Madeira – 17.02.2020

Weiter gehts mit dem Urlaubsbericht!
Irgendwann erreichten wir also Madeira. Als ich um 7 wach war, war noch alles dunkel. Beim Frühstück um 8 saßen wir dann wieder draußen auf dem Lanai-Deck und sahen dem Sonnenaufgang zu. Heute mussten wir uns ein bisschen sputen, denn heute war der einzige Tag, an dem wir tatsächlich einen Plan hatten: Um 9 Uhr wurden wir abgeholt zum Canyoning. Und da sich sonst niemand angemeldet hatte, waren wir ganz alleine und hatten quasi eine Privattour 🙂

Canyoning ist wieder ein ganz toller Anglizismus… Auf deutsch könnte man Schluchtenwandern sagen, wobei ich zugeben muss, dass das nicht so spektakulär klingt. Man begeht dabei eine Schlucht, und muss sich dabei abseilen, springen oder rutschen.
Wir hatten das Anfänger-Paket gebucht, schließlich haben wir sowas noch nie gemacht und unser Fitnesslevel ist eher mies 😉

Zuerst fuhren wir über die halbe Insel, immer weiter ins Inselinnere und immer weiter bergauf. Dabei konnten wir die Landschaft und den Ausblick bewundern und sind schon mal mit dem Tourleiter warm geworden.
Am Ausgangspunkt angekommen haben wir uns in Neoprenhosen gequetscht, mit Neoprensocken und einem Neoprenpullover unter der Neoprenjacke. Dazu bekamen wir Wanderschuhe, einen Helm und einen Gurt. Ich kam mir vor wie ein Michelinmännchen. Ich glaube ich war zu dick für die Hose, die war sowas von eng und eigentlich hätte ich sie an den Unterschenkeln gern noch etwas höher gezogen, damit ich an den Knien mehr Spiel habe. Ich hatte beim laufen nämlich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsste meine Beine gegen einen Widerstand heben und die Füße würden von einem Gummi zurückgezogen.
Zuerst liefen wir vom Auto ein bisschen durch den Wald. Dabei zeigte uns der Guide verschiedene Pflanzen, zB. Bananenpassionsfrucht, die es auch in der berühmten Markthalle für teures Geld zu kaufen gibt. Leider waren sie noch nicht reif 🙂 Er erklärte uns viel über die Gegebenheiten auf Madeira, zB. dass Madeira allein deshalb so grün ist, weil ständig die Wolken in den Bergen hingen. Wir liefen vorbei an Eukalyptusbäumen, an Rosmarin und Fenchel, trafen ein Schaf und eine Katze und stiegen dann die Böschung hinab zu dem kleinen Fluss durch den unser Canyoningabenteuer gehen sollte. Mit den Schuhen in den Fluss zu steigen war ganz schön komisch, und vor allem hatte man mit den Neoprensocken dann die ganze Zeit das Gefühl, dass da mindestens 2 Liter Wasser in den Schuhen rumschwappen.

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir also durch den Fluss, stiegen über Steine und Bäume, seilten uns ein paar mal an Wasserfällen ab, einmal mussten wir von einem Vorsprung runterspringen und einmal rutschen. Immer mal wieder wateten wir durch hüfttiefes Wasser oder wir mussten sogar schwimmen und ich sag euch, das Wasser war wirklich kalt!!! Mit dem Neoprenanzug war das dann zwar wirklich nicht schlimm, aber der erste Moment, wenn man eingetaucht ist, und das Wasser auch in dem Anzug nach oben gestiegen ist, das war schon richtig kalt! Und auch die Hände taten fast ein bisschen weh von dem kalten Wasser.
Zwischendurch saßen wir in der Sonne und haben eine kleine Pause gemacht und am Ende mussten wir wieder zurück zum Auto laufen. Der Weg ging über Felder und Treppen wieder nach oben. Das war noch mal richtig anstrengend und in diesem Anzug echt kein Spaß für mich, weil ich wie gesagt immer diesen Gummiband-Effekt hatte. Der Muskelkater am nächsten Tag hat mich fast umgebracht!
Aber ansonsten war das echt cool und hat richtig Spaß gemacht! Ich hatte ein bisschen bedenken, dass ich Schiss davor habe, mich abzuseilen. Dabei muss man sich ja schon rückwärts über die Kante lehnen. Aber das hat mir gar nichts ausgemacht. Das Springen schon eher, dabei war das nicht so hoch, wie das Abseilen.

Gegen halb 3 waren wir zurück in Funchal und wir hatten Huuuuuuuunger! Also suchten wir uns eine kleine Kneipe und fanden was gutes. Nach einem superleckeren Sandwich bestellten wir noch einen Poncha, einen traditionellen madeirischen Zuckerrohrschnaps, der mit Zitronensaft und Honig gemischt wird. Der hat uns nach der Anstrengung dann den Rest gegeben, weil das nicht bloß ein Shotglas war, sondern ein normales Saftglas voll 😀

Zufrieden schleppelten wir wieder los ein bisschen durch die Gassen und Fußgängerzogen und besuchten dann noch die Markhalle Mercado dos Lavadores, die um die Zeit nicht mehr so ganz überlaufen war. An einem der Obststände konnten wir die ganzen vielen verschiedenen Früchte probieren, die es auf Madeira gibt. Ananasmaracuja, Bananenpassionsfrucht,… ich hab schon wieder vergessen, was es alles war. Gekauft haben wir aber nichts, wir hätten sonst eh nichts mit aufs Schiff nehmen dürfen.

So allmählich waren wir echt geschlaucht von diesem Tag und wir sind zurück zum Schiff gelaufen. Unterwegs haben wir noch zwei Caches gemacht und haben dann eine heiße Dusche und ein kleines Nickerchen gegönnt, bevor wir wieder im Buffetrestaurant essen waren.
Abends fand im Beach-Club eine Silent Party statt, auf die wir dann noch gegangen sind. Es waren drei DJs da, jeder bekam Kopfhörer und an denen konnte man umschalten, welche Musik man hören wollte. Zuerst fand ich das nicht so lustig, weil ich die Kopfhörer eigentlich gar nicht so laut machen wollte. Aber ich hab dann immer alle Leute gröhlen hören. Also musste ich die Musik dann doch ganz schön laut stellen, aber dann wars auch wirklich lustig. Und besonders witzig war es, wenn man die Kopfhörer abgenommen hat. Alle haben getanzt, aber unterschiedlich schnell und alle haben mitgesungen, was man durch die fehlende Musik dann alles hören konnte 😀
Während der Party sind wir dann zum zweiten Seetag ausgelaufen und haben uns auf den Rückweg nach Teneriffa gemacht.

Gran Canaria – 15.02.2020

Ach ja, auf Gran Canaria hatte ich mich ja auch echt gefreut, weil ich da noch nicht war. Weil wir da sogar beide noch nicht waren. Aber irgendwie hatten wir beide schlechte Laune an dem Tag.
Ich hatte mal wieder scheiße geschlafen und war trotzdem um 7 wach. Beim Frühstück haben mich die Leute genervt. Ich wollte einfach bloß meine Ruhe und wir hatten für Gran Canaria mal wieder keinen Plan.

Hach… der Tag fing also super an. Zumindest gab es heute keine Schlange bei der Autovermietung. Wahrscheinlich, weil Gran Canaria An- und Abreisehafen war und daher gar nicht so viele Leute auf Ausflüge gegangen sind, wie in den anderen Häfen. Wir hatten wieder ein Auto reserviert und ich weiß nicht, was für eins für uns vorgesehen war, aber der Typ von der Vermietung hatte uns vor Ort noch die Schlüssel getauscht. Er hatte erst andere in der Hand, dann fragte er uns, ob wir nur zu zweit sind und dann hat er unter den Tisch gegriffen und einen anderen geholt. Vermutlich hat er auch noch gedacht, dass er uns einen Gefallen damit tut: Es war ein Fiat 500L… Cabrio… hach…
Auf der Fahrt hat mich das offene Dach eigentlich nur genervt, weil die Sonne reingeknallt hat und ich einfach nur Angst hatte, mich höllisch zu verbrennen. Also haben wir es wieder zu gemacht und zu gelassen.

Jaja… klingt super, ne? Mir ging meine Laune selber auf den Sack. Also hab ich versucht mich zusammen zu reißen.
Wir sind dann erstmal nach Maspalomas runter gedüst. Komplett für den Arsch sag ich euch! Spart euch das. Ja, da ist diese riesige Düne und die sieht schon cool aus, aber es ist windig und der Sand weht auch überall hin. Vor allem in die Augen. Und Maspalomas und die ganze Ecke da unten, ist nun auch echt nicht schön. Es ist voller Menschen und echt groß. Parken ist ne Katastrophe und es steht einfach bloß ein großer Hotelklotz am anderen.

Aber wir waren tatsächlich wegen der Düne da, weil ich halt gern hin wollte. Ich wär da auch gern ein bisschen rumgelaufen, hätts mir ein bisschen angeschaut, wenn ich nun eh schon da bin, aber der Namenlose hat sich nicht mal die Mühe gemacht seine Schuhe auszuziehen… Dann wollte ich da eigentlich gern einen Cache machen, dazu sollte man ein sogenanntes „Pano-Dash“ machen. Das ist ein Panoramafoto, wo man selbst mehrmals drauf ist.
Naja, der Namenlose hat da nicht so richtig viel Geduld für sowas. Wir haben eins gemacht, aber ich bin darauf verwackelt, und deshalb wollte eigentlich noch ein oder zwei machen, aber er hatte da ganz offen keinen Bock drauf.
Ja ok… Die Stimmung war am Tiefpunkt.
Ich hab mir dann überlegt, dass ich mich lieber mal mit Sonnencreme eincreme, weil die Sonne da ganz schön runtergeknallt hat. Mir war mega warm, ich hatte zu viel an, ich hab geschwitzt und mich eklig gefühlt, ich hatte Durst und langsam bekam ich auch Hunger. Ganz schlechte Kombi.

Also haben wir uns auf die Suche nach Futter gemacht, obwohl es noch gar nicht so spät war. Wir fuhren weiter nach Westen nach Lomo Quiebre. Das ist der letzte kleine zugängliche Ort von der GC1 aus gesehen. Alle anderen dahinter liegenden Orte sind nicht mehr so komfortabel zu erreichen.
Ja gut, Lomo Quiebre war sehr klein, sehr voll und touristisch erschlossen. Wir hatten im Vorbeifahren aber eine Einheimischenkneipe gesehen und wollten hin, aber obwohl da Leute draußen saßen und was getrunken und Domino gespielt haben, wurde uns gesagt, man hätte geschlossen… ok, also sind wir weiter gefahren. Weg vom Meer rein ins Inselinnere.
In Mogán sind wir von der Hauptstraße abgebogen und haben eine schöne Tapas-Bar gefunden, in der wir dann wirklich gut gegessen haben. Die Portionen waren riesig, obwohl wir gesagt haben, dass wir nur halbe Portionen wollen… Dass keine Preise auf der Karte standen, hätte uns stutzig machen sollen und wir hätten schlauerweise vorher fragen sollen, denn die Rechnung war unerwartet teuer, verglichen mit dem was wir sonst bezahlt haben, wenn wir am Arsch der Welt was gutes zu essen bekommen haben. Ich wette, wir haben Touristenpreise bezahlt! Ein paar der Google-Bewertungen vermuten übrigens das gleiche 😉

Zumindest war die Laune wieder gestiegen und wir hatten während des Essens einen Plan gemacht: Auf einen Berg klettern und dort einen Cache suchen.
Die Fahrt zum Ausgangspunkt hin ging über meistens gute Straßen stetig bergauf. Der Namenlose war wieder super gelaunt, weil er mit der kleinen Schlurre gut um die Kurven kam, mir wurde mulmig, weil die Serpentinen eng waren und man einfach nicht sehen konnte, ob etwas entgegen kommt und weil manchmal auch keine Leitplanke an der Seite war. Obwohl die uns eh nicht groß aufhalten würde, wenn wir da durchbrettern würden…
Der Parkplatz als Ausgangspunkt lag dann auf etwa 1500m und war selbst zu dieser Jahreszeit recht voll. Ich schätze, im Sommer muss man da sehr früh dran sein, weil der jetzt auch nicht allzu groß ist. Von dort ging ein Weg Richtung Roque Nublo, was ein ca. 80m hoher Vulkanfelsen ist, der da rumsteht. Die tatsächliche Größe lässt sich nur einschätzen, wenn man einen Menschen als Größenverhältnis dagegen sieht. Am Fuße dieses Felsens lag also der Cache und das bedeutete für uns etwa eine halbe Stunde noch ca. 250 Höhenmeter überwinden.
Klingt pillepalle, aber es war doch ganz schön herausfordernd und wir haben gepumpt wie ein Maikäfer! Alle Leute, die uns entgegen kamen, wirkten so cool und fit und ruhig und wir kamen uns noch unsportlicher und unfitter vor, als wir eh schon sind 😉 Aber wir haben es geschafft bis ganz oben, haben den Cache gefunden und hatten eine ganz nette Aussicht. Aber auch hier war es etwas trüb, was wohl an der Kalima lag.
Nachdem wir uns ausgeruht und akklimatisiert hatten, sind wir auch wieder zurück gelaufen und haben bemerkt, dass wir auch nicht mehr schnaufen, im Gegensatz zu allen, die uns entgegen kamen 😀 Damit hatte sich unser schlechtes Gefühl vom Hinweg doch ein bisschen relativert.
Unten am Parkplatz stand ein kleiner mobiler Verkaufsstand. Dort gab es Obst, Getränke und Eis. Ooooh ja, das war genau das richtige zur Belohnung 🙂

Weiter ging es über die Insel, grob Richtung Las Palmas. Aber natürlich wieder über kleine Straßen, durch Eukalyptuswälder und kleine Siedlungen. In einem kleinen Dorf tranken wir noch einen Cortado condensada für 90 Cent pro Kaffee! Wahnsinn. Wir hätten mit dem Essen also auch noch ein bisschen warten sollen und weiter ins Inselinnere fahren müssen.

Aber gut, inzwischen war es 18 Uhr und wir wussten nicht so richtig, wann wir auf dem Schiff sein müssen. Ups… 😀 Wir wussten, dass wir um 22 Uhr ablegen und an den anderen Hafentagen war es so, dass man 30 Minuten vorher an Bord sein musste.
Als wir auf Teneriffa angekommen sind, haben wir auch um 22 Uhr abgelegt, aber die an-Bord-Zeit war schon 20:30 Uhr. Jetzt waren wir uns also unsicher, wie das hier in Las Palmas war – es war ja auch ein An-/Abreisehafen.
Der Namenlose wollte eigentlich gern noch ein bisschen rumfahren und gucken, aber irgendwie wussten wir dann auch nicht richtig wo hin und so sind wir also doch zurück nach Las Palmas. Schließlich mussten wir auch noch tanken, und wir hatten keine genaue Adresse, wo wir das Auto zurück geben mussten. Wir wussten nur grob, wo wir hin müssen, allerdings ist der Hafen in Las Palmas etwas größer als der in Fuerteventura.

Zurück in Las Palmas war es dann auch schon ziemlich dunkel. Die Palmen waren alle mit Lichtschläuchen umwickelt, das sah echt schön aus. Ich konnte nur leider keine Fotos machen, weil wir das Handy brauchten, um zu einer Tankstelle zu navigieren. Direkt am Hafen war nämlich keine.
Nach zweimal verfahren, weil das Navi komische Ansagen gemacht hat, tanken, Wasser kaufen, Einfahrt zum Parkhaus suchen und Auto in die asozial kleine Lücke quetschen (weil die anderen einfach nicht parken können!!), kamen wir um 19:45 Uhr an der Sicherheitsschleuse an und fragten erstmal, wann wir denn zurück sein müssen. 20:30 Uhr – wie auf Teneriffa. Bloß gut sind wir nicht noch weiter über die Insel gefahren 😉

An diesem Abend hatten wir keinen Tisch reserviert, wir gingen also wieder in eins der Buffetrestaurants. Wegen der Seenotrettungsübung für die neuen Passagiere, waren die abendlichen Essenszeiten anders, da die komplette Besatzung ja auch wieder eine Evakuierungsübung gemacht hat.
Als wir dann zur späteren Öffnungszeit in das Restaurant gegangen sind, war kein einziger Tisch besetzt. Über 700 Plätze in diesem Restaurant waren leer, das war doch mal eine angenehme Atmosphäre 😉 Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, genossen die Ruhe (zumindest für etwa eine halbe Stunde, dann wurde es doch noch voll) und waren nach 2 Tagen superleckerem Essen dann wieder etwas enttäuscht vom Buffetessen.
Um 22 Uhr liefen wir aus und machten uns auf den Weg nach Madeira. Dorthin waren es ungefähr 550 km, aber das Schiff fuhr sehr langsam, um die Reisezeit auszudehnen und so stand uns also der 1. Seetag bevor.

Trotz anfänglicher schlechter Laune fand ich Gran Canaria ganz schön und würde noch mal hinfahrne. Im Inneren der Insel war es wirklich schön und der Norden ist sehr grün und bestimmt entspannt. Es gibt sicher noch sehr sehr viele Orte zu entdecken, aber wir hatten eben nur die paar Stunden Zeit.

Hier noch mal ein kleiner Einblick, wie es eine Woche später in Gran Canaria aussah. Wegen des Sandsturms konnten keine Flugzeuge landen und starten. Passagiere kamen nicht aufs Schiff, bzw. waren am Flughafen gestrandet. Wir hatten echt Glück. In der Woche bevor wir gefahren sind war es scheinbar recht stürmisch und in der Woche nach uns dann der Sandsturm…

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Fifty shades of green – 05.10.2019

Am Samstag hatte ich mich zum Ausflug zu den Cliffs of Moher angemeldet. Wobei ich eher sagen müsste Cliffs of Nowhere… Also man muss mal sagen, wenn man in Dublin ist, lohnt sich ein Tagesausflug dorthin eigentlich nicht so richtig. Es sind 284 km, die man hin und zurück fahren muss. Das hat uns pro Strecke inklusive Pause 4 Stunden gekostet. Und wir sind erst um halb 9 losgefahren. Man hätte eher losfahren sollen, dann hätte man dort etwas mehr Zeit gehabt. Aber ob das viel genützt hätte?
Als wir nämlich gegen 13 Uhr dort ankamen, hat es geschüttet und man hat nichts gesehen. Null Komma nichts! Die Cliffs hingen in den Wolken oder im Nebel, was weiß ich. Tja… Ach ja und der Bus war kaputt 😉 Der hat auf den letzten Kilometern irgendwie den Geist aufgegeben, hat überhitzt und war am Ende nicht mehr zu gebrauchen.

Tja, also wir sind also um halb 9 bei Sonnenschein in Dublin losgefahren und je weiter westlich wir kamen, desto grauer und verregneter wurde es. Es kam mir nicht vor, als wäre es 11, als wir eine Pause gemacht haben, eher wie 7 Uhr morgens… hach… aber trotzdem bzw. gerade deshalb ist Irland wohl so grün. Grün in allen Abstufungen, von zartgrün über sattgrün bis ins gelblich-bräunliche grün. Alles dabei.
An den Cliffs of Nowhere angekommen, sind wir im Regen aus dem Bus ausgestiegen, ich hab mich in meine Regencape-Tüte gepackt, wo sogar der Rucksack mit drunter gepasst hat und ich war da echt froh drum, auch wenn die anderen mich zu Anfang deswegen belächelt haben. Aber ich glaube nach 5 Minuten haben alle gedacht, sie hätten sowas auch gern 😉 Es war nämlich zu windig für einen Schirm. Meine Oberschenkel sind zwar nass geworden, weil das Wasser ja von der Tüte runtergeflossen ist, aber zumindest war mein Oberkörper trocken und unter der Tüte auch warm. Sicherheitshalber hatte ich sogar trockene Socken und Schuhe dabei, aber die hab ich nicht gebraucht. Meine Schuhe haben durchgehalten, auch wenn ich keine Gummistiefel hatte, die hier tatsächlich gut angebracht gewesen wären! Aber ich hatte die Tage vorher zumindest mal Imprägnierspray gekauft und alles dick damit eingesprüht.

Dieser ganze Ausflug war irgendwie etwas unorganisiert, der Begleiter hatte nicht so richtig Bock da im Regen rumzulaufen… Der war eh komisch. Maulfaul, lustlos… Wieso war der überhaupt dabei? Und wie war jetzt der Tagesablauf? Gehen wir alle zusammen, verteilen wir uns, wann treffen wir uns wo wieder? Es gab keine richtige Info.
Wir sind dann doch mehr oder weniger gemeinsam den Weg an den Klippen entlang gelaufen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Man hat wirklich nichts gesehen. Man konnte bis zum Rand der Klippen schauen und das wars. Man konnte das Meer unten erahnen, weil man es leise rauschen hören hat… Und noch dazu hats geregnet. Ich hätt echt kotzen können!
Wütend bin ich weiter gestapft, es war mir dann auch egal, was der Rest der Gruppe macht, ich war ja eh alleine. Von meinen neuen Freunden war niemand mit bei dem Ausflug dabei. Aber das war schon ok, so konnte ich stehen bleiben wann ich wollte, so schnell gehen wie ich wollte und einfach meinen Stiefel durchziehen.

An einen Punkt am Cliff war eine größere Fläche, vermutlich ein super Aussichtspunkt… Und ich weiß nicht, was mich da gehalten hat. Vermutlich, weil die anderen noch nicht da waren und ich gedacht hab, ich warte vielleicht doch mal auf die. Also hab ich da gestanden und hab nichts gesehen. Zumindest hatte es aufgehört zu regnen.
Der Wind frischte auf und plötzlich konnte man zuschauen, wie die Wolken an den Cliffs hoch zogen. Und auf einmal klarte es auf. Na Gott sei Dank, hat sich das also doch gelohnt heute 😉

Da es inzwischen aber schon spät war und ich irgendwas von „Treffpunkt gegen 3“ gehört hatte, hab ich mich auf den Rückweg gemacht. Die Sonne kam raus und am Ende sah es aus, als hätte es an dem Tag nie schlechtes Wetter gegeben! Schade, dass für uns die Zeit schon fast um war.
Ich bin noch kurz in das Besucherzentrum gegangen, hatte aber nicht mehr genug Zeit, mir alles in Ruhe anzuschauen. Schade. Vor allem wäre es nicht schlecht gewesen, am Anfang dort hinein zu gehen, als es noch geregnet hatte.

Also wie gesagt, ein Tagesausflug dorthin lohnt sich meiner Meinung nach nicht, außer man hat mehr als 2-3 Stunden Zeit. Da aber das Wetter auch so unbeständig und schnell wechselhaft ist, sollte man dort in der Nähe ein paar Tage bleiben um den Zeitpunkt besser abzupassen. Zumindest in den Herbstmonaten. Im Sommer ist es vielleicht nicht so unbeständig. Aber selbst im Sommer kann man sich ruhig mehr Zeit nehmen, denn das Gelände an sich ist echt groß, man kann sehr ausgedehnte Wanderungen machen und einfach mehr sehen, wenn man sich die Zeit dafür nehmen kann. Und natürlich gibt es ringsrum bestimmt auch andere tolle Sachen zu entdecken und anzuschauen.

Da ich ja mit dem Namenlosen eh noch mal nach Irland will und dann gern so eine Rundreise machen möchte, wie wir das in Schottland gemacht haben, würde ich die Cliffs trotzdem noch mal besuchen. Vielleicht haben wir dann mehr Glück, aber zumindest haben wir mehr Zeit und können bis spät bleiben, denn ich glaube es sieht auch unglaublich schön aus, wenn die Sonne dort untergeht.

Outdoor-Profis – 08.10.2018

Ja, für heute stand die Wandertour um die Drei Zinnen an. Nachdem wir uns ja nun fast eine Woche lang an die höhere Lage gewöhnen konnten und uns etwas akklimatisiert hatten, und nachdem wir uns auch ein bisschen an das viele laufen gewöhnt hatten, sind wir an diesem Morgen sehr früh aufgebrochen, damit wir auf jeden Fall genug Zeit haben, um diese Tour zu schaffen. An der Rezeption wurde uns mitgeteilt, dass man wohl 4 Stunden dafür rechnen muss. Um den See rum haben wir auch schon etwas länger gebraucht, als auf dem Schild stand, also haben wir mal lieber 4,5 Stunden geplant.
Durch unsere Schottland-Outdoorklamotten waren wir bestens ausgestattet, an der Rezeption im Hotel hatten wir uns Wanderstöcke geliehen und obwohl ich mir anfangs ziemlich bescheuert damit vorkam, war ich dann echt froh, sie zu haben!
Wir sahen also aus wie erfahrene Wanderer, als würden wir reeeeegelmäßig in den Bergen wandern gehen 😀

An der Auronzohütte ist mit dem Auto über eine Mautstraße erreichbar (überall muss man bezahlen, nur weil man da hinfahren will…) und hat einen ziemlich großen Parkplatz. Wir waren um halb 10 da und da standen doch schon einige Autos.
Wir haben uns also unsere Wanderschuhe angezogen, ein paar Kekse und Wasser eingepackt und sind losgestakst. Es war sonnig, aber es wehte ein ganz schönes Lüftchen, sodass ich zum einen froh war, dass ich meine Mütze dabei hatte, sonst hätte ich ganz schnell Ohrenschmerzen bekommen, und zum anderen war die Sonne so erträglich. Aber ich hatte echt Angst, dass ich mir volle Kanne das Gesicht verbrenne, weil wir die Hälfte der Zeit die Sonne immer auf der rechten Seite hatten…
Nach 25 Minuten war der erste „Wegpunkt“, eine kleine Kapelle erreicht, die man schon vom Startpunkt aus gesehen hatte. Uns gings noch gut, der Weg war breit und ziemlich eben, es ging nicht steil bergauf oder bergab. So könnte man die 4 Stunden auf jeden Fall durchhalten.
Eine Halbe Stunde später sind wir an der Ostseite der Drei Zinnen angekommen. Und endlich konnte man sie dann auch mal sehen. Auf der Südseite, die wir bisher gegangen waren, hingen nämlich dicke Wolken davor. Wir habens ja immer so mit Wolken und Bergen 😉 An der Stelle haben wir eine kleine Pause gemacht, ein paar Kekse gefuttert und sind dann weiter, entlang der Nordseite und da gab es irgendwie keinen richtigen Weg mehr. Ich bin mir auch im Nachhinein nicht sicher, ob das der offizielle Weg war… Aber wir sind wie die Lemminge einfach ein paar anderen Wanderern hinterher gelaufen.
Das Stück über Stock und Stein (im wahrsten Sinne!!) dauerte über eine Stunde, bis wir an der nächsten Schutzhütte angekommen waren, wo wir uns noch mal 10 Minuten ausgeruht haben, bevor wir das letzte Stück zurück zum Parkplatz gelaufen sind.
Nach 3 Stunden und 20 Minuten waren wir rum! 😀 Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass wir vermutlich eher eine Abkürzung genommen haben 😉

Mit einem wirklich zufriedenen Gefühl sind wir nach Toblach zurück gefahren, haben uns da noch mal eine supergeile Pizza gegönnt (also ich muss schon sagen, Pizza können die Italiener halt :D) und dann haben wir auch diesen Tag in der Sauna ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Hause. Ich hab leider auf der Autofahrt bemerkt, wie eine Erkältung sich einnistet… :-/ Ich war dann froh, dass ich den Rest der Woche noch frei hatte und mich auskurieren konnte. Der Namenlose hat sich natürlich angesteckt und hatte dann diese Woche damit zu kämpfen… :-/

 

Lamas & Alpakas – 05.10.2018

Bevor wir nach Südtirol gefahren sind, haben wir uns die Sendung „Wunderschön – Südtirol im Herbst“ gesehen. Ein Bekannter hatte uns davon erzählt. Wie passend!
Unter anderem war die Moderatorin auf dem Kaserhof in Oberbozen, wo man mit Lamas und Alpakas wandern kann. Ich fand das ja super süß 😀 aber wir haben so eine Wanderung nicht mitgemacht, der Namenlose fand es unsinnig, ein Lama am Strick neben sich herzuführen. Ich hab zwar gesagt, dass Gassigehen mit unserem Hund ja nix anderes ist 😉 aber ich denke das ist trotzdem eher so eine Kinderattraktion, außerdem sollte so eine Wanderung auch schon früh losgehen.

Wir sind trotzdem zu dem Hof gefahren. Der Weg dahin war ziemlich abenteuerlich. Es ging schmale Serpentinenstraßen hinauf. Und wenn ich schmal sage, dann meine ich schmal. Der Traktor, der vor uns fuhr hat gerade so durch gepasst. Ich frage mich, was da passiert, wenn ein Bus entgegen kommt. Wer fährt denn dann da zurück?? Und ja, dass da Busse fahren haben wir gesehen. Nicht nur an den Bushaltestellen. Es kam uns wirklich einer entgegen… Puh…

Aber dann waren wir angekommen. Links und rechts waren Weiden auf denen die Tiere in der Sonne lagen 😀 Wir haben uns da erstmal hingesetzt und einen Kaffee getrunken und sind dann losgewandert. Einfach blind drauf los. Wir mussten schließlich ein bisschen für die Drei Zinnen üben 😉
Durch den Wald, über Stock und Stein, an einem Bächlein vorbei… und immer wieder hatten wir Blick auf eine Felsformation, die aussah wie ein liegender Mann. Die hatten wir auch schon im Fernsehen gesehen. Nach 2 Stunden kamen wir wieder am Kaserhof an und waren zwar etwas geschafft, aber nicht so kaputt, dass wir nicht noch weiter hätten laufen können. Den Weg um die Drei Zinnen würden wir schon schaffen!
Am Kaserhof hat uns dann ein Alpaka am Zaun begrüßt, leider kam es nicht noch dichter ran. Ich hätts ja gern gestreichelt. 🙂
Die Alpakas sind natürlich nicht nur zum Wandern da, die verkaufen auch deren Wolle. Eigentlich hätt ich auch gern welche gekauft, aber ein Knäuel sollte 16 Euro kosten und eins wär für eine Mütze sicher zu wenig gewesen… mir war das dann doch eeeeetwas zu teuer und habs gelassen. Auch wenns eine schöne Erinnerung gewesen wär. Aber ich hab auch zu Hause drei oder vier Mützen… das wird wohl reichen für den Winter.

Bevor wir dann wieder zurück ins Hotel gefahren sind, haben wir da noch Schlutzkrapfen gegessen. Gefüllte Teigtaschen. Oh man waren die lecker, ich hätt mich reinsetzen können! Und vor lauter Gier und Hunger nach der kleinen Wanderung, hab ich mal wieder kein Foto vom Essen gemacht…

Der Weg zurück war straßenmäßig viel besser, die Straßen waren immer zweispurig 😉 Euch darf gern auch mal schlecht werden:

Auf dem Seeweg – 04.10.2018

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich spät wach geworden. Normalerweise werden wir auch am Wochenende spätestens gegen 8 Uhr wach. Wir müssen schon ganz schön tot sein, um wirklich länger zu schlafen. Wie jetzt am Wochenende, als ich krank war und bis halb 10 geschlafen hab! 😉

Unserer Tradition entsprechend hat der Namenlose erstmal Kaffee besorgt, den wir auf dem Balkon unter strahlend blauem Himmel getrunken haben. Da musste man schon fast aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt! Sonnencreme hatte ich natürlich nicht dabei. Es ist nicht so, dass wir nicht 15 Flaschen zu Hause hätten, aber für die Berge stand das einfach nicht auf meiner Packliste… Schön blöd!
Wir sind nach dem Frühstück erstmal zum Supermarkt und wollten Wasser und Sonnencreme kaufen, aber 16 Euro für ein kleines Fläschchen… pf… da verbrenn ich mir lieber das Gesicht 😉

Das Frühstück war super. Es gab alles, was man sich vorstellen kann und wir haben gut zugeschlagen. Auf dem Tisch (wir saßen die ganze Woche immer am selben Tisch) lag die „Morgenpost“, ein A4-Blatt mit Wetterinfos, Ausflugstipps und sie haben immer 2 Mitarbeiter vorgestellt.
Insgesamt war das wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre im Hotel.

Nach dem Frühstück standen wir dann an der Rezeption und haben gefragt, was wir hier so machen können. Wir hatten natürlich mal wieder keine Ahnung und keinen Plan 😉 Sie meinte, man müsste die Drei Zinnen gesehen haben, wenn man schon dort ist. Das wäre eine mittelschwere 4-stündige Wanderung. Aber da es schon halb 11 war, wäre es schon viel zu spät, noch zu starten.
Ok, vielleicht ist eine 4-Stunden-Wanderung eh nicht die beste Wahl für uns Anfänger aus dem Flachland 😉 Also sind wir zum Pragser Wildsee gefahren und haben den umrundet. Das war schon anstrengend genug, denn es war ziemlich warm und es ging an der einen Seite ganz schön bergauf!
Für den Rundweg stand auf dem Schild, dass er ungefähr eine Stunde dauert… wir haben auch fast eine Stunde gebraucht 😉

Danach sind wir ein bisschen rumgefahren. Eigentlich wollten wir noch zur Plätzwiese, einem Hochplateau, aber an einem Parkplatz war Schluss, man durfte nur zu gewissen Uhrzeiten weiter fahren. Es war leider auch niemand zu sehen, also sind wir umgedreht und nach Sankt Magdalena gefahren. Sankt Magdalena ist der letzte Ort im Tal von dort aus gehen nur noch Wanderwege in alle Richtungen. Wir sind also bis zum Ende der Straße gefahren und haben dort einen Apfelstrudel und Kaiserschmarrn gefuttert bevor es zurück ging ins Hotel.

Das Abendessen war wieder richtig gut. Die restliche Woche gab es immer ein 3-Gänge-Wahlmenü, das am Vorabend immer auf dem Tisch lag. Wir konnten dann immer ankreuzen, was wir wollen. Vorweg gab es immer ein Salatbuffett und noch zwei Suppen zur Auswahl.
Aber bei so viel frischer Luft war es kein Problem, das alles zu verputzen 😉 Und bei so viel frischer Luft und so viel leckerem Essen, kommt die Müdigkeit schneller als man denkt… wir waren eigentlich fast jeden Abend spätestens um 10 im Bett 😀 so kamen wir eigentlich immer auf 8 oder sogar 9 Stunden Schlaf und waren dann die anderen Tage trotzdem einigermaßen pünktlich unterwegs 🙂

Hier noch ein paar Impressionen vom 2. Urlaubstag: