Bye-bye Aida – 18./19.02.2020

Der zweite Seetag verlief ähnlich unspektakulär wie der erste. Es war leider etwas kühler, sodass wir dieses mal nicht das Bett auf dem Balkon gebaut haben.
Stattdessen sind wir ein bisschen übers Schiff gelaufen, sind durch die Geschäfte getingelt und haben Kuchen gegessen. Man hat die Zeit schon ganz gut rumbekommen.
Am Nachmittag fand dann die „nautische Stunde“ statt, da stellt sich der Kapitän den Fragen von den Passagieren. Das war wirklich sehr interessant, weil einige Leute wirklich sehr interessante Fragen gestellt haben. Ich hab natürlich alles auch wieder vergessen 😉 Aber es war wirklich interessant und kurzweilig.

Am Abend hatten wir wieder einen Tisch in einem À-la-carte-Restaurant reserviert. Wir gingen ins French Kiss, da gab es auch sehr sehr leckere Sachen. Selleriesüppchen, Bouillabaisse, Tartar, Rinderfilet, Creme Brûlee… nomnom. Vooooollgefuttert waren wir dann noch mal im Pub und haben anschließend die Koffer schon mal gepackt.

Am Mittwoch war es dann auch schon so weit. Wir gingen von Bord. Leider war auch am Abreisetag nicht mehr genug Zeit, um einen Ausflug auf Teneriffa zu machen, also blieb uns nur, in Ruhe zu frühstücken. Wir wollten uns eigentlich im Snack-Corner, wo es belegte Brote und Brötchen gab was mitnehmen, für die Heimreise, aber das durfte man nicht. Man man man… Also haben wir beim Frühstück Brötchen geschmiert und heimlich eingepackt. Ich hatte vorausgeplant und hatte extra Tüten dafür im Rucksack 😉

Danach fuhren wir mit dem Bus zurück zum Flughafen und mussten uns dann in einer kilometerlangen Schlange zum einchecken anstellen. Boah wie die Leute da gekotzt haben. Die haben sich so maßlos aufgeregt, wie es nur Deutsche können 😉 Ich war drauf und dran das Pärchen hinter uns anzuranzen, dass sie doch mal die Klappe halten sollen, weil sie es doch eh nicht ändern können.
Irgendwann kam dann die Durchsage, dass alle Passagiere von unserem Flug sich separat anstellen sollen. Wir hatten die Zeit gar nicht im Blick, aber es war schon eine Stunde vor Abflug.
Wir also raus aus der Schlange und an den anderen Counter. Wir waren dann die letzten, die noch eingecheckt werden mussten und man teilte uns mit, dass man das nicht könnte, weil es ein technisches Problem gab.
Inzwischen wurde dann auch die Durchsage gemacht, dass die Passagiere eines anderen Fluges sich dort anstellen sollen und was ist passiert? Alle Leute sind aus der Schlange rausgerannt und nach vorne an alle Counter (und nicht nur den separaten Counter)… oh man 😀

Wir standen derweil immer noch am Check-in und hatten keine Plätze, aber man versicherte uns, dass noch welche für uns frei wären 😉
Irgendwann war es dann soweit, wir mussten dann aber noch durch die Sicherheitskontrolle, aufs Klo wollte ich auch noch mal und dann waren wir echt die letzten, die eingestiegen sind, aber man hat auf uns gewartet 😉 Unser Gepäck wurde auch noch eingeladen und dann konnten wir mit ca. 30 Minuten Verspätung abheben und uns auf den Weg in die Heimat machen.

Fazit:
Eine Seefahrt die ist lustig… jep… Ich würde nicht ausschließen, noch mal eine Kreuzfahrt zu machen. Ich fand es grundsätzlich cool, jeden Tag woanders zu sein, auch wenn ich zwischendurch dachte, dass zwei oder drei Tage auf der gleichen Insel auch schön wären.
Die vielen Leute haben mich echt genervt. Auch wenn ich das eigentlich wirklich nur beim Essen gemerkt habe, aber essen ist mir wichtig. Ich möchte nicht hektisch in mich rein schaufeln, das macht man im Alltag leider oft genug. Wenn ich im Urlaub bin, will ich in Ruhe und in schöner Atmosphäre essen.
Das Schaukeln fand ich im Nachhinein nicht so schlimm, nachdem ich mich daran gewöhnt hatte. Das Knarzen von irgendwelchen Teilen in der Kabine bzw. auf dem Balkon war allerdings schon manchmal nervig.
Das Schiff war mir persönlich auch zu groß und zu unübersichtlich, aber es war schon alles schön gemacht. Wenn man mit dem Fahrstuhl hoch und runter gefahren ist, waren die Decks unterschiedlich beleuchtet und eingerichtet. Ich frage mich gerade, ob da ein System hintersteckte. Ich glaube die Kabinendecks waren alle rot und da wo man bespaßt wurde, war es blau oder grün… hm… das hätte mir mal vorher auffallen sollen.
Naja, also wenn noch mal Kreuzfahrt, dann auf jeden Fall mit einem kleineren Schiff! Und von mir aus auch mit einer anderen Reederei. Einfach um mal zu gucken.

Kreuzfahrt ins Glück – 12.02.2020

Los gehts mit dem Urlaubsbericht von unserer Kreuzfahrt! Ein paar erste Eindrücke konnte man ja schon in den 12 von 12 bekommen, aber für die Erinnerungen will ich das alles noch etwas ausführlicher aufschreiben.

Ich wollte ja unbedingt mal eine Kreuzfahrt machen. Das ist ja so ähnlich wie mit dem Wohnmobil und das fand ich in Schottland ja so toll. Man hat all seinen Krempel dabei und ist jeden Tag woanders, aber man muss nicht immer alles ein- und auspacken, wie man das bei einem Roadtrip mit dem Auto und Airbnb’s oder Pensionen hätte.

Wir sind mit der AIDAnova eine Woche um die Kanaren und nach Madeira gefahren. Von Mittwoch bis Mittwoch. Von Teneriffa nach Teneriffa. Die gleich Route kann man auch von Freitag bis Freitag, von Gran Canaria nach Gran Canaria machen.
Wir hatten eigentlich ganz günstige Flugzeiten. Nicht zuuuu früh, allerdings waren wir dann mittags auf Teneriffa und es war leider nicht genug Zeit, um dort noch was zu unternehmen und anzuschauen. Aber da grad der Anreisetag ja doch aufregend ist, war das schon ok. Es waren genug Eindrücke für den ersten Tag!
Wir hatten alles über Aida gebucht, also war auch der Transfer vom Flughafen zum Schiff dabei und so sind wir also in den Bus eingestiegen und haben uns damit begnügt, Teneriffa durch die Scheibe zu sehen.
Natürlich hätte die Zeit noch gereicht, um sich Santa Cruz den Tenerife anzuschauen, aber wir waren dann doch neugierig aufs Schiff.

Am Schiff angekommen haben wir unsere Bordkarten bekommen, die man dann immer dabei haben muss. Ohne die Karte kommt man nicht mehr aufs Schiff. Beziehungsweise, man kommt sicher trotzdem rauf, aber es kostet einfach mehr Zeit. Und das ist bei bis zu 6.600 Passagieren schlecht. Alles auf dem Schiff ist auf Effizienz getrimmt. Mit der Bordkarte identifiziert man sich, man bezahlt damit überall, egal ob Bordshop oder Bar und muss nicht umständlich mit Geld rumhantieren. Bei dieser Anzahl an Menschen, muss es schnell gehen.
Wenn man aufs Schiff geht, wird ein Foto von einem gemacht, das wird mit der Bordkarte kombiniert, sodass man also nicht mit einer fremden Karte aufs Schiff kann oder etwas bezahlen kann.
Geht man dann vom Schiff, zieht man die Karte durch einen Lesegerät. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto auf dem Bildschirm und man ist gebucht als „an Land“. So weiß dass Schiff auch ganz genau, wer noch da ist, und wer nicht. Wenn man dann wieder aufs Schiff will, kommt man ohne die Karte vorzuzeigen gar nicht aufs Hafengelände. Dann muss man vor der Sicherheitskontrolle noch mal vorzeigen, damit man nicht versehentlich am falschen Schiff durch die Kontrolle geht. Dann geht man durch eine Sicherheitsschleuse, wie am Flughafen. Der Rucksack und man selbst wird gescannt und auf verbotene Gegenstände untersucht. Waffen darf man natürlich nicht mitnehmen. Aber auch offene Lebensmittel wie zB frisches Obst darf man nicht mit aufs Schiff nehmen.
Wenn man dann das Schiff betritt, zieht man die Karte wieder durch einen Scanner, der Mitarbeiter sieht, dass Person und Foto übereinstimmen und das Schiff weiß, dass man wieder „an Bord“ ist.

Aber selbst, wenn das Schiff weiß, wie viele und welche Passagiere nicht zurück an Bord sind, fährt es zur angegebenen Zeit ab. Man muss also selbst dafür sorgen, rechtzeitig zurück zu sein.

Beim Bezahlen an Bord funktioniert es genauso: Der Mitarbeiter scannt die Karte mit einem Smartphone. Für den Mitarbeiter erscheint das Foto und dann muss man auf dem Touchpad unterschreiben. Wie beim Paketdienst. Damit spart man sich also das Kleingeldgesuche und durch das Foto ist ausgeschlossen, dass ich mit einer fremden Bordkarte bezahle.
Eigentlich, wie gesagt, effizient und praktisch, aber man verliert auch sehr schnell den Überblick über seine Ausgaben.
Aida ist nämlich keine All-Inclusive-Reederei. Auf dem Schiff hat man Vollpension. Zum Frühstück bekommt man Kaffee, Tee und ein paar Säfte und Smoothies. Cappuccino kostet aber zB extra. Zum Mittag und Abendessen gibt es den Tischwein, Bier, Wasser und Softdrinks dazu. Wenn ich aber einen anderen Wein möchte, oder einen Cocktail, dann kosten diese Getränke ebenfalls extra. Und genauso eben auch an den Bars und in den Cafés. Da muss man alle Getränke extra bezahlen.
Es sei denn, man bucht sich eins der diversen Getränkepakete dazu, die zwischen 10 und 30, je nach Route bis zu 35 Euro pro Tag und pro Person kosten. Wir haben das nicht gemacht, weil im Ernst: Wie viel kann man am Tag schon vertrinken? Vor allem, wenn man ja tagsüber unterwegs und eben nicht auf dem Schiff ist?
Wir haben uns an Land Wasser gekauft, weil das auf dem Schiff einfach unverschämt teuer war (aber das ist ja in allen Hotels so), und ansonsten haben wir auch mal einen Cappuccino oder in der Bar abends ein Bier getrunken. Wir kommen auf ca. 10 Euro pro Person und pro Tag, aber das ist eher sparsam. Nicht bewusst, aber wir waren abends meistens so platt, dass wir nicht mehr lange irgendwo an der Bar gehockt haben, sondern immer einigermaßen pünktlich im Bett waren.

Als ich gestern meine Fotos fertig sortiert hatte und für meine Eltern und ein paar Freunde eine kleine Dia-Show fertig gestellt hatte, ist mir erschreckend bewusst geworden, dass ich so gut wie keine Fotos vom Schiffsinneren gemacht habe. Ich hab nur von der Kabine ein paar Fotos gemacht, aber das wars. Keine Fotos von den Decks, keine Fotos von den Restaurants oder Bars…
Für einen Eindruck vom Schiff, kann ich also nur dieses Video anbieten:

Ich weiß nicht, wieso ich keine Fotos gemacht habe. Normalerweise mach ich immer Fotos von der Hotelanlage, aber auf dem Schiff hab ich das nicht gemacht.
Vermutlich, weil ich nicht restlos begeistert von allem gewesen bin. Ich bin auch heute selbst nicht so sicher, wie ich das ganze nun finden soll 😉

Wir sind also am 12.02.20 auf das Schiff gegangen und haben das natürlich erstmal erkundet. Ich war von der Größe doch etwas überfordert und auf Anhieb hab ich mich nicht so richtig gut zurecht gefunden. Man kommt nicht überall so direkt hin. Wenn zB der Ausgang auf Deck 3 war, dann kam man im hinteren Treppenhaus nur bis Deck 5 und musste dann vorlaufen zum mittleren Treppenhaus, um dort runter zu gehen aufs 3. Deck. Wenn mans weiß, kein Ding. Man muss es aber wissen.
Ich fands jedenfalls alles doch recht verwirrend und ich kann schon verraten, dass sich das bis zum Schluss nicht so richtig gegeben hat. Ich fand das Schiff einfach zu groß und sehr unübersichtlich und ich fand es auch sehr schlecht ausgeschildert.

Wie mir von vielen vorher prophezeit wurde, verläuft sich die Masse an Menschen dort aber tatsächlich recht gut. Ich war wirklich überrascht. Nur beim Essen hat man gemerkt, wie viele Menschen dort an Bord sind.
Essen gehen war echt zum kotzen. Es gibt bei Aida keine festen Tischzeiten. Was auf der einen Seite praktisch ist, weil man total flexibel zwischen 18 und 22 Uhr in einem der fünf Buffet-Restaurants zu Abend essen kann, ist auf der anderen Seite genauso ätzend, weil es egal ist, wann man geht. Wenn man früh geht, ist es voll, wenn man spät geht genauso. Es gibt Leute, die warten um fünf vor 6 vor der Absperrung, um als erste am Buffet zu sein. So wie manche aussahen, sind die um 18 Uhr und noch mal um 21.30 Essen gegangen 😉
In zwei der größeren Buffet-Restaurants gibt es zwei Essenszeiten, um die Leute etwas zu verteilen. Einmal von 18-19.30 Uhr und einmal von 20-21.30 Uhr. Das wussten wir am ersten Abend nicht. Ich weiß nicht, ich glaube wir haben da auch irgendein Einsteigerseminar „Aidanova für Anfänger“ oder so verpasst… Also gingen wir am ersten Abend um 19 Uhr essen und wurden von den Kellnern direkt begrüßt mit „Wir schließen aber in einer halben Stunde.“
Das Essen war okay. Es war nicht heiß, es war mittelmäßig lecker, wenns länger auf den Buffet-Schalen lag war es oben angetrocknet. Es hatte etwas von Kantine. Haben nur noch die Tabletts gefehlt. Für manche Leute wär das wohl auch sehr praktisch gewesen, die sind da teilweise gleich mit zwei Tellern rumgelaufen und haben sie sich vollgeschaufelt.
Eine feste Tischordnung gibt es bei Aida auch nicht, so dass zum Frühstück und zum Abendessen immer erstmal die Sucherei losgeht… das hat mich auch genervt, muss ich zugeben.

Um 21 Uhr mussten wir dann zur obligatorischen Seenotrettungsübung. Das war gleichzeitig eine Evakuierungsübung für das gesamte Schiffspersonal. Für uns Passagiere gabe es dabei im Grunde nichts zu tun. Wir mussten nur auf „unser“ Notsignal warten und zum Sammelpunkt gehen. Im Endeffekt ging es für uns wirklich nur darum, dass wir wissen, wie die Schwimmweste angelegt wird und wo unser Sammelplatz ist. Bei 6.600 Passagieren muss das ja geordnet ablaufen und es gibt mehrere Sammelpunkte an Bord.
Auch hier war die Kommunikation aber ziemlich unklar. Eine Info besagte, dass wir uns im Theater treffen sollten, eine andere Info besagte, dass wir an unsere zugewiesene Sammelstation gehen sollen (was ja viel sinnvoller ist, dann kennt man gleich den Weg).
Nun gut. Wir waren also evakuiert, wir waren satt, wir waren platt und müde. Es waren unglaublich viele Eindrücke an dem Tag und so haben wir um 22 Uhr noch auf dem Balkon gesessen und beim Ablegen zugeschaut und sind dann anschließend ins schaukelnde Bett gegangen.

Ich habe so unfassbar beschissen geschlafen in der ersten Nacht, dass ich am liebsten direkt wieder abgereist wäre. Das Schaukeln hat mich wahnsinnig gemacht, weil es sich im Liegen angefühlt hat, als wär ich besoffen. Speziell in diesem Bruchteil der Sekunde, bevor das Schiff wieder zurück schwankt. Das war ein ziemlich ekliges Gefühl. Noch dazu hat die Kabine leicht geknarzt… Klar, wenn sich so ein Koloss bewegt, dann herrschen da Kräfte, irgendwo muss das Material ja ein wenig nachgeben… und dann knarzt es.
Na ja… Also der Einschiffungstag wurde mit gemischten Gefühlen beendet… ich hab mich zumindest auf den Landgang am nächsten Tag gefreut. Es ging über Nacht nach Fuerteventura. Da war ich vorher noch nicht.

12 von 12 im Februar 2020 – Urlaubsedition

Am 12 eines jeden Monats ruft Caro von „Draußen nur Kännchen“ dazu auf, den Tag mit Fotos zu dokumentieren und 12 davon zu posten. Früher hab ich das öfter gemacht, aber inzwischen mach ich das nur zu besonderen Anlässen. Und wenn ich dran denke. Hier kommt also mein 12. Februar 2020. Eine Urlausedition. Wer sich die anderen Fotos von 12 von 12 anschauen möchte, findet bei Caro die anderen Teilnehmer.

Der Countdown auf meinem Handy zählte doch tatsächlich seit einem Monat die Tage herunter, bis zu unserer Kreuzfahrt ins Glück. So „langfristig“ buchen wir selten 😉 heute ist es also soweit. Der Wecker klingelte früh, schnell Zähne putzen und den Rest einpacken. Der Teddy ist nur ein kurzes Stück bis zur Hundeunterkunft mitgekommen 🙂

Am Flughafen ging es dann beim Check-in ziemlich schnell. Wir haben keine Sitzplätze nebeneinander bekommen. Leider auch wieder nicht am Fenster. Dafür war einer der beiden Sitze am Notausgang. Perfekt für den Namenlosen, der dann endlich mal seine Beine ausstrecken konnte!
Vor der Sicherheitskontrolle noch schnell ein teurer Kaffee (aber zumindest nicht so teuer wie bei Starbucks) und im Flugzeug gab’s dann mitgebrachtes essen. Heutzutage bekommt man ja im Flieger nix mehr und ich bin ehrlich gesagt zu geizig, mir für 5 Euro ein belegtes Brötchen zu kaufen.

Welcome back to Tenerife 🙂 Es ist so schade, dass wir nicht noch einen Tag mehr auf Teneriffa haben. Ich wäre so gern auf den Teide rauf gefahren (natürlich nicht gewandert!) und ich hätte dem Namenlosen so gern die geile Tapaskneipe gezeigt, wo ich essen war… Naja, aber das passt schon.
Im Bus mussten wir noch kurz eine Bestätigung ausfüllen, dass wir in den letzten zwei Wochen nicht in China waren und uns nicht potentiell mit Corona angesteckt haben.

Und dann waren wir endlich am Schiff. Was für ein Riesenkutter! Nach einer ersten Erkundungstour, wo es nette kleine Orientierungsschilder zu entdecken gab, haben wir uns einen Begrüßungsdrink gegönnt und mussten abends nach dem Essen noch zur obligatorischen Seenotrettungsübung.

Ein langer, aufregender Tag!

Geschafft! – 16.07.2018

Es ist Montag 7 Uhr, als der Wecker klingelt. Alles ist gepackt, die Klamotten sind schon rausgelegt. Schnell Zähne putzen, Kaffee und ab zum Flughafen!

Mein Flug ging um 11 Uhr und dieses mal war ich schon eingecheckt, denn mir war ein Fensterplatz zugewiesen worden. Yaaay! 😉 Und ich hatte noch Juan und musste nicht um 8 Uhr mit dem Transferbus losfahren. Yaaay! 😉 obwohl ich das zeitlich fast geschafft hätte. Ich war pünktlich um halb 8 beim Frühstück, hab mir noch ein Toast für später gemacht und war um 8 zurück auf dem Zimmer. Jetzt hatte ich irgendwie noch so viel Zeit… Die Fahrt zum Flughafen würde nur 20 Minuten dauern. Ich hab also noch mal alle Schränke kontrolliert, dass ich ja nix vergesse, ausgecheckt hatte ich schon vor dem Frühstück, weil da grad niemand an der Rezeption stand.
Tja, also bin ich losgefahren. Ob ich nun im Hotel blöd rumsitze oder am Flughafen ist auch egal. Das Auto zurück zu geben war noch ein bisschen abenteuerlich: Die hatten keine eigene Station dort, sondern einen Briefkasten, wo der Schlüssel rein sollte. Den musste ich erstmal suchen. Bloß gut war ich nicht unter Zeitdruck! Und bloß gut hatte ich schon getankt, das hätte ich sonst vergessen 😀

Am Flughafen ging es recht flott durch den baggage drop-off. Dann hab ich meine eine Wasserflasche noch leer getrunken und hab die zweite durch die Sicherheitskontrolle geschmuggelt 😉
Bei den ganzen Souvenirshops fiel mir dann auf, dass ich dem Namenlosen gar nichts mitgebracht hatte!! Also hab ich die Zeit genutzt und alles angeschaut. Aber das war alles nur richtiger Scheiß, also hab ich ein Gläschen rote und grüne Mojo-Soße gekauft.
Und dann gings zurück. Der Rückflug hat sich irgendwie gezogen, aber wenigstens konnte ich aus dem Fenster gucken und dann, endlich, konnte ich den Namenlosen wieder in meine Arme schließen!

Fazit: ich bin kein Alleinreisetyp. Ich möchte mich immer gleich mitteilen, wenn ich mich über irgendwas freue. Ich möchte mich unterhalten, ich möchte einfach alles direkt teilen! Ich glaube nicht, dass ich noch mal alleine wegfahre, aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung. Gut, schlecht? Gemischt.
Ich hab doch einiges über ich gelernt: Ich brauch nicht immer so schissig sein. Ich kann aufhören mir tausend Gedanken zu machen. Ich kann ruhig selbstbewusster davon ausgehen, dass ich Dinge schaffe. Ich muss einfach viel mehr Selbstvertrauen haben. Und ich darf mich nicht so im Selbstmitleid suhlen. Das hat mich eigentlich am meisten runter gezogen. Klar ist es schade, wenn man Erlebnisse nicht direkt teilen kann, und alleine zu essen ist echt kacke, aber so ist es. So hatte ich es mir ausgesucht.
Ich finde im Nachhinein, dass ich eigentlich zu wenig aus der Woche gemacht habe. Mit dem Namenlosen zusammen hätte ich mehr als doppelt so viel erlebt! Aber: Ich habe so viel daraus gemacht, wie ich konnte. Ich bin für meine Verhältnisse sehr über meinen Schatten gesprungen, sehr aus meiner Komfortzone herausgetreten und habe mich allen möglichen Ängsten gestellt. Ich empfinde ein bisschen Stolz, dass ich alles alleine gemeistert habe, auch wenn das jetzt wirklich pathetisch klingt und das natürlich keine Raketenforschung war, sondern bloß ein Urlaub. In einem europäischen Land. Mit lateinischer Schrift 😉
Ich möchte auf jeden Fall noch mal mit dem Namenlosen hin. Zum einen gibts da auch einige Lost Places, die ich mich natürlich nicht alleine getraut hab aufzusuchen. Aber wenn ich da zu dem verlassenen Staudamm laufe und knicke um, oder rutsche einen Abhang runter oder was weiß ich, dann ist da eben niemand, der Hilfe holen kann. Zum anderen möchte ich dem Namenlosen das Pub und die Tapas Bars zeigen 😉 Ach ja und auf den Vulkan will ich ja auch noch hoch! Und ich denke zu zweit wird der Urlaub dann richtig toll!

Entspannung – 15.07.2018

Mein Plan für Sonntag sah genau so viel vor:
Richtig. Nichts. Außer der Massage. Ich hab also auch wirklich nichts weiter gemacht, als auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. Ich hatte auch keine Lust an den Pool zu gehen. Es war sowieso kein Platz mehr im Schatten frei. Mittags bin ich noch mal ans Meer und hab noch mal bei schönem Wetter Fotos gemacht. Der Wind war nicht so viel besser geworden, perfekt für die Surfschule, die in der Nähe war. Außerdem ist mir aufgefallen, wie kurz die Schatten über die Mittagszeit sind 🙂
Zurück auf dem Balkon hab ich Besuch von Taubi bekommen. Hab mich voll erschrocken, als die da auf einmal auf dem Geländer lang lief und auf jedem Balkon geschaut hat, ob sie was zu fressen findet 😀
Als die Sonne rum kam, bin ich wieder rein und habe meinen Koffer schon mal gepackt. Das hatte ich echt noch nie! Niemals vorher war es so, dass ich wieder nach Hause wollte! Aber an diesem Sonntag war ich irgendwie doch froh, dass ich es fast geschafft hatte.
Am späten Nachmittag hab ich mich dann noch im Spa verwöhnen lassen. Das war echt richtig schön! Peeling und Massage… ich krieg jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke 😉
Abends war ich wieder im Pub. Wieder alleine. Wieder ohne bestellen zu müssen. Die Musik war wieder toll, ich hab nach dem großen noch einen kleinen Cider bestellt, den der Keller mir nicht abkassiert hat 😉

 

Boot auf dem Trockenen – 14.07.2018

Da war er nun dahin, der Plan, den ich mir gemacht hatte… Ursprünglich war der Plan, freitags auf den Teide zu fahren und samstags dann nach La Orotava. Nun war ich Freitag schon in La Orotava und wollte da heute nicht noch mal hingurken. Irgendwie war der ganze Samstag total vergammelt. Obwohl ich am Vortag festgestellt hatte, dass Autofahren üüüüberhaupt nicht schlimm ist, konnte ich mich nicht aufraffen, am Samstag noch mal loszufahren. Ich saß nach dem Frühstück auf dem Balkon, hab gelesen, Postkarten geschrieben und festgestellt, dass die Kalima so viel besser geworden ist, dass man sogar La Gomera sehen konnte!. Aber die ganze Zeit hab ich gedacht, dass ich meine Zeit besser nutzen müsste… Zu Fahren bereitete mir trotzdem ein Flattern im Magen. Was ist, wenn ich dann keinen Parkplatz finde… Wirklich dämlich.

Um 15 Uhr, als die Sonne voll auf meinen Balkon geknallt hat und ich nicht mehr draußen sitzen konnte, hab ich mich einfach zusammen gerissen, mich mit Juan im Partnerlook angezogen und bin noch mal losgefahren. Und als ich dann am Fahren war, war es auch wieder überhaupt nicht schlimm. Völlig selbstverständlich irgendwie. Ich bin noch mal nach Costa Adeje gefahren, da war ein Boot an der Straße. Daneben eine ganz winzige, alte Kirche. Den Cache, der da in der Nähe war (natürlich, sonst hätte ich das Boot wohl nie gefunden ;)), hab ich allerdings nicht gefunden.

Zufrieden mit mir, dass ich doch noch mal aus meiner Komfortzone rausgekommen bin, bin ich wieder zurück gefahren.
Auf dem Rückweg hab bin ich noch zu einer Tankstelle gefahren. Ich hatte Juan 3/4-voll bekommen und sollte ihn auch 3/4-voll zurück geben. Um mir also den Stress mit dem Tanken am Montag auf dem Weg zum Flughafen zu ersparen, wollte ich das gleich erledigen. Sehr clever von mir, fand ich 😉 Nicht so clever war allerdings, dass ich mir nicht hatte zeigen lassen, wo der Tankdeckel auf geht. Ich stand also vor der Zapfsäule (bloß gut auf der richtigen Seite!! :D) und hab auf der Fahrerseite nach einem Knopf gesucht, um den zu öffnen… hab keinen gefunden. Dann dachte ich, vielleicht geht der Deckel ja so auf und muss dann mit dem Schlüssel aufgeschlossen werden.
So war es auch. Die Klappe ging auf, nur war da kein Schlüssel, sondern direkt die Öffnung zum tanken, die allerdings irgendwie versperrt aussah. Also ich hab geguckt, wie ein Schwein ins Uhrwerk und hab auch nur gedacht, wie blöd, dass ich mir das nicht erklären lassen hab! Dabei hatten wir noch übers tanken gesprochen, weil ich noch 2x nachgefragt hatte, was ich tanken muss und wie das auf Spanisch heißt…
Ich hab dann einfach mal den Tankrüssel genommen und reingesteckt, diese Verschlussklappe ging dann auch zur Seite (ich hatte mit dem Finger gedrück, da hat die sich keinen Millimeter bewegt), aber tanken ging dann nicht. Hab gedrückt, aber da kam nix… Ich kam mir wirklich langsam vor, wie der erste Mensch. Wenigstens war niemand hinter mir, der sieht, wie blöd ich mich anstelle! 😉 Heute denke ich mir, wenn einer hinter mir gewesen wäre, hätte der mir helfen können. Auf einmal piepte dieser Tankrüssel 3x, dann fing die Zapfsäule an zu rauschen, als wär sie aktiviert worden und dann ging das auch mit dem Tanken.
Ganz seltsame Technik haben die da in Spanien! 😀

Zufrieden, dass ich auch dieser Hürde gemeister hatte, bin ich zum Hotel gefahren und hab einen noch viel besseren Parkplatz gefunden. Puh! Ich hatte irgendwie einen Lauf 😉 Das Essen abends war auch wieder sehr lecker, der Sonnenuntergang war richtig schön, nur fürs Pub hatte sich niemand gemeldet. Da bin ich halt alleine gegangen und kaum saß ich an der Bar, hatte ich meinen Cider vor mir. Der Kellner vom Vortag war da und wusste, was ich trinke 😉

Nuckelpinne – 13.07.2018

Der Tag der Tage! Autofahren im Ausland. Warum mich das vor so eine Herausforderung gestellt hat… ich weiß es nicht. Ich hab es mir halt einfach nicht zugetraut.
Ich bin zu der Tiefgarage gebracht worden, wo die Vermietung die Autos stehen hatte und bin da noch mal eingewiesen worden. Ich war sowas von aufgeregt, dass ich sehr froh war, dass die Mitarbeiterin eine Deutsche war! Ich kann gut Englisch, aber ich glaube ich hätte die Hälfte nicht verstanden.
Ich bin also mit dem Fiat Panda (ich hab ihn liebevoll Juan genannt) aus der Tiefgarage rausgefahren und wollte zum Pico del Teide und stand dann irgendwie mitten in Los Cristianos an einem vollen, zweispurigen Kreisel. Aber statt dass dieser Moment Panik in mir ausgelöst hätte, bin ich da einfach rein und rausgefahren, als hätte ich nie was anderes gemacht. Ich mein… es ist ja auch nicht anders als hier. Die Verkehrsregeln sind die gleichen, die Schilder sind ziemlich die gleichen… Es war einfach nur eine fremde, neue Situation, die mir (wie üblich) Angst gemacht hat.

Am Vortag hatte ich eine E-Mail bekommen, dass meine Seilbahnfahrt auf den Teide storniert wurde, weil die Wetterbedingungen zu schlecht waren. Es war zu windig, da fährt die Seilbahn nicht. Ich bin trotzdem hingefahren, weil ich dachte, vielleicht entscheiden sie sich spontan anders…
Der Teide war ausgeschildert und es gibt ja im Grunde auch nur fünf Straßen auf Teneriffa 😉 deshalb bin ich ohne Navi gefahren, weil ich mir meinen Akku für eine Rücknavigation aufsparen wollte. Ich hatte nämlich kein Kfz-Kabel dabei und Fotos wollte ich ja auch noch machen… Das war auch wirklich kein Problem, denn als ich erstmal auf der Straße zum Vulkan war, gabs keine Möglichkeit mehr sich zu verfahren.

Natürlich war die Seilbahn trotzdem geschlossen. Das war echt schade. Laut Vorhersage auf der Homepage sollte am Sonntag wieder geöffnet sein, aber alle Zeitslots, für die man Karten vorab kaufen konnten, waren bis 16 Uhr ausgebucht… Das ging natürlich nicht, weil ich am Sonntag um 16 Uhr meine Massage hatte.
Sehr schade. Also bin ich da „nur“ im Nationalpark ein bisschen rumspaziert, hab einen Cache gefunden und bin dann weiter Richtung Norden. Ich wollte nach La Orotava, weil das wohl ein hübsches Städtchen wär und da gabs auch einen Sightseeing-Cache.
Ich war inzwischen auf der Nordseite des Berges/der Insel angekommen. Dort hingen die Wolken fest und plötzlich war durch die Feuchtigkeit dort auch alles grün bewachsen. Ich musste durch die Wolkendecke fahren und kam mir kurz vor wie in Schottland, als wir durch die Wolke über den Gebirgspass gefahren sind 😉

Auch nach La Orotava konnte man sich nicht verfahren, denn vom Teide aus führte genau eine Straße dorthin. Im Ort wollte ich dann irgendwo parken, ich bin da also durch die Straßen gefahren, war dann mitten in der Altstadt mit ihren schmalen Gässchen und wirklich hübschen Häusern, aber es gab nirgends einen Parkplatz und die Straßen waren teilweise so schmal, dass genau ein Auto durchgepasst hat. Also auch nix mit anhalten und googlen, wo man parken kann, weil dann niemand hinter mir mehr durch kommt. Irgendwann war ich am Ortsausgang und dachte, ich fahr einfach zum nächsten Kreisel und dreh da um und guck noch mal. Aber wie es dann so ist: es kam kein Kreisel. Erst ewig später, da waren auch freie Parkplätze, also hab ich mich kurz da hingestellt um zu gucken, wo ich überhaupt bin und wie weit es jetzt zu dem Cache ist. Ich hätte ja vielleicht laufen können.
Inzwischen war es 14 Uhr, bis zum Cache waren es zwei, drei Kilometer und ich hatte irgendwie keinen Bock mehr. Ich war in San Antonio, was scheinbar ein Ortsteil von La Orotava ist, aber etwas außerhalb des eigentlichen Ortes liegt. Ich bin da etwas rumgelaufen, hab direkt um die Ecke von dem Parkplatz eine Tapas Bar gefunden und erstmal was gegessen. Die Kellner konnten so gut wie kein Englisch, ich ja kein Spanisch, aber irgendwie haben wir es trotzdem hingekriegt, dass ich Essen auf dem Tisch hatte 😉 Und die rote Mojo-Soße war unfassbar lecker!

Als ich dann um 3 fertig war mit essen, hatte ich die Wahl, noch mal nach Orotava oder nach Hause? Laut Google Maps brauchte ich noch 1,5h zurück zum Hotel. Auf der Nordseite der Insel war es zwar kühler aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Ich war klitschenass, kaputt und hatte eigentlich keine Lust mehr, also bin ich zurück gefahren. Den weiteren, aber sicher komfortableren Weg um die Nordspitze rum und über die einzige Autobahn zurück an die Südecke von Teneriffa. Da hab ich dann doch das Navi angemacht und hab tatsächlich 1,5h gebraucht. Die Autobahn war sogar teilweise 4-spurig, da hab ich mich doch gleich gefühlt wie zu Hause 😀 Mit einem Parkplatz hatte ich dann auch Glück (das war nämlich meine andere Sorge!)

Der Tag war der einzige, an dem es abends mal nicht geschmeckt hat, und das wo das der kanarische Abend war! 😉 Abends hab ich mich noch mal mit dem Paar vorm Vorabend im Pub getroffen, aber dieses mal gings nicht so lange.

Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass ich an diesem Tag nichts sinnvolles gemacht habe. Ich bin eigentlich ziemlich sinnlos einmal quer über die Insel gefahren, hab so zwar viel gesehen, aber ich hatte halt nichts von dem gemacht, was eigentlich der Plan war… trotzdem war das ein ziemlich guter Tag, weil ich mal ganz deutlich festgestellt hab, dass ich mir nicht immer so einen Kopf machen muss. Dass ich mir ruhig viel mehr zutrauen kann. Irgendwie, dass ich doch alles schaffen kann, was ich will.

 

Laufen laufen laufen – 12.07.2018

Am Donnerstag war die andere Richtung von der Strandpromenade dran. Auch da war ein Multi-Cache, der mich mehrere Stationen führen sollte. Als ich los wollte, hab ich mir spontan überlegt, das Rad für den Tag stehen zu lassen. Das war mir ein wenig nervig am Vortag, es die ganze Zeit zu schieben. Und grad bei einem Multi-Cache, wo man sich an jeder Station Notizen machen muss… nee… da lauf ich lieber. Eigentlich lauf ich sowieso lieber, als dass ich das Rad nehme.
Ich bin also losgelaufen und hab mich schon nach ein paar Metern gefreut, zu Fuß zu sein, weil man einfach auch viel besser aufs Meer gucken konnte. Ganz dicht am Hotel war ein Kieselstrand und ich fands einfach total beruhigend, wie die Wellen gerauscht haben. Und ich war auch ein bisschen fasziniert davon, wie sehr das Meer doch den Untergrund bewegt 😉 Ich hab auch noch an anderen Stellen Videos gemacht, weil ich so das Gefühl hatte, dem Namenlosen besser zeigen zu können, was ich sehe. Also eigentlich ist es total unspektakulär, aber ich hätte da echt sitzen bleiben und zuhören können 😉

Ich bin dann zur ersten Station von meinem Cache gekommen und gescheitert, weil ich die benötigte Information da nicht gefunden habe. Na gut, dann mach ich den nicht. Egal.
Ich bin trotzdem weiter gelaufen und es war ganz schön windig und das Meer hat ganz schön gegen das Ufer gepeitscht.
In Puerto Colon, wo die Katamarantour losging, bin ich auch auf der Mole bis zum Leuchtturm gelaufen. Der war genauso unspektakulär, wie der in Los Cristianos, nur war der grün 😉 Irgendwo da war auch ein Cache, allerdings konnte ich den alleine nicht bergen, weil er scheinbar in 2m Höhe in einem Rohr gesteckt hat. Es kam auch niemand, der nach Cacher aussah, den ich hätte fragen können 😉

Weiter gings, immer schön in der Sonne… aber ich hatte mich ja ordentlich mit meiner 50+ Sonnencreme eingeschmiert 😉 Ziel des Tages war ein Aussichtspunkt in Costa Adeje, wo das Meer wie eine Fontäne durch ein Loch im Felsvorsprung spritzt. Bloß gut, dass es heute so windig war! 🙂 Das war echt schön da. Ich hab da bestimmt ne halbe Stunde gestanden und zugeguckt, wie das Wasser da immer wieder hochschießt.
Aber auch da hab ich mich ein wenig verloren gefühlt. Ich hab mich gefreut wie ein Keks, wenn das Wasser da raus geschossen kam, und ich hätte so gern jemanden (am liebsten den Namenlosen) neben mir gehabt, den ich ständig hätte anstoßen können und dem ich immer hätte sagen können „Uuuiii guck mal guck mal!!“
Dank Internet konnte ich dem Namenlosen zwar direkt eine Whatsapp schicken, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Und außerdem musste er ja auch arbeiten und ich wollte ihn nicht ständig stören.

Langsam bekam ich Hunger, mein Tagesziel hatte ich erreicht, also ging ich wieder zurück und wollte mir etwas zu essen suchen. An der Strandpromenade lag natürlich ein Restaurant am anderen, aber sowas wollte ich nicht. Ich bin vom Strand weggelaufen, ortseinwärts, weil ich dachte, hier muss es irgendwo sowas geben, wie in Lanzarote. Das war nämlich wie in Playa Blanca, wo wir dann in einer Bar an einem Taxistand hervorragend gegessen haben. Nur befindet sich Costa Adeje genau im touristischen Zentrum von Teneriffa. Da war ein Hotel am anderen. Ein Souvenirshop nebem dem nächsten. Ich lief und lief, immer bergauf und fand nichts zu essen. Nur Tücher, Magneten, Hotels.
Dann kam ich an eine größere Straße, vorbei an einem Einkaufszentrum und dann sah ich plötzlich Sonnenschirme, billige Plastikstühle und -tische, ein Kabuff ohne Fenster, mit Theke und da saßen ganz viele Leute. Normale Leute. Bauarbeiter, Security-Uniformierte, Spanier. Genau sowas hab ich gesucht! Ich hab erstmal gar keinen freien Tisch gesehen und bin etwas schüchtern da auf die Terasse. Ich hätt lieber am Rand gesessen, aber es war nur ein Tisch mittendrin in dem Trubel frei.
Etwas schüchtern hab ich dann ein Wasser bestellt und nach Tapas gefragt, weil auf der Karte auch nur Burger und sowas standen, aber auch ein Hinweis auf Tapas. Da haben sie vermutlich jeden Tag ein paar andere. Die waren in der Theke, ich bin also gucken gegangen und hab mir Hackfleischbällchen und ein Stück Kartoffelomelett bestellt. Und weil ich von den vorherigen Urlauben wusste, dass kleine Portionen vollkommen ausreichend sind, hab ich mir also auch nur kleine Portionen bestellt. Trotzdem war das Stück Kartoffelomelette echt viel und die Bedienung meinte eigentlich, dass eine kleine Portion Hackfleischbällchen nur 4 Stück wären und das hätte auch völlig ausgereicht. Aber vielleicht sah ich halb verhungert aus 😉

Es hat wirklich gut geschmeckt, ich war pappensatt hinterher und hätte auch diesen Moment gern mit dem Namenlosen geteilt. Hätte ihn gern gegenüber gehabt. Hätte mich gern mit ihm zusammen darüber gefreut, dass wir das hier gefunden hatten und nicht ne Tapasplatte für 25 Euro an der Strandpromenade gegessen haben… Ich war auch hier wieder ein bisschen stolz auf mich, dass ich weiter gesucht hab, dass ich mich da alleine reingesetzt hab… irgendwie komm ich mir grad blöd vor, das so zu sagen, auf so eine Kleinigkeit stolz zu sein, aber noch vor ein paar Jahren, hätte ich mich da niemals alleine reingetraut. Keine Ahnung wieso…
Nach dem essen hab ich mir noch einen Condensado, einen Kaffee mit süßer Kondensmilch bestellt und habe insgesamt nur 6,50 bezahlt! Unfassbar wie günstig das war!

Dann hab ich mich auf den Rückweg gemacht, habe mein obligatorisches Füße-im-Wasser-Urlaubsbild gemacht und trotz hohem Wellengang, der eine Strandbar komplett überflutet hat, ist meine Hose dabei dieses Mal trocken geblieben 😀 Zufälligerweise hatte ich die gleiche Hose an, wie auf Lanzarote 😉

Dieser Tag hat mir irgendwie trotz alleinsein-Gefühl einen ganz schönen Selbstbewusstseinsschub gegeben. Ich hab mich zum Abendessen richtig hübsch zurecht gemacht, und das macht echt was fürs Befinden aus… Dann hab ich in dieser App geschrieben, dass ich ab halb 10 im Pub bin und dass ich nichts gegen Gesellschaft habe und bin dann alleine dorthin gegangen. Hab ein Cider bestellt, hab der Live-Musik zugehört, die wirklich gut war und hatte einen schönen Abend. Ich hab immer mal wieder in die App reingeschaut und dann hatte sich tatsächlich noch ein Paar gemeldet, die auch tatsächlich gekommen sind und wir haben bis halb 2 da gesessen und gequatscht, da haben die uns von der Bar schon fast rausgeschmissen!

Fahrrad schieben – 11.07.2018

Am Mittwoch hab ich mich einfach gar nicht stressen lassen. Ich wollte ausschlafen, aber um halb 8 war ich wach. Wenigstens wär das in Deutschland schon halb 9 gewesen, also ist es doch irgendwie wie ausschlafen gewesen. Dann hab ich gefrühstückt und bin zum Fahrradverleih gelaufen. Für die nächsten zwei Tage wollte ich mir ein Rad mieten und einmal links und einmal rechts an der Strandpromenade lang fahren.
In der Vermietung hat eine Deutsche gearbeitet, mit der ich mich auch ein bisschen unterhalten habe. Auch übers Autofahren auf der Insel, worüber ich mir irgendwie am meisten Gedanken gemacht hab… Sie hat mir ein bisschen die Angst genommen, aber entschieden, ob ich noch ein Auto miete, hatte ich mich noch nicht.
Erstmal zwei Tage Fahrrad. Schlechte Idee! Die Strandpromenade war total voll und ich wollte die Leute nicht ständig zur Seite klingeln. Offiziell ist radfahren an der Strandpromenade auch verboten, aber es kümmert wohl niemanden. Da ich aber nach Schottland ein gebranntes Kind bin, habe ich es auch nicht einfach angeschlossen irgendwo stehen lassen, sondern die ganze Zeit geschoben.

Ich bin nach Los Cristianos gefahlaufen und habe da einen Stadtrundgangs-Cache gemacht. Das war ganz nett. An dem Tag war es sehr warm und meine lange Hose (weil ich mich ja nicht eincremen wollte) klebte wie Hölle an mir… Mein Rücken war vom Rucksack auch ganz schnell durchgeschwitzt, aber was solls… Stinke ich halt 😉

Ich bin also durch die kleinen Gässchen geschläppelt, war irgendwann etwas mehr am Ortsrand, wo man auch wieder hätte fahren können, wenns nicht so bergig gewesen wäre! Bevor ich zum Cache-Finale gefahren bin, hab ich mich in ein kleines Café gesetzt und sehr souverän einen café con leche bestellt.
Dass ich beim Kaffeeschlürfen nicht mit jemandem reden konnte… tja… das war dann so. Diese Tatsache verursachte wieder ein Gefühl von verloren sein in mir. Aber gleichzeitig dachte ich mir, dass ich ein kleines bisschen stolz sein kann, dass ich mich nicht im Hotelzimmer verkrochen hab, sondern dass ich mir trotzdem einen erlebnisreichen Tag bereite.
Danach hab ich den Cache gehoben und bin dann bis zum Leuchtturm auf der Hafenmole spaziert. Der war jetzt keine besondere Schönheit, aber irgendwie ein Ziel. Auf dem Rückweg zum Fahrrad hab ich dann bemerkt, dass auf den Steinen an der Mole überall Krebse sitzen und sich sonnen. Ich weiß nicht, ob man das auf dem einen Bild erkennen kann. Der schwarzer Fleck auf dem Stein 😉

Das Wetter am Mittwoch war besser als am Vortag, es war viel sonniger, das Wasser sah richtig türkis aus und irgendwie wirkte alles gleich viel freundlicher und auch stimmungsaufhellender.

Auf dem Rückweg in mein Hotel bekam ich Hunger. Ich googlete nach Restaurants in der Umgebung und Google schlägt ja zB auch vor „wo Einheimische hingehen“. Ja, ich wollte gern so eine kleine unscheinbare Einheimischen-Tapas-Bar, wie der Namenlose und ich das immer machen. Also hab ich mir von den Google-Vorschlägen eins rausgesucht. Ich hätte mich gar nicht erst hinsetzen sollen… das war mir von außen schon klar, dass das nicht das war, was ich gesucht hatte, aber ich hatte so Hunger, dass ich keine Lust hatte, mehr weiter zu suchen. Ich hab dann ein Omelette mit Käse bestellt, das unfassbar fettig war… Dazu gab es Pommes (komische Mischung…), aber die waren alles andere als fettig, eher zu trocken, also hab ich mich eher darauf beschränkt.
Alleine essen ist scheiße. Noch dazu wenn man eigentlich was ganz anderes wollte. Ich saß da also, der Appetit war mir etwas vergangen, ich musste schon wieder meine Tränen zurück halten und bin dann zurück ins Hotel gefahren.

Zurück im Hotel hab ich dann gedacht, dass ich die Woche jetzt so durchziehe, wie geplant. So schlimm wie im ersten Moment war das Zimmer überhaupt nicht! Ich weiß nicht, was ich da im ersten Moment erwartet hatte… Tisch, Stuhl, Fernseher, Bett, Schrank. Alles da. Das Bett war bequem, der Balkon mit direktem Meerblick war schön. So laut wie am Anreisetag war es am Pool dann nicht mehr…
Ich bin dann runter zu der Autovermietung, hab gefragt, was ein Auto von Freitag bis Montag kostet, hab gebucht, hab mir dann ein Seilbahnticket für den Pico del Teide, den Vulkan, online gekauft und für Sonntag eine Massage im Spa gebucht. Man gönnt sich ja sonst nix 😉 Damit war auch klar, dass ich nicht früher als geplant abreisen kann.
Zum Abendessen hab ich dann auch wieder ein paar leckere Sachen gefunden. Das muss man echt sagen. Nur an einem Tag hats mir nicht so geschmeckt, da hab ich mir dann Nudeln vom „Notfall-Buffett“ geholt, aber sonst war es immer wirklich gut. Der Sonnenuntergang an dem Abend hat gezeigt, dass die Kalima doch noch stärker war, als tagsüber angenommen.

Für den Abend hatte ich noch mal versucht mich über diese App zu verabreden. Das Paar vom Vorabend wollte sich eigentlich mit mir treffen, aber dann kam erst gegen 10 eine Info, dass sie schon die ganze Zeit in der Nähe sind und nur auf einen Treffpunkt warten… also das war mir dann auch zu blöd. Die hätten doch mal eher was sagen können!
Ich hab mich dann auch über mich geärgert, dass ich mich so abhängig von anderen gemacht hab und nicht einfach allein was trinken gegangen bin… Aber egal, das war auch der Tag, als England im Halbfinale rausgeflogen ist… betrunkenen Fußballfans wollte ich nicht unbedingt allein begegnen.

Touritour – 10.07.2018

Heute stand also die Katamarantour an, auf die ich mich eigentlich auch gefreut hatte. Wale und Delfine gucken, auf dem Meer umschippern… ich sollte um 8:15 abgeholt werden, ab 7:30 gabs Frühstück. Ich hatte alles vorbereitet, Tasche gepackt, Wasser, Sonnencreme, Klamotten rausgesucht. Könnte frisch sein auf dem Meer, außerdem will ich ja nicht verbrennen. Ich hab also eine lange Hose und einen 3/4-ärmeligen Pulli angezogen. Alles was rausgeguckt hat, habe ich eingecremt, auch wenn ich das total ekelhaft fand!

Typisch deutsch war ich um 8:05 am vereinbarten Abholpunkt und habe gewartet. Und ich war nicht die einzige. Das schien eine beliebte Abholstelle zu sein.
Es wurde 8:15. Es wurde 8:20. Mein Bus kam nicht. 8:25. Es kamen tausende Busse, die die Leute zum Loro Park und zur Siam-Mall und weiß ich nicht alles abgeholt haben. Aber mein Bus kam nicht. 8:30. Ich hatte eine Telefonnummer von dem, der mir den Abholtreff- und -zeitpunkt mitgeteilt hat. Ich hab also versucht den anzurufen. Ging keiner dran… oh man… hatte ich meinen Bus jetzt verpasst? Bei den vielen Bussen die da inzwischen Touristen eingesammelt hatten… Inzwischen hatte ich sogar überlegt, mir ein Taxi zu nehmen. 8:40 Ich hatte immer noch niemanden unter der Telefonnummer erreicht, da hab ich ein paar andere Deutsche irgendwas von Royal Dolphin sagen hören. So hieß mein Katamaran. Ich hab die also angesprochen und die meinten dann, es wären ja noch 5 Minuten bis zum Treffpunkt. WAS? Ja, 8:45 hätte die Tui-Tante, über die sie gebucht hatten, zu ihnen gesagt. Toll… danke für nichts! Ich hätte mir denken können, dass der Veranstalter, bei dem ich nämlich direkt gebucht hatte, da einen zu-spät-komm-Puffer eingebaut hatte!
Na ja, zumindest kam dann der Bus und hat uns alle da hin gekarrt.

Beim Einsteigen waren da Fotografen, die jeden fotografieren wollten. Da hatte ich ja mal gar keinen Bock drauf! Das Paar vor mir auch nicht,sie wurden aber ziemlich unfreundlich darauf hin gewiesen, dass die Leute da bloß ihren Job machen. Ich konnte mich vor dem Foto drücken 😉
Dann gings los, entlang der Küste. Es hat ganz schön geschaukelt und es war aufgrund von Kalima recht diesig, sodass man nicht so viel gesehen hat.
Kalima, wie ich später gegooglet habe, ist ein Wetterphänomen auf den Kanaren. Von der Sahara weht Sand/Staub rüber und alles ist diesig und nebelig. Wie Smog. Das hat man besonders deutlich abends gesehen, wenn die Sonne untergegangen ist. Es hatte auch einen Vorteil: Die Sonne hat nicht so erbarmungslos geknallt, sodass die Sonnenbrandgefahr nicht so hoch war.

Die Reiseleiterin hat auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Holländisch erzählt, was wir sehen: Ein 5-Sterne-Hotel, noch ein 5-Sterne-Hotel, dahinten ist noch ein 5-Sterne-Hotel, und ein Hard Rock Hotel, ach ja und wenn man um die Landzunge rumkommt, ist da noch ein 5-Sterne-Hotel… Ich kam mir vor wie auf einer Verkaufsveranstaltung.
Dann haben wir den ersten Stopp gemacht, wo wir ein paar Delfine gesehen haben. Leider waren die irgendwie noch müde oder träge oder so, die sind immer nur kurz aufgetaucht und haben Luft geholt. Also nix mit rumspringen oder so, wie man sich das vorher ausmalt… und wie es einem auch durch diverse Fotos suggeriert wird. Nach nur 10 Minuten gings auch schon weiter. Viel zu kurz, finde ich!

Dann sind wir weiter gefahren zu den Felsen von Los Gigantes, was halt bis zu 450m hohe Steilklippen sind. Na ja… ja, ist hoch, aber irgendwie auch unspektakulär. Dort haben wir eine dreiviertel Stunde Pause gemacht, zum baden und essen. Mir war inzwischen ganz schön schlecht, weil es so geschaukelt hat auf dem Boot, aber ich hab trotzdem was gegessen, weil ich zum Frühstück schon nicht viel reinbekommen hatte. Und das Essen war wenigstens nicht schlecht! Ins Wasser bin ich nicht gegangen, da waren mir zu viele kleine Fische 😉
Danach gings dann weiter zu einer Stelle, an der man Wale beobachten konnte. Aber wie bei den Delfinen, sind die nur super kurz aufgetaucht um Luft zu holen. Von oben hat man eigentlich nix weiter gesehen. Und auch hier haben wir nur kurze 10 Minuten gehalten.

Danach gings zurück zum Ausgangshafen, was aber auch noch mal fast ne Stunde gedauert hat. Mir war inzwischen echt richtig schlecht und ich hab unter Deck soweit es ging mittig gesessen, damit ich das schaukeln nicht so stark merke und hab Cola getrunken, um meinen Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Unterwegs kamen noch die Fotografen an Board und haben den Leuten ihre Fotos vertitscht. Und echt, jeder hat die gekauft!
Mit dem Bus gings dann zurück zum Hotel. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und bin dann noch ein bisschen durch die Gegend gelaufen, wo die ganzen Restaurants und Kneipen sind. Im Hellen hab ich gesehen, dass da auch eine Europcar-Station war und ich hab mal gefragt, was ein Auto kostet. Aber ich konnte mich nicht entschließen, ein Auto zu mieten. Ich hatte doch zu viel Schiss dort zu fahren und es war jetzt auch nicht gerade günstig…
Zurück im Hotel hab ich dann ein bisschen gedöst und noch mal nach Flügen gegooglet. Es gab auf jeden Fall noch freie Plätze, aber ganz so schnell wollte ich nicht aufgeben. Also hab ich mir einen Plan für die nächsten drei Tage gemacht und mir vorgenommen, dass ich erstmal weiter schaue und vielleicht dann am Samstag oder Sonntag statt Montag schon zurück fliege.

Über eine App hatte ich mich für diesen Abend mit ein paar Leuten im Pub verabredet. Ich wollte da nicht wieder alleine hin, aber ich wollte auch nicht auf dem Zimmer hocken und in Grübeleien und Heulerei versinken.
Einer kam auch tatsächlich zum Treffen, das hatte mich wirklich gefreut und wir saßen da doch recht lange, haben uns wirklich nett unterhalten. Er war Schweizer und auch allein im Urlaub. Das andere Paar aus der App kam nicht mehr, aber das war dann nicht schlimm, ich war in guter Gesellschaft und hab für einen Moment auch mein Selbstmitleid vergessen! 😉

Was machst du da eigentlich? – 09.07.2018

Es ist Montag 4:30, als der Wecker klingelt. Alles ist gepackt, die Klamotten sind schon rausgelegt. Schnell Zähne putzen, Kaffee und ab zum Flughafen. Ich bin noch nicht eingecheckt, weil ich die Hoffnung auf einen Fensterplatz noch nicht aufgegeben habe… Als ich online einchecken wollte, hatte ich gesehen, dass mir ein Gangplatz vor den Klos zugewiesen wurde…

Der Abschied am Flughafen fällt mir schwer, mir kommen die Tränen. Was mache ich da eigentlich? Alleine in den Urlaub fliegen, bist du eigentlich total bescheuert? Das wird wie damals im Ferienlager, als du keine Freunde gefunden hast und die ganze Zeit Heimweh hattest…
Beim Check-in heißt es auf meine Frage, ob ich am Fenster sitzen kann „Nee, is voll.“ Na super. Ich sitze also, wie geplant auf 38D und hoffe, dass die Klos nicht stinken.

Am Gate sehe ich, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Na toll… dann hätten wir auch später losfahren können… Es ist noch nicht mal jemand wach, mit dem ich whatsappen kann… alleine da zu warten ist komisch. Irgendwie fühle ich mich, als hätte ich ein Leuchtsignal auf dem Kopf „Achtung Alleinreisende! Sie hat niemanden, der mit ihr in den Urlaub fährt!“ Was ja so nicht stimmt, nur konnte eben jetzt zu dem Zeitpunkt leider niemand.

Im Flieger sitzt ein Paar neben mir. Er, riesig, am Fenster… ich traue mich nicht zu fragen, ob wir tauschen. Und dann guckt der nicht mal raus, als wir starten! Man!
Als die Anschnallzeichen erlöschen, bildet sich schlagartig eine Schlange zum Klo. Alle Leute stehen neben mir und halten sich an meinem Sitz fest, der also die ganze Zeit ruckelt. Der Typ vor mir klappt seinen Sitz auch noch zurück, sodass ich gefühlt 20cm Luft habe. Dafür ramme ich ihm immer wieder und unerbittlich meine Knie in den Rücken.
Lesen funktioniert nicht richtig, ich werde laufend müde dabei. Schlafen geht aber nicht, weil laufend mein Sitz ruckelt. Ich kriege Durst und kaufe mir für 2,50 ein Wasser, das für den Wucherpreis hoffentlich wirklich mit Gold versetzt ist!

Als ich meinen Transferbus suche, ärgere ich mich das erste mal, dass ich kein Auto gemietet habe, ich doofer Schisser! Als ich im Transferbus sitze und ewig rumgurken muss, weil er x Hotels anfährt, ärgere ich mich das nächste mal, dass ich kein Auto gemietet hab, ich olle Schisserkuh! Als wir an meinem Hotel ankommen, sind sämtliche Parkplätze, die ich sehen kann, belegt und ich denke mir, wie gut es ist, dass ich kein Auto gemietet habe!
Auf dem Zimmer beschallt mich lautstark Musik vom Pool. Ich fange an zu heulen und frage mich, was ich hier mache! Ich bin müde, das Zimmer ist winzig und karg, am Pool ist Party und die Fenster halten überhaupt keinen Schall ab! Es ist gerade alles irgendwie ein bisschen viel. Zu viele Eindrücke, zu viel neues und das allein. Ich will schlafen, aber das kann ich ja wohl mal knicken. Meine Balkontür schließt nicht und die Nachbarbalkons sind nur durch Blumenkübel abgetrennt, sodass man rüber klettern kann. Bei offener Tür schlafen und das Meeresrauschen hören kann ich also auch knicken. Ich schmeiße mich aufs Bett und suhle mich kurz im Selbstmitleid. Heule, vermisse den Namenlosen und will eigentlich sofort wieder nach Hause. Ich google nach Rückflügen und sogar nach einem anderen Hotel! Was kostet die Welt? Mir egal!

Irgendwann reiße ich mich zusammen. Ich ziehe mich um und gehe zum Supermarkt um die Ecke, um Wasser zu kaufen. Und Kaugummis. Dann suche ich den Fahrradverleih auf, aber der hat noch zu. Dann sage ich an der Rezeption bescheid, dass meine Balkontür nicht richtig schließt. Sofort kommt jemand und repariert es. Ok, wenigstens kommt jetzt keiner von außen rein. Wer auch immer da reinkommen sollte. Aber wenn es jemand vor hätte…

Ich fange schon wieder an zu heulen, reiße mich aber schnell zusammen und gehe noch mal ein bisschen raus. Ein paar Meter an der Strandpromenade lang. Meer gucken. Vielleicht die Füße ins Wasser halten. Vor meinem Hotel sind allerdings nur steinige Strände. Ich tappe über einen drüber und versuche das Rauschen zu genießen. Ich mache zwei, drei Selfies, aber ein Lächeln will mir einfach nicht gelingen. Stattdessen muss ich schon wieder heulen und komme mir langsam echt bescheuert vor. Nicht, weil ich als erwachsene Frau da in der Öffentlichkeit rumflenne, sondern weil ich irgendwie glauben konnte, dass alleine Urlaub machen super wär.
Ok, für Dienstag habe ich eine Katamarantour gebucht, die ich jetzt nicht mehr stornieren kann. Die mach ich noch und dann kann ich immer noch nach Hause fahren.

Beim Abendessen ist das Hotelpersonal mehr als nur überrascht, als ich einen Tisch für eine Person anfordere. Wie blöd, dass sie das zweite Gedeck abräumen, so wird es erst recht für jeden ersichtlich, dass ich alleine bin. Auch beim Essen kommen mir laufend die Tränen und wieder habe ich das Gefühl, dass ich die Warnleuchte auf dem Kopf hab und jeder denkt „Oh nein die Aaaarme, die ist alleine hier!“ Vermutlich fällt es aber niemandem auf.
Nach dem Essen hadere ich noch eine Weile mit mir, ob ich ins Pub um die Ecke gehe, oder nicht. Da es mir aber reicht, dass ich mich selbst als Schisser bezeichne, und nicht vom Namenlose so bezeichnet werden will, gehe ich schließlich, trinke einen Cider, der mich an all unsere Urlaube erinnert und schicke ihm, nicht ohne ein bisschen Stolz, ein Foto vom Glas. Ich finde, ich habe genug Mut bewiesen für heute, trinke zügig aus und gehe zurück ins Hotel, wo leider noch die Show läuft, die mich erstmal vom Einschlafen abhält.