hab ich das schon angesprochen und er meinte dann, dass wir ja (im Urlaub) dann 6 Tage Zeit hätten, das zu diskutieren. Ich frage mich, was man da diskutieren muss, aber ok… Ich habs dann im Urlaub selbst vergessen, auf der Rückfahrt ist es mir eingefallen.
Und dann sag ich: „Jetzt haben wir gar nicht über die Weihnachtsplanung gesprochen!“
Und dann sagt er: „Stimmt.“
Schweigen.

Es nervt mich echt total. Meine Schwester hat mir jetzt am Montag ihren finalen Dienstplan geschickt, sodass wir jetzt doch langsam mal festmachen könnten, wie wir das dieses Jahr machen wollen. Aber als ich das am Montag angesprochen hab, hat er auch wieder nichts dazu gesagt. Was ist denn daran so schwer? Wenn er nicht hin will, soll er es sagen. Die Brücke hab ich ihm sogar gebaut, weil ich weiß, dass er keine Lust hat. Ich hab auch keine Lust. Aber ich will meine Neffen noch mal sehen, ich hab die dieses Jahr erst ein mal gesehen! Also hab ich gesagt, dass ich sonst auch alleine fahre, wenn er nicht weg will. „Ja, das ist ja dann auch blöd“, sagt er. Klar… aber wäre dann nicht zu ändern!

Ich muss halt leider am 27./28.12. arbeiten und würde deshalb gern am 1. Feiertag wieder nach Hause fahren, damit ich noch einen Tag meine Ruhe hab und runterkommen kann, bevor ich arbeiten muss.
Meine Schwester hat ab dem 20.12. frei.
Der Namenlose muss aber noch bis zum 21.12. arbeiten, weil er nun mal selbstständig ist und gerade das Weihnachtsgeschäft sicher bis kurz vor knapp läuft. Es gibt halt immer Leute, die noch am Freitag was bestellen und dann hoffen, dass es noch Heiligabend ankommt.
Also hab ich gedacht, ich fahr schon am 20. mit dem Zug hin, er kommt Samstag in Ruhe nach und wir fahren dann Dienstag wieder zurück. Und weil die Schlafsituation bei meiner Schwester leider echt kacke ist, hab ich sogar gedacht, wir buchen eine Ferienwohnung, die da sogar fußläufig in der Nähe ist. Wir hätten morgens unsere Ruhe, könnten abends was trinken, müssten halt nicht mehr fahren. Wir hätten auch genug Platz und ein ordentliches Bett.

Aber er äußert sich einfach nicht! Und das kotzt mich echt an. Ich werde nachher einen weiteren Versuch starten, ihm ne Meinung dazu aus der Nase zu ziehen.
Also, ich weiß, dass er keine Lust hat da hin zu fahren. Ich weiß, dass ihm das alles zu stressig ist. Ich weiß, dass ihn diese durchgetakteten Tagesabläufe nerven. Und ich weiß, dass ihn die Kinder nerven. Und ich kann das alles verstehen. Deshalb hab ich die Ferienwohnung vorgeschlagen. Außerdem waren wir die letzten zwei Jahre zu Weihnachten nicht da und deshalb möchte ich dieses Jahr mal wieder hin. Gerade auch, weil Weihnachten dieses Jahr eigentlich so günstig liegt.
Ich weiß auch, dass ich ihn die Tage nerven werde, weil mich dieser ganze Familienstress schon nervt, wenn ich nur daran denke! Und weil meine Mutter mich sowieso nervt. Und gerade muss ich mir das lachen verkneifen, weil ich mich vor drei Jahren, als wir nämlich das letzte mal zu Weihnachten da waren, in einem Eintrag über den Stress ausgelassen hab, und darüber nachgedacht habe, mich auf dem Klo einzuschließen 😀

Ach man… ich hasse Weihnachten!

Kulturschock – 20.09.2016

Tja, wenn man schon gegen halb 12 schläft, dann ist es kein Wunder, dass man morgens um 7 schon aufwacht. Der Vorteil dabei ist, dass man richtig viel vom Tag hat und dass man die Chance auf einen Sonnenaufgang hat.

St. Andrews liegt an der Ostküste und der ganze Strandabschnitt guckt nach Osten, wo die Sonne an diesem Morgen wunderschön in allen Farben aufging!
Als wir das gesehen haben, als wir einen Blick nach draußen geworfen haben, da war ich aber ganz schnell angezogen und der Kaffee war auch erstmal zweitrangig 😉

Als es hell war haben wir uns die Räder genommen und sind noch mal nach St. Andrews reingefahren. Am Vortag hatten wir ja eigentlich nichts gesehen. Wir sind am Golfplatz vorbei gefahren, durch kleine Gässchen. Vorbei an der Uni, der Schlossruine bis zur Ruine der St. Andrews Cathedral. Meine Güte war das mal eine riesige Kathedrale!
Dann sind wir weiter zum kleinen Hafen, weiter durch die Gassen bis in die Stadt zurück.
Bei einem Kaffee haben wir rumgesponnen, dass wir dort hin ziehen und an die Golftouristen geile Fotodrucke verkaufen 😉 ich würde an der Uni arbeiten, weil ich natürlich wirtschaftlich unabhängig von ihm sein will.
jaja 😉 Ich habe nicht schnell genug geschaltet, um das als Aufhänger zu nehmen und das Zusammenzieh-Thema anzusprechen. Aber egal, das rennt ja nicht weg *Augenroll*

In einem Laden hab ich dann noch eine Postkarte für meinen ARsch-Chef gekauft, hab schnell was nettes draufgekritzelt und eingesteckt. Die Karte kam letzten Dienstag schon an und er hat sich wirklich sehr darüber gefreut.
Ich hoffe er merkt sich das 😉

Nachdem wir im WoMo noch was ordentliches gegessen hatten, sind wir losgefahren Richtung Edinburgh.
Ich hatte gehofft, dass wir unterwegs noch mal einen Service Point finden, wo wir Wasser nachfüllen können, denn der Tank war inzwischen nur noch viertel voll. Aber wir haben keinen gesehen.
Na gut… in Edinburgh gibts bestimmt was.

Der Namenlose ist mit dem dicken Lewis da in die Stadt reingefahren, ganz ohne Navi… Dass er ein halbes Jahr da gewohnt hat, war aber inzwischen 13 Jahre her… trotzdem kannte er sich noch erstaunlich gut aus!
Ich hatte derweil die ganze Zeit Angst um den linken Außenspiegel, um die parkenden Autos, um die Reifen… denn der Namenlose ist ziemlich weit links gefahren. Er hat jeden Gullydeckel mitgenommen und ich hab uns schon die Bordsteine schleifen sehen.
Oh man es war so voll in Edinburgh.
Nach ner halben Stunde Verkehrschaos war ich ehrlich gesagt am Limit. Ich war angespannt, genervt, ich wollte aus dem WoMo aussteigen…
Wir haben dann in der Nähe wo der Namenlose damals gewohnt hat dann einen Parkplatz gefunden und sind erstmal zu der alten Wohnung. Anschließend dann mit den Rädern in den Holyrood Park, denn dort gab es einen Multi-Cache.
Das ganze erwies sich als megaanstrengend, weil es einfach extrem bergig dort war. Und die Räder waren ziemlich schrottig. Die Gangschaltung ging nicht… Die Sonne schien und es war ziemlich warm. Wenn Wind aufkam, war es jedoch gleich wieder frisch.
Ich war komplett genervt… Alles war falsch. Zu warm, Jacke aus, zu kalt, Jacke wieder an. Durst, zu bergig… er wollte mit mir auf Arthur’s Seat klettern, dem Berg in Edinburgh. Aber ich hatte keine Lust. Ich hatte auch keine Lust die Aussicht von dort über die Stadt zu genießen. Ich fand die Stadt doof. Sie war laut, voll, bergig und anstrengend. Ich hatte richtig Stress, so dass ich das körperlich gespürt hab. Und das tat mir gleichzeitig total leid, weil ich gern wollte, dass mir Edinburgh gefällt. Weil er mir seine Stadt zeigen wollte.

Nach ewigem hin und her, nach Gezicke meinerseits, nach Geheule, weil ich den Stress nicht kompensieren konnte, haben wir wenigstens den blöden Cache gefunden.
Wir sind dann zum WoMo zurück und wollten einen Schlafplatz für die Nacht suchen, damit wir die Sorge aus den Rippen haben.
Nach bestimmt zwei Stunden sinnlosestem Rumgegurke durch Edinburgh, haben wir uns dann doch in Portobello an den Strand gestellt. Es war am Arsch der Welt, aber das war mir inzwischen egal, ich wollte nur irgendwo ankommen. Wir sind an dem Tag nicht mehr in die Stadt gefahren, sondern in der Spelunke von Pub hängen geblieben. Ich hab mir gleichen einen großen Cider bestellt und ihn schnell ausgetrunken. Dass wir kein Wasser mehr gefunden hatten, war mir dann auch egal. Ich wollte nur noch, dass dieser Tag zu Ende ist. Morgen würde Edinburgh eine zweite Chance von mir bekommen.

Der Notgroschen

Irgendwann, als wir mal im Sommer cachen waren, hab ich angefangen in jede Tasche Geld zu stecken. Nachdem wir nämlich einmal durstig den anderen beim kühle Getränke schlürfen zusehen mussten.
Das hat sich dann im Herbst und Winter auf die Jacken ausgeweitet. Irgendwo gibt’s eine Innentasche oder so, wo ich mal einen Fünfer oder so reingesteckt hab.

Heute war ein Kacktag. Ich hatte nicht gut geschlafen, mir war heute morgen schon arschkalt, ich hab dann als ich los wollte noch eine zermatschte und verschimmelte Mandarine in meiner Handtasche gefunden. Mist, hatte ich vergessen…
Die Arbeit war anstrengend wie immer die letzten Tage. Plötzlich wars halb zwei und ich hatte noch nichts gegessen und kaum was getrunken…

Zu Hause angekommen bin ich einkaufen gegangen. Ich wollte endlich mexikanisches Pfannengemüse. Das wollte ich schon letzte Woche, aber das gab’s nicht.
Also steh ich vorhin kaputt und müde vorm TK-Regal um meine Gelüste zu befriedigen… Nix!!! Ich hätt in dem Moment heulen können!

Also bin ich zum Weinregal gegangen und hab mir einen Frustwein geholt, hab mich mit Brötchen, Käse, Milch und einer TK-Tüte mit Westernpfanne an die Kasse gestellt.

Und ich krame den Stoffbeutel aus der Tasche (die immer noch nach Schimmelmandarine riecht), damit ich nicht immer eine Tüte kaufen muss und finde mein Portemonnaie nicht!
Toll, danke!
Aber wenigstens hatte ich noch 5 Euro in meiner kleinen Geheimtasche in der Jacke… So gibts jetzt wenigstens die TK-Pfanne u d Brötchen und Käse für morgen.